m. I2< Zweites Blatt Sletzener Anzeiger (General-Anzeiger M Dberheffen) Dienstag, 21. mal 1924
Jeder kann heute wieder Mund und Zähne pflegen, denn der Preis der bewährten Zahnpasta
beträgt
50 Pf. bei unveränderter Güte "7 V.'" die große Tube die kleine Tube
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a. M.
Scntei
gezogen.
Berliner Dorfe.
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Berlin, 26. Mai. (Wolff.) Da die Bildung der neuen Regierung in Deutschland noch nicht gelungen und der 2lusstcrnd im Kohlenbergbau mit seinen ungünstigen Einwirkungen sür das allgemeine Wirtschaftsleben noch nicht beigelegt ist, sind im groben und ganzen die gleichen Ursachen für die unverändert lustlose und
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26
[3n einem Teil der Auflage wiederholt.)
HerrioL für foforiige Anerkennung Rußlands.
London, 26. Mai. (WB.) Der Pariser Berichterstatter der ..Times" meldet: Man glaubt, daß Hcrriot seine Absicht in bezug auf die de- fure-Anerkennung der Sowjetvcgierung geändert bade Statt die Anerkennung von dem Abschluh eines Handelsabkommens abhängig zu machen, beabsichtige er jetzt, die Sowjetregierung sofort nach der Bildung seines Ministeriums und ohne jegliche Bedingungen anzuerkennen. Zahlreichen Radikalen gefiele dieser Gedanke nicht, da sie ihn als ein Zugeständnis an die Sozialisten ansehen. Cs werde jedoch bestimmt erklärt, dab die Sowjetregierung bis spätestens zum 10. Juni anerkannt werde. Die französische Regierung würde sofort eine Mission nach Moskau entsenden. Andererseits werde eine Kommission der Sowjets nach Paris kommen und die russische Botschaft übernehmen. Hieraus würde eine französisch-russische Konferenz zur Regelung der schwebenden Fragen stattfinden.
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Billionen Mart au^ebrüdt Buenos-Aires, London, Neu« York. Japan, Rio de Janeiro für &irte Einheit, Dien und Budapest für 100000 Einheiten, alles'ubriae für 100 Einheiten.)
Telegraphische Auszahlung, lLhne Gewähr.)______________
•) Dom Rückzahlungswert.
Devisenmarkt Berlin—Frankfurt
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1
1,6
Ium Kampfe gegen die Kriegsschuldwge.
Don Bardo Wiek.
Dor einiger Zeit ging durch die Presse eine Mitteilung, wonach die ägyptische Regierung 1922 ■erre Einladung an die dort anwesenden fremden ^Vertretungen, den deutschen Geschäftsträger ein- ^eschlvsfen, ergehen lassen hatte zu dem 1925 in Kairo (^gesetzten 11. Internationalen Geographen- imö Ethmologen-Kongreb. -Um den Kreis der Teilnehmer möglichst grob zu ziehen, glaubte Aegypten später dem Conseil International des Recherches in Brüssel und der untergeordneten Llnwn Geographique Internationale beitreten zu müssen. Besagte „internationale" Bereinigungen hoben es nunmehr erreicht, dah die zum 11. Geographen-Kongreß ergangenen Einladungen für nichtig erklärt Wurden, statt dessen aber ein 1 Internationaler Geographen-Kongreh für 1925 einberufen worden ist — zu.dem Deutschland nicht eingeladen wurde!
