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3n Breslau sprach Reichsauhenrninister Stresemann, in Düsseldorf Reichskanzler Marx in Wahlversammlungen zur Politik Reichsregierung.

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Teölt geben He Tebern Beitrchrr ®eentnfrrft, .hin­ter die Kulissen" zu schauen. 3n der Tat, man sieht sich bi einer Schöpfung gegenüber, die zum Staunen und zur größten Hochachtung zwingt, die anzusehen und anzuhoren wir lutjecen QHit» bürgern nur anraten tonnen.

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' Tageskalender für Montag: Goethe-Bund: 6 Llhr im Kath. Vereinshaus Wohl- tätigkeits-Deranstaltung zum Besten der Winter­nothilfe. Feuerwehren: 8 älhr Hauplübung. Rundfunkhaus Löberstrahe: 8y3 Llhr Populärer Abend. Palast-Lichtspiele: Der sprechende Film.

Deutsche Demokratische Partei. Am Donnerstag, den 1. Mai, abends 8V4 Llhr, spricht in öffentlicher WählerdersammlungStaatS- präsident a. D. Hummel auS Karlsruhe.

Kreis Schotten.

* Laubach, 26. April. Am 24. und 25.Mai wird hier ein Deutscher Tag abgehalten. Veranstalter ist der hessische Landjugendbund, eingeladen werden sollen sämtliche aus vaterländischer Grundlage aufbauenden und wirkenden Vereine und Kör­perschaften Oberhessens und der angrenzenden Gebiete. Geplant sind u. a. am SamStag, dev 24., ein Festkommers, am Sonntag, den 25., Festgottesdienst, Schlageterfeier und ein gro­ßer historischer Festzug, der von der Stein­zeit herauf Bilder aus dem Leben des Hand­werks und Bauernstandes veranschaulichen soll. Die einzelnen Ortsgruppen des Land­jugendbundes stellen die Gruppen des Zuges und die Gespanne. 3n Laubach und in dei nächsten Umgebung, wie in Gonterskirchen Lauter und Wetterfeld, werden Quartiere be­reitgestellt, jedoch sollen noch in weiteren Umkreis Notquartiere beschafft werden für der Fall, daß günstiges Wetter und günsttge Zeit- Verhältnisse besonders starken Zuzug bringen.

Kreis Büdingen.

wg. Stockheim, 26. April. Anter dem Vorsitz von Pfarrer Liz. Stumpf -Eschenrod fand hier eine Versammlung der Diri­genten und Vertreter der ober- hessischen evangelischen Kirchen-' gesangvereine statt, welche sich zur Teil­nahme und Mitwirkung bei dem großen Kir- chengesan gsfest, das am27. Juli inGe- d e r n gefeiert werden soll, angemeldet hatten. »Die musiktechnische Durchführung des Festes, vor allem die Auswahl der Massenchöre im Festgottesdienst, wurde eingehend besprochen. Man rechnet mit einem Massenchor von min-, bestens 400500 Sängern und Sängerinnen.

Kreis Friedberg. \

4 Dad-Rauheim, 25. April. Auf Ver- anlafsung der hiesigen Abteilung der Deutschen Kolonialgesellschaft fand heute in der Turnhalle eine Kolonial-Gedenkfeier anläßlich der 40jährigen Kolonialbetätigung Deutschlands statt. Oberamtsrichter Dr. Fuhr sprach einleitend über die Bedeutung des Tages, worauf Privatdozent Dr. Reuning (Gießen), ein trefflicher Kenner Südwcstafrikas, einen fesselnden Lichtbildervor­trag stber die Begründung und Entwicklung diese, deutschen Kolonie hielt. Der Redner p r 0 - testiertegegendenRaubunfererKo- lonien und erntete damit den einstimmigen Beifall aller Anwesenden.

Hessen-Rassau.

* Marburg» 26. März. Zur hiesigen Stadtverorduetenwahl sind nicht we­niger als 11 (elf) Listen eingereicht wor­den. Das neue Stadtparlament wird aus 30 Mitgliedern bestehen.

Pierpont Morgan ist vvn Paris nach London abgereist.

