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lich Objett erner Ulilttärtontrölle durch den Völkerbund zu fern. Diese OferiDabrung bleibe naiürlich auch gegenüber dem neuerlichen De­schins, in Kraft, nnd es werde von einem Eintritt Deutschlands nur dann die Rede sein können, wenn diese Frage in zufriedenstellender Weise ge- regel, werde. Allerdings lauten die bisherigen Nachrichten aus Genf ziemlich pessimistisch, und cs ist mit groben Schwierigkeiten zu rechnen, bevor daran gedacht werden kann, die Hindernisse zu beseitigen, die bisher einer gleich- berechtigten Teilnahme Deutschlands an der Mi- litärkontrvlle im Wege stehen.

Die Schweiz und das Abrüstungsprotokoll.

Basel, 29. Sept. (Tel-Hn.) Der schweize­rische Bundesrat hat sich in seiner Sonder­sitzung mit dem Abrüstungsprodokoll des Böller- bundes beschäftigt und die Stellungnahme, der schweizerischer Völkerbundsdelegativn in btefer Frage einstimmig festgelegt. Cs heißt, daß die Schweizer Regierung zwar mit der ausdrücklichen Feststellung in dem Bericht Beneschs sehr zu­frieden sei, wonach sie infolge ihrer Reutralität nicht gezwungen werden könne, an militärischen Sanktionen teilzunehmen, dab sie ober trotzdem Las Protokoll nicht unterzeichnen werd:. Die Nichtunterzeichnung solle aber nur besagen, dah die Schweiz ihre im Staatssystem einzigartige! Stellung unveränd^t zu bewahren wünsche.

Die Rückkehr der letzten Ausgewiesenen.

Be r l in, 30. Sept. (Drahtmeldung.) Nachdem Dr. H ö f l e, der Minister für die besetzten Ge­biete, am Montagmorgen aus Wien zurückgekehct ist, werden aus dem Ministerium für die besetzten Gebiete sofort neue Instruktionen an die deutscheDelegation in Koblenz gehen. Es besteht noch ein Rest von 74 Ausgewiesenen, für die bisher eine Amnestie und Rückkeh.eriaub« nis nicht zu erlangen war. Das Ministerium für die besetzten Gebiete wird in den nächsten Tagen alle Anstrengungen machen, um durch seine Ver­treter in Koblenz auch die Rückkehr für dies* letzten Ausgewiesenen zu erlangen. Cs wird von dem Ministerium bestritten, dab in der letzten Zeit von französisch-belgischer Seite der Versuch gemacht worden sei, als Kompensation für die Zurücknahme der Ausweisungen Zuge­ständnisse auf dem Gebiete der Han­delsverträge zu erlangen. Dagegen wird zugegeben, datz den französischen und belgischen Delegierten gewisse deutsche Zugeständnisse in rein technischen und Verwaltu ngs- fragen des besetzten Gebietes meinem gewissen Zusammenhang mit der Frage der Aus­gewiesenen gemacht worden sind. Jedoch smd auch diese Dinge im groben und ganzen zur Zufriedenheit geregelt worden und man hofft, die Rückkehr für die letzten Ausgewiesenen baldmöglichst erreichen zu können,

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Auch die Belgier wollen sparen.

Paris, 29. Sept. (WTB.) Der Brüsseler Berichterstattei desTemps" meldet, dab die . belgische Regierung sich aktiv mit der Frage be- 1 schuftige, welche Ersparnisse bei den verschiedenen, x-durch den Versailler Vertrag und den Dawesplan eingesetzten Kommissionen, -.erzielt werden können. Grundsätzlich habe man sich dahin geeinigt, dah die Reparationskvmmis- sion und die neuen Organismen, die der Dawes- plan vorsehe, nicht mehr Ausgaben ver­ursachen solleii, als die Reparativnskommission bisher verursachte. Aber die neuen Organismen würden viele Kosten verursachen, da ihre Mitglie- dxr aus G o l d b a s i s bezahlt werden uni> der Lebensunterhalt in Berlin sehr teuer sei. Rach belgischer Ansicht sollten in der Reparationskommission die Delegierten der ein= zelnen Länder kein ständiges Mandat mehr haben- sie sollten grundsätzlich nur ein­mal i m M o n a 1 zusammentreten und nur Tage- gelder erhalten. Die zweiten Delegierten sol- »n nach einem Iahre vollkommen besei­tigt werden, da man annehme, dah bis dahin der Dawesplan vollständig funktioniere. Das Generalsetretariat, die Personalabteilung, der Fi­nanzdienst, die juristische Kommission und die Nachrichtenabteilung sowie das Garantiekomitee seien a u f z u l ö s e n.