Wenn auch die deutschen diplomatischen Vertretungen in den während des Krieges neutralen europäischen Ländern Auftrag erhalten haben, entsprechend zu intervenieren, und man wünschen möchte, dah diese Schritte von dem Erfolge begleitet würden, dah wieder einmal vor aller Welt Gelegenheit wäre, zu zeigen, dah die deutsche Wissenschaft trotz aller „Hunnen-Propaganda" heute wie immer jeden Vergleich hinsichtlich ihrer Leistungsfähigkeit aushalten kann, so muh doch ncxAuücklich darauf hingewiesen werden, dah jener Vorfall nicht der erste seiner Art ist — und dah vermutlich unsere Kriegsgegner es auch weiter verstehen werden, Deutschlarch, den „Schuldigen" am Kriege, als Paria unter den Völkern der Erde hinzustellen. Ob es sich nun um geographische Kongresse, Weltzusammenkünfte von Ophtalmolo- gen oder sonstige „internationale" Treffen, beispielsweise sportlicher Ratur, handelt — Frankreich versteht sein Handwerk, heute wie früher. And die Reutralen h.rben mit ganz wenigen Ausnahmen und sehr, sehr selten ihre Aufgabe darin gesehen, Deutschlandd in solchen Fällen beizuspringen, wie zum Beispiel die Geschichte der sog. C. 3. E., der Confederation Jnter.rationale des Etudiants dartut, welche ebenso wie andere sich über die Welt erschreckende Vereinigungen im Banne Frankreichs steht, dessenPrvpa- ganda eben diese Welt beherrscht!
Betont aber demgegenüber mit aller nur wünschenswerten Deutlichkeit: anders jedoch steht es mit der überwiegenden Masse der Völker der Entente. Zu sehr hat eine rastlos tätige Propaganda die Gemüter erhitzt, die Leidenschaft aufgepeitscht und die Märchen über deutsche Greuel den Gehirnen eingehämmert, als dah eine rasche Schwenkung der Meinungen zu erwarten wäre.... Und nichts anderes schreibt F. W. Elven in einem Brief aus Cincinnatt, Ende Februar, in der „Schlesischen Zeitung", wenn er darauf aufmerksam macht: man vergiht immer wieder, dah erst sechs Hahre verflossen sind, feit wir Deutschland mit den Waffen in der Hand auf blutgetränktem Schlachtfelde gegenüberstanden, vergiht vor allem, dah wir hier immer noch mit den Einflüssen einer Propaganda zu kämpfen haben, die das Land von einem Ende zum archeren Ende vergiftet hat
Stimmt! Das deckt sich durchaus mit den Beobachtungen derer, die nicht erst seit heute und gestern bei uns in Deutschkind die feindliche, insbesondere die französische Propaganda und ihre Wirkung auf die Welt beobachten. Dazu vergesse man nicht, dah es, schon rein psychologisch genommen, nicht so einfach sein dürfte für die feindlichen Staatsmänner, von ihren Völkern, denen sie jahrelang ihr „Kreuzige Deutsch' land" zugerufen haben, nun plötzlich eine älm- stellung zu verlangen, die ein „Hosiana" bedeute-. Endlich aber sei man sich doch bei uns immer gegenwärtig, dah es nicht nur eine Kriegsschuldfrage, sondern auch eine Kriegs-S ch u l d e n - Frage gibt: und die geht an den Geldbeutel — wo viele Menschen, und nicht nur in Deutschland, sehr empfindlich fein sollen.
Demnach sehe es also trostlos aus mit unserem Kampf gegen die Kriegsschuldlüge? Jedenfalls nicht so rosig, antworten war darauf, wie sie manche Leute hier in Deutschland an die Wand malen. Llns scheint, der Sache des Deutschtums wäre es zweckdienlicher, wenn man alles vermeiden würde, was irgend dazu angetan sein könnte, Illusionen zu erwecken. „Resolutionen" und dergleichen können aus vielen Gründen sehr nützlich sein. Auch dann, wenn man weih, in welchen Händen das internationale Rachrichtenwesen sich befindet. Sorge man aber vor allen Dingen dafür, dah wir die während des Krieges w,edergeknüpften und in der Rachkriegszeit vielfach geförderten Beziehungen zum Auslandsdeutschtum nicht wieder erkalten lassen: sie werden uns noch einmal gute Dienste leisten, wenn sich jeder Einzelne von uns als ein Glied des' Hundertmillionenvolkes der Deutschen fühlt yni> nicht als einer unter den sechzig Millionen ParteideutschenI Hinzu kommt die Arbeit im Innern, der ganz bestimmt nicht mit irgendwelchen „Entschließungen" Gritt-g? getan wird. Rur der hat ein inneres Recht dazu, der das Schanddiktat kennt — und wie viele sind das in Deutschland?! — und für seine Person mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln daran arbeitet, dab der Kampf gegen dieKriegs- schuldlüge zu der Volksbewegung wird, die sie werden muh, wenn wir etwas erreichen wollen nach auhen!
