Es besteht Me Absicht, die Arttengesellschaft tote» der in eine Genossenschaft zurückzuvecwande!n.
* Adler-Margarinewerke A. G., Frankfurt. Der Reingewinn des Geschäftsjahres 1923 beträgt 53 250 Billionen.
* <Die voraussichtliche Dividende der Reichsbank. Die von der Reichsbank in diesem Jahre voraussichtlich zur Verteilung gelangende Dividende beträgt, dem „Hamburger Fremdenblatt" zufolge, in Goldmark umgerechnet 1 Prozent.
• Wiederaufnahme der Produk - tionbeimKaliwertDismarckhall. Auf dem Kaliwerk Vismarckhall, das den Betrieb vor einigen Wochen eingestellt hatte, ist die Arbeit wieder ausgenommen worden. ES sollen ausländische Aufträge vorliegen
'VulkanwerkeHamburgundStet- tin 21.»®., Stettin. Sn der G.-V. der Vulkanwerke waren 25 Mill. Mk. Stamm- und 5 Mill. Mark Vorzugsaktien vertreten. Die Versammlung genehmigte die bekannte Hah-resschluhrechnung und beschloß, den Reingewinn von 62 534 Billionen Mark dem Dvtationsfonds zu überweisen. Die Verwaltung erhielt Entlastung. Der Rückerwerb der in der G.-V. vom 11. Mai 1920 geschaffenen Vorzugsaktien von 5 Millionen Mart wurde beschlossen.
• Fällige Rentenbankzinsfcheine. Die am 1. Juli fälligen ZinSscheine der bprozen- tigen Rentenbriefe der Deutschen Rentenbank werden vom Fälligkeitstage ab mit je 12,50 Gm. für jeden Rentenbrief eingelost.
* Don der Berliner Produktenbörse. Der Vorstand der Berliner Produktenbörse hat die Wiederaufnahme des zu Beginn des Krieges eingestelften handelsrechtlichen Lieferungsgeschäfts beschlossen. Es handelt sich hierbei um Weizen, Roggen, Hafer, Mais und Roggenmehl. Die infolge der jetzigen Verhältnisse notwendigen Veränderungen des früheren Schsuh- scheines werden dem Rächsrat zur Bestätigung vorgelegt werden.
SB
3n Billionen Prozent
•) Dom Ruazahluncswert.
Damm:
Börsenkurse.
(Ohne Gewähr.)
5% Deutsche Reichsanlethe . 4% Deutsche Reichsanleihe . 3‘/e% Deutsche Reichsan leihe 3% Deutsche Reichsanlethe . Deutsche Svarpramienan leihe 4% Preußische KousolS . . . 4% Hessen...........
37s% Hessen..........
3% He»en...........
Deutsche Wertb. Dollar-Anl. bto- Doll-Schatz-Anweiing.') 4% Zolltürkcn 5% Goldmexikaner......
Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Prioal-Bank. Lärmst, und Raitonalhauk . Deutsche Bank.........
Deutsche Dereinsbank .... DiSconlo Commandit .... Metallbank...........
Mitteldeutsche Credttbank. . Ocsierretchtsche LredUaustalt. Westbauk............
Bochumer Guß ........ BuderuS............
Caro..............
a-Luxemburg......
irchener Bergwerke. .
Haroener Bergbau......
Kaliwerke Aschersleben. . . . Kaliwerk Westeregeln.....
Laurahütte...........
Oberbedarf.......
Phontr Bergbau Ryeinitahl......
Rlebeck Niontan». ..... Tellus Bergbau........
Kurg-Amerika Paket. . . leurscher Lloyd.....
Cheramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann......
Anglo-Cont-Guano.....
Badische Anilin........
Chemische Mayer Llaptn . . Goldschmidt..........
Wries, eimer Electron .... Höchster Farbwerke Holzverkohlung.....
^Rütgerswerke.........
^.Scheideanstalt.........
Wg- ElektrizitätS-Gesellschast Bergmann...........
Mainkraftwerke........
Schuckert............
Siemens <t Halske
Adlerwerke Kleyer ...... Daimler Motorm. ..... Heyligenstaedt.........
Meguin........... .
Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . Metallgesellchaft Frankfurt. Pet. Union A.-G........
Schuhfabrik Hcrz . . .... Sichel Zellstoff Waldhof.......
Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . .
ftranffnrt a. M
Berlin
Schluß
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—
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1,100
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—
—
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0,350
0,430
—
—
4,2
4,2
4,2
4 2
76.5
76,5
76,5
76,5
6,65
6,75
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6,5
—
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37,75
22,5
24
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22,70
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4
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8
8,75
—
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0,375
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—
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9
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2
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0,325
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46,5
7,66
8
7,6
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10,13
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10
43,5
46,25
44,3
46
46,75
61
47,75
48,5
54,76
53,5
51,9
C3
6,6
7,75
7,2
7,2
11
11,30
10,5
10,59
6
5
4.8
4/0
10,75
10,5
10,7
10,50
28
21,25
24,8
26
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23,6
22,5
23
—
—
35,1
35,50
1,45
1,6
—
—
21,40
22
21,10
21.90
4,25
4,75
4,30
4,50
—
—
—
7 2,05
Ä
2,25
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8
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9
9
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13
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12,9
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1,2
—
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10,1
9,5
10
10
10,5
9,8
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9,7
9,9
5,8*
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9,3
8,6
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—
—
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7
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—
9,9
13,25
6.2
6,3
—
—
29
31
27,6
30,75
38
41,5
39,9
41,25
1,45
1,4
1,3
1,3
2,20
2,3
2,30
2,1
2,2
2
9
9,5
8,9
8,6
0,420
C.450
—
—
—
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11,E0
11,75
—
—
1
1
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2
3,85
—
6,75
8
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8,25
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3
2,5
2,9
2.9
Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. W.
(In Billionen Mark ausgedrückt. BurnoS-AtrrS, London, ifea« York, Japan, Rio de Janeiro für eine Einheit. Wtni und Budapest für 100000 Tinheitro, alle« übftge für 100 Einheiten.)
Telegraphische Auszahlung.
__________(Ohne Gewähr.)______________
Banknoten.
(Ohne Gewähr.)
25. Juni
26 JUNI
Repart.
Amtliche Geld
Notierung Brief
Amtliche Geld
iotieraii Brief
25.
?6.
Amst.°Rott.
157,21
157,99
157,51
157,27
voN
voll
Brss.-Anlw.
19,15
19,25
19,85
19,45
voll
00U
Christiania.
66,45
56,74
56,56
50,84
voll
voll
Kopenhagen
70,72
71,01
69,62
69,98
voll
00U
Stockholm .
111,12
111,63
111,12
111,68
voll
voll
^eliingfors. London. . .
10,46
18,10
10,52
18,20
10,46 18,15
10,52
voll voll
choll voll
18,105
18,135
18,135
4,19
voll
voll
Neuyork . .
4,19
4,21
voll
voll
Paris. . . .
Schweiz . .
21,1g
22,11
22,315
voll
roll
74,16
74,54
74,16
74,54
voll
voll
Spanien . . Wien in D.«
56,16
06,44
56,26
66,54
voll
voll
Ccit. abgcst
5,91
5,93
5,92
5,94
voll
voll
Prag . . .
12,395
12,455
12,395
12,455
voll
voll
Budapest. .
5,19
5,21
5,09
5,11
voll
voll
Buen.-Aires
1/45
1,955
1,345
1,355
voll
voll
Bulgarien
3,015
3,055
3,015
3,055
voll
voll
yavan . . .
1,715
1,725
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voll
voll
Rio de Jan
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0,45
0,44
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voll
voll
Bclirad . .
4,8»
4,86
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4,785
voll
voll
Lissabon . .
11,62
11.66
11,62
11,68
voll
voll
Fn-rfr, 26. Juni
Geld
I Briet
Re park. °/.
Amerikanische Noten.....
4,1)
4,21
voll
Belgische Noten........
19,11
19,25
voll
Däni'che Noten........
6),43 14,fd
69,77
voll
Englische Noten........
Französische Noten......
Holländische Noten......
Atc.lienische Noten......
18,20
voll
22,39
168,96
15,10
22,51
157, 4
18,20
voll voll
Norwegische Noten......
Deutsch-Oesterr , ä l00 Kronen
55; 46
56; 74
voll
5,92
5,94
voll
Rumänische Noten......
1,78
1.8J
schwedische Noten......
110,9
111,48
voll
Schweizer Noten.......
74,16
74, 4
Spanische Noten.......
68 J1
56,39
12,45
Tschechoslowakische Noten . .
