4ätte ttuumehr die Ötellbertteter der verhinderten Richter einberufen müssen. Diese waren älniversi- tSISProfessvr All seid, Kajetan Freund. Regierungspräsident E c z e r und 3uftypot Dr. Reh. Mit Ausnahme von Freund berief aber der Präsident nach seinem eigenen Ermessen Mitglieder des norddeutschen Senats zum Ersatz und zwar den demokratischen Fabrikanten Schmidt- Leipzig, den sozialdemokratischen Vor
sitzenden des Metallarbeiterderbandes -Dran» des und den sozialdemokratischen früheren Wirtschaftsminister Wissel. In dieser die Dorschrif- ten verletzenden Berufung sieht Bayern eine par= teipolitische Zusammensetzung des Gerichtshofes unb hat deshalb bei der Reichs reg ierung P r v t e st eingelegt. Beim Reichsjustizministerium ist eine Auskunft hierzu nicht zu erlangen.
Der
Jt
ahltag in England.
soll nach seinem vorgestrigen Zusammentreffen mit Macdonald in Cardiff den Abschiedein- gereicht, jedoch sein Geuch auf Bitten Macdonalds zurückgenommen haben. Rach andern Gerüchten ist der Sinowjew-Dries eine Warschauer Fälschung, die auf geschickte Weise dem britischen Geheimdienst in die Hand gespielt wurde. Die englische Regierung hat beschlossen, sofort nach den Wahlen eine Sonderkommiss ion einzusetzen, die den ganzen Vorfall eingehend unteruchen und fetbft, falls notwendig, ihre Arbeit in Moskau fortsehen soll, sofern in England der Sache nicht auf den Grund gegangen werden kann.
Das britische Palästinamandat.
Genf, 28. Oft. (WB.) Die ständige Mandats- kommMion des Vötterbundsrats prüfte in Gegenwart des englischen Oberckommi sa.s in Palasti. a, Sir Herbert S a m u e l, die Durchführung des eng-
bereit erklärt, Wu-Pei-Fu zu unterstützen Die Schlacht wird, wie man annimmt, aus halbem Wege zwischen Tientsin und Peking ftaltfinben.
Aus aller Welt.
Ein Jahr Dentscher Rundfunk.
D-rltn 28. Ott. Ster R-dhmk-
verband veranstaltete anläßlich bes.^^'^^ Bestehens des Deutschen Rundfunftende^ in Berlin im Herrenhaus eine üeier. Der Dor!r., Dr. Voß teilte mit, das) zukünftig Mittel a^ den älebcrschusen des Verna rdeS zu F»ü ^■•9 zwecken und der Errichtung einer Rundfunk Volkshochschule fcerg-gebcn wer.en Saas fefietär Dr. Bredow süheL u.a die Zahl der Teilnehmer von Anfang des Wahres bis jetzt von 6000 auf 350 000 ^rgen und gauz Leurjchland, ausgenommen das bee^e Geaiet, mit Larbie ungen versorgt sei.
hing der Sender und Derbe, serung des Empfangsgeräts sAll ang^tr.b; toe^en, dast rn einem möglichst weiten Llmkreis um irden
Empfang ohne die Verwendung von Auffenan- tennen möglich ist. Den l a n d l i ch e n ^zir ken soll durch die Aufstellung von Zwischenseiwern und die Liebertragung von Darvielungen aus den Startsti omleftungrn geh lsen werden Un Zentralsender wird alle ®cmdxei Deutjch.ands mit Rach richten aller Att versorgen.
Eine auflehenerregende Gistmordasfäre.
