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Arüppelfürsorge in Heften.

Don der Zentralstelle für Mutier- und Säug- ItngSfürforgc in Hessen tt>irt> un6 geschrieben.

Ommer wieder zeigt sich, dah in der Bevölke­rung die Kenntnis noch wenig verbreitet ist, dah die moderne Orthopädie auch die schwersten Fälle von Wachstumsstörungen und Verkrüppelungen mit Erfolg behandelt hat. Aus Grund der großen Fortschritte, die die Orthopädie in den letzten Jah­ren machte, ist auch in Hessen, wie in andern Ländern, eine systematische Fürsorge sür Krüppelrinder mit allen Kräften aufgenom­men worden. Zu diesem Zwecke wurden für die Bevölkerung unentgeltliche Beratungs­stellen (für Oberhessen in Gießen, Poli­klinik) errichtet, die von Fachärzten der Ortho­pädie geleitet werden. Aufgabe dieser Beratungs­stellen ist, insbesondere den Eltern gefährdeter Kinder Ratschläge zur Vermeidung von Wachs- tumSstörungen (Rückgratverkrümmungen und rachitische Verbiegungen) zu geben und ange­borene Mißbildungen (Klumpfuß und ähn­liche-) soweit irgend möglich zu bessern und die Folgen von Kinderlähmung, Tuberkulose der Ge­lenke möglichst weitgehend zu beseitigen. We­sentlich bei der Behandlung ist. dah die Kin­der möglichst frühzeitig zur Beratung ge­führt werden, da einerseits schon durch vor­beugende Mahnahmen eine Verkrüppelung zu verhüten ist und anderseits die frühzeitige Be­handlung die besten Erfolge erzielt.

Die letzten Jahresberichte der Deratungs- steNen zeigen, wie segensreich sie gewirkt haben und in wie zahlreichen Fällen Kindern jeden AlterS geholfen werden konnte. Es sollten daher alle Persönlichkeiten, die Gelegenheit haben, mit Kindern znsammei^ukommen und sie zu beobach­ten, ihr Augenmerk auf Wachstumsstörungen, die ja leider infolge der schlechten Ernährung unserer Jugend viel häufiger sind alS früher, richten und mithelfen, dah diese Kinder rechtzeitig der Beratungsstelle zugeführt werden. Kein Kind in Deutschland dürfte heute, nachdem die Wissen­schaft die Wege gewiesen hat, alS bedauerns­werter Krüppel sein Leben vollenden müssen.

Wietzener Wochenmarltpreise

am 30. Oktober 1924 (Händlerpreise).

GS kosteten auf dem heut'.gen Wochenmack: Butter 190 biS 200, Matte 35. Käse 75, Wirsmg 8, Weihkraut 6 Rotkraut 10, gelbe Rüben 8, rote Rüben 8, Spinat 30 biS 40, Römischkohl 5, Llnterkohlrabi 5, Rosenkohl 60, Feldsalat 50, Zwiebeln 15, Meerrettich 35, Schwarzwurzeln 45 KürbiS 6, Kartoffeln 5, Aepfel 15 bis 25, Birnen 10 bis 15, Rüste 60 Pf. das Pfund, Eier 18, Blumenkohl 20 b:S 120, Endivien 10 bis 20. Ober- kvhlrabi 8, Lauch 5 bis 15, Rettich 10, Sellerie 10 biS 30 Ps. das Stück, junge Hahnen 100, Gänse 100 Pf. das Pfund.

*

Die Beibehaltung des ununter­brochenen Rachtsernsprechdienstes gesichert. Rachdem die für diese Maßnahme erforderliche Zahl von Unterschriften der An- fchlußteilnehmer vorhmrden ist, kann man damit rechnen, dah der ununterbrochene Rachtfernspoech- bienft auch für die Zukunft sichergestellt ist. Die Zuschlagsgebühr für jeden Hauptanschluß wird voraussichtlich wesentlich niedriger sein, als ur­sprünglich veranschlagt war, und wahrscheinlich 60 Pf. vierteljährlich zunächst nicht übersteigen.