12,3 1
voll
Ungarische Nocen.......
4,94
4,96
voll
Frankfurter
Börse.
Frankfurt a. M., 26. Onni. Tendenz: Hausse in deutschen Anleihen, sonst fest. — Das Geschäft in baulichen Anleihen nahm heute einen stürmischen Charakter an. Alles stürzte sich darauf, denn mit Recht oder nicht ist jetzt jedermann überzeugt, dah die Regierung als Käufer aufgetreten ist, um disponible Gelder zur T [gang der schwebenden Schuld zu verwcn en. <ei toeife war heute das Geschäft in Anleihen so lebhaft, daß man sich in die stürmischen Zeiten der Inflation zurückversetzt fühlen konnte. Enorm sind daher auch die Steigerungen, die alle deutschen Reichs- und auch Staa.sanleihen erfahren. 5pro- zentige Kriegsanleihe wurde, wie so g , nach o en geschleudert: anfangs eröfsnete sie mit KO, dann 190, dann 195, plötzlich 310, dann wieder 263, gleich darauf 220 und 230, dann ganz stürmi ch 250, 270, und dies scheint noch nicht das Cn3e dec Hausse zu sein. Aehnlich liegen die Kurssprünge bei den übrigen deutschen Anleihm, die direkt schon mit 100 Proz. Aufschlag g gen gestern eröffneten und dann fortgesetzt nach ooen gin,en. Fest lag auch der Markt für ausländische Renten, wenn er auch nicht die Beachtung, wie gestern, fand. Besonders tückische Renten und auch 19.2er Russen sind sehr begehrt. 2luf dem Industrie- markt wurde die Haltung günstig beeinflußt durch die Hausse in Anleihen, namentlich Bank.n standen im Vordergründe des Inleres es: nimmt man doch an, dah durch die außerordentliche Bedeutung des Anleihe- und Rentenmark es die Verhältnisse bei den Banken etwas lebhafter werten. 2luch Montanwerte waren bis 4 Proz. Billionen gekommen. Die ganze Börse machte also einen sehr animierten Eindruck, der auch in Meinungsläufen zum Ausdruck kam. iDer Freiverkehr war unter diesen ^Umständen vernachlässigt, aber ebenfalls fester. 2lpi 27», Decker-S.ahl 21/». Decker-Kohle 41 '2, Entreprise 26, Growag 0,170, Krügershall 31/4. älfa 41/4.
Berliner Börse.
Berlin. 26. Onni- Die Aufwärtsbewegang dec Kriegsanleihe zieht immer weitere Kreise und nahm heute die Aufmerksamkeit der gesamten Börse voll in Anspruch. Sie gründet sich bekanntlich auf Aufwertungshvsfnungen in Verbindung mit dem diesbezüglichen deutschnationalen Antrag im Reichstag. Außerdem sollen aber auch ausgedehnte Lieferungsverpflichtungen einer bisher nach unten engagierten Gruppe bestehen, die zu überstürzten Deckungen veranlagt, die sprunghafte Auswärtsbewegung mit hervorgerufen habe. Ze- dcnfglls strömte die Mehrzahl der Dörsenbesucher zu diesem Markte hin, und es entwickelte sich bei starken Schwankungen ein recht geräuschvolles Geschäft. Der Kurs erreichte vorübergehend 295, um sich dann bei Schwankungen auf ca. 275 zu bewegen. Die Steigerung griff auch auf andere, deutsche Renten über, so auf Schutzgebiets- und alte Reichsanleihen, sowie alte preußische Kon- sols, die sich ansehnlich höher stellten. Für ausländische Rentenpapiere ist spekulatives Interesse gleichfalls stärker erwacht, so dah für türkische,
österreichische und ungarische Anleihen teilweise ansehnliche Höhecbewectungen eintreten konnten. Für ausländische Dividendenpapiere, tote Canadas und Baltimore sowie Schantung ist es bei wenig verändertem Kursstand hingegen etwas zurückgetreten. Sm Gegensatz zu dem lebhaften Treiben stand die Geschäftsstille auf den übrigen Märkten. Die festere Grundstimmung konnte sich behaupten und im Verlaufe noch etwas nachdrücklicher durchsetzen. so dah eine allgemeine mäßige Erhöhung des Kursstandes und eine solche bis zu drei Bill. Prozent für einige Montan- und Sndustciepa- Piere eintreten konnte. Es waren dabei außer Auslandskäufen vorsichtige Meinungskäufe des Publikums zu bemerfen. Am Geld- und Devisenmarkt sind Veränderungen von Bedeutung nicht eingetreten.
