®ater. '"-Nssm, Neuheit Eitlem AW
Wort
»te; „“"‘Slg.rS f*Ä 1 erhältlich.
Nchmm« W Krss LP- Ntbott mit
krkG Kn Qn fcSLjsßh
0,00 Hnaebot tn immkohlen brand zweite, ferner in ittaMIm Jeb u. Liaublohlen- t;- Semtmwede und fielen 5533D nszeche
■• h- H., Limburfl/Lahe Frrnrus 414
ergebung.
if den Mimsterialerlah nb beljen Ergänzungen lauung einer Förster, nachstehende Arbeiten bewerb ausgeschrieben. Iten: 700 qm Wand- [mOelforbe. Schremer- ite Türen, 12 Bretter« «Stoben, 2 Treppen. Beschlagen der vor- irbeiten. Elektr. In- rnstellen. Wasser -gu, wffttUtn ntbft Sbflufr lutz.
n find mit Material. ^unterlagen und Zeich. unterem Amt während ir Einsicht offen. An. erben gegen Erstattung gegeben.
verschlossen, mit tni> , versehen, bis Montag, hr vormittags, bei uns Gegenwart etwa en die Leffnung erfolgt
it
i. Full 1924. Kochbauamt. tyobnagel 5937c
tmachuvg.
.SommemaMM jse wie in den frühere
und Lindviehmartt, Schweine« M Auhrvomiüags. »nchlrm Deobachtungs«
jsterei
inAii-
Löberstr.'2
re
n
et
le
ar
in
e
ns»
pc ib.
18 in.
et
Ift en
Heute abend 830 Uhr Wßs VßB
IM, toä*® Nadiri*"' dien5*
IO-» *
tiorgenabald
*5 DU
K'»S8Ä
*fl
It«
■t L
Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhessen)
Montag, 28. Juli 1924
«r. 1?5 Zweites Blatt
Franz Xaver Mitterer zum 100. Geburtstag.
Don F. 5). Reimes ch.
Am 28. Juli feiert der „Deutsche Schal- derein" in Wien und mit ihm der „Verein für das Deutschtum im Arslande" zu Berlin, den 100. Geburtstag des Mannes, der den Anstoß zu der Schuhvereinsarbeit gegeben hat. Xaver Mitterer heißt der hervorragende deutschsüdtiroler Geistliche, der am 28. 7. 1824 in Laurern im deutschen Ronsberggebiet als Sohn wohlhabender Bauern geboren wurde. Als er im Jiahre 1856 irr der Rachbargemeinde seines Geburtsortes, rn Proveis, zum Pfarrer gewählt wurde, erkannte er schnell, daß sowohl das geistige als auch das wirtschaftliche Leben dieses auf vorgeschobenen Posten lebenden Deutschtums schwer gefährdet war und von der Berwrlschung bedroht cvirde. 1400 Meter über dein Meer, arm, vom Gesamtdeutschtum durch Gebirge getrennt, dagegen offen nach dem wohlhabenden aber welsck^n Süden, wohin die Iungmannschaft aust, Arbeit 50g’ bröckelte langsam aber stetig das Deutschtum ab. Immer mehr welsche Worte fanden Raum in der Mundart der Ronsberger, vornehmlich der Proveiser, die nicht nur kernen deutschen Geistlichen hundert Jahre hindurch gehabt 'hatten, sondern auch von Eies aus von österreichischen Beamten umverständlicherweise italienisch verwaltet wurden. 1
Was tat nun Mitterer?
Zuerst ermöglichte er durch einen Kirchenbar, für den er das Geld in allen katholischen Teilen Oesterreichs und Deutschlands gesammelt hatte, die Erweckung eines neuen religiösen Lebens. Seine KirchenTinder wurden nicht nur darch den schönen Kirchen bau angelockt, sondern die Bewunderung, die dem schönen Gotteshaase von allen Seiten gezollt wurde, dann aber der prächtige Mann, der auf der Kanzel stand, zogen sie fest an die Kirche heran. Der moralische Untergrund zu Mitterers großen Arbeit war ge- 4egt. Reben der Kirche förderte Mitterer in allererster Linie die Schule. Seiner Gemeinde mußten vor allem aber auch wirtschaftliche Gnt- wicklungsmöglichkeiten geboten werden. Er schuf eine, Spitzenklöppelschule für die Frauen and Mädchen, für die Männer aber eine Korbflechterei, die beide dank des ausgesprochenen kaufmännischen Talents, das er besaß, wirtschaftlich blühten und die Gemeinde zu bescheidenem Wohlstand gedeihen ließen. Genossenschaft und Rarff- eisentasse folgten später.
