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Ur. 219 Erstes Blatt

174- Jahrgang

Mittwoch, 26. November 1924

Erschein: täglich, auher Somu und Feiertags.

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GietzenerFamllienblälter Heimat im Bild.

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GichenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhesfen

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von

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«Berlin, 25. Aov. (WTB.) Infolge

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der er* nicht

InMainzist der Nachfolger D e g o u t t e S, General Guillaumet, eingetpvffe^

beruht, nicht mehr abgebaut werden dür­fen, dafi besonders geschützte Angestellte (z. B. schwerbeichädigte unD versorgungsberechtigte) tun­lichst nicht mehr entlassen werden sollen, und dafi Kündigungen von verheirateten weiblichen Be­amten künftig derart zu bewirken sind, dah die Entlassung bereits s«hs Wochen vor Schlufi (statt bisher zum 1.) des Monats mitzuteilen ist, mit dessen Ablauf der Austritt erfolgen soll. Sie näheren Einzelheiten sind aus dem Reichs - beföldungsblatt (6. 335 Ar. 1049) zu ersehen.

sichtigt werden.

Die Reichsregierung hat infolgedessen im Derwaltungswege bestimmt, dah

der grundlegende Artikel 3 der Personalabbau- Verordnung (Versetzung von Beamten in den einstweiligen Ruhestand) bom 1. Januar 192o ab nicht mehr allgemein, sondern nur noch in den Reichsderwaltungen anzuwenden ist. in denen aus Grund eines ausdrücklichen Beschlusses der Deichsregierung ein weiterer Personalabbau we­gen besonderer Grunde ausnahmsweise noch als erforderlich erachtet wird.

Darüber hinaus ist zugunsten der Beamten beabsichtigt, in einer dem neuen Reichstag vor- -ulegenden Personalabbaunovelle eine Gesetzes- Vorschrift zu" treffen, wonach mit dem Inkrast- toeten der Novelle der Artikel 3 der Personal-

Herr Herr io t ist aus den genialen Aus­weg verfallen, den ihm mindestens sehr unbe­quemen Fall Aat hu ius dadurch zu lösen, dafi er den alten siebzigjährigen Gc- e al begna­digt. Natürlich, nich s ist einfach r Herr H r- itot ist aus jeglicher Verlegen heil le aus, ter General ist frei und Fvankre.ch steh', zu em nch vor der Welt in der Rolle des Grofirnütigen, der über die'deutschen Pluud^ungen i.n K eze jetzt den Mantel der christlichen Dergessenh.nt decken will. Auf deutsche.' Seite aber gehört doch eine starte Abgestumpftheit der simpel.en Ehrbegrisfe dazu, wenn man sich mit einem solchen Kompromifi befrmnden kam. Hat Herr Herriot lediglich die Ablicht, durch die'enGnr-> denbeweis' Herrn von Aathu ius m glichst um­gehend in Freiheit zu setzen und von d>r Fortsetzung der Llntersuchungshaft zu bewahren, so ist das sehr menschlich gedacht: allerdings auch praktisch politisch von seinem Standpunkt aus. Senn dah ein alter Herr den Strapazen tes Anttouchungsgefängrsises unter ümftämc.i nicht mehr gewach en ist, wird sich auch der ftanzösi che Ministerpräsident sagm, und er mag doch wohl fürchten, Dafi, wenn dem Ge.ieral in der fran­zösischen Gefangenschaft etwas Menschliches Pas-, fieren sollte, ein Sturm der Entrüstung über die gaize Welt gehm würde.

