Ausgabe 
28.10.1924
 
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Nr. 254 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheyen)Dienstag, 28. VNoder 192$

Poincares Ruhlandreise.

Aus den Iswolskidokumenten: Ruhlands Kriegsrüstung. England wird in den Ring um Deutschland einbezogen.

$03© 3u den entsch.idenden Ereigni sei der Dorgeschichte des Krieges, ouä öenea sich die Einkreisung Deutschlands mit einer geradezu mathematischen Gewißheit beweisen läßt, gehört die ^Aeise nach 'Rußland, die Poincaro als fran­zösischer Ministerpräsident and Außenminister in den ersten Augusttagen 1912 unmittelbar nach dem Zustandekommen der marinetechni chei Ab­machungen zwischen Rußland und Frankreich, nach ^tersburg unternahm. Aus den neuen Iswolski-Dokumenten*) ergibt sich mit Deutlichkeit. wie die'e Rei'e auf das engste mit den militäris chen Abmachungen der verbündeten Lander zusammenhing

Sei Gedanke dirier Reie entstand anlässlich verschiedener Mißverständnisse zwischen Pa. iS und Petersburg in aktuellen Fragen der Politik, und ihr Zweck war zunächst einmal eine rückhalt­lose Auseinandersetzung zwischen dem sranzösischen Ministerpräsidenten und dein »u s.'chen Außen- Minister, wobei der erstere den letzteren zu seinem Standpunkt bekehren wollte.

Als nun das Ereignis in den ersten August­tagen wirklich eintveten sollte, wurde es mit einem recht erheblichen Lärm in «S^ene gesetzt. Marcel Huttn brachte am 3. August imGch) de Paris" einen Aus'atz, der die Behauptung ausstellte. Ruh- land habe in Anbetracht des Umstandes, daß Deutschland seine offensiven Linien an ber Oft* und Westgrenze txrftärft habe, sein Mobilisations­zentrum vornehmlich nach Polen »legtEs ist nicht unmöglich, bah infolge d.e'er ilmitänte eine au sgedehn ie re Umgestaltung der französisch - russischen Konvention als ununrgänglich ang sehen werde" Am 6. Aug. brachte dasselbe Blatt einen neuen Artikel, der folgende <^ätze enthielt:Gegenstand der Reise des H Poincar^ nach St. Petersburg ist ver­mutlich die Stärkung des defensiven französisch.russischen Zusammenar­beitens als Balls der nationale t Politik bei­der Länder . . . Das Volk des britischer Sn'el- reiches muh die Lage verstehen, und die Regie­rung zeigt ihm den Weg, indem sie für vier oder fünf Ioch-rc die ^Karine an den ersten Platz ihrer Bemühungen stellt. In diesem Zeitraum muh England zur gemeinsamen De- fenfibe mit Frankreich und Ruhlan d bereit fein.

Rur nebenbei sei darauf hingewie'en, daß im französischen Sprachgebrau h Kri gsrüstu gen deutscherseits als offensiv und solche der En entr als defensiv bezeichnet wurden. Schon damals wurde die Lüge von Deutschlands Schuld im Kerne propagiert

Der äußere Re.laus ter Reise des Minister­präsidenten läßt sich folgendermaßen zusammen­stellen : Am 5 August erfolgte die Abfahrt vom Rördlichen Bahnhof in Paris. Dann ging die Fahrt über Dünkirchen und das Meer, also nicht über Deutschland, was zweifellos näher und bequemer gewesen wäre. Am 9. August, nachmittags 3 Uhr, erfolgte die Ankunft Poin­cares auf dem Kreuzer ,Cond6 in Kronstadt; er wurde vom russischen Marineminister und dem französischen Botschafter empfangen. Am 11 Aug war er zur Au d ie n z beim Zaren in Pe- terhos. Davan schloh sich ein Frühstück bei Äon kowtzow dem russischen Reichskanzler, an. zu dem als einziger Richtrusse oder Rrchtfranzose der englische Botschafter in Petersburg. Bucha­nan, zugcz gen war. Am 12. August fand eine große Truppenschau in Kiasnoje Selo statt. Am 13. August lehrte Poincarä wieder nach Peters­burg zurück, um ich von dort aus für zwei Tcr.e nach Moskau zu begeben und am 16. August trat er von Kronstadt aus die Heimreise an

Iswolski war die gang? Zeit über gleichfalls zugegen. Außerdem erzählen uns die ..Times", daß zu einem Frühtück bei dem russischen Ministerpräsidenten Kokowtzow auch der englische Botschafter Buchanan zuge­zogen tourbe.

