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Die Gedächtnisfeier für Schlageter.

Schönau im Wiesental, 25. Mai. (Wolff.) -Zur Erinnerung an die boc Jahresfrist rn Düsseldorf erfolgte standrechtliche Er - schießung Schllageters fand heute vor­mittag am Grabe Schlagetecs auf dem hiesigen Friedhöfe in Gegenwart dec Familienangehörigen eine Gedächtnisfeier statt, die von den va­terländischen Verbänden, irrstes. dem Jung- deutschen Orden veranstaltet worden war. Zahlreiche Abordnungen dieser Verbände aus Thüringen, Westfalen, Rheinland, Hessen, Württemberg, Vaden usw. waren erschienen und legten ebenso wie Vertretungen der st u d e n t i - sch en Körperschaften dec Hochschulen Frei­burg und Karlsruhe mit kurzen Widmungen Kränze am Grabe nieder. Auch viele R e g i - ments-undKriegervereine waren durch Deputationen vertreten. Freiherr v. Med em feierte Schlageter als deutschen Mann, der sein Leben für fein Vaterland hergegeben hat in der Hoffnung, daß sein Opfer nicht vergeb- l i ch gebracht worden sei. 3n treuer Pflichterfül­lung habe Schlageter stets geglaubt, seinem Vaterlande dienen zu müssen. Mit dem Treue schwur, wie Schlageter dem Vatertande in schwerer Zeit zu dienen, fand die Feier ihren Ab­schluß. Dec An- und Abmarschs der Abordnungen vollzog sich in vollkommener Ruhe.

Die Feier in Darmstadt hatte der Hochschulring Deutscher Art in der großen Turnhalle am Woogplatz veran­staltet, nachdem die Feier unter freiem Himmel durch das Ministerium verboten worden war. Zn feierlichem Aufzuge nahmen zunächst die Char­gierten der studentischenDerbindungen, sowie die Vertreter der Kriegervereine mit den umflorten Dannern auf dem Podium Aufstel­lung Prof. Dr. C. Berger ehrte in seiner von echt vaterländischer Begeisterung erfüllten Gedächt­nisrede den Märtyrer und dessen unsterbliche Verdienste um das Vaterland, der als schlichter Sohn vom Lande in höchstem Opfermut den Ehren­tod für das Vaterland starb. Dr. Grohmann würdigte das Andenken Schllageters durch eine Re­zitation über die deutscheTreue", worauf General a .D. von Preu scheu in kerniger, ost von leb­haftem Beifall unterbrochener hinreißender An­sprache das schwere Schicksal unseres Vaterlandes schilderte, das moralisch unbesiegt der inneren Zwietracht zum Opfer fiel.

Die Hamburger Tagung des Hansabundes.

Hamburg, 25. Mai. (Wolff.) Die dies­jährige Tagung des Hansabundes eröffnete Ge­heimrat Rießer als Ehrenpräsident des Hansa­bundes, für dessen wesentlichstes Ziel ec den kategorischen Imperativ der Pflicht gegen das Vaterl^and bezeichnete, dec Wiederauf­bau Deutschlands könne nur erfolgen im engsten Anschluß an die Stein-Hardenberg chen Grund­gedanken, d. h. durch Entbindung aller ehrlichen produktiven Kräfte un$) durch Beseitigung der Zwangswirtschaft auf allen Gebieten. Mit der Wiederherstellung dec freien Wirtschaft müsse aber auch die Wiederherstellung dec Au­torität des Staates Hand in Hund gehen. Dahin könne man jedoch auf dem Wege partei­politischer Eigenbrödelei nicht kommen, s andern mir dadurch, zunächst Arbeitgeber und Arbeit­nehmer zu einer Arbeitsgemeinschaft zu­sammenzuführen. Diese müffe versuchen, an die Stelle des Herrenstandpunktes und des Klas'en- kampfes Versöhnung und Ausgleichder Interessen zu setzen. Der Redner schloß na­mens des Hansabundrs mit dem Appell, ange­sichts der Gefahr für Staat und Wirtschaft alles Parteipolitische beiseite zu lassen.

