der Post
oder bei
—
die periodische Wasserkatastrophen verursachen,
-eben.
Katastrophe, die Ende September 20 Häuser unter Schutt und Geröll begrub und ein Dutzend
sehr der Tessin der Hilfe bedürftig ift. Aus eigener Kraft wird es ihm nie gelingen, die zum
Wettervoraussage.
Meist bedeckt. Regenfälle allmählich nach« lassend, rechtsdre^ende Winde, Temperaturen zunächst wenig geändert.
Der Faszistentag in Rom.
Rom, 29. Ott. (TU.) Heute vormittag fand In Rom die angekündigte große Faszistentagung statt. Extrazüge hatten etwa 20 000 Fristen aus der Provinz nach der Hauptstadt gebracht. Der Aufmarsch begann bereits gegen 7 Uhr morgens. Auf dem Aventin hatte ein aus allen Truppengattungen zusammengestelltes Regiment Aufstellung genommen, das zusammen mit den faszistrschen Verbänden ein weites Viereck bildete. Punkt 11 Uhr verkündete tm Beisein des diplomatischen Korps und der geladenen Gäste sowie der Vertreter des Hoeres, der Marine und der Behörden der General der Miliz, Warini, den TagcsbefM. Mussolini erschien und die Fahnen und Banner senkten sich. F a ra, der Kommandeur der Dersaglieri, verlas die Eidesformel, die die einzelnen Crnturiea mit: „Wir 'chwören" beantworteten. Unter den Klängen des Köiiigsmarsches und der Faszistcnhymne defilierten dann die Legionäre vor den Offizieiea des Generalstabes des Heeres und der Miliz. Segen 12 Uhr mittags war die Feier beendet In Mailand, Florenz, Reapel und anderen grötz- heren Städten sowie in Rom hat nun die ge- gesamte Milizia Rationale von über 400000 Mann dem König den Treueid geleistet.
einzuvämmen, die wilden Dergbäche zu verbauen, die Ebenen zu entsumpfen und so der einheunl- schen Bevölkerung ein ruhiges und wirtschaftlich sicheres Dasein zu ermöglichen. Eidgenössische Ausgabe ist es, der begonnenen Entvölkerung des Landes, dessen Bewohner auswandern, ent- gegenzuwirken, soll nicht der Tessin zu einem trostlosen, langsamen Sterben verurteilt werden.
Don diesem Problem wissen freilich die Fremden, die unser Land besuchen und gerne einige Ferienwochen jenseits des Gotthards öie südliche Sonne im Tessin, dem Vorhof des eigentlichen Italiens, geniesten, sehr wenig. Man kann solches Wissen von ihnen auch nicht verlangen; Wohl aber wird eine andere, den -Lessm und speziell Lugano angehende Frage ihre Aufmerksamkeit wecken. Es handelt sich um die Frage der Strahe von Gandri a, jenes wundervollen Dörfchens, das jeder Besucher Luganos kennt und dessen Poesie Antonio F o - gazzarro in sein bekanntes Werk „Piccolo mondo antico" eingesponnen hat Das Kleinod des lauschigen, weltverlorenen Weges, der von Eastagnola nach Gandria fährt, ist nämlich durch
Hmcmffetzung des Wahlatters.
Was in Preuhen und im Reich schon längst hätte Wirklichkeit werden müssen, nämlich die Hinaufsehung des Wahlalters, ist jetzt in München in Angriff genommen worden. Der Ver- fassungsausschntz des Landtages hat einen Antrag des Bayerischen Bauernbundes gebilligt, der das Wahlalter auf 25 beziehungsweise 30 Jahre festgesetzt sehen will. Daß der Bayerische Landtag diesem Antrag zustimmen wird, darüber dürste kein Zweifel bestehen, zumal man auch in Bayern allerlei böse Erfahrungen mit den extremen Flügelparteien gemacht hat, die ihre Existenz doch lediglich einer jugendlichen und unreifen Wählerschaft verdanken.
