Einzelbild herunterladen

raren unv Dtfiottanftp*nsnW&en» te n bestehenden Kabinetts überreicht. Sie ent­hält 13 Radikale, darunter Paschitsch als Mi­nisterpräsident und Rintfchitfch als Mini­ster des Aeußern, und vier demokratische Mit­glieder. Die neuen Minister haben gestern abend den Eid geleistet.

Der Plan desDirektoriums".

Berlin, 28. März. (Wolff.) Der preuß. 6taa 16 ra t beschäftigte sich In ferner Fvettags- sitzung zunächst mit der förmlichen Anfrage bet Sozialdemokraten über die De teilrgung preußischer Beamten unb Mitglieder deS Landtages und des Staatsrates so des Freiherrn v. Gahl, an dem geplanten Direktorin in. Dr. Weinberg (Soz.) legt Verwahrung ein, daß diese Anfrage zur Beratung gelange, ehe die Re­gierung stch zur Deannoortung bereit er­klärt ober die Beantwortung abgelehnt habe. Er verwies sodann auf die von Hitler gemachte Aussage über ein geplantes Direktorium, das aus Minvu?, Gayl und O v p e n bestehen sollte. Frhr. v. Gayl erklärte, der Gedanke, daß nach dem Zusammenbruch des Kabinetts Stresemann em Direktorium mit dikta­torischen Befugnissen regieren sollte fei all­gemein gewesen. ®r selbst habe davon, bah er an dem Direktorium teilneijmcn solle, zum ersten Male Ende Oktober ober Anfang Rovember durch die Lektüre des .Vorwärts" und der »Dass. Ztg." erfahren, die eine Münchener Meldung abgsdruckt hatten, daß ein Direktorium gebildet werden solle aus

Minoux, v. Oppen und v. Gayl.

An demselben Tage fei aber aus München eine weitere Meldung gekommen, wonach eine Ver- sammlung der Da ter ndischeu Der» bände das Direktorium einstimmig a b ge­lehnt hatte, weil c8 mit dem Chef der Heeres­leitung zusammenarbeiten sollte. Gr sei mit dem Generaldirektor Minoux ein einziges Mal in Ost» Preußen zufammengekvmmen bei Der Handlung ei, mit dem Sttnneskonzern. Zwischen den Herren v. Oppen und cyimou, bestünden nicht die geringsten Beziehungen. Es doch wohl frnim anzunehmen, daß, wenn die ausge­stellte Dehaaptung zuträfe, sich die Genannten nicht vorherelnPrvgramm gemacht hätten und dazu hätten sie doch zusammenkommen müssen.

Freiherrn von Gayls Behauptung, auch der Reichspräsident sei mtt dem ©ebanfen um­gegangen, ein Direktorium zu billren, in dem Roske. Südekum und zwei andere Männer sitzen sollten, wird dementiert.

Ein neuer Spionaqeprozeh.

Leipzig. 28. März. (WTD.) Der Staats- aerichtshof zum Schutze Der Republik verurteilte den jugendlichen Reisenden SimonS aus Wick­rath (Rheinland) wegen Hochverrat- und Spio­nage zu fünf Jahren Zuchthaus, 500 Gold­mark Geldstrafe und fünf Jahren Ehrverlust. Der Staatsgeric^Shof sieht als festgestellt an, daß der Angellagte im Frühjahr 1923 mit Leuten der Smeetspartei in Verbindung gestanden hat. Er hat sich Dertrauensmännerkarten dieser Partei auSstellen baffen, um damit Derbindungen mit Belgien zu erhalten und Spionagedienste zugunsten Belgiens zu leisten. 3n Obertasse! wollte er sich G ehei mbefehle und Geheimnisse bet Reichswehr verschaffen. Mit der gleichen Absicht trat er an den Bürgermeister in Wickrath und an den Regierungspräsidenten in Düsseldorf heran Außerdem klebte er Plakate an, die bekannt machten, daß Leute belohnt werden sollten, die für separatistische Interessen arbeiteten. Die Tat dei tlngeflagten fällt unter die Verordnung des Reichspräsidenten vom 23. März 1923.

t Die beutfdje Auswanderung.

