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D. 24 Swett« Blatt
Die Polenmark.
Hon Ouflfrtcb Dyck- Äbnigiberg l Pr
D« Polenmark, die 1920 kaum noch zwei Pfennige der deutschen Papiermari galt, war tm (Zähre 1923 für uns eine hochvalnta. etsche DährungS<mh«tt geworden; doch lag bajß nicht etwa daran, dah die Dolenmark ihren Ruifl hielt, sondern daran, tah die deutsche Paptennark unter dem Druck der Riihrb-ttct- zung und der dadurch verstärkten Passivität unserer Handelsbilanz viel rascher alA die Polenmark sank. Die polnische Mark blieb, was sie vorher gewesen, ein schlechtes Papier, das den Gradmesser für das Mißtrauen abgab. das man tm Auslande dem polnischen Staat und der polnischen Wirtschaft cntgegenbrachte. So fiel, trotz der in Aussicht stehenden französischen Anleihe die Polenmark weiter. Erst in langsamerem 2empo. Als aber dir polnischen Rationalisten in dem Kabinett Ditos- Korfanth-Dmowski sich eine 'Regierung schufen, die ihre Pläne verwirklichen sollte, wurde der Sturz zur D ä h r u n g S k a t a st r v p h e und erreichte bald die Fallgeschwindigkeit der AetchSrggrk. Don 50 000 Polenmark sank der Kurs auf 5 200000 für den Dollar tm letzten Halbjahr 1923. Auch Herrn GrabSkiS Sa- nierungsprogramm konnte den Sturz nicht auf- kalten. Am 4. Januar muhten an der Warschauer Börse bereits 7 200 000 für den Dollar bezahlt werden, am 8. Januar wurden In Warschau bei einem amtlichen Kurs von 8300000Mk. im Freiverkehr bereits 12000 000 für den Dollar bezahlt und in Danzig wurden 1 000 000 Polenmark mit 0,56 Gulden (Dan- ztger Währung) notiert. Der Banknotenumlauf steigt dementsprechend. Er ist nach dem Bericht GrabSkiS im Fmanzauolchust des Sejm, den dieser am 2. Januar erstattete. In der Zeit vom 30. November bis 20. Dezember 1923 um 29 Billionen gestiegen und betrug zu diesem Termin 82 Billionen, am 1. Januar 1924 bereits 91 Billionen. Wer, wie wir in Deutschland, solchen Zerfallprozch der Währung erlebt hat, weih, dah es bei einem derartigen Entwertungstempo kein Aufhalten gibt. Der verhängnisvolle Kreislauf der Da - r e n t e u e r u n g, der steigenden L o h n - u n d DehaltSforverungen. derDefiztt- wirtschaft im Staatshaushalt, der steigen» den Inflation infolge ungedeckter Kredite und der Zahlungsmittelnot ist nicht zu hemmen. 3m letzten Quartal des Jahres 1923 wurden anstatt der vorgesehenen 19,78 Btllio» nen 96 Billionen im polnischen Staatshaushalt verausgabt. Das sind nach dem Stande vom 31. Dezember 18'/, Millionen Dollar oder rund 75 Millionen Goldmark, in Wirklichkeit aber sind es, da diese Beträge im Laufe von drei Monaten, also bei einem vielfach höherem Kursstände angegeben sind, vielleicht das Drei- bis Dierfachc dieses Betrages. Gedeckt aber sind noch nicht einmal die vorgesehenen zwanzig Prozent des Staatsbedarfes in dieser Zeil. Immer schneller muh sich daher, trotz der Anstrengungen Grabskis, die Abwärtsbewegung vollziehen, wenn nicht In Polen ein völligandererpolitischerundwirt« s ch a f t l i ch e r Kurs die Ursachen des Währungsverfalls beseitigt. Diese liegen nicht, wie In Deutschland, an der Unterbindung der Produktion durch feindliche Handlungen und an der Zerrüttung der Finanzen durch feindlich« Forderungen, sondern sie liegen daran, dah Polen seine wertvollsten Bodenschätze und Industrien in unverantwortlichem Leichtsinn der Ausbeutung französischer Geschäftsleute ausgellcfert hat, die Raubbau treiben und den Gewinn aus dem Lande ziehen, und sie liegen daran, datz Polen zur Durchführung seiner imperialistischen Politik di« Einnahmen des Landes zu einer seine Kraft übersteigenden militärischen Rüstung verwendet, die ihm von Frankreich zu hohen Zinsen auf Kredit geliefert wird.
