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Äterljpwigen, Frauenrechte unf> KinDerzulaaen. Die Diskussionsreden waren belanglos Das Schlußwort sprach Rechtsanwalt Homberg er.

Kreis Friedberg.

?5i.°bbsrg, 24 Otoo. 3n einer Ders-mm- lung des hiesigen Obst- und ©artenbau» ietl ^n,raJ® Obstzuchten und -kenner we-ttnn bekannte Altbürge,-meister Maul von Ofseicheim einen sehr intereffanten Dortrag über . ^CTna Obstbau in der Wetterau ernst und setzt". Der Redner führte aus, daß schon vor dem Dreißigjährigen Kriege dec Obstbau und mehr noch der Weinbau geblüht habe, an den Weinbau erinnern heute noch viele Flur­namen, wie Weingarten, Wingert us'w. Durch die Drangsale des Krieges wurde natürlich der Obst- imd Weinbau fast völlig vernichtet. Auch die späteren Kriege wirkten verhörend, erst nut dem 2lmreten Napoleons von dem Weltschauplahe begann sich diese Kultur wieder zu heben. Bahn­brechend wirkte in dieser Beziehung Pfarrer p r i ft von Cronberg durch die Errichtung von Baumschulen in Cronbei^g. Seckbach, Beigen und anderm Orten, den größten Aufstieg aber nahm der Obstbau durch Errichtung dec Ackerbauschule zu .Friedberg im Jahre 1872, der später die iObstbaufchule angegliedert wurde: hier war es L-escndeis der Lehrer cm dieser Schule und spätere Schulinspettor R ü ck e r t. der sich unvergängliche Verdienste erwarb. So ist heute der Obstbau in der Wetterau in blühendem Zustande und das Wetterauer Obst_ ist weithin berühmt und gesucht, während der frühere Weinbau vollständig ver­schwunden ist Der hiesige Zweigverein des Evangelischen Bundes hielt im Festsaale des Hotel Trapv seinen diesjährigen Lutherabend ab. Als F sb ebner warPfacrer Berger von Höchst l O. erich enen, der in vor­trefflicher Rede ein Charakterbild Luthers als Mann dec Tat, des Gewsens und des Glau­bens entwarf Das Programm wurde belebt durch Chore der Seminaristen und Aufbauschüler und sonstige musikalische Dorträge. Den Schluss bildete ein von Mitgliedern des Wartburgvereins dar- gestelltes Sp el von NuppelUnd wenn die Welt voll Teufel wär". Die Veranstaltung war so stark besucht, daß viele Besucher keinen Platz mehr finden Eonnten Zn dec vorigen Woche wurde mit dem Mehlhändler Heinrich Rausch eine in allen Kreisen bekannte und geachtete Persön­lichkeit zu Grabe getragen. Auch im öffentlichen Leben unserer Stadt trat der Verstorbene als langjähriges Mitglied du Stadtverordnetenver­sammlung und dec Handelskammer he-.Dvc; ec ist der Vater des bekannten Dichters und Schrift­stellers Albert H, Rausch.

Kreis Büdingen.

A Nidda, 23. Nov. Heute fand im Garn- brinuö dahier eine sozialdemokratische Wahlversammlung statt, an der etwa 5 0 Personen tcilnahmen. Staatspräsident Ulrich von Darmstadt sprach in l'/..stündiger Rede. D.e Ausführungen waren sachlich und g mäßigt, ohne Ausfälle gegen die anderen Parteien. Nur dec Bauernbund wurde manchmal tr.ttsiert. Weil es sich bei der Wahl zum Landtag um die Bildung der zukünftigen Regierung für den Dolksstaat Hessen handelt, förterte ter Redner auf daß jeder Wähler und jede Wählerin ihre Pflicht erfüllen möchten. Der Demokrat sche Lcw.dtags- abgeordnete Landwirt Reinhardt aus Ge.ß- Nidda wünschte in der Aussprache, daß den ©emeinben mehr Selbständigkeit in der Verwal­tung gewahrt und ihnen nicht viele Ausgaben einfach diktiert würden, ferner die Ermäßigung de? Steuerlasten ter Kleinbauern und die ge­rechtere Ve.teckung - ter Kosten für die Kunst- strkßen. Der Referent gab aus diese Wünsche in seinem Schlußwort ausführliche Auskunft.