In Zukunft werde nur noch ein interalliiertes Se­kretariat mit 10 Beamten unterhalten werden, und im ganzen werde jede Delegation nur etwa drei bis vier ständige Beamte unterhalten. Da­durch würden die Kosten für die Reparations- kommission um 60 bis 70 Prozent herabgesetzt.

Auch bei der Rheinlandkommission könnten Ersparnisse erzielt werden. Ein Ausschuß beschästige sich mit der Frage der Verminderung des Personals und der Unterhaltungskosten um 50 Prozent.

Belgischerseits glaube man auch, daß die in­teralliierte Militärkontrollkommission zissernmäbig herabgesetzt werden könnte. Es müsse übrigens auch die Frage der Llnterhal- tunqskosten derBesahungstrupPen geprüft werden. Auf Grund des Abkommens vom März 1922 unterhalten die Franzosen 90 400 Mann, die Belgier 19 500 Mann und die Englän­der 15 000 Mann in den Rheinlanden. Vielleicht könne man hier eine Reduzier u n g um 10 bis 12 Prozent ins Auge fassen, sowie ferner eine Verminderung der den englischen Sol­daten gewährten Zulagen von zwei aus eine Goldmark, wenn diese Zulage nicht überhaupt völlig aufgehoben werden könne.

Deutschnationale und Regierungserweiterung.

Die ^ieichslagssraktron stellt sich dem Kabinett zu Verhandlungen zur Ver­fügung.

Berlin, 29. Sept. (T.Tl.) Die Reichstags- fraltion der Deutschnationalen Bollspartei nahm In ihrer heutigen Dormittagssihung. Ine um 1/212 Uhr begann, die Erklärungen des Parteivorsitzen­den Erz. Hergt über die politische Lage und die Mitteilungen entgegen, die der politische Be° rustragte der Partei, v. Lindeiner-Wildau Iber die Fühlungnahme mit den Nachbarpartcien m der Frage de r Regie rungserwei- ' c r i: n g machte. Die Sitzung endete mit dem Söc- chluß, dah die Fraktion sich Verhandlungen über

me ^Regierungsbildung, die gemäß oen tsmamn» gen des Reichskanzlers von der Reichsregierung an sie heanttettn könnten, nichtverschliehen werde. Dir für etwaige Verhandlungen in Be­tracht kommenden Personen sind, wie verlautet, Gr af Westarp, Hergt, Schiele mrd Beh­ren s.

Für Dienstag lind zur Parteikonfe­renz die Vorsitzenden der Landes- und Pro­vinzialverbände zusammenberufen worden. Don unterrichteter Seite verlautet, dah neben den Anträgen der Parteileitung und den vielfach entgegengesetzten Anträgen des rechten Flügels bereits eine gan;e Reihe von Kompromiß-Anträgen an­gebracht worden sind, die sich bemühen, zwischen den beiderseitigen Standpunkten zu vermittesir. Im übrigen will man bereits eine Stimmung fest- gestellt haben, die der bisherigen Par­teileitung erheblich günftigcr ist als noch vor wenigen Tagen vorauszufehen war.

