gröber-!
j) Li4
Aus
ein der
in
Kleber
Stadt und Land.
Gießen, den 26. März 1924.
Die Zwergrenten der Unfallversicherung.
Der sozialdemokratische Parteiausschuß be- schloß, den sozialdemokratischen Parteitag, der am 13. April in Berlin beginnen sollte, bis nach den Reichstagswahlen zu verlegen.
Die Proklamation der Republik in Griechenland.
Kleine politische Nachrichten.
Der Wahlkreisparteitag Hessen-Rassau der Deutschen D o l k s p a r t e i hat die Aus- stellung einer Wahlliste beschlossen, an deren Spitze folgende Kandidaten stehen: 1. Landtags- abgecrdneter Dr. Kalle, 2. Reichstagsabgeocd- neter Hepp 3. Reichstagsabgeordneter Loko- mctiosührer Seibert.
*
1. Klass, 2. .
3. ,
h:
5b. , :
ineinder des rireilc §r. Dah fetten Sihu vertllgu tung zu t W" c' unb Eilend Will« und giftet werd, soll möglut
gelangen m hingetvirlt Felder anss afticn burd Heilslatt (labt a>utb< Evldmark f tennnen Jigen Stab' Heren Jak fnüppel bewilligt. - etnoerfianbc suchungsam' clljahrlich chuiig get genommen lohnsah mtlhon der dahier, zu Stunde ab Eduard 3‘ gebot für
♦
Gießener Wochenrnarktpreise
am 25. März 1924 (Händlerpreise).
Es kosteten: Butter Pfund 170—190 Pf Matte 20, Käse 70, Eier Stück 10—11, Wirsing Psund 45, Weißkraut 35, Rotkraut 40—45, Gelbe Rüben 20, Rote Rüben 30, Blumenkohl Stück 300, Endivien 200, Linter-Kohkrabi Pfd. 8, Grünkohl 60, Rosenkohl 150, Feldsalat 400—500, Tomaten 150, Zwiebeln 25—30, Lauch Stck. 5—20 Meerrettich Pfd. 120—150, Sellerie Stck. 70 bis 100, Schwarzwurzeln 120, Aepfel 20—30.
"ji
*Ä
, Sie Gei !m Dege
Sorftot «Waöent *■' Äl. 8 85 58 •W Shu j, ft In ®.
.April, y. l^netet r Süen ei, ^ekanntga "nddie^
Leiters Aürg
3.4
6. '
Angebi getrennt ni
Aufsch, Freitag l.Wjr bei ewzu eichen 1‘attfinbet. ®or Oesfnunc Jas 5oh ' Station ®t0 Ian9«n Don
®togeni H-Is. Düi
SÄ* w»
Dortrageno' pie die dec nu^srage.
** Rückkehr in dieGarnis 0 n. Die bisher noch in Thüringen weilenden Teile unseres Bataillons sind gestern mittag wieder hier eingetroffen. Gegen VJ2 Ahr kam die Truppe auf dem Bahnhof an und gegen 1 Ahr erfolgte der Einmarsch in die Stadt. Eine große Menschenmenge bereitete den Kompagnien den gewohnten freundlichen Empfang. Das Bataillon ist nunmehr wieder vollzählig hier beisammen.
** Wichtig für Hundebesitzer. Das Kreisamt Gießen gibt im neuesten Amtsverkündigungsblatt bekannt: Insoweit Hunde durch eine von der Behörde ausgestellte B l e ch m a r k e mit fortlaufender Rümmer, die der Hund am Halsband trägt, bereits gekennzeichnet sind, kann von der angeordneten Bezeichnung der Hunde mit einem auf dem Halsband zu befestigenden Schild mit Angabe des R a m e n s und Wohnorts des Besitzers abgesehen werden.
** Bom 1. April an wieder Beleidigungsklagen. Am'l.--des nächsten Monats ist die Frist abgelaufen, innerhalb deren bei den Gerichten keinerlei Privat-^Be- leidigungsklagen entgegengenommen oder verhandelt wurden. Bom 1. April ab wird diese viel benutzte Kategorie der Strafrechtspflege also wieder von neuem aufleben. Die bisher in Ruhe befindlichen Verfahren werden in den Stand zurückgesetzt, in dem sie sich vor Beginn der „Schonfrist" befanden.