Präsident Coolidge hat mitgetellt, daß er gegebenenfalls mit dem Beschluß des Senats in der Frage der japanischen Auswande­rung sein De t 0 einlegen werde. Die Angelegen-- hett liegt zur Zeit einer aus dem Senat und Repräsentantenhaus bestehenden sogen. Konfe­renz vor.

stannnven Tollte und zu der sehr vtele Inter­essenten erschienen waren, kurz vor der angesetzten Anfangszeit aufgehoben, da der Redner im letzten Augenolick noch abgesagt hatte. Diele Wähler schlugen dann den Weg zu der demokratischen Versammlung ein. Gestern mittag sprach in einer Versammlung der Deutschen Vollspartei der Mi­nister a. D. D e ck e r zu der Wählerschaft, gestern abend referierte in einer Zentrumsversammlung im Kath. Dereinshaus der Landtagsabg. Ruß, während in einer überfüllten Versammlung der Deutschnationalen Volkspartei in der Turnhalle der Landtagsabg. Dr. Werner und Handels- fammersyndikus Dr. Meesmann sprachen. Hier kam es infolge kommunistischer Betätigung, die von der Versammlung als zu weitgehender Aebergriff empfunden wurde, zu stürmischen Szenen, die auf beiden Seiten die Leidenschaften entflammten. Erfreulicherweise behielt aber die große Dersammlungsmehrheit einen klug ab­wägenden Kopf, so daß schließlich die Kund­gebung ohne weitere Auswirkung verlief. Am Schlüsse sang die starke Versammlungsmehrheit die von den Kommunisten angestimmte Inter­nationale kraftvoll mit dem Deutschlandlied nieder, lieber den Verlauf der einzelnen Ver­sammlungen werden wir morgen noch kurz be­richten.

** Mehrere heftige, aber kurze Gewitter entluden sich am Samstag abend kurz nach 8 Ahr über unserer Stadt. Sie brach­ten einen starken Regenguß, der den Pflanzen in den Feldern und Gärten gut zustatten kam. Die Temperatur hatte sich durch die Gewitter gegenüber den drückend heißen Vortagen gestern etwas abgelühlt und machte einen Spaziergang durch die Felder zu einem Ge­nuß, bei dem nur der starke Wind etwas lästig war. Allenthalben grünt und sproßt eS nun kräftig zur Freude all derer, die mit dem Landmann auf eine gesegnete Ernte hoffen.

"Der sprechende Film, der seit Sams­tag in den Pala st-Lichtspielen vorge­führt wird, gehört zweifellos z<c den größten Er­rungenschaften, die emsige Ersinderarbeit bisher der Menschheit schenkte. Diese Aeberzeugung wird wohl jeder haben, der den bisherigen Vor­führungen dieser Großtat der drei deutschen In­genieure Hans Vogt, Dr. Zo En gl und Zos. M a s s 0 l l e beigewohnt hat. Reben der gewalti­gen Tatsache, daß es überhaupt gelungen ist, den bislang stummen Film nun sprechen, fingen, la­chen, musizieren usw. zu lassen, ist hier von be­sonderer Bedeutung, daß diese Erfindung im Gegensatz zum Radio, das noch mit den .Kinder­krankheiten zu kämpfen hat in einem bereits sehr stark vorgeschrittenen Grad der Entwicklung vor die Oeffentlichkeit gebracht wird. Es ist un­zweifelhaft, daß die Erfinder mit dem Ergebnis ihres fünf Jahre langen Mühens eine revolu­tionäre Amwälzung im Kinowesen eingeleitet und Möglichkeiten erschlossen haben, die manchem klei­nen Theater und Dariete-Anternehmen existenz- gefährlich werden können, denn das, was man jetzt schon zu sehen und gleichzeitig zu Horen Ge­legenheit hat, ist fraglos geeignet, manches we­niger leistungsfähige Theater oder Variete zu er­setzen. And dabei steht auch hier die Entwicklung nicht still. Das Vorsührungsprogramm ist außer­ordentlich vielseitig, die Aebereinsttmmung der Mimik und der Schallgeräusche vom Sprechen, Singen usw. von erstaunlicher Genauigkeit. Zu­nächst macht man die Bekanntschaft eines flotten Redners auf der Leinwand, der in den Reigen der Dorsührungen einführt,- jedes Wort seine An­sprache ist klar zu verstehen. Hierauf kann man sich an einem reichhaltigen Darietäprogramm er­freuen. .Eine kleine OperPapageno und Papa- genä' aus MozartsZauberflöte" vermiltell die Bekanntschaft mit Künstlern der Berliner Staats­oper, dann folgt ein fabelhafter Instrumental­künstler, Gesänge, ein Violin-Cello-Dottrag ucch zum Schluß ein reizendes IdyllEin Tag auf dem Bauernhof": hier hört man den Hahn lustig krähen, die Enten und Gänse schnattern, den Hund bellen und heulen, die Schafe blöcken, das Schwein grunzen, während all dies Getier gleichzeitig seinen Anschauungsspaziergang auf der Lein­wand vollführt: dazu kommt noch das vielerlei, das sich im Leben eines bäuerlichen Arbeitstages auf dem Hofe abspielt. Die Erfinder machen aus ihrem Werk aber auch kein Geheimnis, denn mit der Vorführung ihrer Apparate (auf der Lein­wand) und der gleichzeitigen mündlichen Erklä­rung der Erfindung durch den sprechenden Film

Die Vermögenssteuererklärung.

