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S»eutid)kntO Ddofrennen Bewanmnngen, oervtlS «thalten. so dir Höh» der Annuitäten und der ftatfc internationale Einfluß bei der Goldnvten- hank und der Leichsbahn. Die verschiedenen Kon- trvllvvrlchristen waren in einem besonderen Ab­schnitt znsalnmengefccht. Allerdings ist es richtig, bah in dem ersten Auszug die Rechte, die dem Kommissar bei der Reichsbahn im Falle eines Rotleidens der Obligationen zustehen, nicht mit angegeben waren, was der Reichsregierung besonders als eine mala fides ausgelegt worden ist. Der Grund dafür ist, dah diese Rechte des Kommissars nicht in dem Gut­achten s eLst, sondern in den Anlagen dazu angegeben sind, und diese Anlagen damals hier noch nicht Vorlagen; sie sind alsbald nach dem Eingang veröffentlicht worden.

Unerhörte französische Repressalien.

Köln, 28. April. (WTD.) Auf den wegen betrügerischen Bankerotts vorbestraften Bürger- meister Helfrich, einen der berüchtigsten pfälzischen Separatisten, der während des passiven Widerstandes etwa zehn Einwohner von Münchweiler denunzierte und dadurch ihre Ausweisung veranlaßte, und der wahrend der Separatistenherrschaft in der Pfalz die Ein- wvhnerschast von Münchweiler auf das schlimm st e terrorisierte, wurde von einer noch unermittelten Privatperson aus dec Pfalz in der vorigen Woche ein Revolveranschlag derür-r. wobei Häsferich nicht, wie es in eine: französischen Meldung hieß, Niedergeschossrn, son­dern nur leicht verletzt wurde. Der Svhi. Helfrichs, der sich ebenfalls als eifriger Sepa­ratist betätigte und seinem Datei und den übrigen Separatistenführern bei der Ausweisung und Der Haftung von etwa 20 Einwohnern von Münch­weiler Henkersdienste leistete, wurde vor einiger Zeit im rechtsrheinischen Deutschland, wohin er von jungen Pfälzern verbracht worden war, wegen separatistischer Umtriebe auf eine Anzeige pflicÄgemäß in Haft genommen.

Wegen deS Anschlags ans Helfrich wurden bereits von der OrovinKdelegation irr Speyer ober den Ort Münchweiler schwere Sanktionen verhängt, wir Dachtsperre und etwa 100 Man» SLrafbefatznng.

Außerdem richtete der französische Bezirisdele- gtetie am 24. April an die pfälzische Kreis- regiennig in vpeyer eine Lote, m der mitgeteilt wurde, daß die drei Ober!ommiffare der interalliierten Rheinlandkomnnssion, iie von Ge­neral de Wetz ergriffenen und noch zu ergreifen­den Maßnahmen gutgeheißen hatten. Unter Berufung auf die ihm im vorliegenden Falle von der interall ierten Rheinland£oinrnissivn erteiltm unbeschränkten Bollmachten werden die deutschen Berwaltungs- und Gerichtsbehörden der Pfalz aufgefordert, das Leben des Separa­tisten Helfrich zu schützen und seinen in Haft befindlichen Sohn sofort freizulassen. -Ess wird erklärt, daß künftighin in der Pfalz kerne Rückkehr von Ausgewiefeuen oder die Aussetzung vom Strafvollzug mehr stattfinden werde, solange der Sohn des Bürgermeisters Helfrich Ächt frei- gelassen sei.

Diese Sanktionen entbehren nach dem inter­nationalen Befatzungsrecht jeder rechtlichen Grundlage. Auch würde ihre Durchführung eine offensichtliche Stellungnahme der Besatzungs- machte zugunsten der Separatisten bedeuten. Dor allem aber wäre es ungeheuerlich, etwa 20000 ausgewiesene Pfälzer oder mehrere hundert poli­tische Gefangene, die sich noch in den französischen Gefängnissen befinden, zn Geiseln für die Er­zwingung der Entlassung eines Separatisten zu machen,' der von rechtsrheinischen Behörden auf unbesetztem Boden wegen Landesverrats verhaftet worän ist.