Solche Avbeit erscheint uns heute nicht sonderlich. Bor 50 bis 60 Jahren aber gab es noch kaum ein System auf dem Gebiete der Caritas und sonstiger Hilfe. Ruch hatte man nicht erkannt, daß allein nur die Selbsthilfe zähe macht und besonders im GreMlande dringend notwendig ist. Wer überhaupt hatte in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts ein Auge auf die Grenzländer deutscher Art, wer wußte etwas davon, daß Slawen und Italiener anfingen, die alte deutsche Ostmark Oesterreich zu benennen? Kaum jemand. Erst als Bismarck das Reich gründete, wurde der polttische Blick unseres Volkstums etwas schärfer, um dann freilich nur zu bald mit dem Gefühl der Sattheit weiter hinzudämmern. Die Reichsgrün- dung aber hatte tn Oesterreich eine Menge von Menschen aufgerüttelt, denn sie waren außerhalb geblieben! Der „Deutsche Verein" wurde gegründet und aus ihm heraus entwickelte sich die Parier, die gewillt war, selbst als Opposition, die Rechte d«8 Deutschtums zu verteidigen. Bedroht aber war es hauptsächlich an den Sprachgrenzen. Der Frankfurter Arzt Dr. Statz brachte zur selben Zeit ein Büchlein über eine Rerse im südtiroler Grenzgebiet heraus. In ihm schilderte er Mitterers Wirken, und diese bisher in weiteren Kreisen unbekannt gebliebene Dolkstumsarbeit zündele in Wien.
Der „Deutsche Schulverein" wurde gegründet und nun begann man überall nach ähnlichen Gesichtspunkten zu arbeiten, wie Mitterer dies tat. Hunderte von Schulen wurden gegründet, tausende unterstützt, zusammen mit dem kurz darauf in Berlin gegründeten „Verein für das Deutschtum im Auslande". Diese Schulvereinsgründung aber wurde der Anstoß für das Entstehen vieler anderer Schuhvereine. Die Gefahren wurden stetig größer, mit ihnen aber wuchs, gefördert durch die Cchuharbett, der Abwehrwille. Wievrel schlechter stünde es aber heute um die Grenzen unseres Volkstums, hätten diese Vereine nicht gearbeitet.
So ganz aber kann der Reichsdeutsche die Arbeit nur erfassen unb verstehen, wenn er die Zeit der Abstimmungen im Osten übersieht und das, was in den letzten Jahren in den abgerissenen Gebieten an Schuharbeit geleistet wurde. Der nur auf staatlichen Schutz eingestellte Reichsdeutsche
der Ausschluß Deutschlands von der pariser Aunstgewerbeausstellung.
