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Sin Roman aus dem 21. Jahrhundert ww HanS Dominik.

56 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

3n diesem Augenblick zog der betrunkene Hause von der Zeche her in die Stadt ein. "Die sich zwei Oelftecke auf einer Wasserfläche be­rühren und im Moment eins sind, so fluteten die beiden Massen zusammen. Unter ihren Fähen die zertretenen Leichen der weihen Offiziere.

Drei Tage waren die europäischen Zeitungen mit aufregenden Nachrichten aus dem nordafrika- aischen Minengebiet gefüllt. Am vierten Tage meDete der offizielle Telegraph, dah eS mit Hilfe Weiher Truppen gelungen sei, der Lage Herr zu werden. Schon am ersten Tage hatte die französische Regierung mit Hilfe aller per- Kügbaren Flugschiffe die «nötige TlUpxenrnacht über das Meer geworfen. Mit rücksichtsloser Energie hatte man die Aufstandsbewegung niedergeschla­gen und den Streik beendet.

Dcch kaum hatten sich die Gemüter beruhigt, als neue Hiobsposten aus Afrika tarnen .... diesmal aus dem Sambestgebiet.

Hier war um die nach Millionen von Pferdestärken zählenden Wasserkräfte der groben Sambesifälle herum seit einem halben Iahc- hundert eine gewaltige Industrie entstanden. Mit Hilfe der in unerschöpflicher Menge zur Ver­fügung stehenden elektrischen Energie wurden die reühen Dodenschähe, die Erze und Edelerden hier an Ort und Stelle durch europäische Syndikat«, verarbeitet.

Hier war eine der Hauptquellen, auS denen die Wirtschaft des alten Europa neue Kräfte schöpfte. Hiev wo das tropische Klima die Zahl der weihen Bevölkerung von vornherein niedrig hielt, bildeten die Schwarzen naturnotwendig den Hauptträger der industriellen Leitung. Ohne sie wäre die Ausbeutung der Minen, die Verarbei­tung der geförderten Schätze trotz aller technischen Fortschritte unmöglich gewesen.

In diesem Gebiet war es bisher nie zu Aus­ständen gekommen. Das Niveau der dortigen schwarzen Arbeiterschaft war bedeutend niedriger als das der nordafrikanischen. Sie war gewohnt, widerstandslos allen Anforderungen der weihen Herren zu folgen, mochten diese auch nicht immer gerecht sein.

Jetzt war auch hier die Lage bedenklich. Auf eine unerklärliche Weise waren Funken des eben in Algier ausgetretenen Drandes bis hierher geflegen und hatten gezündet.

Jetzt weigerten sich die Schwarzen hier ganz plötzlich, die gröbere Arbeitszeit, die sie bisher ruhig angenommen hatten, weiter zu leisten. Auch hier wurde das Wirken fremder Erni.säre zweifels­frei festgestellt.

Schon waren die Unternehmer unter dem Druck der Regierungen bereit, den Forderungen nachzugeben, als die Dinge eine schlimme Wen­dung nahmen. In einer Nacht waren die Fabri­ken und Werke im Tschotigebiet von Ausständigen beseht und die weißen Werkleiter massakriert worden. Die > Gefahr, dah das ganze dortige, Industriegebiet den Weißen verlorenging, war riesengroß. Schon sah man die Lage als hoff­nungslos an.

Da zeigte sich die Jahrhunderte alte engüsHr Kunst Kolonialpolitik zu treiben im hellsten Lichte Mit Zuckerbrot und Peitsche, mit vielen Versprechungen und Erleichterungen auf der einen, mit brutalster Energie auf der anderen Seite wurde die Ordnung wiederhergestellt. Doch waren es tr-ieder bange Wvchen, die Europa schwer be- brüdten. Flammenzeichen waren au'gezudt. Ein Wetterleuchten hatte plötzlich das Gewölk erhellt. Aber nvck/kvnnten c3 die wenigsten verstehen, ja nur ahnen, was diese vorzeitig losgegangenen Signale zu' bedeuten hatten.

Etwas anderes, ganz UnerklärlichLs ereignete sich in dieser Zeit an den europäischen Dorfen. Langsam, aber unaufhaltsam sank der Kurs der Aktien der E. S. C. Die Dürfen schienen das ge­waltige Unternehmen der Europäischen Siedlung- lcmpagnie plötzlich mit einem gewissen Mißtrauen zu betrachten.

Das Direktorium wurde mit Anfragen be­stürmt. Seine Auskünfte vermochten die Sache nicht zu Hären, keinen begreiflichen Grund für das Sinken der Papiere zu geben.

Eins stand fest. Der Anstoß zu dieser ganzen Daissebcwegung war v-vn A>nerika gekommen. 'Das europäische Publikum war dann mit Angstverkäu- fen gefolgt. Aus dem Dall drohte eine Lawine zu werden.

Da kam ein Tag, an dem der Sturz zum Stillstand kam und der Kurs sogar einige Punkte gewann, um sich von nun an langsam zu erholen.

Was war geschehen? Am Abend vor diesem Tage hatte um 10 Uhr eine Sitzung des Dierk- tcriums der E. S. C. stattgefunden. Zum allgr- melnen Erstaunen der meisten Teilnehmer war kurz nach der Eröffnung der Sitzung Georg Isen-

Vvandt tn das Zimmer getreten. Er folgte einer dringenden Einladung des Präsidenten Reinhardt.

Eine knappe Stunde hatte er gesprochen. War im Anschluß daran sofort nach Asien zurückgekehrt. Als die Mitglieder des Direktoriums nach der Sitzung das Gebäude verließen, zeigten ihre Ge­sichter nichts mehr von der Sorge, die bis dahin auf ihnen gelastet hatte.

Ihre zahlreichen chiffrierten Telegramme, btc noch in derselben Nacht hinausgingen, zeigten, wie anders die Lage jetzt von ihnen angesehen wurde. Der Desuch Isenbrandts wurde streng ge­heimgehalten.

* *

Mittagsglut lastete auf den Ruinen von Kara- fr rum. Unbarmherzig brannte die Sonne auf die tausendjährigen Ueberrefte der alten Mongolen­stadt nieder. Zerfallen waren die alten Paläste, in Trümmern lagen die Häuser. Nur noch wenige ärmliche Ansiedler hausten in den Ueberblerbfeln der einstigen großen Hauptstadt.

Außerdem noch die Gefangenen Collin Ca­merons.

Als damals Wellington Fox in Urga auf* tauchte wußte Cameron sofort, dab der Aufenthalt der Witthusens entdeckt sei, daß Freunde am Werke wären, sie zu befreien. Ein anderer siche­rer Ort mußte für sie gefunden werden^nd (Sa­men: n verfiel, auf die alte Thingstatte der Mon- grlen auf Karakorum. Hier, in der Schamowüste, fern von allen Städten, von allem Verkehr ... des war er sicher ... würde sie so leicht niemand suchen und finden.

(Fortsetzung folgt)

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