Verpflichtungen «ns dem Frredensver- rrag nicht nach gekommen sei. Man könne mit diesem Material schon die Aufschiebung der Äölnd begründen. Die Räumung Düroe dann automatisch vorgenommen lver-- de^ wenn Deutschland seinen Verpflichtungen nachkommen werde. Die englischen Sach» v er ständigen hielten die „Vertragsbrüche- der deutschen Militärbehörden, wie der „Daily Telegraph" berichtet, nicht für so ernst, wie ihre französischen Kollegen. Die englischen Sachverständigen sind der Ansicht, daß einige der „Vertragsbrüche" unvermeidlich gewesen seien und daß man in der Frage der deutschen Sicherheitspolizei sicher ohne Schwierigkeiten ;u einem Kompromiß kommen würde.
Degen das Pariser Lügengewebe
Berlin, 25. Dez. (WB.) Die der französischen Presse gegebene Mitteilung, wonach der französische Mini st errat bereits jetzt die Unmöglichkeit, nach dem Friedens- Vertrag von Versailles die Räumung der Kölner Zone am 10. Januar vorzunehmen, festgestellt hat, hat in weitesten Schichten der öffenllichen Meinung Deutschlands außerordentliches Befremden und tiefste Erregung hervorgerufen.
Zu der im gleichen Communiguß enthal- terren Mitteilung, daß von der Int ralliieeten Militärkonttollkommtssion bislang verheimlichte Waffenlager neu entdeckt seien, hört WTB. von unterrichteter Seite: Es ist hier vollkommen unerfindlich, inwiefern behauptet werden kann, es sei während der Generalinspektton das Vorhandensein von neuen, bisher verheimlichten Waffenlagern festgestellt worden.
Es kann nur immer wieder mit aller Bestimmt hell erklärt werden, daß bei den fast 1 8 0 0 Kontrollbesuchen, die bisher erfolgt sind, niemals überzählige und unzulässige Waffen, sei es bei der Reichswehr, sei es bei der Polizei, gefunden worden sind.
Italien sches Zeugnis für Deutschland.
Rom, 24 Dez. (Wolff.) „Agenzia bi Roma" weist an Hand einer Fülle von Einzelheiten nach, mit welch schlagenden Gründen Deutschland gegenüber etwaigen Vorstellungen der Entente seine Entwaffnung beweisen könnte.
Theunis erkrankt.
Brüssel, 27. Dez. (Sil.) Der belgische Ministerpräsident Theunis ist an Grippe erkrankt und muh daS Dttt hüten.
Amerika rät zur Verständigung von Macht zu Macht.
Washington, 27. Dez. (SIL) Während in offiziellen Kreisen gestern vormittag erklärt wurde, Amerika werde auf der Bot - schafterkonferenz in der Frage des Kölner Brückenkopfes nichts unternehmen, toutf* gestern nachmittag In denselben Kreisen bery Wunsch ausgedrückt, daß wieder eine Einigung der europäischen Regierungen unter sich zustande kommen möge. Im allgemeinen, toenn auch nicht im speziellen Interesse Amerikas sei das wünschenswert.
das Reichskabinett für Ebert.
Berlin, 24. Dez. (WTB.) In der gestrigen Sitzung des R e i ch s k a b i n e t t s, an der unter dem Vorsitz des Vizekanzlers Dr. Jarres sämtliche Mitgl eder des Reichskabinetts teil- nahmen, wurde einstimmig eine Kundgebung für den Reichspräsidenten beschlossen, ihn dieser Entschließung besonderen Ausdruck zu verleihen, begaben sich heute vormittag sämtliche in Berlin anwesende Reichs- minister zu dem Reichspräsidenten, wobei Dr. Jarres die Entschließung des Kabinetts übermittelte. Die Kundgebung lautet:
„Sehr verehrter Herr Reichspräsident! Das Reichskabinett hat in seiner gestrigen Sitzung einstimmig beschlossen, Ihnen, Herr Reichspräsident, die Empfindungen zum Ausdruck zu bringen, die uns angesichts des Schweren bewegen, das Sie in diesen Sagen zu ertragen haben. Wer an der Spitze des Deutschen Reiches steht, hat des Vaterlandes Wohl zu fördern und zu wahren. Wir haben zum Teil in jahrelanger Zusammenarbeit mit Ihnen Ihr Wirken kennen, Ihre Persönlichkeit politisch und menschlich schätzen gelernt. Auf Grund dieser Kenntnis wünschen wir Ihnen zu sagen, daß wir einmütig und ohne Unterschied der Parteistellung die ileberzeugung h ben, daß IhreTätigkeit stets zum Wohle des deutschen Vaterlandes gegolten bat Lassen Sie uns Ihnen in diesem Sinne unsere besten Wünsche für Ihre weitere Tätigkeit in Ihrem hohen und verantwortungsvollen Amte aussprechen."