Das deutsche Kunstgewerbe ist vor dem Kriege bahnbrechend gewesen, und die Pariser, die in der dekorativen Kunst sehr rückständig waren, haben erst nach dem Kriege von ihren Gegnern gelernt und sind in der neuesten Entwicklung rhres Kunst- gewerbes den Spuren der Deutschen gefolgt. Es mußte ihnen daher recht Pein ich sein, wenn die Vorbilder auf der Internationalen Ausstellung deko- rattver Kunst, die 1925 in Paris stattfindet, in bedenkliche Rähe neben die französischen Rach- ahmungen gerückt worden mären, und sie Haven daher beschlossen, Deutschland und Rußland von der Ausstellung auszuschließen. Diese Ausschließung hat eine recht interessante Vorgeschichte. Man veranstaltete eine Rundfrage unter den führenden Künstlern, die sich in ihrer Mehr^hl für die Beteiligung Deutschlands ausspracheii und ganz neuerdings hat auch das Komitee des Herbstsalons mit überwältigender Mehrheit die Beteiligung Deutschlands gefordert. Trotzdem kam man aus naheliegenden Gründen zu dem Beschluß, die gefährliche Teilnahme der deutschen Künstler zu verhindern. Wie in dem von Pcml Westheim hevausgegebenen „Kunstblatt hervorgehoben wird, empfinden auch SranöOfen, daß dtts eine Blamage für ihr Land darstellt. Sv bespricht Waldemar George in der Zett- schrist „Paris-Journal" den gegenwärtigen Stand der deutschen Architektur und sagt: „IDenn Deutschland auch keine ganz großen Architekten hat so hat es doch das, was uns 'fehlt: eine Architektur. Ganze Städte sind dort tn einem ausgesprochen modernen Geist erbaut. Bahnhöfe, Theater, Konzertsäle, Kinos, Cafes, Hotels zeugen allerorten von seiner fruchtbaren vielformigeni
hat im ersten Jahre der Besetzung deutschen Stan» des fast versagt. In dem Augenblick aber, in dem der Schuhvereinsgedanke auch auf dies Gebiet übersprang, wurden die weichenden Fronten fester und heute stehen sie überall, wenn auch noch lange nicht gesichert, so doch von geschulten Kämpfern verteidigt.
Die ersten Lehren für den Grenzlandskampf verdanken wir Franz Xaver Mitterer und deshalb sei sein Rame mit goldenen Lettern in die Geschichtsbücher dieses Kampfes eingetragen!
Körper und Geist: jedem das Seine.
Don Prof. H. Wickenhagen -Dessau.
Zurück zur Natur! Der Ruf lenkt die Blicke auf Rousseaus Roman „Emile", nach Goethes Urteil „ein Raturevangelium der Erziehung". Es ist das wuchtige Mahnwort an die Zeitgenossenschaft, die, in einem Pfuhl von Ansittlichkeit und Genußsucht versunken, in ihm, wie die folgenden Jahre der französischen Revolution zeigen sollten, umkam. Nur aus abnormen Zuständen erklärt sich die geistvoll vvrgetragene, aber zu radikale Philosophie des Autors.
Alles ist gut, wie es aus den Händen des Urhebers aller Dinge hervorgeht; alles entartet unter dem Einflüsse des menschlichen Zusammenlebens. Die Seele des Neugeborenen rein und bleibt rein, so lange sie der Obhut der Mutter Natur überlassen ist.
Man spricht im Leben der Tierwelt vom „Instinkt". Der Ausdruck, über dessen Begriffsinhalt noch nicht das letzte Wort gesprochen ist, bezeichnet einen Naturttieb, der unabhängig von Verstand und äußerer Beeinflussung zu Handlungen führt, die dem Wohle und Fortbestände des Individuums dienen. Rousseau möchte dieses geheimnisvolle Wirken auch auf die Menschennatur übertragen sehen. Aber wie? Die Lehre von der Reinheit der Kindesseele läßt sich mit dem Bibel- wort „Das Dichten und Trachten des Menschen ist böse von Jugend auf" nicht in Einklang bringen; sie steht für jeden Sehenden auch im Widerspruch mit den Gesetzen der Natur; denn wie im Schoße der Mutter Erde neben der nährenden Frucht die Keime vergiftenden Llnkrauts gedeihen, so liegt im Herzen unseres Geschlechts neben dem Samen des Guten der böser Triebe. Die Lehre zerstört auch den Segen und Ansegen des Gemeinschaftslebens mit seinen mannigfachen Erscheinungsformen; sie läßt den Menschen als „Zoon politikon" nicht mehr gelten.
Sein Zeitalter hatte Rousseau zum Misanthropen gemacht. In ihren Folgerungen aber besitzt seine Lehre eine gewalttge Zündkraft, die bis auf unsere Tage wirkt. Auf dem Boden leiblicher Ertüchtigung und Lebensführung, das Ringt aus ihr heraus, erwächst am sichersten das sittliche und geistige Gut: „je schwächer der Leib ist, desto mehr befiehlt er, je stärker, desto mehr gehorcht er." Haben es nicht alle Zeiten der Geschichte bis auf unsere Tage gelehrt?
