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Das neue ägyptische Kabinett.

Ziwar Pascha nnd das Kabinett.

London, 26. Rov. (TL!.) In politischen Kreisen Englands wird gllgemein angenom- men, dah das neue Kabinett Ziwar Pascha eine Entspannung der Lage in Aegypten her­beiführen wird. Es sei von günstiger Bedeutung, daß im Kabinett au her Mohammedanern auch Christen und Juden vertreten seien. Sämtliche KabinettSinttglieder gehören einer ge- mäßigten Richtung an unD hallen sich einen guten Rus in au herpolitischen Kreisen er­worben. DerTenrps" erfährt aus Kairo, dah Der neue ägyptische Ministerpräsident, Ziwar "Hascha, für den Fall, dah er vom Parlament kein Vertrauensvotum erlangt, dem König die Vertagung und eventuell sogar die Auf- lösungderKammer Vorschlägen wird. Mon­tagabend verlautete in Kairo, dah d:e Regierung beschlossen habe. das Parlament während eines Monats in die Ferien zu schicken, um sich m aller Ruhe der Lösung des englisch-ägyptischen Konfliktes widmen zu können. Die Kabinetts­mitglieder haben gestern früh Zaglul Pascha be­sucht. um mit ihm die Lage eingehend zu beraten. Ser Mrnisterpi äiident wird dem Parlament das Regierungsprogramm im Laufe des heutigen Abends unterbreiten.

Die Lage in Kairo.

London, 26. Rov. (WTB Funkspruch.) Die dieTimeS" aus Kairo meldet, wird zwi­schen dem neuen ägyptischen Kabinett und dem Vertreter Englands über die Möglichkeiten ver- handelt, über den toten Punkt htnwegzukommen. Man hofst zuversichtlich, dah sehr bald ein Aus­weg gesunden werden wird. Rach einer hier ringetrvssenen Meldung hat am 24 Rovember ein ggypttsches Bataillon Omdurman geräumt, . es ist jetzt auf dem Dege nach Port Sudan. Reville Henderson ist zum Ratgeber Lord Allenbys ernannt worden und hat den T.tel eines bevollmächtigten Ministers erhalten. Henderson war früher Geschäftsträger in Konstan­tinopel.

Die ägyptische Krise und der Völkerbund.

Paris, 25. Rov. (SU.) Der französische Se­nat hat gestern einstimmig eine Resolution ange­nommen, in der die Regierung aufgefordert wird, bei der englischen Regierung bringe nde V o r- stellungen zu erheben, den Streitfall mit Aeahpten dem Völkerbund zu unterbreL.cn. Die Liberte" meldet aus Kairo, dah die ägyp­tische Kammer an die ausländischen Parla­mente und den Völkerbund einen Protest gegen das Vorgehen Grohbrltanniens gerichtet habe. 3n der Protestnote beißt es a. a.: Die von Groh- Britannien ergriffenen Maßnahmen tragen in feiner Weise der Verfassung Rech­nung unb' ziehen das Wirtschaftsleben des Lan­des schwer in Mitleidenschaft. Die englischen For­derungen haben nichts mit dem Verbre­chen zu tun.

Türkische Kritik.

' London, 26. Rov. (TU.s Rach wie vor verfolgt die englische Öffentlichkeit die Stcl- mngnahme anderer Länder zum englischen Vor­gehen in Aeygpten mit größter Aufmerksamkeit. Die Möglichkeit einer Trübung des Ver­hältnisses zu Frankreich, die ange­sichts der Haltung der französischen Blätter nicht ausgeschlossen erschien, scheint beseitigt zu sein. Dagegen berichten die Blätter aus Kon­stantinopel . von einer sehr feindseligen Haltung der türkischen Presse. Diese wirst England vor, daß es das gegenwärtige Regime durch die frühere Sklaverei zutersehen wünsche.

Militärische Beratungen in London.

