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8. Januar läuft bie Frist ab. Näheres t
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Vertreten durch: Optiker Magnus, Gießen, Marktplatz 19
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•• Die Weihnachtsfeiertage blieben un6 in diesem Jahre et wa s schuldig. was zu ihnen gehört wie der lichterglänzende Tannenbaum: den Schnee. Statt weihe waren uns graue Weihnachten bcschteden, aber immerhin zeigten sie doch nicht die Oede. die man sonst allgemein unter winterlichem ®rau versteht. Hell und freundlich schien vielmehr die Sonne, die Temperatur war angenehm und lockte viele auä der warmen Stube hinaus ins Freie zu einem genuhretchen Feiertagsspaziergang. An beiden Feiertagen waren auch die Gotteshäuser das Ziel sehr vieler Mitbürger, die die Kirchen in der gewohnten Welse dis zum letzten Platz füllten. Alles in allem kann man sagen: Wir sonnen mit- dem Verlaus des Festes Auftrieben sein, wenn wir auch auf das weihe <jeberbett der' grau Holle verzichten und die Schlitten noch im Ruhezustand belassen muhten. Aber was nach dieser Richtung hin bisher nicht war, kann ja noch werden — hoffentlich nur nicht erst zu Ostern. ,
r’ Rektor Karl 3ann f. On der Frühe des 24. Dezember starb in Ludwigshof bei Speyer, wo er bei seiner dorthin verheirateten Tochter einen schönen Lebensabend ge- noh, ein Mann, der lange Jahre im öffentlichen Leben unserer Stadt gestanden hat, der Rektor i. R. Karl 3an n. Nahezu 50 3ahre, fast seine ganze Dienstzeit, hat er in Gießen als Reallehrer in Treue seines Am es g waltet rind in Degen gewirkt. Neben seiner Berufstätigkeit hat er seine Kraft in umfassender Weise dem Dienst der Oeffentlichkeit zur Der- fügung gestellt. Er gehörte viele Bahre der Stadtverordneten-Dersammlung an und wirkte besonders eifrig in der Armenkomm ssion. Als Kirchenvorsteher der IohanneSgemei.tde war seine Mitarbeit hochgeschätzt. ebenso auch fein langjähriges politisches Wirken in der früheren Nationalliberalen Partei, der spateren Deutschen Volkspartei, die ihn bei seinem Ausscheiden auS dem Stadtparlament und dem Wegzug von Giehen in Anerkennung seiner Verdienste zum Ehrenmitglied ernannte, lieber 40 Bahre war er weiterhin eifriges Mitglied der Loge. Auch dem Männerturnverein hat er seine Kraft gewidmet, ebenso galt seine Förderung der GbalSbergerschen Stenographie. Viele werden dem trefflichen Manne ein treues Gedenken bewahren.
•• Oanuarmiete nach dem Dezembersatz. (Kai) Anhörung von Bnteressentenver- tieiungen und Sachverständigen ha: das He'siche Ministerium für Arb it und Wirt chaft hinsichtlich der Berechnung der M c.e für den Mona 3anuar 1925 bestimmt, daß die für den Dezember getroffene Regelung auch für den Monat Sanuar bestehen bkerbt.
*• Sie Bezahlung stadtrscher Abgaben wird von der Stadtkasse im Anzeigen-
Bornottze«.
— Tageskalender für Samstag Stadttheater: V • Uhr .Kolportage". — CB.rein Rudersport 1913: 8 Uhr Weihnachtsfeier im Dvotsh^ us. — Kriegerverein: 71/, llhr Weid- nachtoscier. Lieb gsdohr. — Bauersch r Gesangverein. V/z Uhr Werhnachtsseier. S^al d s Ge- sctlschaft. — Art ll r e-D ren 8 Uhr
We hnachtSfei r. Hotel Schätz. — M. nnerg s ng- verein .L.edcrtasel": 7 Uhr Kath. D.re nsbaus We hnachtsseier. — Lichtsvielh rus. Dahnhol- struße: _G:n gefährliche- 2£b'nieucr“. — Lichtspiele Kirchenplah: _3n Reiche deS weihen 6 e- fanten". — Ästorra-Lichtspiele: .Gin Kind der freier. Liebe".