Wenn Rousseau eine planmäßige Ausbildung aller leiblichen, sinnlichen und geistt- gen Organe fordert, aus der allein die Waffe gegen teuflische Kräfte sich schmieden, ein zuverlässiger Wertmesser des Nützlichen und Schädlichen gewinnen läßt, wenn er das An- schauungsvermögen geschärft, das Deobach- tungsbedürfnis genährt sehen will, weil damit Selbsttätigkeit, Eigengesetzlichkeit, das Arbeiten auf selbst erschlossenen Wegen, die Hochachtung vor den Leistungen Gleichstte- bender gefördert wird, so ist er noch heute unser Mann. Aber solche Güter lassen sich nur durch Erziehung, Kräftemessung und -austausch gewinnen, und die größte Schule für diese Aufgaben ist der Staat. Die Aufstel-
Lebenskraft. Deutschland hat sich oft geirrt. Es hat unheilbare Irrtümer begangen. Aber es hat eine Bewegung ins Leben gerufen, deren Entwicklung die Welt gehört. And gerade jetzt, wo es seinen eigentümlichsten Ausdruck ftndet, wo es zur Reife gelangt, weigert sich Frankreich, es aus? un eh men zu einer Ausstellung, auf der Chile und Guatemala reichlich vertreten fein werden." Zum Schluß wirst er die Frage auf: „Darf eine Ausstellung, wie sie fürs Jahr 1925 geplant ist, Anspruch auf den Titel „International" erheben, wenn Deutschland dort fehlt? Ist es zu spät, den schweren Fehler, der begangen wurde, wieder gut zu machen? Wenn nicht, was zögert man noch, Deutschland einzuladen? Ich wiederhole es: ein französischer Sieg in Abwesenheit Deutschlands des einzigen Gegners, der zählt, wäre Hohn.'
War Robespierre geisteskrank?
In Robespierre haben nicht nur die Schrecken der großen französischen Revolution, sondern hat der revolutionäre Terror überhaupt Gestalt gewonnen. Die Persönlichkeit dieses kleinen Advo- taten, der zum falten Massenmörder und Fanatiker des Machtttiebes wurde, ist von unheimlichen Rätseln umsponnen, die zu lösen bisher auch den größten Darstellern dieser Geschichtsepoche nicht gelungen war. Haben wir es hier mit einem großen Verbrecher oder einem armseligen Geisteskranken zu tun? Diese oft aufgeworfenen Fragen werden nun mit allen Mitteln der modernen Psychiatrie und Seelenkunde in einem bedeutenden Werk beantwortet, das der bekannte Münchener Kriminal-Psychologe Hans von H e n 11 g Im Verlag von Julius Hoffmann zu Stuttgart veröffentlicht. Heutig deckt die geheimsten Gedan- lengänge und Schwächen dieses durchaus anormalen Charakters auf und findet eine Fülle von
hing eines allbefriedigenden Lehrplans ist sicherlich nie leicht gewesen: Wer soll den Vor- ttitt haben, lautet die Kardinalfrage, Geist oder Körper? Wozu Vvrttitt? fragen wir; einem jeden das Seine!
Goethe hat einmal gesagt „wir wollen hoffen und erwarten, wie es in einem Jahrhundert mit uns Deutschen aussieht, und ob wir es sodann dahin gebracht haben, nicht mehr abstrakte Gelehrte und Philosophen, sondern Menschen zu sein". Nun, wie denn?
Der Staat macht den Schulbesuch für jeden zur Pflicht. Werden nicht noch immer Sitzarbeit und Stubenkultur weit über Gebühr bevorzugt? And wirklich stets mit gutem Erfolge? Der Junge, das Mädchen wird in der Lernstunde erzogen, erzieht dann selbst, hat sich ein Arteil gebildet und — hält dieses für das allein richtige! Die deutsche Parteienbildung ist in ihren zarten Wurzeln gezüchtet! Der Geschulte, Halbgebildete nimmt um so mehr am Bestehenden Anstoß, wenn das körperliche Wohlbefinden, die Berufsfreude, der Schaffensmut abnimmt. Schillers Wort: „Es ist der Geist, der sich den Körper baut", hat sich wahrlich am Dichter selbst am wenigsten bewährt. Im Hochflug seines Denkens und Schaffens vernachlässigte, ja, knechtete er den Körper und sank im besten Mannesalter ins Grab.
