Freitag, 28. November 192J
Giehener Anzeiger (Deneral-Anzeiger für Gberhefsen)
Ur. 28J Swettes Blatt
um
Worum es geht
Don KreiSfchulvat Fischer.
II
laboratoricn.
Twtzki entflammt den Krisen der Mensch c- misten, derjenigen russischen Revolutionäre also, die bei einer früheren Spaltung ein den Dolfche- misten entg^g ng s tz eS Mindest Programm für den revvlut.vnären Äomff proklamiert haben. Diese Vergangenheit wird ihm andauernd in Erinnerung gebracht. Der Organisator der Roten Armee und der Sowjetstrusts verleugnet sich nicht, weih er doch, daft Sinowjew eine abstrakte Theorie bedeutet, während die Wirklichkeit sich keinen „Ismus" kümmert.
Verfassung. Der Redner kam dann auf die bekannten Schwierigkeiten bet der Bildung einer genügend breiten Mehrheit für d,e Regierung zu sprechen mrd gelangte nach eingehender Betrachtung aller Möglichkeiten zu dem Schluß, daft di« Einbeziehung der Deutschnationalen m die Regierung eine zwingende staatliche Rotwendlgkeil fei, denn die bisherige Koalition verfüge im Reichstag nur über eine Minderheit und mit der Sozialdemokratie könne bei ihrer gegenwärtigen besonderen Einstellung keine Regierung für lange Dauer gebildet werden, llebrigend seien ja bic Demokraten schon im Mai bereit gewesen, in die Mitregierung der Deutschnationalen einzuwilligen. zu jener Zeit also, als die Deutschnationalen dem Dawesgutachten noch durchaus ablehnend gegen- Überstanden. Jetzt hätten die Deutschnationaten den DaweSgesetzen zugestimml und sie wollten sie auch mit durchführen, also müsse man sie doch auch nach der demokratischen Meinung vom Mai mit zur Verantwortung Herangehen Die Parole, jetzt gehe der Kampf zwischen Monarchie und Republik, sei ganz falsch. Kein vernünftiger Mensch denke jetzt an die Fvige der Staatsform, die Arbeit gelte nur der Sicherstellung der unumgänglichen Le-
Das Wcrner-Sicmens-Jnftitut für Röntgenforschnng.
Ein eigenartiges Denkmal ist jetjt Warner Siemens, dem Begründer der ElellrotechmI, m Berlin errichtet worden. Es ist kein Bild in Ctem oder Ern, sondern eine Anstalt, die Zugleich Forschung und der angewandten Wissenschaft dient das Werner-Siem-.ns-Institut für Rontgen- forschung. D-e Anstalt ist aus dem Bedarsnis der SE Derl.n, die Röntgenabteilung im MoaLi.er Krankenhaus zu erwe.tern, uno aus dem Wunsche her F rma Siemens & Halske, ihre Röntgen- appa^rte prakt sch zu erpreb.-n, ent>tan en Da die Stadt zum Dau des Instituts nicht genügeD Geld hatte, so veremigte sie sichjnü uCC hnna. um das Institut ins Leben zu ru^en, ted a^ Abteilung des Krankenhauses Moabit der Krankend hanrl ng dett und zu- A ch unter Leitung eines f«I&|tanx^n 'Kant- SenSoaen die Forschung fordert. Die Stadt ^rli^hat drei Baracken zur Verfügung gestellt, | bie von der Finna eingerichtet und mit den er-
i^^Man fdg* uns, die Deutschnationale Volks- Partei fei trotz ihrer Blanken gegen unseren heutigen Staat zur praktischen Position Arbeit an der Erhaltung des Staates bereit Angewandt auf die Lebensfrage, die für unser Volk zur Entscheidung steht, wird man fragen mu s m. Jst se trirflid) dazu bereit? Hat sie die .Rich ltmen deS Reichska-izlers Dr. Marx angeiwm.nen ? Stei^ «e zu der Politik, die durch d« Annahme der Dawesgeseh« vorgezeichnet ist? — Aus der te- rühmten Abstimmung vom 29. August ist das nicht ersichtlich: aus den Parteierflarungen und den P resseäuherungen seit der Reichst^sauflö- luna noch viel toeirig-ir; ganz und gar aber nicht aus dem was die deutschnationalen Redner im bei dieser Stellung die sehr ungünstige Aordfront. Die beste Besonnung wird man in städtischen Straften bei Häusern erreichen, deren Achse in der Diagonalen zwischen den Himmelsrichtungen liegt, während bei anderen Straftenrichtungen der Schatten der gegenüberliegenden Hauser sich störend bemerkbar macht. Auch ist bei Haufern, die in der Südwest—Rordost- bzw. Sudvst— Rordwest-Richtung liegen, die Verteilung ter Besonnung aus beide Fronten gleichmäßiger als Än in ter Ost-West-Richtung.
ffächlichteiten zu senken.