Roch kurzen Worten des Reichswirt- schaftsmin.isters Hamm nahm, von der Versammlung lebhaft begrüßt,

Reichsbankpräsident Dr. Schacht

Wort zu einem Dortrage über die deutsche Währungspolitik. Der Redner ve b i e e Vch hauptsächlich über die hcu.ige Politik der Reichsbank und erklärte, das Mittel der Infla­tion schwäche die Erkenntnis der Lage, während Has Mittel der Kreditdrvsselung j.ten einzelnen dazu bringe, die letzten Reserven materiell und geistig aus sich und seinen Hilfs­kräften herauszuh olen. Mchc als je g l e heute das Wort: Besitz ist nichts, Erwe.b i st alles. Was nun die Forderungen an die Reichsbank um Kreditgew' hug anb lange, so könne die Reichsbank einerseits keine Renten- mart mehr ausgeben und müsse die be­stehende Reserve vo.r 303 Millionen sich erhalten, so sei andererseits aber auch mit Rücksicht auf die vorhandene Golddeckung von ungefähr ^53 Millionen Goldmark, von denen die Hälfte für die Cinl'^ing der Dollarschatzanwei'u gen reser­viert bleiben müsse, das Maximum in der Papiergeldausgabe erreicht.

Ebenso unmöglich sei aber auch eine Diskont­erhöhung

und nicht minder unausführbar der Vorschlag, den Einheitskurs für den Dollar in Berlin nicht so starr festzuhalten. Was nun die A u s - landkredite anlange, so sei zur Beruhigung des Auslandes und der ausländischen Kreditgeber, von denen Deutschland in der letzten Zeit sehr viel Gutes erfahren habe, festgestellt, solange die Kredite sich aus die anständigen deutschen Wirt­schaftskreise erstreckten, könnten die Geber über­zeugt fein, daß dec deutsche Kaufmann keine Kre­dite in Anspruch nehmen werde, die er nicht zu- rückzuzahlen in der Lage sei. Im übrigen seien kurzfristige 2luslandkredite genug vorhan­den. Langfristige Investitionen aber werde Deutschland erst Erhalten, wenn es auf Grund des Sachverständigengutächtens Stabilität in seinerWirtschaft erzielt haben werde. Auch der Landwirtschaft müßten wieder lang­fristige Anleihen zugeführt werden. Sie sollte des­halb bedenken, daß Deutschland im Falle der Lö­sung der internationalen Schwierigkeiten voraus­aussichtlich in der Lage sein werde, den

deutschen Agrarpfandbrief

in der Welt zumindest in ähnlicher Werse zu placieren, wie früher Argentinien und Mexiko das getan 'haben. Für die Zwischenzeit gelte es. die Rotverordnungen vom Juni 1923 so umzuge­stalten, daß ein großer Teil der neu Heranwach­senden Sparkapitalien in erster Linie der Landwirtschaft -zugeführt werden. Er hoffe, daß die bevorstehenden Erhebungen die Lösung bringen werde, die den unfruchtbaren kurzfristigen Agrarkredit in einen langfrtfti- g e n zu ermäßigten Zinssätzen verwandele. Wir werden, schloß Dr. Schacht, zu neuem Gedeihen unserer Wirtschaft nicht kommen, wenn wir nicht einen friedlichen Ausgleich mit den Wirtschaften anderer Völker finden. Ich hoffe, schloß Dr. Schacht, daß die Einsicht in diesen internationalen Zusammenhang auf der anderen Seite stark genug ist, um uns einen Schritt in unseren Schwierigkeiten entgegenzukom­men. Ich sehe einen solchen Schritt auch auf dem Gebrete der Kolonialpolitik! Deutsch­land darf nicht auf ewig von der Ko­lon ialwirtschast ausgesperrt werden. Es würde eine Entlastung der internationalen Lage fein, wenn man Deutschland einen Auslaß in oie Welt hinaus gibt. Ich glaube, daß der Kampf, den wir geführt haben, auch dem Aus­land die Augen geöffnet hat. Wir sehen die Stim­mung in der Welt beherrscht von dem Gedanken: Los vom internationalen Haß und zurück zu friedlicher internationaler Arbeit."