Aber auch der Reichstag und der Preuhische Landtag, die während der letzten Jahre manch unerquickliches Schauspiel besonders von kommunistischer Seite inszeniert sahen, werden nach den Reuwahlen um diese Verfassungsänderung nicht herum kommen. Zu bedauern ist, dast der Reichstag während seiner kurzen Somm-^rtagung keine Gelegenheit fand, den unreifen Elementen durch Hinaufsehung des Wahlalters das Wahlrecht und das Recht der Wählbarkeit zu entziehen. So wird also auch der neue Reichstag mit einer stattlichen Anzahl Kommunisten gesegnet fein, deren Wählerschaft nachgewiesenerma,hLN doch nur <ws polittlch Ungeschick.en Personen sich zusammen- sstzt. für die es bester ist, vorläufig noch etliche Jahre auf das Wahlrecht verzichten zu müssen.
Aus aller Wett.
Tagung der Naiffeisengenofseufchaften
Mannheim, 29. Oft. (Wolff.) Heute vormittag begann der Decbandstag der Raiffeisen- genossenschasten in der Pfalz, Hessen und Baden. Der Besuch des Derbandstages war auherordentlich stark. 'Derbandsdirektor Dr. Rol- den begrüstte die erschienenen ©aarlänber sowie diejenige^, die nach langem Fernsein in die Heimat zurückkehren konnten. Regierungspräsident Matheus dankte herzlich für die freundliche De- grühung und für die wertvolle Mitarbeit der Raiffeisengenossenschaften in wirtschaftlicher und politischer Hinsicht. Er werde alles tun, um die Landwirtschaft und insbesondere die Raiffeisen- organisativnen zu unterstützen.
Ein frecher Raub.
Berlin, 30. Oft. (Wolff.) Gestern nach» mittag wurde die Geschäftsin habe rin eines Weistwarengeschäfts in der D.ös- seler Strahe in ihrem Laden von eurem Mann hinterrücks üb^r den Kopf geschlagen, so dast sie bewuhtlos zusammenboach. Der Mann und seine Begleiterin raubten dann Wäsche und 400 M. Bargeld und entkamen unerkannt
Drei Werber für die Fremdenlegion verhaftet.
Goslar, 30. Ott. (SH.) Auf dem Bahnhof Seesen bei Goslar wurden drei Männer, dec Landwirt H a f f m e i st e r, der Lehrer Raut- mann und der Schlosser Schrader, verhaftet, als sie im Begriffe waren, junge Leute f ü r d i e Fremdenlegion an zu werben. Sie werden sich wegen Landesverrats und Spionage zu verantworten haben.
Verhandlungen mit Abd el Kerim
Madrid, 30. Oft. (TA.) Der spanische Droßindustrielle Cchivarrieta hat vorn Direktorium den Auftrag erhalten, die Verhandlungen mit Abd el Kerim aufzunehmen. Es handelt sich nicht rnut um den Loskauf spanischer Sefangener, sondern auch um die Vorbereitung eines Abkommens mit den Riff- ieuten.
Im Zeichen der Abrüstung.
Reu h o rf, 30. Oft. (TAck 3n amerikanischen Marinekreisen wird der englische Plan über
Schweizer Bries.
Don unserem Schweizer r.-Derichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.)
Zürich, 20. Oft 1924.
Das politische Ereignis des Tages ist für die schweizerische Oeffentlichkeit die kürzlich erfolgte Anterzeichmrng eines schweizerischitalienischen Schiedsgerichtsvertrages. Dast es gcrade die imperialistischer Reigungen nicht unverdächäge fa zisttch? Regierung Italiens ist, die mit ihrem kleinen Nachbarstaat diesen Pakt abschlieht, erhöht seinen Wert in den Augen der Schweiz, die in den letzten Jahren mit einiger Besorgnis dieAeberhand- nahme irredentistischer Treib er eie n an ihrer Südgrenze konstatiert hatte. Der Vertrag geht so weit, ausnahmslos alle Streitig- ferten zwischen den beiden Staaten einem obligat orischenSchlichtungs- und Schiedsgerichtsverfahren zu unterstellen, wie es auch der vor zwei Jahren zwischen Deutschland und der Schweiz abgeschlossene Schieds-
rechnet, daß berettS kurz nach Zu,ammenrrru des neuen Reichstages diesem die Steuerplane un- terbreitet werden können. Dis zum 1. April nach- sten Jahres soll die Steuerreform durchgeführt fein.