Dies« Rebensächlichkeiten treten heute aber härter In den Vordergrund als es im vorigen Winter der Fall war. Trotzki hat seinen Aufenthalt im Kaukasus zur Riederschrist einiger seiner Erinnerungen on bie Borkr>egs° neschicht« der kommunistifchen Partei Ruftlaiws, an den Oftoberumstürz von 1917 und an ten «rietenSverliog von Drest-Litowsk benutzt^ In einer der beiden Broschüren kommt er auch auf «da« Beilagen des Vorstandes der kommunistischen Dartei Deutschlands im Oktober 1923 zu sprechen unb sagt, eine bolschewistische R e v o l u- tlon in Deutschland sei nun aulüaftrc hinaus nicht mehr möglich Set gun- .ftinfte Augenblick sei von den deutschen Kommunisten selbst verpaftt worden. 3m übrigen aeiae sich daft di« Welt in eine, wenn auch VourgeviS-räuberische pazifistische Aera eingette- ten sei und daft sich im internationalen Leben Kräfte bemerkbar machen, die den Ausbruch der Weltrevvlution zwar nicht unmöglich machen, ihn aber h i na u s s ch i«den könnten.
Gleichzeitig hält er Abrechnung mit den heute führenden Diktatoren der kommunistischen Partei Ruftlands und der Dritten Internationale, erinnert sie an ihre UnentschlossenheitIm Oktober 191? und sagt, wenn Lenin und er damals nicht di« gewaltmässige Machtergreifung in Estland durchgesetzt hätten, wäre der Sieg des Dalsih«wis° mus nie möglich gewesen. Hierbei bedient sich Trotzki eines Tones, der selbst manche seiner Freunde stutzig gemacht hat, seine Anhängerschaft in Partei- und Armeekreisen Jäm« m ter Bevölkerung aber nicht verringert. Trotz ft selbst ist Vein (Regner deS resoluten Kampfes für die Wattrevolution, nur hält er eS für notwendig, di« geeigneten Zeitpunkt« «^warten. DensÄten Standpunkt vertritt er hinsichtlich ter Bolschewisierung RuftlandS und man hat ihm bis heute noch nicht die Im vorigen Winter ge- fallen« spitze Bemerkung verziehen, di« Parteikarte mache noch keinen Partcimann.
Sinowjew, ter Leiter ter Dritten 3nter- TOtronatc. Bucharin, ter konsequenteste Theoretiker des historischen Materialismus in Moskauer Auffassung, und.ter Trabant der beiden, 6 tat In erblicken in diesen taktischen Erwägungen Trotzkis ten Beginn eineS Liquida- torentumS. das sich sehr bedenklich mensche- wistischen Theorien nähere und ten Sieg es lau der Weltrevolulivn zu hemmen droh«. Die Erregung ter 'Parteidiktatoren ist um so grofter als Trotzki deren frühere Tätigkeit aufterst scharf kritisiert. In diesem Streit ter Ta.ttk und Au ton- tat taucht das Wort Leninismus immer wieder auf und eS ist ergötzlich zu beobachten, wie Sinowjew einerseits und Trotzki andererseits um die führende Rolle im Leninismus kämpfen. Wie es aber von jeljer gewesen ist, siegt in ter straff disziplinierten kommunistischen 'Partei Ruftlands ter Zentralvvrstante Jnb Trotzki wird eS sich vvoaussichtlich gefallen lassen müssen, Würden und Aentter in die Hände ter Diktatoren z u r u ckz u l e aen. Denn diesmal scheinen Sinowsew und seine di« Aur Zeit auch die kommunistische besold,™. m» lange Federlesens machen zu wollen. Als Auftakt
Frankfurter Neues Theater- „Otto der Getreue".