Eine Kundgebung für die vaterländische und religiöse Einigung Deutschlands

Berlin, 29. Sept. (Telunion.) Die Ver­einigung der Vaterländischen Ver­bände Deutschlands hatte die Führer und Der- tretet der Verbände zu einer außerordentlichen Reichsvertreterversammlung nach Berlin emberu- fen. Der ernste Wille zur Einigung und zu einer ittlich-religiösen Arbeit sand einen packenden Ausdruck in dem Gottesdienst in der Potsdamer Garnisonkirche am Grabe Friedrichs des Großen, zu dem das Präsidvim die Vertreter und Führer der Vaterländischen Verbände Deutschlands aufgerufen hatte. Bei der Feier war jeder äußere Prunk vermieden worden. In der überfüllten Garnisonkirche sprach Dom­prediger Martin aus Magdeburg. Tiefe Er­griffenheit faßte die Versammlung, als Pfarrer Martin vom Altar aus der Gefallenen gedachte, während die Orgel leise das Soldatenlied ,^Ich ljatt einen Kameraden" spielte. Nach demVa­ter unser" schloß die eindrucksvolle Feier mit dem Liede:Ich hab' mich ergeben. Unter den Tau­senden von Andächtigen sah man mehrere ältere und jüngere Mitglieder des Hohenzollemhauses und anderer ehemaliger regierender Fürstenhäu­ser. Auch die Generalität in Potsdam und Berlin war sehr zahlreich vertreten, u. a. durch General­oberst von Plessen. Nach der kirchlichen Feier ger­ammelten sich mehrere hundert Vertreter der Va­terländischen Verbände Deutschlands mit ihren Angehörigen zu einem Beisammensein. Reichs, tagsabgeordneter Geißler hielt eine längere Rede, deren Ausführungen er dahin zusammenfahte, daß die Arbeit der Vaterländischen Verbände unter dem Zeichen des Kreuzes und des Stahlhelms zu leisten sei. Die deutsche Arbeiterschaft und das deutsche Unternehmertum rief der Vorsitzende des Vaterländischen Arbeitervereins Potsdam, Stadtverordneter S ch ö n f e l d , zu einer neuen Arbeitsgemeinschaft, zur Werkge­meinschaft und nationaler Bolksgemeinschast auf.

Hitler und derFrontbann".

Aussetzung der Bewährungsfrist auf Beschwerde der Staatsanwaltschaft.

München, 29. Sept. (Tel.-Un.) Das Iu- stizministerium teilt amtlich mit: Das Dolksge- richt München hat Hitler, Kriebel und Dr. Weber die Bewährungsfrist nach Verbüßung von weiteren sechs Monaten ihrer aus fünf Iahre bemessenen ab:r durch Anrechnung der meh mo­natigen Untersuchungshaft verkürzten Festungs­haft in Aussicht gestellt. Das Amtsgericht Mün­chen I hat mit dem Beschluß vom 25. Sep'embrr Hitler und Krft-bel ab 1. Oktober 1924 die Be­währungsfrist zugebilligt. Gegrn desen Be.ch hat die StaUsanw-iltfchasi Beschwerde ein­gelegt. Maßgebend hierfür war ausschließlich das Der halten der De ru r t e i l t e n nach ihrer Derur teilung. Ermittlungen der Polizeidircktivn rechtfertigen die Annahme, daß die dem früheren Kampsbund angeschlossenen drei Verbände Sturmabteilung der Rat onal'i za- listischen deutschen Arbeiterpartei, Reichskriegs- flagge und Oberland dem Derbot des friihe.en bahr. Generalstaatskommissars vom 9. Nov. 1923 zuwider sortgeführt werden, und in dem 5 r o n t b a n n" eine neue unter die Stras- vorschristen des Gesetzes zum Schuh der Republik fallende Kampsorganisation geschaffen wurde. Das Amtsgericht München I hat reshÄb von Mitte ds. Mts. gegen mehrere Beschuldigte Haftbefehl erlassen.