Ein neues Schlichtungsverfahren im Ruhrkonflikt.

Berlin, 15. Mai. (WTB.) Da auf der Grundlage des Schiedsspruchs vom 16. Mai eine Einigung der Parteien nicht zustande kam. hat sich der Reichsarbeitsminister angesichts der Bedeutung des Streitfalls für das ganze deutsche Wirtschaftsleben nach Fühlungnahme mit den Parteien entschlossen, von der ihm für einen derartigen Ausnahmefall gegebenen ge­setzlichen Befugnis Gebrauch zu machen und nochmals ein Schlichtungsverfahren ein­zuleiten. Er bestellte zum Schlichter den Prä­sidenten der Reichsarbeitsverwaltung Dr. Shrup. Die Schlichtungsverhandlungen fin­den am ä6. Mai vormittags im Reichsarbeits­ministerium statt.

Eröffnung des italienischen Parlaments.

Rom, ?5. Mai. (WTB.) Anläßlich der Er­öffnung der neuen Legislaturperiode ist die Hauptstadt mit Fahnen reich geschmückt. Die Schulen, Bureaus und Kaufhäuser sind ge­schlossen. Ab 10 Ähr stellten sich die hohen Wür­denträger, Minister, Änterstaatssekretäre, das diplomatische Korps, die Abgeordneten und die eingeladenen Damen des Hofes usw. ein. Gang- erhaltender Beifall kündete die Ankunft Mussolinis an, den die Änterstaatssekretäre Acerbo und Finzi begleiteten. Die Glocken läute­ten vom Monte Citorio, als der Zug der Königin, der Prinzen und der Prinzessinnen nahte, die bei ihrer Ankunft auf dem Monte Citorio von einer Deputation des Senats und der Kammer empfangen wurden. Um 1072 Ähr begab sich unter dem Jubel der Menge der Zug des Königs, dem eine Kürassier-Eskorte voranritt, vom Quirinal nach dem Monte Citorio, wo er vom Präsidenten Tittoni empfangen wurde. Der König und die Königin wurden beim Eintritt in den Sitzungssaal von minutenlangem Beifall empfangen. Rachdem der König auf dem für ihn errichteten Thron Platz genommen hatte, an dessen linker Seite sich Mussolini, die Minister und der Senatspräsident ausgestellt hatten, verlas er

die Thronrede, deren Hauptstellen mit lebhaften Beifallskund­gebungen ausgenommen wurden. Der König wies darauf hin, daß der heutige Tag der neunte

Wie der deutsche Garten entstand

In dec ältesten Wirtschaft des Germanen steht der Ackerflur, der Wiese und dem Wald, die allen Mitgliedern der Gemeinde gemeinsam waren, als Sonderbesitz des einzelnen das Haus- land gegenüber, das dicht bei der Hofstatt lag. Dies Hausland wird seit Ärzeiten zum Schutz mit einem Zaun umgeben und bildet so die Ärzelle des deuffchen Gartens, worauf fcfpn das Wort Garten hinweist, das zu dem gotischengairdan", gleich gürten, in engster Beziehung steht. Freilich sorgten die Früchte diesesumgürteten" Stück Landes nur für den Magen, haben noch nichts mit unserem Garten" zu tun, der erst in langer Entwicklung zur schönen Zier und Augenweide wurde. Roch heute aber lebt ein Abglanz jener frühesten Gär­ten, die sich in der deutschen Kultur entwickelten, in unseren alten Bauerngärten fort, und auch aus der Anlage und Bepflanzung können wir noch Schlüffe auf die ferne Vorzeit ziehen. In feinem soeben bei Benno Schwabe in Basel in 2. Auflage er­schienenen BuchZur Geschichte des alten Dauern­gart ens" zeigt Hermann Christ, wie sich der Bauerngarten allmählich entfaltete. Don dem Hausland des alten Germanen sonderte sich im frühen Mittelalter zunächst der Baumgarten ab, bet bei der Freude der Deutschen an dec Obst­zucht bald eine hohe Bebeutung erlangte. Den ersten näheren Einblick in die Anlage deutscher Gärten gestattet uns die Verordnung, die Karl der Große oder vielleicht auch erst sein Sohn Ludwig der Fromme über die Eimächtung der faiferfaßen

