Ausgabe 
26.4.1924
 
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Samstag, 26. April 1924

m. Jahrgang

Erstes Blatt

ermutigend

nicht

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichketl.

Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8, auswärts 10 (Bolbpfennig; für Re» Klame-Anzeigen v 70mm Breite 35 Goldpfennig, Plctzvorfchrift 20' n Auf» schlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: vr.Friedr. 2vilh Lange; für den übrigen Teil: Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Giefzen.

sehr wahrscheinlich überschritten werde. Der Be­richt bedeute schließlich nur einen Ausgairgs- Punkt. Jedenfalls aber könne er kein Endziel sein. Das Blatt verhehlt nicht, daß die Anzeigen für eine Verständigung zwischen den alliierten Regierungen bis letzt nichtS'*

Landwirtschaft und Reparationen.

Eine Rede des Reichsernährungsministers Grafen Kanitz auf der Bremer Tagung des Deutschen Landwirtschaftsrates.

phne datz sich vorher die interalliierten Kabi­nette über die Frage der Brsahungskosten und das Uebergangsregime verständigt hätten.

Setz« man voraus, so fährt dasEcho de Pa­ri^' fort, daß derartige Bedenken In der Re- parationskommisfion austauchrn, bann könne man mit einiger Sicherheit annehmen, daß in den nächsten Tagen viel eher die alliierten Ka­binette als die Reparattonskommission daS

Wort habe.

Bei den Beratungen, die zwischen den belgi­schen Ministern und Poincars und Macdvnald geführt würden, würden alle diese Fragen not­wendigerweise aufgeworfen werden müssen. Von der belaßenden oder negativen Entscheidung werde das Schicksal der diplomat schen Partie abhängen, die feit äleb.rreichung der Sachverständigenberichte gestellt worden sei. DasEcho de Paris" glaubt weitergehend sagen zu können, daß der Bericht

Dor einem neuen Separatistenputsch.

Berlin, 26. April. (Priv.-Tel.) Das Derl. Tagebl." veröffentlicht eine Reihe sepa­ratistischer Geheimdokumente, u. a. einen ver- traulichen Briefwechsel zwischen rheinischen und pfälzischen Son- de rbün dlern. AuS den Schriftstücken geht hervor, daß der rheinische Unabhaugigkeits- bund und der rheinisch-westfalische Dolksbund nichts weiter sind als eine Maskierung der ehemaligen separatistischen DereineundDerbande, von denen sie sich in den Zielen kaum unterscheiden. Ebenso Vie in den Putschlagen deS vergangenen Jah­res plant man die Errichtung einer sogenann­ten WohlfahrtSdiktatur, wobei man vor gewaltsamen Mitteln nicht zurückschrecken wird. Eine rheinische Schuh wehr ist in der Bildung begriffen. Waffen sind noch ge- migend vorhanden und können jederzeit mit Leichtigkeit beschafft werden, da die Separa­tisten noch in dem Besitz der von den Desat- zungsbehörden ausgestellten Waffenfcheme sind. Die pfälzischen Separatisten haben sich unter Führung eines gewissen Kunz, der in Marseille geboren ist, unter dem Ramen Rheinische Arbeiterpartei- zusam­mengeschlossen. Kunz soll in der Woche nach Ostern, wie er selbst in einem von dem Blatte veröffentlichten Brief an den rhemisch-west. sälischen Unabhängigkeitsbund in Düsseldorf angibt, nach Frankreich reisen, um wahr­scheinlich dort für die Beschaffung der für die «Propaganda der separatistischen Parteigrup­pen erforderlichen Geldmittel zu sorgen.

Das französische Heerlager am Rhein.