Aber das muh doch von Anfang an aus­gesprochen werden, dah mit der Begnadi­gung der Fall Aathusius als solcher nicht er­ledigt sein kann. Das Verfahren muh seinen Fortgang nehmen, die deutsche Regierung kann gar nicht anders handeln, als entscheiden­des Gewicht darauf zu legen, dah der Tat­bestand. der ' dieser Verurteilung zugrunde lag, restlos aufgeklärt wird. Aach der formalen Seite wie nach der menschlichen Seite hin. Es ist doch etwas Ungeheuerliches, dah Tausende von deutschen Offizieren in aller Heimlichkeit verurteilt worden sind, ohne dah sie vorgeladen wurden, ohne dah ihnen von dem Grund der Anklage oder von dem Urteil irgendeine Mitteilung gemacht wurde: dah dann ein deutscher General zu stiller An­dacht an das Grab seines Sohnes kommt, vom Bahnhof weg verhaftet, ins Gefängnis geschleppt und als überführter Verbrecher be­handelt wird. Ein Glück, dah die Einspruchs­frist gegen das Urteil nach dem französischen Recht noch nicht verstrichen war, sonst wäre er schlank­weg ins Zuchthaus überführt und hätte seine Strafe absihen müssen. Wohlverstanden alles im Aamen desRechtes der Ration, die sich mit stolzer Bescheidenheit dieritter­lichste in der Welt" nennt.

« Was Herrn v. Aathusius passiert ist, kann schliehlich anderen deutschen Offizieren auch passie­ren. Wir halten es schon für möglich, dah die französische Regierung eine schwarze Liste an'ezt und nach Jahr und Tag sich ein beliebiges Opfer herausgreift, daS zufällig über die Grenze ge­kommen ist. um dafür zu sorgen, dah der Hah gegen alles, was deutsch heiht. im französischen Vclke nicht versiegt. Dah wir zu einer derartigen Taktik nwch unsere Hand bieten, kann niemand von uns verlangen. Die deutsche Regierung hak deshalb auch kein Interesse daran, Herrn Her­riot das Spiel zu erleichtern. Für sie gibt es nur den einen Standpunkt, dah nicht Gnade, sondern Recht die Entscheidung bringen soll.

Niemand wird bestreiten wollen, dah auch unter den deutschen Offizierkorps einige Schäd­linge gewesen sind, die etwas getan haben, was nicht zu verantworten war. Wäre einer von ihnen den F anzofen in die Hände gefallen, dann hätten wir uns fügen mässen, es hätte sich auch keiner gewehrt, wenn die Strafe geecht aus­gefallen wäre. Der Fall Nrthusius aber ist geradezu typ sch für ein Verfahren, wie es nicht sein soll. Die ganze Anllage hat sich aufgebaut auf klatsch und Tratsch. Sie hätte niemals zu einer Verurteilung führen können, wenn das Kriegsgericht nicht in seiner Verblendung zur Bestrafung hätte kommet: wollen.

Inzwischen haben sich freiwillig Zeugen ge­meldet, die unter ihrem Eide bekräftigen Birnen, dah Herr v. Aathusius nicht nur ein sehr be­scheidener Herr getoeien ist, der keinerlei Bequem­lichkeit für sich beanspruchte, sondern dah er auch an dem entscheidenden Tage bereits in sein näch­stes Quartier übergesiedelt war. dah er also das ihm vorgeworfene Delikt gar nicht begangen haben kann. Wenn das Kriegsgericht von Lille nicht eine so verdächtige Eile entwickelt, sondern den deut­schen Gegenbeweis zugelassen hätte, dann lieh sich das alles feststellen, und die Anklage brach in sich zusammen. Dann verlieh General v. Aathuirus als makellos gerechtfertigter Offizier die Gerichts­stätte. und verurteilt wurde lediglich das fron» zösische Gerichtsverfahren, das die bewuhte Ehr- abschneiderei systematisch betreibt.

stütte und der Hannoverschen Stelle ist Kontrollkommission in jeder Hinsicht leichtert worden. Alles übrige entspricht den Tatsachen. *

Frankreichs neueste Sensation.

Die att<tcblid)cn (HaSmaskcnfnnde der MilitärkoutrollkomMission.

