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Tt^eneBehteMtapttal von 10200 Mark g e - strichen werden. Andererseits ermäßigten sich die Ausgaben für Anschaffimg von Mobilien um 600 Mk.. für die Kanalisation um 2000 Mark, für Ka p i talzin sen um 6000 Mark und für den nunmehr fertigen Schulhaus­umbau um 4000 Mk. Der zuerst errechnete Llmlagebedarf von 85 000 Mk. ermäßigt sich also um 36800 Mk., so daß sich für das Rj. 1924 ein HImlagebedarf von 48200 Mk. ergibt. Durch die den Gemeinden verbliebenen Stenern werden aufgebracht: Don Gebäuden und Bau­plätzen 9200 Mk., vom land- und forstwirtschaftlich genutzten Gelände 13 000 Mk., während bk Ge- bäudesondersleuer 20 000 Mk. bringt, im ganzen also 42 200 Mk. Ls bleiben somit ungedeckt 6000 Mark, welche vom gewerblichen Anlage- und Betriebskapital auszubringen finb; dies geschieht, indem pro 1000 Mk. Steuerwert 4 Pf. erhoben werden sollen.

t Grünberg, 28. Aug. Die Feier des Gustav-Adolf-Vereins findet am näch­st en Sonntag, dem 31. d. Mts., hier in der Staä- kirche statt. Sie wird eingeleitet durch einen Fest­gottesdienst tun VLtoyc. Die Predigt hält Pfar­rer Becker aus Gießen. Um 4 älhr wird in einer Bachversammlung im Gartenhause Pfarr­assistent Äz. <$ u ter aus Da d-Na uherm sprechen. Der Kirchenchor und der Musikverem wirken bei beiden Denan statt un gen mit.

( Hungen, 26. 2Iug. 3n der heutigen Gemein de ratssttzung wurde unter an­derem ein Ausschlagsatz mit Bezug auf das ge­werbliche Anlage- und Betriebskapital von zwei Gvldpsernrig auf je 1000 Mk. Steaerwert be­schlossen. Sin von der Oberforsterei vorgelegtev Nachtrag zum WirtschastSplan 1924, die Aus­nützung der in diesem Herbste in Aussicht stehen­den Buchenmast betr., wurde genehmigt. Sin weiterer Nachtrag, der infolge eines äleberhiebs in vergangenen Jahren eine Kürzung des jähr­lichen Fällungsetats um 350 Festmeter Holz für die nächsten drei Wirtschaftsjahre vorsieht, wurde, da der Erlös des äleberhiebs zur Bildung eines Forstbetriebsstocks angelegt worden ist, abgelehnt. Der Berkaus eines der neuerbauten Gemeinde­häuser in der Bellersheimer Straße wurde genehmigt. Die schenkungsweise äleberlassung der Schloßsprihe seitens der Standesherrschaft Solms-Braunfels an die Gemeinde wurde an* genommen. Infolge der beständigen Ungunst der Witterung sind die Erntearbeiten sehr im Nückstande. Während sonst um diese Jahreszeit die Dreschmaschinen bereits im vollen

Tange waren, termtc tn dreiem Jahre tn taim nennenswerter Weise an das Einbringen der Frucht gedacht werden. Auch ist infolge der beständigen Nässe mit einer ungünstigen Beein­trächtigung der Kartoffelernte, die anfäng­lich einen sehr guten Ertrag versprach, zu rechnen. Die diesjährige Obsternte ist hier sehr gering. Es machen sich die Nachteile des letzten strengen Winters bemerkbar. Ueberall, be­sonders in den niederen Lagen, stehen abgestor­bene Obstbäume, die infolge der letztwinterlichen Kälte eingegangen sind. Der sich hieraus er­gebende Mangel an Obst machte sich auch bei der heutigen Versteigerung von Früh)bst durch ansehnliche Preise bemerkbar.

Starkenburg und Rheinhessen.

* Darmstadt, 28. Aug. In einem Teile der hessischen Lehrerschaft herrscht iln- zuf nebenbei t über eine Verfügung des Landes­bildungsamtes, wonach den Dekanen und ihren Stellvertretern die Beaufsichtigung des Neligionsunterrichts übertragen worden ist. Man wirft ein, das) diese Verfügung erlasen worden sei, ohne die Lehrerschaft zu hören. Der Schulbote .für Hessen" veröffentlichte bereits mehrere Proteste gegen die Verfügung Im Kieise Dieburg haben 112 evangelische Neligionsleh er erklärt, sie würden den Nelig.vnsunlerricht nieder- legen, wenn die Verfügung nicht ausgehoben wird. Der Händler Friedrich Hoffmann, der am 20. März ds. Is. wegen Ermordung feiner Ehe­frau zum Tode verurteilt wurde, ist jetzt a if sein Gnadengesuch hin vom Gesamtministerium z u I e - benslänglichem Zucht haus begnadigt worden. Die zweite Tagung des Schwur- gerichtesder Provinz Starkenburg wird gegen Ende September stattfinden. Dis jetzt sind drei Fälle vorgesehen, und zwar ein Kindesmvrd, eine Anklage wegen Meineids und ein Tvtschlagversuch.

fpd. Al zeh. 28. Aug. Vor etwa Jahres­frist entstanden in der Stadt schwere Teue­rungsunruhen, an denen sich mehrere hundert Personen beteiligten. Etwa 80 Persmen erhielten vom Amtsgericht wegen Nötigung und Bedrohung darob Strafbefehle in Höhe von 100 Mk. Dagegen erhoben alle Einspruch. Es kommt nunmehr zur Verhandlung vor dem hie­sigen Amtsgericht.

fpd. Bischofsheim bei Mainz, 28. Aug. Bei A lsfchachtungsarbeiten neben der katholi­schen Kirche stieß man in einer Tiefe von e'wa 1 Vs Meter auf Reste einer römischen S t ra he, die wahrscheinlich die Richtung nach dem Kreuzweg an der Hochheimer ileberfafjrt

bäte. An Der OteversahrtSstelle hatte im ersten Jahrhundert n. Ehr. ein römischer Hauptmann einen Altar errichtet, der sich jetzt un Römisch-Ger­manischen Museum zu Mainz befindet.