Düsseldorf, 25. April. (WTD) Dor einigen Monaten forderte die französische Te- sahungsbehörde von der Stadtverwaltung Düssel- dvrf den Bau einer Artilleriekaserne Unweit der übrigen Kasernen. Die Stadt Düssel­dorf mutzte diese Forderung mit der Begründung ablehnen, datz sie finanziell die Leistung nicht übernehmen könne. Die Pläne für die Kaserne sind dann vvm französischen Hauptquartier in Mainz geprüft und begutachtet worden, ebenso die von der Stadtverwaltung geltend gemachten Gründe der Ablehnung. Runmehr wurde die Stadtverwaltung Düsseldorf erneut aufge- fordert, mit dem Dau der Artilleriekaserne sofort zu beginnen, und zwar sollen die Gebäude bis zum Herbst fertiggestellt sein. Die Herstellungskosten werden auf 1618 Millionen Goldmark geschäht. Die Stadtverwal­tung von Düsseldorf beharrt aus ihrem Stand­punkt, datz sie diese Forderung unmöglicher­füllen kann.

, Die Antwort der Alliierten.

müssen mit allen Mitteln darauf hinarbeiten, die E.sehung der kurzfristigen Perfonalkredite durch langfristige Realkredite zu erträglichen Zinssätzen baldmöglichst zu erreichen, auch durch die Aufnahme ausländifcher Kapitalien und Pfcmdb.iese. Das Ausland verzinst fein Kapital inne.halb der eigenen Wirtschaft mit Zinsen bis au 6 Prozent, es wird also gern einen höheren deutschen Zinssatz mitnehmen.

Sofern eine erträgliche Einigung über das Sachverständigengutachten erzielt werden sollte, womit dann eine politische und wirt­schaftliche Entspannung chüteten dürfte, wird eine günstigere Atmosphäre für langfristige

Auslandsdarlehen zu erwarten sein.

Ein grobes, der Landwirtschaft nahestehendes Bank- oder Kredit-Institut könnte bann vielleicht eine wertvolle Garantiebank darstellen. Diese Garantiebank, deren Bonität auch durch die Bürgschaft grober Danken gestärkt werden könnte, würde ihrerseits Anleihegeld an die landwirt­schaftlichen Hypothekeninstitute vermitteln, so dab diese wiederum in die Lage versetzt werden, dem Landwirt langfristige Kredite zu erträglichen Zin­sen au geben. Rur die richtige Erkenntnis unserer furchtbaren Verarmung, die grundlegende ilm- und Einstellung auf diese, und die mutige Schlußfolgerung, vorläufig ohne Aussicht auf nach­haltige Desserung mit zusammengebissenen Zäh­nen zu lavieren, zu arbeiten, zu darben und nur demDaterlandezudienen, kann die durch Rot und Leid zusammengeschweihte Einheitsfront schaffen, deren die Landwirtschaft bedarf, um ihre Aufgabe als Hauptsundament der deutschen Wirt­schaft im vaterländischen Sinne zu erfüllen. Der derzeitige Steuerausbau, dieser groteske Rotbau, muh baldigst vom neuen Reichstag durch ein vereinfachtes und der Tragfähigkeit der Wirtschaft angepahtes Steuersystem erseht wer­den; notwendig sind landwirtschaftliche Schuh­zölle. Wir dürfen den wirklichen ilrfprung aller unserer Rot nicht vergessen; er ist zu suchen in dem unerträglichen außenpolitischen Druck und in der immer noch fortbestehenden Willkür gewisser ehe­maliger Feinde.

DaS reichlich optimisttsche Gutachten der Sachverständigen läßt, trotz einiger unbestreit­barer Vorteile gegenüber früheren ähnlichen Arbeiten, eine Rücksicht auf das nationalpoli- ttsche Bewußtsein des deutschen Volkes ver­missen. Ein Kulturvolk von 60 Millionen läßt sich nicht mit nüchterner Diagnose und daraus resultierendem Rezept zwei bis drei Gene­rationen Zwangsarbeit zum Arbeiten für Andere überreden. DaS Gutachten bietet sicherlich eine Grundlage für die Arbeiten zur Lösung des ReparationsproblemS, nicht aber 5 ist es eine Lösung selbst.