A l t e n b u r g, 28. Okt. (TLl.) Ilm den Gang der Llntersuchung nicht zu beeinträchtigen, wird
MevbersrsmMSV rM GreHetter Ä reisers
Lsooo Arrftsse
am Samstag, dem ^.Mvember mit der ersten Ausgabe der MMWE KKOMzrWMtiSL Außergewöhnliche Gelegenheit zur Erfassung der breitesten Bevölkerungsschichten Oberhessens und der angrenzenden preußischen Bezirke durch Empsehlungsanzeigen aller Art Bestellungen für den Novemberbezug nehmen entgegen: in Gießen die Geschäftsstelle und die Trägerinnen; auswärts über 200 eigene Zweigstellen und alle poftanstalten
London. 29. Oft. (TLl.) Heute finden in ganz England, Schottland und Rord-3rland die Reuwahlen für das Parlament statt. Die Ergebnisse der Abstimmung in ungefähr 230 Wahlkreisen werden heute abend verkündet werden. Rack den „SimiS“ find alle Anzeichen dafür vorhanden, daß die Wahlbeteiligung sehr grob sein wird. Die Veröffentlichung des S i - nowjew-Driefes und der Protest des „Foreign Office“ hätten einen tiefen Eindruck in allen Teilen des Landes gemacht. Es sei eine wachsende Reigung dafür vorhanden, die Wahlen als eine Kraftprobe zwischen denen, die die bestehenden Grundlagen der Geelffchaft ausrechtzuerhalten wünschen und denen, die einen sozialistischen Staat an ihre Stelle zu setzen beabsichtigen, anzusehen.
Die gestrige Erklärung des Labvurministers Thomas, dah die Regierung keinerlei Absicht hätte, zurückzutreten, welches auch immer das Ergebnis der Wahlen sein möge, mache es klar, daß die Regierung die Möglichkeit, dah das Ur» teil gegen sie ausfallen Knute, in Betracht gezogen habe. Rach „Westminster Gazette" haben sich die Aussichten, für die Regierung eine Mehrheit zu erhalten, gebessert. Es sei andererseits zweifelhaft, ob die bewen Minister C l y u e s und Henderson wieder ausgestellt würden. Auch Macdonalds Kamps in seinem Wahlkreise Aberavon sei kein leichter, seine Riederlage würde die größte Sensation des Wahlkampfes bedeuten. „Daily Expreß" gibt heute
eine Schätzung des wahrscheinlichen Wahlergebnisses
nach Ansicht der einzelnen Parteileitungen, die natürlich mit einiger Zurückhaltung aufgenommen werden muh.
Der konservative Voranschlag lautet: Konservative 311, Sozialdemokraten 205, Liberale 93, andere Parteien 6 — zusammen 615;
der sozialistische Voranschlag lautet: Konservative 290, Sozialdemokraten 235, Liberale 85, anbere Parteien 5 = zusammen 615;
der Voranschlag der Liberalen ist folgender: Konservative 291, Sozialdemokraten 195, Liberale 124, andere Parteien 5, zusammen 615.
Bei dieser Zusammenstellung ist zu berücksichtigen, dah die Konservativen nach Ansicht des Blattes mit einem Gewinn von 53 Eitzen rechnen, was immerhin noch 35 Sitze mehr als 1923 bedeutet. Sie erwarten eine Reihe von Gewinnen in London und glauben, dah ihr Hauptgewinn in Lankcfhire, im Mittelpunkt Englands unb vielleicht auch im Westen erzielt werden wird.
Die Sozialdemofraten rechnen mit einem Gewinn von 50 Sitzen in Schottland arnb 10 Sitzen ebenfalls in Londvn. Die Liberalen gehen nicht so ins Einzelne mit ihren l Angaben. Auf alle Fälle wird in einer groben ^.Anzahl von Wahlkreisen die Entscheidung von * ganj wenig Stimmen abhängen. 3m vorigen Fahre haben 70 Sozialdemokraten und 90 Konservative auf Grund einer Minderheit Mandate bekommen. 3n einer groben Anzahl von Wahlkreisen war die Rkajorität unter 500 Stimmen. Es kommt also bis zu einem gewissen Grade bei den diesjährigen Wahlen auf den reinen Zufall und auf das Wetter an.
Churchill über die künftige englische Politik.
Paris, 28. Oft. (TU.) Der Berichterstatter des „Matin" hatte gestern eine Unterrebung mit Winston Churchill. Aus die Frage, wie es komme, dah Churchill als Liberaler jetzt alle Konservativen auf feiner ©eite habe,meinte Churchill, das komme daher, dah England jetzt eine nationale und keine Parteipolitik betreiben müsse. Man müsse zu einer festen und gesunden Regierung zurückkehren. Das verständen die Konservativen. Sie rechneten damit, ihr Programm zu erweitern. 3ch bin der Ansicht, fuhr Churchill fort, dah Asquith und Lloyd George einen schweren Fehler begangen haben, indem sie eine sozialistische Regierung ans Ruder kommen liehen. Die Rechte des Landes sind seit einigen Monaten vergessen worden.