Hofgüter erließ. Hier werden 12 verschiedene Ge­wächse aufgezählt, die dec Gärtner anpflanzen soll. Zum größten Teil sind es Oemüse, Küchen- und Suppenkräuter, wie wir sie auch heute noch haben, und dann Heil- und Zierpflanzen, wobei freilich schwer zu sagen ist, ob bei der An­pflanzung der Lilie, der Rose oder des Mohns das Interesse an ihrer Heilkraft ober die Freude an ihrer Schönheit überwog. Jedenfalls aber sind hier die Anfänge eines Ziergartens gegeben, und diese findet man auch in dem aus dem Jahre 830 stammenden Grundriß des Klosters von St. Gallen, auf dem ein weitläufig angelegter, mit Grasflächen zierlich ausgestatteter Baumgarten vorgesehen ist. Der Baumgarten galt damals als Lust ort: der Garten Gethsemane oder das Para- dies werden so bezeichnet, und welche bevorzugte Stellung er einnahm, geht auch aus den strengen Strafen hervor, die der Sachsenspiegel und andere Gesetze Obstdieben und Baumfrevlern androhten. Die Blumen bürgerten sich zuerst in den Beeten des Arzneigartens ein, da sie ja vielfach zu Heil­zwecken verwendet wurden. Die heilige Hildegard von Bingen zählt in ihrer Raturgeschichte eine Menge Blumen auf, wie Veilchen, Päonien, La­vendel, und wirst sie mit den Aczneikräutern bunt durcheinander. Erst langsam ist aus dem klöster­lichen Aczneig-irten der ^Blumengarten entstanden, der noch bis tief in die Renaissance den,Ramen Arzneikräutergacten" behält.

Es ist ein langer Weg, auf dem der Deutsche von der Würdigung der Heilkraft und des Wohl- | geruchL einer Pflanze zum rein ästhetischen Genuß

Jahrestag des Eintritts Italiens in den Krieg darstelle. Die Wahl dieses Datums zur Wieder­eröffnung des Parlaments sei von hoher Bedeu­tung. Heute halte die Generation des Sieges die Regierung in Händen und stelle d i e absolute Majorität der Kammer dar. Dec König wies auf die Gewinnung Fiumes hin uab auf die entschlossene Leitung der Außen­politik, die Italien einen Platz unter den Ra­tionen sichern solle, worauf es ein Anrecht habe. Die militärischen Probleme mühten nach Maßgabe der wirtschaftlichen Möglichkeiten des Landes und entsprechend den Bedürfnissen der äußeren Politik gelöst werden. Italien, sagte der König, kann unter Bewaffneten nicht waffenlos bleiben, es darf nicht in die un­geheure Gefahr laufen, sich von den Ereignissen überraschen zu lassen. Die innere und finanzielle Konsolidation des Landes gestatte eine fried­liche, Italiens Ehre wahrende Politik nach außen hin, die eine beständige Verteidigung der italie­nischen Interessen wahrnimmt, zu führen.

Das Problem der Reparationen

und die mit ihm zusammenhängenden Fragen sind heute der Gegenstand der größten Besorgnis Europas. Italien ist entsprechend seinen Richt­linien bereit, mit allen feinen Kräften daran zu arbeiten, eine gerechte Lösung zur Beseitigung der drohenden Gefahren zu erreichen und es ist auch bereit, Opfer zu bringen, um den Frie­den zu garantieren, aber naturgemäß nur unter dec Bed.ngung, daß seine legitimen und fundamentalen Interessen gewahrt bleiben. Der König versicherte, daß eine Politik, die von lebhaftem Interesse für die ar­beitenden Klassen getragen fei, eingeleitet werden würde, um jedermann eine produktive Arbeit und das größtmöglichste materielle und geistige Wohlergehen zu gewährleisten, indem er zugleich die Achtung vor den Arbeitsverträgen zusicherte. Das Budget befindet sich bei Beginn der Legislaturperiode im Gleichgewicht und eine Herabsetzung der Steuern fei zu hoffen. Das Parlament werde der getreue Ausdruck des Willens der Ration sein, der zwar die wirk­lichen Freiheiten unangetastet lassen wolle, aber zugleich klar zum Ausdruck gebracht habe, daß er jede Schwäche, die mit der Geschlossenheit der Ration im Widerspruch stehe, zurück­weise. Die Interessen der einzelnen und der Gruppen müßten dem allgemeinen und den Kol­lektivinteressen nachstehen. Durch Pflichterfüllung und Disziplin im bürgerlichen Leben werde das Schicksal des Vaterlandes bestimmt werden. Die Rede des Königs wurde mit stürmischem Beifall ausgenommen.