Der Mitarbeit auf dem Doden des Gutachtens kann sich kein verständiger Deutscher verfchliehen, folangeernichtsagt, waswerdensoll, wenn wir die Mitarbeit versagen. Man kann das Gutachten nicht ohne weiteres ab­lehnen. Das Gutachten hat wenigstens das eine für sich, dah Frankreich nun Farbe be­kennen mub, ob es wirklich den ehrlichen Willen zur Befriedung Zentraleuropas hat ober ob ihm an einer Reparation gar nicht gelegen ist. Frank­reich muh jetzt zeigen, ob es den Frieden will oder ob es auf die Dauer den Krieg im Frieden fort­führen will, mit dem deutlich erkennbaren End-

Rach Empfang der deutschen Antwortnote stellte bann die Reparationskommission die Be» richte der Sachverständigen den alliierter Regierungen offiziell zu und empfahl ihnen, die Konklusionen", die deren Kompetenz unter­stehen, zur Annahme,damit die vorgeschlagenen Pläne so rasch wie möglich ihre volle Wirksamkeit erlangen". Die Antwort der Kabinette von Lon­don, Paris und Brüssel werden heute erwartet. Poincars hat an den französischen Delegier- ten Barthou, der in der Reparationstommis- sion bekanntlich den Vorsitz führt, ein Schreiben gerichtet, das ursprünglich die offizielle Antwort Frankreichs sein sollte und als solche auch solange figurierte bis Barthou in einer ilnterrebung fei­nen Herrn und Meister von der Llnzweckmäh>gkeit dieser Art Antwort überzeugte. Darauf schwenkte die Pariser Presse gehorsam ein, Poincarös Bries galt seitdem lediglich als eine Instruktion für den französischen Delegierten. Auch als solche ist sie noch vielsagend genug. Sie zeigt, datz zwischen den Ansichten der alliierten Kabinette außer- ordentliche Widersprüche bestehen. Die Pariser Presse führt ein wahres Sathrspiel auf, um Poin- cares abweichende Meinung den widerstrebenden Alliierten als die einzig natürliche und politisch denkbare einzuimpfen. Der Pressefeldzug begann mit einer längeren Erklärung des offiziellen Ha- vas°Bureaus, die mit anerkennenswerter Of­fenheit den Kernpunkt des ganzen Pro­bst in seiner heutigen Gestalt, die Ruhr- frage anschnitt. Der Quai d Orsay fühlte sich offenbar so sicher, datz er es nicht mehr für nötig hielt, mit seinen Forderungen hinter dem D.rg zu halten. Die französische Regierung verlangt« in der Havasnote zu wissen, ob die französisch' belgischen Organisationen im Ruh.gibiet also die Eisenbahnregie und die militäri­sche Besetzung- sofort aufgegeben aber «W in dem Matze abgebaut werden soweit, in dem siebie wirtschaftliche Einheit Deulsch- stmds" stören, wenn Deutschland den von den Sachverstänbigen gefaßten Plan zur Ausfül^

Paris, '26. April. (WTD.) Die bereits vorliegenden Antworten der englischen, der bel­gischen und der französischen Reg'erung zum Dr- schluß'der Reparationsskommillion vom 17. April sollen Mach demMatin" erklären, datz die drei Regierungen >bie Vorschläge der Sachverständigen annechmen üind genigt sind, ihre Ausführungen sicherzustellen. ' Rach^ demEcho de Paris" sind die Antworten lakonisch abgefatzt. Sie sollen den Standpunkt der Regierungen nur unvollkommen zum Ausdruck bringen. Die französische Po­litik verlange:

1. -die Ausarbeitung der verschiedenen von dem Komitee Dawes vorgefchlagenen Empfehlun­gen durchzuführen;

2. eine Unterscheidung zu machen zwischen den Angelegenheiten, 'bie ber Kompetenz der Repara­tiv ns kommission unterstehen und deren, die von den alliierten Regierungen behandelt werden können.

Dadurch werbe das Unzulängliche der Ent­scheidung vom 17. April auSgedrückt.

