von
Wort zur
Gedenkrede.
währ für die Erhaltung des Friedens Dielet. Olur dann wird die Währung vor neuem Verfall und die Wirtschaft vor endgültigem Zusammen« bruch gesichert sein. Nur dann werdet Ihr einen Reichstag bekommen, der den Frieden bewahrt und Arbeit schafft, die Freiheit erringt und das Reich erhält. Ein harter Kampf wird am 4. Mai ausgefochten werden. Zu diesem mit das Vaterland auchdenlehtenMan n auf. Deutsche Männer und Frauen! Erfüllt alle Eure Ehrenpflicht! Es gilt Deutschland, es gilt den Frieden, es gilt die Freiheit, es gilt das Gluck unserer Kinder! Die Reichsregierung.
Die französische Presie zu den alliierten Antworten.
PariS, 27. April. (Wolff.) Der »Petit Parisien" glaubt, die Aufgaben der kommenden Wochen wie folgt auf die Reparationskomnttsfion, die deutsche Regiernng und die alliie.ten Regierungen verteilen zu können: Die Sachver st a n« Ligen hätten weder festgesetzt, unter welchen Vedingungen die Kommis,are für die ver.che.e- nen Organisationskomitees bestimmt werden sollen, noch ihre Befugnisse begrenzt, noch dasjenige Organ vorgesehen, das dafür zu sorgen habe, daß eine Kontrolle, :hn. vexawrisch n c paralte anzunehmen und ohne zwecklose Einmischung in Einzelheiten der Verwaltung darzustellen, doch wirksam sei. Das sei die Angelegenheit der Retz a r a t i o n s k o m m i s s i o n. Lne Repa ati n - komm iss ion werde auch m die Verhandlungen über die erste internationale Anleihe von 8.0 Mi- linnen Goldmark einKUgre.fen Haden. Die deutsche Regierung ihrerseits habe ihre Gee-g-bung. Ver- waltüngsvrganisation mit den Entschl ejungen der Sachverständigen in Einklang zu „bringen. Die alliierten Regierungen ständen vor der ganzen Frage der
Llmwandlung des hn Ruhrgebiet bestehende« Zustandes.
Die Sachverständigen hätten ihnen überlassen, eine etwaige Durchführung neuer Sanktionen zu regeln. Gewisse Sätze des Berichtes liehen auch Lurchblichsn, das), die Sachverständigen die Erörterung der Frage der interalliierten Schulden voraussetzen. Die Alliierten ward n zu entscheiden haben, ob es tatsächlich zweckmäß g sei, daß alle diese Fragen schon j:tzl zur Sprache gebracht würden, ob es zur Inangriffnahme Zk6 Eachverst ändigenplanes unerläßlich sei, daß sie gelöst würden. Macdvnald mache kein Hehl daraus, daß er nicht dieser Ansicht sei. Es sei nicht ausgeschlossen, daß auch andere Regierungen wie er dächten.
Das „Echo de Paris" stellt fest. Laß die Antwortnoten sehr klar Len
Unterschied zweier Methoden erkennen lassen. Fvanzösttchersetts erkläre man. b e v o r die Alliierten verhandelten, müßte die R e° parationskommission ihren Spruch gefällt haben. Belgischer- und englischersers sei man für den svf artigen Meinungsaus- trusch zwischen I'en Kabinetten. Die Belgier und Engländer würden sogar ohne weiteres zunächst in Paris, dann m EhequerS Liesen Meinungsaustausch aufnehmen. Es frage sich, ob das von Belgiern und Engländern vorgeschlagene Verfahren für Frankreich ungünstiger sei als L-as französische. Die Frage sei mit ja zu beantworten in dem Sinne, daß Frank reich, bevor es sich in entscheidende Verhandlungen stürzt?, wissen müsse, was die Rcparat vnskomm.ssion aus d.m Bericht der Sachverständigen herausholen und auch, wie Deutschland reagieren würde. Indessen träfen in dem von London und von Belgien in diskreterer Form vorgeschlagenen Geschäftsgang zwei Auflassungen zusammen. Zu°
Der Wahlaufruf der Reichsregierung. Berlin, 26. April. (Wolff.) Die Reichsregierung veröffentlicht einen Aufmf an das deutsche Volk, in dem es heißt: Der Wahltag am 4. Mai ist Schicksalstag für das deutsche Volk. Der neue Reichstag wird über Gcdeih und Verderb unseres Reiches die Entscheidung fallen müssen. Als Reichsregiernng ist es msere Pflicht, allen Volksgenossen die Bedeutung g e r a d e d i e- e r Reichsiagswahl eindringlichst vor Augen zu ühren. Wir vergessen zu schnell! Denkt zurüc. an tte Zeit der wahnwitzigen Geldentwertung! Erinnert Euch an die Tage des vergangenen Jahres, wo aus den Tausenden die Millionen, aus den Millionen die Milliarden und aus den Milliarden die Billionen wurden. Da war das Ende nahe. Da standen wir wirklich vor bem Verderben. Wehe, wenn damals der drohende Umsturz von rechts und links die Oberhand gewonnen hätte! Wir sind nicht in den Abgrund gestürzt, wir sind nicht der Verzweiflung zum Opfer gefallen. Die Staatsgewalt hat sich behauptet,
das Reich ist nicht zerbrochen.