_ . *1 ® 1 e Rllgem. Ortskrankenkasse Gieyen-Stadt gibt im heutigen Anzeigenteil den letzten Termin für die Bezahlung der rückständigen Februar-Beiträge bekannt.
** Preuß-Süddeutsche Klassen- lotterie. Die Lose zur 2. Klasse müssen bis zum 28. Marz eingelöst werden.
**. Zum Verkehr mit dem besetzten Gebiet. Durch Verhandlungen mit den französischen Besahungsbehörden ist erreicht worden daß seit einiger Zeit in Eschborn beim Aebei> gang nach dem besetzten Gebiet die Paß- und Zollrevision zunächst bis auf weiteres in den Zügen vorgenommen wird. Den Reisenden bleibt daher das lästige und oft gesundheitsschädliche Warten im Freien erspart. Don ihrem Der- h.rlten wird es in erster Linie abhängen, wie lange dieser Zustand beibehalten wird. Alle Reisenden werden daher besonders dringend ermahnt, alle den Pah- und Zollvorschriften für das besetzte Gebiet zuwiderlaufenden Handlungen zu unterlassen, die geeignet sein könnten, die Franzosen zu einer Aenderung des zugestandenen Revisionsverfahrens zu bestimmen.
Htiftungsst I r a d)1 im Acnzert w sr< Wilhelm ö Dellers einen recht tat, .192
Indizienbeweis gelten. Selbst wenn alles, was in dem Indizienbeweis angeführt ist, richtig wäre, so toürbe das für die Schuldfrage noch gar nichts bedeuten.
Rach einer Bemerkung des ErstenStaats- an wal ts steht die Staatsanwaltschaft auf dem Standpunkt, daß durch den Indizienbeweis nachgewiesen sei, daß Frick schonvorder Aktion von ihr Kenntnis hatte. Wenn es richtig sei, daß er vorher schon eine Rachricht bekommen habe, so wäre es seine Pflicht als Führer der Polizeibeamten gewesen, diese Aktion zu verhindern.
Rach den Darlegungen des Rechtsanwalts Roder hat Frick nicht das Amt als Polizeipräsident angenommen, er habe sich lediglich bereit erklärt, bis zur Wiederkehr des Polizeipräsidenten tätig zu sein. Frick habe sich in den folgenden Stunden auch niemandem gegenüber als Polizeipräsident aufgespielt.
Der Dorsitzende vertagt dann die Sitzung auf Mittwoch vormittag, nachdem die Rechtsanwälte Hemmeter und Schramm erklärt hatten, sie noch kurze Ausführungen in geheimer Sitzung zu machen hätten.
DieLondonerBesprechung
London, 25. März. (WTB.) Der Londoner Berichterstatter des Manchester Guardian bezeichnet die gestrige Antsrredung zwischen dem Premierminister Macdonald
Die Finanzlage des Reiches.
<^55lin 25. März. (Wolff.) Rach einer Aebersicht über die Geldbewegung bei der Reichs ha uptkafse betrugen vom 11. März bis zum 20. März die Ablieferungen rund 196 6 die Auszahlungen ;<unö 134,3 und mithin der Aeberschuß 63,3 Trillionen Papiermark gegenüber einem Zuschußbedarf von 11,9 Trillionen in der erften Märzdekadr. Dec Gesamt- zuschußbedars des Reiches seit dem 16. Rooember ist daher von 779,4 aus 716,2 Trillionen zurückgegangen.
Die Schulreform in Preußen.
Berlin 26. März. (Priv.°T?l) Eine vom Kultusministerium herausgrgebene Denlschrist über die Amgestaltung der höheren Schulen in Preußen sieht ab Ostern überall die Einführung der Dreißig-Stundenwoche vcr. Auf den Rachmittagsunterricht wird — aach in den wahlfreien und technischen Fächern — verzichtet. Rur ein Rachmittag ist mit zwei Spiel- stunden belegt. Das bedingt eine Amstellung des gesamten Anterrichts. So soll u a. Latein im Realgymnasium nur von Sexta bis Antersekinda und im Resormrealgymnasium nur von Aater- sekunda bis Oberprima gelehrt werden.