— TageSkalender für Sonntag. Stad:theater: Zi'2 Uhr „Hl etn Beiter Gduarb'. — Verein ehernal. 116er: 71/2 Uhr Weihnachtsfeier Turnhalle. — Rcichsbund der Zioildienst- berechtigten 4 Uhr Weihnachtsfeier Saalbau Sauer. — Zentrulverband der Hausangestellten: 71/2 Uhr Gewer'sch.f.Shaus Weihnachtsfeier. — Lichtspielhaus Bahnhl f'traße .Hilf mir, Mutter " — Lichtspiele Kirchenplatz und Astoria- Lichtspiele wie Samstag.
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Wollig b S b deckt. tngs m.ld, nachts Temperatur unter Null, Niederschläge.
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Ein Urteil von vielem
„ . . ohne Hilfe dieser Phonophore wSre Ich heulo nicht Imstande. meinen Beruf als Kaufmann und Geschäftsmann t erfüll.“ 8. N.. Nürnberg.
Ausführliche Druck- eohriften auf Wansch.
^..t fte vemüden sich auch. !»ttaenfaUe die Kosten der BeHandlung zusammeTtzubringen. Gerade auS dem letzten Grunde werden sie vielfach von Geschlecht-kranken ausgesucht, die einer Versicherung nicht angehören, weil ihnen von bei Beratungsstelle bie Sorge um die Beschaffung der Mittel für die ärztliche Behandlung größten- teils abgenommen wird. Zur Behandlung werden die Kranken dem Arzte ihre» Vertrauen- über- wiesen: in den Beratungsstellen selbst findet kernt Behandlung stati Die steigende Brranspruchnahme der Beratungsstellen für Geschlechtskranke ist ein Beweis dafür, bah ftc ein unentbehrliche- Glied im Ringe der Volksseuchenbekämpfung sind. Die Beratungsstelle für OberbeHen befindet sich in
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Bekanntmachung.
SrMolZ'VelWgeMgeii.
Aus den Waldungen der Stabt Gießen sollen versteigert werden:
1. Ulontaa, den 5. Januar 1925, normt tags 9' . Uhr beginnend, Bezirk des Försters Drück, Rödgen, Abt. 5a, 6b und 9a (Stolzenmorgen)
1 Am. Lschenrundschetter,
108,2 Nm. E.chen-, Kiefern-, Lärchen- und Fichtenknüppel,
3,3 Nm. F.chteistöcke,
2590 Wellen Lichen-, Kiefern- und Frchten- reisig,
308 i Fichten-Derbstangen 1. und 2. Kl. — 237 j 42,13 Fstm.
Iusammenkunft: Kreisstrahe Dießen- Nödgen am Dahnwärterhaus.
2. Donnerstag, den 8. Januar 1925, vormittags 9 , Uhr beginnend, Bezirk des Försters Deisel, Gießen, Abt. 71, 72 und 74
4 Nm. Kiefern-, Fichten- und Dirken- scheiter,
153,4 Nm Lichen-, Kiefern- und Fichten- knüppel,
7,6 Nm. Fichtenstöcke,
3255 Wellen E.chen-, Kiefern- und Fichten- Stamm- und Ästreisig,
138 Eichen- und Fichtenderbstangen 1. und 2. Kl — 8,01 Fstm.,
76 Fichten-Neis- und Bohnenstangen = 0,73 Fstm.
Zusammenkunft: Licher Straße - 4. Schneise. 103776
Zahlungsbedingungen: Die Holzaeld. schuld wird (gegen Stellung sicherer Bürgschaft innerhalb 3 Wochen nach dem Der- stelcerungstag) auf die Dauer von 3 Monaten gestundet, und zwar für die ersten beiden Monate zinslos und für den letzten Monat gegen Berechnung von 12 •/. Jahreszinsen.
(Dießen, den 24. Dezember 1924.
Der Oberbürgermeister. I.D.: Dr. Rosenberg.
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H. Trechsler
Steinstr. 73 92430 Tel. 1581
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Bekanntmachung.
" Personalien. Ernannt würben vor Privatdozent Geh. Iustizrat Erich Aron .zu Darmstadt tum ordentlichen Honorarprrf ffor an der Technischen Hochschule zu Darmstadt', der Studienrat an der Realschule und dem Pro- Realgymnasium zu La ubach Karl Kemmer xum Studienrat an dem L.hrersem.nar zu F - ed- berg ml Wirkung vom 5. Banuar 1925 ab Der» lichen wurde am 23. D zcmber 1924 dem B bl o- th kar an der Un.vers.tatSb bliothek Dr. Georg Koch zu Giehen die Amtsbezeichnung ,Pro- sessor".