Die GeisteSzwilllnge Earl Mathern und Toni Impekoven haten ehren Schwank getaut, desien drei Akte mit so viel Situationskomik und Humor gefüllt sind, daft von Anfang biS zum Ende lautcS Lachen tm Zuschiuenaam herrscht Otto der 2 reu« ist teS lrvnisck--amüsante Symbol deS talentlosen Don 3aan ter feine eigenen Angetegmhetten derart verhedtert. daft ein heilloser Wirrwarr entlieht, ten die betten Frankfurter Autoren jedoch m:t so viel ausgelassener Lustgkeit und liebenswürdigem Humor schildern, daft man diesen „Otto den Treuen" tatsä<Aich unter die testen Schwänke zäh'en muh, die da wieder an knüpfen, wo ein? Humor- und erfindungSlose und allzu prätenziös tm ®eiffteai befangene Zeit vor 20 Iahren aus hörte. Die Lust am fröhlichen Spiel, gewürzt durch Humor und Komik, fmö hier szenisch hübsch gestaltet: am Schrulle bekommt ter wackere Otto, dellen Gattin seine kleine Tingeltang^ l'rreurdtn mti aller Gewalt adoptieren will, während sich zwar Mütter um d.is Fauenzimmerchens wllei an d e Köpfe geraten, von fernem Schwlegerwater. ter auch ter Papa ter Tänzerin und Erzellenz ist. ten Familienring Pipms tes Kurzen mit ter Devise Treu, Keusch und Wahr an ten Finger gesteckt Auch die Darstellung steigerte ten Harfen Srfotg: Da Udars als Otta ist gs- rateAU eine Sehenswürdigkeit, cm anderer Pal- lenberg mit eigener Rot. Auch sonst wurde gut gespielt. L. W.
Doktrinarismus.
Eine Reihe weiterer Einwendungen gegen unsere Auftaf-unq von ter Bedeutung ter bevorstehenden Wahl möge übergangen werten ES (an mir daran, lediglich unsere grundsätzliche Auffassung zum Ausdruck zu bringen. Die ist atoDlinlfl durchsichtig und geleitet von höchstem bin überzeugt. daft sie in ter Oeftentlichteit ver- vaterländischen VevantwortÜchSettSbewnbtiein. Ich standen wird.
Zwei Wahlversammlungen.
Deutschs Dolkspartei.
In ter Turnhalle am Oswalds garten trat die Deutsche Dolkspartet am Mittwoch abend mit ihrer ersten Wähler Versammlung vor die Oeftentlichkeit. Die Turnhalle war von Mannern und Frauen dicht besetzt, zahlreiche Zuhörer muhten sich mit einem Stehplatz begnügen. Obwohl di« politischen Gegner ter Deutschen Dolkspartei sehr start vertreten toaren, nahm die Versammlung ohne jeden S«ilschuh euren im besten Sinne tes Wortes vorbildlichen Der- lauf, ten man auf die streng sachliche und geistig hochstehende Rete tes Referenten und di« ebenso sachlichen, im Zeitmaft übrigens völlig unte- schiänkten Diskussionsreden zurückfuhren darf.