Tie Entscheidung des Staatsgerichts Hofes zum Schutze der Republik über die Beschwerden gegen die Haftbefehle steht noch aus. Inzwischen ist weiteres belastendes Material ein ge­laufen. Schriftstücke, die unter Umgebung der vorgeschriebenen Briefkontrolle aus der F.'stungs- Haftanstalt in Landsberg herausgeschmuggelt wur­den, begründen den dringenden Verdacht, daß außer Dr. Weber auch Hitler und Kriebel ian der Sache erheblich beteiligt sind. Unter dieftn Umständen sah sich die Staats­anwaltschaft verpflichtet, b c Entscheidung des Obersten Land.sgerichtes anzurusen und za. bean­tragen daß zur Zeit den Verurteilten eine Bewährungsfrist verwehrt wird, oder die Entsche dnng über die Bewilligung einer Be­währungsfrist bei Hitler, Kriebel und Dr. Weber bis zur weiteren Klärung der Sachlage in dem Strasverfah.eir ausgesetzt wird. Eme Haft­entlassung Hitlers und Kriebels am 1. Oktober kommt noch nicht in Frage, da die Beschwerde aufschiebende Wirkung hat. Wann ias Oberste Landesgericht seine endgültige Entschei­dung fällen wird, steht noch nicht fest. Wie von unterrichteter Seite verlautet, hat die bayerische Regierung aus den Beschluß der Staatsanwalt­schaft, den Beschwerdeweg zu beschreiten, keinen Einfluß genommen. Die bayerische Regierung wird jetzt, wenn der- endgültige Spruch des Obersten Landrsger chtes vorl.ogt, Veranlassung haben, ihrerseits Stellung zu nehmen.

Die Untersuchung gegen den Frontbann.

München, 29. Sept. (WB) DerVölkische Kurier" brachte unterm 26. 9. einen Aufsatz des Landtagsabgevrdneten Straßer, der u. a. fol- 1 gende Sätze entbhält. Noch nie ist ein vaterländi­

scher Derbano so avsotul royal 0 rgan 1 - iert worden wie der Frontbann. Seine Ziele und seine Organisation wurden von dem Gründer, Herrn Hauptmann Roehn, dem bayerischen Mi­nister des Innern klargelegt. Zu diesen Zeilen wird in einer halbamtlichen Verlaut­barung geäufiert: Was insbesondere die Offen­heit betrifft, mit der Hauptmann Roehn dem Minister des Innern die 3ick- und Organisation des Frontbanns dargelegt haben will, so scheint man darüber in den führenden Kreisen des Frvntbanns selb st wesentlich an­ders gedacht zu haben, als die Behauptungen Straßers glaubhaft machen wollen. Zum Beweise ollen die folgenden Auszüge aus Vorgefundenen Driefdurchschlägen dienernRoehn war bei dem Minister des Innern Stützet und will nun noch zum Reichsminister des Innern gehen. Gben- 0 sind Verhandlungen mit See ck t im Gange, um die ganze Geschichte in aller Oefsent- lichkeit aufziehen zu können. Die Aussich­ten betreffs Gestattung sind nicht gerade schlecht, weil wir die ganze Sache als Abwehr Maß­nahme gegen d i e Kommunisten Hin­te l l e n. Auch ist iber Presseaufruf so staats - treu abgef aßt, daß der Minister des Innern ganzer st au nt war, uns anscheinend ver- k a n n t zu haben." In einem zweiten Briefe heißt es u. a.:Gestern war ich beim Minister des In­nern und habe mich in empfehlende Erinnerung gebracht. Nun, so hat man eben seine Sorgen mit dem Frontbann. Die Schweinebande wollte gleich die ganze Geschichte verbieten. Nun setze ich sie aber doch durch."

Die in der Angelegenheit des Jrontbanns sich gegen Hitler und Kriebel unmittelbar er­gebenden Delastungsmomente sind bereits durch die Minister Matt Gürtner und Stützet dem in Reichen hall zur Kur weilenden Ministerpräsidenten Held unterbreitet worden. Da man Demonstrationen von völ­kischer Seite befürchtet, wurde gestern abend die Polizei in Alarmbereitschaft gesetzt. Die bayerische Staatsregierung wird nötigenfalls von allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln Ge­brauch machen, um einer Wiederkehr der No­vember-Ereignisse vvrzubeugen und die ord­nungsgemäße Durchführung des De- chwerdeverfahrens in Sachen Hitler und

Kriebel zu sichern.

Heftige Kämpfe vor Schanghai.