Für Aufhebung der Umsatzsteuer.
Berlin. 30. Ott. (TA.) Der Deutsche Gewerkschaftsbund, die Spihenorganisa- tion der christlich-nationalen Arbeitnehmer, hat an den Reichsminister her Finanzen folgende Eingabe gerichtet:
Die Steigerung der Lebenshaltungskosten auf der einen Seite und die kaum in nennenswerter Weise nachfolgende Lohnentwicklung auf der anderen Seite machen es dringend erforderlich, dah jedes Mittel versucht wird, um eine Besserung irr dec Lage der wirtschaftlich Schwachen herbeizuführen. Cs besteht kein Zweifel, dah die Am satzsteuer auch in ihrer jetzigen Höhe, namentlich bei den Lebensmitteln, eine schwere Belast u n g der Konsumenten darstellt. Wir bitten die Reichsregierung, der Frage einer vorhergehenden Aushebung der Am;atzsteuer für !den Lebensmittelhandel näherzutreten, in erster Linie für Brotgetreide, Mehl, Fleuch, Milch und Fette. Bedenken nach der steuertech- 'nischen Seite lassen sich dadurch abschwächen, dah itm Kleinhandel' eine Amfatzsteueverhebung dort 'unterbleibt wo eine Trennung der verschiedenen .Warengruppen sehr grobe Arbeitsbelastung sowohl des Handels wie der Steuerbehörde zur Folge haben würde.
Aenderung
der Unfallversicherung.
Bochum, 30. Oft. (TA.) Der Gewerk- herein Christlicher Bergarbeiter Deutschlands hatte an das Arbeitsministerium ein Ersuchen um Aufbesserung der Bezüge der Anfallventner und Erwerbsbeschränkten eingereicht. Das Reichsarbeitsministerium antwortete, dah der Entwurf eines zweiten Gesetzes über die Aenderung der Anfallversicherung ausgearbeitet sei, der im Herbst noch vom Reichstag vevabschi^et werden sollte. Der Reichstag ist aufgelöst, ohne das neue Gesetz erledigt zu haben. Der Gewerkverein hat die Reichsregierung ersucht, auf dem Dervrdnungswege eine Aenderung herbeizuführen.
Der deutsche Weinbau und der spanische Handelsvertrag.
Berlin, 30. Oft (TA.) Halbamtlich. Kas Reichskabinett befähle sich gestern mit der Beschwerde der Weinbauinteressenten über den deutsch-spanischen Handelsvertrag. Bei aller Würdigung der Rotlage der deutschen Winzer verharrte das Kabinett aus allgemeinen politischen Gründen doch auf dem Standpunkt, dah der deutsch-spanische Handelsvertrag den gesetzgebenden Körperschaften zur Ratifizierung vorgelegt wird.
Der Fall Loeb.
Weimar, 29. Oft. (WB.) Der vom Thü- kingischen Landtag auf Antrag der sozialdemokratischen Faktion gebildete Antersuchungsausschuh «für den Fall Loeb einigte sich dahin, den Referenden von der Opposition und den Korreferenten von "der Mehrheit stellen zu lassen. Dom Vorsitzenden -wurde der Vorschlag gemacht, zunächst sollen die Berichterstatter das Material durcharbeiten und dann solle dieses in drei verschiedenen Gruppen bearbeitet werden, nämllch 1. Akten» Verschiebung, 2. Verfahren wegen der im Gutachten angeführten Fragen, 3. die vom Finanzminister im Plenum des Landtags erwähnten Ein- zelfälle. Man einigte sich dahin, dah der Aeltesten- aWschuh, der in der Berichterstatterfrage angegangen werden solle und dah auherdem auch ähnliche Fälle aus dem Decfahren parlamentarischerAnter- 'uchungsausschüsse des Reichstages herangezogen werden sollen.
das Projekt einer großen Automobilst rahe bedroht, die den dürftigen Zauber dieser Gegend in Staub, Benzingeruch und Motorengefnatter ersticken würde. Dagegen macht sich in dec ganzen Schweiz eine lebhafte Bewegung geltend, und man verlangt von den tessinischen Behörden, dah sie dem neuen Straßenprojekt eine Form geben, die Gandcias Raturschönheiten unangetastet läßt. Die öffentliche Meinung dürfte in dieser Sache den Sieg davontragen, wodurch dem tessinischen Landschaftsbild einer seiner reizvollsten Züge bewahrt bliebe.