Man hat den Dominien s, die während des Krieges an unserer Seite gekämpft haben, das Recht einer günstigen wirtschaftlichen Behandlung verweigert. Die liberale Partei hat den Fehler gemacht, sich im Einverständnis mit der ßabourfxrrtt) einer Flottenbasis in SInga p o r e zu widersetzen. Das bedeutet, dah die englische Flotte keinen Stützpunkt im Stillen Ozean hat und dah sie im Rotsall Australien und Reuseeland nicht unterstützen kann. Wir haben an der Entwicklung unseres Landes und unseres Reiches zu arbeiten, anstatt den russischen Bolschewisten unser Geld zu geben. Es müssen ein für allemal die trügerischen Versprechen des Sozialismus zurückgewiesen werden. Das Programm ist einfach: Es handelt sich nur darum, in England wieder eine stabile Politik herzustellen.
Der Sinowjew-Bries.
London. 29. Ott. (T. äl.) Das Hauptinteresse im englischen Wahlkampf richtet sich am Sage vor der Entscheidung ganz besonders auf den Brie Sinowjews. 3n politisch unterrichteten Kreisen ist man der Ansicht, dah es sich um eine von Weih- ruffen unterschobene Fälschung handelt, die das Zustandekommen eines englisch-russischen Vertrags verhindern soll. Fancis Mac C u l l a g h, der ehemalige Berichterstatter des „Rew-Pork Herald" in Moskau, soll seine Hand im Spiele haben. Wenn die Annahme den Tatsachen entspricht, dann sind sowohl das Auswärtige Amt als auch M a c don a l d bl o h g est e l l t. Zwischen Macdonald und dem Auswärtigen Amt spielt sich unter Ausschlub der Oesfenllichkeit ein erbitterter Kampf ab.
Die Beamten des Auswärtigen Amtes beschuldigen den Premierminister, die Folgen einer unüberlegten Handlung von sich abwälzen zu wollen Gregory, ter ße'Uer per russischen Abteilung im Auswärtigen Amt.
lischen Palästina-Mandats. Samuel sprach über die Schwierigkeiten, die sich bei den Wahlen zu dem gesetzgebenden Rat ergeben haben, der sich aus 8 Beamten, 2 3üben und 2 Arabern zusammenfetzen sollte, an denen ^ie 211*0061: hck aber nicht beteiligten, so dah ein ausschließlich aus Beamten zusammengesetzter Rat eingesetzt werden muhte und die Verwaltung der religiösen mv- hamedanischen Einrichtungen einem besonderen muselmanischen Rat übergeben werde.
Samuel machte Mitteilungen über die Gründung der in dem Mandat vorgesehenen jüdischen nationalen Heimstätten imd die jüdische Einwanderung, die vor allem aus Polen, Rumänien und Sud ruh - land erfolgt fei. Hierbei handele es fiep oor allem um junge Leute, von denen viele höhere Schulen besucht, die sich aber trotzdem dem Landbau zugewandt hätten. Alle diese jungen Leute seien entgegen anderen Rachrichten der hebräischen Spracye mächtig. Die englische Regierung suche die Zahl der Cinwandernden mit den Bedürfnissen des Landes in Einklang zu bringen und habe daher angesichts der wachsenden Arbeitslosigkeit im letztest 3ahre die Einwanderung zum Stillstand gebracht.
Polens Seerüstung.
Eine französische Alottenbasis in der Ostsee.
London, 28. Oft. (WTD.) Der Pariser Berichterstatter des Manchester Guardian berichtet, bei' lange Besuch des polnischen Kriegsmini st ers Sikorski in Frank- v ei ch habe die Bedeutung, dah Polen zu einer Flottenmacht gemacht und von Frankreich mit einer Flotte von modernen Unterseebooten, Zerstörern und Wasserflugzeugen versehen werden soll. Der neue polnische Hafen Gdingen an der Danziger Ducht, wo riesige Bauten im Gange seien, solle zu einer starken Flottenbasis ciusge haltet werden, und zwar der stärksten, über die Polen in Kriegszeiten verfügen würde. Strategisch sei dies von unverkennbarer Bedeutung und könne als Ausdehnung der französischen Flotten- machtaufderOstsee angesehen werden.