Das Urteil

im kleinen Hitlevprozetz.

München, 28. April. iWvkff) 3m Hoch» verratsprozeß gegen die 38 Mtgehörigerr der frü­heren Stoßtrupps Hitler hat das VoWgericht nunmehr das Urteil gefällt, es tautet für von Knobloch und Maurice auf je eineinhalb Jahre Fest ung anb je 100 ©oßmarf Geld­strafe: für Schneider und Froeschl je ein Jahr vier Monate Festung und 50 Goldmari Geldstrafe,' für die übrigen Angeklagtekr je I 3af>r 3 Monate Festung und 30 Goldmark Geldstrafe, außerdem für Otto Feichtmayr wegen Hehler« zwei Monate Gefängnis. Die Angekl^ten haben die Kosten des Verfahrens zu tragen. Den Angeklagten ward eihre jeweils verbüßte Unterfuchungshaft argereebnet Autzer-

Das größte Kunstwerk.

Bon Artur Brausewetter.

Wer lebt, gestaltet.

Es gibt manches große Kunstwerk, das gestal­tendem Kopf und gestaltendem Herzen ent­sprungen.

Aber das größte Kunstwerk ist das alles nicht.

Das größte Kunstwerk ist: fein Leben zu ge­stalten.

Was das heißt?

Heden Tag. jede Stunde, jede karg zuge- messene Sekund«: kiiuä Daseins mit dem dollen Atemzug des Lobens, mir dem Bewußtsein leben: sie ist um ihrer selber da und kehrt niemals wieder. Sein Leben nicht nur leben, nein, es er­leben. das rft es.

Aber es heißt noch etwas anderes: Ewigkeits- gehalt m fern Leben bringen.

Wir leben und wirken unter allerlei Gesichts­punkten. Aber unter dem Gesichtspunkte der Ewigkeit leben und wirken wir so wenig.

Und doch was ist dies ganze, schnell ent» rinnende, nie wiederkehrende Dasein, wenn fein ganzer Inhalt, seiner -Zeit Gewinn nur Er­werben wrd Genießen, nur Schlaf und Esten ist? Wenn man. Lag für Lag dem öden Gleichmaß der Stunde, den Dielen Radelstiche» und Keulen- hiLben der Welt und der lieben Lüchften and» «die fett ist und lein Licht auS einem höheren Leben leuchtet hinein, Kraft und Freudigkeit zu geben?

Und wenn man nichts zu eigen hat: Eins muß »an doch haben, um in dieser Welt zu bestehen: em eigen Herz.

Unter allen Besitzungen auf Erben ist ein eigen. Herz die kostbarste, und unter Tausenden haben sie kaum zween," sagt einmal Goethe.

Rur Menschen mit dem eigenen Herzen, mit dem Sinn an wahrer Freude und dem stillen

dem er9teiten v. SOtoDlod), □nxmnce, wchnewvr und Froeschl Bewährungsfrist zug-b.lligt für einen «Stnafteil von je einem Jahr drei Mo­naten Festung, die übrigen Angeklagten erhielten Bewährungsfrist für die gegen sie erkannte Ge­samtfestungsstrafe.

Die deutscheTscheka".

Berlin, 28. Ap.il. (Priv.-Tel.) DerCot- Anz." veröffentlicht sti zelhriten übrr tie Mvcd- taten und die Mvrdpläae der deutschen kommu­nistischen Tscheka. Das Geständnis der verhaft.ten Mitglieder der Mordorganisation, und die Vor­gefundenen Urkunden hätten ergeben, daß die Tätigkeit der Getzeimorganisation im Anträge und in engster Zusammenarbeit mit der Leitung der kommunistischenPar- t e i erfolgte. Der erste Auftrag, welcher der Lfcheka erteilt wurde, war die

Ermordung des Generals von Seeckt.