" Vom VersorgungSamt wird un- mstgeteilt: Die den srüh ren aktiven Ofst«',ieren. HeereSbeamtcn ulw. und deren Hinterbliebenen für den Monat 3artuar 1925 Anstehenden Ruhegehalts- usw. Bezüge werden am 30. Dezember, vorm. 10 biS 12 Uhr. am VersorgungSamt — Zimmer 44 — voll auSgezahlt.
Schützt die Eisbahn. Das Poli- zeiamt teilt mit: Es wurde d e Wahrnehmung gemacht, dah in letzter Zeit von feiten der Schuljugend und halbwüchsiger Burschen Steine und sonstige Gegenstände auf die bereits zufrierende Eisbahn geworfen worden find. Llnglücksfälle der verschiedensten Art können die Folgen dieses sinnlosen, nicht genug zu rügenden Werfens von Gegenständen auf eine namentlich Im Entstehen befindliche Eisbahn bei ihrer späteren Benutzung werden. An Eltern und Erzieher wird die dringende Birte gerichtet, die Bugend von diesem Treiben abzuhalten. Die Bolizeibe- amten werden besonderes Augen ine k aus d.e- sen Unfug richten und unnachsichtlich dagegen, einschreiten.
” Zur Untervermietung von Geschäftsräumen. Heber einen Rrchtsentfcheid des Kammergerichts in Mietschutzsachen bcri±cet der Amtliche Preußische Pressedienst wie folgt: Bei Geschäftsräumen kann die Erlaubnis des Vermieters, den Gebrauch eines Raumes einem Dritten zu überlassen, insbesondere ihn unterzuvermieten, nicht nach dem § 29 des Mieter- schutzgeseyes durch daS Mieteinigungsamt erteht werden.
Die Reisesparkarten der Reichsbahn vor dem Verfall. Die Pressestelle der Reichsbahndirektion Franksu t a. M. macht nochmals daraus ausmerks m daß die seinerzeit zur Erleichterung des Reiseverkehrs von der Eisenbahnoerwaltung cmgeführ- ten Reisesparkarten zu 1, 2 und 5 Mi. mit dem 31. Dezember 1924 ihre Gültigkeit verlieren. Nach diesem Zeitpunkte werden keine Sparkarten mehr von den Eisenbahnkassen in Zahlung genommen, ebenso wird al dann von der Eisenbahn für die nicht eingelösten Fein Ersatz mehr geleistet.
•• D ie mitteleuroväilche Zeit im besetzten Gebiet. W.c wir von der Deutschen Reichsb^hngesellscha t hören, w rden die Bcsayungsn.ächte der G.nf.'ihrung d.r M. E. Z. im gesamten besetzten Geb.et keine Zchwierig- ke'cken mehr machm. GS kann damit gerechnet werden, daß am 1. F bruar 1925 im g.samien besetzten Gebiet die M. E. Z. w.eder zur Einführung kommt.
LVA Beratungsstelle für Geschlechtskranke In Hessen. Die LandeS- versicherungsanstalt Hessen in Darmstadt sah sich tm Herbste vorigen Bahrcs infolge der durch die Geldentwertung bedingten Verhältnisse gezwungen. ihre Beratungsstellen für Gesch'echtskranke in Hellen zu schließen. Trotz ihrer immer noch gespannten Finanzlage hat die Landesversicherungsanstalt mit Hilfe anderer 6t llen, die an der 'Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten interessiert sind, alle Beratungsstellen im Laufe des Jahres 1924 wieder eröffnet, weil diese sich als eine überaus wertvolle Einrichtung zur Forderung der Volksgesundheit erwiesen hatten. Die Beratungsstellen stehen unter ärztlicher Leitung und erteilen streng vertraulich allen, die geschlechtskrank sind, oder es zu sein befürchten, kostenlos Rat und Auskunft. Sie stellen nicht nur fest, ob und welche Geschlechtskrankheit vorliegt. und ob ärztliche Behandlung notig ist, son-
\ /r\rr+sc^e Handelsschule V L)^ l Gießen, Goethestr. 32 12.Jan.1925; Beginn neuer Kurse Prospekt u. Auskunft d. die Schulleitung
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Giehen, Klinikstrahe 40.