Die Anmeldung möblierter Zimmer für die Studenten hat die 6tu-

dentenHilfe in unserem gestrigen Anzeigenteil er­beten. Hoffentlich wird dieser Ditto schnell unb in umfangreichem Maße entsprochen. Ausseror­dentlich wichtige Belange unserer Landesun.ver- sität und des städtischen Wirtschaftslebens machm eS dringend notwendig, alle Kräfte zur Unter­bringung der Studenten anzuspannen, da andern­falls unter Umständen mit dem Abwandorn eines Teiles der Studierenden an benachbarte Univer­sitäten gerechnet werden müßte, selbstverständl.ch zum wirtschaftlichen Rachteil unserer 6tabL

Eine neue bayerische Banknote überöO Reichsmark. Auf Grund des Bank- notengesetzeS tnm 30. August 1924 hat tue Baye­rische Rotenbank mit der Ausgabe einer Rons im Werte von 50 Reichsmark begonnen. Die Banknote, welche in der gleichen Größe wie b;e in letzter Zeit erschienene Reichsbanknote mit 50 Mark zur Ausgabe gelangt, ist in grünem Ton gehalten. Sie wird von allen öffentlichen Kassen in Zahlung genommen.

Der Pvlizeib ericht meldet: Zu dem UcbctfaH auf einen Studenten in der Rächt vom 19. zum 20. Oktober in der Südanlage ist mitzuteilen, dah der Täter ermittelt wurde. Festgenvmmen wurde eine hiesige Person wegen Diebstahls und eine Person von auswärts wegen hier begangener Sachbeschädigung. Am 6. Ok­tober wurde eine Person festgenommen, die sich nicht genügend ausweisen konnte und sich fälsch­lich Heinrich Zimmermann aus Siegburg nannte. Am anderen Tage gab der Verhaftete seinen richtigen Ramen, Barthel Hausweiler aus Rheydt, - an. Wie sich herausgestellt hat, ist er ein mehrfach vorbestrafter Mensch und wird von verschiedenen rheinischen Behörden wegen Diebstahls und sonstiger Straftaten gesucht. In der Rächt zum Sonntag wurde aus einem Hose in der Sandgasse eine fette Gans entwendet und an Ort und Stelle abgeschlachtet. Personen, die entsprechende Wahrnehmungen gemacht haben, werden ersucht, der Kriminalpolizei Rachricht zu geben.

* Personalte. Der Präsident des Ver- wallungsgerichtshofes Dr. jur. Dr.-Jng. August Carl Weber tritt am 1. Rvvember 1924 auf Grund des Gesetzes über die Altersgrenze der Staatsbeamten in den Ruhestand.

* Der Turnverein Gießen von 1 846 hielt am Samstag seine Hauptversammlung ab, die sehr gut besucht mar. Mit großer Be- ftiebigung kann der Verein auf das abgelaufene Geschäftsjahr zurückblicken. Der 1. Sprecher, Uni­versitäts-Oberinspektor Erle, gab einen um­fassenden Bericht über die Tätigkeit des Vor­standes, der Mitgliederbewegung usw. und dankte allen Vorstandsmitgliedern und Turnern für ihre selbstlose und uneigennützige Arbeit. Er ermahnte zu treuem Zusammenhalten im Interesse der großen deutschen Turnsache. Obcrturntoart Karl Erb berichtete über die turnerische Tätigkeit: Fraiu Sauer über die Tätigkeit der Schwimm­abteilung: K. Hergenröther über die der Fechtabteilung und P. Grimm über die Erfolge der Spieler. Im ganzen wurden 192 Siege er­rungen, darunter vrele erste. Vereitrsrechner et- ning erstattete den Rechnungsbericht. Der Ver­ein hat im abgelaufenen Geschäftsjahr gut ge­wirtschaftet. Von den nach den Satzungen aus­zuscheidenden Vorstandsmitgliedern wurden wie­dergewählt: Als 1. Sprecher: W. Erle, als 1. Schriftführer: Ludw. Schneider, als Turn- Wart: K. Müller, als 3. Schriftführer: H. Salzmann, als Turnälteste: Gg. Saum, K. Strack und G. Freitag, als Zeugwart: K. H o r e h s e ck. Reugewählt wurden: Ernst