Berlin. 25. Aov. (TU.) Der Londoner Mitarbeiter der ..Chicago Tribüne" berichtete über sensationelle Entd.'ckungen der interalliierten Militärkontrollkommisiion. die in einzelnen Fa brikcn sestgcstellt habe, dah dort Gasmasken für die Rcichswehrbcr gestellt würden. Die Militärkontrollkommission würde den An­trag stellen, dah diese Gasmasken a b g e l i c f c r t würden. Wie die Telegraphen-Union hierzu von zuverlässiger Stelle erfährt, handelt es sich bei den Funden der Kontrollkomm ssion um die Be­sichtigung der Hannoverschen Stelle sowie einer Fabrik, in der alte Gasmasken aus dem Kriege ausgebessert und neu ge­füllt wurden, da die Masken wegen der langen Lagerung natürlich schadhaft geworden waren. Diese Reparaturarbeilen sind "vch nicht einmal soweit gediehen, dah die Reichswehr voll-- zählig mit Gasschutz ausge stattet werden'konnte. Die Besichtigung der Reparatur-

abbauvervrdnung nur noch in solchen Reichs- Verwaltungen anzuwenden ist, die d u r ch e i n b e- svnderes Gesetz zu Abbauverwaltun» gen erklärt worden sind. SHe hierüber schwe­benden Erwägungen werden m Kürze zum Ab- schluh gelangen. Zn diesem Zusammenhänge wer­den auch die Abbau Vorschriften für An­gestellte eine entsprechende Abänderung er- fabicn. Die Reichsregierung Hal ferner ange- artmet dah schwerkriegsbeschädigte (Beamte unö Angestellte wegen verminder­ter L> islungsfähigtett, die auf ihrer Beschädigung

Recht oder Gnade?

Begnadigung des Generals von Nathusius durch den Präsidenten der Republik?

Deutschlands überzeugt werden, um auf diese Weise die Militärkontrolle ver­ewigen zu können.

Der Kampf gegen die Schuldlüge. Das neue Aktenwerk der Reichs- regicrunq.

Berlin, 25. Aov. (WTB.) Der Abschluß des neuen groben Aktenwerkes der Re chsiegir* rung steht unmittelbar bevor. Sie umfaht drei Bände in sechs selbständigen gebundenm Teilen und bildet die erste Hälfte der vierter Serie bat! Gesamtpubl.kcttionen. Die Dänte werden durch die Deutsche Derlagsgesellschast für Politik und Geschichte in Berlin am 10. Dezember an den Buchhandel ausgelufert. Sie erschliefien die Dokumente der Zahre 1902 bis 190? und führen den GesamttitelDie Iso- lierung der Mittelmächte". Mit dieser Abteilung ist das grohe deutsche Ak enwerk in di? engen. Vorgeschichte des Kremes eingetreten. Während die ersten Teile der P b.fcfiifior.ei Doku» mentenartikel publizierten das für viele Leser tn erster Linie einen historischen Reiz hatte, wird der Stosskreis der Schluh bteilung das Material der Zeit umfassen, die den meisten Leern aus eigner Erinnerung gegenwärtig ist. Für die Beendigung des ganzen We kes besteht jetzt folgender Plan. De vorletzte Reihe wird am Zanuarende 1925 vollständig vorliegen und das Aktenmaterial bis 1908 bringen. Die Schlufi- reihe erscheint rn zwei Abteilung^, En e Marz und Errde Mai. Die mit dem Aktenwerk beab­sichtigte Klarstellung der Kriegsschuldsrage wird allo vor Ablauf der ersten Hälfte 1925 möglich fein.

Französische Geroattmatznahmen im Taunus.

Idstein (Taunus). 26. Aov. (T. U.) Zu? Unterbringung von Besatzung5truppen verlangten die Franzosen von der Stadt die Räumung | des gef amten nördlr chen Schulgebä u- des in 2 und die Räumung der drei Ley° rerwohnungen in 8 Tagen. Die Swdtver» ordneten Versammlung wird vom Reich sämtliche zur Errichtung von Neubauten erforderlichen Mittel anfordern.