London, 29. Sept. (WTB.) DieMorning Post" meldet aus Schanghai, daß die st a r k e Offensive der Tfchekiangtruppen, die im Schanghai-Sektor am 27. September begonnen habe, noch andauere. Die Kiangsu-Ti'appen wurden drei Meilen zurückgedrängt. Der Füh­rer der- Tschekiang-Truppen, Lu-Bang-Hsiang leitet persönlich die Offensive feiner Truppen westlich von Schanghai. Die scharfen Kämpfe haben während des ganzen Tages am 27. Sep­tember angedauert. Beide Seiten haben schwere Verluste erlitten. Chinesische Truppen haben em Gelände berührt, das der Standard-Oil^ Compagnie gehört. Daraufhin ist

eine amerikanische Marineabteilung gelandet, um die Konzessionen zu schützen. Die amerikani­schen Soldaten haben, um zu dem Gelände za gelangen, chinesischen Boden betreten.

Der Sonderberichterstatter derDaily Mail" in W ukde n betont, daß das etwa in sechs Wochen einsetzende äußerst fialte Wetter die Kämpfe sehr erschweren müßte. Die japa­nische Presse unternehme einen starken england- und a m e r i k a f e i nd l i ch e n Press es eldzug in der Mandschurei. Zahl­reiche Amerikaner wurden als Spione denunziert. Gin hoher Beamter im Auswär­tigen Amt Tschangsvlins erklärte, er befürchte, dies würde gegen die Ausländer gerichtete Un­ruhen zur Folge haben. Tschangtsolin hat des­halb die Pvlizeistreitkräfte verdreifacht, damit diese in der Lage sind, alle gegen die Aus­länder gerichteten Ausschreitungen zu verhindern.

Aus aller Welt.

Fünf Jahre Technische Nothilfe.

Der Reichskanzler sandte an die Haupt­stelle der Technischen Nothilfe folgendes Schrei­ben: Am 30. September vollendet die Technische Nothilse das fünfte Iahr ihres Be­stehens. Ich benutze diese Gelegenheit gern, anzuerkennen, dah diese freiwillige Arbeitsge­meinschaft deutscher Manner und Frauen unter zielbewußter Leitung Mbeirrt Und unermüdlich der schwierigen Aufgabe, praktische Hilfe in Bolksnot zu leisten, gerecht wurde. Sie leistete durch ihre Sätigfeit in vielen und man­nigfaltigen Einsätzen während schwerer Zeit dem Staat, der Gesamtbevölkerung und der deutschen Dollswirtschaft außerordentlich wert­volle Dienste durch die aufopfernde und selbstlose Bereitschaft der ihr angeschlossenen Männer und Frauen. Zur Abw.hr all­gemeiner Not und Gefahr wurde ein vorbild­liches Beispiel für die sittliche Ver­antwortung und Verpflichtung je­des einzelnen Volksgenossen gegen - überder Allgemeinheit gegeben. Ich sehe in den Leistungen der Technischen Nothilfe ein tröstliches Zeichen, dah auch in schlimmster Zeit das deutsche Voll aus sich heraus die Kraft zur Selbstbesinnung und zum Schuh seiner gemeinsamen Lebensgrundlagen aufzubringen ver­mag. Möge der von der Technischen Nothilfe be­tätigte Geist, die Hingabe des einzelnen an das Ganze, Gemeingut aller Deutschen werden!

Die DeamtenratSwahlen dec Reichsbahn.

Die BeamtenratSwahlen bei der Reichsbahn ergaben für den H a u p t b e a m t e n r a t sechs Sitze der Reichsgetverkschaft deutscher Eisenbahner, zwei des Deutschen Eisenb.rhnerverbandes, vier für tzie Gewerkschaft deutscher Eisenbahner, vier für die Gewerkjchast der Reichsbahnbeamten und einen für die Gewerkschaft technischer Eisenbahn- beamten.

Schnelligkeitsrekord ein-« deutschen Schiffes.

