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N4- Zayrgang

Dienstag, 25.

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General-Anzeiger sür Oberhessen

Vkvck und Verlag: vrLhl'lche Unwerfi-Ütr Buch- und $tcinöruderet H. Lange in Siehrn. Schriftleitung und Gefchäftrftekle: Zchulstrahe 7.

November 192-f

Annahme von Ä..r . für bte Tagevnummer dij zum Nachmittag vorher ohne jebeVerblnblichKeit.

Preis für 1 mm höhe sür Anzeigen von 27 mi «Breite örtlich8, auswärt» 10 ©olbpfenmg; für Re- Klame-Anzcigen v 70mm Breite 35 Golbpfennio, 'playoorfchrift20 .Aul schlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilletoi:: Dr.Friedr.Wilh Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen.

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Der Fehlspruch von Lille. Ei« deutscher Zeuge über die Persön­lichkeit des Generals von NatliusiuS.

Kriegsgericht von Lille hat bic Der nehmung deutscher SntlasttingSzeugen abgclet)nt. Herr Karl v Seeger, Bibi othelSoorstand beim nüttimberg fchen Vonb^gemcrb amt, titti darum in derSva.itft. Zig." mit folgenden Erklärungen an die Oeffentlichkett:

Q3om November 1917 bis Ende Oktober 1913 war ich Kommandeur der Infanterie- und Kn> rallerie-Stabscoachr beim Oberkommando der vielten Armee, dessen Hauptguartier in versch'c- denen'sranzös, scheu und belg fchen Orten wechtel- ten. wie Roubaix. Gent. Sielt, Aalst. Zu meine , Defugn ssen gehörte auch die Erledigung sämt­licher Quartierangelegenheiten. Hierbei iiel mir stets die Unterbringung von General v. RathusiuS mit seinem Stabe zu Als Kommandeur der DkunitionSkvlonne <Ako mut) war er dem Oberkommando unmittelbar

Post und Telegraphen, und schließlich die Entfernung der ägyptischen Trup - - pen aus dem Sudan. Trotz dieser umfassen., j den und scharfen Maßnahmen erstrebt man eine Derstündigungslösung.

Britische Flottendemonstration.

L o n d o n, 25. Rov. (SIL) Die britische Ad­miralität teilt mit, daß die Schlachtschiffe3ron Duke" undM alay a", die im Hasen von Malta liegen. Befehl erhalten haben, das eine nach Alexandrien und das andere nach Port Said aufzubrechen. Ein leichter Kreuzer und zwei englische Zerstörer haben Befehl erhalten, sich nach dem S u e z ° kanal zu begeben.

Die englische Presse zur Krise.

London, 24. QL>t>. (Sil.) Die englischen Morgenblätter behrn^eln ausnahmslos de ägyp­tische Krise an leitender Stelle. Aus der Rechten findet man em'n leichten Unterton von Befürch­tung, die Regierung könnte ihre einmal eince» schlagene starke Politik aufgeben, wohingegen auf der Linken eine gewisse Beunruhigung über die weitgehenden Forderungen bemerkbar ist. Al'.: Blätter ve.'treten ten Stand­punkt, daß die Forderungen E'.glands nur eine Wiederholung der Reservatrechte wären, d e England schon im Sommer bei den Verhandlungen mit Zaglul Pascha für sich in Anspruch genommen Hutt^Morning Post" meint, daß alle gestellten Forderungen durchaus innerhalb der englischen Ansprüche liegen.Daily Telegraph" sagt, dah man b i dem ganzen Borgehen den Rechtsboden nicht verlassen habe. Die .Times" kommt zu dem Ergebnis, dah das Vorgehen Englands nicht nur im englischen, sondern auch im Inter­esse aller zivili ierten Länder überhaupt und ganz besonders derfen gen in Rordcffrika lieg?, weil damit die Entwicklung chaotischer Zustände aufgehalten würde. De libe­raleWesttnmster Galette" meint, dah die Klar­stellung darüber, dah England über genügend Truppen im S.drn verfügt, g e gnet fei. auf die ägyptische Regierung und auf das ägyptische Doll E.ndruck zu machen. Der sozialistische

Daily Herald" weist darauf hin, dah das ulti­mative Dorgehen Englands einen Schlag gegen d i e Autorität des Völker­bundes bedeutet. ,W r hüben," schreibt das Tl tt,den Völlerbund gnori rt und auf ein von Bajonetten und Schluchtsch.sten unterstütztes Ultimatum zurückgegrfsen. Die Ermordung

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eines Einzelnen zum Vorwand nehmend, wurde nunmehr der Streit zwischen England und dem Orrent eröffnet, dessen Ausgang Entsetzen und Verheerung bedeutet."