Der von Berlin abwesende Reichskanzler Marx hat wie Dr. Jarres hinzufügte, ihn beauftragt, dem Reichspräsidenten 5um Ausdruck zu bringen, daß er die Empfindungen und Wünsche des Kabinetts aufrichtig teilt.
Die preußische Regierung schließt sich an.
Wie der Amtliche Preußische Pressedienst meldet, Überbrachte M nisterpiäs.deni Braun als Sprecher des Preußischen Kabinetts heute nachm.ttag dem Reichspräsidenten eine Kundgebung der preuh.schen Regierung, in der sich d.ese der Erklärung der Reichs- regierung anschließt und dem Re chs- präsidenten ihre unveränderliche Hochschätzung und ihr Vertrauen v.rächen.
Vertrauenskundgebung der Demokratischen Partei.
Die Deutsche Demokratische Partei hat an den Reichspräsiden'en folgendes Tel gramm gesandt: „S.c ilnb.Il d.e im Zusammenhänge mit dem Magdeburger Prvz ß Ihnen zugefugt wurde, er,üllt uns, w e lll Angehörigen der Deutschen Demokratisch.n Partei, mit schmerzlicher Entrüstung. Wer Itzre
Politik verfolgt hat, weiß, baß Ihre vaterländische Gesinnung über alle Angr ffe und Verdächtigungen erhaben ist. D e Geschichte w rd erwecken, daß Sie zu denen g.baren, die in Stunden schwerster Gefahr unter Einsetzung Ihres LebenS und Ihres Ans.hens dem Daterlande d.e größten Dienste erwiesen haben."
Stresemann über die Regierungsbildung.
Hamburg, 27. Dez. (Sil.) Der Reichs- Minister des Aeußetm Dr. Stresemann stellt dem. „Hamburger Fremdenblatt" einen längeren Artikel zur Verfügung, dem wir folgendes entnehmen:
Die Frage der deutschen Regierungskrise ist in den vergangenen Wochen meist unter dem Gesichtspunkt der Fraktions- Aritmethik behandelt worden. Wäre die Frage so einfach zu lösen nach dem System der Mehrheitsbildung, dann müßte die große Koalition, deren Kanzler ich war, vor der
daß die deutschnattsnale Partei aus den verschiedensten Gruppen zusammengesetzt ist. In ihr sind doch führende Kopse, die stets politisch denken und die stets poetisch das Rotwendige erkennen. Was schließlich die Außenpv.itik anbclangt.^ so bat die deuifchnatio.iale Parte, den Satz geprägt: Die Dawes-Gefetze sind bindendes Recht.
Tas neue Kab nett in Braunschweig.
Braunschweig. 24. Dez. (SU.) Aachdem gestern das aus 3 Sozialdemokraten und 1 Demokraten bestehende Kabinett (Kleine Koalition) zurückgetreten ist, wurde heute vom Rechtsblock (Arbeitsgemeinschaft nationaler Parteien und Wirtschaftsgruppen) im Landtage das neue Fachmini st erium präsentiert D.e Wahl erfolgte mit allen rechtsbürgerlichen Stimmen gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, Kommunisten und der Demo k r at en. Gewählt wurde Oberregierungsrat Marquardt (Inneres und Präsidium), Re-
wo italienisches Militär ausgestellt war, während Priester im Innern der Basl.ii.a Gottesdienste abhielten. Das Wetter ist prächtig.
Hollands Vorteile vom Dawes-Plan.
Aeuhork, 24. Dez. (WTB.) Funkspruch. Bei dem Essen der R.ederland schen Handelskammer führte der holländische Gesandte, Tobi n, aus, Holland habe mehr Vorteile vom Dawesplan, als irgendein anderes Land. Deutschland audgenommm. Ein großer Sell des wieder u.l.bmdcn Handels zwischen Deu schlcurd und den anderen Rationen würde über holländische Verkehrs st raßen gehen.
Die Tschechei gegen das Deutschtum.