Aber alles haben wir daransehen müssen, haben bittere grausame Maßnahmen ergreifen müssen, um im letzten Augenblick mit äußerster, fast schon versagender Kraft den Zusammenbmch aufzuhalten. Große Opfer hat die Rettung vor dem Untergang gefordert, und wir werden noch weiter schwere L a st e n auf uns nehmen müssen, ehe wir wieder ganz gesicherten Boden unter den Füßen haben, aber wir haben doch wieder d ie feste Mark. Die entsetzliche Arbeitslosigkeit ist im Schwinden. In Staat und Wirtschaft, In Gemeinde- und Einzelhaus halt können wir wieder mit Soll und Haben, mit festen Einnahmen und Ausgaben rechnen. Ernst und eindringlich aber sei es gesagt: Jedes Ab irren von dem von uns beschrittenen Wege der Ordnung und Vernunft wird das Ende des Reiches, das Verderben des Volkes fein!
Nur durch Arbeit und Opfer werden wir den Weg aus dem Elend in die Freiheit finden.
Durch die von ausländischen Sachverständigen im Auftrage ihrer Regierungen erstatteten Gutachten wollen wir zu einer Lösung der Reparations frage, zur Befreiung unterer Brüder an Rhein und Ruhr gelangen. Auch die Vorschläge der Sachverstänrigen fordern von uns die allergrößten Opfer. A-er sie woll.n die uns bedrückende militärische Gewalt ersehen durch Grundsäte und Forderungen wirtschaftlicher Vernunft. Das bedeut.t für uns als wehrloses Volk einen Fortschritt. Zeigen Me Gegner di.ser Prl ttk e ine n an de re n A u s- weg aus unserer Bedrängnis? Reinste beschränken sich darauf, die Arbeit der Reichsreg.e- rung herabzusetzen und gegen dir Gutachten ter Sachverständigen die Vvllsleidenschaften aufzupeitschen. Was Ware die Folge, w.rri ihnen die Möglichkeit geboten würde, ihre Worte wahr
gemeinsamen Urheimat mitbrachten. Aber von Indien ist diese Wetterregel nicht nur westwärts, srndcrn auch ostwärts gewandert und gilt noch heute in China. Ein anderer Wetteraberglaube, dem zufolge die zukünftige Witterung ars dem Donner am ersten Tage der einzelnen Monate bestimmt wird, läßt sich bis nach Allbabhlon zurückversolgen. Diese „Donnerzeichen" haben die reiche Literatur der sogen. Gewitterkalendrr her- vorgerusen, die im byzantinischen Reich eine ungeheure Verbreitung hatten und dort aus die Lehre des Zoooaster zumckgesührt wurden. Der Glaube geht aber noch weiter bis m das alt» assyrische Schrifttum zurück und ist chaldaischen stlisprungs. Eine ganze Reihe von noch heute volkstümlichen Wetterregeln waren, schon im Altertum bekannt. So gibt es verschiedene Beispiele aus der allen griechischen Literatur. Es sind dies meist keine Bauernregeln sondern
Schisferregeln", wie dies frei der Wichtigkut her Schiffahrt für die Hellenen durchaus begreiflich ist Die ällesten griechischen Wetterz uchen sind uns aus des Hesiod „Werken und Tagen überliefert; sie reichen aber noch viel weiter zurück ?.u den Anfängen aller menschlichen Kultur, da der Jäger ur-b Ackerbauer vom Wetter .roch viel mdjr abhängig war, als wir es letzt sind und dadurch von selbst darauf geführt wurde, die atmosphärischen Erscheinungen zu beachten und nach uralten Wetterregeln auszudeuten. Die antiken Wetterregeln, die sich von Go-
Darum, deutsche Männer und Frauen, gebt nicht den Leuten Cure Stimme, die unter den 23 verschiedenen Parteien Euch die größten Versprechungen machen und Euch in der Stunde der Gefahr im Stiche lassen! Prüft sorgsam, ob Ihr Eure Stimme einem Bewerber gebt, der
Verantwortungsgefühl durchdrungen, die Ge- r für die Erhaltung des Friedens bietet.