Kreis Schotten.

X. S ch o t t e n , 23. Nov. Zu einer eindrucks­vollen Kundgebung gestaltete sich am heutigen To- tonsonntage die FeierzumGedächtnisder im Weltkriege Gefallenen ans Schotten und den Kirchspielgemeinden Betzenrod, Götzen so­wie Michelbach. Das Innere der Stadtkirche trug einen geschmackvollen, würdigen, gärtnerischen Schmuck. Am Altar standen die mit Trauerflor versehenen Fahnen unserer Körperschaften..Den Anlaß zu dieser, besonderen Trauerfeier gab die Einweihung der Gedenktaseln, von denen je 4 zu beiden Seiten des Altars im Chor­raume angebracht sind, an Öen Stellen, wo vor Jahrhunderten die Chorstühle der Schottener

Die-rote Kaschgar.

Roman von Fedor von Zobeltitz.

1. Fortsetzung

(Nachdruck verboten.)

Seine einzige verstorbene Schwester hatte, übrigens tatiächlich aus Herzensneigu g, einen jener beiten Biiftec Geil bat) geheiratet, die sich durch ihr industrielles Gen c aus einfachen V i> hältniisen in erstau lichem Sturinlcruf in die Höhr gearbeitet hittc u. Dis Che war kin erlös geblie­ben, Kurt Geisbach war bei dem Zusammenbruch eines Bergwerts verschüttet worden und da über­nahm nun sein Bruder Ernst all.in die plan- mäh ge 2lusbeutung der rierigpn Kal. löge , deren Entdeckung man eigentlich einem Zus ll verdaulte, deren, faufmännij^.: Aus)rertu"g abe unter iec Findig leit und der säst heroischen In.el i ez Bc.itzers zu einer so gewaltigen Macht anwrichs, daß ma i ihn als den Kali König zu bezeichnen pflegte. Königliches hatte Ern i Gttsba ch >reil ch nicht an sich. Er war Geheimer Kommerzie wat geworden, hätte auch den Anei und den F ei- herrntitrl erhalten können und die ize B uit» feite voller Orden Aber er war dec einfache Qllann g Mieten, wrnigtens in seiner Lebeusfü')- rung. Nur haßte er ein anschauliches 5 in toi ea auf die verar lic'e Faust. Das wäre ihm albern erschienen. Er hielt auf gute Kleidung, nicht auf modernen Schnitt, si. muß.e bequem sitzen. S e war immer sehr weit, und stets steckten in den zahllosen Taschen zah.reichr lockere Zigar-.en, große schwere Havannas. Das war sein Las.. , er qualmte ununterbrochen. War eine d esec Z> ti.itren in der Tasche angeknickt, so brach er sie auseinander und rauchte die noch brauchbare Hälfte. War eine dich r Zigarren aufge Lit ert, so leckte er mit der Zunge über das Deckblatt, und die Ge'chickte war abgemacht. Fveante kann­ten seine Cig.'lart und schenken ihm Zigar.ei- laschen in Fülle, kostbare Dinger und einfach prattische. Die lagen in seinem Arbeitszirnnu in Schwichelde auf einem besonderen Ti .. e der Reihe nach ausgebaut. Aber er tena? e )i' m. Sie waren ihn unbequem, ite paßten ihn mchi. vielleicht war er auch eigensinnig. Das war er zuweilen.