Rach ten Eröftnungs- und Degruftungs- worten des Versammlungsleiters Prof. Dr. KrauSmüller sprach der Führer ter Deutschen Volks Partei in Hessen 2tbg. Dr^D'ngel- dey über die politische Lage. Er beschäftigte sich zunächst mit ten groften Fragen ter Rei chs - Politik und beklagte vor allem ten betrüblichen politischen Reifegrad unseres Volkes, ter uns im Mai einen Reichstag brachte, von dem man schon damals voiaussah, daft er nicht lange leten werte. Diesmal handle es sich darum, dem Willen zu praktischer und fruchtbarer Polltischer Arbeit zum fordert chen Röntgencpparaten sowie Hilfseinrichtungen auSgestattel warte. Es ergab sch so v^i selbst eine Dreiteilung, in ten te? ^rracke ter Röntgendiagnostik, di« andere ter D Handlung von Krankheiten mit Röntgenstrahlen und tee dritte den blonderen Aufgaben tes Studiums dienen Die Röntgen-Ther-p « ist heute wohl teS wichtigste AnwendungSz<b e! ter 2Cntgenftrcftjen. Hier ist ein Hochl eist unqS Apparat, ter ötamli* E, ausgestellt, ter vüllonmen g^uf^g ar- te tet und di« Möglichte.t bietet, auf ten Körper deS Kranken in viel kürzerer Zett ^uwir.en, als eS bei unteren Bauarten ter Fall Durch besondere Emrtchtungen ist eS möglich, den Kranken und die ltrahlenerzeug-ende '^yntrea- röhre in die richtige Lage jueinanter zu bringen, und Schuhe nrichtungen b fettigen die unerwünschten Wirkungen ter Rontgenstrnhlm. durch tee früber Aerzte und Pefonal schwer geschädigt wurden. ((Sine ähnliche Anlage besitzt die Frauen- llinik unterer Lantesuniversität in dem tm Januar diess Iah ^gS-^tenSrtretemingS- bau.) In ten Laboratorien entsprechen die Apparate Meftnstrummte und HillSTinrichtungein allen Anforderungen, de man hruie an era wisienschaftliches Institut stellt Auch für ernsr Hcnen Hörsaal und DerwaltangS aume ist ge- so-gt Auftertem s nd elektrische Anlagen g-> sch fien, die ten Arbeiten zugute kommen, so eine el cktrische Üb enantage, die für gena e te Zeitangaben sorgt, ein automatischer Fernsprechver- feftr ter die verschiedenen Räume mtternander verbntet und ein lautsprechentes Telephon, durch das der im verdunkelten Raum beobachtende Arzt ter im hellen Rebenraum wellenden Röntgenschwester 2lntce.fimgat geben tum.
Das Lichterspiel überm Kreml.
Im Reich der sozialistischen Unionen und shrer altehrwürd.gen Kremlstadt mit den fieben- zigmallieben Kirchen hat vor einigen Wochen wieder ein Spiel ter Kräfte eingesetzt, deren ürsprung In ter Verschlechterung der WtrtschaftSverhältnifse einerseits und tm Parteistreit andererseits liegt. Richts ist bei Beurteilung der neuen Situationen so verkehrt alS das nicht endenwollende Gerede von einem Rechts- und Linksbolschewismas. wofür man in ter groften Moskauer Parteidis- fuffion te< vorigen Winters Anhaltspunfte zu finden geglaubt hat. In Wahrheit gibt es weder einen linken noch einen rechten Bolschewismus, tooftl aber gibt es em taktisches Problem, um das auch in ter sonst so geschienen rusiischen kommunistischen Partei schon feit ihrer Begründung heftig gekämpft wird. Im vergangenen Winter ist das Thema nicht geftärt worden, und Trotzki war gezwungen, feine Polemik gegen feie autokratische Zentralleilung der kommunistischen Partei einzustellen. Seine Derbannung nach Item Kaukasus hat aber keineswegs ter Partei &ie Ruhe wiedergebnacht und so trifft eS sich denn, daft gleichzeitig mit dem Aufwachen ter groge von der industriellen Produklionssteige- nmg tes GetreiteekportS, der Dauer naus stante usw. im Lande über dem Kreml ein politisches LichtersPiel beginnt, das den Sowjetmachthabern schvn immer willkommen war, wenn es galt die Aufmerksamkeit tes Auslandes und ter russischen Oeftcnti chkeit selbst von Hauptfragen auf Reten-
Wahllampf vortrogen Wo ist da eine Erklärung ' , u i.nten, di« ausspricht. Wir treten loval auf ten Boten der in den .Rich'limen" vorgczeich- ncien Auften- und Innenpvlttll?
Aber sagt uns Herr Dr. Scholz von der Deutschen V.lkspartei. di« Deutschnat.oN'ilen baten die Richtlinien doch angenommen. WaS sagt ater Herr Graf Westarp dazu, ter doch besser weifen muft als der vclkSpartcll.che Füh er, ob ie angencmmen Worten sind oder nrchl? Er erklärte Wir denken gar nicht daran! Ünd wo man im deut'chnaiioimlen Lag-r ten Richtlin er nicht g^nz abl b «id g ge rüb rstehr. treften w r doch noch auf alle m?guten Vorbehalte — Rem. e5 ist schon so: Di« Deutschnai.vnale Vollspartei! 1 xxt die Voraussetzungen noch nicht erfüllt, d e hn Interesse einer ruh gen Fortführung der Reickspoliiik gefordert werden müssen.