Ung gestellt.
Vei der Festlegung der inneren Zwangsverpflichtung Deutschlands hat die Ekpertkommiflion eine gewisse formelle Geschicktheit gezeigt; wahrend mit Bezug auf die reale ökonomische Fundierung der Vorschläge bedenkliche Schwachheiten vorzuliegen scheinen. Ein sehr großer Vorzug ist. daß sämtliche Zahlungsver- pfichtungen sozusagen unter ein enHut gebracht worden sind. Wenn die Zahlungen nach dem bestimmten Plan an das Revarationskonto ael’-lftet sind, so sind damit die Verpflichtungen Deutschlands erfüll: sowohl die Naturalleistungen und die Verzinsung und Amortisierung der vogflchlagenen Auslandsanl i^e, wie auch samt- siche andere finanzi l e Verpflichtungen, sollen diesem Konto bebitiert werden. Im Vergleich mit dieser natürlichen und einfachen Anordnung tritt die bisherige vollständige Anarchie auf diesem Gebiete erst in ihrer richttgen Beleuchtung hervor.
Das allgemeine Prinzip für die Seftlegung der Belastung Deutschlands ist nach der Expert- kommission. daß der deutsche Steuerzah 1er ebenso scharf herangezogen werden soll tote Die Steuerzahler der alliierten Mächte. Wenn das als eine moralische Selbstverständlichkeit hingestellt wird, so darf man zumindest fragen, ob nicht in diesem Zusammenhang eine gewisse Rücksicht ge- nomnken werden muß auf die furchtbare A u s - Plünderung, welcher die deutsche Vilkswirl- schcrft^in den letzten 51/- Jahren ausgesetzt worden ist, uixd welche schon so viele deutsche Steuerzahler von Wohlstand zu Armut gebracht bat Es ist auch nicht ganz selbstverständlich, daß die Steuerlast dieselbe sein muh, wenn die finanzielle Mog- Weit des Reiches, für öffentliche Bedürfnisse zu sorgen, so wesentlich stärker beschranll worden ist im Vergleich mit der entsprechenden Möglichkeit der Alliierten, wie dies doch zweifellos der Fall ist'
Der wichtigste Grund, welcher von der Kommission angeführt wird für die Voraussetzungen einer großen Zahlungsfähigkeit Deutschlands, ist die Austilgung sämtlicher älterer Schulden durch die Inflation. Das Reich hat keine Schulden mehr und deshalb mutz eine neue Schuld geschaffen werden, um eine Ausgleichung in der Lage der Steuerzahler in Deutschland und in Den alliierten Ländern herbeizuführen. Mtt derselben Motivierung wird der deutschen Industrie eine neue H y P o t h e k e n s ch u l d von fünf Milliarden Goldmark auferlegt Das scheint eine mehr als wunderbare Rasionalökonvmie zu sein! Ein Land kann unmöglich reich werden durch Abschreibung einer- inneren Schuld. Was das Deutsche Reich gewonnen hat durch das Verschwinden der alten Reichsschuld, hat natürlich derdeutscheGläubigerverloren. Auch für das Reich ist ein Verlust insoweit entstanden, als es jetzt nötig wird, sehr harte Bedingungen
Die Wetterweisheit des Volkes.