” Lichtbildzwang für Ausweise zurDenutznngder3ugenbherbergen. Eine Geschäfts'ührersitzung des Verbandes tür deutsche Jugendherbergen, die tiirzlid) in Frankfurt a. OE stattfand, be chloß. daß Mitgliedskarte und VleibcnausweiS für die He.bcr^sbenuhung künftig mit einem gestempelten Lichtbild zu versehen sind. Bnhabrr eines anderen abgcstcmpel- len Lichtbiidau>>weiscs. der in einwandfreier Weise die Perlon kftftellt. bedürfen keines weiteren Lichtbildes. Der Beschluß, der von grundlegender und einschneidender Bedeutung für das ganze Bugendwandern ist. kam gegen eine starke Minderheit, die sich dagegen wehrte, dem Jugend- wandern allzu enge Fesseln anzulegen, zustande Der Zwcigausschuß Brandenburg wird bei der areichsherbergstagung 1925 die Aushebung beantragen.
RDD. AuStauscherbolungSbedÜrf- t i g e r K i n d e r. Belanntlich gewährt dieDeuifche Reichsbahn-Gesellschnst den nach dem Ausland cingclaöencn erholungsbedürftigen Kindern bet der Hin- und Rückreise freie Fahrt auf ihren Strecken. Seit einigen Wochen ist. wie die Reich-- zentrale für Deutsche Vertehrswerbung erfährt, diele Vergünstigung auch auf erholungsbedürftige Kinder aus dem Auslande, wenn sie aus Staaten kommen, die in größerem Umfange sich der deutschen Kinder angenommen haben, für die Reisen auf der Deutschen Reichsbahn ausgedehnt worden.
"• Für 3tal ien f obrer und Rom- Pilger Allen Italieurei'enden vorn 20. Dezember ab bts Weihnachten nächsten 3ahreS ist dringend zu empfehlen, sich vor Beginn der Reise über die Unterkunsiöverhällnisse in Rom, die Fahr- kartenpreise usw. bei den in allen Ländern eingerichteten besonderen ober ständigen Reiseagenturen genaue Auskunft zu holen. Die italienischen Eisenbahnen gewähren während deS ganzen Jahres 30 bis 50 Prozent Ermäßigung, je nach der Zahl der Reisenden. Man muß besondere Fahr- karten lösen, die alS persönliche Dokumente gelten und für europäische und Mittelmeerländer 25 Lire, für alle ferneren 50 Lire kosten. Die Rückfahrkarten gelten 20 bis 45 Ta^e, können auch verlängert werden. Man kann die Fahrt häufig uo! rbredrn. aber darf ja nicht rerg.'ffcn, die Karte an der ersten italienischen Grenzstation ab- stempeln zu lassen lvidimazione). 3m Anno Santo gibt es zahlreiche Vergünstigungen aller Art lMufeen und drrgleichen), aber b c 3Uuf on. man könne in Rom dank der Valuta billig leben, sollte niemand mit in seinen Koffer packen. GS herrscht bereits jetzt große Teuerung.
RDV. Mitnahme von Schnee» schuhen und Rodelschlitten in die Personenwagen. Für den beporstehenden Wiotersportverkeyr macht die Reichszentrale für Deutsche DerkehrSwerbung daraus aufmertfam, daß die Mitnahme von Schneeschuhen und Rodelschlitten in die Wintersportsonderzüge, die durchweg 3. Klasse führen, gestattet lft. Dagegen dürfen Schneeschuhe und Rodelschlitten in die Abteile der Schnellzüge, auch die der 3. Klasse, nicht mitgenommen werden. Die Sportgeräte müssen bei Benutzung von Schnellzügen oder bei Benutzung her 1. und 2. Wag entlasse der Sil- und Personenzüge alS Gepäck aufgegeben werden. 3n die 3. und 4. Klasse der Gil- und Pers onenzüge dürsen Schneeschuhe und Rodelschlitten nur dann mitgenommen werden, wenn eine Belästigung der Reisenden und eine Beschmutzung der Wagenfitze auSgeschlosseit ist: bei auf tret en ben Schwierigkeiten kann die Gisenbahnvertoaltung auch in der 3. Klasse einzelner Persowrn- und Eilzüg« die Mitnahme untersagen.