Somit fällt auch der Einwand in sich zu° stmnnen, ten man immer wieder hören muft. als sähe man bei uns Demokraten nur die Parte en alS regierungsfähig an, tnc ganz und gar republikanisch denken: als forter.cn wir die gninte sSyliche Ueteryugung von ter idealen ilnüter- treftlichkeit ter Republik. — So anspruchr-voll waren wir? Dir machten die Anerkennung ter Vollwertigkeit einer Partei von euren Polin chen Gl- urbenstekrnntr.is abhi gig? Mache, wir eine Protei Hätte die Deutsche VolkSvariei im Augen- Nid ihres Eintritts in die Regierung dieeS rigoros« Examen bestanden? Würde sie es beute bestehen? Und doch sitzt sie seit Ioniern in ter Regierung, und gerate ter Schreiber dieser Zeilen hat ihren Eintritt immer wieder und schon zu einer Zeit gefordert, als dieser Eintritt noch im weiten Feld stand. Dabei macht die Deutsch- VollSpartei aus ihrer lleberzeugung gar fein Geheimnis. M. E. mit Recht: ich schätze das, denn es gehört zur politischen Ehrlichkett. W,e weit bie Fv-lteit ter Deutschen Dolksp^ttei geh:, chre von dem republikanischen Staatsiteal abweichende Ausfassung auszusviechen, haben toir vor wenigen Monaten in (Sieben erlebt. Wir haben da bei besonders feierlicher Gelegenheit zu unserem Erstaunen hören dürfen, daft ein teuftcher Reichsministt-r. der der Deut chen Volks- partoi angehört, ausgesprochen hat. er d en« woltt ter deutschen demokratischen Reoubttk. a?cr auf ihrem Boten stehe er nicht. Gibt es wohl noch ein Land, in dem so etwas möglich wäre? Kann man die politische Weitherzigkeit noch weiter treiben? Sieht das aus nach republikanischem Doktrinarismus? — Di- deutschen Republikaner, nehmen viel in Kauf, mehr als ve'e:, Mannern in unseren Reihrn nach dem Ge'chnack ist. ^och glaube sie tun es in ter lleberzeugung, daft ter heutig« ©Mit Geduld und Rachsicht antoen- ten muft. um Zeit zu gewinnen, damit ter republikanische Gedanke sich tiefer und tiefer begründe. Ich glaube auch, daft diese Methode richtig ist. Stte zeugt von politischem Verständnis, von Wellblick, von Vertrauen und Zuversicht in ter Entwickelung, sie zeugt nicht von part-ipoltti- scher Engherzigkeit oder gar von republikanischem
zur Liquidation des Trvhftsmus. von dem Sinowjew spricht, darf der D-schluft ter Partei teS Moskauer Gouvernements gelten, beim Parteizentrum ten Ausfchluft Trotzkis aus dem politischen Bureau ter Partei zu beantragen. Trotzki wird eindeutig ter Vorwurf gemacht, er sei drauf und dran, dem Parteizentrum das Wafser abzugraben und an Stelle des Leninismus den Trotzkismus zu setzen. Der LeniniS- muS selbst ist dabei noch nicht in bestimmte Formen gebracht, sondern man modelliert ihn zur Zeit noch in den kommunistischen Partei-
Siege zu herbeiten, damit wir enMM> Mi flat*len und dauerhaften Regrerungsvertettnissen tarnen. Einerlei, welcher Partei man an gebäre, man mulfe den Blick über die kleinen Ereignisse teS TageS. über das Parteigezänk Hinweglenken aus die großen politischen Entwicklungsli.ii<m unseres Dvlkes. Dor allem müsse man sich frei halten von allen Illusionen; wir seien durchaus noch nicht über den Berg ter Schwiertgletten hinweg, ttxtnn nxr jetzt auch einen erheblichen Schritt auf dem Dege zur Besserung unserer Lag« oorwärtsgekommen seien. Der Redner warnte weiter vor ter Illusion, als ob