Hebei den Inhalt der gepflogenen Verhand- (ungen schweigen die Papiere Iswolskis ganz. Eine Schilderung aus der Feder Poincarc's verrät b zeichnenderweite aun nich.s We entliches. Wohl- aber ersah.en wir aus einem ziemlich umfang­reichen Bericht Sasa n o w s , des russischen Kiicgöministers, der zum Schluß für den Zaren

)Der Diplomatische Schrif.w ch el Iswols­kis 19111914". Aus den G hei matten der Rulll- schon Staatsarchive. Im Qäif.cigt des Deut'chen Auswärtigen Amtes in deutscher Uebertugrng herausgcg^.e: von Friedrich Stiere. D u f±e Derlagsgescllfchaft für Politik und Geschichte in Berlin.

angefertigt wurde, rocht viel über den Gegen- stand der Besprechungen. Es ist äußert ledrr ich. die einzelnen Hauptpunk-e dieses Berichtes heraus- zugreisen.

An der Spitze steht die sranzösifch- rufsifche Ma ri ne k o n vent i o n:

.Zunächst haben wir eine unserer ersten Zusammenkünfte dazu benutzt, um uns g gc i- feilig unsere Befried gung über den Erfolg aus­zusprechen. den die kurztihen Unte.han. lun en zwischen den beiden Mnniralstabschefs geh bi haben. Der in Paris von den Adrnirolen Rudert und Fürst Lieven unte.zeich ete Entwurf zur Marinekonvention Hal die Aller­

höchste Genehmigung gefunden, und ich bin alergnäbigst ermächtigt worden, meine Unter­schrift darunter zu sehen.

Da die vor 20 Iahrer. zwischen Rußland und Frankreich abgeschlossene Militärkonventivn seinerzeit durch einen besonderen Notenaus­tausch ratifiziert tooröen ist, wurde in Uebereinstimmung mit H Pomcarö beschlossen, auch diesmal dasselbe Verfahre i bei der Ma­rinekonvention aiizuwen en. Dementsprechend hat am 2. unb - 3 August zwischen Poiruaro und mir ein Schriftw«hiel stattgefunden. der die Erklärung beider Parteien enthalt, daß sie sich durch die Marinekonvention für gebun­den erachten."

Der zweite Punkt in Sasonows Rapport trägt die Uebcrschrist: .,S 11 ateg i f eße BerkehrS- ftraßen" und lautet:

,.H. Poincar^ sagte, er lege ber Berwirk- lichung des vorn französischen Gei eoal'tao aus­gesprochenen Wunsch.s, nach einer Eihö hu ng der Leistungsfähigkeit unseres der Westgrenze zuführenden Eisen­bahnnetzes durch den Dau eines zwei- t e n Schienen st ranges auf den vom Ge­neralstab tezetchneten Linien einen sehr großen Wert bei. Ich erwiderte, daß ich von diesen Wünschen Kenntnis habe uw) daß sie wahr­scheinlich in den Grenzen des Möglichen m Erwägung gezogen würden."

Qlcußerft aufschlußreich ist dann der dritte Punkt, den Sasonow anführt, und der über die englisch-französischen Beziehungen folgende Einzelheiten enthält

Die französi ch-eng'.ischen Beziehungen tra­ten zwilchen 5> Poincaro und mir G genstand eines besonders offenherzigen Gedankenaus­tausches.

Rach einem Hinweis darauf, daß im Lau'e der letzten Zeit, unter dem Ei if ter aggref- siven Politik Deutschlands gegen Frankreich,

diese Beziehungen den Charakter ganz beson­derer Intimi äl angm-mmei hätte i, vertiau e der französische Premierminister mir an, daß zwischen Frankreich und England zwar kein schriftlicher Vertrag bestehe, daß jedoch die General - und Admiral st äbe beider S l aa t e n nichtsdestowen g.r i n enger Füh­lung miteinander ständen und sich un­unterbrochen und mit voller Offenheit über alles, was sie interessieren könnte, gegenseitig verständigten. Dieser dauernde Ideenaustausch habe zu einer mündlichen Vereinba­rung zwischen den Regierungen Frankreichs und Englands geführt, in der England sich bereit erklärt hab.', Fr.rnk- rcich mit feiner Land- und Seemacht zu Hilfe zu kommen, falls dieses von Deutsch­land angegriffen würde. Engl.md habe versprochen, Frankreich zu Lande du ch ein an die belgi ch? Grenze gesandtes Detach.ment in Stärke von 100 000 Dlann zu unterstützen, um

einen vom französischen Generalstab erwartete' Einbruch der deutschen Armee durch Belgien abzuwehren.