Die garrze Schweiz kann im allgemeinen eine sehr gute Fremdensaison verzeichnen, die unsere Hoteliers bitter nötig haben. Wenn auch die im Auslande verbreitete Meinung, die Schweiz erhalte sich allein von dec „Fremdenindustrie", falsch ist, so kann nicht bestritten werden, daß große Kapitalien, ein namhafter Teil des Dolks- vermögens im Hotelwesen angelegt sind. Der Krieg mit seiner Absperrung der Grenzen bedeutete für das schweizerische Hotelwesen fast den Ruin; ohne große Bundessubventivnen bzw. Darlehen hätte es während dieser Zeit unmöglich durchhalten können. Jetzt noch bedarf es der Hilfe des Staates, die ihm durch das Mittel einer vom Bunde subventionierten, eigens zu diesem Zwecke geschaffenen Hotel-Treuhand- gesellschaft zuteil wird. Mit der Besserung des Fremdenzustroms regt sich aber auch bereits der private Antemehmungsgeist auf diesem Gebiete wieder, und um einem ungesunden Gcündungs- fieber voczubeugen, hat der Bundesrat dem eidgenössischen Parlament, das seine Tagung eben beschloß, die zeitweise Einführung der Bedürfnisklausel für Gasthöfe vorgeschlagen. Obschon die Gegner dieses Gesetzentwurfes darin eine Verletzung der durch die Verfassung garantierten Gewerbefreiheit sehen wollten, war diese Bestimmung im allgemeinen volkswirtschaftlichen Interesse notwendig.
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 30. Oft. 1924.
Beim Einkäufen.
Ich höre Hausfrauen gern von ihren Ein« taufen reden. Es K das eins ihrer beliebtesten Themen, wenn sie zusammen sind. And sie fbrtnen köstlich breit und mit großer Genugtuung davon erzählen, wie sie eine billige Quelle ausfindig gemacht haben, die sie nun mit großer Wichtigkeit empfehlen.
Wenn der Mann einkaufen geht, dann sieht er etwas im Schaufenster hängen, wird angelockt, geht hinein, läßt sich's vorlegen, bezahlt, und die Sache ist abgemacht. Großes Kopfzerbrechen gibt es da nicht, wenn die Verkäuferin lächelt und ein paar hübsche Worte macht, wie es meist zu geschehen pflegt.
Einer Hausfrau gegenüber ist alle Liebenswürdigkeit dec Verkäuferin meist verlorene Müh'. Sie läßt sich nicht durch kleine gewinnende Künste bestechen. Sie geht auf die Sache und macht es sich und den Geschäftsleuten oft nicht leicht. Da wird gefragt, ob man es nicht billiger hat, man läßt sich vorlegen und wieder vorlegen, immer wieder den Preis sagen, hält es gegen das Licht, man probiert es und geht dann womöglich hinaus, ohne ein Geheimnis daraus zu machen, daß cd einem zu teuer sei.
Der Verkäufer blickt diesen Kundinnen nicht gerade freundlich nach; aber diese Art ist ihm doch immer noch lieber als die vieler anderer, die sich sehr schwer schlüssig werden tonnen, aber dann den Gegenstand doch kaufen, um ihn in den nächsten Stunden oder Tagen — umzutauschen. Wahrhaftig, es gibt Leute, die eine Sache auf einmal nicht erstehen können, sie erst mit nach Hause nehmen müssen und dann zurückbringen, weil ihnen prinzipiell nichts gefällt, was sie zuerst ausgesucht haben. Ihnen ist nur zu helfen, wenn sich das Geschäft dann auf den Standpunkt stellt: Wir nehmen die Sache nicht zurück, weil sie das Ansehen verloren hat. Dann erst sind diese Anschlüssigen zufrieden und finden sich mit der Tatsache ab.