Die „Bauernregeln", die alten Sprüche, die sich mit der Vorhersage des Wetters und dem vom Wetter abhängigen Gedeihen dec Ernte bc* schästigen, leben noch heute im Volke fort uno sind ein gemeinsames Gut aller Völler, finden sich nicht nur bei allen ÄatUmationen, sondern auch bei primitiven Stämmen, tote den portugiesischen Zigeunern oder den Indianern Der bekannte Berliner Meteorologe Geh. Rat Hrll- mann hat sich jetzt mit diesen volkstümlichen Wetterregeln wissenschastlich beschäftigt und macht Über ihren Wert sowie über ihr Alter interessante Mitteilungen in einem Aussatz der „Deutschen Rundschau". Der Ursprung dieser uralten Metterweisheit läßt sich bis in die ältesten Zeiten zurückversolgen. Das zeigt sich z. D. bei der De- beutung die man überall in ganz Europa der sogen. ^Zwölften" beilegt, den 12 Tagen und Dächten die ursprünglich mit dem Jahresanfang später unter christlichem Einfluß mit Dem Weih- nachtssest beginnen. Der Glaube, daß die Witte' ntng dieser 12 Tage die der 12 Mowrte der, neuen Jahres vorher verkünde, läßt sich in der gedruckten Literatur bis ms 15. Jahrhundert, 11 Handschriften bis ins 8. Jahrhundert zurück verfolgen. Aber die gteiche Anschauung erschein auch schon in altindischen Texten, so daß sich dieser Wetteraberglaube als ein indogermanischer »rweist, den die europäischen Voller schon aus der
fiii machen ttttib nach fßroen Methoden DaS deutsche Doll zu regieren? Die Folge könnte mir sein: bedingungslose Unterwerfung mit Hinnahme neuer schwerer Demütigungen, oder der Krieg gegen die ganze Welt. Wer unser deutsches Volk wirklich liebt, der wird alles daran setzen, um es vor diesem Schicksal zu bewahren. 2Utt
11 das ist wahrhaft nationale Politik!
Helfserich war eine Doppelnatur. Als Wissenschaftler genoß er mit seinen hervorragenden Arbeiten über Geldwesen Weltruf, aber die heiße Liebe zum Vaterlande führte ihn aus der Welt der reinen Wissenschaft auf den politischen Kampfplatz. Dort habe er sich als eine der schöpferischen Führematuren bewährt, die jetzt in Deutschland so selten sind. Als er in der Kriegszeit in die Regierung berufen wurde, habe er mit seinem Geist die Polittk beherrscht, und man konnte wohl unter Dethmann von einer telfferichpolitik sprechen. Es sei aber v erfehlt.
elfserich allein für die Kriegsfinanzpolitik verantwortlich zu machen. Die letzte Entscheidung für die Geschicke Deutschlands trug nicht er; soweit er beteiligt war, unterlag auch er unüberwindlichen Hemmungen, worüber er sich selbst bis in die letzte Zeit aufs Bitterste benagte. Diese Hemmungen lagen in der Abneigung des Parlaments, die Kriegsfinanzierung durch Steuern zu ergänzen, in der Aneinheitlichkeit der deutschen Gesamtpolitik und in den Schwierigkeiten des bundesstaatlichen Apparates, der sich damals noch nicht den Kriegszeiten anzupassen wußte.
Der Redner würdigte bann die Führertätig- feit Helfferrchs in der deutschnationalen Volks- Partei. Der persönliche Kampf, Den er gegen einzelne politische Gegner geführt habe, die er für Schädlinge Hielt, sei niemals em Kampf mtt vergifteten Pfeilen, sondern immer ein sachlicher Kamps um die Wahrheit gewesen. Er Habe sich nach, positiver Arbeit gesehnt. Er Hätte wohl in nicht zu ferner Zeit an führender Stelle in der Regierung das Volk von dem Wert seiner Absicht überzeugen können, wenn nicht der Tod dem deutschen Volle diese Zukunfts- Hoffnung genommen hätte. Hellste.-ich konnte vo« sich sagen: „d e n n i ch w a r M e n s ch, u n d d a S heißt Kämpfer sein". Wir Deutschnatio- nalen wollen gleich ihm Kämpfer sein.