Englands Kampf nm Aegypten.

Die Verteidigung des britischen Weltreiches am Suez-Kanal

unterstellt.

Das Quartiermachen erledigte ich immer persönlich mit ihm Es ist nun eine bekannte Talsache, dah der Quartiermacher am besten die persönlichen Eigenschaften feiner Kameraden, ob anspruchsvoll oder bescheiden, kennen lernt Immer trat mir bei General v. RathusiuS eine Bescheidenheit entgegen, die manchmal geradezu komisch wirkte.>esmal, wenn ich mit dem General das für ihn bestimmte Quartier besichtigte, weigerte er die Annahme, weil es ihm äunobel" wäre. So wohnte er grund­sätzlich in keinem, wie er sich ausdrückte, mit Staubfängern" d h. mit Teppichen belegten Räumen. Offiziere und Soldaten s.cherzten ost über feine spartanische Lebensweise und seine Bescheidenheit. Keiner feiner Unter­gebenen hätte es je gewagt, selbst zum not­wendigsten Gebrauch, sich feindliches Eigentum in irgend einer Form anzueignen: um so grotesker muh die ihm angetane Beschuldigung wirken.

Mitte September wurde das A. O. K. nach Sielt verlegt, wobei durch Stabsbefehl strengstens das Verbot eingeschärst wurde, irgendwelche Ge genstände aus den Quartieven mitzunehmen. Rur die Mitnahme von Wblenbevorrichtungen gegen Fliegergrfabr war erlaubt. Jeder größere Stab führte zwar ein umfangreiche- Material an Akten und Karten mit sich. Wenn der General jedoch, wie der französische Anllagevertreter angibt, mehrere Lastwagen mit Gepäck" mit sich fort- geführt hätte, so wäre dies sofort sowohl mir wie meinen Quartiermachern bekannt geworden.

Der Hauptgrund aber, durch welche dir ganze Beschuldigung der französischen Anklage hinfällig wird, ist, dah nämlich General von Rath-usius währenddes Wegzugs des A. O. K. von Roubaix nach Lille überhaupt nicht in Roubaix anwesend war. Der General und ich waren nämlich nach Rui siede ge­fahren zwecks AuSsuchung eineS neuen Quar­tiers, weil Tielt voll belegt war und man toeb i ter en Platz nur noch durch Räumung durch die | Zivilbevölkerung beschaffen konnte. Um aber die Bevölkerung, welche dies damals äuherst ban- len b anerkannte, zu schonen, enffchloh sich das A. O. K schweren Herzens zu einer Tei­lung des Stabes, wodurch selbstverständlich die Erledigung der Geschäfte ganz wesentlich beein­trächtigt wurde, älnd hier war es ge-rade Ge­neral von RathusiuS, welcher diese Un annehmlichkeit auf sich nahm. Ob auch dieser Fall in der Liller Verhandlung erwähnt wurde, ist mir sehr fraglich.

Eit Diebstahl oder eine Versendung von Gegenständen wäre aber auch der Kommandantur Roubaix zur Ke mtnis getommen, welch in i rem eigenen Interesse, zwecks guter Erhal u:ig der Quartiere und ihrer Ausstattung für f ät.re Be­legung sofort eingegriffen hätte Ich halte cs deshalb für gänzlich ausgeschlos' f en, dah von General v. RathusiuS irgendckwaL entwendet tourte. Riemals. we et i i Roubaix noch in RuiSlede. Gent und All t ift mir auch nur d ie geringste Klage seitens fc D- Döl:eni-g oder der Kommandanturen über Ge e- ral v. Rathu ins zu Ohren gekommen Je >2T, der mit ihm in Berühnmg kam. ob Deuts^er. Belgier oder Franzose hat ihn als Vorbild eines aufrichtigen, rechtlich denken­de n p f l ich t t reu e n u nd au f f a llen d be­scheidenen Menschen kenre > gelernt. De französische und belgische Tenet crun-i je e Ge­gend, die ich sehr gut kenne toir> mir da! b - ftät gen. Dar Verhältnis d S Ge eral zu *ci ei S l aten kann ich nicht anveri als oa ria cha i ch b zeichnen In frtem Verhalte t zur Zivile ö » ferung fiel mir besonders auf. dah er belgische Lardleute in vlämischer Sprache, und zwar zu- erft begrüßte.