Ist es nicht erstaunlich und peinlich, wenn eine junge Mutter für ihren Säugling einen Lutscher kaust und nach einer Stunde toieberfommt, weil ihr eine andere Form lieber ist? Der Geschäftsmann kann doch so etwas nicht zurücknehmen! Ohne unhöflich zu fein, muß er sehr hartnäckig auf die Interessen dcs andern kaufenden Publikums halten, denn wer will denn einen Lutscher kaufen, den andere vielleicht schon gebraucht haben! Ich habe vor ein paar Sagen in einem Geschäft eine Anter- Haltung zwischen einem Verkäufer und einer jungen Frau mit angehört, die sich fünf Minuten lang um nichts weiter drehte als darum, daß er den Lutscher wieder zurücknehmen müsse, weil sie doch fein Loch hineingebohrt habe. Ich war sprachlos über diese Logik.
Solche Kunden machen dem Geschäftsmann das Leben sauer, und wenn er nur mit solchen zu tun hätte, dann wäre es für ihn fein Vergnügen, sich einen vollen Laden zu wünschen. Da mag ihm jene andere Kundin lieber fein, die ihm kurz entschlossen sagt, daß sie seine Preise yu teuer findet, und die geht, ohne zu kaufen. H. 21.
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Gedenkfeier
für die Gefallenen am Totensonntag.
Man berichtet uns: Geleitet von dem Bestreben, alle Kreise der Einwohnerschaft, ohne Rücksicht auf Partei oder Bekenntnis, zu einer gemeinsamen Feier für die Gefallenen zusammenzufassen, hat der Vollsbund Deutsche Kiiegsgräberfürsorge, Ortsgruppe Gießen, in den letzten Jahren am Sotenfonntag auf dem Reuen Friedhof eine solche Feier veranstaltet. Ser Volksbund hatte diesmal wiederum Vertreter des hiesigen Truppenteils. der Vereinigungen der Kriegsbeschädigten, Kriegerhintecbli.denen und ehern. Kriegsgefangenen, der militärischen Farne* cadschaftlichen Verbände und der Studentenschaft zu einer Besprechung wegen der diesjährigen Feier eingeladen. Von seilen des Standortsältc- sten wurde j^wch mitgeteUt, daß der Truppenteil in diesem Jahre eine eigene Feier beabsichtige und deshalb bereits mit dem Evangelischen Militärpfarramt in Verbindung getreten sei. An dieser Feier könnten auch Vereine teilnehmen. Da die Veranstaltung von zwei Feiern nicht für zweckmäßig gehalten wurde, so wurde auf Vorschlag des Vorsitzenden, Beigeordneten Dr. Frey, beschlossen, seitens des Vollsbundes von einer Feier abzusehen und beit früher beteiligten Vereinen und Verbänden anheimzustellen, sich wegen Beteiligung an der militärischen Feier mit dem Standortkommandv in CBenbinbung zu setzen.
gerichtsvertrag tut; damit ist die Gefahr kriegerischer Konflikte für die Zukunft sozusagen ausgeschlossen, und es besteht fein Zweifel, Daß diese Tatsache die Beziehungen der Vertragspartner günftig beeinflussen wird. Das Mißtrauen, das man auf schweizerischer Seite bisher den Fceund- schaftsversicherungen Mussolinis entgegenbringen zu müssen glaubte, witd verschwinden; man wird gerne vergessen, daß das Haupt der italienischen Regierung seinerzeit, noch als simpler faszistischer Abgeordneter, die Gotthardgvenze für Italien forderte, da Mussolini nunmehr in loyaler Weise der Schweiz eine Garantie für die friedliche Gesinnung seiner Regierung geboten hat. Macht- politisch betrachtet, bringt Italien ein Opfer, das wohl durch den Gewinn an moralischem Prestige in einer durch die Genfer Völkerbunds- verhaüdlungen erzeugten Atmosphäre europäischen Friedenswillens aufgewogen wird.