Berlin, 28. März. (Priv.-Tel.) In einem Artikel über die deutsche Auswanderung wird festgestellt, daß im Jahre 1919 3000, im Jahre 1920 10 000, im Jahre 1921 25 000, im Jahre 1922 37 000, und im Jahre 1923 mehr als 120 000 Personen aus Deutschland auSge- wandert sind. Für das Jahr 1924 ist eine tw e i- tere Steigerung der Auswanderung zu erwarten. In den Jahren nach 1900 machte der Abfluß durch Auswanderung nur den 25. Teil des natürlichen Zuwachses aus, der sich für die deutsche Bevölkerung aus dem Mehr an Ge­burten gegenüber den Sterbefällen ergab. 3m Jahre 1923 ist bereits e i n n f t e l des na­türlichen Bevölkerungszuwachses im Wege der überseeischen Auswanderung abgeflossen.

Kommunistischer Wahlsieg im Ruhrgebiet.

C s s e n, 29. März. (Priv.-Tel.) Bei den gestrigen Wahlen zu den Betriebsräten auf den Schachtanlagen des Ruhr­gebiets wurden nach den bisher vorliegen­den Ergebnissen auf 19 Schachtanlagen für die Union (Kommunisten) 5736, für die alten Verbände (S o z i a l i st e n) 2330, und den Ge­werkverein christlicher Bergarbeiter 2177 Stimmen abgegeben. Das bisherige Er­gebnis stellt einen gewaltigen Stimmen­zuwachs für die Kommunisten dar, während der alte Verband mehr als die Hälfte seiner Stimmen verloren hat. Die Stimmen der christlichen Gewerkschaft hallen sich ungefähr auf ihrer bisherigen Höhe.

Der britische Derkehrsftreik.

London. 29. März. (Wolff.) Im Unter» Haus erflärte Macdvnald zum Londoner Ver­kehrsstreik, wenn auch die Arbeitgeber und die Arbeiter abends zusammenkämen und wenn die Verhandlungen am Freitag fortbauern sollten, müsse die Regierung doch mit Befugnissen ausgerüstet fein, die hn Falle einer Aus­breitung des Streiks oder falls die Bedürfnisse des Publikums eine besondere Aktion erforderten, nötig sein würden. ®nte Proklamation, die das Bestehen einer Rvtlage verkünde, werbe bald erlassen werden und für einen besonderen Trans» bcrtbienft für die Krankenhäuser würde gesorgt werden.

Die großen öffentlichen Dienstzweige müßten im Gange bleiben und die Beamten müßten bei der Ausübung ihres Dienstes gesMtzt werden.

Oie Regierung betrachte es nicht al» ihre Auf-

fltiBe, den OtoetT Surrt Scheitern zu bringen. Ote berücksichtige die Bedürfnisse des Publikums und werde nichts tun, um das Gebiet des Streiks auszudehnen oder die Differenz zwischen den Ar­beitgebern und den Arbeitnehmern zu verschärfen. Baldwin und Lloyd George sprachen der Regierung ihre Zustimmung zu ihrer Haltung aus.

Verschiedene Mitglieder des K r o n r a t s find aus London in Lord Derbys Sitz Knowsley Hall, wo augenblicklich der König weilt, ein- getroffen. Der@t>ening Rews" zufolge war der i»weck bet Zusammenkunft, dem Könige zu er­möglichen, die Proklamation einer Rote zu unterzeichnen, die der Regierung die nötigen Dollmachten verleiht.

Im Streik der Angestellten jber Londoner St raßen bahn und Omnibusse ist bereits ein llebereintommen erzielt worden. Dieses unterliegt jedoch noch der Bestätigung der beiden Parteien. Das Abkommen sieht eine sofortige Lohnerhöhung von 6 Schilling wöchentlich vor, die übrigen 2 Schilling, die von den Angestellten gefordert worden waren, sollen entsprechend dem Steigen der Kosten der Lebenshaltung gewährt werden.

Rücktritt Daughertys.