Begnadigung des Generals von Nathufius.

Paris, 25. Rob. (Sil.) Wie derQuoti- dien erfährt, wird das Begnadigungs-Dekret für General von RathusiuS heute bornnttagdem Präsidenten der Republik zur iln* terzeichnung dorgelegt werden. DiS zur Haftentlassung des Generals dürsten vor­aussichtlich noch einige Tage verstreichen, da erst ein Meinungsaustausch zwischen der deutschen Botschaft und dem 2uai d'Orsay vorauSgehrn soll.

Räumung von Köln nach Erfüllung".

Paris, 24. Rov. (S.3.) Havas meldet aus Köln: Man erklärt in autorisierten Kreisen, dah über die Räumung der Kölner Zone durch

Einklang gebracht werden können, erklärt man sich dadurch, dah England ein Stempel sta­tuieren wolle, das auch auf Indien nicht seine Wirkung verfehlen würde.

Frankreich bleibt neutral.

Paris, 24. Rov. (WB) Die H.ivasage" tur veröffentlicht folgen.e Erklärung halbamt­lichen ilriprungs: Die französischen diob - mttifcken Krei s folgen mit großer -21u metksamkeck der Eirtwicklung der engli ch-ägyptifchen Kr.sr und hegen die Hoffnung, dah ter Konflikt dem Schiedsgericht des Völkerbundes unterbreitet werden könne. Obgleich A.gtzp- ten noch nicht Mitglied des Völlerbwrdes fei, könnte dieses Verfahren vorteilhnf erweise ein- gefchlazen werden, wie dieS auch in dem Kon­flikt von Wilna geschehen sei. Die franzöft ch: Reg'erung sei öurd) den Vertrag von 192-1 hin­sichtlich der Ausrechterhaltu g W cngli chen Pr - tektora'S über Aegypten gebunden. Sie werde sich also vollkommen außerhalb des Kon­fliktes halten.

Englische Vorbereitungen.

London, 25. Rov. (TA.) Gestern mittag hat eine weitere Kabinettssihung über die ägyp­tische Frage stattgefunden. Alle Regierungsstel­len, besonders aber die direkt beteiligten Minister, sind angestrengt tätig. An Lord A l 1 e n b h , den britischen Oberkommissar in Kairo, sind neue In­struktionen und Vollmachten gesandt worden. E" verfügt gegenwärtig über eine diktatorische Gewalt. Aus Kairo wird gemeldet, dah 3 i- wer Pascha mit der Bildung des neuen Kabinetts nahezu fertig ist; ob sich aber die Hoffnung auf ein Rachgeben Aegyptens erfüllen wird, steht noch in Frage. Englischerfeits trifft man alle Vorkehrungen, um im schlimmsten Falle des Konflikts sofort gerüstet zu sein. Die englische Garnison in Aegypten betrügt 15 000 Mann. Im Sudan stehen zwei Batail­lone. Die eigentümliche geographische Lage des Landes macht aber die militärische Be­herrschung des Landes leicht. Die Strvmmün- dungen können ohne weiteres beherrscht werden, und überdies Iaht sich dos gesamte Land durch die Besetzung einiger strategischer Punkte im Riltal kontrollieren. Die ägyptischen Truppen zählen nur 6000 bis 8000 Mann und etwa zwei Bataillone, die im Sudan stehen, so dah zunächst die mili­tärische Aeberleoenheit Englands gesichert erscheint. Die Regierung plant außer der Beschlagnahme des Zollamts in Alexandrien die Besetzung wichtiger Regierungs­ämter in Kairo, die Beschlagnahme von