Von der Landwirtschaftskammer für Hessen wird uns mitgeteilt: Die Vermögenssteuer­erklärung der Landwirte ebenso wie anderer Berufsstände muß bis späte st ens Mitt- woä), 3 0. April, abgegeben werden. B:« kanntlich werden die landwittschastlichen Grund­stücke auf Grund einer Richt zahl veranlagt, die vom Landessinanzamt Darmstadt festges.tzt w.rd und den Dürgermeislereien durch die Finanz­ämter mitgeteilt werden soll. Diese Mitteilung kann jedoch infolge der vorgeschrittenen Zeit bet der Abgabe der Vermöge.rssleuere'.klarung nicht abgewartet werden, weshalb die Landwirte in die Erklärung hineinfchreiben müssen, daß si» die Veranlagung ih.es Grundbesitzes nach Maßgabe der für die betreffende Gemeinde gültigen Rich zahl beantragen. Wenn die Grundstücke eines Betriebes infolge der Bodenverhältnisse oder ih.er Lage vom Durchschnitts wett der Gemarkung ab­weichen, ist dies gleichfalls in der Vermögens- steuererklärung anzugeben.

Für die Rachzahlung auf die erste Rate der Vermögenssteuer ist eine siebentägige Sch 0 nfrist gegeben, so raß die etwaige Nachzahlung bis spätestens Miltt woch 7. Mai, Zeit hat. Die Rachzahlung berech-, net sich aus dem Anterschiede zwischen der Hälfte der Vermögenssteuer, die auf Grund der Erk.ä- ruitg nach dem Tarif für das Jahr 1924 zu zahlen ist, und der am 29. Februar geleisteten Vorauszahlung (dreifacher Doldmarkbetrag der zweiten Rate ter Buolverbilligungsabgab.). So­bald die Richtzahl für eine Gemenrde b.kanntge- geben wird, hat der steuerpflichtige Landwirt von sich aus die Berechnung seines landwirtschaftlichen Dermögenswertes vorzunehmen. Eine Anleitung hierzu findet er in der Anlage zur Dermögens- fteuererHärung.

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Gießen, den 28. April 1924.

Der erste Schultag.

Erneut wird man morgen die AD C- Schützen einen bedeutungsvollen Weg, den ersten Gang zur Schule antreten sehen. Die zärtliche Elternliebe hatte ihnen bisher die ernste Seite des Lebens ferngehalten, soweit es in der Macht der Eltern stand. Morgen müssen die Heinen Erdenbürger zum erstenmal von einem Stück ihres Kinderparadieses Abschied nehmen. Dem unbeschwerten In-den-Tag-Hineinleben stellt sich jetzt der Ernst des Gebens, die Strenge der Pflicht gegenüber. Damit ist der Vorhang nach dem ersten Akt ihres Lebensschauspiels ge­fallen. Aus der bisher allein über ihnen walten­den Elternhand gehen die Kleinen nun in den Machtbereich eines ihnen bislang ganz fremden Mannes mit über: ihres Lehrers, der sich chnen mit seiner Güte und mit seiner ernsten Führung in ihrem neuen Lebensabschnitt für das ganze Leben einprägen wird. Glücklich da die Kinder, denen vjtDerftänöige Alte den Lehrer nicht als schrecklichen Mann mit der Rute hin- gestellt haben, sondern denen der Glaube an einen guten Lehrer mit auf den Weg gegeben wurde, und Hern sie nun mit frohem Herzen begegnen können! Aber nicht nur in dem Lehrer tritt nun jedem Kinde ein Reues in die Lebensbahn, auch in den Mitschülern lernt es andere Teile dieser Welt kennen. Kindern aus anderen Schich­ten und anderen Straßen, Kameraden mit un­gleicher Wesensatt muß es sich anpassen. Es merkt bald den Hobel Leben, der die ersten Späne in seinem Dasein fliegen läßt, wobei gar manchmal die kleine Seele wund werden wird. Gar oft wird dann der linbembe Balsam der Elternliebe und die Güte des Lehrers die wehe Stimmung heilen müssen.