Die Pariser Boulevardpresse ist :-ott ausführlichcn Berichten über die au i -benerrc- genben tnöc der Interalliierten Mi!..arlon- trollkvmmlssien in Hannover. Ganz Frankreich spricht heute, und morgen wird es bereits Die ganze Welt sein, von den Vorbereitungen Deutschlands für Den zukünftigen Gaskrieg, über dessen voraussichtliche Wir- hmgen man seit Jahr und Tag ganz Schrecks liches hört. Paris hat seine Sensation! Die amt* sich en Stellen spekulieren auf die Unwissenheit und die Angst Des französischen Volles, um Die Furcht vor Dem wiedererwachenden Deutschland nicht ein- schlafen zu lassen. Infolgedessen haben sie es auch gar nicht jür nötig gehalten, diesen SensationS* incIDungen über Die Gasmaskenfunde in Hannover entgegenzutreten und Den wahren Sachver - b a l t mitzuteilen. ES würde auch keineswegs in die französische Hetzpropaganda passen, wenn daS französische Publikum nach Den ersten Schauermel­dungen plötzlich erfahren würde, dah Deutsch - land das Recht besitzt, Gasschuhmit­tel anzufertigen und die Reichswehr Damit auszurüsten, wenn es weiter erfah­ren würde, dah Die Interalliierten Kontrollkom­missionen Die Prüfungsanstalt in Hannover seit Jahren besuchen und niemals Einwände zu erheben hatten Der Zweck Der durch Die obenerwähnte Nachricht eingeleitcten Hetzkam­pagne gegen DeutschlanD ut nur zu klar: Die Well soll mit Gewalt von Den neuen Lüftungen

Die Finanzlage der Reichsbahn.

Die Beratungen des Derwaltungs- rateS der deutschen Relchsdahngescll- schaft.

Berlin, 25. Aov. (TU.) Der Verwall tungSrat Der Deutschen Reichsbahngesellschaft hielt vom 20. biS 25. November Ausschuh- und Plenarsitzungen hn Gebäude der Dmillchen Reichsbahn ab. Im Vordergründe der Erörte­rungen standen Personal-, Finanz-, Tarrs- und Organisalionsfragen. Den von der Verwaltung vorgeschlagenen Gehalts- und Lo hn e r - Höhungen wurde zugestimmt. Die Erhöhun­gen Der Bezüge der Beamten und Arbeiter der Gruppe 18 tritt rückwirkend mit dem 16. No­vember tn Kraft. Insgesamt beträgt die Be­lastung der Reichsbahn durch die Gehalts- und Lohnerhöhungen über 125 Millionen an Jahre. Die neue Personalvrdnung wuiche ausge­stellt. Die Ftnanzwirt schäft der Reichs- dahn für das nächste Jahr wurde an Hand der vorgelegten Unterlagen einer sehr genauen Prü­fung durch den Verwaltungsrat unterzogen. Die Ausstellung eine« Haushaltes ini bisherigen Sinne kommt nach Umstellung der Rerchsbahn- gesellschast nicht mehr in Frage.

