Die Bsntigsr.
Vornan von Hermann Stegemann.
13 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
De? Arzt war gegangen, ohne dem groben Zufallspatienten mehr zu bieten, als dieser verlangt hatte.
Auch Mara war abgereist. Er hatte sie fort- gewünscht, sie noch einmal zu sich niedergerisserr, mehr um ihr zu zeigen, daft alles vorbei war und er noch d-er Alte sei, als um sie zärtlich an ftdji zu drücken, und sie dann gehen lassen.
h^tte noch zu Bett gelegen, bis der klare Herbsttag in feuerroten Föhnwvlken ausgebrannt war. (St sah den See noch vor sich. Es war ein blutgefülltes Becken, in dem tausend goldene Strähnen schwammen.
Spät abends hatte er sich erhoben. Er war ganz allein. Der Brunnen rauschte, violette Windbäume segelten am zinnoberroten Himmel, und lxis erste Laub stob von den Daumen. Als er telephoniert und das Telegramm an Ens aufgegeben hatte, war er seeaufwärts am Hügelhang spazieren gegangen. Dann war Hanspeter von Aich gekommen und hatte sich gefreut, fcaf} er wohlauf war. Aber er hatte ihn bald talab geschickt, imZ> als der Apotheker gefragt hatte, wie es um ihn stände, war ihm die Antwort zuteil geworden, es stände gut, und er brauche nichts aus seiner Teufelsküche.
Aber es war eine schlaflose Nacht geworden. Ein schaler Geschmack hatte ihn heimgesucht — er war am Morgen auf bleischweren Sohlen zur Dahn gegangen und hatte sich nicht mehr nach dem Haus umgedreht.
„Dorbeil- stteft er vor sich htn, das Wort fiel wie ein Stein aus seinen: 'Mund.
Es war ein ülnwohlsein gewesen, weiter nichts. Er war nicht krank gewesen, der Tod klopft anders an.
„Der Tod klopft anders an."
Der Daumeisler war in Versuchung, die Worte Krut in die Nacht hinauszusprechen, als formte er sie dort drüben in die vom Wasser schwarz und glatt geschliffene Felswand brennen.
Da scharrte jemand an der Tür der Schlafstube. Es war ein hartes, in Absätzen sich wiederholendes Scharren und dazwischen .tiefe, schlürfende Atemzüge. Ein Schauer überlief den Dau- meister. aber er ermannte sich, ritz sich vom Fenslergitter los und lauschte. 'Nun war's ihm, als käme das einlatzfordernde Geräusch aus der Dadestube. Er ging darauf zu und öffnete die Kammer, aber nur die feuchte Kühle des alten Drunnens stürzte hervor, und niemand, weder Geist noch Menschenwesen, starrd hinter der Tür.
Da klang's wie von einer Kraltenharrd zwei- mal hintereinander hart und scharf von der anderen Seite.
„Also dort!" sagte er halblaut und ritz die Tür zum Arbeitszimmer auf.
Der Hund stand davor.
Der Baumeister blickte starr auf das ruhig stehende Tier, das die Nase an ihr: stieh und ihn schweifwedelnd begrühte. Er schämte sich seiner Schwäche und herrschte das Tier, das ihm seine GÄXrnken gestohlen und wie der Bote des T)des Einlatz begehrt hatte, unmutig an.
Da wandte sich der Hund und ging still aus der Tür, die er auf der Suche nad> dem Herrn offen gefunden hatte. Der Dcmmeister folgte ihm
änd hörte seine Krallen auf den Steinsliesen der Halle scharren, gls er sich in seinen Winkel zu- ruckzog.
•3n diesem Augenblick öffnete Agnes die Tür ihres Schlafzimmers und beugte sich über das Treppengeländer. Ein Lichtschein flog hinter ihr drein. Gottfried Dantiger blickte erleichtert zu ihr auf.
„Was ist, Vater?" rief sie leise.
Er horte die unterdrückte Angst in .jhrer Stimme 'und antwortete so ruhig als möglich:
„Nichts, Ens, es war nur der Hund."
„Fehlt'dir nichts?" fragte sie nach einer Weile und beugte sich tiefer.
Er sah ihre Flechten über das Nachtgewand herabhängen und die älmrisse ihres schlanken Leibes durch das Linnen schimmern.
Eine grotze Nahe kam über ihn, und diesmal klang ein zärtlicher, väterlicher Unterton in seiner Stimme:
„Es ist alles vorbei, Ens. Alles! Ich freu' mich auf den Morgen. Schlaf ruhig!"