Märkte.
Berliner Produktenbörse.
Berlin, 26. Juni. (Wolff.) Das Snland- angebot für ®etreibe hat heute wesentlich nach- gelllssen, so dah sich hier eing leichte Preisbesserung durchsetze?! konnte. Die feste Haltung kam besonders Roggen zugute, der für Mitteldeutschland und für Mühlen anderer Gegenden bei etwas höheren Preisen verstärkt gesucht war. Sntere fe bestand auch für Ware aus neuer Ernte, die für Lieferung in der zweiten Hälfte des August oder erste Hälfte des September bereits meh.fach gehandelt worden ist. Weizen war bei kleinen Um» sätzen etwas höher. Sn Roggenmehl ist der Absatz verhältnismäßig befriedigend, in Weizenmehl aber noch vollkommen stockend. Für Gerste, Hafer und Futterartikel zeigte sich wenig Kaufneigung, nur vereinzelt etwas für spätere Lieferung. Cs wurden notiert für je 1000 Kilo: Weizen, märt, 135 bis 139 (etwas fester), Roggen, märt, 117 bis 126 (fester), Braugerste 138 bis 145 (still), Futtergerste 127 bis 135 (still), Hafer, märt., 119 bis 129 (fest), Raps 220 (still), Leinsaat 263 bis 280 (still): für je 100 Kilo: Weizenmehl 20,25 bis 23 (still), Roggenmehl 17,75 bis 20 25 (etwas fester), Weizenkleie 8,— (ruhig), Rog'en- Heie 8.— (ruhig), Diktoriaerbsen 19 bis 20, kleine Erbsen 13 bis 15, Futtererbsen 12 bis 13, Peluschken 10 bis 11, Ackerboh ien 13 bis 14, Wicken 11 bis 12, Lupinen blau 9 bis 10, Seradella alt 13 bis 14, Rapskuchen 8,60 bis 8,70, Leinkuchen 17 öis 18, Trockenschnitzel 6 bis 6,20, Kartoffelstöcken 15.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M, 26. Juni Es notierten für je 100 Kilo: Wetterauer Weizen 16,25 bis 16,75, Roggen 15 25 bis 15,75, Braugerste 16,50 bis 17, Hafer, inländ., 15,50 bis 16, Weizenmehl, südd. Spezial 0, 27,25 bis 28,50, Roggenmehl 22,75 bis 23,50, Weizen- und Roggenkleie 8,25 bis 8,75.
Vermischtes.
Der Streit um das Hakenkreuz vor Gericht.
Berlin, 26. Juni. Sn der vergangenen Woche halte 'dec Vorsitzende einer Schossen kam- mer beim Amtsge.icht Chaclottcnburg, Amtsge- nchtsiat Friedländer, dea völkischen Reichstagsabgeordneten Major a. D. Henning, in eine Ordnungsstrafe genommen, weil er im Genchtssaal mit einem Hakenk reuz amR 0 ck erschienen sei. Der Rechtsbeistand Hennings hatte daraufhin den Amtsgerichtsrat Friedländer wegen Befangenheit abgelehnt. Die über die Ablehnung entscheidende Snstanz des Landgerichts 3 hat nunmehr diesem Ablehnungsersuchen stattgegeben und zwar mit der Begründung, daß wohl ein in auffälliger und ostentativer Weise getragenes Hakenkreuz der Würde des Gerichts nicht entspreche und daher abzulehnen sei. Der Richter habe aber in diesem Falle an feine Anordnung auf Ablegung des Hakenkreuzes lei- dcnschaftlich.e politische Aeußerungen geknüpft, so daß das Mißtrauen des Klägers und des Deklag- tcn gegen die erforderliche ülnbefangenheit i>e8 Richters gerechtfertigt sei.
Büchertisch.