Prag, 25. Dez. Das tschechoslowakische Innenministerium bearbellet zur Zeit den Entwurf einer Gau-Einteilung. Der ursprüngliche Plan, den Bedürfnissen der 31/2 Millionen Deutschen in der Tschechoslowakei auf dem Gebiet der Verwaltung durch Errichtung zweier deutscher Gaue gerecht zu werden, ist nunm hr vollständig fallen gelassen worden. Vielmehr sollen in Böhmen, Mähren und Schlesien acht Verwaltungsbezirke errichtet werden, deren Eitze sich in tschechischen Städten befinden, und die so eingerichtet werden sollen, daß mit den geschlossenen deutschsprachigen Gebieten tschechische Sprachgebiete zu gemeinsamen Gauen verbunden werden.
Die tschechische Regierung beabsichtigt, wie die „Bohemia" mitteiü, weiter, die deutschen Technischen Hochschulen in Prag und Brünn zu ammenzulegen, und damit eine der beiden hervorragenden Pflegcstätten des deutschen technischen Wissens aufzuheben. Ferner soll die deutsche Landwirtschaftliche Akademie in T e t s ch e n - L i e b e n- Werda aufgelöst werden.
Frankreich und Rußland.
Paris, 24. Dez. (Wolff.) Ministerpräsident H er r io t hat gestern den neuernannten französischen Botschafter in Moskau, Jean Herbei te empfangen, der seinen Posten, wie nunmehr feststeht, in der ersten Hälfte des Januar antreten wird.
Wie das „Petit Journal" meldet, hat der f o to 1 t r 11 H sche Botschafter Krassin die französische Regierung davon in Kenntnis gesetzt. daß am 26. Dezember eine russische Marine- kommi.sion in Diserta eintreffen wird, um die Auslieferung der Wrangelflotte entgegenzunehmen.
gelangt am 31. Dezember und an den folgenden Tagen kostenlos zur Ausgabe. Auch alle neu hinzutretenden Bezieher haben Anspruch daraus; sie bestellen deshalb den Gießener Anzeiger für Januar 1925 zweck- mastig sofort bei der Geschäftsstelle, bei den Trägerinnen oder bei den örtlichen Zweigstellen.
Der Gießener Anzeiger
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Heimat im Bild
ist die gröstte, am weitesten verbreitete und beliebteste Tageszeitung für Oberhessen und die benachbarten preustischen Gebietsteile.
leichtesten Aufgabe gestanden haben, denn über eine größere Mehrheit hat noch kein Kabinett in Deutschland verfügt. Die seit dem Auseinandersallen des großen Kabinetts umstrittene Frage ist die
Heranziehung der Deuttchnationalen zur verantwortlichen Mitarbeit im Reich.
Weil ich diese verantwortliche Mitwirkung für notwendig erachte, bin ich den größten Angriffen ausgesetzt gewesen. Welche Grunde sprechen nun für diese von der Deutschen Dolkspartei programmatisch schon seit dem 12. Januar d. Is. vertretene Ansicht? Ist es die unaufhaltsame Rechtsentwicklung der Deutschen Vrlkspartei, die sich von ihren bisherigen Koalltionsgenossen abwenden wollte und in einer Kampffront „Rechts gegen Links" die Lösung der deutschen innerpolitischen Fragen erstrebte? Sicherlich nicht. Ich habe ohne Widerspruch auf der Dortmunder Tagung der Deutschen Dolkspartei feftstellen können, daß wir diese
Scheidung in die zwei Deutschland nicht mstmachen wollen. Richts würde mehr die Bildung einer nationalen Einheitsfront zerstören, als wenn man den Schlachtruf „Rechts gegen Links" zur Parole Deutschlands machen wollte. So wenig wie die Deutsche Volkspartei prinzipiell die Zusammenarbeit mit der Sozialdemokratie ablehnt, mit der sie in Preußen und in Sachsen in einer Regierung ist, so wenig sollte man auch auf demokratischer Seite und auf der Linken fich in die Idee verrennen, daß eS prinzipiell unmögllch fein sollte, mit der deutschnationalen Partei zusammenzuarbeiten.
WeShalb drängt sich gegenwärtig die Mitarbeit der Deutschnationalen auf?