Washington, 28. März. (WTD.) Ge° neralstaatsanwcüt Daugherry hat feinen R ü ck t r i t t eingereicht, der vom Präsidenten un­verzüglich angenommen wurde. Dieser Schritt ist auf das Ersuchen C o o l i d g e s zurückzuführen, das damit begründet wird, daß der Generalstcrctts- anwalt sich geweigert habe, dem Ersuchen des älntersuchungsausfchusses des Senats stattzugeben, gewisse Dokumente über den Gewehrfchmug- gel an der mexikanischen Grenze auszuliefern. Daugherly erklärte, er fei lediglich Im Hinblick auf das Ersuchen des Präsidenten zurückgetreten. Be­kanntlich wurde fein Rame im Zusammenhang mit dem Petroleumskanbal viel genannt, in Verfolg dessen man feinen Rücktritt täglich er­wartete.

Aus dem Hessischen Landtag.

Darmstadt, 28. März. (Priv.-Tel.) Der hessische Landtag erledigte in rascher Folge fast ohne Debatte nach den Vorschlägen des Aus­schusses: die Regierungsvorlage über das Ab- ändevungsgesetz zum Gemeindeumlagen- gesetz, die Vorlage über dieRuhegehalts- verhältnisse und Hinterbllebenenfürsorge der Hess. Staatsbeamten, eine Vorlage bett, die Ver­einfachung bet Oberrechnungskam­mer, nach der die Rechnungen aus den Iah.en 192023 nicht mehr geprüft werden sollen, sowie die Vorlage über eine Abänderung des Gesetzes zur Reichspachtschutzordnung. Sehr ein­gebe nb wirb die Vorlage über

die Gewährung einer Entschädigung von 10 000 ML an den zu Unrecht im Jahre 1908 entmündigten Jakob Wolf I. in DraiS bei

Mainz

Der Abg. Kindt (Dntl.) «Wirt eS für höchst bedauerlich bah in der Begründung der Vorlage noch immer die geistige Zurech­nungsfähigkeit des Wolf in leisen Zweifel gezogen werde. Das fei «in grobes Unrecht, denn Wolf sei höchstens klüger als an­dere. Das habe man ihm anscheinend übel ge­nommen. Gewiß sei der Rechtsanspruch auf Ent­schädigung nur auf einen Landtagsbeschluh be­gründet, aber die geradezu ungeheuerliche Ds- handlung des Wolf schreie nach einer Wiedergut­machung. Er bitte darum, über dm Regie ungs- vvrschlag hinaus die von dm Sachverständigen für richtig gehaltene Entschädigung von 30 000 Mark au bewilligen. Abz. Dr. Werner (D. Rtl.): Die Schuld an den ganzen Dingen trage das skan dalöse Gutachten des Dr. Berli­ner in Gießen. Und es habe fast den Anschein, als ob da nicht alles in Ordnung gewesen sei. Wolf sei von feinen Dorffeinde:, fo gepeinigt ocr'en, bah es wie ein Wunder sei. bah er nicht tatsächlich hn-firadg geworden sei. Einen besseren Beweis seiner geistigen Gesundheit habe es gar nicht geben tonnen. Staatsrat Schwarz. Der Fall sei gewiß sehr bedauerlich,

Die Entmündigung fei auf Grund des ein­gehenden Gutachtens deS Dr. Berliner rrfolgt, die Auf Hebung di >ses Ce ichtsbesch'ufs s auf® und des gegenteiligen Gutachtens d_>s Krelsarstes Dr. Schäfer. Ein Rechtsanspruch bestehe nicht und eine Entschädigung könne nur aus Dilllgkeits- gründen erfolgen. Gewiß sei das Gutachten des Dr. Berliner ein Fehlschluß gewesen, aber von einer Schuld könne Wohl keine Rede fein. Die Höhe der Entschädigung müsse mit Rückstcht auf die Etaatsfinanzen erfolgen. Abg. Kindt (Deutschnat.) bestreitet energisch, bah Dr. Berliner eingehend den Geisteszustand des Wolf unter­sucht habe. Sein Gutachten sei fahrlässig ge­wesen und es werde sich zeigen, ob man ihn dafür werde haftbar machen können. Wolf sei keinGrenzfall". Wenn Dr. Berliner sich so Herausrebe, so solle doch die Regierung ihm das nicht nachreden. Das sei ihrer unwürdig. Mi­nister v. Brentano: Die hessische Justiz habe in dem Falle einwandftei gehandelt. Den Prof. Berliner, der läng st nicht mehrin Giehen sei, zu verteidigen, habe er feinen Grund. Abg. Dr. Osann (Disch. Dpt.) hätte es für richtiger gehalten, sich erst mit dem Wolf über die Hohe zu einigen und beantragt deshalb, die Sache an die Regierung zurückzuver weisen. Rach weiterer Debatte wird der Antrag Dr. Osann angenommen.