Mönchs gestanden haben. Dis Steintafeln, die in den Nischen eingelassen sind, wurden von einem bekannten Steinmetzmeister in Eberstadl a. d. B. nach den Entwürfen des Geh. Oberbaurats Hof­mann in Darmstadt hergestellt und sind dem ganzen Baustil der Kirche angepatzt. In erhabe­nen gotischen Buchstaben heben sich aus dem Stein ohne Unterschied des konfessionellen Be­kenntnisses die Namen von 11 2 COlännc rn her­aus, die von Schotten, Betzenrod, Götzen und Michelbach stannnend, ihr Leben dahingegeben haben für das deutsche Baterland, und deren Ge­beine ruhen im Auslände, auf dem Meeresgründe oder in der deutschen Heimaterde. Pfarrer B v r n- scheuer hielt die tief ergreifende Wecherede, der die Worte der heiligen Schrift zugrunde gelegt waren: ,,Niemand hat mehr Liebe denn die, daß er sein Leben lasset für seine Brüder", Worte, die auf einer der Gedenktafeln angebracht sind. Hü­ter dem Geläute aller Glocken ünd den Ehren­bezeugungen der Fahnen verlas der Geistliche in alphabetischer Reihenfolge die Rainen der 112 Gefallenen, woraus die Bürgermeiste der 4 Ge­meinden als äußeres sichtbares Zeichen der An­erkennung und Dankbarkeit prächtige Kranzspen­den niederlegten. Das geräumige Gotteshaus war nicht in der Lage, alle diejenigen aufzuneh­men, die gerne an der Beranstaltung teilgenom- men hätten, denn außer einer großen Anzahl von Berwandten der Gefallenen waren die Vereine und die Bürgerschaft der vier Gemeinden über­aus zahlreich erschtenen, um der schmerzlichen Er­innerung zu leben, um öffentlich Dank abzustatten den Helden unserer Heimat, um sich zu erbauen an den Trostesworten und den Ermahnungen des Geistlichen, um aus der umnebelten Gegenwart hoffnungsfroher in die Zukunft unseres Bottes zu schauen. Eingeleitet wurde die Feier von einem weihevollen Orgelvorspiel. Der Musikverein brachte das Largo von Händel und das Nieder­ländische Dankgebet wirkungsvoll zu Gehör, der Turn- und Gesangverein Schotten und die Gesangsabteilung des Schottener Kriegervereins botenMorgenrot, Mor­genrot, leuchtest mir zu frühem Tod",Wie sie so sanft ruhn", undVater, ich rufe dich" in mustergültiger Forin dar. Weihevolle kirchliche Gemeindelieder und ein Gesang der Konfir­manden erfüllten das Gotteshaus. Die toten Buchstaben sind lebendig und sie erinnern Ge­schlechter und Geschlechter an die Vaterlandsliebe und Opferfreudigkeit pflichtbewußter Männer und Helden und mahnen uns, diesen edlen Vorbildern nachzustreben in begeisterter Treue und selbstloser Liebe zum deutschen Volke, für dessen Ehre die Gefallenen ihr Leben dahingaben.

O Sch. otten, 2-l. Ncv. Gestern fand hier unter einer sonst nie gekannten Be eiliqung die Wahl der Au s sch u ß mitg l iede r zur Krankenkasse statt. Es waren 2 Wahß'vr^ schlage eigcgangen, einer von Cer Ortskva Een» lasse selbst, ter andere von einer Gruppe Arbeit­geber und -n^hmer. Don der Liste der Kasse wurden 2 Ar eilg^ter und 1 Arbeitnehmer ge­wählt, 1 Arbeitnehmer entfiel aus den ante en Wvhlvocschlag Die zweite Liste wurde einge-- reicht, weil ein Teil der Interessenten mit der Geschäftsführung der Kasse nicht einverstanden war.

