ifrer yroene ytuerprozetz.
München, 25. ApE (Wvlsf.) 2lm dritten jDechln^lungstag des Prozesses gegen den Hitler- Stoßtrupp wurde mit der Zeugenvernehmung besonnen. Der Hausmeister voller schilderte die Zerstörung in der „Münchener Post". Der Zeuge gibt an, braß er beim Oeffnen des Tores m i t Erschießen bedroht wurde. Der Direktor Würringer wurde von Berchtold mit v ) r g L - haltenem Revolver für verhaftet erklärt. 3m 'Bureau sei- alles kurz und klein geschlagen worden. Die meisten entwendeten Gegenstände wurden nach einigen Tagen wieder zurückgebracht. Verschiedenen Qlngeflellten feien ihre Ersparnisse gestohlen worden. Hierauf schilderte Frau Auer die bei ihr vvrgonommene Haussuchung. Die Zeugin will in Maurice be° stimmt den Mann wiedererkennen, dec sie unter Drohungen in ein Zimmer gestoben habe: er sei auch derjenige gewesen, der in der Wvhnung mit dem Gewehrkolben verschiedene Sachen zertrümmert habe. Sachverständiger Buchdruckereibesitzer Lind gibt an, baf) sich der Schaden bei der „Münchener Post" nicht fest stellen lasse. Oberkvmmtssar FuchS sagt aus, er habe den Befehl bekommen, zur „Münchener Post" zu gehen uiti) im Ruftrage Pöhners die Einstellung der Zerstörungen zu fordern, was dann auch geschehen sei. 3n der RachmittagSVerhandlung ertlärte der als Zeuge vernommene Erste Bürgermeister von München, der sozialdemokratische Rdgeordnete Schmid, daß am 9. R)- vember die svzralistrschen Stadtröte aus der Sitzung im Rathaus heraus verhaftet wurden. Er selbst sei vom Stuhle heruntergerissen worden. Unter beleidigenden Bedrohungen seien die verhafteten Grisein über den Marienplatz zu einem Lastkraftwagen geführt worden. Bei i^m Einstellen de r Geiseln in den Demonstrationszug der Ratimal- sozialisten fei gerufen worden, da st, ffalls ein Zugteilnehmer falle, die Geiseln erschlagen werden würden. Der Zeuge erkennt in den Angeklagten Kn opp loch denjenigen wieder, der den Befehl zur Tötung der Geiseln gab. Die Beweisaufnahme wurde geschlossen. Morgen beginnen die PlaidoherS.
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 26. April 1924.
Die Reichs-Teuerungsziffer.
Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten (Ernährung, Wohnung, Kleidung, Heizung, Beleuchtung) beläuft sich nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamts für den 2 3. A p r i l auf das 1,13-billionenfache der Vorkriegszeit. Ge- genüber der Vorwoche (1,12-billionenfache) ist emnach eine Steigerung von 0,9 Prozent zu verzeichnen. $
Gießener Wochenmarktpreise
am 24. April. (Händlerpreise.)
ES kosteten: Butter, per Pfund 2,20, Matte 0,30, Käse 0,50 bis 0.70, Wirsing 0,70, Weihkraut 0,40, Rotkraut 0,60, gelbe Rüben 0,20, rote Rüben 0,30, Spinat 1,20, Unter-Kohlrabi 0,08, Grünkohl 0,70, Feldsalat 2,50 bis 3,00, Zwiebeln 0,30, Meerrettich 0,70 bis 1,50, Schwarzwurzeln 1,00, Rhabarber 0,80, Aepfel 0L5 bis 0,30, Suppenhühner 1,00; Eier, das Stück 0,12, Blumenkohl 2,00 bis 4,00, Lauch 0,10 bis 0,20, Sellerie 1,00, Radieschen, das Bund 0,30 Mark.
Weitere Erschwerung des Verkehrs mit dem besetzten Gebiet.
Wie die „Köln. Ztg." aus Koblenz berichtet, ist gestern die neue Verordnung 256 in Kraft getreten, die die Rheinlandkommission zur Zusammenfassung und Abänderung der Verordnungen wegen der Einreise in das besetzte Gebiet und des Aufenthalts daselbst erlassen hat und durch die die Verordnungen 125, 236 und Artikel 1 der Verordnung Rr. 144 aufgehoben werden. Die neue Verordnung umfaßt 17 Artikel. U. a. heißt es darin: Personalausweise sind von den deutschen Behörden nur den im besetz ten Gebiet ständig wohnenden Personen auSzuhandigen. Keine Person kann als solche betrachtet werden, bevor sie nicht m i n -
oesrens einen tzBonat Däne Unterbrechung im besetzten Gebiet gewohnt hat. Ausweise oder Sichtvermerke können nicht als ordnungsmäßig visierte Personalpässe für die Einreise in das Gebiet des angrenzenden Staates angesehen werden.