Anfangs Dezember hätten zur Ausführung des toages die beiden Mitglieder Pöge und Szon und der Leiter der Tscheka Reumann den Be­fehl erkalten, fcen General im Tiergarten während eiiuS Spazi tritt s vom P f e r de z u ischre ßo n. Der Plan ist nur ta^an gescheirert, dal; Steckt an tem betreffenden Morgen nicht ausritt. Sin zweiter Plan, dahingehend, den Gene.al durch eine Bombe zu toten, sei aufgegeben worden, weil man befürchtete, daß die Polizei Kenntnis davon erhielt.

Zur Ausführung gelangte der Mordanschlag gegen den von der Kommunistischen Partei als Spitzel bezeichr.eten Friseur Johann Rausch in Berlin.

Rausch erhielt am 7. Januar von Reumann in dem Flur des Hauses, in dem Rausch wohnte, zwei Schüsse, an deren Folgen er bald darauf im Krankenhause starb. Wie der »Vorwärts" mitteilt, erhöhte sich die -Zahl der verhafte.en Mitglieder der korrmmmstischm Gekeimargaui- sation auf vierzehn. Ein Tell der Fest genomme­nen, darunter Reumann, befindet sich im Ge­wahrsam der Stuttgarter Polizeibehörden, wüh- renb der Rest, darunter der eigentliche Leiter der ' Organisation, Hellmuth alias S o r e f f in Ber° i lin in Haft sind. Die Angelegenheit beschäftigt bereits den Oberreichsanwalt.

General von Seeekt in München.

München, 29. April. (Priv.-Tel.) Der Chef der Heeresleitung General von Seeckt ist hier ein- getroffen. Er wird am Mittwoch einer Feld- dieüstübung der gesamten Garnison von München beiwohnen. DasVerl. Tagebll" bemerkt d-aza: Man darf den dienstlichen Besuch des Chefs der Heeresleitung als erfreulichen Abschluß der Differenzen betrachten, in deren Folge der bayerische Teil der Reichswehr eine Zeitlang der Kompetenz ihrer obersten Füh­rung entzogen war.

Kleine politische Nachrichten.

3n den Lohnstreitigkeiten beä Sieger- känder Baugewerbes ist eine Einigung zustande gekommen. Der Dom Schlichtungsaus­schuß gefällte Schiedsspruch wurde von beiden Teilen angenommen.

* I

Der von der Kommunistischen Partei ein- berufene MittelbeutscheBergarbeiter- k o n g r e ß beschloß, den Beginn des General­streiks für den 1. Mai zu proklamieren. Es wurde eint Zentrakkampfleitung für Mitteldeutsch­land, bestehend aus sechs Kommunisten, gebildet.

Die Ruhr-Bergarbeiter-Organ i- sationen haben beschlossen, den Schiedsspruch des Schlichters für Rheinland und Westfalen, der eine löprozentige Lohnerhöhung vorsieht, anzu- nehmen. /

*

3n Gelsenkirchen versuchten die Kom­munisten mit aller Gewalt, ihre Streik­parole tznrchzuführen. Sie verhinderten auf verschiedenen Zechen die Belegschaften mit Ge­walt. an ihre Arbeit zu gehen. Don den deutschen Polizeibchörden sind nunmehr die Haupträdels­führer der Kommunisten verhaftet worden. An verschiedenen Stellen wurden ferner Sabo- tageafte verübt. So wurden in der vergange­nen Rächt auf den Zechen Graf Bismarck 1 und Wikhelmine Victoria 1 bis 4 die FörderLörbe in die Schächte gestürzt.

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WiePolitiken" erfährt, ist der frühere Außenminister Scavenius an Stelle des Grafen MolKe zum dänischen Gesandten in Berlin ausersehen.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 29. April 1924.

Die Mai-Miete.