Aber auch für die Eltern ist der erste Schulgang ihres Kindes ein besonders denkwürdi­ges Ereignis. Vvn ihnen wird nun der Verzicht auf oen Alleinbesih ihres Lieblings gefordert. Sie werden empfinden, daß ihr Kind jetzt von der Vollsgerneinschaft mit in Anspruch genommen wird, die aus ihm ein lebensstarkes, nützliches Glied der Gesamtheit heranbilden will. An diesem Tage ttchten sich die Blicke der Eltern, aber auch die Augen der Gesamtheit, ganz besonders auch auf d i e Personen, die nun mitbestimmend und in hohem Maße gestattend in das Leben des kleinen Menschenkindes eingreifen. Ihnen, den Lehrern und Lehrerinnen, denen die Dolksgesamtheit das kostbarste Gut der Ettern anvertraut und die ihrerseits gewillt sind, es

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Versteigerung be­stimmt. [329 ID

L.'ruthoff

Gerichtstarator und Auktionator. DiuiüiHiiunumiuniiiiniD

In Berlin kam eS nach einer Wahlver­sammlung der Deutsch-völkischen Frei­heitspartei zu Z-sammcnft ßen mit Kom­munisten. die die Versammlungsteilnehmer überfielen und mit Messern, Gummiknüppeln, Stöcken usw. mißhandelten. Drei männliche Per­sonen wurden derartig schwer verletzt, daß sie ins Krankenhaus eingeliefert werden mußten. 16 Per­sonen wurden von der Polizei festgenommen.

zu treuer. Jjanoen zu be-rroarten, muß allezeit mU höchster Wertschätzung begegnet werden. Je größer das Maß des Vertrauens der Eltern zu den Lehrpersonen ist, desto freudiger werden diese ihrer schweren Pflicht obliegen und um so gedeihlicher wird die weitere Geistes- und Derstandesbildung fein, die die Kleinen von den Leitern ihres Bildungsganges empfangen sollen. Verständige Eltern werden in dem Lehrer bzw. der Lehrerin ihres Kindes immer nur den treuen Gehilfen bei der Erziehung und Förderung des jungen Menschleins erblicken, nie­mals aber eine Person,die eben auf diese Weise ihren Lebensunterhalt erwirbt". Lehrer sein, heißt mehr sein als nur Verdiener; es heißt sehr oft große Selbstverleugnung, starke Opferfreudigkeit an Rervenkrast und eigenem Behagen bekunden. Zu denen nur yn hoher Idealismus diese Person befähigt. Wer den Lehrer seines Kindes in solcher Weise richtig einschätzt, der wird von selbst zum Vertrauen auf ihn und zur hohen Wertschätzung seiner Arbeit kommen, und auf diesen beiden Grundpfeilern wird zwischen Eltern und Lehrern eine feste Drücke entstehen, über die das Kind fest und sicher in das ernste Leben hineinschreiten kann, dessen Tore ihm morgen aufgetan werden.

** Die Konfirmationsfeiern der evangelischen Gemeinde Gießen fan­den gestern ihren Abschluß. Im ganzen wurden 522 Kinder, 276 Knaben und 246 Mädchen, kon­firmiert. Sie verteilen sich in folgender Weise auf die einzelnen Gemeinden: Matthäus- gemeinde 66 Knaben, 54 Mädchen = 120, Mar kusgemeinde 64 Knaben, 51 Mädchen 115, Lukasgemeinde 93 Knaben, 85 Mädchen 178, Iohannesgemeinde 53 Knaben, 56 Mädchen --- 109. In einigen Jahren werden diese Zahlen beträchtlich abnehmen, da während des Krieges die Geburtsziffern sehr zurückgegangen sind. Der Termin der Konfirma­tionsfeiern wechselt für die einzelnen Gemeinden nach einem vierjährigen Turnus. 3m ersten Jahre findet die Konfirmation 14 Tage vor Ostern, im zweiten am 2. Ostettage, im dritten und vierten am ersten Sonntage nach Ostern statt.

** D i e Wahlbewegung ist nun auch in unserer Stadt auf dem Höhepunkt angelangt. Von Samstag bis gestern abend waren die Wähler zu nicht weniger als fünf Wahlversammlungen cipgelaben. Während die demokratische Ver­sammlung am Samstag abend in der Turnhalle, in der u. a. Pfarrer Korell sprach, bei gutem Besuch vor sich ging, wurde die Versammlung des Völkisch-Sozialen Blocks, die im Felsenkeller

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