Di« Sachlage würde sich auch nicht ändern, wenn Polen etwa wie Deutschland durch Aen- derung seiner Währung sich ein wertbe- stänoigesZahlungsmittelzu schaffen versuchte. Durch die Verschleuderung des tnert- vollsten Teiles seines Volksvermögens an französische Kapitalistengruppen ist Polen
Vom alten Nettelbeck.
(Zu seinem 100 TodeStag. 29. Zanuar )
Joachim Rettelbeck wird stet- im Herzen des deutschen Ikfic# forrle'.-en alS ein prächtiger Vertreter jene? vaterlandsliebenden, opfert obigen Bürgertums, wie es sich in den Freiheitskriegen •fferoartc Zn ihm ist die Tüchtigkeit und Ehrlichkeit. die Tatkraft und der MaimeSrnnt cditc.i deutschen DefenH wie in einem Sinnbilde verkörpert und wir können unS nur wünschen, dah vir noch recht viele Persönlichkeiten im Lause unserer Geschichte erleben von dem Schlage des alten lettenMit der ruhmvollen Verteidigung Kvlderg-.x :tad> PreustenS Zusammenbruch im Zabre 1807 ist sein Tiame für immer verknüpft. Stan aber fein Andenken unter unS so lebendig Geblieben ist. bah wir die kernige Gradhrit und Derbe Natürlichkeit des trefflichen Tnarnioe verspüren. wie wenn er noch unter unS wäre. daS beranken wir seiner unvergänglich frischen Lebensbeschreibung. die er als alter Maim aufsehte. um seiner spät geborenen Tochter durch den 6t- tnag des Buche» einen Rotpfennig für die Zu- bmft ut sichern Sr schenkt.' >imit feinem Bolke .«ine Der unmittelbarsten, frische ten öelbftbiog'.a- een. die es befinr. wie der Geschichtsschreiber deutschen Selbstbiogvaphic Theodor Kiaiber kurteilt hat. Der erste Herausgeber Haken hat dieses köstliche Derk, das unter unS besonders in Den Langewicschefchen .Büchern der Äo e" verbreitet worden ift, richtig chrraklerisieri, wenn er taat: .Hier ist 2lettc£5c<f ganz er selbst. Sr gibt sich, wie er ist. und fcin Ccbcn ist so wunderbar «ich ausgestattci vom Schickkai und gleicht, bei bm spvechendsien Merkmalen maarr Giaubwür-
Lietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Hberhefsen)
kaum noch tu der Lage, irgendwelche Sicherungen zur Deckung eurer für eine neue Währung aufzunehmenLen Anleihe zu bieten. AuSlandSan leihen zur Ltabillslerung der Währung. das hat Grabski in feinem Fi- narrzexposö selbst -ugegcben, sind völlig ausgeschlossen. Würte man, tote In Deutschland, versuchen, durch Belastung von Lackwermn die Deckung beizubringen und durch rigoros« Steuermahnahmen die Mittel zum Ausgleich des Budgets cinyitreiben, so nürden bk fremden Ausbeuter (einer Bodenschätze und Industrien (toahrscheinlich nicht ohne Erfolg) die gröhten Schtoicrigkeiten ma- d>en. Wollte man den fremden Ilruernehmun. gen steuerliche Vorrechte gewähren, so würde der Augen davon nicht dem Lande zufliehrn und die heimischen Erwerbskreise müßten eine so grohe Steuerlast auf sich nehmen, dah sie rasch zum Erliogen kämen. Doch selbst, wenn die Widerstände überwunden werden könnten, so würde das der Wirtschaft des Landes nicht zugut kommen, sondern nur zu verstärktem "Raubbau durch fremde Unternehmungen, der das Land noch rascher aussaugt, führen. Der Sanierungsplan Grabskis, der aus einer Vermögensabgabe m drei Zähren eine Milliarde Goldmark gewinnen will, pro Zahr also 333 Millionen, deckt damit, wie der StaatS- verbrauch des verflossenen Quartals zeigt, kaum ein Viertel des ZahrcSbedarfs. älngedeckt bleiben dann noch em 750 bis 900 Millionen Goldmark, die durch Steuern beizutreiben wohl kaum auch nur in nennenswertem Umfange gelingen dürfte, da Frankreich eine Verminderung des HeeresbudgetS, das etwa die Hälfte der ganzen Ausgaben erfordert, nicht zuläht und die ErsparniSmahnahmen auf diesem Gebiet rückgängig gemacht werden mußten. So müssen GrabSkiS Versuche zur Stabilisierung der Währung unwirksam bleiben. Die 21 b - hänigkciiPolenS von Frankreich reiht es in den Abgrund und auch eine neue Währung und neue RegierungSmä: ner werden es davor nicht erretten. Die Fallgeschwindigkeit der Polenmark muh wachsen, solange diese wirtschaftliche und politische Abhängigkeit besteht. Man kann durch künstliche Mittel — wie wir bei den Havensteinschen Versuck>en, die Papiermark zu ftabiHfiercn, gesehen haben — die Bewegung wohl ein- oder das anbcremal durch große Qpser auf Wochen und Monate aufhalten, dann aber muh d i e Reaktion um so stärker sein. Auch eine neue Währung würde in Polen sehr rasch den Weg der polnischen Mark gehen, wenn die Ursachen des Währungsverfalls nicht beseitigt werden.