Ohne bie Berechtigung der französischen These an- ?uzwcifeln, scheine es, datz man belgischer- eits eine gewisse Kritik an ber ihnen emp­fohlenen Prvzebur übe. Man bemerkt, datz es der Reparationskommission nicht möglich fei, sich Wirkungsvoll der Aufgaben zu unterbieten, die Poincars ihr vorschreiben wolle, ohne sofort auf grundlegende Probleme zu stoßen, die allein bie alliierten Ministerpräsi­denten in ber Lage feien, zu lösen. Beispiels­weise könne die Reparations^mmission fein prä­zises Reparationsprvgramm aufstellen, ohne sich um den Gesamtbetrag der deutschen Schuld Su bekümmern. Rehme man nur den Paragraphen, urch den festgelegt sei, datz die deutschen Zablun- flen für bie Desahungskosten in Zukunft durch bie Annuitäten beglichen, also gegen die bisher beftanbenen Regeln den Oahreszahlungen untergeordnet werden sollen, genüge nicht allein diese Frage, um die Rotwendigkeit einer Minister- zusammenkunft schlagend zu beweisen?. Autzer- dem fei die schwierige und gefährliche Frage ber Transferierung ber Kapitalien zu lösen. Werbe nicht zu gleicher Zeit das Problem der interalliierten Schulder und ber Verteilungs­schlüssel von Spaa in bie Debatte gezogen?

Tellen bie ßngtänber b.ejen Standpunkt? Ihre erste Sorge sei, rasch voran zu kommen. Wer es scheine auch, datz nach ih^r Ansicht, die Reparationskommission nicht w.sentlich über th.e Entscheidung vom 17. Aprll yrnausgehen könne.

Vertrauen!

Die Sachverständigengutachten sind seit ihrer Veröffentlichung vor nunmehr 14 Tagen Gegen­stand lebhafter Erörterungen innerhalb der betei­ligten Kabinette und in der Presse der ganzen Tßelt gewesen. Die Reparationskommission, die sich mit den Benchten der von ihr eingesetzten; Komitees zunächst zu befassen hatte, beschloß mit erstaunlicher Schnelle, die Gutachten als eine prak­tisch e Grundlage für die rasche Lösung de: Repa- rationsfrage den alliierten Regierungen zur An­nahme zu empfehlen, vorher fich aber der Mit­arbeit dec deutschen Regierung zu versichern. In Berlin fand die Anfrage der Reparationskom- mission nach der Auflösung des Reichstags bad .Geschäftsministerium Mar»-Stresemann vor, dem b|e Rechtsopposition die Befugnis einer endgülti­gen Stellungnahme zu den Gutachten absprach, weil hiermit dem kommenden Reichstag in feinen ^Entschließungen vorgegriffen würde und ein etwa itzurch die Parteienverschiebung innerhalb des Parlaments sich bildendes neues Kabinett in der bedeutsamsten Frage deutscher Politik von vorn­herein auf den alten Kurs festgelegt sei. Dein .gegenüber wurde mit Recht darauf hingewiesen, baß die Reichsregierung wohl kaum die Beant­wortung der Anfrage der Reparationskommission bis zu den Reuwahlen und der Konstituierung des neuen Reichstags hinausschieben konnte, zumal da das voraussichtliche Ergebnis der Wahlen 4 sehr unwahrscheinlich macht, datz das neue Parla­ment ohne eine längere Krisenperiode in der Lag« sein wird, ein aktionsfähiges Kabinett auf bie Beine zu stellen, ilnb mit einer hinhaltenden odei ausweichenden Antwort wäre Deutschlands Sach« schlecht gedient gewesen, wo gerade Deutschland seit Jahren auf Gutachten internationaler Wirt­schaftssachverständiger gedrungen hat, und dir vorl egenden Gutachten auch von deutschen Wirt­schaftssachverständigen wir nennen hier nur den Vorsitzenden Im Präsidium des Reichsverbandes der dcutichen Industrie Dr. Sorge als ein be- beutfamer Fortschritt und eine annehmbare ©ru.ib» läge für Verhandlungen gekennzeichnet wurden. Die Reichsregierung hat im übrigen durch den Kabinettschef selbst, wie durch den zuständigen Autzenrninister und erst neuerdings durch den Mund des den Deutschnationalen besonders nahe­stehenden Vizekanzlers nicht den geringsten Zweifel darüber gelassen, daß ihr nichts ferner liege als einem künftigen Kabinett vorzugreifen. Dr. Jarres hat wörtlich erklärt, datz die Reichsregierung sich zur Mitarbeit bereit erklären mutzte, weilfie zur Zeit die Verantwortung trägt und Elle namentlich im deutschen Interesse am Platze ist. Selbstver­ständlich hat die endgültige Entscheidung der neue Reichstag zu treffen, dem durch die (Borbereituni ber durch das Gutachten notwendig wtzrdendeit Gesetze und Verordnungen nicht vorgegrifsen ist." Die ferneren Ausführungen des Vizekanzlers lassen überdies unzweideutig erkennen, datz bie Reichsregierung nicht im entferntesten daran ge­dacht hat, sich einem einseitigen Diktat ber Alliier­ten zu unterwerfen, sondern aus Verhandlungen auf dem Boden der Sachverständigenberichte eine tragbare Lösung des Reparationsproblems er­wartet. Das Kabinett hat es auherdem noch für notwendig gehalten, die Vorsitzenden der politi­schen Parteien und die Staats- bzw. Minister­präsidenten der Länder zu hören. Erstere, mit Ausnahme der Deutschnationalen, letztere ein­stimmig. haben die Antwort der Reichsregierung gutgehcltzcn Das ist deshalb le ond:r^lemer.enL- toert, well damit auch die Chefs ausgesprochener Rechtskabinctte, wie Mecklenburg, Ti-uringen unö Bayern sich hinter bie Politik der Reichsregierung gestellt haben, was vielleicht schon Schlüsse aas die Reparationspolitik eines künftigen, weiter rechts orientierten Reichskabinetts zuläht.