Neide zögerten noch einen Augenblick, als wollten sie sich rivch etwas sagen, dann trat Ens in.ihr Zimmer zurück, und der Daumeister ging zur Ruhe.
Lorenz Dantiger war nicht in die Leberau zurückgekehrt. Der Dau der Strafte ging von- statten und erforderte seine Aufmerksam'eit nicht mehr, seit das Dahnprojekt mit einem Duck in den Vordergrund getreten war. Der Baumeister hatte einen glücklichen neuen Gedanken in die Erörterung des Planes geworfen und dadurch die letzten Widerstände über 2lacht gebrochen. Die Besorgnis seines Sohnes, ein drohender Krieg werde dem groben Entwurf den Garaus machen, ;
ehe er der Negierung und der Volksvertretung vorgelegt werden konnte, hatte ihn darauf ge- bvacht. Gottfried Dantiger warf die strategische Dedeutung der grotzen Querverbindung in die Wagschale. Er gewann dadurch den Kriegsmini- ster, den Generalstab und die Negierung für sich, entrih dem Ausschuh des Parlaments die Zustimmung zur Beschleunigung des Baues und sah den Antrag schon im Vorfrühling zum Gesetz erhoben.
Als die Finanzierung auf Schwierigkeiten stieft, weil die Durchbohrung des Wolfenbeiges mit ihren unbekannten Kosten die Menschen schreckte, nahm Dantiger das Wagnis auf die eigenen Schultern und erklärte, er sei bereit, den Tunnel samt der Zufahrt um eine feste Summe zu bauen und verzichte auf jede Nachforderung. Als im Orient Wolken auf stiegen und die Kriegsgefahr in dunkeln Drohgebilden an den Himmel malten, wurde die Ausführung aller drei Baustufen, der beiden grvhen Talstrecten Runs-Egg- stetten und der Leberau ohne Säumen begonnen. Sn zwei Zähren sollte das Werk, Dahn und Strafte, vollendet fein.
So war aus der Hemmung ein Antrieb geworden, der alles mit sich fortritz. Gottfried Ban- tiger stand an der Spitze einer Unternehmung, die den Einsatz der vollen Kraft von ihm forderte.
Dem Daumeister hatte der Winter nichts anhaben können. Ze mehr auf ihn einstürmte, desto kräftiger stemmte er sich fest und lenkte, ordnete, befahl von Nuns bis zum See. Er eilte vom Konter zu den Werkstätten, aus den Sitzungssälen auf die Daustrecke und vereinigte alle Gewalt in seinen nervigen Händen.
(Fortsetzung folgt.)
Sie Alse gegen W n. Wmtisnws
Sie wissen kein sicheres Mittel gegen diese Plagegeister, denn alle Einreibungen, Packungen, Bäder, Salben usw. lindern nur für einige Zeit die Schmerzen, aber sie packen nicht das älebel an der Wurzel.
Sch empfehle Ihnen ein wirllich erprobtes Mittel, und Sie sollen es selbst versuchen, ohne daft es Sie etwas kostet, aber ehe ich Ihnen mehr sage, lesen Sie den folgenden Brief:
„Ich teile Ihnen mit. daft Ihre Gichtosint- Tabletten schon nach zwei Monaten bei mir überraschenden Erfolg erzielt haben. Mit jedem Tage fühle ich mich Wohler und kann jetzt trotz meiner 65 Zähre g rotze Futztouren in den Bergen machen und auch die schwersten Arbeiten mit Leichtigkeit verrichten. Die Kur sehe ich getreulich fort, ich hoffe, den Rheumatismus für immer los zu sein.
Ihnen sage ich mehren besten Dank und empfehle Ihr vorzügliches Präparat in Bekanntenkreisen.
Hochachtungsvoll Z. B in A"
Solche Briefe besitze ich Tausende, und nun Horen Sie weiter.
Gicht und Rheumatismus formen nur von innen heraus wirllich kuriert werden durch Entgiftung des Blutes. Dieses ist verunreinigt durch zurückgäilte- bene harnsaure Salze,und diese müssen heraus, sonst nützt alles Einreiben und Warmhalten nichts.
Zur Beseitigung der Harnsäure aber dient daö Gichtosint.
Sie können das glauben oder nicht, aber Sie sollen fernen Pfennig dafür ausgeben, ehe Sie sich überzeugt haben.