§ Ulrichstein, 24 Nov. Der Wahl- kampf wirft seine Wellen b-i.s zum hoben Vogelsberg. Am letzten Freitag sprach im ge­füllten Saal von P farm stiel Fnanzmi nister Henrich für die ©emotraten, am Sonntagabend sprach im Saal von Groh der Abg. Lux- Nieder- florstadt für die Sozialdemokraten. Warum aber die Ruhe des Totensonntags durch eine Wahlversammlung g stört wer en muß, erscheint und schlechterdings unbegreiflich

Kreis Alsfeld.

Alsfeld, 24. Nov. Wenn auch im abgelausencn Jahre die allgemeinen wirtschaft­lichen Verhältnisse für die Bautätigkeit noch sehr hinderlich geaxfen find, so kann doch mit De- sriedlgung sestgestellt werden, daß- die Bau- tätiqtete. immerhin eine verhältnismäßig rege gewesen ist. Die Stadt erbaut» ein Sechs- fam lienhav.s, das Reichs i ranzm-nisterium ein Wohnhaus für den Vorstand des F nanzamts. der Kre.s Alsfeld ein Zweifamilienhaus für Beamte des Kreßes, die Gewerbeschule und Turnhalle erfuhren durch entsprechende Anbauten eine statt- l che, zeitgemäße Erweiterung. Daneben wurden von privater ©eite mehrere Wohnhäuser teils durch Umbauten, teils durch Erweiterungsbauten der vorhandenen Räume geschaffen. Im nächsten

Jahre rft damit zu redjnen, öa^ m.der von ter Stadt geschaffenen Siedlungsanlage in der Ram bach Die tinen Baubwck für etwa 20 Hauser mthält, eine rege Bautätigkeit mit ®m^ung &t>n Siedlungshäusern einsetzen tmrd. Interesse ter Linderung der auch in^eskgsr Stadt sehr drückenden Wohmmgsnot wäre diese Entwick­lung «ehr zu begrüßen. Erne sehr seg^sitelche Einrichtung wird in unserer Stadt dankbar be­grüßt, die E i n f üh r u n g d e r s o J Q "^e r' , veisnng, dcs läefannten amerikanischen Hckss- werkes. In richtiger Erkenntnis, daß auch in ten kleineren Städten Unterernährung, Not und Elend inre verderblichen Folgen an tem peran» wach!enden Gefchiechte ze gt hat man die Quate.- spe.sung für Als, eld zug lassen. Wahrend aus Grund der ärztlichen Auswahl ursprünglich 105 Sch Ender geipüst wurden, beichränkt sia> gegen­wärtig ixe Speisung auf 10 Schulkinder, um mit t>en vorhanden.n Vorräten mögl.chst lange aus- zulommen. Daneben e.halten die Kinder durch de Alsfelder Noth . ife, die unter ter Lei­tung von Pfarrer Hechler steht, an zwei Tagen ein Wilchirühstück. In dankenswerter Weife hab n mehrere Damen vom Vorstand des hefigen Alice-Frauenvereins die Durchführung der Quäkerspeilung in den Räumen ter neuen Volksschule üüernomm.m. M t Bedauern sieht man ten Zeitpunkt näher kommen, an dem dieses edle Hilsswerk aufhö-en wird, da voraussichtlich we tere Mittel aus Amerika nicht mehr gewährt

werden.

Starkenburg und Rheinhessen.