H. Pvincare hat mich dringend gebeten, unbedingtes Stillschweigen scher diele Informa­tion zu betvahren und selbst den Engländern nicht Veranlassung zu einer Vermutung zu geben, daß wir darüber unterrichtet feien.

Als wir von der Hilfe sprachen, die Eng­land und Frankreich zu Wasser-sich (npnfcttig zu bringen beabsichtigten . . . fragte er mich, ob ich nicht meine demnächst bevorstehende Reife nach England dazu ausnutzen wolle, ti me nen Unterredungen mit den Leitern der englischen Politik Die Frage eines gemeinsamen Vorgehens der russischen und eng­lischen Flotte im Fallt eines Konfliktes der Dreiverbandsmächte mit Deutschland zu er­örtern.

Ich antwortete H Poincaro. daß diese Frage eine eingehende HeberIcgung erfordere " Taß schon früher die englische Hilfs- aktionzu Lande in dem nunmehr von Poin- car- angegebenen Sinne geplant war. geh. mit voll ger Deutlichkeit aus dem Protokol' der fran­zösischen und russischen Generalstabschefs vom 31. August 1911 hervor. Rach diesem Schriftstück er­klärte der General Duball. .daß das französische Heer ebenso rasch wie das deutsche konzentriert wird, und daß es vom 12. Tage (der Mobil­machung) an in der ist. gegen Deutschland mit Hilfe der englischen Armee auf dem linken Flüg l die Offensive zu ergreifen." Wenn wir h'.r zu nehmen, daß nach be.n glei hen Protokolldie ersten großen Zu'anrTnenstöße tra' r- scheinlich in Lothri' gen. Luxim urg unb B lg cn zwischen dem 15. und 18. Tage stattfinden, ' so ergibt sich daraus die Uebroeinstimmung mit Poincares Angaben: die englischen Truppen sollten in Belgien angeseht werden.

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Seltsame HlMerWocheii.

Roman von Arnalb Fredericks

31. Fortsetzung (Rachdruck verboten.)

Sobald der Arzt fort war. nachdem er die Kopfwunde besorgt hatte, nahm Duvall einen kräftigen Schluck Br'.ndv und setzte sich zu Stap­leton an dellen Schreibtisch. Dann begann er alle Einzelheiten des Kindsraubes. die ihn be­kannt waren, nochmals außuz.hlen. Er dache laut und zog Stoplcton ins Vertrauen, benn so konnte er feine Gedanken am besten in feste Form bringen.

Herr Stapleton" ragtc er. .ich gestehe daß ich mich durch den Fortschritt. den ich bisher in dieser Sach: gemacht b'te. ober vielm.hr dessen Fehlen sehr gebemätigt fühle Ich bin jedoch entschlossen, die Burschen ausfindig zu machen, and wenn ich meinen gaiyeat Sommer dazu brauche."

.Eie werden rascher zu arbeiten haben, Herr Duvall," bemerkte der Bankier kühl. .Ich ha.e Dorsorge getroffen, mein Kind morgen abend hier zu haben."

.Sie wollen also die Verbrecher auszaslon?" n3a"

Die?"

Das sage ich nicht. Meine Pläne sind ce nug durchkreuzt worden. Weder Sie noch die Polizei haben etwas erreich . F äulein Goncou.t weiß, was ich am will sie gab mir jedoch i r Wort darauf, nicht dazwischen zu treten. Wenn Sie etwas erreichen wollen, muß es vor morgen abenb acht Uhr fein.

Gut. Ich werde mich entsprechend einrichten."

..Was wollen Sie Um?"

Das kann ich augenblicklich nicht lagen Ich glaube jebvch, zuerst sollte ich herauszufinden trachten, wer die goldgeränderten Zigaretten raucht." Er zog den Rest bet Zigare ie, die er gefunden hatte, aus der Tasche, legte ihr auf den Tisch vor sich hin und betrachtete ihn nach- denllich.

Stapleton gähnte.Welche Marke ist es? Exquisites?"

3a. Woher Tennen Sie die?"

Der Bankier lachte. .Einfach genug. Meine Frau raucht fie."

Der Detektiv sah rasch aufWirklich? Dringt sie aus Amerika mit vermutlich?"

3a."

Duvall begann in Gedanken die verschie­denen Personen aufzuzählen, die die vor ihm liegende Zigarette gtraucht haben konnten Er glaubte nicht m hr. raß Valentin in Frage käme. Seine Anwesenheit im Au o mit Grace am Abend vorher bewies, daß er nichts mit den Erpressern zu tun hatte.