Eine Stadtverordnetenfitzung findet am kommenden Freitag, nachmittags 5 Ahr beginnend, im Stadtverordneten-Sitzungssuale statt. Auf der Tagesordnung stehen u a folgende wichtige Dorlagen: Aenderung der Gebühren für die Kanalbcnuhung, die städt Strahan» reinigung und die städt. Müllabfuhr, Gewährung freier Ler-rmrittel an der Volks- und Fortbildungsschule für Kinder unbemittelter Einwohner.
- ** r, Asichstagswahlletter in Hessen Das Gesanuministe.ium hat den Staats- rat S Pa m e r in Darmstadt (Dienstadresse: SIM smintslettmn. Aeckarstrab- 7) zum Kreis- Wahlleiter des Wahlkreises Hessen-Darmstadt und den Legatronsrat Dr. Heinemann in Darm- SU seinem Stellvertreter für die Reichstagswahl in Hessen ernannt.
ihrer Güter gestattet und die Proklamierung der Republik beschließt, vorausgesetzt, daß sie
durch die Volksabstimmung gutgehrißen wird, wobei Admiral Gundirivzis das Amt der Amwandlung der Regierungsformr obliegt, bis die republikanische Verfassung ausgearbeitet sein wird. Artilleriesalven vertündeten das historische Ereignis, das von der Äat.-onalversamm- lung und der Stadt mit unbeschreiblicher Begeisterung ausgenommen wurde. Die Feier dauert drei Tage an. Heute wird ein Ministerrat eine Verordnung unterzeichnen, durch die alle wegen politischer und mil.tärischer Vergehe-,r Verurteilten amnestiert werden. Die Presse begrüßt die Ausrufung der Republik als ein großes Ereignis das den Beginn einer neuen historischen Epoche Gr^chenlands darstelle.
Der Parteivorstand der Demokratischen Partei stellte die Spitzenkandidaten für die Reichswahlliste aus. Die Liste beginnt mit dem Reichsmimfter a. D. Koch. Es folgen Dr. Gertrud Bäumer, Erkelenz, Fischer- Köln, Retchswehrminister Dr. Geßler und Dr. Ludwig Haas.
* Straßensperre a u f der Strecke Gießen—Frankfurt a. M. Wegen Reparatur dec Eisenbahnbrücke 1 Km. südlich vom Bahnhrs Rieder-Wöllstadt wird die Strecke Gießen—Frankfurt bei Rieder-Wöllstadt vom 1. April ab aus etwa 4 Wochen für jeden Fuhr-werks- und Autoverkehr gesperrt. Für die Umleitung des Verkehrs sind folgende Bestimmungen getroffen: Der von Norden kommende Veckehr wird von Rieder - Wöllstadt über Chausseehaus Ilbenstadt, Burg - Gräfenrvde, Dah.chof Groß-Karben geleitet. Der von Süden kommende Verkehr wird ll/3 Km. südlich Rieder- Wöllstadt über Rodheim, Rieder- und Ober- Rosbach, Friedberg geführt. Die Behörde ersucht dringend, in der angegebenen Weise zu fahren, damit ein Begegnen der Fuhrwerke und Kraftfahrzeuge aus den zum Teil schmalen Straßen vermieden wird.
** Rach Drasilie n ausgewandert Man schreibt uns: Der Maler Hermann Belte, dessen mit dem Maler Otto Kienzle ge- mernschaftllch lang und erfolgreich ausgeübte Tätigkeit im Freilegen und Renovieren von mittelalterlichen Fresken, in malerischer Ausge- staltung von alten Schlössern, Rathäusern und Kirchen mrd im Herstellen von holzgeschnitzten Kriegergedächtntstafeln die größte Anerken.rung der Öffentlichkeit und der Behörden fand, ist, einem Zug der Zeit folgend, nach Brasilien übergesiedelt. Dte Arbeiten werden jetzt von dem Maler Otto Kienzle, Traisa-Darmstadt, allein weitergeführt.