Darmstadt, 23. Nov. (Eign er Ber'cht.) Die Deutsche Vvlkspartei hielt gesterii in ter Turnhalle am Woogsplatz ihre erste Wahlversammlung in Darmstadt ab. Als Redner traten auf Aeichsrniin ler a. D. Dr. Decker und Studisnvat Dr Keller. Reichs­minister Dr. Becker charaktecifiene in feiner Rete die Links- und die Dechtsparte.en und >h e Politik in jüngster Zeit. Besonders beschäftigte er sich mit ter Aufwertungsfrage, dem Repara- tionspcoblem und dem Londoner 2lbk mmen. Der Redner trat für bte Ein bez rehu ng der Deutschnationalen in die Regierung ein, denn dadurch werde eine Festigung des Staates und |einer Einrichtungen erzielt. Ei e Aufwertung sei unbedingt notwen­dig, sonst würde in Zukunft niemand mehr tem (Staate, den Ländern unö den Gemeinden etwas borgen. Der Redner schloß mit den Worten: Für die Deutsche Volkspartei gtat es keine engherzige, parteipolitische Betrachtungsweise, son cm rur die Rück­sicht auf das Wohl des Volkes und des Vaterlandes, d. h. für uns Demtschland." Der für den Landtag kandidierende Studienrat Dr. Keller beschäfiigte sich hauptsächlich mit der Hessischen Politik Er f z.filiert? vornehm­lich die Zustande im La n de s b i l d u ng s a m t, wo eine weit größere Vermehrung des Peisonals als 4ter Arbeit stattgefunden hätte. Äoch> n':cht einmal eine neue Schulordnung sei ke'chaffev. wor­den. dafür aber unz hlig^ Schulterord.-ningm zum Schuhe der Republik. Der Redner trat nichdrück- lich jür eine vertiefte Volksbildung ein und schloß mit ten Worten Gnei «raus:Begeistere das melTschliche Geschlecht erst für feite P licht, dann für sein Recht." Die Inhaber des Orpheums (Barietä- und der Licht' pielhäufer haben sich in einer 'Eingabe an die Stadtverwaltung ge­wandt, weil sie wrer S teuer von 25 Pro­zent beS Ka r t en p rei se s, die vom 1. De­zember ab erhoten werten soll, nicht bestehen könnten. Es wird verlangt, daß nicht das Frank­furter Vorbild (25 Proz.), sondern daS Pau- schalversahren, wie in Gießen und Offenbach, eirigesührt voird.

Hefsen-R^ffarr. "

dH. Bieber, 24. Nov. In der vergange­nen Nacht wurden auf dem hiesigen Friedhof die beiden Schleifen von den gestern am E h r e n- denkmal niedergelegten Kränzen gestoh­len. Eine größere Gemeinheit konnte der Täter nicht an den Tag legen, als sich an Dingen zu vergreifen, die mit den heiligsten Gefühlen dem Andenken unserer, für ihr Vaterland gefallenen Brüder gewidmet waren. Hoffentlich gelingt es der Polizei, der Anzeige erstattet ist, den Tater zu ermitteln, damit er an den Pranger gestellt werden kann und er außerdem noch eine emp­findliche Strafe erhält.

][ M a-r bürg, 24. Nov. Wie schon kurz mitgeteilt, hat die Frage ter Desetzung dec

Er war ein riesiger Mensch, als starker G'ser schon volleibig, mit Schullern, die eine Wand stützen konnten, und einem dicken Kopf voll ku z- geschnittener weißer Haare. Auf ter Breite sei­nes frischroten Gesichts lag neben ter Spann­kraft beharrlichen Wellens auch eine behäbige ©utmütigleit, und in den grau Überbuschten Augen der harte Etahlglanz einer mit Geistigkeit ge­paarten Arbeitswut. Er war in der Tat ein Mairn lastlascr A beit mit unerschöpfckch s ü.ej ei­ter Nervrnkraft. Aber das Herz hing ihm schcec in der Brust und war mit Kummer erfüllt über fein einzig:s Kind, ein Töchterchen, die siebzeh i- jährige Theda, ein armes kleines, ewig kränkeln­des Mätelchen.

Maa hatte wieder Platz genommen. Das giünlich ab gedämpfte Licht der Hängelampe fi l über die vier Schädel. Die Spinnenfingsc des Iüstizrats Ligen auf seiner dicken Akte.imappe. Gert saß steif auf einem steiflehnigen Stuhl und spielte mit feinem Zigarrenetui. Geisbach griff in eine feiner Taschen und holte eine neue Sy®= trenna tecüor, Deren Spitze er mit den Finger­nägeln abknipste.