London, 26. Rov. (SU.) 3m Laufe des gestrigen Sag fanden im Auswärtigen Amt Besprechungen des Außenm nite'3 Chamber­lain mit dem Kriegsmini st er und dem Ersten Seelord sowie dem Ches des Ge­neralstabs statt, in denen die militäri-- schenMaßnahmen erörtert tour' en, d e Eng­land in Aegypten ergreif m wird, wenn die ne e ägyptische Regierung nicht sämtliche englischen Qtebingungcn annehmen sollte.

Eine englisch-australische Marinestonferenz-

London, 25. Rov. (SU.) Der Sonderbericht- erflatter desDaily Telegraph" meldet aus Sidney, dah die australische Regierung dem Vorschlag der britischen Admiralität, im nächsten Februar in Singapore eine Marinekonfersnz abzuhalten, sowie Seestreitkräfte bei dieser Ge­legenheit dort zu konzentrieren, zugestimmt habe. Die australischen Marinebehörden werden mit den britischen über ein engere^ Zusammen­arbeiten beider Länder in Marineange­legenheiten verhandeln. Die Konferenz ist nicht als Demonstration gedacht, sondern soll lediglich dazu dienen, ein Zusammenarbeiten der aust rariischen Flotte mit dem briti­schen C h i n a g e s ch to a d e r sowie anderen bri­tischen Seestrritkräften in den östlichen Gewässern in die Wege zu leiten.

Die Sage in China.

Das Regierunqsproqrainm Tuan-Ckn-Nuis.

Paris, 26. Rov. (SU.) Die chinesische Ge- fandtschast veiösf^"tticht nachstehende Boi schäft desMarschalllsT uan-Chi-Puis an die Westmächte Europas. Das chinesische Kabinett hat, nachdem cs sich darüber Rechenschaft ab- fegte, daß Präsident Tsao - Kun und Marschall Wu-Pel-Fn durch chrc engstiimige und cbi geizige Militärpolitit das Land dem Verderben entgegensühren, durch telegraphisch? Bitte mich ersucht, wenn auch nur vorübergehend, die Gr schäfte zur Wiederherstellung der Ord­nung zu übernehmen. 3m Einverständnis mit Marschall T f cha n g ° S se-L i n und Gen.-, al F-ng-Du-Siang und Sh. Sun -j, Sen und General a. sch l n g - u.i > n >- tigen wir eine Reform durchaus>> 1

etiler Linie auf Absetzung der 1 j ' neure, Verringerung des Trupp.mltostar.^. - ur vollständige Entwaffnuna der snllossonei) toolDaten

abztelt. rin finanzieller «rmuyi geoenken wir die Tilgung der inneren auS ausländi­schen Schulden vorzunehmen. Hinsichtlich un­serer Beziehungen zu den auswärtigen Machten werden wir die abgeschlossenen Ver­träge achten.

Aus Tientsin wird gemeldet: Marschall Wu Pei Pu hat nach dem Zusammenschluß von zehn Provinzen eine neue Regierung unabhängig von Peking gebildet.

Die deutsch-englischen Handels­vertragsverhandlungen.

London, 26. Rov. (SU.) Die Ausarbei­tung des deutsch-englischen Handelsab^mmens hat gestern unter dem Vorsitz Lord d'Aber- n o n s und des Botschafters S t ha m e r einen günstigen Verlauf genommen. Es ist anzunehmen, daß kste Verhandlungen bereits in den nächsten Tagen abgeschlossen werden können. Der Daily Telegraph" weih weitere Einzelheiten zu berichten. Sie hatten mit einer Auseinander­setzung über die 26prozentige Repa^ra- tivnsabgabe begonnen. Die deutsch? For­derung auf Aufhebung der Abgabe sei von den Sachverständigen a b g e l e h n t worden. Sie hätte nichts mit Tarifen zu tun unb wäre nur ein Mittel zur Einbringung der Repara-

3. tn. 111. Los Angeles.

Der Taufakt in Washington.