** Der Verband Hessischer Regt mentsvereine hat mit den Vorarbeiten zu einer großen Feier begonnen, die am 17. August stattfinden wird zum Gedächtnis der 10jährigen Wiederkehr der Feuertaufe der Hessischen Division in der großen Schlacht bei Reufchateau-Anloy-Maissin 1914 und der Schlacht von Gravelotte-St. Privat 1870. Anläßlich dieser Feier soll eine dem Verband gestiftete Fahne genagelt und feierlich geweiht werden. Die mit der Tradition der alten Regimenter beauftragten Reichswehrtruppenteile werden mit Abordnungen vertreten sein.
** Einheitskurzschrift. Man schreibt uns: Der Dildungsausschuß des Reichstages hat kurz vor seiner Auflösung eine Eingabe des Reichsbundes für Ra io ialstenog aphi? angenommen, wonach die verschiedensten Kurzschriften miteinander durch Vcrgleichskurse in Wettbewerb treten sollen, damit das sich am besten b.»wäh- rende System die Grundlage für ein Einheitssystem abgäbe. Der Antrag wurde der Regierung überwiesen.
"Hasendiebstahl. In der Rächt zum 23. wurden von einem Hofe aus einem Kasten zwei schwarze und zwei weiße Hasen gestohlen. Sachdienliche Mitteilungen erbittet die Kriminalpolizei.
Vornotizen.
— Tageskalender für Mittwoch, Stadttheater: 7 Ahr „Maria Magdalene". — Kriegerverein: 8 Ahr im Postkeller Hauptversammlung. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Die Insel der verlorenen Schiffe". — Palast-Licht- spiele: „Alles für Geld".
— Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrtebcn: Rochmals sei auf den mor- gtgen einmaligen Vortragsabend von Profess)r Mar ell Salzer hingewtesen. — Herr Richard Hellborn, der nach fünfjähriger Tätigkeit mit tem 31. Marz auf eigenen Wunsch aus dem Verband des htesigin Stadttheaters ausscheiöet, wird in den Vorstellungen des lustigen Schwankes „Das Krokodil" am kommenden Freitag in der Abor.nementsvorstellung und am Sonntag nachmittag, wo der Schwank unter Spielplamänderung nochmals gegeben wird, zum letzter Male auf unserer Dül.nr auftreten. Die Rolle des „Huschte" im Krokodil, die der vielseitige Künstler zu den allerbesten seines Revoctoirs zählen darf, bietet
Die Plaidoyers im Hitlerprozetz.
München, 25. März. (Wolfs.) Der Der- f eitriger Pöhners, Rechtsanwalt Hemmeter, führt aus, Pöhner sei seinem Eide und ferner Aeberzcugung treu geblieben bis zum heutigen Sage. Kahr und seine Mitarbeiter hätten durch ihre Tätigkeit den Dodon für die Ereignisse vom 8. und 9. Rovember gelegt. Aus alle Fälle tonnten die Angeklagten gar keinen anderen Schluß ziehen, als daß Kahr, Lossow und Seiher entschlossen seien, die deutsche Frage im Dis- marckschen Sinne zu lösen. Cs müsse ausdrücklich festgestellt werden, daß Pöhner am 8. Rovember morgens nichts von dem bekannt war, was in den Tagen des 5. bis 7. Rovember zwischen Kahr und den Herren des Kampfbundes sowie Lossow, Seiher und Beamten und Offizieren gesprochen worden war. Pöhner muhte sich daher in dem Glauben befinden, daß sich an dem Entschluß Kahrs, nach Berlin zu marschieren, im Sinne einer machtpolitischen Lösung nichts geändert hatte. Pöhner habe sich auch nur bereit erklärt, die Funktionen eines bayerischen Ministerpräsidenten provisorisch zu übernehmen. — Weiter legt der Verteidiger dar, daß Pöhner auch von den Ereignissen nach der Mtion im Bürgerbräukeller nichts vorher gewußt Habe. Kahr, und nicht Pöhüver, habe die Person des Königs in die Akt vn hineingezogen. Kahr habe auch in der Rächt Pöhner und Frick freu ab- fchaftlichst empfangen, zu einer Zeit, wo Kahr die Möglichkeit gehabt hätte, ihnen zu erllären, bah er nicht mttmache.