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' Aufruf des RotgeldeS der Hessischen Landesbank. Durch Bekanntmachung des Reichsfinanzministers ist das auf Papicrmack lautende Aotgeld, bellen Aussteller im unbesetzten Gebiet Hessens ihren Sitz haben, mit Wirkung vorn 1. Mai 1924 an aufgerufen. Die Einlösungsfrist lauft bis einschl. 31. Mar 1924. Tas auf Grund des Beschlusses des hessischen Gesamtministeriums vom 17. August 1923 ausgegebene Rotgeld der Hessischen Lande s b a n k verliert hiernach mit dem 31. Mai 1924 seine Gültigkeit; bis zu diesem Tage emschl. coird cs von der Hessischen Landesbank tn Darmstadt, Paulusplah 1, eingelost.
•’ Zu r Ueberf üfjrung abgebau ter Beamten In Privatbetriebe. Der Reichsminister der Finanzen hat in einem Rundschreiben an die Reichsressvrts darauf hingewiesen, daß bei Vergebung von Staatsaufträgen, b.c die Einstellung neuer Arbeitskräfte be.l’.gen, p i baten Unternehmern möglichst eine vertragliche Bedingung auferlegt wird, abgebaute Beamte ober Staatsangestellte zur Beschäftigung heranzuziehen. Gleiches soll auch bei der Vermietung von Räumen oder Verkäufen staatlicher Grundstücke zu gewerblichen Zwecken an private Unternehmer gelten, sofern die Heranziehung der Arbeitskräfte in Frage kommt. Ausgabe der Landcs- ämter für Arbeitsvermittlung wird fein, die Durchführung dieser Fürsvrgsmatznahme mit sicherzustellen. I
Erhöhung der Erwerbslosenunter st ützung. Das Reichskabinett hat am 24. April eine Erhöhung der Erwe rbs lose nun ter- stühung um durchschnittlich 20 Prozent mit Wirkung vom 5. Mai ab beschlossen.
** Straßensperre. Wegen Vornahme von Bauarbeiten durch das Stadtvaucnnt hat das Polizeiamt die Sperrung des vorderen Biegel- Pfads zwischen Lieb g° und Ludwigstrahe für jeglichen Verkehr bis auf weiteres angeordnet.
* Der Erreger der Maul- und Klauenseuche gefunden. Rach einem Bericht der „Germania" ist es Prof. D a h m e n von der Tierärztlichen Hochschule in Berlin gelungen, den Erreger der Maul- und Klauenseuche in Reinkultur zu züchten. Die Arbeiten zur Bekämpfung der Seuche, die nunmehr wirklich aussichtsreich geworden sind, werden von Dahmen fortgesetzt.
•* 40 Jahre Gießener Gast Wirteverein. Am Mittwoch abend beging der Verein der Gastwirte für Gießen und Hmgegenö im dichtbesehten Saale der Liebigshöhe seine 40jährige Jubiläumsfeier, zu der sich auch die Vertreter der Stadt und zahlreicher anderer Behörden eingefunden hatten. Die Kapelle des hiesigen Bataillons konzertierte unter Leitung des Obermusikmeisters L 5 b e r. Der Vorsitzende eröffnete die Feier mit einer Begrüßungsansprache. Der Leiter des Main-Rhein- Verbandes, Schnau ber - Darmstadt, beglückwünschte den Gießener Verein, der stets ein tüchtiges Glied des deutschen Gastwirteverbandes gewesen sei. Besonders begrüßte er sodann die Gastwirte aus dem besetzten Gebiet. Sein Hoch galt dem deutschen Vaterland. Bürgermeister K r e n z i e n überbrachte dem Verein die Glückwünsche der Stadt, welche es dankbar anerkenne, daß der Verein es verstanden habe, den guten Ras der Gast lichkeit Gießens zu stärken, und er wünschte, daß der Verein der Stadt diesen Ruf auch weiterhin erhalte, zum Besten von Verkehr, Handel und 'Wandel und damit zum Vorteil der Stadt selbst. Der Vorsitzende des Reichsverbands deutscher Gastwirte, Köster- Berlin, toastete auf den Iubelverein. Jas kows kh-Offenbach (früher in Gießen und damals Vorsitzender des hiesigen Vereins) feierte die drei ältesten Mitglieder desselben: Kaspar Stein, Karl Or big und Heinrich Wagner. Diplome bezw. Auszeichnungen wurden überreicht an Weißmüller- Mainz, Hillesheimer- Ingelheim, sowie an Mitglieder des hiesigen Vereins: Zeichner, Hammschläger und Bä u l te - Gießen, H. Hörr-Al en Lors und G. Schneider - W'.escck, Eine Anzahl Angestellter des Gastwirtegecrerbes in Gießen wurde für langjährige Arbeit durch Ehrentafeln geehrt. Die Vertreter der auswärtigen Gastwirtevereine überbrachten dem Bruderverein ihre Glückwünfche. Zur Verschönerung der Feier trugen die Sologesänge des Tenoristen Kurt
ar t <91 e r und die TanzetnLrgen bet, Dte Tanzlehrer Bäulte einstudiert hatte. Ihren Abschluß sand die Feier durch einen Tanz.