3ti*teh^rib Jahve sind es her, seit die bri- < tische Regierung (bad Koalitionskabinett Lloyd i George) baÄ Protekivrat Eng andS über Aegyp- ' ten aufh>b Damit ist Aegypten ein lelb- ständiger ötoat geworben. In Wi klichk it hatte der englische Oberkommandeur der ägyptischen und sudanesischen Truppen sowie der britische Oberfonurn srr weitgehende Macht­befugnisse GS zeigte sich, dah die Gewährung einer Halden Autonomie die ägyptischen Ratto- nalisten nicht befriedigte, sondern - im (Gegenteil ihren Appetit auch auf die letzten, bish:r noch vvrenthallenen Rechte schärfte. Die nationa­listische Bewegung in Aegypten ist kein Stück einer paniflamiti schon Bewegung: sie ist vielmehr entsprechend der jungtürkischen Bewegung durchaus liberalen Eharakters. Dies kommt äußerlich schon darin zum Ausdruck, dach neben m: hrmmedanischen A abern auch christliche Kopten der Selbständigkeilsb-- toegung folgen. Für Großbritannien ist die Be­wahrung eines starken polftffchen und militäri­schen Einflusses in Aegypten geradezu eine Le­bensfrage Das Attentat am Sir Les Stack ist «n Bew-is dafür, daß sich Aegypten nicht mit der Rolle eines britischen Do Miniums be­gnügen will, sondern die vollständige staat­liche Selbständigkeit anstrebt.

Aegypten liegt im Zentrum der Macht­stellung, welche Großbritannien sich in der alten Welt errungen hat. Ohne das Riltal und den Hafen von Alexandria ist das große afrika­nische Programm: Don Kairo bis Kap­stadt, nicht durchführbar. Aegypten liegt aber auch in gefährlicher Rahe vom Suez-Kanal, welcher die kürzeste Verbindung zwischen dem Mutter- lande und der reichsten britischen Kolonie: In­dien, darstellt. Würde Großbritannien in dem Konflikt mit Aegypten gezwungen, seine mili­tärische Machtstellung am Ril aufzugeben, und auf die Beeinflussung der auswärtigen Politik Aegypten- zu verzichten, so wäre daS geradezu ein tödlicher Stoß für das gesamte Welt­reich.

ES ist möglich, daß die Bedingungen, dtc daS Kabinett Baldwin dem ägypttfchen Kabinett Zaglul Pascha gestellt hat, weniger scharf ge­wesen wären, wenn Macdonald sie versaßt hätte. ES ist aber wohl kaum zweifelhaft, daß das britische Unterbau» allzu milden Bedin­gungen eines englischen Außenministers die Zu­stimmung versagt hätte. Wenn es nicht bereits Anfang Oktober zur Kabinetts- und Regierungs­krise in Großbritannien gekommen wäre, so wäre diese Krise zweifellos Ende Rovember ausge- brvchen. Der neue britische Außenminister, Herr Chamberlain, beginnt seine Amtstätigkeit mit einer besonders heiklen Frage. Dom reinen Rechtsstandpunkt aus ist Großbritannien nicht berechtigt, eine Steigerung der Machtbefugnisse für sich in Aegypten zu fordern. Wenn das Kabinett Zaglul Pascha es ablehnt, die ägyp­tischen Offiziere und Truppenteile aus b m Sudan herauszuziehen, so hat es dabei zweifellos die Sympathie aller Aegypter auf seiner Seite. Daß man in London auf die Ablehnung eines Teiles der gestellten Bedingungen gefaßt war, geht daraus hervor, dah der britisch: Oberkommissar, Lord Allenby, bereits wenige Stunden nach Erhalt der ägyptischen Antwort eine neue britische Rote überreichen konnte. In dieser Rote macht das Foreign Office der ägyptischen Regierung Mitteilung von Instruktionen, welche das britische Kabinett der ihm unterstehenden Regierung des Sudans erteilt hat. Diese Instruk­tionen erstrecken sich auf Punkte, welche die ägyp- ttsche Regierung kurz vorher abgeMnt hatte. Das Kabinett Baldwin laß' also durch die Sudan- Regierung' d a s durchführeir, was die ägyptische Regierung arTzuordnen verweigert hatte. Damit ' ist ein Konflikt ausgebrochen, der sich nicht mehr ohne weiteres beilegen läßt.

Zu der bereits von der Londoner Regie­rung angeordnet m Flottendemonstra-

tio n wird sich w h.sckem'iy ein' erb b iche Der- st ä r k u n g der britischen L a n d t r n v p e n gesellen. Besondere m'litärische Schw'ertglei en werden den Engländern, wenn s: ih er An­sprüchen wirtlich mit Gewalt Gel uni sch f en wollen kaum erwahsen. D.e Masse ?e6 ägvpt schen Volkes, die Fellachen, sind fried- licbenb und imltiege i'ch Sie haben ein au^e*3 ordentlich schweres Dasein, da das. Land sehr dicht bevölkert ist (dichter sogar als das Ruh - gcbxtl), und da die Absperrung Aeg^trns von der Zufuhr zur See in dem h:upts:chl d> Baum­wolle anbauenden Lande schon sehr bald ernste Ernäbrungsschw.erigteltm herv'rr.f.n muß.