Zur Begründung dieser Mahnahrne wurde Polens exponierte Stellung zwischen Deutschland und Rußland sowie die Rotwendigkeit angeführt, eine Vereinigung der deutschen und russischen Flotten zu verhindern. Es sei jetzt klar, dah die vor einigen Wochen in der französischen Presse veröffentlichten falschen Berichte über gemeinsame Flottenmanöver der deutschen und russischen Geschwader in der Ostsee Propaganda zwecken dienten. Man müsse sich fragen, wie diese Entwicklung in Einklang gebracht werden könne mit der Begeisterung, die angeblich in Polen und Frankreich für das Genfer Abr Üst u n g s p rvto kvll herrsche.
Vor einer neuen Schlacht in China.
Paris, 29. Olt. (WTB. Funkspruch.) „Reu- hork Heralb" meldet aus Schanghai, daH dort das Gerücht umlaufe, Feng-Vu-Siang sei er» m orde t worden. Eine Bestätigung dieses Gerüchtes sei bisher nicht möglich gewesen, da jede Verbindung mit Peking fehlt. Dagegen besagt eine andere Meldung dessäben Blattes aus Tientsin, dast Feng-Vu-Siang von Peking abmarschiert sei, um den Kampf mit Wu-Pei-Fu auf- zunehmen. Die Gouverneure von Kiangtsu. Tsche- kiang, Ankni, Fuie, Kiangse und auüerbem der Marche-Kommandant auf dein 3ang1sekiang irirb der Kommandant bet Südsee-Flotte haben sich
von der ülntersuchungsbehörde erst letzt über einen aufsehenerregenden Giftmordversuch beuchtet, der am 5. Oktober an der Besitzerin des Schlosses Ehrenheim verübt wurde. 3m Zusammenhang damit wurde am vergangenen Samstag die 42jährige Ehefrau eines Landrichters am Altenburgischen Landgericht, eine Verwandte der Schloß- herrin, verhaftet, die im Verdacht steht, den Giftmordversuch unternommen zu haben, um in den Besitz des Rittergutes zu gelangen.
Aus Stadt und Land.
Giehen, den 29. Okt. 1924.
Städtischer Hauskauf.
Die Stadt hat gestern das „Einhorn" am Kirchenplatz käuflich erworben. Der Kaufpreis beträgt 150 000 Mk., aufcrbem sind noch einige Hypotheken zu übernehmen. Die Geldmittel sollen auf dem Anleiheweg beschafft werden, die Verzinsung ist durch die Mieteinnahmen aus dem Haus voll gedeckt. 3n dem Kaufpreis ist der Erwerb der gesamten Kino- Einrichtung, einschl. des Gestühls im Vor- führungsfaal, einbegriffen. Angesichts unseres bekannten Mangels an Sälen ist dieser Kauf -durch die Stadt besonders zu begrüßen, denn er eröffnet vielleicht die Möglichkeit zu einer allseitig befriedigenden Behebung der Saal- schwierigkeiten. Vorerst wird sich allerdings in der Verwertung des Hauses noch nichts ändern.
Wettervoraussage.
Rachts kühl, tagsüber aufftarenb, dann zunehmende Trübung der Wetterlage, Barometer fallend.
** Zu m Schuh der Telegrap h'enlei- t u n g e n gibt das Kreisar.it im neuesten Amts ver- kündigungsblatt folgendes bekannt: Die Besitzer von Bäumen zu feiten solcher Kreis-, Kommunal- und Ortsstraßen, an denen Telegraphen- leltungen entlang laufen, werden hiermit auf- gefordert, gelegentlich der im Herbst dieses und im Frühjahr des kommenden 3ahres ftattfinben» den Ausästungen die betreffenden Bäume soweit zurückzuschneiden, dah Berührungen der Telegraphenleitungen mit den Daumzweigen (auch bei raschem Wachsen der Däunie) für den nächsten Sommer ausgeschlossen sind.