Das ^hessische Ministerium für Arbeit und Wirtschaft hat nach Anhörung von 3nter2ffenlen und Sachverständigen für die Berechnung der Miete für den Monat Mai folgendes bestimmt:

Die Miete für den Monat Mai beträgt in sämtlichen Gemeinden 35v. H. derFriedens- miete. Die Miete ist zahlbar in Gold- ober Papiermari. Bei Papiermarkzahlungen ist der Kurs vom Doitage des Fälligkeitstermins zu Grunde zu legen. Die Beträge sind auf volle 10 Pfennig nach oben abzurunden. _

3n dieser Summe sind 12 v. H. für laufende, 88 b. Sy für große Instandsetzungskosten, sowie 15 v. H. für Betriebskosten und Zinssteigerung enthalten. Betriebskosten sind Steuern, Gebühren und öffentliche Abgaben, also insbesondere Grundsteuern. Kanalbenut.ungsgebüh en Strafen- reinigungsgebühien, Waisergeld, ^cho^nstein-- fcgergeld. Hastpslichtversicheeung, Trepp.n- und Flurbeleuchtung usw. und Berwaltungskosten. Wassergcld ist jedoch nur bis zu 2 v. H. der F.iedensmiete in der Sah für die Betriebskosten enthalten. 3n denjenigen Gebäuden ober Ge­bäudeteilen. in denen der Verbrauch 2,5 v. H. der Friedensmiete übersteigt, kann die Mehr­ausgabe auf die Rutzungsberechtig en nach den bisherigen Grundsätzen umgelegt werden.

Richt einbegriffen find ferner in dem oben genannten Satz für die Betriebskosten die auf Grund der dritten Steuernotterordnung erhobe­nen Sondersteuern des Landes ober der Ge­meinden vom bebauten Grundbesitz. Diese sind von dem Grundstücksbesitzer auf die Autzungs- berechtigten umzulegen.

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Giehener Mochenmarktpreise

am 29. April. (Händlerpreise)

Cs kosteten das Pfund: Butter 200, Matte 35, Käse 70, Wirsing 65 Weißkraut 40, gelbe Rüben 30, rote Rüben 30, Spinat 70 bis 120, Grünkohl 50, Feldsalat 200, Zwiebeln 30, Meer­rettich 70 bis 150, Schwarzwurzeln 80, Rhabarber 60. Aepfel 25 bis 30, Dörrobst 30, Suppenhühner 75; das Stück: Eier 11, Blumenkohl 200 bis 300, Kopfsalat 50 bis 80, Lauch 10 bis 20, Sellerie 50 bis 100; Radieschen das Bund 30; Kartoffeln, der Zentner 600 Pfg.

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** Die Abstimmungsbezirke zur Reichstagswahl In der Stadt Gießen werden im Bekanntmachungsteil unseres heu­tigen Blattes zur öffentlichen Kenntnis ge­bracht. Gewählt wird von 8 Ahr vormittags bis 5 Ahr nachmittags. Man beachte die wich­tige Bekanntmachung

* Gießen Sie teuerste Stadt Hes­sens. Rach der Teuerungsstatisiik lauteten für den Stichtag, 23. April, die Zahlen für Darm­stadt 98,72, für Gießen 99,43, für Worms 97,81. Demnach war an diesem Tage Gießen die teuerste Stadt in Hessen.

** D i e Einspruchsfrist für abge­baute Beamte verlängert. Die Reichs­regierung hat beschlossen, die vorgesehene Ein­spruchsfrist von zwei Wochen zugunsten von Be­amten, denen die Entlassung oder Versetzung in den einstweiligen Ruhestand auf Grund der Vor­schriften der Personalabbauverordnung schon vor dem 2. April belanntgemacht worden ist, bis zum 10. Mai einschließlich zu verlängern.

** Wichtig fürPolizei- undSchutz- hunde-Desiher. Da die Ausbildung und Anterhaltung der Polizei- und Schuhhunde im öffentlichen Interesse liegt, gibt das Kreisamt Gießen im neuesten Amtsveriündigungsblatt fol­gende Anordnung bekannt:Polizei- und Schuh­hunde sind während der Dauer ihrer Dressur von bet Zwangsmaßnahme des Füh­rens mit einem das Beißen sicher verhindernden Maulkorb und mit einer Leine befreit. Außer Dieser Zeit sind sie jedoch ebenfalls festzulegen bezw. mit Maulkorb und Leine zu führen."