Wie ganz anders sein Geistesverwandter, Goethe, der im „Faust""dem Schüler die Worte in den Mund legt:
Ich wünschte, recht gelehrt zu werden And möchte gern, was auf der Erden And in dem Himmel ist, erfassen: Die Wissenschaft und die Natur!
Sein Lebensweg war fast doppelt so lang wie der seines Freundes, weil er stets auch dem Körper seine Steuer gezahlt hatte!
And doch machen noch immer in der neueren Pädagogik sich psychische und physische Erziehung gegenseitig den Rang stteitig, wenn auch ein Prozeß der Versöhnung unter der Not der Zeit sich anbahnt. Herbart als Ver- tteter der ersteren, bekennt sich zu der Lehre, daß der Unterricht die Grundlage der Erziehung abgeben muß: „Die Lugend ist ein Wissen." Gewiß: die Darbietung der edelsten Lehrstoffe, der Hinweis auf die biblischen Heilswahrheiten, auf die Geistesgrößen und Heldengestalten der Geschichte, auf die wunderbaren Früchte tiefgründiger Verstandesarbeiten haben eine nachhaltige Wirkung auf das Seelenleben und sind Imponderabilien der Jugendpflege, die uns teuer und wert bleiben; aber ob diese idealen Schätze die allein tragenden und treibenden Mittel zu einem kraftvollen Wollen, zu einem erfolgreichen Tun bieten, bleibt eine offene Frage. Nicht nur Kenner, sondern auch Könner brauchen wir. Der Daum der Erkenntnis ist nicht der des Lebens! Die körperliche Schulung hat ihren Hauptvertreter noch immer in Ludwig Jahn. Die Gymnastik soll nach ihm die verloren gegangene Gleichmäßigkeit der menschlichen Bildung wiederherstellen, der bloß einseitigen Vergeistigung die wahre Leibhaftigkeit zuordnen, die Aeberfeinerung in der wiedergewonnenen Männlichkeit das notwendige Gegengewicht geben und im jugendlichen Zusammenleben den ganzen Menschen umfassen und angreifen.
Wem Deutschland über alles geht, der prüfe, wie er sein Leben sich zu gestalten hat; wir leben in Zeiten, die hohe Ansprüche an jeden einzelnen stellen! Er erinnere sich der Wahrheit des Dichterworts: „In Fährden und in Nöten zeigt erst ein Volk sich recht", beherzige aber vor allem dje Mahnung des Großen Friedrichs: „Der liebe Gott geht nur mit den starken Bataillonen!"
Zügen in seinem Wesen, die auf eine geistige Erkrankung schließen lassen. Zweifellos trug Robespierre von früh an Keime der Geisteskrankheit in sich. Der Wandertrieb seines verschollenen Vaters läßt auf eine Vererbung solcher Anlagen schließen; vielleicht auch die Neigung der Mutier, einer Bierbrauerstochter, zu einem kräftigen Trunk. Da er mit 36 Jahren hingerichtet wurde, so kann man nicht entscheiden, ob er sich in den letzten Jahren seines Lebens im Anfang einer fortschreitenden Geisteskrankheit befand: aber feit seinem 32. Jahre gehen deutliche Veränderungen mit seiner Persönlichkeit vor. Während seine Schrift vor 1790 klar und sicher gewesen sein soll, so seh In wir im letzten Jahre seine Manuskripte voll von Druchstreichungen, Wiederholungen und neuen Durchstreichungen; Buchstaben werden ausgelassen; es enstteht ein wüstes, unleserliches Durcheinander. Dafür wird das Selbstgefühl gesteigert, indem an die Ramensunterschrift ein gewaltiger Schnörkel angehängt ist. Eigentliche klinische Symptome lassen sich schwer feststellen.