Aus Stabt und Land.

Gießen, den 26. Mai 1924.

Der Verkehr mit dem besetzten Gebiet.

Mit Verordnung Rr. 256 hat die Interalli­ierte Rheinlandkommission neuerdings alle feit- hengen, die Einreise, den Verkehr und den Aufent­halt in den besetzten Gebieten betreffenden Be­stimmungen zusammengefaßt und gleichzeitig die früheren diesbezügliche Vorschriften aufgehoben.

Für die im unbesetzten Gebiet ( unbesetztes Deutschland und Ausland) wähnenden deuffchen Staatsangehörigen und Staatenlosen, die das 16. Lebensjahr überschritten haben, ist für die Einreise in das besetzte ©e&tet und den Aufenthalt daselbst folgendes zu beachten:

Dr^ Einreise und der Aufenthalt ist. abgesehen von den Sonderbestimmungen über d<m Grenzverkehr (s. unten) nur mit einem von dem Oberdelegierten des Zuzugsbezirks ausge­stellten Auslreise (Geleiffchein) erlaubt.

Jeder Ausweis hat für das ganze Armee- besatzungsgebiet. in dem er ausgestellt worden ist. Gültigkeit und berechtigt für die Dauer der Gültigkeit zum Aufenthalt dcffelbst. So gilt ein vom Ober delegierten in Mainz ausgestellter Ge­leitschein im ganzen von den F.-anzosen besetzten Gebiet (Rheinhessen. Rheinpreußen, Pfalz usw.), jedoch nicht im sog. Einbruchsgebiet (Ruhrge­biet usw.). ' I

Äm einen Geleitschein zu erhalten, ist ein schriftlicher Antrag an den Oberdelegiecten der Interalliierten Rheinlandkommission des Zuzugs- beziiks mit folgenden Angaben erforderlich: a) Zweck der Reise bzw. Reisen; d) Ängefä'hvss Datum des Beginnes und der Beendigung des bzw. dec beabsichtigten Aufenthalte in den besetz­ten Gebieten; c) Ort der Ein- bzw. Ausreise sowie die vorgesehene Fahrstrecke; d) Rame und Anschrift der Leute, bei denen der Antragsteller zu wohnen beabsichtigt ober die in dec Lage.sind, Auskunft über ihn zu erteilen.

Dem Anträge sind ein Personalausweis, eine Aufenthaltsbescheinigung zwei Lichtbilder, der jeweils am Samstag für die darauffolgende Woche auf Grund der auf der Börse geltenden Kurse festgesetzte Gegenwert von 5 Goldmark in fran­zösischer Währung (wenn die Einreise na<f)i der französischen Desatzungszone erfolgt sonst in bel­gischer bzw. englischer Währung) und die erforder­lichen Briefmarken für das Antwortschreiben bei­zulegen.