Rach einer Pause wirb der Entwurf eines Gesetzes zur Pachtfchuhvrdnung angenom­men. Bei der Wahl ber Mitglieder zum Ober­schiedsgericht für Felbberetn ig ung wird der Dom Ausschuß vvrgeschlagene Vorschlag angenommen. Dann wird beschlossen, den s. Zt. vom Sonderausschuß gewählten Unteraus- schuh für den Deamtenabbau auch nach Auslösung des Sonderausschusses bestehen zu lassen. Äach Bericht des Abg. Delp wird der tem Finanzausschuß gestellte Antrag auf Er­höhung der Diäten der Darmstädter 2Q> geordneten von 3.50 Mk. auf 4.50 Mk., der aus­wärtigen Abgeordneten von 5.60 Mk. auf 7 Mk. und der älekernachtungsgebühr ebenfalls auf 1M. genehmigt. Die Tagesordnung ist bamU erledigt. Präsident Adelung gibt bekannt, da voraussichtlich ber Landtag wieder Ende Mai zusammentreten wirb, daß der Voranschlag E.tbe April zur Be­ratung in den Finanzausschuß kommt

Kleine politische Nachrichten.

Die Gründungsarbeiten für die G olddtS- kontbank sind nunmehr soweit gefordert, daß das Institut etwa Mitte April seine Tätigkeit auf­nehmen wird. Das deutsche Konsortium, das die eine Hälfte der Aktien der Bank in Hohe von 5 Millionen Pfund Sterling übernommen hat, setzt sich aus rund 140 deutschen Banken und Bank­häusern mit ihren zahlreich über ganz Deutschland zerstreuten Filialen zusammen. Die Berliner Stempelveveinigung ist an der Uebernahme mit 56 Prozent beteiligt. Heber den Emissionskurs der Aktien steht noch nichts endgültiges fest.

*

Die Reichsregierung wird bei der An­kunft der Leiche des in St. Martin-de- verstor­benen Ruhrgefangenen W i l l i D r e h e r auf dem Anhalter Bihnhof in Berlin einen Kranz am Sarge niederlegen und zugleich dem Toten, der Feldzugsteilnehmer war,militärischeEhren erweisen lassen. Den vereinigten Vaterländischen Verbänden, denen Dreher angehörte, ist eine ihren Wünschen entsprechende Beteiligung bei der Trauerfeierlichkeit zugesichert worden.

*

Auf der Zeche König Ludwig trugen sich im Zeitraum einer Woche drei tödli che Unfälle zu. Wenn das sozialdemokratische Bochumer Dolksblatt" diese auffällige Zunahme der tödlichen Unfälle auf die schrankenlose Aus­beutung der Bergleute durch die Zechenbositzer zurückführt, so ist demgegenüber festzustellen, daß die Verwaltung der gesamten Zechenanlagen seit Monaten in den Händen der Franzosen liegt.

Laut privaten Informationen sind Kahr, Lossow und ©elfTer zu einem !4tägigen Er­holungsurlaub nach Italien abgereist.

*

Die beiden völkis chen Organe, »Groh» deutsche Zeitung" und «Deutsche Presse" sind we­gen Aufforderung zu Gewalttaten, zusammenhän­gend mit den Strafanträgen Im Hitlecprozeh, auf eine Woche verboten worden.