Der Seekrieg der Zukunft.
Don Kapttänleutnanl a. D. Steinbrinck.
Einer der bedeutsamsten Schritte des verstorbenen Präsivcnlen Harbing auf dem Gebiet dec Auhenpolitik war sein Versuch, den angelsächsischen Mächten die im Kriege errungene Vormachtstellung zur See auch für die Zuftmft au sichern. Gs war ihm gelungen, von Grvh- brt lärmten den Verzicht auf die Fortführung der traditionellen Flottcnpolttik deS two Power ftan- dard zu erreichen und die Anerkennung der ameri- kanischen Marine als gleichberechtigten Macht- föfter durchzusetzen. Die Konferenz von Washington sollte auch für die übrigen Seemächte ein feste- Kräfteverhältnis schaffen und dadurch England- und Amerika- Suprematie auf den Weltmeeren be- fiegcln. Aach langen Verhandlungen ist das Wa- shrngtoner Abkommen vor kurzer Zeit ratifiziert worden, allerdings ohne die Hoffnungen HardingS ganz zu erfüllen. Denn ein Volk, das nach Weltgeltung emporstrebt und feinen Handel über die Meere in alle Grdteile zieht, kann fich niemals vorschreiben lassen, wie grvh ober wie Dein die Mittel »um Schuh feiner Interessen fein dürfen. Gs fei beim, dah e» freiwillig auf aktive Weltpolitik verzichtet I Richt mit Papier und Verträgen, sondern mit Blut und Waffen wird wie vor Zahriausenden auch rn Zukunft daS Schicksal seefahrender Rationen entschieden.
Auch dem zur See bisber schwächeren Volle geben die im Weltkriege erprobten Waffen die Mittel in die Faust, um selbst den Kamps mit einer der alten Grohmöchte nicht zu scheuen, wenn es die Zukunft deS Landes erfordert. Dutzende der schweren Dreadnoughts und lieber - Dreadnought-, die früher den Kern der Kriegs
flotten bildet en, fbxb durch die Ausbildung der Uboot*-. Schnelldootc. Minen- und Fiiegerwaffen und durch neuzeitlich.- Spncngtechi^ zum alten Giten gelegt worden. Gewaltige Kolo'te von den ^.itrlfungm der gröhten Schnelld^r.ro'er. mü wenigen, ganz schweren Gefchüne-v stärkste: Pan- ^eruna forgialngftcm Untcrtraücr4^ • «mb m rhre Stelle getreten. Aber die enrr-. n Kosten solcher Schiffe beschränken von <elbTi ihr: SS fiel daher den Seemächten nicht al!^ 'chw.-r. 1t4> in Wal Hinglon über e.nr geA-nfet! ge Hoch zahl an Linienschiffen und Schlach trcuzern einigen. Richt dagegen ftxmtc man sich über bte Zahl an Minenschisfen, Ubootcn und Luftfahrzeugen verständigen, die jedem Staate gestattet sein sollte. D.mn ger.x^.- her ^ttncnfrleg, Mbeptfrleg und Luftkrieg wird kom- > enden Seekriegen ein besonderer Gepräge geben.