ihrer Farbe urfb Form gelangte. Christliche Sym­bolik wirkt da mit, und es ist kein Zufall, daß Rose und ßilie. die beiden Blumen, deren Schön­heit das deutsche Auge in einer Stelle des Heliand" zuerst bewundert, als Sinnbilder der Gottesmutter erscheinen. Zunächst schätzt man nur duftende Blumen, und erst in den Klöster- gärten erblüht allmählich auch die Freude an Farbe und Form. Den Reiz eines solchen Kloster­gartens aus dem 9. Jahrhundert hat der Abt von Reichenau Walafcied Strabo in seinem lateinischen GedichtPortulus" besungen. Sein Garten ist der älteste deutsche Garten, dessen Bild wir deutlich vor uns sehen. Mit seinen 23 ver­schiedenen Heilpflanzen ist er noch im wesent­lichen einWurzgärtchen". Die Bezeichnung Blumengarten" .die sich zuerst bei Roller gegen Ende dech 9. Jahrhunderts findet, kommt nur ganz ausnahmsweise vor. Aber die Blume gewinnt im Garten immer mehr Rechte und wird schließlich für den Ziergarten bezeichnend. Aus einer Stätte harter Arbeit, auf dec Gemüse und Futter, später Obst- und Heilpflanzen gezogen wurden, wird der Garten im reifen Mittelalter den Deuffchen zum Schauplatz höchster Freude und reinen Lebens­genusses. In diesem Lustgarten des späteren! Mittelalters wechseln Baumgruppen mit Kräuter­beeten, die viereckig wie die Felder eines Schach­bretts angelegt sind, und mit Grasflächen, die mit Feldblumen durchwachsen sind und dem Garten einen wiesenartigen Charakter verleihen. Wege führen hindurch, und mit dem Geplätscher des Brunnens mischt sich der Sang der Vögel. Hier

In bejonoers bringenden Fällen jedoch und ausnahmsweise können Bewohner dec besetzten Gebiete für Zureifen von Personen aus dem un­besetzten Deutschland an deren Stelle bei dem Delegierten der Interalliierten Rheinlandkommis­sion in dem Kreise ihres Wohnsitzes einen dies­bezüglichen Antrag stellen.

Durchgangsverkehr.

Deutsche Staatsangehörige des nichtbesehten Gebiets (unbesetztes Deutschland und Ausland) und Staatenlose, die mit der Bahn eine ununter­brochene Fahrt vom unbesetzten Deutschland nach sinem Grenzlande durch das besetzte Gebiet oder umgekehrt zurücklegen, sind vom Ausweis befreit, unter der ausdrücklichen Bedingung, daß sie sich bei ihrem Eintritt tn das besetzte Gebiet auf ihren Pah ober ihren Personalausweis von der Kon­trollbehörde der Besatzungsmacht einen für die Dauer von 24 Stunden gültigen Datumstempel aufdrücken lassen. Dieser Stempel berechtigt den Inhaber nicht zum Verlassen der im besetzten Gebiete liegenden Bahnhöfe.

Dauernder Zuzug in das besetzte Gebiet.

Wer sich dauernd im besetzten Gebiet nieder» lassen will, muh an die deutsche Behörde des Ortes, wo er sich niederlassen will, einen dies­bezüglichen schriftlichen Antrag stellen. Diese Be­hörde muß ihren Beschluß innerhalb drei Tagen dem Kreisdelegierten der Interalliierten Rhern- landkommission bekanntmachen.

Wird dem Antrag ftattgegeten, Jp kann der Reuzugezogene erst, wenn er ununterbrochen min­destens 1 Monat im besetzten Gebiet gewohnt hat, seinen nach den Vorschriften unter I bzw. II ausgestellten Ausweis (Geleiffchein bzw. mil Grenzvisum versehener Weiher Ausweis) gegen den für die Bewohner des besetzten Gebiets vor- geschciebenen Ausweis, bei ferner neuen Hermat­gemeinde Umtauschen.

**HessischesDollargeld. Die vom Vvlksstaate Hessen ausgegebenen Dollar- Schatzanweisungen und Stücke der Dollaranleihe zu V», Vr, 1, 2 und 5 Dol­lar sind nicht auf gerufen zur Einlösung; sie gelten daher nach wie vor als vollwertiges, wertbeständiges Zahlungsmittel.

** Zur Vorbereitung der Wah­len zur Handwerkskammer im Zahre 1924 enthält das neueste Amtsver- kündigungsblatt einige wichtige Bekanntma­chungen, auf die wir die Vorstände der Hand­werkerinnungen, Ortsgewerbevereine usw. hiermit aufmerksam machen möchten.