— Die Vorgeschichte des Weltkriege s in weitestem Sinne gibt Dr. Paul Harms, der bekannte ehemalige Leitartiller der '„Leipziger Reuesten Rachrichten" in feinem Buch „Vier Jahrzehnte R ei chspolitik". Mit dem gangen Temperament des glänzenden Journalisten gibt der Verfasser ein wenig anmutiges Bild von der ülnzulänglichkeit unserer heimischen Zustände, wie sie sich unter dem schillernden Schleier äußeren Glanzes der wilhelminischen Aera den Blicken eingeweihter darboten. Zustände, die uns unfähig machten, die außenpolitischen Probleme zu lösen, die an uns herantraten. Das System nachbarlicher Regierungskunst in seiner ganzen Ülnzulänglichkeit in Personen wie Snflitutionen wird mit größter Schärfe dargelegt und damit unsere „Schuld am Weltkriege" aufgedeckt, die sich freilich wesentlich anders darstellt als die uns von den Feinden aufgezwungene Schuldlüge von Versailles. Aber diese Schuld eines gescheiterten Systems er
kennen, heißt besser machen beim Wiederaufbau unseres Staates. — Don mehr historischen Gesichtspunkten, in der Darstellung jedoch nicht weniger scharf kritisierend ist die Deutsche Geschichte unter Kaiser Wilhelm II. des bekannten Berliner Staatsrechtslehrers Conrad Dornhak (A. Deichertsche Verlagsbuchhandlung, Leipzig). Das nun in 4. Auflage vorliegende We5 erfreut sich mit Recht zunehmender Beliebtheit wegen der freimütigen, wahrheitsliebenden Art, mit der die Gründe für den Zusammenbruch des Reiches im Weltkrieg dargelegt werden.
— Sm Monarchenwinkel, Roman von Wilhelm Harms (bei Grethlein & Co., Leipzig). Es sind drei seltsame „Monarchen", die sich da in dem kleinen mecklenburgischen Landstädtchen zusammengefunden haben um eine lichte Frauengestalt, deren Deichte ein Lebensschicksal, schwer und heldisch enthüllt. Cs ist ein Buch voll stiller Gröhe und Schönheit, besinnlich und ergreifend.
— Das Land unserer Liebe, Roman von Walter Dloem (bei Grethlein & Co., Leipzig.) Der neueste Dloem führt nach Hamburg, in die ersten Hahre deutschen Wiederaufbaus nach den furchtbaren Kriegs- und Revvlutionsjahren. Smmer noch durchzucken schwere Schläge den sozialen Körper der alten deutschen Hansastadt, aber in ihren großen Wirtschaftsführern findet sie Männer, die das Leben mit entschlossener Faust anzupacken und zu meistern verstehn.
— Eine brauchbare Grundlage zum Verständnis der modernen Geschichte gibt Ludwig Rieh: »Die Dasis des modernen Europas". Aus der großen Weltgeschichte des Verlages R. Oldenbourg (München) ist der Abschnitt von 1648 bis 1789 her ausgenommen und in einem handlichen Dand klar und übersichtlich dargestellt. Das Buch wird auch dec schnellen Orientierung als eingehende Lektüre dienen.
— Deutsche Akademiereden von Schillers berühmter Antrittsrede als Geschichtsprofessor in Jena bis zur Gegenwart hat Fritz S t e i ch zu einem stattlichen Dande vereinigt (Verlag Meyer & Hessen in München). Ein buntes Dild deutschen Geisteslebens entrollt sich vor uns in diesen nach Zeit und Stoff so verschiedenartigen akademischen Reden des erlauchtesten geistigen Führers der Ration. Dei aller Sachlichkeit, mit dec hier nach altem Drauch. die Ergebnisse exakter Forschung einem Kreise Gleichgesinnter dar- gelegt wurden, gewährt die Lektüre der Reden eines Schilling, eines Vischer, Grimms, Scherers, Döllingers, Harnacks, Treitschkes, um nur einige zu nennen, einen großen ästhetischen Genuß unb reiche Anregung.
Zwischen den Dünen, Roman von Kurt Küchler (bei Grethlein & Co., Leipzig). Ein düsteres Mannesschicksal zeichnet Küchler, der blinde Dichter, groß in seinen Verfehlungen wie in seiner Sühne, geheimnisvoll, schwer und grau wie die Ratuc, in die es hineingesdellt, jene Gestade der jütischen Küste hoch oben bei Skagen, wo die Fluten der Rord-- und Ostsee sich mischen.