Von Schauspieler Boettcher wurde bann Goethes Epilog zu Schillers Glocke vorgetragen. Mft den KlängL bed Liebes »Ich hatt efoerr Äametaben“, das die Trauerversammlung stehend anHörte, schloß die Gedenkfeier.
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D-ie Leichen Dr. Helfferichs und seiner ndl chm bei Bellinzona ums Leben gekommenen Mutter treffen am Dienstag in Mannheim ein. Die Einäscherung beider erfolgt am Mittwoch nachmittag 4 stlHr im Mannheimer Krematorium. ______
~gab~1590 zum Troste der Dauern ein Buch heoaas, in dem er untersuchte, wie wett die verändert werden müßten. Die Wissenschaft ist bis vor kurzem über diese alte Wetter w ns hell des Dolles hochmütig hinweggegangen. Hellmann betont, daß man den Dauernregeln deswegen nicht gerecht geworden sei. weil man sie zu wörtlich genommen habe. „Man muß meines Erachtens", sagt er. „sowohl die Zeitangaben als auch den Inhalt 6er Regeln freier deuten Diesen liegt sicherlich eine tausend- und abertaufendmal wiederholte Deobachtung zuarunde die aber sehr häufig falsch aufgefaßt und unrichtig gedeutet wurde, bisweilen jÄwch genügend sicher erkennen läßt um was es sich eigentlich handelt. Wenn es z D heißt „Grüne Weihnachten weiße Ostern , so heißt das nicht, daß es zu Ostern Schnee neben muß. wenn zu Weihnachten feiner ist, sondern damit wird Die richtige Beobachtung auS- aedrückt daß es meistens einen Rachwinter gibt, wenn im Winter selbst keine rechte Kälte etntrat Der Glaube an die sogen. „Eisheiligen ist aus ter Beobachtung hervorgegangen, daß es im Mat häufig Äälterüdfallc gibt, wobei man sich nicht auf die Tage vom 11. bis 13. Mai testtezen darf. Die Wichtigkeit des Siebenschläfertaaes für Dante tige Regensälle entspricht der Tatsache, daß Ende Juni in Deutschland die Hauptregenzelt anfangt, ■ die gewöhnlich bis zum August bauert usw.
schlecht zu Geschlecht überlieferten, tourben bann durch bas Christentum umgeformt, wobei man aber die Tage Der christlichen Heiligen nach Möglichkeit mit den heidnischen Wetteranschauungen in älebereinftimmung brachte. In den Bauernkalendern diente dann der Dag der Heiligen mcht nut als Zeitbestimmung sondern man schrieb dem Heiligen einen gewissen ©influfji auf das Wetter zu. und so erllärt es sich, daß säst die Hälfte aller volkstümlichen Wetterregeln an die Heiligen angeknüpft sind. Der 8E Einfluß der christlichen Kirche zeigt sich auch in der Verwendung der heiligen Zahlen, die in der Bibel häufig Vorkommen besonders der Zahl 40, wobei gewöhnlich gesagt wirb, das Wetter werde 40 Tage lang so bleiben, tote es an einem bestimmten Tage, der sogen. Lostage, war. Daß die deutschen Wetterregeln schon sehr früh im stlmlaus waren, läßt sich aus vielen mittelalterlichen Stellen schließen. Die ältesten gedruckten Dauernregeln in deutscher Sprache sinden sich in dem zuerst 1503 erschienenen, sehr verbreiteten Wttterbüchlein" des Lemhard Reynmann. Die meisten Dauernregeln sind jedensalls schon vor der Durchführung der Gregorianischen Kalender- resorm 1582 entstanden. Ein Hauptgrund für die Abneigung gegen diese Kalender res orm war die Annahme, baß bie an bie Lostage geknüpften Regeln bann ihre Gültigkeit verlören unb der Landmann nicht mehr totife, wann er säen und ernten solle. Der Wiener Astrologe Johann Rasch
-scheu, daß Vie Vrverrwmmftsio« bie 21 tt m t> g 11 Ote feit von Dvldzahkungen ohne ent- sprechende äleberführung bon reale n Gätern oder Diensten in klaren Worten festgestellt hätte. Jeder Versuch zu solchen Zahlungen bedeutet in Wirklichkeit nicht nur eine Störung der Wechselkurse, sondern auch ein De- trugsmanöver, durch welches die Inhaber der verschlechterten Valuta in der ganzen Well ru den betreffenden Zahlungen herangezogenwer. den. Dies ist ja in der Zeit der deutschen Markentwertung in so großem Stile geschehen, daß die Well nunmehr wirklich Erfahrung genug von solchen Schwindelgeschästen hat.