Es sei also em Treuebruch unerhörtester Art von Kahr an fernem langjährigen Weggenossen Pöhner verübt worden.
Der zweite Verteidiger des Angellagten Pöhner, Rechtsanwalt Roder, machte rechtliche Ausführungen bezüglich der Einstellung seines Mandanten.
Am Dienstagvormlttag bittet Rechtsanwalt Roder angesichts des gefährdeten Gesundheits- §standes des Angeklagten Hitler von dessen nwesenhcit im Gerichtssaale Abstand zu nehmen. Das Gericht tfl der Ausfassung, daß die Anwesenheit Hitlers wie die Pöhners nicht notwendig ist. Auch K r i e b e l wird für die weitere Dauer ves Prozesses dispens:e.t. Hieraus beginnt Zustiz- rat S ch r a m m( der Verteidiger des Angetlagten, Hauptmann Röhm, seine Aussührangen. An fcer Tat selbst sei Hauptmann Röhm bekanntlich nicht beteiligt gewesen. Röhm habe sich bei der Wahl zwilchen Gehalt und Aeberz-eugang von der Aeberzrugung leiten lassen. Es fei mindestens wahrscheinlich, daß sich die drei Herren tun : r - lich zu der Tat bekannt hätten. Für ihn bestehe nicht der leiseste Zw-ifel, daß die drei am 8. Rovember ihr Wort mit Ernst abgegeben haben. Die Hauptschuld der drei liege nicht darin, daß sie ihr feierlich gegebenes Wort nicht ein» gelöst haben als vielmehr in den Amständen des Wortbruchs. Sie hatten auch alle Drr- standigungsversuche von anderer Seite schnöde za- rückgewiesen. Die Teweisausnahme habe ergeben, daß Hitler wie Kahr bestrebt waren, die Einsetzung einet von parlamentarischen Sin» flüffenfreien Deichs re gierung herbei- zusühren. Es sei durchaus falsch, daß etwa Hitler am 9. Rovember sofort den Marsch nach Berlin antreten wollte. Die Gedankengänge Hitlers be- TDcgten sich in der gleichen Linie wir die der drei Herren. Der ganze Rorden habe sehnsüchtig auf den Augenblick gewartet, an dem die Befreiung des Staates eintreten sollte. Es bestehe kein Igweiscl darüber, daß die neue Regierung alle diese Kräfte hatte vereinigen können, so daß es fu einem Blutvergießen nicht gekommen wäre, sondern daß die verantwortlichen Männer in Berlin unter sanftem Hinweis auf die bereit- gestellten Machtmittel freiwillig ihre Stühle verlassen hätten.
Wenn also das, was Hitler am 8. November begangen habe, strafbar fei, dann fei das, was bis zum 8. November geschah, zum mindesten die- strafbare Vorbereitung einer Handlung , nach dem Strafgesetzbuch gewesen.
Der Verteidiger des Angeklagten, Leutnant P e r n e t, Dr. Dauer, widerlegt die Behauptung, daß Pemet die Infanterieschüler zur Meuterei aufgehrtzt habe. Es sei durch dte Verhandlung nicht der geringste Anhaltspuntt dafür erbracht, daß Pernet von den für den 8. November geplanten Schritten Kenntnis hatte. Pernet sei nicht aus eigenem Antrieb, sondern auf ausdrückliches Ersuchen Scheubner-Richters mit diesem in die Villa Ludendorffs gefahren. Die Paßkontrolle im Durgerbräukeller sowie dte Verteilung der beschlagnahmten Gelder scheide deshalb als Anllagepunkt aus, da zu diesem Zeitpunkt das Anternehmen bereits abgeschlossen war und eine Beihilfe überhaupt nicht mehr in Frage kommen könne. Der Verteidiger Beantragt die Freisprechung seines Mandanten, der nur aus den edelsten Motiven ge= handelt habe.