Indefchränft gehen die Rüstungen i - b.ckn Waften weiter.
Za pa n baut llnterwasterschisfe. di. mehrfach den Stillen Ozean durchgueren kuxnc.i; Holland konstruiert Spezialbootc für d r tropi- rd.<m Gewästce Auf britische» i hen befinden sich UbDOte aus Stapel, wetchv bic lyiiat l outfchen Ukreuzer an Gröhe um b-.e dreifache übcrlteffcn und mit schwersten Getchuvm ausgerüstet find. Reue Formen deS '.'ii.?lwasfer- k'.ieges erscheinen möglich: überr^rsch.mke Küsten- te1. icstungcn, Artilleriekämpie zwischen U- Linienschiffen, Handelskrieg nri: U-Kr.uzem. die den Kampf mit jeder Ubootsfalle und jedem Hilfskreuzer aufnehmen könien. Vermochte Deutschland seine llboote im Weltkriege nut selten über den Allantll und in das ck'.smcer zu IcuidLm, so wird im kommenden Seekrieg das Uboot zn allen St rasten des Weitnver^ auftauchen und jeder feindliche Hasen, jedes feindlich Sckist wird stets mit unertnarieten llboot^angiiifen rechnen müssen. Die vom niedrigen lldoot hccinträdb- tigte Sehweite lästt sich durch mitqmommcnc Flugzeuge erweitern, die dein Boot d e nahende Veutc melden und dann, schnell verpackt, wieder an Vord genommen werden Auch ein Zusammenarbeiten zwischen llboot und schnellen Motorbooten mtt Torpcdoarmierung, ist in ruhigem Wetter auf dem Ozean lehr wohl denkbar.
Aehirliche neue Entwicklungsmög ick leiten ergeben sich für den Minenkrieg. b. i zeitweise durch gute Abweisgeräte anb neuartige Minen- sucheinrichtungen feine Gefahren süt HandelS- unb Kriegsschiffe verloren zu haben schien Das Problem der Minen.AÜndung auf ma -,nc'.elettrischem Wege ober durch die Schallwellen der mahlenden Schiftsschraubcn haben die Amerikaner schon im letzten Kriege gelost: daS Schiff brauchte die kleine Mine also nicht erst zu berühren, sondern die Gssplvsion erfolgte selbst, wenn daS Schift in einer bestimmten Entfernung vorbeifuhr Auch Wanderntinen. die bei Flutstrrm die Fl'.istmündung auswärtsschwimmcn, bei Gl'be- strom aber auf dem Grunde still liegen bleiben, sind keine Phantastereien mehr.
Für die Aufklärung über See find Luftschiffe und Flugzeuge längst unentbehrliche Hllssmittel der Schlachtflotten geworden. Zn Zukunft werden sie in der Deescmachi eine noch aktivere Rolle spielen: als Artilleriebeobachter im Geschützkamps der Linienschiffe und Schlachttreuzer. als Kampftlieger auv Störung der feindlichen Beobachtung, vor allem aber als Bomben- und Torpedoträger. Die letzten groben Manöver der amerikanischen Ziotte haben gezeigt, welche vernichtenden Erfolge ein überraschend auS den Wolken heroorbrechendeS und rücksichtslos eingesetztes Luftgeschwader nri: Bomben von mehr alS 1000 Kilogramm Gewicht selbst gegen Grostkampsschisse erzielen kann. Versuche. TorpedoS von Flugzeugen aus abzuwerfen. die zum ersten Male im Krieg? mit grobem Erfolge deutscherseits gegen daS russische Linienschiff .Glawa" angewandt wurden, sollen in einzelnen Marinen fortaefübrt werden, heute ist man sogar imstande, solche Torpedos draht- l o » vom Flugzeug aus auf da- Ziel zu leiten.
Welche Aussichten bleien sich mit solchen Waffen einer Handvoll Männer, die von einer zielbewustten Flottenleitung rücksichtslos gegen einen Feind angefeyt werben, dessen Stützpunkte und Handelszentren nur wenige hundert Seemeilen entfernt liegen I Von allen Seemächten hat Frankreich diese Möglichkeit am frühesten erkannt und ein Vauprogramm für diele Waffen aufgestellt, das in der Welt Aufsehen, im Lande der bisher grvstten Flottenmacht schwere Sorge erweckt hat.