** Vorläufig keine Herabsetzung des deutschen Ausländsbrief Portos. 3n letzter Zeit sind mehrfach Gerüchte im Umlauf, die davon wifsen wollen, dah im Reichs - Postministerium die Absicht einer gewissen Ermähl- gung &e£ deutschen Auslandsbriefportos besteht. Der „Deutsche Handelsdienst" kann demgegenüber nach Erkundigungen an mahgebender Stelle mitteilen, dah bei der hierfür zuständigen De- höicke ähnliche Pläne zur Zeit nicht schweben und die umlaufenden Versionen unrichtig sind. Wie bekannt, hat der Weltpostkongreh in Stockholm gewisse Richtlinien für die Festsetzung des Portos bei ©enbungen ins Ausland vereinbart; das deutsche Auslandsbriefporto hält sich innerhalb der hierdurch gezogenen Grenzen auf etwa mittlerer Linie, so dah zur Zeit für die Reichs- postverwaltung kein Anlaß besteht, eine Er- mähigung der Gebühren vorzunehmen.
" Viehzählung. Am 1. Dezember findet eine Viehzählung statt. Sie erstreckt sich auf Pferde, Rindvieh, Schafe, Schweine, Ziegen und Federvieh. Es wird auch bei Richtlandwirten ge
zählt, also in jeder Haushaltung, in der auch nur eine dieser genannten Viehgattungen vorkommt. Wer vorsätzlich die Angaben, zu denen er bei die- er Zählung aufgefordert wird, nicht erstattet, oder wer wissentlich unrichtige oder unvollständige Angabeü macht, wird mit Gefängnis bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bestraft. Auch kann Vieh, dessen Vorhandensein verschwiegen worden ist, im Urteil für dem Staat verfallen erklärt werden.
Die Hessenflieger haben gestern nachmittag gegen 3VS -W auf dem Luftweg unsere Stadt verlassen. 3hve weitere Mitarb.it an der Wiederaufrichtung eines glänzenden bcui- chen Flugwesens iv:rb stets von der herzlichen Sympathie unserer Einwohnerschaft begleitet se:n Darin wird bet ideelle Gewinn des ®i:f;c'icr Flugtages zum Ausdruck kommen.
** W chtige Polizeiverordnung ? n für das Mehgergewerbe hat dasKre'.e- amt Giehen im Amtsverkündigungshlatt Rr. 2 veröffentlicht. Die Verordnungen find'sogleich in Kraft getreten. Es handelt sich um folgeno : Polizeiverocdnung betr. den Verkehr mit Flusch und allen übrigen von Tieren herstammen6.1 Flelschwaren. Polizeiverordnung betr. die Einrichtung der Metzgereien im Kreise Gien. Polizeiverordnung bftr. Regelung des Frübani- fle.schverkauss für die Landgemeinden des Kre s s Giehen. Schlachtordnung für den Kreis Giehen.
** Polnische Optanten. Alle früherer deutschen Reichsangehörigen, welche die polnische Staatsangehörigkeit durch Op tion erworben haben, muffen sich nach einer Vc kanntmachung des Kreisamts zur Dermeidu:ig von Wei.erungen bis spätestens 1. Roveim 6er 1 92 4 bei der Ortspolizeibehvrde if> cj Wohn- und Aufenthaltsortes melden. Bei der Meldung ist unter Vorlage der Optionen ftund^ anzugeben, bei welcher Behörde die Option erfolgt ist; des weiteren find unter genauer Angabe von Beruf und Adresse sowie etwaigen Grundbesitzes die FamilienMigehörigen namhaft zu machen, auf welche sich die Option erstreckt Hai.
**DerTurnausschuhderDeutscheri Turnerschaft tritt am 15./16. Rov. in Fulda zu einer Sitzung zusammen. Die Tagesordnung be- schäfti,gt sich mit der Vorbereitung der Me i st e r» schasts kämpfe in Frei-, Handgerät- und Geräteübungen am 15. März in Frankfurt a. M. und den übrigen Veranstaltungen des kommenden 3ahres, mit der Kamps- richlerausbildung, der Volkstumsprüfung, der Einführung eines Leistungsbuches, Lehrgängen im Frauenturnen, .Schwimmen und Fechten, der Fuh- ballmeisterschaff der D.T., mit den Deutschen Kampfspielen 1926 und den Olympischen Spielen und einer Reihe von Punkten geringerer Bedeutung.