Blieb Frau Stapleton. Duvall hatte mit ihr gesprochen und ihren Schmerz gesehen. Er war zu guter Menschmkeneer um ih, euch nur einen Augenblick für v rg.sp eg lt zu hal e'.

Wer sonst?" Da fuhr hm ein Gelaick durch den Kopf.' Er wunderte 'ich, baß r ihm nicht früher gekommen war. D ? Wärterin! Er er­innerte sich deutlich der Spuren, b.o .e aus dem Schreibtisch in ihrem Zimmer in Reuyor. be­merkt hatte.

Ist March Qanahan zu Hause?" fragte er Stapleton.

.3a. Warum?"

.Wollen Sie so freurrdlich fein, sie hierher» lornnTen zu lallen?"

Stapleton drückte stlll^chweigend auf einen Knopf an seinem Schreibtisch. Einige Minuten später war die Wärterin durch eine der anderen Dienerinnen h.rbeigrhalt worden. Sie war scheu vor Kummer und Furcht.

Duvall Ii<$ s'e Platz nehmen unb begann ihr einige offenbar unwichtige Fragen betreffs der Entführung zu stellen

Sie antwortete off<n. doch war es klar, daß ihr- schlecht dabei zu Mule war.

Plötzlich stand Duvall auf, rief Stapleton beiseite unb bat ihn lelle, die Wärterin kurze Zeit in der Bibliothek seltzuhalten Er wollte ihr Zimmer burchluchen.

Aber es ist ja von ber Polizei schon völlig durchsucht toorben."

Ich weiß es. Aber ich muß es nochmals tun. Es dauert nur einige Augenblicke."

Stapleton nickte. _3ch wlll hier auf Sie warten, Herr Duvall. Tagte er.Mary, Sie warten auch!"

Das Zimmer der Wärterin lag im dritten Stock, nach rückwärts hinaus Duvall sand es ohne große Schwierigkeit mit Hllfr einer anberen Dienerin.

Gr schien beim Betreten des Raumes nur einen Gcg n stand zu beachten Er ging sofort auk en 5 imin -u. , ah n die zwei flasche.rfpr- mige.- Vasen, die darauf starrden, und schüttelte sie kräftig In einer f>3rte er ein schwaches Rascheln. Er stürzte sie auf feiner Handfläche um. Eine Menge Asche unb die üebarefte einiger

Der Vorschlag des fi-anzöstschm QRt lifterprä- sidenten. M? Möglichbtil eines x u aimrÄninivfenil zwischen bei englischen unb roslischen Flotte jr untersuchen, wurde, wir dir Ak e r crzstdLen. ge­nau befolgt. In einem Bericht Sa sonows über keine Reise nach Balmovrt im September 1912 lesen wir

. . . Rach dem ich Grey (den britischen Staatssekretär des Ausw ) vertraulich über die wesentlichsten Punk e un'erer Ma. i ek nvention mit Frankrcich unterricht t und b inerkl hatte, daß auf Grund des adge'ch o f ne r Vert.mges die frairzösische Flotte un ere Intet esse' auf dem südlichen Kriegs chaupl.rtz iurd> Veh.nde- mng der Oesterreick ilchen Flöt e, in i.'ai Schwarze Meer vorzudringen, zu sichern bestreb: fein werde, fragte ich ob Eng.and keinerseits uns dieselben Dienste im Rorde i leisten könnte, indem es bi? deutschen Ge'chrvabe. v>n unferci Ostseeküsten fernhält Ohne Dece iken erklärte Grey, wenn di? voraurge eh? en Umstände ein- treten sollten, s o würde England alle Anstrengungenmachen.umderdeut- schen Seemacht den empfindlichsten Schlag zu versetzen . .

Aus eigenem Antriebe bestätigst? (Siel) mir bann, was ich bereits durch Pvincaeö wußtet eS besteht zwi chen Frankreich unb England eine Vereinbarung, nach der im Falle eines Krieges mit Deutschlanb England die Verpflichtung eingegangen ist. Frankreich nicht allein zu 'Da f?r Hilfe z r bringen, sondern auch zu Lande durch eine Truppenlandung auf dem Kon­tinent.

Der König berührte in einer feiner Un­terredungen mit mir bieefbe Frag? und drückte sich noch weit fchärser aus als sein Minister Als ich in sichtlich erregtem Ton crwähkrte. Deutschland versuche mit feiner Seemacht der Englands gleichzukommen. rief Seine Majestät aus, ein etwaiger Konflikt würde nicht nur für die deutsch? Flotte, sondern auch für den Ue be r see ha n de l Deutschlands un­heilvolle Folgen haben, denn die ®ng länber würden jedes deut sche Handels­schiff. das ihnen in d'.^. Hände fiele, ver­senken.