seien.

Eine Pariser Besprechung.

Paris, 26. April. (WTD.) Ministerpwäsi- bent Poincars hatte gestern abenb eine Ihder- rebung mit dem englischen Botschafter Lord $re- w e. DerPetit Parisien" glaubt zu wissen, patz über die interalliierte Militärkontrol le-ge- fprochen werden soll. DasEcho be Paris" nönmt an dah auch bie Sachverständigen- berichte Gegenstand ber Besprechung waren. ES fragt, ob durch biefe ilnterrebung die gegenteiligen Ansichten der französischen und englischen R-egie- rung beeinflußt worden sei.

Abgesehen von den erofrderlichen Mahnahmen der Kredit-, Steuer-, Zolltarif- und Diskowt- politik ist erforderlich: nachhaltige und ungestörte Enlfaltung ber industriellen Produktion, Sen­kung der Kosten für landwirtschaftliche Produk­tionsmittel, vor allem für Kohle, unter pllvr- mär iger Ausschaltung aller unproduktiven Aus­gaben, äuterfte Anspannung und Verbilligung de- Düngerproduktion, insbesondere bt.fan S tdftof, Sänger, Beibehaltung und Ausbau tzes Systems der R o h st o f f fr e b 11 e, Förderung der Rohstoffeinfuhr und Beschränkung ber Ci fuhr landwir schaflllcher Erzeugnisse auf Das für die Volksernährung erforderliche Mah.

Heute abenb fanb ein kurzer Empfang Der Teilnehmer des Datschen Landwirtschaftsnates durch den SenaDder Freien Hanfe- stadt Bremen im Ratskeller und daran an» schließend ein Bierabend im Altbremer Rathaus statt.

ßr. 98

erscheint täglich, nutzer Sonn, und Feiertag,, mit d. Samstagebdlage: GetzenerFomllienb lotter Monatr.vezvorpreir:

2 Goldmark u. 20 Gold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech.Anschlüsse: für die Lchristleilung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51.

Anschrift für Drahtnach- richten LnzeigerKietzea.

Postscheckkonto: Kraukfutt a. Dl. 11«.

zweck, ein sinnlos gequältes Volk zu Verzweif­lungsakten zu provozieren. Angesichts des Ernstes der Stunde, scheint mir die deutsche Landwirtschast vor zwei Hauptaufgaben zu stehen:

1. Organisatorischer Zusammen­schi u h und Schliehung der Reihen, um bie be­rechtigten Belange wirklich durchsetzen zu können, und . , ,

2. als selbstverständliche Erkennung der wirt­schaftlichen und deshalb nicht minder patriotischen Ausgaben freudige, stets opferbereiteD e j a h u n g der ©taatdnottoenbi gleiten, die heute wohl mehr denn je in zwei Worten:R atio- n a l e D i f z i P l i n" zusammengefaht werden kön- neU ®ie Sachlichkeit, mit der ber Deutsche Landwirtschaftsrat arbeitet und bie auch das Kennzeichen des heutigen Tages ist, möge dem neuen Reichstag als Beispiel dienen und ihm zeigen, wie man wirklich patriotische Arbeit leistet. Ich wünsche dem Landwirtschaftsrat und seiner Tagung einen praktischen Erfolg, den unser geliebtes Vaterland so notwendig braucht, und ich möchte über diese Tagung als Leitmotiv bie Worte stellen:Dienst am Vater Ian dl" (Stürmi­scher Beifall.)