.Darf ich mir zunächst einmal das Wort erbitten," begann er.Du erlaubst, Anton, ich, will kurz sein. Den ©cDanfenqing kennst du ja schon, Gech.rrt, und bist im Bilde. Es handelt sich um eine Verbindung unserer beiter Häuser. Beite Geschlechter stehewenn wir Alten tot sind, auf je zwei Augen. Du bist freilich ein Maun, ich habe nur meine Kleine. Einem gänz­lichen Eilöschen des Namens Geisbach möcktte ich vorbeugen. Wenn du die Thed» heiratest, werten wir beantragen, daß du den Namen ei es Grafen von Hora-<Geisbach fuhren darfst. Das wird man ohne weiteres betoiü.geiL Auch über das Malelielle Der Angelegenheit haben wir be­reits geivrochen Alle, Wahrscheinlichkeit nach werde ich meine Unterneh.ratrgen in eine Gefell- ick afl zus.imm«lfE n, doch so. daß mir der Haupte besitz an Akri-eo un > Damit Die Ob rhind verbleibt. Nu ja und Da würdest Da als m<in Schwieger- i'nbü natürlich mein Er'.c sein Wir sind ja schon nüietK-.mtec vsrnxmdt. und fixe alles liegt, bist j d u ini _ Jtot g [, T jetensalls am l ebsten.' | Ec'> hart . cig e sich v n jccncm Siu hie aus. 1 . Schönen Dunk, Ontel Ernst," sagte es.

Bi-auchst nicht zu danken,- fuhr Geisbach fort.Schließlich liegt der Dank auf) auf meiner Seite. Denn diese Heirat ist immerhin eine ver­zwickte Geschichte. Davon reden wir noch Abge­sehen von allen sonstigen Fragen scheint mir d.e Verbindung auch in ihren pratt'ich n Folgen gün­stig. Dein guter Vater entschuldige, Anton hat sich sein Leben lang um Groß-Ponac ver­flucht wenig gekümmert

Weil er anderes zu tun hatte," fiel Traf Hora ein.

Natürlich, weil er anderes zu tun hatte. Er nucßte bei Hose eine untertänigste Miene machen und große Feste arcangi -ren ir. konnte sich-höch­stens mal im Herrenhau e ordentlich ausschlasen "

Weißt Du, Ernst, mit diesen überholten Sticheleien"

Laß mich ausfprechen, alter Anton. Jeter auf seine Art. Ich gönnte dir deinen Hoffimmel aber was ich dir verdacht hab.', ist die Verbide- mng Groh-Ponars. Deine Inspektoren waren ten Deubel was wert, well nicht das Auge des Herrn über ifyren wachte. Nun grenzt Troh- Ponac an die Gemarkung von Schwichckte Die Kalilager ziehen sich bis weit in Deinen Besitz und die Abbaumöglichteiten Itegen da noch ain-

- fL?^U)ichelte. Aaer dein ariftofvn- ^Ufiuten stieß sich ja doch immer an einer industriellen Ausbeutung!"

rLef fcer Graf.Aesthetische Ge­fühlswerte sprachen mit, to:i'er nichts. Ich w'llte mir Die Stelle meiner altem Tage nicht durch den

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ach taffe ffe ftiMXa Ä b.-huten, sie ist organisch ge'u.rd nur über-

5 ch_und wenn ich auch zuve lässig

ans ihre völlige Gene ung hn Lause der nächsten ^eiV^-rGkfo 'N nach Ansicht der Aerzte