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Gichtosint ist in den meisten Apotheken zu hoben. 45670
Bekanntmachung.
Bei der Kreisbauverwaltung Gießen, Landgraf-Philipp-Platz 3, Zimmer 18, liegen die Verdingungsunterlagen über Vergebung von Erd- und Maurerarbeiten, Steinmetzarbeiten, Zimmerarbeiten, Dach- deckerarbeiten, Spenglerarbeiten, Schmiede- und Eisenarbeiten zum Neubau eines Be- amtendoppelwohnhauses in Daubringen offen. Verdingungstermin: Mittwoch, den 11. Juni 1924, vormittags 10 Uhr.
Gießen, den 24. Mai 1924. 43348
Der Reg.-Baurat bei der Kreisverwaltung gez. E e l l a r i u s.
ZUBAN
Nutz- und Vrermhgh- verßeigermg.
Freiherrlich Riedesekfches Revier Oberwald.
Freitag, 30. Mai 1924.
Distrikte: Weiden, Dörner, Lochwald, Münchenhain, Eisenberg, Katzenzähl, Kaup, Auerhahnspsäd, Nebgesh. alt. Schlag, Ob. Herrnhaag, Unt. Herrnhaag, Rotherdekropf und Forftwiesenkopf.
Buche: 13 Abschnitte mit 9,82 Fstm. 3. u. 6., 73 Fstm. 4. Kl., 157 Rm. Scheit u. 69 Rm. Prügel.
Elche: 41 Abschnitte mit 3,60 Fstm. 2., 0,4£ Fstm. 3., 2,78 Fstm. 4 , 3,10 Fstm. 5. tz. 3,15 Fstm. 6. Kl.
-Esche: 64 Abschnitte mit 1,29 Fstm. 1., 1,27 Fstm. 2., 3,03 Fstm. 3., 12,70 Fstm. 4.,'«8,29 Fstm. 5. u. 0,25 Fstm. 6. Kl.
Ahorn: 30 Abschnttte mit 1,73 Fstm. 2., 5,34 Fstm. 3 , 6,64 Fstm. 4. u. 3,71 Fstm. 5. Kl.
Ulme: 1 Abschnitt mit 0,40 Fstm. 3. Kl.
Weißbuche: 1 Abschnitt mit 0,28 Fstm. 4. Kl.
Erle: 1 Abschnitt mit 0,67 Fstm. 3. Kl.
Das Holz wird bei der Versteigerung Nicht vorgezeigt und wolle man sich vorher aüsehen. Auf Wunsch wird das Holz vorgewiesen. Brennholz sitzt sämtlich im Distt. Unt. Herrnhaag. Nähere Auskunft durch die Forstbeamten des Reviers und unterfertigte Stelle. (4306 D
Zusammenkunft: 10 Uhr vormittags im Distt. Unt. Herrnhaag auf der mittl. Schneise.
Engelrod (Oberh.), den 21. Mai 1924.
Freihl. Riedeselsche Revierverwaltung.
illg.Ortatatagßißb-Sla[lt
Die noch rückständigen (Beiträge zur Krankenkaffe, Invaliden- und Erwerbslosenversicherung für den Monat April 1924 können noch bis zum 3. Juni ds. Js., ohne Kosten bezahlt werden. Nach Ablauf dieser Frist erfolgt Beitreibung und Kostenberechnung. Die Einzahlung kann Dienstags von 8 bis 1 Uhr bei unserer Kaffe oder auf unser Postscheckkonto, Amt Frankfurt am Main Nr. 10833, erfolgen.
Gießen, den 26. Mai 1924. [4373D
Allgem. Ortskrankenkaffe Gießen-Stadt.
I. A.: H. Hin kl er.
Nächsten Mittwoch, 28. 5., mittags 4 Uhr
soll in Gießen durch das Ortsgericht Gießen das folgende Grundstück erstmalig freiwillig meistbietend versteigett werden:
Gemarkung (Siesten:
Slur XXXVIII. Nr. 245’ho yofrelte am Mühlweggarten rahnstr.y’/ioijctztls) 7(6 gm.
Näheres durch *808D
Notar Ghnacker in Butzbach.
Nir staSernmstre MUfoett fffarfhrrmrnjf eüMchen Packungen aus,am auch öemRcmcher billiger Siar&n öas Sodhfe anÜuMät «rbretenr
3n rmtzrem Betriebe werüerkaMsthließlÄJ eöls OrLerrttnknke verardeüet.
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