— „Der blutige Dichter" nennt De- sider Kosztolänhi, ein junger Ungar seinen Rero-Roman, dessen deutscher Ausgabe Thomas Mann ein Geleitwort vorangeschickt hat (bei Oskar Wöhrle, Konstanz). Auch ohne diese Cap- tatio benevolentiae würde dec Roman die ganze Aufmerksamkeit unserer literarischen Welt beanspruchen. Sn dem immer nur geahnten, aber mit diesen spärlichen Strichen plastisch geschaffenen Rahmen der römischen Weltmetropole werden Charaktere gestaltet, die über alles historische, romanhafte hinaus, psychologisch von eminentem .Sntereffe sind. Die geistige Entwicklung Reros als Erziehungsprodukt Senecas ist mit größter Feinheit herausgearbeitet.
Briefkasten der Redaktion.
S>. S. Anonyme Einsendungen berücksichtigen wir nicht.
Geschäftliches.
Kurzes Kochen ist besonders an heißen Tagen eine große Annehmlichkeit, deshalb verwendet die Hausfrau mit Vorliebe die kochfertigen Maggi's Suppen. Sie enthalten die natürlichen Destandteile hausgemachter Suppen und schmecken ebenso gut wie die besten, mit Fleischbrühe zubereiteten Suppen. Mehr als 20 Sorten wie Eier nudeln, Erbs, Königin, Ochsenschwanz, Tapioka echt usw. bieten reiche Abwechslung.
"Warum gerade
P€B€CO?
Weil diese Zahnpasta die Zähne nicht nur reinigt, sondern sie auch vor Schaden bewahrt und bis ins Alter gesund und widerstandsfähig erhält
Der Alte aus Topper.
Roman von Hanns von Zobeltih.
1. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.)
Die Bataille mußte gewonnen werden!
Heran rückten die Grenadiere des ersten Treffens, die stolzen Bataillone, mit fliegenden Fahnen. Siegesbewußt dröhnt ihr: Vivat Fri- decicus! Die Trommeln Wirbeln. Sie ziehen an ihm vorbei im dröhnenden Tritt. Pelotonweis rollt ihr Feuer von Flügel zu Flügel. Den Grund stürmen sie hinunter, schließen die Lücken, die die Kartätschen reihen, klimmen behende bergan —
Die Schlacht war gewonnen!
Umtoenbet sich dec König, ruft laut: „So mögen sie in Berlin Viktoria schießen!" Und spornt den Engelländer — in vorderster Reihe soll der Sieg ihn sehen.
Blutigrot leuchtet die Sonne über dem Schlachtfeld. Blutrot färbt sich heut der märkische Sand.
Sn Frankfurt aber meldete der Turmwärter von St. Marien, dah er ob Kunersdorf am Horizonte während des ganzen Rachmittags eine dunkle Wolke gesehen in Gestalt eines ungeheuren Sensenmannes, der langsam von Ost nach Westen geschritten.
Stunde rann auf Stunde, und immer noch rangen die Preuhen im hähen, ungleichen Kampf: fünfzigtausend gegen achlzigtausend Mann.
Zerschmettert waren die Bataillone ves ersten Treffens über den tiefen Kuhgrund zurückgewichen.
Reue Regimenter traten an ihre Stelle, und hinter diesen ordneten sich die gelichteten Linien der ersten zum neuen Vorgehen.
„Bursche, es muh sein!" brüllt durch den Schlachtenlärm der alte tapfere General Könitz. „Bursche, es muh fein!“ brüllen die Kapitäns ihm nach. „Seid brav, ihr Bursche!" rufen heiser bte Offiziers. „Rechts heran! Rechts heran!" Helfen, wo's not tut, mit dem Sponton nach.
Hochrot waren die Gesichter und in Schweih gebadet. Die Glieder bebten vor Anstrengung und Erregung. Ausgedörrt die Kehlen. Blutunterlaufen die Augen. Keuchend die Brust. Doch die eiserne Manneszucht hält sie zusammen, die Bursche. Wieder schultern sie die glühendheihen Kuhfüße —
Wieder avancieren sie mit fliegenden Fahnen hangabwärts, durch den tiefen, leichenbedeckten Grund, klimmen im mahlenden Sand bergan. Unb wieder schmettert das mörderische Feuer sie zurück. Unb zum dritten Male schließen sich die Glieder. „Bursche, es muh sein!"
