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Hon fjatt. Näheres ist aus der heutigen Anzeige fcu ersehen.

Kreis Büdingen.

Orten berg. 29. Juli. Einen frohen Wend bot gestern unserer Gemeinde eine Wan- berspTelgruppe der Bad-Nauheimer Oberrealschule im Saale des Gasthauses »j?ur Post . Sie führte zwei alte deutsche Dolks- auf Als erstes gingDer Roßdieb" von Hans Sachs über die Bühne. Die ganze Anmittel- varkert und Arwüchsigkeit, die den Spielen dieses alten deutschen Dichters innewohnt, kam infolge der natürlichen Darstellung der jungen Schau­spieler zur vollen Wirkung. Eine noch bessere Wiedergabe fand das zweite SpielDie Zauber- gelge" von Blachetta. Die Darstellung war hier Aum großen Teil, von einzelnen Ülebertreibungen abg^ehen, so vollendet, daß die Lachmuskeln der Zuschauer nicht zur Ruhe kamen und das Spiel öfters von dröhnendem Beifall unterbrochen wur^, einige Berfeinerungen im Spiel würden ledoch die Wirkung des ganzen Stückes nur er­höhen. Dazwischen boten die Schüler musikalische, komische und ernste Dorträge, die von einer be­wundernswerten Vielseitigkeit der Anlagen und Talente zeugten; auch hier durften die Darsteller wohlverdienten Beifall ernten, der ihnen ein schö­ner Dank gewesen sein mag für die unermüdliche Hingabe an die schöne und edle Sache, für die sie ihre ganzen Ferien opfern. Der Abend war ein­gerahmt von pvachtvollen Volksliedern, die der Krrchengesangverein vortrug, sowie von einer eröffnenden Begrühungs- sowie dankenden Schl uhan spräche, tn denen der Ortspfarrer auf den schönen Zweck des Abends hinwies, einen Baustein zu stiften für die im nächsten Jahr zur Erbauung kommende Gustav-Adolf- Kapelle in Obermörlen. Da der Abend zusammen mit einer Schülervorstellung am Nach­mittag 60 Mk. Reinertrag brachte, dürfte wohl noch mehr als ein Baustein gestiftet wviden sein.

Tturtcuburg nnd Rhcinhc^en.

* Darmstadt, 29- Juli. Ein Schwind­ler versetzte in der letzten Zeit hauptsächlich Geschäftsleute dadurch in nicht geringe Auf­regung, daß er sie von einem demnächst auf ihr Geschäft geplanten E i n b r u ch in Kenntnis setzte. Es war ihm dabei natürlich nur um die Erlan­gung von Geschenken zu tun, was ihm in vielen Fällen glückte. Es gelang jetzt der Krimi­nalpolizei, den Täter zu ermitteln und hinter Schloß und Riegel zu bringen.

Hesscn-Nassau.

Ipd. Frankfurt a. M., 29. Juli. Dir Aeberiälle am Hellen Tage inmitten der Stadt mehren sich in auffallender Weise. Am Montag wurde in der Großen Eschenheimer Gasse ein Lehrling von einem jungen Manne über­fallen und seiner Handtasche mit 500 Mk. Bar­geld beraubt. Der Lehrling schrie um Hilfe. Den Passanten gelang es, den Räuber einzuholen und f e st z a n e h m e n. Es handelt sich um einen gewissen Emil Rutz. Rar kurze Zeit war ein 1 9jähriges Mädchen bei einer hiesigen Dame in Stellung. Sie benutzte aber die Tage zu Dieb st äh len großen Amfangs an Wäsche und Kleidungsstücken und Schmucksachrn im Gesamtwerte von mehreren tausend Mark.

Das Mädchen wurde verhaftet, die Sachen konnten restlos wieder herbeigeschafft werden. Auf der Homburger Landstraße bei Riedereschbach stieß der M o t o r f a h r e r Völker in voller Geschwindigkeit mit einem aus einem Feldwege kommenden Fuhrwerk zusammen. Der Mvtorfahrer wurde vom Rade geschleudert und erlitt einen Schädelbruch, an dessen Folgen er heute früh, ohne die Besinnung wieder er­langt zu haben, im Marienkcankenhuus ver- st a r b. Zn der Gemarkung des Vorortes Praunheim richtete eine Windhose starke Verwüstungen an. Der Wirbelsturm knickte zahl­reiche Obstbäume um, deckte viele Dächer ab und richtete auf dem Kornfeldern arge Ver­heerungen an. Besonders schwer wurde das Haus des Landwirts Geisel mitgenommen. Die Wind­hose kreiselte dann mit unerhörter Schnelligkert durch das Niddatal aufwärts und zerstörte auch in den Gemarkungen Ecken he im und Preungesheim zahlreiche Obstkulturen.

Gießener Ltadttheater.