Wirtschaft.
X Von der Frankfurter Börse. Der Börsenvorstand teilt mit: Die Courtage bettägt bei allen wertbeständigen Anleihen lVsPco Mille, ausgenommen Deutsche Dollarschahanweisu-gen, öproz. Deutsche Wertbeständige Anleihe (Gold
anleihe) fällig 2. 9. 35, für we.che IV2 pro Mllle za entrichten ist. Dom 2. Huni 1924 ab gilt die Bekanntmachung vom 24. Oktober 1923, nach welcher die den Kursmaklern erteilten limitierten Aufträge durch die Abtrennung der Gewinnanteilscheine kerne 2lenderung erfahren, als auf- gehobew^ Arbeitsstockung bei, Krupp. Die Kruppsche GuWahlfabrik teilt mit, dah in den mechanischen Betrieben vorläufig unter Beibehaltung der bisherigen Kurzschichlen Wei ter gearbeitet wird.
* StahlwerkDeckerA. G. Die Stellung des Stahlwerks Becker A. G. unter Geschäfts- a u f s i ch t ist nach Blättermeldungen weniger auf die allgemeine wirtschaftliche Rotlage, insbesondere auf die Kreditpolittk dec Reichsbank als darauf zurückzuführen, dah die ohnedies in finanzieller Hinsicht nicht reichlich aus- aestatteteGesellfchaft nach dem Tode des Generaldirektors Becker nicht diejenige ruhige Kreditpolittk eingehalten hat, die bei der Lage der Gesellschaft wünschenswert gewesen wäre. Der Gedanke seitens der Reichsbank, diese Gesellschaft anders zu behandeln als andere ÜInternehmangen, konnte nicht in Frage kommen. — Interessen des Reiches an der Durchführung eines Kohlen- vertrags beständen nicht bezüglich der Stahlwerk Becker A. G., sondern bezüglich derStein- kohlenbergwerke Becker A.G. Diese Interessen tourten durch die Lage ter Stahlwerks Becker A. G. in keiner Weise in Mitleidenschaft
schwächere Haltung ter Börse maßgebend gewesen. 1 Da bis zur Klärung ter Lage die ülnterneh v ungs- lust so gut wie vollständig ruht, hat die Geschäftsstille aus allen Märkten einen kaum noch überbietbaren Umfang angenommen. Bei der mangelnden Aufnahmelust genügte ein verhält- nismähig kleines Angebot, das immer noch terauskommt, um weitere Kursabschwächungen hervvrzurusen. In ihrer Gesamtheit waren diese aber nicht erheblich: sie betrugen nur bei einzelnen führenden Montan- und Schiffahrtsattien 2 bis vereinzelt 3 Dill. Proz. Der Geringfügigkeit ter Umsätze im Grohverkehr entsprach auch das überaus stille Geschäft in den zu Einheitskursen gehandelten Industriepapieren, wo eben- alls zumeist mäßige Rückgänge überwogen. Am Geldmarkt hat die Erleichterung angehalten Bei ter Festsetzung ter Devisenpreise ist abermals ein nicht unerheblicher Rückgang ter Anforderungen estzustellen, so dah die Reichsbant in der Lage war, mit ter Vollzuteilung abgesehen von wenigen noch repartierten Rebenplätzen fortzuführen.
Börsenkurse.
(Ohne Gewähr.)