^ollziehnng oer Ehe hn Augenblick doch ?^un könnte die Hoch teil ja über- yav.pt noch aufgeschoten werden, aber dagegen

vurch ven Rücktritt VeS Hemm Trofe fretgewvv- denen Oberbürgermeisterstesleam fix* tagabend ihre Erledigung gefunden. Wie in der Stadtvero uOnetenl iyung mitgeteitt wurde, Hatton sich etwa 1 0 0 D e we r b e r gcmeltet. Bon einer Auswahl von Den in die engere Wahl gestellten nahm man indessen Abstand und wählte den tn- zwischen in Vorschlag gebrachten früheren Ober- g?rmeifter von Frankfurt, Dr. Ge-»rg Dötgt, mit Männlichen abgegebenen güitt en St mmen auf die Dauer von 12 Jahren zum ObeiErih-gennctftet von Marburg, In einer gestern im Haus 5reite hos abgchattenen Sitzung des landwirtschaft­lichen Kreisvereins, in Der man die miß­liche Lage Der Landwirtschaft infolge der M.h° ernte und des Hochwassers besprach, wurde in dringender Weife aus Die Notwendigkeit einer Lahnregulierung von Süden herauf hiagewiesen. Durch Die Ohmregulierung !ei die Hochwafsergrfahr im süaliche < Teil des Krei­ses Marburg erhi-blich gewachsen.' In diesem Jahre sei sechsmal Hochwasser d get e cm Unter Anteilnahme einer mehrten en ckrp i en Menschenm nge fo.u> gestern aui dem (Slxenjr e> Hof im Habichtstal eine Gedächtnisfeier für Die Gefallenen des Weltkrieges statt. Auch die gesamte Studentenschaft und die Garnison war zugegen. Die Ge äch> nisrede, die von @e ängen umrahmt wurde, hielt Psairec Eisenberg.

fpd. Frankfurt a. M.» 23. Nov. Die Ein­gemeindungspolitik Frankfurts soll nunmehr nach dem Oberbürgermeisterwechsel ein etwas schärferes Tempo einschlagen. In erster Linie durfte es sich dabei um Griesheim und Fechenheim handeln. Griesheim steht vor einem Wendepunkt in seiner wirtschaftlichen Ent­wicklung infofern, als die Elektronwerke einen erheblichen Teil ihrer Betriebe nach Bitterfeld verlegen. Fast 1000 Arbeitern und Angestellten wurde bereits gekündigt, viele siedeln nach Bitter­feld über. Dadurch tritt für den Ort eine schwie­rige Notlage ein. Die Steuerquellen vermindern sich außerordentlich, die Zahl der Arbeitslosen wächst ins Große, das Kleingewerbe des Ortes, sonst nur von den Chemischen Werken lebend, steht vor dem Ruin. Aus diesen Gründen sucht Griesheim Den Anschluß nach Frank- surf, und das um so mehr, als auch die Reichs­bahn den Dau eines großen Bahnhofes auf Griesheimer Gelände plant. Die erste Brücke zwischen Frankfurt und Griesheim Durfte die Verbindung durch eine elektrische Straßenbahn sein. Auch Schwanheim am Main verliert durch Die Verkleinerung der Griesheimer Chemischen Werke ganz bedeutend. Se ne Einverleibung mit F ankfuct wird gleich­falls von der Mehrheit feiner Bewohner aus w.rtschaf tUchen Gründen dringend gewünscht. Aehnlich ist die Lage mit dem im Osten ge­legenen Fechenheim. Hier bilden die Cassella- Werke Den wirtschaftlichen Mittelpunkt Des Ortes. Fechenheim steht der EingemeinDung mit Frank­furt durchaus freundlich gegenüber und wünscht in erster Linie elektrische Strahenbahn- Verbindung. Die Eingemeindung anderer Orte als die genannten liegen noch in weitem Felde. Nahezu 30 000 Teilnehmer sind nunmehr dem FrankfurterRundfunknetz angeschlossen, eine Zahl, die man an den mah- > gebenden Stellen, als vor Jahresfrist der Rmite ! fimkdienst eingerichtet wurde, nicht im entfernte­sten geahnt hätte. Außer»ri>entlich schnell breitet sich der Rundfunk auf dem Lande aus. Wie uns mitgeteilt wird, gibt eS im Bereiche des Frankfurter Dienstes nur noch einige Dörfer ohne Anschlüsse. Die Teilnehmer^rhl ist noch fort- wählend im Wachsen beg-ifsen. Daß das Unter- nehmen der Reichspvstverwaitung sich unter diesen Umständen wirtschaftlich mehr als günstig ent­wickelt und hohe Ueberschüsse abwirft, bedarf keiner Erwähnung.