Die Dame mit dem Scheidungsgrund." Lustspiel von Shdnev Garrick (Ernst Vajda).

Deutsch von Ludwig Hirschfeld.

Seitdem die Einfuhr und Aufnahme der Affen-Tarzan-Geschichten eine Art Dankerott- erklärung des guten Geschmacks seitens eines Teils der deutschen Abnehmer dargestellt haben, konnte man auf allerhand weiteren Importgeistiger" Erzeugnisse durch die nach allen Himmelsrichtun­gen offenen Löcher in der Grenze gefaßt sein. Denn es ist ja eines der Erbübel des Volkes der Dichter und Denker, daß es auch die miserabelste geistige Nahrung noch an- und aufnimmt, wenn sie aus dem Ausland kommt, And wenn es gestern auch nicht ganz so schlimm kam, wie die Jahres­zeit, das Ursprungsland, der Titel und das inter­nationale Sammelsurium von Verfasser- und Rol­len träger-Namen befürchten liehen, so gehört doch auch dieserbescheiden" Lustspiel benamste Im­port-Schwank des Herrn Ludwig Hirschfeld zu jenen Aeberflüssigketten, die wir selbst in diesen verdrehten Hundstagen entbehren können.

Akt I. Ter erste Hochzeitsgedenktag: Er als Anwalt Scheidungsspezialist, Sie: die vernach­lässigte Frau. Dazu der Freund des Hauses. Der geplante Besuch des gottlob imavinären Theaters, in dem das Stück mit dem Titel der Komödie gespielt wird, - kann nicht erfolgen, weil a) die Frau des Freundes des Hauses nicht mit ihrerToilette" fertig wird, b) der Anwalt eine interessante Klientinverarzten" muß und von seiner jungen Frau ein Tintenfaß an den Kopf geworfen kriegt und c) der Verfasser diese Ge­schehnisse braucht, um drei Akte um sie herum zu schreiben. Im zweiten ist natürlich der Schei- dungsspezialist selbst geschieden und hat eine Wittib kennen gelernt. Liebe auf den ersten Blick, Heirat binnen 3 Tagen mit Dispens. Als der erste Kuh gewechselt werden soll, erscheint Frau Nr. 1. um sich von ihrem Mann Nr. 2 scheiden zu lassen, alldieweil sie Mann Nr. 3 heiraten will. Für den Anwalt also eine interessante Klientin. Szene in Akt 1 wiederholt sich, Frau Nr. 2 verläßt diesmal das verrückte Haus, um den Hochzeitstag mit der Einreichung der Scheidungsklage zu be­schließen. Natürlich hat Frau Nr. 1 geflunkert.

Mann 2 war Phantasieprvdukt, .Mann 3 wird als edeler Ritter verabschiedet, damit zum Schluß, um den ethischen, moralischen und geistigen Ban­kerott vollkommen zu machen, Frau Ar. 1 am Hochzeitstage ihres Mannes Nr. 1 mit Frau Nr. 2 mit diesem auf die Hochzeitsreise ziehen kann, während Frau Nr. 2 beim Konkurrenten die Scheidung beantragt. And dabei *hat einmal ein gewisser Stückeschreiber Schiller behauptet, die Bühne sei ein Erziehungsinstitut und eine mo­ralische Anstalti

Die Darsteller wurden im großen und gan­zen ihrer Aufgabe gerecht, allen voran Carl Lambertin, der seine männliche Primadonnen­rolle mit einer nicht nur auf den Frack bezüg­lichen sicheren Eleganzerledigte" und Karl V v l ck als hetzender, rettender, helfender Freund der Echeidungsfpezialistenfamilie. Fred Schüler erfreute als temperamentvoller Flieger-Marchese das Publikum, trotzdem er das Italienische durch einen östlichen Jargon zu charakterisieren beliebie. Die Damen Elfriede Basedow, die besonders im 2. Akt ihre Gabriela mit sprüh^rchem Leben verkörperte, und Else Koop schlossen sich den Genannten ebenso wie Karl Juhnke würdig an. Es fiel keine der zahlreichen Eindeutigkeiten und Anzüglichkeiten und keines der minder zahl­reichen Bonmots unter den Tisch, so daß sich die Zuhörerschaft sichtlich größtenteils ausgezeichnet unterhielt.Die Armut kommt von der Powerteh", hat Fritz Reuter behauptet.z.

Aus aller Welt.

Nach Ermordung eines Schülers flüchtig.

Am 24. Juli war auf der Landstraße zwischen Kraiburg und Mühldorf in Niederbayern der 14jährige Realschüler Fritz Gretinger von zwei jungen Burschen überfallen, durch mehrere Stichs ins Herz getötet und seines Fahrrades beraubt worden. Die Mörder, die man zuerst für Schü­ler oder Studenten gehalten hatte, wurden nun­mehr als der 24jährige Bäcker Franz Schnei­der aus Preimsseld bei Markt Heidenfeld und als der gleichaltrige Mechaniker Otto Poehl aus Linden bei Hannover fest gestellt. Beide Täter sind flüchtig.