Es ist anzunehmen, daß die Dunkelmänner, die an der Trübung der schweizerisch-italienischen Beziehungen ein Interesse haben — auf der einen Seite die anonyme Gruppe der fogenannten „Iungtessiner", auf dec anderen italienische Hh- pernationalisten — ihre Agitation klugerweise gehörig abdämpfen werden, nachdem sie die Ruh- losigkeit ihrer Pamphlete gegen eine nur in ihrer Phantasie bestehende „Verdeutschung" des Tessins einsehen müssen.
Wenn der Kanton Tessin so aufhört, in außenpolitischer Beziehung ein Sorgenkind des Landes zu fein, so ist das leider innerpolitisch durchaus nicht dec Fall. Dabei sei nicht in erster Linie an die heftigen Parterkämpfe zwischen der konservativen und liberalen Richtung gedacht, in denen sich das romanische Temperament seiner Bevölkerung äußert, sondern vielmehr an die wirtschaftliche Lage des Kantons, die zum Aufsehen mahnt. Durch einen gewaltigen Alpenwall von der übrigen Schweiz, durch Zollschran- I Fen vom benachbarten Italien getrennt, ist der Tessin in der letzten Zeit dem wirtschaftlichen' Riedergang verfallen. Für Industrie und Handel sind die Cntwicklungsmöglichkeiben eng beschränkt, die Landwirtschaft leidet unter der Angunst der Dodenbeschaffenheit und unter dem Mangel an Absatz. Die Krise hat sich so verschärft, daß sich die Kantons reg ierung vor einigen Monaten veranlaßt sah, mit einer Reihe von Forderungen, hauptsächlich ökonomischer Art, an die Dundes- behörde zu appelieren. Am guten Willen, dem bedrängten Kanton zu helfen, fehlt es nicht bei den maßgebenden Instanzen — Bundesrat und Parlament —; aber die zu fassenden Beschlüsse müssen wohl überlegt werden, denn die Finanzlage des Bundes würde ein zu weitgehendes Entgegenkommen gegenüber gewissen Postulaten. z. D. demjenigen betreffend Reduktion der Gisen- bahntarife, nicht gestatten. Cs ist auch nicht zu vergessen, daß andere Kantone ebenfalls ihre wirtschaftlichen Schwierigkeiten haben, in | denen sie versucht sein könnten, „Mutter Helvetia" anzurufen. Die Hilfe für den Tessin darf keine Präjudiz für solche Begehren werden.
Schon bevor die Behörden ihren Entscheid gefällt haben, vollbringt indessen das Schweizer Volk einen Akt eidgenössischer Solidarität, indem überall Sammlungen für die schwerbe- betvoffene Bevölkerung des durch einen Erdrutsch infolge von Aeberschwemmung teilweise zerstörten Dorfes S v m e o im romantischen Mag- giatal veranstaltet werden. Diese erfchütternde
Für eine Mark im halben Monat nebst 10 Pfennig Trägerlohn (monatlich für 2 Mark 20 Pfennig) bezieht mim im November den Gießener Anzeiger nebst seinen wertvollen und aus heimatliche Grundlagen eingestellten Beilagen Gießener FamilienbMter Heimat im Bild (Siebener Hochschulblätter
Wer den Gießener Anzeiger noch nicht hält, bestelle ihn sofort in Bietzen bei der Geschäftsstelle oder bei den Trägerinnen, auswärts bei den örtlichen Zweigstellen
den Bau von zwei neuen Zeppelin- Luftschiffen für die britische Luftflotte lebhaft erörtert. Man betont, daß auch für die , _____ ______ ___.....
Luftverteidigung das von der Abrüstungs- ! Todesopfer forderte, hat deutlich gezeigt, wie
konferenz festgesetzte Mä ch te ve r hä lt n i s ein- sehr dec Tessin der Hilfe bedürftig ist Aus
gehalten werden müsse. Danach dürfte Amerika eigener- Kraft wird es ihm nie gelingen, die zum
stoch ein weiteres Lufts chiff in Auftrag wahren L nb smi glück geirto eien Raturelemente,