Ultimo stakt. Die Stimmung war daher ausgesprochen schwach. Auf allen Gebiet« überwog das Angebot, das zeitweise kaum untergebracht werden konnte, so dah natürlich auch die Kurse erheblich nachgeben muhten. Rur ter Chemiemarkt war mit Ausnahme von Badische Anilin und Höchster Farbwerke ziemlich behauptet. Die Kurseinbuhen erreichten wieder auf dem Montanmarkt bis 3 Billionen Prozent, während sie sonst im allgemeinen 1 Billion Prozent nicht überstiegen, was aber immerhin prozentual zu dem sehr gedrückten Kursnivsau sehr erheblich genannt werden muh. Deutsche Renten waren etwas fester. Im fceienVerkehr war die Stimmung etwas besser, obgleich auch hier das Geschäft sich in äuherst bescheidenen Grenzen hielt. Die Kurse konnten dort mit wenigen Ausnahmen ihren letzten Stand behaupten. Api 33/4, Becker-Stahl 31/?, Becker-Kohle 53/8. Brown Bo wert 1, Entreprise ging zu 39 mehrere Male um, Growag 0,13, Krügershall 35/8. Petroleum 13 Geld, Tiag l1/®. Ufa 41/2.
Von dem Devisenmarkt ist nichts besonderes zu melden. Der Franc ist fortgesetzt Schwankungen unterworfen. ®r notierte heute gegen London 791/2. Interessant ist noch, dah die Rachfrage nach ausländischen Devisen stark zurückgegangen ist. Der tägliche Bedarf bettägt heute nur ca. 15 Prozent des Bedarfes zur Zeit ter Inflation.
Märkte.
Berliner Produktenbörse.
Berlin, 27. Mai. Am Produktenmarkt bleibt das Inlandsangebot für Brotgetreide sehr gering und die Folterungen für Roggen lauteten zumeist höher als am Samstag. Die Tendenz war bei dem unverändert stillen Geschäft ziemlich fest, weil Roggenmehl befriedigenden Absatz hat. Don Weizenmehl besteht für Auszugsma-^en und bessere Sorten etwas mehr Rachfrage. Sonst war für Weizen ter Verkehr sehr ruhig. Gerste hatte sehr stilles Geschäft, weil ter Artikel gegenüber Hafer zu teuer war. Letzterer wird daher vereinzelt und nach dem Westen als Ersah für Gerste begehrt. Sonst blieb bei zumeist unveränderten Preisen Geschäftssttlle wiederum vorherrschend. Es notierten für je 1000 Kilo: Weizen, mark. 156 bis 159 (stetig), mitteldeutsch. 154 bis 159 (stetig), Roggen, märk. 131 bis 135 (fest), Braugerste 158 bis 166 (ruhig), Futtergerste 145 bis 155 (ruhig), Hafer, märk. 127 bis 134 (stetig), Raps 280 (still): für je 100 Kilo: Weizenmehl 2175 bis 24,75 (fester), Roggenmehl 19,50 bis 21,50 (fester), Weizenkleie 9.50 (ruhig), Roggen- f[eie 8,80 (ruhig), Dittoriaerbsen 18 bis 20, kleine Erbsen 14 bis 15, Futtererbsen 13 bis 14, Peluschken 10,50 bis 11. Wicken 13 bis 14, Lupinen, blau 11 50 bis 12, Seratella, alt 13,50 bis 14,50. neu 11' bis 13, Rapskuchen 10, Leinkuchen 21, Trvckenschniheln 8,50 Mark.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 26. Mai. Die Ten» tenz an ter Produktenbörse ist etwas fester geworden bei steigender Rachfrage. Das gilt namentlich für Weizen, Roggen und auch für Hafer. Auch Gerste für Drauzwecke wurde verlangt und höher bezahlt. Das Geschäft hält sich aber auch jetzt noch in sehr bescheidenen Grenzen, da man die erhöhten Forderungen sehr ungern bewilligen will. Die anderen Arttkel fanden weniger Interesse und tourten auch nur zu unveränderten Preisen umgeseht. — Es notierten für je 100 Kilo: Wetterauer Weizen 16,25 bis 16,50. Roggen 14,50 bis 14,75, Braugerste 17 bis 17.50, Hafer, inlanö. 14 50 bis 15, Weizenmehl, südd. Spezial 0 26 bis 28, Roggenmehl 22 bis 23, Weizen- und Roggenkleie 9 bis 9,60 Mark.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