Der vom Ständigen Ausschuß des Preuh. Landtages eingesetzte Unterausschuß hat vor­läufig beschlossen, nur 400 Prozent Zuschläge zur Grundsteuer (ober 16 Prozent der Friedens­miete) als Hauszinssteuer zu erheben, und zwar nur zur Förderung der Reubautätigkeit und zur Bestreitung sozialer Ausgaben. Die Hälfte soll den Reubauten zugute kommen.

*

Der dänische Reichstag hat die Ge­setzesvorlage über den Dau einer Drücke über den Kleinen Delt angenommen. Die Bau­kosten wurden auf 40 Millionen Kronen veran­schlagt.

Das oberhessische Heimatblatt feit 1750 ist der GietzenerAnzeiger Bestellungen zum 1. April nehmen entgegen in drc Stadt die Träge­rinnen, auf dem Lande die Zweigstellen' Inhaber und die Post.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 29. März 1924.

Die Sondcrftener vom bebauten Grundbesitz

für das Rechnungsjahr 1924 wird vom hessischen Gesamiministerium soeben aus dem Verordnangs- wege in Kraft gesetzt Steuerpflichtig ist der Eigentümer des der Sondersteuer unterliegenden Gebäudebesitzes ohne Rücksicht daraus, )b er eine natürliche Person ist oder nicht. Der Steuer­pflichtige ist berechtigt, diese Steuer nach dem Verhältnis der F.cedensmiete auf die Nutzungs­berechtigten des der Sondersteuer unterliegenden Gedäudebesihes umzalegen. Als Friedensmiete gilt der Goldmarkbetrag des M.etzinses, der für die mit dem 1. Juli 1914 beginnende Mietzeit vereinbart ober in besonderen Fällen von dem zuständigen Mieteinigungsamt fei'lgefegt ist ober wird. Der Steuersatz beträgt 60 Goldp.emng vom Hundert des Steuerwerkes. Reubauten od.r durch -Um» oder Einbcutten neu geschaffene Gebäudeteile, die erst nach dem 1. Iutt 1918 bezugsfertig ge­worden sind unterliegen der Besten.rang nach diesen Vorschriften, wenn sie mit Beihilfen aus öffentlichen Mitteln ausgeführt worben sind. Die Gemeinden (Gemeindeverbände) sind befestigt, mit Genehmigung des Ministeriums des Innern für das Rechnungsjahr 1924 eine Sondersteuer Dom bebauten Grundbesitz nach Maßgabe dieser Verordnung für ihre Rechnung -u erheben. Die Steuer ist in sechs Zielen leweils bis zum 18. April, ,6. Juni, 6. Augast, 18. Oktober, 6. De­zember 1924 und 6. Februar 1925 zu zahlen.

*

"Militärpersonalien. Unter Bewil­ligung der gesetzlichen Versorgung scheidet mit dem 31. März Oberst Klein ha ns vom 15. Inf.» Rgt. in Gießen aus dem Heeresdienste aus. An seine Stelle tritt Oberflbnitnant Fritz vom Stabe der 3. Kavallerie-Division.

"Vom Versorgungsamt Gießen wird uns mitgeteilt, daß die nächste Pensions­zahlung am Momag, 31. März, stattfindet. Am 1. und 2. April bleibt das Dersorgungsaml wegen Ileberlei.ung der aufzulöfenOen Versorgungs­ämter W:tzlar und Marburg geschlossen.

** Die Veranlagung zur Ver­mögenssteuer betrifft eine wichtige Be­kanntmachung der Finanzämter Gießen, Butz­bach. Grünberg und Hungen, die im Anzeigen­teil unseres heutigen Blattes enthalten ist. Die Steuererklärung ist in der Zeit vom 1. bis 15. April einzureichen. Vordrucke sind bei den Finanzämtern zu haben. Alles Nähere enthält die Bekanntmachung, die wir den Steuerpflichtigen dringend zur Deachwng empfehlen.