** Aufgehobene V er keh r s sp e rre. Die unterm 6. Rovember 1923 wegen Ausführung von Kanalisationsarbeiten ungeordnete Derkehrs» spe.re für die Wilhrimstrahe von der Ebelstrahe bis zur Straße Auf der Weiberde ist jetzt auf­gehoben worden.

* Anlagenkonzert findet morgen, Mittwoch, nachmittags 5 Ahr, in der Südanlage durch das Musikkorps des I. (Hessischen) Batail­lons 15. Inf.-Regt. unter Leitung von Obermusik- meister Löb er statt. Dortragsfolge: 1. Armee­marsch II, 198 Friedericus Rex. Grenadiermarsch.

Ewigkeitsdrang können sich ihr Leben zum Kunst­werk gestalten.

Wie wahr urteilt ein Weiser:Wir werden allo als Originale geboren, und wir enden als Kopien."

Eins aber fehlt noch, sein Leben sich zum Kunstwerk zu gestalten: die Güte.

Richt etwa eine schwächliche Gutmütigkeit, die vft in viel Doberan Matze EhMrrktersehler als Charakterstärke bedeutet. Wohl aber die echte, warme Güte des Herzens.

Oder gäbe es nicht zu denken, dah das größte Genie der Well, Michelangelo, den Aus­spruch getan: daß der höchste Gipfel, zu dem des Menschen Seele sich erheben könne, wahre Güte fei?

Richt, was der Künstler gestaltet, ist das eigsttlrche Kunstwerk.

Wir mögen schaffen, was wir wollen, wir bleiben doch nur Stümper des Lebens.

Das größte Kunstwerk, das einer schaffen kann, ist sein Leben.

And der ist der größte aller Künstler, mag er der einfachste Mann, die schlichteste Frau fein, dem es gelingt, fein Leben sich zum Kunst­werk zu gestalten. .

Wie selten aber sind die Menschen, von denen man sagen kann: sie find die Künstler, dieSchöpfer ihres Lebens.

Die meisten nehmen ihr Leben hin als etwas Gegebenes, etwas, das nun einmal da ist, das ihnen auferlegt ist wie eine Last, aber nicht überantwortet wie ein Pfund, mit dem sie wuchern sollen.

Das Leben aber ist nicht ein Schicksal, das uns zuerierlt ist, sondern ein SchicHal, das wir gestalten sollen!

An sich ist das Leben nichts. Erst dein Ange gibt ihm die Gestalt und das Wesen. Dein Auge erst macht es zu einem «roßen Glück oder zu einem tiefen Leid,

Gs gibt Menschen mit lachenden Augen und solche mit müden, traurigen Augen. Die ersten sind die Sonntagskinder, die ein glückliches Leben ein harmonisches Sterben lehrt. Denn es ist eine wunderbare, ost bezeugte Tatsache, dah, die glück­lich gelebt, viel leichter sterben, als die unglück­lich auf dieser Welt gewesen. Die anderen sind die mitten im Leben Todgeweihten, sind die immer Besiegten, die im Staube kriechen.

Werde der Schopser deines ßebenS mit Hellem Auge und mit starker Hand!

And du wirst der Sieger sein, der glücklich macht, weil er glücklich ist.

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Die Jubelfeier eines Vollöleebliugs.

Von Karl Hesselbacher.

Wer dieser Volksliebling ist? Ein sehr schlich­ter anspruchsloser Kalender. Weiter nichts? And doch! Ein Volksliebling. In meiner Kinderzeit war's. Da saß ich mit bren­nenden Backen in dem Stüblein unseres Rach- bam, eines biedern Schneidermeisters, der mit seiner Geige in den Dämmerstunden freundliche Melodien mir vorspielte. An der Wand hingen schön an Schnürchen aufgereiht eine M.nge von Jahrgängen desLatz.er Hinkenden Botin". Da las ich d-ie Geschichte vomBaron Küpser", von derAarrenrosel", vomTress-As", vonKastor und Pollux". Wie ost ich sie gelesen habe, weiß ich nicht mehr. Aber behalten habe ich diese Geschichten bis auf Len heutigen Tag. Damals habe ich nicht gewußt, welche ttefflichm Ramen von Verfassern unter Len Aederschelften iec Ge- fchichten Händen. Heute sind diese Dichter im ganzen deutschen Volle geliebt: Rosegger und Anzengruber und Hermine Villingor. And nicht za vergessen den köstlichen Verfasser derKanzlei­ratsgeschichten", Aloe-t Dürklin. Die Vesten un er Len deutschen Srzahtern haben im »Hinkenden"