bad Ausland uns helfe, wenn tmr ihm nur immer stetS vorbehaltlos zu Willen ten- teilen. Die hinter uns lieienten Iahre hätte« ja zur Genüge bewiesen, das) teS Ausland sietS nur nach seinen eigenen Internen '^rdle und sich von einem deutschen .Wohlverh-.um" gor nicht beeinflussen lasse. Unter St res «man ns Leitung fei denn auch die deutsche Autzenpolilik Snz anders eingestellt Worten, als unter feinen mtsvorgängcrn Bon einer bedii»gungSlosen Er- füllungSprlitik fei feine Rete mehr ten Forderungen tes AusbinteS werte entsprochen, soweit dadurch deutsche Lebensinteressen nicht te' i-ührt würden. Der Weg. ten die Deutsche Vollspartei mit dieser Einstellung unserer Auften- poliiik gewiesen habe, sei nicht erfolglos geblieben. D»e Unabbängigfcü. die Freiheit und die Souveränität deS Reiches sei erheblich gestärkt worden und nach innen bäte die Konsolidierung unserer Verhältnisse ebenso erfreuliche Fortschritte gemacht Qlnf dem Wege ter nationalen Realpolitik. auf dem Illusionen keinen Raum hätten, feien wir unter StresemaimS auftenpolilischer Führung auch zu dem Londoner Abkommen a-langt, das zwar nur eine Etappe, ater doch eine für und wertvolle Etappe darstelle, denn bei dieser Regelung seien die berechtigten deutschen Belange durch- gesetzt worden, und eine Erleichterung unserer ganzen Wirtschaftslage sei die wei «>« Folge, die sich jetzt geltend mache. Rur eine Politik, die mit ten gegebenen Möglichkeiten bei streng nationaler Einstellung rechne, sei die richtiges würden wir aus eine nach internationalen Gesichtspunkten geleitete Politik eingehen, so würden wir wieder die- selben Enttäuschungen erleben, wie in den letzten fünf Iahren Auch ter ter Frage unser«- Der- trrtts zum Völlerbund müftten wrr streng darauf sehen, daft unsere berechtrgten Interessen nicht zu kurz kämen. Hierbei gebe es nicht nur um die juristische. sondern auch um die moralische Gleichberechtigung. d. h. in keiner Form dürfe sich eine deutsche Regierung noch einmal zur Llnterstützung der Kriegsschuldlüge herg-ben. Weiter teufe und nicht zugemutet werten, g.-gebeneiifallS das mtli- tärische Aufmarichgelände von Dölkerbundsttup- pen zu fein. Endlich müsse ter Versailler Spruch hinsichtlich ter kolonialen Betätigung aufg hoben und Deutschland zum gleichberechtigten Mandatar für die Kolonien gemacht werten. Diese deutschen Vorbehalte seien von Stresemann mit Recht als Bedingung für Deutschlands Beitritt zum Völkerbund zum Ausdruck gebracht worden. In allen Fragen der Außenpolitik müftten wir eben in erster Ctnie immer an die eigenen nationalen Interessen denken und unter diesem Gesichtspunkt aus der Lage herauszu holen versuchen, was überhaupt nur zu erlangen sei. Uebergeftcnb zu den Fragen ter Innenpolitik legte ter Redner zunächst Verwahrung ein gegen di« Parteien, di« nach auften hm immer den Pazifismus forderten, di« ater ten politisch anterStentonten eigenen VollSgenosfen gegenüber nichts von dieser friedfertigen Haltung zu erkennen gäben. Romen kl ich tee teinvftatische Partei trete jetzt mit einer unerhörten Untelb- samkeit den Rechtsparteien gegenüber. Dieser Geist ter Unduldsamkeit und ter Engherzigkeit sei am wenigsten vereinbar mit einer wirklich demokratischen Auffassung und mit der demokratischen
Hausbau und Himmelsrichtung.