A 116er Gedenkstein. Die Vorberei­tungen für die Errichtung des 116er Gedenk­steines in Gießen find jetzt soweit gediehen, daß die Einweihung, verbunden mit dem 116er-Tag, voraussichtlich im August fbattfinben kann. Die Regimentsveremigungen in Oberhessen, Darmstadt

Mw. TtnD gegs. rttoärttg mtt dem Etistammekn vvS Beiträgen beschäftigt. Im vorigen Jahre wurden bereits beträchtliche Summen geftiftet, die aber jetzt größtenteils entwertet sind. Man gedenkt tu Mal mit der Herrichtung des Platzes zu beginnen.

** E inbruch in das st ädt i sche Wohl­fahrtsamt. In der Rächt zum Donners­tag wurde in das städtische Wohlfahrtsamt. Garlenfttahe Rr. 2, eingebrochen, wo der oder die Täter sämtliche Räume durchstöberten und die darin befindlichen Schreibttsche und Schränke mit einem Stemmeisen gewaltsam aufbrachen. Aus mehreren verschlossenen Schubladen wurden ungefähr 350 Goldmark in bar entwendet. Ferner wurden ein Paar ge­tragene Knabenschuhe, Rr. 37, im Werte von 4 Mk., ein Paar Konfirmandenstiefel, Rr. 39, im Werte von 6 Mk^ und 4 Meter blauer Kleiderstoff im Werte von 7.30 Mk^ gestohlen, ebenso die Schlüssel des Kassenschrankes. Als Täter dürften zwei Personen in Frage kom­men, welche bis jetzt noch nicht festgenommen find.

** Ein prächtiger Abend bei MarcellSalzer. Wer die Gafteaainb Sorgen des Alltags mal für einige Stunden verscheuchen wollte, der sand dazu am Donnerstag cckend im Stadttheater bei dem heiteren Vortragsabend von Pros. Marcell Salzer die beste Gelegen­heit. Und Marcell Salzer, der beliebte Vortrags­künstler, kann wiederum mit seiner Gießener Ge­meinde von einer solchen kann man ruhig sprechen sehr zufrieden fein, denn sie bereitete ihm durch einen außerordentlich starben Besuch (das Stadttheater war fast ausverkaust) und durch sehr starke Deifallsbe<zeugungen die wohlverdiente reiche Anerkennung. Da Marcell Salzer am Don­nerstag gerade Geburtstag hatte, so bereitete ihm Hofrat Steingoetter zu Beginn des Abends eine sinnige Ehrung, die das Publikum mit leb­haftem Beifall begleitete, und dann ging« los! Dem Griesgram wurde eine schneidige Schlacht geliefert, und auf der ganzen Linie blieb der sprühende, geistvolle Humor des wackeren ^Käm­pen" am Vortragstisch Sieger. Die Lachmuskeln der Zuhörer wurden gar kräftig in Bewegung gesetzt, und was Marcell Salzer seiner Gemeinde bot, war, wie immer nur gute humoristische Kost von größter Vielseitigkeit und Erlesenhebt, unter der aber die Vorträge in sächsischer und bayerischer Mundart unzweifelhaft die köstlichsten Gaben waren. Das Publikum war im Hand­umdrehen in der ausgelassensten Fröhlichkeit, und in dieser Stimmung nötigte es dem Meisten immer mehr Gaben seiner Kunst ab, bis schließ­lich die angekündigte Dortragszeit recht erheblich überschritten war und Salzer dann auch dem stürmischsten Drangen nicht mehr zu Willen sein konnte. Es waren köstliche Stunden, die man dem Vortragenden herzlichst dankte und die ihm bei feiner Wiederkehr von vornherein wieder ben freundlichsten Empfang gewährleisten.