fpd. Frankfurt a M., 26. Mai. Auftrieb: 12 Ochsen, 300 Färsen und Kühe, 903 Kälber, 71 Schafe, 441 Schweine. Cs wurden tezahll für einen Zentner Lebendgewicht Ochsen: vollfl. 47—52, junge fleischige unö- ältere ausge- mästete 40—46, mäßig genährte junge und gut genährte ältere 34—39; Dullen: vollfl. ausgewachsene 36—40, vollfl. jüngere 30—35; Färsen und Kühe: vollfl. ausgemästete Farien 44—50, vollfl. ausgemästete Kühe 40—46, wenig gut entwickelte Färsen 36—42, älcere ausgemästete Kühe irmD wenig gut entwickelte jüngere Kühe 30—36, mäßig genährte Kühe und Färsen 20—28, gering genährte Kühe und Färsen 10—20; Kälber: feinster Qualität 50—55, mittlerer Qualität 44—49, geringe Qualität 36—43: Schweine: unter 80 Kilo 40—48, von 80 bis ICO Kila 50—52, über 100 Kilo 49—51. Der Markt wurde bei lebhaftem Hantel geräumt. Des Himmelfahrt- festes wegen wird ter Diehmarkt vom 29. Mai auf den 30. Mtt verlegt. Fleischgrotz- handelspreise: Och'enfleisch 70—80, Dullenfleisch 65—70, Kuhfleüch 40—55, Kalbfleisch 72 bis 80, Schweinefleisch 65—66.
Diesen Tatsachen gegenüber sollte man sich in Deutschland nicht' verschliefen, zeigen sie doch dazu so unendlich viel anderes, wie man noch immer weih, Deutschland isoliert zu halten. Daran ändert es nichts, wenn man btt uni u Lande, sagen wir, auf eine kürzlich in ter Berliner Llni- terjität stattgehabte Kundgebung hinwttst, in ter sich Angehörige einer ganzen Reihe von Ländern gegen Versailles erklärten. Auch solche unserer früheren Kriegsgegner. Sv dankbar wir desen und anderen Mitkämpfern sind — Vertreter ihcer Gesamt Nation dürften sie in den allerwenigüen Fällen, sein! Auch das muh einmal ausgesprochen werden, um Illusionen zu verhüten, die geeignet wären uns aufs,Faulbett zu strecken, auf dem wir, weih ter Himmel, lange genug, gerate was propagandistische Dinge antelangt, gelegen habenWer jene D r- liner Kundgebung, wie es ■ tatsächlich geschehen ist, dazu zu benutzen können glaubt, um zu erklären, dah die dort zutage getretene Einmütigkeit einer Reihe von Einzetpnriönl.chkeiten in der Ablehnung ter Kriegsschuld: >ge „die" Ansicht der" Vertreter „ter" fremden Volker sei — der macht tem deutschen Volke blauen - Dunst vor. Ebenso wie jener Mann, ter kürzlich einmal erzählte: Frankreich habe kurz nach Schluh des WeMrieges (natürlich cuä proraZandisttichen Beweggrünten) tem Museum einer bekannten englischen Industriestadt eine Köllek.ion von „gelte zugserinnerungen" geschenkt. Zerbrochene Pro-- peller von deutschen Flugzeugen, zerschossene Tornister usw., alles fein gruppiert um einen Schweins köpf, tem man eine feldgraue Mütze aufgesetzt hatte und dazu ein Schild, auf tem „Boche" zu lesen stand. Jahrelang habe man diese unglaubliche Sammlung in tem fragl.chen engnschen Museum bewundern können, bis ter Muscums- vorstand und zwar im Vorjahre (sprich 19231) tert Mut gefaßt hätte, über das Schild „Boche ein anderes zu setzen, nämlich „Zitate in Trance . . . Gewih ein guter Witz ist das. Aber nicht mehr. Denn zur selben Zeit, wo das geschah, konnte ter bekannte Hehfilm von ten apttalyp- tischen Reitern in derselben englischen Stad: noch gezeigt werten, genau so wie in anderen Staaten Das war im Herbst 1923, fünf Jahre also nach Beendigung des Weltkrieges. Ülnd ebenso bedurste es nicht weniger als fünf Hahre, dah sr-t "üm ersten Male in ten Vereinigten. Staaten eine Zeitung fand, welche die angeblichen deutschen Kriegsgreuel labgehackte Kinderhände u. 5gl.) als Ausfluh ter Gnttnttpropagenda hinstellw, dazu bestimmt, den verhassten deutschen Gegner moralisch vor aller Welt terunterzureihen. Ebenso war es im selben Herbst 1923 noch möglich, in der Prager Buchhandlung von Llrbanske eine uns nicht unbetonte französische Pr: Pagantebroschare zum Verkauf auszustellen, tetitelt: „Deutsche Diehereien während des Weltkrieges".