Hamburg, 29. Sept. (WTB.) Der am Samstag in Rio de Janeiro eingetroffend DamvserCa p P olon'v" der Hamburg - s ü da m e r i k a ni s ch e n D am Pfschiffahrts­gesellschaft hat mit einer Durchschnitts­geschwind akeit von 18,13 Seemeilen die Strecke von Lissabon bis Rio de Ianeiro in 9 Tagen und 17 Stunden zurückgelegt und damit einen Schnelligkeitsrekord aufgestellt.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 30. Sept, 1924.

Die Herstellung von Apfelwein.

Daß zur Bekämpfung des gesundheitsschäd­lichen Branntwei genusses der Apfelwein als billiges Vvlksgetränk nördlich >er Main­linie sich noch nicht überall durchzusehen ver­mochte, dürste zum großen Teil an der fehler­haften Herstellung liegen. Es fehl: ntch: an ge­eignetem Obst, besonders in die em (liahr beste hi ein äleberangcbvi1. Was aber fehlt, ist die nötige Erfahrung im Keltern und Vergären. Es soll daher in möglichster Kürze das Notwendigste übe diesen Pu.ttt gesagt werden.

Bei der Auswahl des Obstes ist fcaixML u achten, daß es vollkommen reif fein muß darf jedenfalls nicht vor Ende^Septem'aer geerntet fein. Angefaulte und faule Früchte sind ou5zu- lesen. Den bester Apfelwein ergibt eine Mi chung verschiedener Sorten, süße uno saur^durch inan der. Ein Zusatz herber, gerbstvffreicher Birnen, sogenannter Blostbirnen, Zieräpfel und Ou'ttcn verbessern den Geschmack, doch sind süße Brr c 1 ungeeignet. Da diesem Obst eine Menge Schmu) anhaftet, muh es vor der Verwendung sola-.i c gewaschen werden, bis das Wa chwa ser volllo.m men klar bleibt, weil andernfalls Schmutz teile in den Wein gelangen, welche die Körung ersch'.r^ ren. Ie seiner das Obst in einer Obstmühle ge­mahlen wird, um so besser. Dickwurzmühlen, wie sie hier und da bisweilen verwendet werden, fin? ungeeignet. Nach dem Mahlen läßt man d.e Maischt in hölzernen Zubern, die wie alle Ge­räte vor der Verwendung mit kochendem Wasser gereinigt worden sind, 23 Tage nur mit ci..e.u sauberen, feuchten Tuch stehen, toobei man mi e'.s eines hölzernen Gegenstandes die Masse täglich ein- ober zweimal dui-cheinandei rührt. Maa er­hält auf diese Weise mehr Most von wurzigw Beschaffenheit. Ieder Zusatz von W^fec re.- schlechtert das Getränk, macht es fa-de und schadet der Hcrltdarkeit.

Die Gärung muß bei gleichmäßiger Zunmer- temperatur vo.i etwa 1216 Grad vor sich geb n. Das Gärgefäß ist nur zu r.cun Zehntel zu füllen und mit einem fruchten, sauberen Lappen zu be decken. Der Most darf bei der bald einsehenden stürmischen Gärung nicht überfliehen. Nach 56 Tagen ist ein Gäripund aufzusLitzen, aus welcher die austretende Kohlensäure zwar entweichen, der aber der Luft jeden Zutritt immöglich macht. Wird diese Vorsicht ober das vorherige Reinigen des Gärgefäßes mit nachfolgendem Schwefeln rer säumt, so tritt leicht EssigAch auf, bei jnan an dem eigentümlichen, stechenden Geruch erkennt.

Sobald die stürmische Gärung beendet ist, etwa nach 45 Wochen, wenn durch den Gär- spund leine Äiobleniäuivblaien mehr austretew muß der Apfelwein von der ck>efe nbgela'sen und in andere gut gereinigte Gefäße, kleine Fässer, Ballonflafchen usw. gefüllt werden, die ma > mi1 einem Gärspund verschließt. Hier klärt sich re. eWin leichter, als wenn er aus der Hefe vleot. Im Frühjahr füllt man ihn auf Flascheir. R.

Vornotizen.