Seine häufigen Abwesenheiten von allen Staatsgeschäften im Februar und Juli 1794 müssen auf Derstimmungszustände zurückgeführt werden, die sich dann regelmäßig in leidenschaftlichen Vorstößen gegen die polittschen Gegner entluden. Rach diesen Zuständen einer Bewußtseins- ttübung treten impulsive Triebhandtangen hervor, wie z. B. der Mord an Danton. Wir sehen ihn, den ängstlichen, vorsichtigen Zauderer, der sich ftüher immer im Hintergrund hielt, sich unter einem geistigen Zwang in die gefährlichsten An- Überlegtheiten stürzen. Es wird erzählt, daß ihm nach heftigen Szenen „übel" wurde, daß er bei aufregenden Mitteilungen „wie von einem elek- trischen Schlage getroffen" war. Das sind Züge eines Epileptikers, ebenso wie seine peinliche Pedanterie, feine Aebereleganz, die amokartige Reizbarkeit. die Mischung von Süßlichkeit und böS-
Wirtschaft.
Die Ruhreiseninduftrie vor der Stillegung?
Von unserem Essener Mitarbeiter wirk uns geschrieben:
Die Geldknappheit ist immer noch ausschlag« gebend für die weitere Entwicklung der Etsen- preise, denn bei dem teuren Geld wird die Nachfrage künstlich zurückgehalten und die gewaltsame Verringerung noch vorhandener Läger fortgefetzt. Das Arbeiten auf Vorrat bei den Werken findet seine Beschränkung ebenfalls in der Geldknappheit, so daß die geringe Nachfrage zu einer sehr erheblichen Einschränkung der Produktion (teilweise bis zu 40 Proz.) bei den maßgebenden Werken bereits geführt hat uird weiter führen wird. Die schwierige Stage hat sogar schon dahin geführt, daß offizielle Verhandlungen über weitgehende Detriebseinschränkungsn bei der gesamten Eisenindustrie ftattgefurtben haben; nur aus sozialen Erwägungen hat morn von diesen Plänen bisher Abstand genommen. Wenn nicht bald eine durchgreifende Besserung der Stage eintritt, wird man aber doch wohl wieder auf sie zurückgreifen. Die Anpassung der Produktion an den Bedarf ist notwendig und wirtschaftlich gesund, trotzdem sie nicht nur für Arbeitnehmer, sondern auch für die Werke und 'die Verbraucher große Hätten mit sich bringen wird.
Die Preise stehen bei wettern nicht im Einklang zu den Produttio.iskosten. Selbst eine weitere Herabsetzung der Kohlen- und Kokspreise würde es den Werken nicht ermöglichen, Stab- eisen zu einem Grundpreis von unter 120 Mk. die Tonne zu produzieren. Auch nach einer etwaigen befriedigenden Beendigung der Londoner Konferenz und nach Annahme des Dawes-Gut- achtens werden vermutlich die Selbstkosten der Werke nicht erheblich zurückgehen. Die Kohlen- und Kotspreise werden zwar, sobald die Mr- cumlasten auf breitere Schaltern gelegt werden, vermutlich herabgesetzt werden; aber wir wer- dcn anstelle der Micumlasten so viel neue Lasten aus dem Gutachten eintaaschen, daß alles in allem die Herabsetzung der Kohlen- und Koks» preise nicht nur ausgeglichen, sondern daß wahrscheinlich sogar noch eine Erhöhung der Selbstkosten eintreten wird. Abgesehen davon sind die Eisenpreise in den letzten Monaten bereits derart gesunken, daß dadurch eine Kohlenpreisermäßigung weitgehend bereits berücksichtigt worden ist. Auch wird allgemein übersehen, daß bei der Ermittlung der Selbstkosten heute ein sehr wichtiger Faktor überhaupt keine Berücksichtigung findet, nämlich die Verzinsung der von allen großen Anternehmungen aufgenommenen hohen Auslandskredite. Wenn die Industrie, wie es sich'gehört, bei der Ermittelung der Selbstkosten hierauf Rücksicht nehmen würde, müßte sich vielleicht manches Werk, das heute noch an einer ver- hättnismäßig großen Produktion festhält, schnell zu erheblichen Einschränkungen entschließen.