R e u h v r k, 26. Rov. (Kabeldienst der SU.) 3.21111 hat nach glücklicher Fahri über Phi­ladelphia und Baltimore um 1 Uhr mittags amerikanischer Zeit Washingtoner re i cht Da die Saufe erst 2,30 Uhr stattfand, kreiste das Schiss über dem Kapitol. Aus dem silberglitzern- ben Rumpf prangen in rot--weiß-blauen Buch­staben die WorteLos Angeles . 2M den Dächern aller Häuser haben sich M en sch en- mengen angesammelt und jubeln dem Luft­schiff begeistert zu. Auf dem Flugplatz, auf Dem die Saufe stattfand, waren unzahl i g e A u - t d s ausgefahren und eine ungeheure Menschen­menge erwartete den Taufakt.

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Die Landung des Luftschiffes in Washing­ton war sehr schwierig und konnte erst nach zwei Stunden Verspätung erfolgen, nachdem das He­lium-Gas ausgelassen war. Kapitän Flemming stand mit seinem Rat der Zeppelin-Mannschaft dauernd zur Verfügung und übte mit seiner gan­zen Erfahrung das Oberkommando aus, obwohl er es offiziell nicht hatte. Seine Hilfe wurde von der Besatzung an Bord hoch anerkannt. Sofort nach der Landung bestieg Frau Coolidge die Gondel des Luftschisses. Sie zog an einer Schnur

Dir Tageszeitung öer Zamilie

Aus Staat lUiü -UUsiÖ.

Gießen, den 26. Rovember 1924.

Stundung der Umsatzsteuer.

Wie der Deutsche Handelsdienst meldet, hak der Rrichsminister der Finanzen kürzlich eine wich­tige Entscheidung getrosten, in der es heißt:

Zu meinem Bedauern ist es nicht möglich, Stundungsgesuchen hinsichtlich der plmsatzsteuer allgemein über den Rahmen der bisherigen Hebung hinaus stattzugeben. Stundung von Um­satzsteuer muh vielmehr grundsätzlich abgelehnt werden.

Es liegt im Wesen der Umsatzsteuer als einem Seit der speziellen Geschäftsunkosten eines Unter­nehmens, dah sie für die vereinnahmten oder im Falle der Versteuerung nach Lieferung, für die vereinbarten Entgelte eine Rücksicht daraus geschuldet wird, ob die Umsätze gewinnbringend wgren oder ob ein Unternehmen mit' Verlust ar' beitet. Stundung der Umsatzsteuer kann daher nur dann in Frage kommen, wenn im einzelnen Falle ein Steuerpflichtiger durch außergewöhnliche an­dere als die allgemeinen, für alle Steuerpflichtigen mehr oder weniger gleichmäßig fühlbaren ungün­stigen wirtschaftlichen Verhältnisse in eine derar­tige Lage geraten ist, daß die sofortige Zahlung der Umsatzsteuer in voller Höhe die Weitersüh- uung des Betriebes gefährden würde. Fälle, in denen die Versteuerung nach Lieferung § 9 AStG. erfolgt, werden wohlwollend beurteilt werden. Cs liegt aber unter den jetzigen Zeitver­hältnissen im eigenen 3nteresse der Steuerpflich­tigen, tunlichst zur Besteuerung der vereinnahm­ten Entgelte überzugehen. Die Finanzämter sind wegen der Bewilligung derartiger Qlnträae mit Anweisung versehen worden."

in -er Provinz Gberhessen sowie in -en angrenzen-en preußischen Hezirken ist -er seit 1750 erscheinen-e

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t tonen während der ersten beiden 3ahre der Wirksamkeit des Dawesgutachtens. Die Repara­tionsabgabe dürse nicht auf die gleiche Stufe Mit den Zollabgaben gesetzt werden. Der Ge­währsmann des ,,Dally Telegraph" weist weiter darauf hin, daß die deutsche Forderung auf Aufhebung der S o n de rb e st i mm u n - gen, die sich gegen deutsche Bankniederlassun­gen in England, gegen die deutsche Schiffahrt, gegen die deutschen Seeleute in englischen Häfen und gegen die Handelsfreiheit Deutschlands am Metallmarkt richten, wahrscheinlich bewilligt würden.