Tie Sicherung des Dienstes der A e v a r a t i o n s s ch.u l d v e r s ch r e i b u n g e n muh mit Rücklicht auf Die sonst dem Unterneh­men, der Wirtschaft und dem Personal drohenden Schwierigkeiten erflc Ausgabe der Verwaltung sein. Ihre Erfüllung ist mir möglich, wenn Die Reichsbahn finanziell auf das Vorsichtigste ver­waltet wir-d Dies l-estimmt die Dar f-. Personal- und Befchaf fungsp oliftk Der Gesell chaft. Eini'e Taris ä nderungen wurden nach Den An­trägen der Verwaltung genehmigt. Die Neu­ordnung des Werkstätten' und des De'chasiu.ngs- weseirs wurde in ihren Grundzugen festgelegt An Einzelheiten ist zu bemerkens Die Verwaltung «xhnet für das Jahr 1925 mit einem Durchschnitt- IMjen Personal st and von 777 COO Köpfen. Die Kopfzahl .belief sich im Jahre 1913 auf 693 000, wobei die abgetretenen Strecken nicht mitgerechnet sind. Während im Jahre 1923 Die PersvnalauSgaben etwa 50 Prozent Der gesaut en DetriebSau.sg.Tben ausmachten, werden diese für Vas Geschäftsjahr 1925 auf 62 Prozent geschaht, Es wurde vom Derwaltungsvat zur Kenntnis genommen, dah Staatssekretär Vogt mit der Verwaltung der preuhischen Interessen tn der RetchSbahngesiLfchaft beauftragt worden ist.

Die Be olbungsregelung bei der Reichsverwaltung.

Berlin, 25. Aov. (TLI.) Die Lvhnregelung der Reichsverwaltung ist jetzt dadurch abgeschlos­sen, dah auch den Reichsarbeitern der Bezug der erhöhten Löhne mit rückwir­kender Kraft vorn 1.6. November ab zugestanden worden ist, wie dies bisher schon bei den Lohn- enrpsängern der Post und Eisenbahn und bei den Desoldungssätzen der Angestellten bewilligt wor­den ist. Die Spitzenorganisativaen der 'Beamten mit Ausnahme des Reichsbundes der höheren Beamten nahmen in einer gemein­samen Sitzung zu Dem Ergebnis der Besoldungs- aftion Stellung. Es wurde eine Gntschliefiung gefaxt, in Der zum Ausdruck gebracht wird, dah die Spitzenorganisationen sich mit dem Ergebnis nicht zufrieden geben und nach dem Zusammen­tritt des neuen Reichstags die Aktion erneut aufnehmen werden.

Der Personalabbau.

Verbesserungen der Abbauverordnungen.

Auflösung des Reichstages tst der Entwurf des Gesetzes über die zwecke Aenderunq Der Personal­abba uverordnung nicht mehr vcrabschtedet worden. Die Reichsregierung prüfte desh..lb aus Anregung des Reichsfinanzministeriums Die ob Die

geplanten Verbesserungen d.r Personal­abbauverordnung etwa im A)ege 51ner Ver­waltungsanordnung durchfuhttdir sinrx Zu einzelnen wichtigen Punkten, wie Artikel 10 (Kürzung von De.sorgunasbezügen bm Privat- drrfoiitnm). 2lrtitel 14 215to 2HSMor« für entlassene verheiratete weiblicheBeamte), Art Id (Detriebsrätegesetz) und gesetzliche Regeliing der Bezüge wieDerbeschästigter Wartegeldemp anger hat sich eine solche Regelung wegen deszwlngen- den,Charakters der geltenden Gesetzesbest-mmun aen nicht ermöglichen lassen. Dagegen können andere wesentliche Punkte schon letzt beruck-

Nachdem die Singe aber einmal so weit gc» I konnnen sind, müssen wir verlangen, dah der Fall re st los aufgeklärt wird, md>t nur um des Verurteilten willen, sondern auch umdesdeut- schen Namens willen Denn wenn wir ein­mal in einem Einzelsalle nachweisen können, was I in Wahrheit mit diesen Anklagen gegen Die deut­schenRäuber und Moidbrenner" auf sich hat, I Dann wird dadurch Die ganze Methode dieser ju­ristischen Leichenfledderei unmöglich gemacht: Dann fällt aber auch wieder einer Der Bausteine fori, auf dem das Lügengebäude von dem deutschen Hunnentum" errichtet ist.

Präsident Doumergue unterzeichnet

den Begnadigungsakt.