Da sich die Produktion infolge der bereits vorgenommenen und der noch wahrscheinlichen Einschränkungen der Nachfrage angepaht hat, und da auch die Lagervorräte erheblich zurückgegangen sind, ist nach einer befriedigenden Schluhverhand- lung in London ein Anziehen der Preise möglich, um so mehr, als in diesem Fall mit einer Stabilisierung des Franken zu rechnen ist. Bisher ist das gesamte Geschäft durch Kursschwankungen des Franken beunruhigt worden. Die belgischen und französischen Werke werden aber bei einer stabilen Währung nicht mehr zu 6 Pfund Sterling fob. d. t. Stabeisen verkaufen können. Die belgische und französische Regierung wird sich bei ihren Bemühungen, ihr Budget auszugleichen, auch nicht mehr den Luxus leisten können, den Werken den Reparattonskoks zu Preisen zu berechnen, die unter den Deutschland zu erteilenden Gutschttften liegen. Auch in der Gewährung von Exportprämien in der einen oder anderen Form, wird man wahrscheinlich in Frankreich oder Belgien sparsamer werden. Eine sog. Konjunktur werden wir allerdings wohl nicht bekommen. Es wird im Gegenteil bei einer (vielleicht noch weitergehenden als der jetzigen) Einschränkung der Produktion fürs Erste bleiben. Es wäre wünschenswert, daß diese Einschränkungen planmäßig im Rahmen eines Verbandes beschlossen würden, damit nicht einzelne Werke bei der Beurteilung des Verhältnisies von Produktion und Nachfrage sich krügettschen Hoffnungen hingeben.
*
Zeutralausschutzsitzung der Reichsbank.
In der am Freitag stattgehabten Sitzung des Zentralausschusses der Reichsbank betonte der Reichsbankpräsident Dr. Schacht, daß sich nach den Wochenausweisen für die Zeck
artiger Heimtücke, die Amständlichkett des sprachlichen Ausdrucks, das ganze hypochondrische, streitsüchtige Wesen. Diese Veränderungen zeigten sich auch in seinem AeuHeren. Wir sehen auf. den späteren Bildern einen abgemagerten alten Mann mit verzerrten und gespannten Gesichtszügen. Robespierre, der von je verschlossen und mißtrauisch gewesen war, erweist sich immer unfähiger zum gesellschaftlichen Verkehr. Er lebt nur noch in einer Umgebung rückhaltloser Bewunderer, und seine sozialen Beziehungen beschränken sich in der letzten Zeit gaiii auf die politischen Versammlungen. Die Randdemerkun- gen, die sich aus seiner Feder in den Akten des Wohlfahttskomilees befinden, zeigen in ihrer Brutalität und sinnlosen Gewaltsamkeit eine Verrohung, tote sie grabe für den iörperlichen Schwächling mit krankhaften Zügen bezeichnend sind. Schon früh waren in ihm gewisse Mängel des Willens hervorgetreten, die er durch starre Hartnäckigkeit zu verbergen suchte. Auch seine Neigung für Symbolik weist auf eine Geisteskrankheit hin; er neigte zum Mystizismus. Dieses Auseinander- stillen der Persönlichkeit bewittt dann seinen An- tetgang. Im Augenblick der Entscheidung, während Sieg oder schmachvoller Tod auf des Messers Schneide stehen, drängen ihn fein: energischeren Freunde, seine Anhänger zu den Waffen zu rufen. Alles kommt darauf an, wer in diesem Augenblick des Schwankens die furchtbare Waffe der Scheinlegalität an sich reiht. Aber d:r Diktator sitzt zusammengebrochen da; er zaudert, und als man ihn zum Anterzeichnen des Aufrufs veranlassen will, fragt er: „In wessen Namen?" Seine Schrullenhaftigkeit ist in stumpfe Willenlosigkeit übergegangen, und keinem Diktator, sondern einer armseligen, geistig gestörten Antettanennalur zerschmettert im nächsten Augenblick ein Pistolenschuß den Untertiefer.