Jung und L. Depler Der 2 Sprecher Pie­per berichtete hierauf in eingehender Weise über die bereits getroffenen 0$örtereirungen zum nächst­jährigen Mittelrheinischen Kreisturnfest. daS vom 2. August ab in unseren Mauern stattfindet.

" Deutsche Volks Partei. Man be­richtet unS: Am Montag fand eine sehr gut be­suchte Versammlung der Frauen der D. D. P. im großen Saale deSS)mbcnbürg ' statt. In Vertre­tung der Vorsitzenden leitete Sri. M Birn­baum, M. d. L., die Versammlung. In warmen Worten gedachte sie deS verstorbenen Abgeord­neten Dr Osann, dessen besonderes Interesse für alle Frauenfragen sie hervorhvb. Daraus erstattete Zrl. Clara Birnbaum Bericht über den Parteitag in Darmstadt In kurzer Fassung gab sie den Inhalt der wichtigsten Reden wieder und zeigte dabei, a>ie die verschi«ä>enen Redner in hervorragender Weise zum Ausdruck brachten, daß die D. D. P. alle Berufsgrappen umfasse und ihnen auf Grund ihrer liberalen Weltanschauung gerecht zu werden fäh'g sei. Frl. Maria Birnbaum berichtete alsdann über die Äulturtagung der D. D. P. in Berlin. Dort wurden von berufenen Rednern alle aktuellen Fragen auf kulturellem und sittlichem Gebiet be­handel t. Alle Dorträge basierten auf dem AuS- spruche unseres Führers Stresemann, daß nicht die Wirtschaft das Schicksal eines Dolles be­stimme, sondern letzten Endes seine Einstellung zu den großen Ideen.

Bornotizen.

Tageskalender für Donners­tag. Stadttheater: 6s/< ülhr .Polenblut". Deutschnationale Dolkspartei: 81 < Hfrr im Ge- werbehaus Mitgliederversammlung. Literari­sche Gesellschaft Gießen: S1'* Alf>r in der neuen Aula Herbert Eulmberg liest aus eigenen Dich­tungen. Rundfunkhaus: 8,30 UhrDer Bar­bier von Sevilla", ilebertragung aus dem Frank­furter Opernhaus.

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Der Erstaufführung von Her­bert Eulenbergs SchauspielRl u n ch h a u s e n" am morgigen Freitag wird der Derfasser, der be­kanntlich am heutigen Donnerstag einen Dort rag in derLiterarischen Gesellschaft" hält, selbst bet- wohnen. In bem Werk, das der Verfasser ein Deutsches Schauspiel in 5 Auszügen (8 Bildern)" nennt, sind in Hauptrollen beschäftigt dre Herren Juhnke, Goll, Schubert, Baum und Vvlck, und die Damm Jüngling, Marcks und D a ch f e l d. Die Regie führt Herr T e l e k h.

Dom Konzertverein wird uns ge­schrieben: Rächsten Sonntag, am 2. Rvvember, be­ginnt der Konzertverein am bekannten Orte, in der Reuen Llniversitäts-Aala wie üblich nach­mittags um 5 Uhr seine dieswinterliche Spielzeit. Wie aus den verschiedenen Anzeigen ersichtlich, sind auch für diesen Winter die herkömmlichen 10 Konzerte vorgesehen. Das erste ist ein Lieder­abend der bekannten und in aller Welt gefeierten Sängerin Frau Maria P os - C ar lv f or t i. Die Künstlerin hat in Gießen schon vor 5 Jahren mit solch außerordentlichem Erfolge gesungen, daß eine Wiederholung stürmisch begehrt wurde. Diesem Wunsche konnte allerdings erst jetzt ent­sprochen werden, weil Frau Carloforti auf ihren Reisen inS Ausland und nach überseeischen Staa­ten als eine Sängerin, die in ihrem Fach ferne Rivalin hat, dort verpflichtet wurde. Frau Ear- lofvrti ist ein Stimmphänomen und eine Ver­treterin desbei canto" und italienischer Stimm­bildung, die diese Italienerin bei deutschen Ge­sanglehrern erworben hat. Wie bei allen Musik­freunden hat die Künstlerin auch bei sehr ge­