Ein stleberschuh in der deutschen Zahlungsbilanz hängt natürlich davon ab, daß Dcullchland mehr erzeugt als es verbraucht. Die Möglichkeit eines solchen stlebörschufles ist also wesentlich von denselben Faktoren bestimmt, tote b e Möglichkeit eines Dudgetsüb erschuft es innerhalb Deutschlanbs. Deide Fragen haben deshalb mehr von wirtschaftlicher Wirtlichkeit aemetnfam, ale> aus den Darstellungen der Crpertkommftston hervorgeht. Ein ülnterschied besteht zw.schen einer inneren und einer äußeren Zahlung, aber es ist sehr wichtig, daß bie wahre Ratur btefeS Unter- schiebes vollständig klar gemacht w.rd. Wenn die Alliierten Zahlungen innerhalb Deutschlandsauf dem Reparationskonto stehen lassen, so stellen sie diese Mittel den inneren deutschen Kapitalbedurte nissen zur Verfügung. Jede Volkswirtschaft auch eine nolleidende, mutz aber einen Teil ihres laufenden Einkommens zur D e f r i e d t g u n g ihrer notwendigen Kapitalbeburi- nisse verwenden. In dem gedachten Falle wurden die Alliierten mit ihrem Guthaben auf dem Reparationskonto einen Teil dieser Aufgabe auj sich nehmen. Die hohe innere Zahlungsfähigkeit Deutschlands, auf welche die Gxpertkommission rechnet, wird in Wirklichkeit nur dadurch erreicht, daß erstens die deutsche Konsumtion an die äußerste Grenze zusammenge» preßt wird, und zweitens die innere deutscheKaPitalbildungin einem Maße verhindert wird, daß damit das vorausgesetzte Aufblühen Deutschlands v o 11 st ä n b i g vin- möglich gemacht wird. Diesem Fehler kann ba- durch einigermaßen abgeholfen werben, bah bas äleberführungskomitee nach der Anweisung der Grperten große Guthaben in Deut sch- land stehen läßt. Die wahre volkswirtschaftliche Bedeutung der bezüglichen Vorschläge der Experttommission ist hiermit in richtiger Deleach-
Die
Helfferich - Gedenkfeier.
Berlin, 27. April. (WB.) Der Landesvev> band Berlin der d e ut s ch n a t i o n a lev Volkspartei veranstaltete in der Philhar« monie eine Helfferich-Gedenkseier. Ursprünglich sollte in diesem Saale zu derselben Zeit eine Wählerversammlung mit Helfferich als Redner stattfinden. Der Andrang war derartig stark, daß das Gebäude schon lange vor Anfang der Feier durch ein Polizeiaufgebot abgesperrt werden mußte. In den ersten Reihen der Teilnehmer bemerkte man zahlreiche Vertreter der Reichsregierung, darunter die Minister Dr. I a r- res und Dr. L u t h e r, Graf Kanih, und in Vertretung des von Berlin abwesenden Außenministers Dr. Stresemann den Staatssekretär Freiherrn v. Malz an, den Chef der Marinelei- leitung, Admiral Behnke, zahlreiche Parla- mentarier verschiedener Parteien und Professoren der Berliner Llniversttät unter Führung des Rektors Dr. Ro ethe.
Musik und Chorgesang leiteten die Feier em. Dann nahm bet Parteiführer Gxz. Hergt daS
nächst fei imter Regierungen tzie MajvritLtS- regel nicht üblich.
Auf dem Gebiet der Verhandlungen von Regierung zu Regierung sei also Frankreich besser in der Lage, seine Sache zu vertreten, als m der Reparationskomniisston.