** Anlage-Konzert. Man schreibt uns: Wir erinnern nochmals auf das heute abend 7 Ähr am Liebig-Denkmal (Ost-Anlage) stattfindende Anlagen-Konzert der Reichs­wehr-Kapelle. Wir bitten, die dort ftattfin- dende Sammlung zugunsten des Liebig-Mu­seums zu unterstützen und damit das Andenken unseres berühmten Äniversitätslehrers zu eh­ren. Jeder Beitrag, auch der bescheidenste, ist willkommen.

** Die Militärrenten für Juni werden bereits am 28. Mai ausgezahlt.

** Preu ß.-Süddeutsche Klass en- lotterte. Die Lose der 4. Klaffe, deren Zie­hung auf den 7. Juni verleH wurde, müssen bis zum 30. Mai, abends 6 Ähr, gegen Vorlegung des Doillassenloses erneuert werden. Auch sind bis dahin hie Gewinnlose gegen Ersatzlose umzu­tauschen.

** Der Hausbesitzerverein veran« stattete am Donnerstag abend in der Turnhalle am Oswaldsgarten eine drohe Mitgliederver­sammlung, die in Anbetracht der Wichtigkeit dec Tagesordnung sehr zahlreich besucht war. Der Vorsitzende, Malermeister L a u n s p a ch, gab seiner Genugtuung hierüber Ausdruck, bedauerte aber unter lebhafter Zustimmung der Versamm­lung, dah die Stadtverwaltung und das Kreis- amt trotz dringender Einladung keinen Vertreter gesandt, sondern sich entschuldigt hatten. Wie die hessische Regierung mit den Hausbesitzern umgehe, das spotte jeder Beschreibung, es scheine, als wolle man den Hausbesitz systematisch vernichten. Die Hausbesitzer mühten sich mit allen Mitteln wehren, nur enger und fester Zusammenfchluh könne sie schützen. Hierauf sprach der Referent des Abends, Rechtsanwalt Dr. Rohde- Frank­furt a. M. Syndikus des Hausbesiherverbandes für Hessen und Hessen-Rassau. Redner führte u. a. aus daß eine harte Zeit für die Hausbesitzer kam ehe sie sich zusammenMoffen. Rur durch die Masse könne man wirken. Heber die Zahl der Hausbesitzer innerhalb der Bevölkerung teilte er mit .Württemberg sei das einzige Land, das dar­über statistische Erhebungen aufgestellt habe; hier Lagen die Hausbesitzer bzw. Grundbesitzer 50 vom Hundert der Bevölkerung. Auch in Hessen sei die Zahl der Haus- und Grundbe­

ruht man nach getaner Arbeit, hier lustwandeln schöne Frauen und zärtliche Paare; hier werden Zelte aufgeschlagen für heitere Geselligkeit, tafeln die Ritter und zechen die Dauern. So sehr wird der Garten dem Deutschen zum Inbegriff alles Schönen und Herrlichen, dah ihm das Paradies, das er sich früher als eine Wiese oder einen Daumgarten orstellt, nun unter dem Bilde eures von Blumen durchduftetenWonnegartens" er­scheint. Seit dem 13. Jahrhundert verkörpert sich dieserParadiesesgedanke in dem Ideal desRosen­gartens", der in Heldendichtung und Minne­sang zum Ort der irdischen wie der himmlischen Glückseligkeit wird.

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_ Der Neandertaler von Manila.

Bei Ausschachtungen im Bette des Pasig- flusses bei Manila fand man, wie Sanobez in den Berichten der Kgl. spanischen Gesellschaft der Rattrrwissenschaften erzählt, einen Schädel, der in dem vorspringenden Kinn, der fliehenden turne, den hohen Augenwülsten alle Merkmale der be­kannten Reandertalstraße zeigte. Andererseits deuten gewffse Eigentümlichkeiten der Knochen- bilbung auf eine Verwandtschaft mit den heute noch auf einigen ostasiattschen Inseln wohnenden Regrttos hin. Welche Zeiträume der Entwicklung diese von ihren neu entdeckten Vorfahren tren­nen, dafür fehlt leider jeder Anhatt, da man den Schädel im Fluhgeroll ohne jede andere Bei­gabe fand. Man aab ibm den Ramen homo manilenjiä,