Uns stabt und Land.
Gießen, den 27. Dezember 1924.
Was hat uns Wrihnachten gelehrt? Ein Rückblick.
Das Fest ist vorüber. Wir find etngetreten in die Tage „zwischen den Bahren". DaS Hal etn wenig den Eharakter der Besinnung und Besinnlichkeit, und so mag sich denn manche Hausfrau, die mit aufmerksamen Blicken um sich steht, ein wenig Rechenschaft ablegen über die Eindrücke, die sich an diesem ersten „ftabllen“ Weihnachten boten.
Dor allem hat sich ein MihverhaltniL zwischen Wollen und Können doch sehr auf- geörängt. Man wollte so gerne schenken. Freude bereiten, wohltun, und man konnte doch eigentlich nirge-nds so recht mit den Mitteln zureichen. Die feste Mark, so lieb sie uns ist und so wenig getabe die Frauen sie missen möchten — denn ein gut Teil deS BnflationS- wahnsinnS hat sich doch an ihren Nerven aus- getobt — ist etn guter Gradmesser unserer Finanzkraft geworden, und er zeigte uns sehr deutlich die Vetartnung der Gesamtheit, wie des Einzelnen. Es gab vielerorten etwas enttäuschte Gesichter: bei Geschäftsleuten, die über ein ungenügeitdeS BX'ihnachtsgeschäft klagten, wie bei den Käufern, die angesichts der Preise ihre Kauflust erheblich einschranken mußien.
And doch, einen Gewinn hat uns diese Weihnacht gebracht: die Rückkehr zur Descheidenhett. Wo man früher glaubte, daß nur der materielle Wert eines Geschenkes ihm Berechtigung gäbe, ist es heute vielfach die kleine, aber liebevoll ausgedachte, unter Opfern an Zeit und Mühe selbst hergestellte Kleinigkeit, die sich ihren Play wieder erobert hat. Mit ihr bringen wir von Freund zu Freutrd weit mehr on seelischen Werten zum Ausdruck, als mit teueren Geschenken, die man eben rasch irgendwo kaufte und womöglich gar den Empfänger zu übertrumpfen suchte.
Auch tm Bereich der Kinderwcll macht sich diese Rückkehr zur Einfachheit wieder bemerkbar und praktisch. Gaben für die Heranwachsende Aigent) begegnen 1 tagst nicht mehr der Ablehnung: ,Ach, das müßte ich ja sowieso haben!", wie noch zur Zeit deS Papiergeld- schwindels. als der junge Mann von siebzehn und die junge Dame von sechzehn sich als Millionäre fühlten und tüchtige Spekulanten tn Börsenpapieren warnt. Der Stoff zu einem duftigen Lanzkleid oder die bunte Herrenwollweste finden heute dankbare Empfänger.
Bn der Spiclzenawelt für die Kleinen bewies auch die Industrie ihr Verständnis für die karge Zeit. Die Puppen — heute ein beliebtes und dankbares Betätigungsfeld für Kunstgewerbler — haben weit mehr „Charakter", d. h. sie sind kindlich, als dah sie durch einen blendenden .Trousseau" mit Seibenfiei- bem, Spitzenwäsche, Korsetts, Lorgnons und rtnem hall)en Dutzend Hüte bestechen.
Und das Elternptar selbst? Auch eS ist zu bescheideneren Ansprüchen zurückgekehrt und praktische Dinge. Notwendigkeiten des Leberts sind es in erster Linie, mit denen man sich gegenseitig *im Fest beschenkte. Der SusuS beschränkte sich .wie gesagt, auf flehte selbstgefertigte Gaben, deren Wert materiell gering, deren innerer aber um so größer ist.
Bn diesen Tagen „zwischen den Bahren" soll man Vergangenheit und Gegenwart überdenken. und aus den Erkenntnissen die Lehren für die Zukunft, das kommende neue Bahr gewinnen. Sie sind für die meisten von uns hart, aber, wie wir dieses harte Schicksal der Verarmung tragen und geistig-seelisch über» winden, das ist der Maßstab für unseren menschlichen Wert. DaS Fest der Liebe gibt uns in aller Not und aller Armut immer noch Gelegenheit, inneren Reichtum zu verschenken unter äußerer Begrenzung und Armut.
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