Da ist der König selber. „Bursche, es muh fein!“ 'Steinern jft jetzt fein Gesicht. Aber die großen Blauaugen leuchten über den Seinen. Hat wieder den Gaul wechseln müssen: der braune Engelländer muhte beim letzten Sturm dran glauben. „Wir kriegen sie schon, Bursche! Cs muh fein!“
Wirft seine letzten Bataillone in die wogende Schlacht. Vorwärts! Vorwärts!
Don Kunersdorf her, vom Mühlberg bonnern feine Kanons. Drüben, auf dem rechten Flügel, hat Finck eine mächtige Batterie weit vom in Position gebracht.
Vorwärts! Vorwärts I
4Inb noch einnial stürmen die Bataillone den Todesweg, hinab den Hang, durch den tiefen blutigen Grund, hinauf die stelle Höhe, mit fliegenden Fahnen, unter drohendem Trornrnelschlag: „Vivat Fridericus! Vivat der König!"
Mitten unter ihnen ist er. Feuert an, treibt vorwärts. Smmer im dichten Kugelregen. Einmal greift er an die Brust, wankt im Sattel, nur einen einzigen Augenblick; matt ist ein Geschah gegen bas goldene Etui angepcallt, das er in ber Tasche trägt. Einer sieht's, der grab neben ihm ist, ein ©jjjenabier; ber streckt im Vor- wärtslaufen den Arm gen Himmel unb ruft ju- belnb: „Gefeit ist ber Gesalbte des Herrn! Vivat der König!"
Brav so, aller Finck! Auch er ist avanciert, über Berge von Leichen hinweg, das Regiment Lebwaldt, die Füsiliere von Zastrow voran. Reicht schon den Stürmenden die Bruderhand.
Vorwärts! Vorwärts!
Unb plötzlich, jach geht es wie ein Beben durch die starren Linien bes Feindes. Das Feuer stockt. Die zähen Russen weichen, Schritt um Schritt erst, in hallloser Flucht bann. Der heihumstrittene Derg ist genommen — enblich — enblich — enblich —
Fünf Uhr nachmittags mag's sein, als bie Preuhen sich festsetzen auf ber breiten Kuppe, Atem holend, sich verschnaufend vom übermenschlichen Tun. Wagen nicht, um sich zu blicken, nicht nach rückwärts: wie hingemäht liegen dort die Kameraden, schreien die Blessierten nach Hilfe, nach einem Trunk Wasser.
Aber vorwärts schauen sie. Vorwärts schaut ber König, auf den Feind. Unb seine Stirn um- büftern schwere Schatten. Er fühlt es, er weiß
es: halbe Arbeit erst ist getan. Sie sollten doch noch nicht in Berlin Viktoria schiehen!
Finck, ber tapfere Finck, behauptet sich nur noch mühsam. Furchtbare Lücken reihen bie feinblichen Kartätschen in feine Bataillone. Sie wanken, sie schieben sich langsam zurück. —
llnb schon führt Laudon seine frischen. Weihröcke zum Gegenstoh vor.
Reben dem König hält Sehdlitz. Kampsbereit stehen seine Schwadronen unweit, am Mühlberg.
Rach dem rechten Flügel deutet Friedrich: „Sehdlitz, mach' Er dem Finck Luft!"
Kaum dah er's gesagt, zerschmettert eine Kugel dem Helden von Rohbach die linke Hand. Sft ein Unglücks tag heute. Der Seydlih allein ist ein ganzes Kavalleriekorps wert. And muh nun zähneknirschend von dannen.
Soll dec Prinz von Württemberg die Attacke reiten! Wird abgeschmiert unb schwer blessiert.
Der brave alte Puttkamer will mit seinen Husaren des Tages Schicksal wenden. Sinkt zu Tode getroffen aus dem Sattel.
Sft ein Unglücks tag baute —ein Unglückstag.
Da ist der Massow. Da ist Plaien, Exzellenz, tollkühn wie einer. Heldenmütig reiten sie gegen die Berge an, die Markgraf-Kürassiere, die Schoc- lemer-Dragoner. Wehren sich wie bie Rasenden gpgen Laudons Schwadronen, die auf sie hereinbrechen mit gellendem „Vivat Maria TheresiaI" Hauen, stechen um sich wie die Berserker im dichten Staub aufgewirbelten märlischen Sandes, im stickenden Pulverdampf. Müssen doch zurück! Zurück — bie Preuhem
(Fortsetzung folgt)