Pornotizen.
— Tages kalender für SamStag. Palast-Lichtspiele: Der sprechende Film. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: Filmvortrag — Rund» fuvshaus Löberstraße: 81/» Mr Konzert (Das Volkslied).
— Lageskalender für Sonntag. Stadttheater: 7 ilfcr „Der Verschwender". — Lukasgemeinde: 8 Ähr im Lukassaal Familienabend mit Vortrag — Rundfunkhaus Löberstr.: 8 Mr Sonderkonzert Franz Schrecker. — Lichtspielhäuser Programm wie am Samstag
— Oefsentliche W ä h l e r v e r s am m- lungen. Heute, Samstag, 8*/< Uhr: Demokratische Partei in der Turnhalle (Oswaldsgarten), Völkisch-sozialer Block 81/* Mr im Felsenkeller. — Morgen, Sonntag, lV/t Mr vormittags, Deutsche Volkspartei Turnhalle (Oswaldsgarten), 8 Ähr abends. Deutschnationale Vollsparter Turnhalle (Oswaldsgarten), 8 Mr Zentrumspartei im Katholischen Vevemhaus.
— Feuerwehren. Montag abenb Haupt- Übung. (Siehe Anzeige.)
— Turnverein von 1846. Am 3. Mai Bühnenschauturnen. (Siehe Anzeige.)
Wettervoraussage
Zunehmende Bewöllung, tagsüber warm, zeitweise auffrischende Winde, geringe Riederschläge.
Landkreis Gietzcn.
)) L i ch, 25. April. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates legte der Bürgermeister den städtischen Voranschlag für das Jahr 1924 vor. Die Gesamtsumme aller Einnahmen und Ausgaben beträgt 313 600 Mk. Davon entfallen aus den Betrieb 183 600 Mk., auf die Vermögensrechnung 130 000 Mk. An Umlagen sind neben den Ueberweisungen an Reichs- stcuern 2Z 000 Mk. erforderlich. Die Einnahmen aus dem "Wald sind recht erfreulich, allerdings besteht für dieses Jahr die schwierige Aufgabe, das infolge der Geldentwertung zerronnene Be- trUbskapital der Stadtkasse wieder einzufammeln. @ntg:gen dem Vorschlag des Bürgermeisters wurde die an Stelle von Sprunggeld im vorigen Jahre erhobene Haferumlage für die Faselhaltung gestrichen. Die allgemeine Verwaltung erfordert eine Ausgabe von 21 000 Mk. Für die Schule werden 9700 Mk. benötigt, für die öffentliche Sicherheit 3900 Mk. Die Straßenunterhaltungskosten betragen 11 300 Mk„ die der Kanäle 2000 Mark. Für landwirtschaftliche Zwecke werden 9215 Mark verausgabt. Der Ortsbürgemuhen hat wieder gleiche Höhe, wie in der Vorkriegszeit. Armenpflege und soziale Fürsorge verursachen eine Ausgabe von 8521 Mk., die öffentliche Ge- sundh.itspflege 1520 Mk. An größeren Arbeiten sind vorg.f.hen: der Ausbau z wei e r S t r a - ß e n nebst den zugehörigen Wasser- und Kanalleitungen, der Reubau einer städtischen Zuchtvieh st ation, die den Faselstall- und das Gestüt aufnehmen und auch eine Wärtec- wöhnung enthalten soll, ferner ist die Beschaffung des Platzes und die Projektbearbeitung für ein neues Schulhaus beschlossen worden.