strengen Kritikern ungeteilte Anerkennung gcun- den: in ebner Hamburger Besprechung wird von maßgebender Seite von ihr gesagt, daß sie er- ? Sängerin sei. die au» dem Doller, 'chör'l und mit sich stetS gleidbbteibenben fünftimtciK'' @rnhc ft» vvrzutvagen tvrftebt. daß ein Konzer " -n ihr

Deutsche Demokratische Partei.

Morgen abend in bei Turnhalle1 . . r: erfarnm- lung. RähereS in der heutigen Ar

DerErsteGießenei Di 11ardklnb veranstaltet am Samsr.rg und Sonn: .3 im Amend ein Billard-Wettspiel. Rüderes im An­zeigenteil.

Hochschulnachrichten.

Frodenius an die Frankfurter Universität berufen.

S. Frankfurt a. M., 29 Oki. Dem be­kannten Afrikaforsche', ße ' Fr0bentu » ist auf Antrag der philos-»phifcßcn Fakulrü ter Untberfttä t Frankfurt ein V 1 1 t - \ für Völkerkunde vom Kultusinini um. c t -ilt worden Derbandlungen. die die Stadt Franksu t mit dem Afrikas orscher weg ' d Museums in München gepflogen hatte Rlan hofft, die bedeutende Sammlung v)n Oe.» 5 » benius dem biefigen Dölkermuseum anglieö rn zu können

Kirchliche Nachrichten.

Jsr. Religionsgemeinde. Gotteäd.l. d. Snnu - » (Südanl.s. GamStag, den 1. Rvvember. Dorabd. 4.45, morg. 9.00, abdS. 5.10 u. 5.50.

Jsr. ReligionSgesellschaft. Sabbatfeier 1 0 0". Freitag abd. 4.35, Samstag vvrm. 8.30, nackiu. 3 30, Sabbatausgang 5.50, Wochengottesdienst moi-gciu 6.45, abends 4.30.

gur Klarstellung:

Die Gesellschaften, in die der frübeve Slllgemeine Deutsche Berstchertinnsnereitt a w. nii'?einaiibc w fallen ist. darunter die (Ztuttnart-yübcrt vcber.ovex sicheruttgS-Aktiettgesellschaft tu Stuttgart, treten neuerdiugS unter der Be-eichunrg , Stuttgarter Storficrn" oderStuttg.irtcv BerficheruNa^ kontern" aus. Da dadurch vielfach unlienfaim- <un lunflcn, besonders in den Slr<,f:n unlerer Slltucr« fieberten, entheben, so halten nur et für nötm, fest- unheQcn, daß unsere Gesellschaiten in feiner lei V'iv bindung mit der Stiittflori-Vübcd lieben . sogenanntenStuttgarter Sfonaem oder3tr.it narter Berficherunnskonzern" redjtlidi imh wirt« schastlich völlig ttnabbängig sind. Die Aübrnni oer laufenden Geschälte derEilten Ctiittaartrv' un ausschließlich die bereits im starken ;'l ti lunno begrihene9kuc -Stuttgarter* i c vn uei t tu- runasbank rifilengelelischast übernommen, an die sich die Mitglieder der »Alten Stuttguner" wie der Renen Stuttgarter" wegen Auskunft und 1 n-ri« beständiger Umstellung ihrer alten Lerstchernnae'' wenden wollen. 02461«

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