Der Kampf dieser Waften liegt jedoch nicht auf rein militärischem Gebiete. Militärisch kann die Entscheidung im Seekrieg beule wie einst nur durch Riederkämpfen der feindlichen Flotte erzwunoen werden. Ilboots-, Minen- unb Flugzeugerfolge gegen stark gesicherte, schnell fabrenbe Geschwader, dürften genau wie im Weltkriege GlückSfälle und Ginzelerfcheinungen bleiben.
digkeit, dennoch so sehr einem Roman, dast es. indem es die flüchtige Reugier vergnügt, zugleich auch in seinem äufjeren Tun und Treiben wie In einem vielseitig geschliffenen Glase den Inneren Menschen truncerotll und erfreulichzurückspie- gclt An Originalität, Lebendigkeit. Abwechslung und kerniger Kraft neten der höchsten Girrfach-eil ist in unserer Sprach« kaum etwas Aehnliches oor- d-nden Der biedere. rDdlci-fabrene und nxhfüigt Bürgers mann schagt froh und dehagltch in die Bergangenheit zurück, die ihm ein frisches Gestern läuft, sonnt imb erwärmt sich an seinen Kind- he.tslpielen. feinen jugendlichen 2Q>.ntcucm, seinen Mannestaten, und gibt uns so. ohne es zu wissen und zu wollen, den Schlüftel dazu, wie er der tüchtige Kernmensch geworden, den wir in ihm zu lieben und zu achten uns gedrungen fühlen."
Durch wagh.llsiae Streiche bekundet schon der Knabe seinen unerschrockenen Mut, grh« bann mit 13 Zähren gegen len Willen der Seinen auf See. wird CtcucmKmn»i ungc ur.d macht eine Zjäbrige Reise nach der Pfefserkü^tt unp nach Sarinam. Dieser ersten Seereft. folgen dann weitere Fahrten. reich an Abenteuern und Lrlebniftsr. Bald dient er unter em.*m irrsinnigen Kapitän, bald muh er sich durch tüchtigen Gebrauch feines Mtfcn Rohcstvcks unter der meuterischen Mantifchast Respekt verschaften und fic wieder unter seinen Befehl zwingen. Bald spielt er in tollem WaamS keck mit der Gefahr ?ber gerät durch feinen manniÜbermut in schwere Seerct. dann kommt er auf seinen Kreuz- unb Querfahrten mll Schenug- gel und Svavenharrdel in nah? Beziehung ureb entwirf: ein buntes Bild aus jenen wilden To gen des Seeräubertums und der Freibeuterei. Sann wieder wird dem wacker« Posrsten die
stolze Freude, dah der Ruhm seines «wsten Kö- i-ia< feinen Untertanen im fernsten Lande An- fe^rn und Achtung verschaftt. Auch in bei kurzen Zeiten, die er In der Vaterstadt Kolb er g tKrbnngt, ist fein Leben nicht inbalKleer; zwei unglückliche Ehen sorgen mehr für Abwechslung als ihm lieb ist. er erweist sich als tatkräftiger Bürger, Incem er beim Brande des KirchtUltnS fern Leven für bk Rettung deS Gotteshauses einsetzt. Mit 45 Zähren wurde Rettelbeck In feiner Vaterstadt fefchaft und betrieb wie sein Vater eine Brauerei unb Brennerei. Da kam der Krieg gegen die Franzosen, der Unglücks lag von Zena. daS Vordringen der Feinde, die schließlich auch Kolb'rg belagerten. Bei der ruhmvollen Verteidigung stand er dem Kommandanten Dneifenau, dessen G,rlfcnbung er durchgesetzt hatte, unermüdlich zur .Rel- teLbeckS Tätigkell ist unbegrenzt, und ich brauch« ihn ?u allem," schrieb damals der Kommandant. RettelbeckS Umsicht und SachkenntTtts eritrelic «ich auf alles, auf das ^leberichwernmungswesen eben'o wie auf das Feuerlösch- unb ßoHentoefer Die Fähigkeiten, die er in der harten Schule des Le- ben6 sich erworben, kamen nun zu ihrer glänzendsten Entfaltung. Mit Gntschlossenheit und Energie widersetzt« er fich von Anfang an allen Anwandlungen von Schwäche in der Bürgerschaft, die Kowerg einer ebenso schmählichen llebrrgabc entgegen geführt hätten, wie es damals mtt anderen Festungen der Fall war. So glückte es ihm. mtt Sneifenau zusarnmen, die Stadt dem Äomg jui erhalten und den tiefgefunlenen Mot deS Bolles Lurch ein edles unb tapferes Beispiel zu beleben. Eine Pension, bet ihm der König au »fegte, sicherte ihn tm Alter voe Rot. Aber sein tocttfÄaber unb tucternebn»ber Geist nchoe rächt bö zu sei-