Einmal aus dem Grunde, weil sie die stärkste bürgerliche Partei sind und weil es töricht ist, an dieser Tatsache Vorbeigehen zu wollen. Die Deutschnationale Partei hat meine Pölitik meist bekämpft und doch ist sie die ihrige. Wir brauchen außen- und innenpolitisch die Erzi ehung des deutschen Volkes zur Erkenntnis unserer realen Lage. Ich sehe kein besseres Ziel dieser Erziehung, als wenn man loyal die Deutschnationalen einlädt, ihren Anteilan der Derantwortungzu übernehmen. Sie bergen unzweifelhaft auch Kräfte in sich, die für die Regierung des Staates eine Bereicherung sein würden. Kein Zweifel, daß auch sie den Weg gehen müssen, den alle Parteien gegangen sind, die an der Verantwortung tellnaymen. Der Deutsche denkt ja gar nicht außenpolitisch, ihm ist die Hauptsache die Innenpolitik. Da entsteht sofort die Frage: Wie kann man diese Leute in eine republikanische Regierung aufnehmen? Ist es nicht dasselbe, was man früher der Sozialdemokratie gegenüber auch gesagt hat?
Man sagt, die Republik sei bedroht. Ich sehe gegenwärtig keine praltllche Bedrohung der Republik.
Die großen Fragen wirtschaftlicher Statur, die letzt bei den internet onalen Handelsverträgen 3U lösen sind, und auch d:e Frage der Steuerreform. die eine Entlastung der Wirtschaft bringen muß. sind bei der dogmatischen Einstellung Wetter so stalisti'cher Äreife mit einer so i illstisch» bürgerlichen Koalition nicht zu lösen. Schließlich ^er die Frage. Sind diese Gefahren bei der beutschnatioilalen Partei auf andern Gebieten demselben Maße vorhanden? Ich bin der Meinung daß dne deutschnationale hl, ln. Regierung ist, ihre Schwierigkeiten mit hrem extremen <5 lug et haben wird. Aber man vergißt doch,
gierungörat von Groone (Finanzen) und Re- gierungsrat Liess (Justiz und Polizei).
OstpreubensZugQngzurWeichsel
Berli n, 24. Bez. (Wolff.) Aus Grund deS Artikels 97 des Vertrages von Versailles hat die Dotschasterkonferenz in Paris an Stelle der vorläufigen Bestimmungen über den Zugang der Bevölkerung 'Ostpreußens zur Weichsel nunmehr endgültige Bestimmungen erlassen, die am 1. Februar 1925 in Kraft treten sollen. Die endgültige Regelung, die das Ergebnis langjähriger mühevoller Verhandlungen ist, weist in verschiedenen Punkten eine Verbesserung gegenüber der vorläufigen Regelung auf. läßt aber immerhin eine Reihe von deutschen Wünschen zur Sicherstellung des Rechtes der Bevölkerung auf den Zugang zur Weichsel, die von deutscher Seite nachdrücklichst geltend gemacht wurden, unberücksichtigt. Die deutsche Regierung hat in einer Rote an die Botschafterkonferenz auf die für Deutschland in wesentlichen Punkten unbefriedigende Regelung hingewiesen und hat sich für den Fall, daß durch die praktische Durchführung der neuen Bestimmungen die Rechte der Bevölkerung noch mehr verkümmert toerben sollten, Anträge auf Aenderung der neuen Regelung Vorbehalten.
Die Dauer der Arbeitszeit.
Berlin, 24. Dez. (Wolff.) 3m Mai 1924 hatte der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund eine Erhebung über die tatsächliche Dauer der Arbeitszeit unternommen, die 46122 Betriebe mit 2 453 523 beschäftigten Personen er- faßte un& die ergab, daß für etwa zwei Drittel der Betriebe und fast die Hälfte der beschäftia- ten Personen der Achtstundentag bestand wahrend der Rest der Beschäftigten länger arbeitete. Diese Erhebung wurde Ende Rovember 1924 m einem der Erhebung vorn Mai im wesent- uHen entsprechenden Umfange wiederholt, wobei sich herausstellte, daß der Prozentsatz der länger als 48 Stunden wöchentlich arbeitenden Beschäftigten auf 45,3 °'o se'" n ke n ist. Das Bild wäre zweisellos für den Achtstundentag noch günstiger, wenn nicht alle ^Arbeitenden Betriebe bei der Zählung aus- geschieden worden wären.
Weihnachtsklmnestie in Sachen.
Dresden, 24. Dez. (SU.) Zum Weib- nadjtSfeft flnö im Geschäftsbere ch des sächsischen Justizministeriums 1 82 6 t raf g cf an- gene, darunter auch politische Gefangene, tn Freiheit gesetzt worden.'