Die falte Jahreszeit naht wieder heran, und es wird für uns non höchster ^eteutung ob sich dazu
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’u arvft und gut abgedichket fern musien, fommt dabei vor allem die Himmelsrichtung in 5^9«. denn das Haus soll so gestellt werten, daft die von der Sonne zugestrahlte Warme mog^f ausgiebig wirken kann. Darüber, welche Achtung die Hausachse haben soll, um diesen.Z^eck z^ erreichen hat man viel gestritten, und iete über baust mögliche Richtung ist empfohlen worden. Bei ter Rord—Süd-Richtung ter Bauachse, die von den Daumeistert. bevorzugt wird erhall das Haus die meiste Sonnenwarme, aber busiU keineswegs wünschenswert, denn ter Sonnen einfall in ein Zimmer ist durchaus nicht immer gesundheitsfördernd, sondern kann tm Sommer ara fpbr läsng empfunden werden. Vorteilhafter ist die^Richtung von Osten nach Westen, bei ter also Rorte und Südfronten entstehen. Solch« Häuser bekommen im hinter verhaltnismaftig viel im Sommer verhaltnismaftig wenig Warme Strahlt, ^oeU die (nnn^trahten iw Winter wegm des tiefen Standes der Svmie wett m die Räume eindringen können, nn Sommer dagegen wegen des Sonnenhochstantes nur sehr schräg Unfällen. Dieser Vorteil macht sich ater nur bei freistehenden Hausern oder m sehr Seiten Straften bemerkbar. Auftertem entsteht
M'o: Die Stellungnahme zur ReichStagSwafl wird bei uns Demokraten teltünmt durch eine Sorge von techster nationaler De eutw g. durch bic Sorg« um die Erhaltung ter Rheinlands
Gegenüber dieser Ent chei^ung tiefen für uns oße anderen Erwägungen an Beteutung zurück. Setzen wir uns mit ten l)Eursächlichsten Ein- wendutigen g^gen unsere Auf assung au.ei .ander.
Man sagt uns oft — und das war an dieser Stelle kürzlich auch aus ter Feder eines seitherigen Mitbürgers zu le'en, dessen politische Aussätze in unserer Stobt sich ganz tefonterer Beachtung zu erfreuen pflegen — es sei Zett, alle zu staatserhaltenter Mitarbeit bereiten Partien als regürungsterechtigt anzuei keimen u,,d fc in di« Regierung aufzunehnien. Dieser Forderung kann ich grundsätzlich nur zustinumn. Gerate wir Demokraten haben immer toieter ausgesprochen, daft man den Fehler nich! noch eiranot machen dürfe, ten man in Deutschland vor dem Kriege durch Iahi Hunderte hl ite.rch begangen hat: Die Fernhai u g eines Bollrte.^ von ter Mitarbeit an ten Auigabm beZ Staates. Jedermann keimt die veich.erenten Wi.mngen in unserem öfsentllchen (mcht allein tm poltti chen Leben die die unbegreifltd/e Femha.tti-^ bei Oo- zialdemokoati« von allen Stellen im ftaathajen Leben hrrvorgerusen hat. Und gerate weil h^ute ter Gedanke wieder in ter Luft liegt, ter Sozialdemokratie gegenüber ten alten Selber zu wiederholen (Dürgerblock mit ausgesprochener Kampfstellung geg.-n die S?zialdemok:aten), baten wir immer wieder darauf bt"gearbeitet, daft di«.«s 2lus«inauterbrechen unse.er Vollsgemein,chaft tn ,wei feindliche Lager wie vor tem Striege ter- nLekÄr^Dralle Fehler soll nicht wieter- holt werten. Er darf aber auch nicht neu gemacht werden, intern man jetzt die Deutsch- nationalen für dauernd von ter Muarbett 6toat auSIchlteftt. Aber wer will das? D« D^ mofroten getoift nicht. Unser Parteisührer Koch hat dieS in ofti-iell.n Partsierkläruagen w«ter- holl ganz unzweiteutig ausgesprochen.
Ater so stehl dte Fv>ge «ben^ nicht. SS hantelt sich diesmal nicht um di« Gleichterech- timing ter Parteien, soweit sie zu staatserhal- tmiter Arbeit tereit sind. Sie w>llea wir niemand wehien. Sondern wir wollen prüfen, ob die Mitarbeit einer zum Eintritt in die Regierung bereiten Partei auch für Volk und Vaterlan d von Ruhen ist. Und wo zur Zeit so vieles auf tem Spiel« steht, tote m tem ersten Artikel dargetan ist, soll.e es verstanden werten können, wenn unsere Bedenken gegen die Aufnahme der Dcut'chimlionatoi Volks- p^itei in di« Regierung stärker sind alS unfere arur.Mäftlieft* Stellungnahme in der Frage — Datei soll von sehr erheblichen Be.eiten m Hinblick auf bte Innenpolitik noch abgesehen