Paris, 26. Aov. (D. A. Z.) Die Begnadi­gung des Generals von Nathusius ist, wie eine derlästliche Nachricht mitteilt, am DienStag vom Staatschef unterschrieben worden, nach­dem unter seinem Dorfih am Montag ein Mi­nisterrat dem Präsidenten der Republik dieselbe empfohlen hatte. Zwischen dem KriegSminister Ge­neral N o l l e t und Ministerpräsidenten Her­riot sott es wegen der Begnadigung zu Mei- nungSverschiLdenheiten gekommen sein. Gerüchte von einem Rücklrittsgesuch Nvllets werden demen­tiert.

Die Pariser Presse.

Poris, 26. Nov. (TU.) Blatter aller Rich­tungen ergreifen heute das Wort zugunsten des Generals. Sogar das Blatt Millerands 2' Avenir" erklärt, dah nach einer unpartei­ischen Prüfung des Falles einer Begnadigung nichts in Den Weg gelegt werden könnte.®re Aouvelle" mj ct Die Begnadigung des Ge­nerals als tatsächlich v?llzrgrn und schrttbt u. a.; Wir stellen mit Drrgniic.en fest, Dafi der Mi.si!e - präiiDent unserem Ru'e Gehör geschenkt h .t und | General von Oiathuftus begnadigte und wir be- j glückwünschen ihr dazu. Dafi er unserem Rufe ; Folge leistete. Besonderer Dank toi fen wir dem | Präsidenten der Republik Dafür, Dafi I er durch 'eine Autorität einer Sache gedient hat, Die gleichzeitig Sache Der Menschheit war.

Lehnt General v. Nathusius die Begnadigung ab?

Par i s, 26. Nov. (S1I.) Der Verteidiger des Generals v. Nathusius, Rechtsanwalt Nicolai, ist gestern in Paris eingetroffen. In deutschen Iournalistentreilen verlautet, Dafier erklärt haben soll, General v. Aathusius lehne eine Begnadigung ab und bestehe auf Re­vis i o n s e i n e s P r o ze s ses. An französischer amtlicher Stelle wartetman eine Bestätigung Dieser Mitteilung ab, Die Die Dinge, wie aus- drücklich hervorgehobrn toirD, außerordentlich kom­plizieren tann.

DerVorwärts" meldet aus Paris, dafi cs vor Der Veröffentlichung Der Begnadigung des Generals v. Aathusius Der Zurückziehung des von dem Decuileilten gegen chas Urteil des Ciller Kriegsgerichts gestellter Antrags auf Einleitung eines K a f sationsver­fahrens bedurfte, da eine Begnadigung gesetz­lich nicht möglich war, solange ein Beinah en nicht endgültig a^eschlossen ist. Die Zurückziehung des Antrags sei mit Zustimmung des Gene­rals erfolgt, und seine F eilassung dürfte im Lause des heutigen Tages erfolgen. Wie das Blatt dazu bemerkt, steht es Dem General v. Na­thusius frei. Die Wiederaufnahme des Verfahrens zu beantragen und für leinen Freispruch vor einem französischen Gericht zu kämpfen.

Der Reichspräsident an die

4 Familie Nathusius.

Weimar, 25. Aov. (TU.) Der Reichs­präsident hat auf ein Diesbezügliches Tele­gramm Der Familie Aathusius fol­gende Dringende Drahtantwort gesandt:

Dir Reichsregierung wie auch ich selbst find mit Ihnen der ^leberzcugung. Dafi Die Derurtei- limg Des Generals von Aathusius ein s ch w e r e s Unrecht ist. Dir Reichsregierung ist seit der Verhaftung des Generals bemüht, Desien Frei­lassung zu erreichen. Diese Bemühungen wer­ben im Einvernehmen mit Den nächsten An­gehörigen und in Fühlung mit Dem General selbst fortgesetzt.

gez.: Reichspräsident Ebert."