Frankfurt a. M., 24. Nov (WB.) Heute nachmittag 6 Uhr 10 Min. ijt auf dem Bahnhof Saal bürg von Dem Perfonenzug 2C2I Frank­furt a. M. Usingen ein Pecs onenwagen entgleist und umgefallen. Daber ist ein Reifender schwer verletzt worden, und zwar ist es Wilhelm D u 11 in a n n, 33 Jahre alt, aus Roth am Berg, der an beiden Armen Verletzungen Darxontrug. Er wurde mit dem Hilss- zug nach Homburg v. d. H. ins Krankenhaus über­führt. Die Leichtverletzten formten Die Weiter- odec Rückreise mit Zügen von der Station Saal- burg aus antreten. Die Ursache des Unfalles ist noch nicht aufgeklärt.

spricht wieder unser Alter wir wollen di« ganze Geschichte in Ordnung haben, ehe wir uns hinlegen und zum letzten Male auf die andere (Seite drehen. Infolgedessen haben wir den Hei- patsvertrag mit einer Sonderklausel versehen. Mildner, schießen Sie los."

Der Iusttzrat hatte die Papiere aus feiner Mappe schon vor sich ausg'breitet und spreizte die Finger über die Schriftstücke.

Ich habe die Klausel aufgenommen," sagte ei,bemerke indes, daß sie juristisch ansechtälr ist. Es handett sich lediglich um eine obren- wörtlich e Verpflichtung um di? eh-.eirwärt- liche Verpflichtung des Ehmicmnes, seinen ehs- lichen Ansprüchen an Die ihm angetraute Galten bis zu ihrer gesundheitllchen Wiederherstellung zu entsagen. Das entscheidende Wort hätte der Arzt zu sprechen."

Das Ehrenwort eines Edelmanns bindet wie ein Gesetz," warf Der alte Graf ein.

Geisbach hob Die haarige Rechte.Ist ja schon gut, Anton, ich kenne Den StoDej, er ist der jedes inständigen Menschen. Hier ist nur die Frage, ob Gerhart die Verpflichtung unterzeich­nen will."

Gerhart zog die Stirne hoch. Seine Gedan­ken fuhren in diesem Augenbirck spazieren und sprengten die Zrmmerwänte. Er war schon in Peking Aber sofvrk kam er zur Sache.

Eine Frage zurück, Onk l Ernst," en'g^g -ote er.Vater sagte mir, Theda sei nicht nuc ein­verstanden. sondern sondern habe sogar den lebhaften Wunsch nach einer Einigung, wie Ihr sie »orschlagt. Da liegt doch kein Mißverständ­nis vor?"

Durch,ms nicht," erwiderte EeiS5ach.Thrba ist völlig klaren Geistes und sieh alle Vorteile dieses Gheschlusses ein. Die vvakt'schen, und ich will hinzusügen. auch die ideelen. Si' üe- en auf dec Hanü, so paradox das Unei g weih en klingen mag. Und noch eins, Gerhart: Di? Kränklichkeit Thedas lieh nicht zu, daß Ihr Euch in den letzten Jahren öfters saht. Aber Du stehst ihr noch immer in lieber Erinnerung."

Gerhart neigte den Kops. S in Atem ging schneller, Die Miene blieb unbewegr-.

(Fortsetzung folgt)