Mexiko und Deutschland.

Berlin, 26. Rov. (SU.) General Qert r a n d , der mexikanische Kriegsminister, der sich zu Studienzwecken in Deutschland aufhält, erklärte einem Vertreter derTelegraphen-Llnion": Die politischen Beziehungen zwischen Deutschland und Mexiko sind durchaus zufriedenstel­lend. Von einer Verstärkung oder Zuspitzung der Polltischen Beziehungen zwischen Mexiko und England will der General nichts wissen. Der Eintritt Mexikos in den Völkerbund hängt wesentlich von der Art der Einladung ab. Selbst­verständlich würde man in Mexiko über den Eintritt Deutschlands erfreut sein, falls es für Deutschland vorteilhaft sein sollte.

Italienische Kämpfe in Tripolis.

Paris. 25. Rov. (WB.) Havas meldet aus Tripolis, daß vorgestern vormittag eine ita­lienische Abteilung in dem Gebiet an derSyrthe gelandet sei und aus dem Schlosse, daß die 3ta- hener im 3ahre 1915 auf gegeben hätten, b i e italienisch e Flagge gehißt habe. Am Abend habe diese Kolonne einen Hebeifatl auf das Lager von 3 brahim Scetni bei Gasrbuhadi ausgeführt. 3brahim ist der Sohn von Ramadan-- Sueli, der 1915 durch seinen Verrat den Rückzug der 3taliener veranlaßt hatte. 3brahim habe nur mit Mühe flüchten können. Die 3taüener hätten 50 Rebellen getötet und 400 Gewehre sowie eine Kanone. Munition und Maschinengewehre, eine Fahne und ein Verpflegungsdepot erbeutet.

Amerika und seine Schuldner.

Reuyork, 26. Rov. (WTD. Funkspruch.) Schatzsekretär Mellon, der Vorsitzendem der Kriegsschulden-Kommission, gab gestern zu, es werde erwartet, daß Frankreich binnen kur­zem eine Frist zur Fundierung sei­ner Schulden an Amerika im Betrag von 800 Millionen Pfund Sterling festsehen werde. Präsident Coolidge und Staatssekretär Hughes seien angenehm davon berührt, daß die französische Aktion wahrscheinllch noch vor dem 11. Februar 1825 erfolge, an dem das Mandat der Kommission erloscht und die Stage einer Erneuerung erwogen werden müsse. Es oerlautet, daß das Ministerium Herriot eine Regelung der französischen Schulden an die Ver­einigten Staaten unter Bedingungen vorschlagen werbe, die denen der br i t i s ch e n Rege­lung mit Washington gleichen. Wenn Frankreich, 3talien imd Belgien keine Vorschläge zur Fundierung ihrer schulden machen würden, io werde es nach Gräffnung des Kongresses eine scharfe Kritik geben.

Das neue Kabinett in Anhalt.

Dessau 25. Rov. «Wolfs.) 3m ßaahtag ! tour bin fr to?: .üifj-. Abg. Deist, Minister ial- biieffr 'De.nokt.2t) und Mlnisterial'»

I direktor Rk ü t le v «partottos av eokaertsnnnisteTU 1 gewählt.

in der Kajüte des Luftschiffes, dadurch öffnete sich am Vorderteil eine Luke, aus der e i n S a u b c n= schwärm heransflog. An den Füßen der Tiere war die bekannte Weihnach^sbotschast be­festigt. Daraus sagte Frau Coolidge: 3ch taufe dich Los Angeles". Präsident Coolidge, der in Begleitung des Kabinetts und eine Reihe hoher Offiziere erschienen war, hielt eine Ansprache. Das diplomatische Korps war bei dem Tausalt zahlreich ver­treten. Sofort nach der Saufe flog das Luft­schiff kurz nach 5 Uhr nachmittags amerikanischer Zeit nach Lakehurst zurück.

Aus aller Well.