* 3 tt> e l Film-Desonderheiten wer» den in diesen Tagen wieder dem Gießener Publi-^ tum dargsbvacht. In den Palast- Lichtspie­len ist eS der FilmInri, ein ausgezeichnetes Paffionsspiel, das bereits in vielen anderen Städten, u. a. auch in Großstädten, mit glanzendem Erfolg gezeigt wurde und dem auch hier die wohl­verdiente Aufmerksamkeit aller Freunde einer ge­haltvollen Kinvkunst zuteil werden sollte. Dieser Film kann mit gutem Gewissen auch den Kindern gezeigt werden. Die andere Besonderheit ist der Fridericus Rex", den das Lichtspielhaus Bahnhofstraße jetzt wieder auf die Leinwand bringt. Dielen Mitbürgern wird dieser Film, bei durch seine trefflichen Qualitäten schon zur Genüg« vorteilhaft bekannt geworden ist, wieder einige na­tionale Feierstunden bereiten.

** Don dem Äomltee der Gießener Frühjahrsmesse wird uns mitgeteilt, daß zu der Schaumesse vom 30. März bis 6. April wieder zalüreiche größere Unternehmungen ein­getroffen sind, z. B Berg- und Talbahn, In­dische Spie-le, Dvezlalltät in Theater, Panorama Abnormitäten. Ring- und Borkampfkonkurrenz, der Indianerriese, sowie Verocrufsbuden jeglicher Art, Karrussells, Schaukeln usw. Jedermann wind der Messebesuch bestens empfohlen.

^cttcrwrnneiage

Wollig, teils neblig, Winde au8 nördlichen Richtungen, kühl trocken.

Bornotlzen.

Tageskalender für SamStaA. Handwerker-Dersammlung 8 Uhr rm Postkeller mit Vortrag des Syndikus Schüttler-Darm st adt über wichtige Handwerkerfragen. V. H. C. 8 Uhr auf der Liebigshöhe 16. StiftungS» unk DeÄ>rierungsfest. Radfahrel>Verein Fortuna* 8 llhr im VereinSlokal Monatsverfammlung. Licht p'elhaus, Buhnhofstraße: , Fridericus Rex", Palast-Lichtspiele:3rcri.

Tages kalender für Sonntag Gießener Kvnzertvereln: 7V2 Ähr in der Aula. Berliner Dokalterzett. Stadttheater: 31/? Ahr Das Krokodil", 7 AhrDrei alte Schachteln". Zeichenausstellung in der Oberrealschule 10 bis 6 Ahr. Verein Kanaria: 3 11 br bei Felsing Hauptversammlung. G. S. C. von 1900: 10 Llhr Dorrn. Turnhalle der Stadt kn aben schule leicht­athletische Vorführungen. Gießener Radfahrer- Verein 1885: Vg2 übr vom Hess. Hof Anfahren. Lichtspielhäuser dasselbe Programm wie am Samstag.

Stadttheater Operngast­spiele im April. Aus dem Siadttheater- bureau wird uns geschrieben: Don den vorge­sehenen Gastspielen der Frankfurter Oper findet das erste am Dientag, den 8. April, statt und bringt Lorhings beliebte Oper .Zar und Zimmer­mann" in der ersten Frankfurter Besetzung. In Hauptpartien sind beschäftigt Rich v. Schenk, Rod. v. Scheidt, Adolf Jäger, Rich. Riedel unb Martl Schellenberg .eine glänzende Be­setzung, wie sie in der .Provinz" wohl selten zu hören ist. Für dieses Gastspiel genießen bie Diens­tagsabonnenten eine Preisermäßigung von 1,50 bis 2 Mk. für den Platz und es werden ihnen die AbonnementSplähe bis einschließlich Freitag, 4. April, reserviert. Die Kartenausgabe für bie Abonnenten beginnt am Montag, den 31. März, als Ausweis dient die Abonnementskarte der letz­ten Serie. Don Samstag, den 5 .April an, mtt Beginn der Kasienstuirden, werden alle noch vor­handenen Plätze ohne weitere Einschränkung ver­kauft, 'Seftellungen, die auf diese Plätze eingegan­gen sind, werden in der Reihenfolae des Ein­gangs vorgemerkt und er lebig L

Gießener Turnerschaft. Morgen. Sonntag. Dormittag findet in der Turnhalle des Turnvereins, Steinstvahe, das Gerätewetturnen deS 2. Bezirkes vom Gau Hesien statt. (S. Llnzeige.)