Ein -weiteres Telegramm vom 29. Juli aus München besagt: Die von der Staatsanwaltschaft in Traunstein steckbrieflich verfolgten FranzSchnei- der und Otto Poehl, welche bringend verdächtig sind, den Raubmord an der Sttahe Mühldorf Kraiburg an dem 14jährigen Realschüler Fritz Gretinger verübt zu haben, wurden heute nach­mittag in Bayreuth fest genommen.

Opfer der Berge.

Nach einer Drahtmeldung aus München find die Studenten Deck aus Augsburg und Scherer aus München im Karw-endelgebirge abgestürzt und tödlich verunglückt. Ihre Beerdigung hat in Scharnitz stattgefunden.

Folgenschwerer Brückenemsturz.

Herford, 29. Juli. Gestern nachmittag er­eignete sich ein schweres Anglück in dem benach­barten Rödinghausen in der Nähe des Rangier­bahn Hofes der rheinisch-westfälischen Kalkwerke. Aeber eine etwa 12 bis 13 Meter lange Drücke

war ein Anschlußgleis gelegt worden, um Siegeln abzufahren. Am Samstag war die Drücke von der Dahn zum erstenmal benutzt worden. Als gestern nachmittag ein mtt 3000. Ziegelsteinen be­ladener Wagen die Drücke passierte, brachen die Nieten, die den Querträger in der Mitte hielten. Die Drücke brach zusammen, und der Wagen stürzte in die Möhne. Zwei Arbeiter wurden ge­tötet und zwei schwer verletzt. Eine Untersuchung über den Anglücksfall ist eingeleitet worden.

Eine unerhörte Friedhofsschandung.

Hagen, 29. Juli. (WTB.) Der im Stadt­teil Eilpe gelegene jüdische Friedhof wurde in der Nacht zum Montag durch bisher nicht er­mittelte Täter verwüstet. Der FriÄ>hof bietet ein furchtbares Bild der Zerstörung. Nur sechs Grabstellen stehen noch. Diele zentnerschwere Grabsteine und Grabmäler sind umgestürzt und die Blumen ausgerissen worden. Am die Steine umwerfen zu können, wurden die Gräber teil­weise ausgegvaben.

X Der übliche Autounfalk.

Königs Hütte, 29. Huli. Auf der Rück- fahrt von Rybnik verunglückte der Fleischer Reck aus Königshütte mit seinem Auto tödlich. Auch der mitfahrende Beamte Barsch war auf der Stelle tot. Zwei weitere Insassen wurden schwer verletzt.

Neue Hochwasserkatastrophe in China.

Die erst kürzlich von einer Hochwasferkata- strvphe heimgesuchten Provinzen Chinas sind von einer neuen Aeberschwemmung betroffen worden. Nach einem Telegramm derNeuyorker Times" sind über 1000 Ortschaften völlig überflutet. Auch die Stadt Tientsin ist bedroht. Die Zahl der Woh- nungslosen beträgt 2 Mlllionen. An mehreren Stellen sind die Eisenbahnverbindungen unter­brochen. Für Peking besteht die Gefahr, daß es vom Verkehr abgeschnitten wird. Die ließet» schwemmungen haben ungeheure Ernteschäden ver­ursacht.

Verantwortlich für Polttik und Feuilleton: I. D.: Heinz Gorrenz.

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Die Geburt ihres dritten Sohnes Alfred am heutigen Sonntag zeigen ergebenst an

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Datavia/Weltevreden, den 15. Juni 1924.

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Liebigshöhe Donnerstag, den 31. Juli, abends 8 Uhr 8. Abonnements-Konzert der ReichswehrkapeiBe. (Erinnerungen an die ruhmreichen Kriegsjahre 1870/71) IIIIlIII«lIlIIlIlI!IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIiIIIIIIIIIIIiIlIIIIiIIIIIIIIIIIIIIIIiIII!IlIIIII!II!IliIII»IIIIII!!I

116er-Denkmal

Donnerstag, den 31. Juli, nachm. 5 Uhr,

findet die feierliche

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in den Räumen des Kunstvereins im Turmhaus am Brand statt. Die Feier ist öffentlich. Don da ab bleibt die Ausstellung bis Sonntag, den 10. August - Sonntags von 11-1 Uhr, werktags von 4-7 Uhr nachmittags geöffnet.

Eintritt 20 Pfg. 5973D Eintritt 20 Pfg. r

Bekanntmachung.

Schulgeld an der Höheren und Gr» weiterten Mädchenschule.

Das Schulgeld ist mit Wirkung vom 1. August 1924 an neu festgesetzt worden.

Auf den Aushang in den Anschlag­kästen wird hingewiesen. 59836

Gießen, den 25. Zull 1924.

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