In zweiter Linie wäre es gefährlich, wenn die Reparationskommission, sich selbst überlassen, in die Lage versetzt würde, nach Belieben den Iay- lungsplan so zu ändern, dah in seiner neuen Gestalt eine Herabse.ung der Zahlungen bedeuten würde; denn das Argument, der Sachverstan- digenplan bedeute keine neue destfetzung der deutschen Schuld, sei von rein theoretischem Werll Frankreich könne sich also durch den Bericht des Komitees Dawes nicht endgültig ^inben lassen, ohne vorher eine entsprechende Herabsetzung feiner auswärtigen Schuld zu erreichen. Derartige Erwägungen seien dazu angetan, daß Frankreich sich zur Aufnahme direkter Verhandlungen von Regierung zu Regierung bereit erkläre, unb im Grunde genommen hätten diese Verhandlungen bereits begonnen. Auch der „Watin meint, Poincare scheine es in seiner Antwort n ich t ab - zulehnen, daß bereits j e tz t über die der Kompetenz der Regierungen unterliegenden kuns- tigen Maßnahmen verhandelt werde.
glaubt in der englischen Rote zur Sanktionsfrage ein neues ®”tgegemtom- men feststellen zu können. Macdonald sei in seinen Reden bekanntlich gegen bie vorherige Festsetzung dec Sanktionen gewesen. In seiner offiziellen Antwort erkläre er zwar, nach Ansicht der Sachverständigen müsse „die deutsche Steuer- und Wirtschaftshoheit auf dem gesamten deutschen Gebiet wiederhergestelll werden", aber unter den Fragen, mit denen sich die Regierungen zu befassen hätten, führe Macdonald auch „die Matznahmen an, die ersorder- lich sind, um den neuen Garantien und der neuen Kontrolle zwingende Kraft zu beleihen . Darm liege eine Art Umstimmung zur Erörterung der Pfänder- unb Garantiefrage, bie für Frankreich von kapitaler Wichtigkeit sei.
für die neuen Anleihen anzunehmen, unb daß es überhaupt schwierig ist, auch bas allernotwen bigftc Anlcihebedücfnis zu deckem Dasselbe gilt natürlich für bie Industrie und ihre ©laubiger. Im ganzen hat die Inflation natürlich keinen neuen Reichtum g e f d> a ff en, sondern im Gegenteil b i e Leb ens b e b i gungen der den t sche n Volkswirtschaf wesentlich erschwert.
Eine der coichtigsten Llrsachen, warum von ter Alliierten Seite imme: so großes ©ewicht barauf gelegt worben ist, daß die deutsche Dollswittschaft eben so große Lasten tragen sollte, tote dleie n^ der alliierten Länder, ist oHne ßmeifet baim suchen, baß man Deutschland te i n<änjotte’ in der internationalen K an k u r r e z einräumen möchte. Das wirb auch Sremlich teut sich gejagt in dem Gutachten der ©t'p^^tkomi.iifstorv. Esiie^ Reihe von den vor^e^chlagenen Belastungen haben auch ganz unverkennbar die Ausgabe die Äonkuirenttraft der deutschen Produktioa zu beschränken Dies ist natürlich im Allgemeinen der Fall mit der Besteuerung, die die alte Derjchul- buna ersetzen soll sowie auch mit Der neugeschaf- tenen ÄvvEenschulb Der Industrie. Dasselbe Bestreben tritt aber auch hervor in deutschen Cisenbähnen mit einer neuen Schuld unb in der Einführung einer speziellen Dertehr- ficuer: es muß verhindert werden, bah bie deutsche Produttion zu leicht in die Hohe Eommt.
Die Erpertkommission Hat sich also nicht vollständig befreien können von Dem inneren Wllter- spruch, welcher immer in den Bestrebungen der Alliierten tag, wenn sie die größtmöglichste Zah- lungsfäHigkttt Deuflchlands in ^^möung mtt Der stärksten Zurückhaltung Deutschlands Witt- schaftlicher Entwicklung als ihr 2r-l setzte, stlnter solchen ttmstänben besticht immer noch^ bie Gefahr, baß die Zahlungsfähigkeit Deutschlands überschätzt worden ist und daß vas ^ablungsprogramm der Exp:rtkommi s on sich in Wirklichkeit als unerfüllbar Herausstellen wird Diese Möglichkett muß schon vom Anfang an von den Alliierten in Betracht aezogen, werden.