Fügen wir zu diesen Feststellungen, welche tertun wie die Kriegspropaganda nachwirkt, ein paar andere, die ein hervorragender deutscher Sachverständiger, Gras Montgelas, zum Sttind ter Kriegsschuldsrage kürzlich in der „Hochschulgemeinschaft", Lern amtlichen Rachrtchwnblatt ter Deutschen Studentenschaft, brachte. Hat er anderen die nämlich, dah, nachdem deutschersetts sechs Hahre daran gearbeitet worden ist, durch genaue geschichtliche Rachweise die deutschen KrregLre^ner sowohl als aud/ die Reutralen von ter völligen Haltlosigkeit ihrer unsinnigem Anichu'.NZungen zu überzeugen, eine Arbeit, 7i- man vor allen Gingen durch die freimütige Veröffentlichung der gerumsten Dokumente der deu'schen Archive zu proem gedachte — ter erste Historiker, ter den Bann gebrochen hat, ein Amerikaner, Sidney B. Fay (Rorthampton Mass.), war — und dies geschah um die Iahrestvente 1921, nicht früher. Ohne uns auf weitere Einzelheiten ter wertvollen Ausführungen von Montgelas einzulassen, begnügen wir uns damit, hier festzuhalten. dah uns mehr oder minder gerecht wertende Abhandlungen zur Kriegsschuldfrage in England zum ersten Male im März 192 1 , in Frankreich im Hannar 1924 erschienen sind. Montgelas wertet die genannten ausländischen wissenschaftlichen ürteile dahin, dah sie immerhin i>ie „Möglichkeit einer Verständigung" zulassen.
4°/o Zolltürken ........
5% Goldmexikaner......
Berliner Handelsgesellschaft. Commerz und Privat-Bank. Tarmst. und Nalionalbank . Deutsche Bank.........
Deuische Vcreinsbank .... Disconto Commandit .... Metallbank...........
Mitteldeutsche Lreditbank. .
-Ocsterreichischc Creditanstall.
" Westbank . ..........
Bochumer Guß........
BuderuS............
Caro..............
Deutsch-Luxemburg......
Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpen er Bergbau Kaliwerke Aschersleben. . . . Kaliwerk Westeregeln.....
Laurahulle...........
Qberbcdarf ..........
Phönix Bergbau R Pein stahl...........
Ricbcck Montan .......
Tcllus Bergbau
Hamburg Amerika Paket. . . I Norddeutscher Llovd I Ckeramische Werke Albin .. Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann......
Anglo-Cont.-Guano S. oischc Anilin........
Chemische Mahrx Alapin. . . Goloschmidt..........
GrieShcimcr Electron .... Hrchsler Farbwerke......
Holzverkohlung........
Ringerswerke CcheidcaNstalt Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann...........
Mainkrastwerke........
Schubert . .
Siemens k Halske......
Adlcrwcrke Kicher Daimler Motoren Heyligenstaedt Meguin......... . . .
frankfurter Armaturen ... Konservenfabrik Braun . . .
k MetaNaesellschnit Frankfurt.
Pel. Union A.-G Schuhfabrik Herz Sichel..............
Zellstoff Daldhof Zuckerfabrik Frankenthal . - Zuckerfabrik Waghäusel .. .
Kunst und Wissenschaft.