F. RaLea. L. vuoertüte zur ypetFwew', 2. von Beechoven; 3. Fantasie a. d. OperMignon", A. Thomas; 4.Seid einig". Marschpotvourri. (neu), C. Morena, 5. Parademarsch derGingen Kerls", aus »Fridericus Rex". M. Roland.

** Der Rundfunksender in Frank­furt a. M. ist erst am 1. April in Betrieb ge­nommen worden. Infolgedessen verlängert sich, wie uns von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, die Gültigkeitsdauer der in Giehen und Amgegend für die Dauer eines Jahres ausgefertigten Ge- nehmigungsurkunden für Anterha iungsrundsunk» empfängerstellen stillschweigend bis zum 31. März 1925, auch wenn auf den Arlunden ein früherer Verfalltag angegeben ist.

** Zugkontrolle auf der Streckt Giehen Wetzlar. DerWetzlarer Anz." macht darauf aufmerksam, dah die durch Ecllih des Reichsministers des Innern am Rande des fran­zösisch-belgischen Ginbruchsgebiets eingerichteter Zugkontrollen, die verhindern sollen, dah Aus« länder ohne Pah und Sichtvermerk in das un­besetzte Deutschland gelangen, nunmehr auch aus die Strecke GießenWetzlar ausgedehnt worden sind. Personen, die sich dem StontrDllbeamtcn gegenüber nicht ausweisen können, haben ihre Festnahme und Vorführung vor die zuständig? Polizeibehörde zu erwarten.

** Zur Warnung für Duswande- rungslustige. In den letzten Mynaten ist wiederholt die Wahrnehmung gemacht kv'orden, daß manche Bcvclkerungskreise den Lockungen und Werbungen von Agenten und Vereinen zur Aus­wanderung nur zu leicht Gehör schenken. Daß Leute Haus und Hof verkauften, um möglichst schnell in das Ausland zu gelangen, gehört nicht zu den Seltenheiten. Kürzlich traf in Hamburg eine große Anzahl von Personen ans dem Ruhr­gebiet ein, um nach Brasilien auszuwandern; die Leute hatten alle Brücken hinter sich abgebrochen, sie waren ohne Mittel für die Aeberfahrt und für den Anterhalt in der Hafenstadt, hatten sich einem anderen Transporte angeschlossen und glaubten nun auf leichte Art ins Ausland gelangen zu können. Diese geradezu unverständliche Hand­lungsweise haben sie schwer buhen müssen *fk muhten nach einiger Zeit, da für sie weder Der- dienstmöglichkeit noch Obdach in Hamburg Vor­händen war, zwangsweise in ihre frühere Heimat zuruckbefördert werden, dort sind sie nun, von allem entblößt und obdachlos, der Fürsorge der Gemeinden anheimgefallen. Cs kann nicht drin­gend genug gewarnt werden, nach den Hafen­städten zu reisen, bevor die Abfahrt mit den be­treffenden Stellen bis in das lleinste geregelt ist. Jeder, der auszuwandern beabsichtigt, sollte sich diesen Schritt zunächst schon im Interesse seiner Familienmitglieder reiflich überlegen, besonders aber sich Kenntnis über die klimatischen und wittichast-tchen Verhältnisse der Emwanderungs- länder verschafsen.

Bornotizen.

Tageskalender für Dienstag Völlisch-sozialer Vlock: 81/. Ahr im Felsenkeller öffentliche Wählerversammlung. Rnnifunkl-aus Löber st ratze: 81 2 Ahc Konzert- and Liederabend Palast-Lichtspiele: Der sprechende Film. - Lichtspielhaus Bahnhofstraße:Tao" undEr".