In der Rachmittagssihung gibt Rechtsanwalt Dr. Hemmeter, der Vertreter des angeklagten Leutnants Wagner, zunächst ein Bild der beklagenswerten Zustände in Deutschland zur Revolutionszeit, die in Leutnant Wagner den Entschluß reisen liehen, am Wiederaufbau seines Vaterlandes mitzuhe-lsen. Der Verteidiger erflärt ausdrücklich, baß Leutnant Wagner am 8. Rovember 1923 durch Oberleutnant Roßbach die Rachricht erhielt, es finde an diesem Abend e i n abgekartetes Spiel zwischen : den Herren Kahr, Lossow, Seisser, Pöhner, Hitler und Ludeudorff statt zum Zwecke der Errichtung ■ einer Rationalarmee und einer nationalen Regierung in München. Es mußte in der Folge in ’ ter Insanterteschule die Aeberzeugung vorherrschen, daß das, was Lossow befehlen würde, bedingungslos zu tun war. <
Athen, 25. März. (Agence d'Athänes.) Die Rationalfeter ist heute unter Teilnahme einer ur.gefx-ueven Menschenmenge aus allen Schichten der Devölterung begangen worden. Rach einem Gottesdienst in der Kathedrale begaben sich die Minister und Abgeordneten im geschlvssanen Zuge zum Parlament, das in feierlicher Sitzung einstimmig den Anttag der Regierung annahm, durch den die Dynastie a b g e s e tz t und die Republik erdichtet wird. Ministerpräsident Papanastasius legte nach Verlesung einer Programmrede ein Resolutionsprojekt vor, das die Dynastie für endgültig verfallen erklärt, den Mitgliedern der königlichen Familie den Olufent- halt in Griechenland untersagt, die Enteignung
Die ganze Infanterieschule war der Meinung, daß Kahr und Lossow bei diesem Antemehmen absolut mithin würden und daß alles in legalem Sinne geschehe.
Was Wagner getan habe, hätten rund 300 andere C>ff7,terc auch getan. Der Verteidiger beantragt schließlich Freisprechung. Sodann folgt die Der- terdlgungsrede des Rechtsanwalts Götz des Vertreters beS Angeklagten Dr. Frick. Götz tritt bem Bottvurf entgegen, daß Frick von den füh- ren^n Krreisen des Kampfbundes schon längere °AA°Uzelprasident in Aussicht genommen war Richt em Zeuge und nicht eine Arkunde rennten vorgebracht werden, die diese Bebauv- Auch die Verhaftung des Pcltzetprasidenten Mantel könne nicht als
Be
Duh- ur
t>
Die für i anberaumte in Ahr i I Liebigshöh
Giehen, DerOberbür
Hol
Die (Bei lmst im W genbes Stan
die Auszahlung von Zwergrenten in der Ansallversicherung werd dem WTB. mitge- teilt: Die Ansallrenten von zehn und fünfzehn Prozent der Vollrente werden nach dem Gesetz vcm August 1923 nicht ausgewertet. Den Berechtigten konnte daher die P^st nur einen Gold- psennig zahlen. Zur Beseitigung dieses für die Verletzten und dte Zahlstellen schädlichen Zustandes hat der Reichsarbeitsminister am 21.März ungeordnet daß bei der Auszahlung die Zwerg- renten auf eine Goldmarkaufgerundet werden. Dadurch erhält das Zahlungsgeschäft toiebet einen wirtschaftlichen Sinn, ohne daß damit die Zulagenberechtigung der Zwergrenten ausgesprochen ist. Dem neuen Reichstag wird Gesetzentwurf zugehen der dte Ablösung Heinen Renten behandelt.