Das Wolffsche Telegraphen-Bureau <WTB.) kann auf ein 25jähriges Bestehen zurückblicken. Der Dienst umspannt mit rund 750 Angestellten und 50 deutschen Agenturen außer dem Reich vor^ allem das nördliche, östliche und südöstliche Europa. Mit dem Londoner Reuterbureau, der Pariser Agence Havas, der Agencia Stefani in Rom besteht seit langem Zusammenarbeit in der Rachrichtenübermittlung. Aus dem gestrigen Fest­mahl sprach auch der Reichsauhemninister Dr. Stresemann.

Der Leiter des Zossener Landeserziehungs­heims, Freiherr von Luetzow, gegen den seit längerer Zeit ein Verfahren wegen Mißhandlung der Schüler seiner An­stalt schwebt, ist gestern nachmittag in seiner Wohnung verhaftet worden.

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Der vom «Schwurgericht zum Tode verurteilte Berliner Händler Weiß, der die Kranken­schwester Plettig in Reinickendorf ermordet und beraubt hatte, ist vom preuß'schen Staatsministerium zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt worden.

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3n Der chemischen Fabrik Tschechnitz bei DveSbau wurden zwei Arbeiter, die Sauerstoff­flaschen in einen Eisenbahnwaggon verluden b e i Der Explosion einer Flasch e getötet.

Bei Hansen geriet der Rdühlenfesitzer Schuck von der Oberen Talmühle in das Räder­werk seiner Mühle und wurde zu Tode ac = quetscht.

wurden bei einem Einbruch in die Villa des -Fabrikanten Kuppel an 15 wertvolle Oelgemälde, darunter solche von Rubens und Defregger, ferner wertvolle G o b e lins, eine umfangreiche Gold- und S 11 b e r ni ü n z e n - S a m m l u n g und andere Sachen entwendet. Von den Tätern fehlt bisher jehe Spur.

,. 9",^ ®C9enb,?Dn Kere His sar (Klem- asren) sind neue Erdbebensto ße zu ver- Sachschaden ist sehr beträchtlich. Es hat 30 -tote und viele Verwunde to aea-'b-n Sie Regierung und das Rote Kreuz haben H.l'e entsandt.

Aüettervoranssage.

bis wolkig, vorwiegend südöstliche RacMEgefahr.

, ^'che Teilgebiet konnte nur langsam ' am Dem Konttnent vorrücken. Vorwiegend öst- ! [K^ Winde haben eine stärkere Abkühlung be- bur^ nächtliche Ausstrahlung noch geltetgert wurde Die Witterung wird lur morgen 1 onyatten»

Vornotizen.

Tageskalender für Mittwoch Stadttheater, 71/2 älhr:Kolportage". Deutsche Volkspartei, 8 llfjr, Turnhalle Oswaldsgarten: öffentliche Wählerversammlung. Zentrumspar- tei, 8 Uhr, Kathol. Vereinshrus: öfsentliche Wäh- lerversammlung. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Die spanische Tänzerin". Hess. Bilk«rbühne: Vortrag des Fremdenlegionärs Specht über Er­lebnisse in Der Fremdenlegion, ferner:Gösta Derling".

Literarische Gesellschaft. Mat schreibt uns: Die Literarische Gesellschaft begeht ein wenig verspätet, aber mit einer bedeutsamen Fest ordnung am Freitag, 28. Rovember, abends' 8V2 ^lhr, in der 3ohanneskirche eine Klop- stockfeier. Einem so außerordentlichen Genius, einer so einzigen Erscheinung ist jeder Deutsche Achtung schuldig. Heiliger Ernst, Kraft und Tiefe charakterisieren alles, was Klopstock schuf, daher die immerwährende Spannung des Gemüts, in der er uns hält. Aus der Messiade, jener ge­waltigen Dichtung, die, von gläubiger Begeiste­rung dyrchströmt, ins ülebersinnliche hinüber- sühri, trägt Meister Dr. Felix Drach aus Berlin wiriungsvolle Stücke vor. Die Rezita­tion wird von Darbietungen auf der Orgel umrahmt. Eine eindrucksvolle Feier steht bevor. (Siehe Anzeige.)