Dienstag, 29. Januar 1921
fo bah ftch auf «hnen ein h nsan nicht aut- bauen läbt 5*ic U. r :< ? : .-n'ch.sse unb uuft- fahr-eugc bilden in erster Lui eine Bedrohung de» ternblichen Handele, wie lk n.ch keu» Krtcg vorher getan t hat. Denn da^ schwer» «wich« der Seekneg.- tung 14; ich ftärfci denn je onm rein mU:nr?chei a.j bei Dirk f cha s 1 Skamps zu verichtcben. Der alte Begriff der Auläffigcn Blockade de»» Feinde- wirb sich neu bilden unb zweifellos eine Gestaltung erfahren, tric sic Deuftchland unter dem Druck Ser Hunger- t.iegeS für sich in Anspruch genommen Hai d h rebe* Sckrtft. das dem Feind« ? enste leistet, verfällt der Vernichtung Jn d bekannten Ausführungen des amcrilant!4>en Rdmirals Bim#, in veröftenttichungen erster cngl v e. und Iran löhldxt Martnriachverftänbig. »»den sich die Anfätz« zur 3ntcrnationalcn Anerkennung dieser fee rechtlichen Mastnadinen Dei Seekrieg der Zukunft wird durch dze technisch? Entwicklung neue Waften und neue Kampfm. tk^d.-., erstehen laften. die den allen überlegen sind und daher den Sieg bringen können <S\n Boll, das im Seekrieg feine augeirblickliche technische Heber- legen bett und Bedenken gelten t'estel.ende Rechts formen nicht restlos ausn.iot. bübt seine Schwäch, an Kindern unb Kindeskindern. Oft genug hat blt Geschuhte feemäebttaci Rationgtv'tgt Richt immer dem Recht, ftet-- ab.-; d-: ent- < <bl offenen Ta t gehört der tSriolg!
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Die (Siebener Sportplätze.
Gin« Bitte an die Siadloater.
Gin Svorftreund bittet uns. den fil» genben Zeilm Raum au geben. D Red .Die Hoffnung einer befferen Zukunft ällein ist das Element, in dem wir n ch atmen können, ater nur der Träumet kann ti?'c Hoft tung auf etttxi# anderes grünten denn auf ein solches, das er selbst für die Entwickelung einer Zukunft in bt.- Gegenwart zu lege' vermag." tagte Fichte in feinen Reden an die du ft che Ration Lteaen die Verbältnifte heute nick: a.nan fo? DaS Moment aber, auf daS sich die Hofjstting einer befferen Zukunft gründet und bad für die Entwickelung dieser Zukunft in die C^ea.n.mrt gelegt ist. ist die Sorge für die Zügend. die I)era»wachsende unb die erwachsene! Wtrd dieses Moment in unterer Stadt von der Verwaltung gcn'igcnb deatzlet uni* gett ürtigt? Hand aufS Her> wen eS anicbt <1. must die Ftage verneinen' Steuer, Kinos. tS<* ■ e. Witftchaften Tan»lokale un andere 'Bci- g- ügungeftätten sind den jun een Leuten zur genüge vor die Rase gftetzl und wecd^n auch ausgiebig von ihnen frcquenltcrt. abe; mit Spiel- und Spottplänen, aus lenen lie sich körperlich und geistig für die Zukunft rüst n Ilcn, ist es ick stecht bestellte nicht nur. t tf) ihre Zahl gering ist. selbst mit diesen wenigen kann un cre Stadt keine Parade machen! DaS haben wir denn für Sportplätze? Betrachten wir sie einmal der Reihe nach Singezäunt sind nur zwei, der deS Die- stener Sportklubs 1 900 an der Rodhetmer Strafte und des V f D. auf dem Trieb. DaS Gelände des ersteren gehört dem Besitzer der Hrrdt. der Platz ist von tiefem gepachtet unb kann also nach Belieben entzogen inerten. natürlich beschränkt sich feine 'A.