Tageskalender für Dienstag. Deutschnational.- VvllspEi: Mitgliederversamm lung 81/4 11 br im Postteller. - G.D.A. : Monats- Versammlung 8 Uhr im Hessischen Hof Licht­spielhaus, Bahnhofstraße:Die Hermannsschlacht . Hessische Bilderbühne: .Das Llbenteuer von Sajvssa". Astoria - Lichtspiele:Ivette, b < Mode-Prinzessin". ,

Der Gernhardtsche Zither- und Mandolinenchor veranstaltet am Sonntag, 5 Oft ober, nachm. 4 Uhr, in der Neuen Aula bei Ilniversität sein alljährliches Herbstkonzeri. Der Verein, durch seine Darbietung guter vollstnm- sicher Musik allgemein bekannt und beliebt, hat auch zu seinem diesjährigen Herbsttonzert wieder ein ebenso umfangrriches als vielversprechendes Programm aufgestellt. S. heutige Anzeige.

Wettervoraussage.

Vorwiegend wollig, ansteigende Temperaku ren, südliche Winde mit Regenfällen.

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* * Der Bilderwettbewerb deS Gießener Anzeiger" hat eine so über­raschend große Beteiligung gefunden, dah die Ergebnisse des Preisausschreibens erst Ende der Woche veröffentlicht werden können.

* * Die städtische Fremden st euer ist mit Wirkung vom 1. Oktober ab aufgehoben worden. Der Förderung des Fremdenverkehrs in unserer Stadt wird diese Maßnahme zweifellos sehr dienlich fein.

Eine große Alarmübung unse­rer Feuerwehren fand gestern abend statt. Als ülebungsobjekt hatte das Feuerwehrkom­mando das Stadttheater ausgewählt. Dori war nach der Amiahme die aber wohl fautrti jemals Wirklichkeit werden dürfte während der Vorstellung im Bühnenhaus Grvßfeuer ent­standen, durch welches, da der eiserne Vorhang nicht ganz dicht hielt, eine starke Verqualmung des Theatersaals und der Gänge eingetreten war. Die Aufgabe bestand nun darin, die noch in den oberen Rängen weilenden Menschen schleunigst durch die Fenster über die Leitern zu retten und zugleich das Feuer zu bekämpfen. 11 ^nuten vor 7 äckhr ertönten die Sirenen und schon 3 Mi­nuten später war die ständige Feuerwache an derBrandstelle", in schneller Folge nur 7 Minuten nach dem ersten Alarmzeichen mar­schierten auch die beiden freiwilligen Wehren mit den meisten Geräten rund um den Brand­herd" auf. Hinsichtlich der Schnelligkeit des An­rückens hatten also sämtliche Wehren ganz her­vorragendes geleistri, und ebenso ausgezeichnet war dann auch ihre eifrige Tätigkeit an dem Uebungsvbjekt, die Zeugnis ablegte von der guten Vertrautheit der Mannschaften mit den Geräten und von der erforderlichen Schnelligkett und Ilm» sicht des Handelns. Branddirektor Braubach, der die absichtlich kompliziert gestaltete Hebung mit Tatkraft, Klar heck und Zielsicherheit leitete, formte bei der Kritik fernen Unterführern und den Mannschaften beim auch volles Lob für ihre erefflichen Leistungen aus sprechen, eine wohlver­diente Anerkennung, der sich der unparteiische, kritische Beobachter nur voll anschließen kann. Der «Sirenenruf galt gleichzeitig auch als Alarm für die Mitglieder der F r e i w l l l i g e n S a n - täts-Kolonne. In kurzer Zeit war eine größere Anzahl «SanilätSmänner im Gerätehaus, Sonnenstraße 2, eingetroffen, in Bereitschaft zu einer evtl. Benötigung an der ihnen unbekannten Brandstelle. Unerwartet lief 7.05 äckhr die Mel­dung eines angenommenen Autvunfalles em: Gin aus der Richtung Wieseck kommendes Auto fuhr bei der Einbiegung in die Qltarburger Straße in einen Trupp zur Brandstätte eilender Kinder,