Zur Verhandlung stand daS Thema

Die außen- und inuerlvirtschaftliche Lage der deutschen Landwirtschaft."

Hierzu sprachen Geh. Regierungsvat Prvf. Dr. Gering- Berlin und der stellvertretende Di- ; reltor der preussischen Hauptlandwirtschaftskam­mer Oetonomievat Keifer- Berlin. Die Deiächt- erftatter schlugen eine Entschliessung vor, in der es heiht: Seit Abschluß des Krieges hat eine schwere landwirtschaftliche Krisis nicht nur Deutschland, sondern sehr weite Gebiete der Erde i ergriffen. Die Erzeugerpreise für Getreide und Fleisch sind hinter dem allgemeinen Preisstande und demjenigen ber landwirtschaftlichen Produk­tionsmittel zurückgeblieben; bie Reinerträge sind dadurch gemindert oder geschwunden. Die zentrale Lirsache liegt tn der Vernichtung des Wohlstandes und der furchtbaren Schwächung der deutschen Produktion und ber Kaufkraft durch das Versailler Friedensdiktat. Die Voraussetzung für den Wiederaufbau der deutschen und der Weltwirtschaft ist eine Herabsetzung ber jährlichen Tributpflicht auf das Matz ber dem deutschen Volk verblicbnen, von den Sachverständigen und der Reparat vnskoinrnifsion. weit überschätzten Leistungsfähigkeit unbi die Einschaltung einer raschen Tilgung vor allem, aber die Wiederanerkennung Deutsch- landsalsgleichberechtigtepolitische Macht. Die innerwirtschaftlichen älr'achen tet deutschen Agrarkrise liegen tn der verfehlten, noch jetzt nachwirkenden Wirtschaf tspoliik ber Kiiegs- und älebergangszeit, der in Deutschland besonders großen Senkung der Produktionspreise und des dadurch bedingten Riedergangs des Reinertrages bis zum völligen Ver­schwinden. insbesondere auf leichten Grund und Boden, in ter plötzlichen und weitgehenden Entkapi- talisierung der Landwirtschast durch steuer» lichr Maßnahmen und der dadurch erzwunge­nen Hergabe des größten Teils der vorjähri­gen Erzeugung zu Schleuderpreisen, unfr schließlich in der Unmöglichkeit der Beschaf­fung von ausreichendem und wirtschaftlicj-

tragbarem Real- und Detriebskredit.

Bremen, 25. April. (WTB.) Die Plenar- sihurg des Deulschen Landwirtschaftsrates wurde vom Präsidenten Brandes-Althofs im Bürger- schaftssaale der Bremer Börse eröffnet. Der Präsident begrüßte die erschienenen Gäste, dar­unter RetchsernährungZminister Graf Kanitz, Reichsfinanzminister Dr. Luther, sowie die Vertreter ber Reichsbahn und ber Reichspost, bes hessischen Wirtschaftsministeriums, bes Reichsarbeils- und Reichswirtschaftsministe­riums. Darauf ergriff Graf Kanitz das Wort. Er sagte u. a.: Die innerdeutsche Agrarkrise bereitet Hand In Hand mit der Weltagrarkrise ein Gefahrenmoment von größter Tragweite für tte deutsche Zukunft vor. Die Verschuldung der Landwirtschaft durch Personalkredite nimmt ein bedenkliches Ausmaß an. Rachdem die Golddiskontbank eingespielt fein wird, können wir mit ziemlicher Sicherheit auf eine Er­leichterung in der weiteren Hergabe von Personal­krediten seitens der Reichsbank rechnen. Wir

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Gberhefsen

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