und dem französischen Botschafter Grafen St. Aulaire als den Beginn einer aktiven Phase der fran§ös:sch-britischenDiplomatie unter der neuen britischen Regierung. Bei der (Unterredung, in der hauptsächlich St. Aulaire das Wort führte, feien die Fragen der Pfalz, der Kölner Bahnen, der Ruhr., der Sachverständigenausfchüfse und der fran- zöfifchen Steherheit erörtert worden. Defrie- digung fei, wie verlaut-.', auf beiden Seiten I In einer Sitzung des Gesamtvorstandrs des über die Erfolge der Behandlung deS Preu» R e ich s l a n d b u n d e s wurden dte Reichstags- blems der Pfalz und der Kölner Bah- abgeordneten Hepp und Gras Kalckreuth nen auSgedrückt worden. Der franzöfifche SU Präsidenten des Bundes gewählt. In Botschafter und franzöfifche Kreise in Londsn ber vorausgcgangenen Dertreterversamml^ng seien zud-ersichtlicher als vor einer Woche, daß ^urde der bisherige Porstand wiedergewählt, die Sachverständigen ein Aebereinkommen er- *
fielen werden. Bei der gestrigen'Anterredung . , Reichswehrministerium sand die all- habe Macdonald angedeutet, daß jetzt ein gliche Zusammenkunft sämtlicher neuer Faktor in dir Ersrteruna ein trete Gras krei s ko m m a n d e u re der Reichswehr
St Aulo-rre bobp dem Reichswehrminister und dem Chef der
obersten H.eresl'itung statt. Es handelt sich da- gebracht, daß das Problem der französischen bei ausschließlich um die Erörterung laufender Sicherheit nur gelost werden könne durch den militärischer Angelegenheiten.
Abschluß eines dauernden englisch- *
französisch en Derteidigungsver- In der tschechoslowakischen Gesandtschaft in träges. Macdonald habe angedeutrt, daß Berlin fand in Anwesenheit des Staatssekretärs der britische Plan vollkommen anderer Art sei Meisner als Vertreter des Reichspräsi- und daß der Weg zur Sicherheit durch den Renten, des Reichskanzlers, des Außenministers. Völkerbund führe, möglicherweise vennit- des Staatssekretärs Frhrn. v. Mattzahn und t-IS -m-s gegen,-!tig-n Gar-mt/epal!e«, viel- Dotschnfter und Geiandten-in-
l-icht aber auch durch einen be,anderen Plan f bcn Mrf,or6CTOT ®c|an&tCT
der Entmilitarisierung und Uten.
11 a 1 i, i e t n n g 0 e ä » § e i n I a n » e « n n • Dar britische Unterhaus hat einen Antrag des tet der D o lke r b UN d g a r an t I e. Der Konservativen Sir Rod Stint, in dem gegen neue Faktor in der Lage sei jedoch d i e H a l - bte Entscheidung der Regierung in der Frage des tung Berlins. Don deutscher Seite sei be- DocksvonSingapore Protest erhoben wird, tont worden, daß keine deutsche Regierung je mit 287 Segen 211 Stimmen abgelehnt, irgendeine Vereinbarung betreffs des Rhein- *
landes annehmen werde, die über die Bestim- , Die Verhandlungen zur Beilegung des Streiks rnungen des Versailler Vertrages h'mausqehe. tev .ßl>n"?.neL Straßenbahner sind abgebrochen Auch würde Deutschland dem Dölkrrbund nur §DrE$ffnn?21e ^eftelLßn lehnen das Angebot der ?ErnL^ib^n»"b'°;' V? T ÄÄmmÄÄJSb’ÄI Ä7ÄÄ ^nic^^rf^nÄ'‘rb.et&lllin8clncm fern Problem sei der neue Fakt ar, der durch *
Macdonald gegenüber Paris betont werde. Der Papst hat den Marschall Foch in Der Bericht der Sachverständigen. Privataudienz empfangen.
tnn Bessarabien hat mit Anterstühung
tzr Berich, der S2chveri1ändigm endgul- Sowjetruhla: ds eine flaite Protestbewegung gegen Mib g™n^,i0" 2turaänien 951116
ftänt gen wüi d n sehr wahrscheinlich ihre Arbei en am Sonnabend drn 29. März beendet haben, sie würden zu einer letz en äleberarbeitUng Les Textes schreiten müssen. -Unter diesen Llmstäaden werde dte Reparalionskommission nicht vor Dienstag Len 1. April offiziell mit dem Dokument besaßt werden können. Dieses werde ohne Zweifel schon am Tage nach der Lieberreichung der Oessenllichteit übergeben werden.