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** Die Polizei in der Deutschnativ» na len Wahlversammlung vom Don­nerstag. Unter Bezugnahme auf unseren Be­richt in Der vorigen Freitag-Ausgabe wird uns von berufener Seite mitgeteilt, daß die deutsch- nationale Wahlversammlung vom letzten Donners­tag nicht unter polizeilic^m Schuh stand. Die Polizeibehörde hatte aber für alle Fälle, um eine Gefährdung Der öffentlichen Ordnung aus- zuschließen, auf dem Polizeirevier ein Bereit- schaftskommando ausgestellt, wrlches aber nicht auf Die Aufforderung des Versammlungsleiters oder des Redners hin im Saale erschien, sondern von Dem in der Versammlung weilenden Kri­minalbeamten in dem Augenblick Herbri gerufen wurde, als er zu der ilriwrgeugung gekommen war, daß ohne das Dazwischentreten der Polizei die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung gefährdet sei. Die polizeiliche Auflösung Der Men­schenansammlung nach dem Dersammlungsschluß wurde von Dem die Polizeibersitschaft führende« Oberwachtmeister ausgesprochen und von dem Kri" minatbeamten nochmals laut verkündet.

Vom Versorgungsamt wird uns mitgeteilt: Die Den Offizieren und Beamten deS früheren Heeres und den HinterbliebeTwn usw. für Den Monat Dezember zustehenden Ruhe^ gehalts- usw. Bezüge werden am Freitag, 28. Rovember, am Versorgungsamt (Zimmer 44) aus- gezahlt.

** D ie Ergänzungswahlen zur Handelskammer betrifft eine Bekannt­machung im heutigen Anzeigenteil, auf die wir die 3ntereffenlen hiermit aufmerksam machen.

Sie Allgemeine Or ts k ran ken-> lasse Giehen-Land gibt im heutigen An­zeigenteil bekannt, daß Die Wahl am nächsten Sonntag ausfällt.

** Sic Dezember--Miete in Preu-- ß e n. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mit teilt, bleibt die gesetzliche Miete in Preußen, wie im Rovember, auch für Dezember mit 66 bzw. 62 Prozent in Geltung

"Einen Schiller-Abend veranstaltete, wie uns berichtet wird, Frl. Else SpeckharDt im Singsaal der Oberrealschule. 3n einem klaren und zugleich begeifterunggetränften Vortrag gab sie Schiller als Den Dichter Der Freundschaft, und in wiikungsvoll gelesenen Teilen aus Dem Don Carlos und Dem Wallenstein lieh sie den Hym­niker Der Freundschaft selbst zu Wort kommen. Meisterhaft waren dann die Vorträge einzeliwr Gedichte Schillers, Die technisch wie im inneren Rach empfinden gleich vorzüglich bewältigt wur­den: An die Freude, Sehnsucht, Ritter Soggeiv bürg, Die Kraniche, Kassandra, der Schlußchor aus Der Braut, die beiden letzten melodrama-- tisch. Zu dem Chorlied aas der Braut schuf Walther Eschborn auf Dem Flügel eine in feinsten Einzelfärbungen an gepaßte Musik, wie er auch ein Vorspiel zu Den Darbietungen impro­visierte, das freilich in chromatischen Gängen und Akkordabwandlungen sich erschöpfend, selbständige Prägung nicht in besonderem Maße auf weisen konnte, ©tubieniat Krauß brachte zur Kassandra Die begleitende Musik von Max Schillings in diskreter Handhabung, mit Stu­dienassessor Roller zusammen Die vierhändig gesetzte Coriolanoudertüre, die den Abend stim­munggebend eröffnete. Einen besonderen Reiz verliehen dem Programm Die ringest reuten ge­sanglichen Vorträge von Frau Hedwig Müller». Bangert: mit tiefer Wärme uni) genauester! toni'cher Sicherheit,> mir beste Schulung «»