Aus dem Stadttheaterbureau: Operngastfptel. Für die Titelpartie in dem Frankfurter Operngastspiel am morgigen Mitt­woch, denAleffandro Stradella, ist es gelungen, Herrn Kammersänger John Gläser zu gewinnen. Herr Gläser, einer der stimmgewal­tigsten deutschen Tenore, ist zugleich ein zuvev- lässiger Künstler, so dah am Mittwoch mit Sicher­heit auf einen besonderen Genuh gerechnet wer­den darf. Es ist sehr zu wünschen, dah sich für die Operngastspiele eine noch lebhaftere Teil­nahme zeigt, damit solche besonderen Veranstal­tungen auch in Zukunft ab und M geboten werden können.

Hermann Lo^ns-GedächtniS- Abend. Harry Rothe, Mitglied des Deut­schen Theaters in Berlin, ein Freund und Kenner des Dichters, der in weitesten Kreisen als Lons- Rezitator bekannt ist, veranstaltet am Freitag, 2. Mai, 8 Ahr pünktlich, in der Reuen Aula der Aniversität. zusammen mit Eva Lobers von der Schaugemeinde Berlin, einen Abend, der dem Gedächtnis Hermann Lons' gewidmet ist. Del Abend, der erst Lrzlich in Berlin, Breslau, Ham­burg, Görlitz und in anderen bedeutenden Städten Deutschlands großen künstlerischen Erfolg hatte, dürfte auch hier allgemeines Interesse finden. Man beachte das heutige Inserat.

LanvLreis Gienen«.

£ Wieseck, 28. April. Rach dem in ba Hauptversammlung der Gemeinnützigen Baugenossenschaft erstatteten Jahres­bericht beträgt der Wert des Besitzes 33 900 Mk.. welcher mit 8911,45 Mk. belastet ist, so dah ein

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zam deutschen Volk gesprochen. Wie viel cblfi Geistesnahrung -ist damit m Herz und Gemüt voy HunL-erttaufenden geflossen! Der ,Hinken: e" darf dieses Hahr zum 125. Mal seinen Wandergong Liuvch das deutsche Volk antreten. Gin Tapierer und Wackerer, vor dem man schon das Kiipplein lüften darf. Von jeher ein Streiter für Wahrheit und Freiheit, nicht bloß mit schönen Warten, wie man's im Kriege von unseren Gegnern gehört hat, sondern von Herzen. Er hat immer Las Herz auf dem rechten Fleck gehabt. Was groß and heilig. Las edel und gut ist, das hat er mit seiner Begeisterung gepriesen. And was faul and unlauter war, dagegen hat er 'seinen Krück­stock geschw-ungen und Lreingehauen, Laß nur di« Fetzen so geflogen find. SeineWeltrun>schau" and seine©tanbreben" sind volkstüm iche Kanzel« reden gewesen. Denn ein rechter und echter Ka­lender ist eine Volks kanzel, zu deren Fützen iln- gezählte sitzen. Wer Las Ohr dieser vtcl.it hat, der Weitz, dah aiaf seinen Schaltern eine mächtig» Verantwortung liegt. DerHinkende" ist Lesseo eingedenk gewesen, so lang er auf dieser Kanzel stand. Er hat nur Las gegeben, was er mit seinem Kopf hat Lecken Eoimen.

And ein prächtiges Liebeäwerk hat er fett Jahrzehnten getrieben: die CEcrbearbeit für LaS Erste deutsche Reichswaisenhaus in Lahr! Di« Hunderte von Männern, die von jenem wunder­vollen Dau h-vch oben am Dergrand in die Well hinausgegangen sind, danken es ihm, daß sie dort zu Marinern erzogen worden sind.

Er hat es ums deutsche Voll Verdient, dah es ihm zu seinem Jubeljahr die Hand drückt und ihm sein Dettelsäcklein, Las er für Las j h- ua'er den harten Rotzeiten verarmte Reichswaisen Haas' schwingen maß, mit einer Gabe der Liebe füllen hilft.

Fröhlichen Wandergang, treuherzigerHin­kender" !