Das Heilige Jahr der Katholiken
Rom, 24. Dez. (WTB.) In Gegenwart aller in Rom residierenden Kardinäle und einer ™terbCnttl? Anzahl von E zbischöfen. Bischöfen und Prälaten aus allen Teilen der Königin Olga von Gr.echenland, des Prinzen Christoph von Griechenland sowie der Prinzessinen Xce, Irene, Maiga -ethe und Theo- belgischen Prinzessinnen Josephine und sw?! h ’ f0*r Würdenträger des päpstlichen Zoses. der b^m „He.ligen Stuhl" beglaubigten diplomat schen Korps und einer Masse Pilger öffnete der Papst heute in feierlicher Weise k V o ® a n <1 a von ÖL Peter und gab damit das Zeichen des Beginns des heili- Glocken von St. Peter und und Kirche» Roms läuteten. Eine große Menge stand auf dem Platze von St. Peter,
Die BaLkansrom gegen die Som je's.
P ar i s, 24. Dez. (Wolfs.) Wie gemeldet wird, hat nach einer vom „Echo de Paris" wiedergegebenen Meldung aus Belgrad der Minister- r a t beschlossen, die Handelsbeziehungen zu Sowjetrußland abzubrechen.
Einer Meldung der Agentur Orient Radio aus Bukarest zufolge verhaftete gestern nacht die Sicherheitspolizei in verschiedenen Städten etwa 4 0 0 Kommunisten, die zu einer mit den S o w j e t s in Verbindung stehenden t e r- rvriftischen Organisation gehören.
Die Prager „Dohemia" erfährt, daß bei den gegenwärtig in Belgrad stattfindenden Verhandlungen zwischen Jugoslawien, Rumänien und Bulgarien über eine gemeinsame antibolschewistische Front die Einbeziehung Bulgariens in den Interessenbereich der Kleinen Entente erwogen werde. Hierzu fei zu bemerken, daß die Staaten der Kleinen Entente betreffs des Verhältnisses zu Sowjet- rußland einander gegenseitige Handlungsfreiheit zugefichert haben, und daß in der letzten Zeit besonders der rumänisch? Außenminister auf die Unterschiede in der Auffassung des russichen Problems seitens der Mitglieder des Bündnisses sowie daraus hingewiesen hat, daß die Kleine Entente gegenwärtig in verengertem Rahmen existiert, d. h. vor allem der Aufrechterhaltung des Friedens von Trianon dient. — Wie die „Dohemia" weiter mitteilt, ist die Tschechoslowakei an den gegenwärtigen Belgrader Verhandlungen in keine Weise di rett intereffiert
Der Aufstand in Albanien.
Belgrad, 26. Dez. (WTB.) Meldung der Agentur Avala. Rach den letzten Rachrichten wird amtlich bestätigt, daß die Truppen Achmed Zogus Tirana nach erbittertem Widerstande der Anhänger Fan Rolis besetzt Habern Aus Prizren wird berichtet, daß die von Bayran Seur befehligten Regierungstruppen gestern im Rorden Fortschritte gemacht und die Linie Kukah-L umcuola-Bitsane wieder besetzt haben. Immerhin glaube man nicht, daß dieser Erfo'g den entscheidenden Sieg Achmed Zogus in Frage stellen könnte, desien Anhänger gegenwärtig ganz Mittel-Albanien besetzt hallen und die wichtigsten Verkehrswege beherrschen. Zogu sandte i.i a.ler Eile Verstärkungen, um die Lage im Rorden wieder- herzustellen.
Die „Chicago Tribüne" meldet aus Du - razzo: Die Aufstand.schen in Aiöanien setzten nach der Einnahme von Tirana den zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilten Mörder eines Amerikaners in Freiheit. Der amerikanische Gesandte protestierte unverzüglich dagegen.
Kairo unter dem englischen Druck
Katro, 24. Dez. (WB.) Reuter. Der Premierminister erklärt in einem an den Kö- n i g gerichteten Schreiben, in dem er dem König den Rat e rteilt, das Parlament auf^n- lösen, das Parlament werde von der dem f r ü» h er en Kabinett nahestehenden Partei beherrscht. Die Auslosung sei deshalb notwendig. In dem Schreiben wird der Mehrheit des Parlaments der Vorwurf gemacht, daß seine Handlungsweise nicht versassungsmähig fei; es wird darin weiter erflärt, daß die nationalen Bestrebungen nicht das Monopol irgend einer Partei seien, und dasDolk ausgefordert, weise Männer zu wählen, in deren Hä iben das künftige Schicksal der Ration nicht gefährdet sei.