In diesen Werten schienen mir nicht allein die persönlich n Ge ühle Sei er M'.jestät Aus­druck zu finden, sondern auch bi? der öffent- lichenMeinung, wie sie in England gegen­über Deutschland v rherrsck^nd ist.

Fassen wir das alles zusammen, so erkennen wir. welche umfassenden Umfarrg die KriegSvor- bereitung n der Ententemäch e schon damals ai- nommen hatten. Sin enges llketz war um die Mittelmächte gelegt. In der Rordsce sollten die englische und die französische 'Flotte gemeinsam vorgehen. Daran anschließend fügte sich eine eng­lische Landarmee von 100 000 Mann in Belgien dem linken Flügel des französischen Heeres an, das von dort bis Lothringen den möglichst ra­schen Vorstoß gegen Deutschland duochzuführen hatte. Im Mittelmcer verfolgte die neuerdings dorthin verlegte frarrzösische Flotte den Zweck, die österreichischen ©eeftreitträfte in Schach zu halten, unb an ber russischen Grenze sollten alle nur erdenklichen Vorkehrungen getroffen werden, um corch den Aufmarsch ber Truppen des gewal­tigen Zarenreiches für den Ernstfall nach Straften zu beschleunigen. Das waren in ber Tat gigan­tische Pläne durch ganz Europa hin, die durch Poincares Eingreifen in Rußlarrd In wichtig» Teilen ausgebcmt und gefördert wurden.

Kunst und Wiffenschast.

Ausbau des OsthauS-ArchivS.

Der hervorragende deutsche Sammler unb Kunst-Mäzen Karl Ernst Osthaus hat zwei be­deutende Kultur-Institute hinterlassen. Das be­kanntere ist das glänzende Folkwang-Mu- seum in Hagen in Westfalen, das zweite ist das Ost Haus-Archiv, eine hochbedeutende Sammlung künstlerischer Lichtbild-Aufnahmen fast aller hervorragenden Werke deutscher wie auch ostasiatischer Architektur und Plastik. Ein Teil des Archives, dessen Verwaltung und Fortführung von den Erben Osthaus' dem bekannten Münche­ner Verlag Georg Müller übertragen worden ist, wurde in Tafelwerken schon der Oeffentlichkeit be­kanntgegeben. Unter Leitung namhafter Gelehr­ten soll das Archiv, das sein Material auch für Dortragszwecke und wissenschaftliche Forschungen zur Verfügung stellen will, unter Einschluß aller Kulturen weiter ausgebaut werden.

Eine Goethe-Reliquie unter dem Hammer.

Ein Stammbuch, bas eines der srühesten dich­terischen Dokumente des jungen Goethe enthält, wirb demnächst bei einer Terfteigevu g des Anti­quariats Walter Schatzki in Frankfurt a M. versteigert teerten. Es handelt sich um das Stammbuch des IugendfreurrdeS Goethes,

halbgeiauchter Zigaretten fielen heraus. Mit zu­friedenem Lächeln warf er "ie wieder in die Vase hinein unb kehrte in bie Bibliothek zurück

Mary, <Äe können jetzt gehen," sagte er.

Als das Mädchen traußn war. wandte er sich an Stapleton.Es war Mary Lanahan s-lbst, die bi? von mir im Gras gefundene Zi- garette geraucht Hot." sagte er.

Gut! Was weiter'?" Die Tatsache schien dem Bankier ohne alle Bedeutung zu sein."

Sie hatte sie zweifellos Fvau Stapletov gestohlen."

Wohl möglich. Da ist nicht viel dabei."

Rein. Aber cs ergibt sich die Frage: warum übetgab sie bie Schachtel Dalnrtin unb forberte ihn später auf, sie zu vernichten?"

Kann ich mir nicht beulen."

Und warum tourten dies? Zigaretten nach­her Dalemin gestohlen, soviel ich verstanden habe?"

Das ist zu viel für mich. Wohin zielen Sie damit?"

Ich habe eine Theorie, Herr Stapleton, aber ich kann jetzt nicht tagen, welche noch nicht. V^i dieser Gelegenheit, wo ist Francois heute abenb?

»Er besucht seine Verwandten, in irgend­einer Vorstadt."

Ah! Dann möchte ich auch fein Zimmer durchsuchen."

Rur zu! Sie toerben nichts finden, fürcht« ich. Die Polizei hat cs ganz gründlich obg> sucht." Er stand auf.Kommen Sie, ich gehe mit Ihnerr."

(Fortsetzung folgt)