Kreis Schotten.
§ Ulrichstein, 25. April. Die hiesige Jugendherberge, mt acht Personen belegbar. ist eröffnet und über Ostern schon fleißig benutzt worden. AuchQuartter in Scheunen steht zur Verfügung. Anmeldungen an PsarrerK 0 turn a n n - Lllrichstein, mindestens acht Tage vorher. — In den letzten Tagen wurde hier ein H u t h- scher E m p f a n g s a p p a r a t für Radiorundfunk vorgesührt. Das Programm des Frankfurter Senders war, soweit es musikalische Teile enthielt, sehr gut zu hören, Gesprochenes dagegen war wegen manchmal sehr starker Rebengeräusche nicht immer so gut verständlich.
Kreis Friedberg.
• Butzbach, 25. Apoll. Die Butzba ch— Licher Eisenbahn beabsichtigt eine größere Bcrlegung ihrer Bahnstrecke zwischen Butzbach und Ob erkleen , und zwar soll die Strecke zwischen Butzbach und den Me- guinwerken, die jetzt mitten durch diesen Industriebetrieb hindurchfuhrt, aus bie'em herausgenommen und links am Werk vorbei geführt werden Dadurch wird auch eine Verlegung der Kreisst raße Buhba ch—G i e 6 e n erforderlich wobei u.a. eine neue Lieberführung der Straße über den Bahnkörper in Betracht kommt. Zur Bereitstellung des erforderlichen Geländes
TtrtD guipuc gnmgmmguuenuya et anberaumt worden.
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Kunst und Wissenschaft.
SLdwestdevtfche Kunstausstellung Darmstadt 1924.
Da r mstadt.,25 April. (Eigene Bldbung.) $te Beschickung der Ausstellung auS Karlsruhe und Stuttgart (die geschloffenen Sammellendungen sind bereits unterwegs) bietet ein sehr erfreuliches. Bild. Es werden sich darnach beteiligen auS Baden 43 Künstler mit 47 Gemälden, 67 Werken der Graphik und 15 der Bildhauerei. Aut Württemberg sind es 56 Künstler mit 55 Gemälden, 72 Blättern und 9 Vildhauenoeiten. Der Schlußlag für die Ablieferung der Hessischen Werke auf der Makhlldenhöhe ist der 1. Mat Das Schiedsgericht ist folgendermaßen zusammen^ gesetzt: Roland Anhe ißer-Jugenheim. Rich Hoelscher, Karl H u ber-Offenbach. Mathilde Huber und Bruno Panitz auS Mainz, Alexander Posch, Paul The sing.
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinde«.
Gießen. .©onntag, 27. April. Quasam>vvgrnM StadMrche. 91/,: Pfr. Mahr. Konfirmation bei Kinder a. d. Matthausgem. Feier des hl. Abend mahls. 6: Pfr. Becker. IohanneSkirche. 9'/,: Pfr Ausfelb. Konfirmation ber Kinber tu b. Johannes- unb Militärgem. Feier bes heiligen Abendmahls. 6: Pfairaff- Hertel. — Wieseck. 9: Beichte. 9*/,: 3m Anschluß Feier bes heiligenAbenbmahls. I1/,: Kin- derkirche. — Kirchberg. 10: Kirchberg; 11: hl Abendm. f. b. alten ©emeinbcglleb. v. Saubringei u. Ruttershausen; nm. IV,: Lollar.
Katholische Gemeinde».
Gießen. Samstag, 26. April. 4'/, u. 7 Beichte. Sonntag, b. 27. April. 6'/, Beichte, 7 Messe, 8 Kom. 9 Hochamt m. Preb., Feier bet ersten Hb Komm d. Kinder, 11 Messe. 21/» And. m. Segen, Frertax 6*/, Segensmesse, abbs. 8 Maianbacht. Grün berg Sonntag, 127. Aprll, 91/, Wesse m. Pred.
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gefühle, Unsicherheit beim Sprechen, Verdauungsstörungen, Schlaflosigkeit, Taubwerden einzelner Glieder oder Haut st eilen, U eberempfindlich- feit gegen Geräusche und Gerüche, Melancholie, Aeigung zu starken Getränken, Sehstörungen und viele andere Symptome, die einzeln oder zu mehreren vereint auftreten könnten.
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