— Die 8 8. Versammlung deutscher Raturforscher und Aerzte findet vom 21. bis 26. September d. H. in I n n s b r u ck statt. Schon heute sind folgende Vorträge angemeldet: Prof. Dr. Hoche-Freiburg: Das LeiL-Seele- Problem; Pros. Dr. G r u h l e - Heidelberg: Konstitution und Cterakter; Prof. Dr. Penk- Berlin: Das Antlitz der Alpen: Oberbergrat Dr. Am Pf er er - Wien: Die Tektonik der Alpen: Pros. Dr. v. Kle be lsberg-Innsbruck: Die .Naturdenkmäler Südtirols; Prof. Dr. v. Frisch- Breslau: Sinnesleben und Sprache der Bienen, Prof. Dr. Knoll-Prag: Blütenökolvgie und Smnesphysiologie der Insekten.
Deutsches Händelfeft in Leipzig.
Ente September findet in Leipzig ein grofc angelegtes, dreitägiges Häntelsest statt, dessen Aufführungen und Programme alle Gebiete des Händelschen Schsf ens umfassen toerten. Don besonderem Interesse wird die szenische Aufführung des Oratoriums „Balsazar" sein.
Frankfurt a. M, 26. Mai.
Schwächer. — Auch ter Beginn der neuen Woche buchte der Börse keine Anregung, da all die vielen ungelösten wirtschaftlichen und finanziellen Frngen nach wie vor bestehen und auch über das Wochenente hinaus keine Lösung oder auch nur eine Besserung erfahren haben. Das Geschäft war daher wie ? 'im Schluh ter vergangenen Woche aans klein. Auch aus tem Auslände lagen heute so gut wie keine Kaufaufträge vor. Dagegen fanten ater euriaja Realisationen zum
an Billionen Prozent
Frankfurt a. M.
Berlin
Schluß. Kurs
Schluß- Kurs
SchluhJSchlutz-
Kurs
* Kurs
Datum:
23. 5.
26. 5.
25.5.
26. 5.
5% Deutsche Retchsanleihe .
0,8585
0,073
0,071
0,0n
4% Deutsche Reichsanleihe .
—
—
0,420
3Va°/n Deutsche Reichsanlethe
0,200
0,195
0,195
3% Deutsche Reichsanleibe . Deutsche Svarprämienanlethe
0,825 0,081
0,325 0,095
0,835 0,095
0,00
4°/o Preußische Konsuls . . .
0,201
0,205
0,211
0,209
4°/a .fSpffen ...........
—
■■
3 Hellen ..........
_
__
V—
—
3°/0 Hessen...........
_
—
—
Deutsche Wertb. Dollar-Anl,
4,2
4.2
4,2
4,2
dto.Doll.-Schatz-Anweilüng.')
76
I 75,70
76
75,70
24. Mai
26 Mai
Raiart.
Amtliche -Jiotierung wcIb 1 Briet
Amrlich: Uokierr 11
Meld
24.
'6.
Amll.-Nott. Brll.-Ankw- Ebristiania. Kopenhagen Stockholm • Helsingfors Italien. . • London.. . Neunorl .. Paris. .. - Schwei; . Spanien . • Wien in D-> Oest. abgeit Prag * • • • Budapest. - Buen^AireS Bulgarien. Japan . . Rio oc Jgn- Belgrad .
Lisjavon. -
157,51 I
19,65 | 58,35 , 71,22 |
111,72
10,52
18,70
16,-05
4,19
22,9-1
74,81
57,35
5,94
12,51
4,58
1,365
5,07
1,685
0,425
5,18
12,56
(
158,19
19,75
68,65
71,58
112,53
10,58
18,30
18,; 95
4,21 £3,06
75,19
68,15
5,98
12,59
4,62 ’f095
1,695 0,485
5,22
12,64
Sanin
Ohne G
157,51 L 19,65 58,45 71,12 111,72
10,52 18,70
18,305 4,19
£3,19 74,61 67,85
5,93 12,46
5,94 1,365
3,07 1,585 0,425 5,155
12,56
vten.
rwähr.)
158,29 19,75
58,75
71,43
112,21
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18,80
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23,31 74,99
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112,28
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Deutsch.Oestcrrcich, L 100 Kronen
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Frankfurter
Börse.