Hcücn-Nassau.

* Höchst a M, 28. Aug Die Unruhen bei den Farbwerken am 14. und 15. Marz ds. Is. anläßlich der Verlängerung der Arbeits­zeit fanden gestern ihr gerichtliches Nach­spiel. Es hatten sich zunächst 18 Angeklagte wegen 2anbfriebcnö6rud) zu veocrntwvr.en. Don ihnen wurde einer zu 9 Monaten, drei zu sieben Monaten und einer zi; drei Monaten Gefängnis verurteilt. Die übrigen Angeklagten wurden frei- gesprochen.

fpd. Bad Ems, 28. Aug. Aus Anlaß der 600. Wiederkehr des Tages der Verleihung der Stadtrechte durch Ludwig den Bayern plant die Stadt größere F e st l i ch k e i t e n. die im Rahmen einer Festwoche stattfinden sollen.

fpd. Aus dem Westerwald, 28. Aug. Der untere Westerwald wird augenblicklich von einer uberbande heimgesucht, die es hauptsächlich auf die Beraubung von Kirchen abgesehen hat. Aus zahlreichen Kirchen und Ka­pellen wurden bereits die erreichbaren Wert­sachen geraubt. Hauptsächlich sehen es die Siebe auf Decken ab. Trotz aller Bemühungen konnte eine Spur der Bande bis jetzt nicht entbetft werden.

Dom Fliegerlager auf der Wafserkuppe.

Don dem Sonderberichterstatter desGieß. Anz." Wasserkuppe, 26. August.

Endlich, endlich wieder einmal Sonne!In den letzten Tagen war unsere Stimmung infolge des andauernden Nebels fast unter Null gesun­ken. Der erste Sonnenstrahl heute morgen wirkte daher elektrisierend auf uns alle. Jeder lieh Waschbecken, Strohsack oder was er gerade unter den Händen hatte, und eilte ins Freie oder zum Fenster, um sich von diesem Ereignis mit eigenen Augen zu überzeugen. Nun noch West- oder Nord­westwind, dann kann die Sache losgehen. Dazu kommt, daßBreslau" wieder hergestellt und auch dieKönigin Luise", die Maschine des Ostpreußen Schulz, wieder startbereit ist.

Beide machen einige kleine Probeflüge. Außer­dem starten u. a.Erlkönig" (Fulda),Pirolo II" (Frankfurt a. M.),Charlotte" (Charlottenburg),

Harth PtlottiS- f^amverg), teils logar weyr» mals zu kurzen Flügen. Längere Flüge vom West- Hang führen ausEspenlaub" mit Führer E s - p e n l a u b , undRoter Teufel" mit Hirth. Espenlaub flog 6 Minuten 35 Sek. und lan­dete 4520 Meter vom Startplatz entfernt, in der Nähe von Poppenhausen. H i r t h hielt sich über 71/« Minuten in der Luft und landete etwa 2400 Meter von der Kuppe entfernt, bei Tränkhoff. Die Landungsstelle selbst war von dem Beobachtungs- Punkt nicht einzusehen. Den längsten Flug führte wohl Martens aufMoritz" aus. Er landete bei Gersfeld. Leider wurde dieser Flug von kei­nem einzigen Meßtrupp beobachtet, da der Start bereits erfolgte, ehe die Beobachtungsstellen be­setzt waren. An Motormaschinen starteteKoli­bri" mit übet zweimal, darunter einmal zum Höhenrekord. Dieser Flug wurde großenteils über den Wolken ausgeführt, so daß man ihn nur stellenweise beobachten konnte. Nach dem Baro­gramm erreichte übet dabei eine Höhe von zirka 600 Meter über dem Startplatz, also eine absolute Höhe von 1500 Meter über dem Meere. Diese letztere Angabe ist nämlich ausschlaggebend, da die Dichte der Luft bei gegebener Molorstärle eine entf. :nbe Rolle spielt, und man immer berüdfid' , n muh, daß der Startplatz schon 90C Meter üuer dem Meere liegt.

Es handelt sich bei der Bewerbung um der Höhenvreis bekanntlich darum, mit einer zugeteil­ten Betriebsstoffmenge von 20 ccm pro Kilogramm Führergewicht und Nutzlast die höchste Höhe über der Wasserkuppe zu erreichen. Man darf gespannt fein, ob die von übet erreichte Höhe von einem der Mitbewerber überboten werden wird.

Leider fand heute auch der erste ernst­liche Unfall des diesjährigen Wettbewerbs statt.

Knorke", das Segelflugzeug mit Hilfsmotor des Berliner Segelflug-Vereins, geführt von H o h m u t, startete und stürzte mit laufen­dem Motor ab, einen wüsten Trümmerhau- f e n bildend. Der Pilot wurde mit verschiedenen schweren Verletzungen daraus hervor- gezogen. Er Dürfte aber nach dem Urteil der Aerzte mit dem Leben davon kommen. Besonders bedauert man hier allgemein die Frau des Pilo­ten, die beim Starte anwesend war und den Sturz ihres Gatten mit ansehen mußte.

Einige Abwechslung brachte heute der Be­such dreier Verkehrsflugzeuge, darunter ein Al­batrostiefdecker. Dr. H. M.

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