-nunung bemgemäb au» ten Verein. Bei gutem Weiter ist daS Spielfeld „weck- enftprechend, aber bei schlechtem nicht; namentlich bei anhaltendem Reg?n und bet Schneeschmelze ist e« der Gefahr der lleberschwemmung ouSgesevt und dann wochenlang nicht benutzbar, wie die Erfahrung auS dem letzten Herbst und der CfeMseit lehrt Der V. s. B -Plntz auf dem Triab liegt im Bereich des MilitärNSkuS unb nmtz vertraglich bei vierzehntägiger Kündigung geräumt werben Di?fc Zwan;SIaae ist zur Zeit einyetreten. Der Platz selbst ist. abgesehen von 1e.net weiten Ents-rnuna von der Stadt ^besonders noch der 6 n'tcllung des Sira- ftenbahnverkehrS!!, ten Anforderungen nicht genügend: harter, zum Teil mit Ste n -i durch'eyter Do^en, groste ^Inel nb.'iten. eine erhebliche, der Wasseransammlung dienende Vertiefung in der Ecke Richtung Wieseck und andere Mängel machen ihr. für die beabsichtigten Zwecke unlkr.ilicb: seine Benutzung durch ben V. f. B. war nur eine Tugend in der Rot, ein Behelf mangels besserer Gelegenheit. Der dritte grabe Sportverein, die Spiclvereinigung 1 90 4, hat Pachtweife den llniversitätSsportplatz an den Schictzständen deS Schütze noereinS übernommen. Dieser ist aber noch unfertig und durch feine Lage bis zur vollständigen AnSgestallun i auch in grv» tzem Maste den Einflüssen der Witterung auSge- fetzt, d h. bei schlechtem Weller in wenig ansprechendem und brauchbarem Zustand; dazu kommt, dah er von allen Seiten offen, also Jux jetermann auch auf er der Zeit eines SpieleS oe» tretbar ist. was »u «einer Berbeflcrung sicher nicht beiträgt AIS letzter ist der Platz am Güter-
nem Ende, und twch in den letzten Fahren seines Leben- hat er verschiedene 6ingaben an die Regierung gemacht, um sie zu einer krittligen Kolonialpolitik anzuseuem. wie sie beredJ der grofx Kurfürst verfolgt So gehört Rettelbeck /ui den Vorkämpfern für die deutschen Kolonien, bte bann freilich erst nach der Gründung des Deuftchen Reiche« wirklich errungen wurden
Das Schicksal der Ma-s rin-Bibel.
Die berühmt; Ma»arin-Bibel, eins bet zw« tm Privatbesitz befindlich;n E-emplare des Gutenbergs ch en Bibeld rucke - von 1455, ist jetzt nach einem Bericht aus Reuy)tk in die Hände von Carl H P s v r ; h e i m e t übergegan« gen. Die Mazarin-Dtbel ge^öde t.üher dem Lord CartzSfori der sie im Zuli die es ZahreS mit 19 anderen Werken von gioLter ÄoftbarikÜ versteigern liest Die Bibel, die h"ir da- erste mit beweg lrchen Lettern «druckte Werk gilt brachte den Rekordprer^ v.m 9500 Sterling und gsxrbc von dem bekannter amertkrnt'ch« Anitauar Rofcnbach ersteige Lord 'CurySforb hotte da- Buch auf der C.arrst>rr>.Anktu>n 1887 für 2650 Sterling erstanden F ühe. Früher gehörte bas Gremplar dem Xn.un;’ nu-geber Zames Perrtz, und als ix'len Bollothek 1822 verkauft wurde, erwarb e- der Herzog voo Süsser für 165 Sterling Bei dem Berkau^ seiner Sammlung 1844 brachte die Bibel, die ursprünglich Mazarin gehört haben soll. 190 Sterling unb con Sari von Lrawfvrd wurde 'ic 1853 fü. 59 Sied angefauft Der neue Besitzer P'.rzh imer ist einer der hervorragendsten Büchersammler ReuyorkS unb eines der führenden Mitglieder der ameri- konischen BÄblwphilen^Vevriaigung.