** Männer-Turnverein. 3n der am Samstag abgehobenen Mitgliederversammlung c - statteten der 1. Sprecher, wie der Oberturnwart, über die Vereinstätigkeit Bericht, w.r.rus he.vorging, »dah das abgolaufene Vereinshalb,aho in atlgemeiner wie in turnerischer Beziehung ein sehr arbeitsreiches gewesen ist. Don den Turnern wurden im Sommer 35 Siege errungen. Ein frisches Aufblühen zeigt die Fech'erriege, die in stetem Wachsen begriffen ist. Auch die Sftelab- teilung hat gut gearbeitet. An den Bericht über die Vorarbeiten zu dem nächstjährigen Kreis- turirfeft in Giehen schloß sich eine längere Aussprache an. in der mancherlei Anregun,7en für die Ausgestaltung dieses Festes gegeben wurden. Rach dem noch verschiedene Veveinsangelegenheiteii behanöelt und u. a. die Turner Peters und Meyer mit der Leitung der neu gegründeten Schwimmriege betraut wurden, schloff der erste Sprecher die besonders von älteren Mitgliedern sehr gut besuchte Versammlung.
** Der Verband hess. Gewerbe-^ schulmänner, Provinzgruppe Oberhessen hielt am Samstag in der hiesigen Gewerbeschule die diesjährige Herbstversammlung ab. Rach einem Vortrag dos Gewerbolehrers L e i ch u m - Giehen über ..Zeichenunterricht in der gewerblichen Fortbildungsschule" an den sich eine rege einftünbige Aussprache a,nschloff. wurden Berufs- und Schulsragen erörtert. 3m Verlaufe der Erörterungen kam man allgemein zu der Ansicht, dah nicht nur grobe Teile der breitere:1 Öffentlichkeit, sondern auch einzelne Teile des Handwerkes und Gewerbes den hohen Wert aller technischen und Berufsschulen immer noch nicht erkannt haben, und die im 3ntereffe eines gut ausgebildeten Rachwuchses arboitendon Anstalten in ihren Desttebungen noch zu wenig Fördenmg erfahren.
*’■ Die Sozialdemokratische Par- teiGiehens eröffnete am Montagabend in der von Zuhörern vollbesetzten Turnhalle am Os- woldsgarten den Wahlkampf. Reichsminister o. D. Dr. David, der Redner des Abends, sprach tr etwa anderthalbstündiger Rede über die Frage „Warum wurde der Reichstag aufgelöst?" Für diese Mahnahme bei- Reichsregiorung machte er die Kommunisten und die Deutschnationalen verantwortlich, die als erklärte Feinde des Parla- rnentarismus in den Reichstag eingezogen seien und alles getan hätten, um ihn lahmzulegen und auffliegen zu lassen. Der weitaus gröhte Teil der Rede enthielt eine scharfe Polemik gegen diese beiden Parteien, deren gemeinsames Ziel die Vernichtung der Republik sei, während nach Erreichung dieses Zieles die eine Seite, die Kommunisten, das Rätesystem nach russischem Muster, die andere, die Deutschnattonalen, die Monarchie aufrichten wollten. Gegen beide mache die Demokratie Front. 3nnenpoliftfch könne das Heil unseres Vaterlandes nur in der Demokratie, im parlamentarischen System liegen, außenpolitisch nur in einer Versöhnungs- und Verständigungspolitik. Dringend zu fordern sei der alsbaldige Beitritt Deutschlands zum Völkerbund, von dessen Einfluß der Redner Erleichterungen für uns, insbesondere eine Revision des Versailler Vertrages erwartet. Mit der Aufforderung, am 7. Dezember für die Demokratie einzutreten, schloß der Vortragende seine Ausführungen, bi: von lebhaftem Beifall gefolgt waren. Die Aussprache benutzte vor allem ein Kommunist zur längeren Darlegung seiner Meinung, auf die der Referent im Schlußwort eingehend unter starkem Beifall anttoartete.
** Der Evangelische Arbeiterverein feierte am Sonntag sein Stiftungsfest Vormittags fand in der Stadtkirche ein Fest- gotlesdienst statt, bei welchem Pfarrer Decker die Festpredigt hielt und der durch die Mitwir» lung des Evangelischen Kircheachors und eines Dläserquartetts besonders eindrucksvoll war. Abends sanden sich die Mitglieder und Freunle des Vereins zu einem Familienabend in außerordentlich großer Zahl ein. Die Festansprache des Abends hatte Landtagsabg. Laufer-Darm- stadt übernommen, der für seine packenden Ausführungen reichen Beifall fand. canb. med. C re-