ES temmt den britischen Imperialisten viel­leicht gar nicht ungelegen, daß sich Aegypten als erster Teil des Weltreiches in aller Form gegen das Mutterland auflehnt. Ein Erfolg der britischen Waffen und der britischen Politik m Aegypten wu.de seinen Eindruck auf Indien und Mesopotamien nicht verfehlen. Aegyvten ist übrigens in höherem Grade als die meisten anderen Mitglieder des britischen Imperiums wirtschaftlich vom Mutterlande ab­hängig. Der Anbau von Baumwolle im Ril­tal macht das Land weitgehend von den Börsen­plätzen und den Maau'akcuren in England ab­hängig. Durch die Daumwoffkultur ist allerdings auch der allgemeine Wohlstand deS Landes ge­stiegen: den Führern der nationalistischen Be­wegung in Aegvpten ist aber gewiß jetzt schon ffar, daß Großbritannien seinem ägyptischen

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Schutzbefohlenen eine g olden e Kette um < den Hals gelegt hat, die möglicherweise noch I fester hält als eine eiferne.

42 Jahre sind vergangen, seit die Revolte in ! Alexandria den Engländern den Dorwand bot, Truppen zu landen und den militärischen S ch u tz" des Landes und der in ihm lebenden Fremden zu übernehmen. Es läge durchaus in der Richtung der englischen Tradition, wenn die Ermordung des britifchen Oberbefehlshabers zum Anlaß für einen Ausbau des britischen Einflusses im Riltal benutzt würde.

Die Lage in Kairo.

Belagerungszuftatid. Räumung des Tudans.

Kairo, 25. Rov. (WB Funkspruch.) In Port Said hoben sich einige Anzeichen von An ruhen bem -rfbir ce.nadjt Bri i ch- Fl g- zeuge sind darauf an Ort und Stelle erschienen, woraus sich die Menschenansaminlu-g zerstreut haben. Gestern abend war das ganze Land voll­ständig ruhig. Man ist allgemein der An­sicht, daß das Parlament ein Vertrauens­votum für die neue Regierung arrneh "e t wird. Die Atmosphäre hat sich außerordentlich ge­bessert. ütber ganz Aegypten ist der Be­lagerungszustand verhängt worden. Die Räumung des Sudans durch die ägyp­tischen Offiziere und Man ffchn'ten ist pla m h g im Gange. Ein englisches Bata Um veranstaltete nachmittags in Kairo eine Parade. Das ägyp­tische Parlament hat einen Ausschuß ernannt um die von der Opposition und den Anhängern Zaglul Paschas unterbreiteten Anträge zu prüfen und eine Protestkundgebung zu entwerfen, die dem Hause vorgelegt werden soll.

Rücktritt Zaglul Paschas.

Kairo, 24. Rvv. (Wolfs.) DaS Kabinett bat demissioniert. Der Kön g bat die Demission angenommen imb den SenatSprä identen > Ziwar Pascha mit der Bildung des neuen Ka­binetts betraut. Zaglul Pascha hat in einem hies-igen Mitt nächst.-h.-n^e E-rNärung veröf ent­lieht:Ich habe keine AnstreTrgung unterlassen, um das Land vor den verhängnisvollen Aus- rntrhmgen eines abscheulichen Derb echens zu be- wah en und wenn ich zurückg t e en bin, so ge­schah es, weil mir das Wohl.r-e'en und das Interesse meines Landes am Herzen lieg:n Wir? das nicht gffcheh n. so wäre Aegypten wahrschein­lich Gesah.e.i au-geest getoccn, die durch den Rücktritt des Kabinetts hätten rermicsei wert e i können.'Meine Freimde und ich sind be.eit, iebein Kabinett, das zum besten des Landes arbeitet, unsere älnterstützung zu gewäh en.

Aegypten zahlt dre Duhe.

Kairo, 24. Rov. (WTD.) Die Zahlung der Entschädigungssumme von einer halben Million Pfund durch die ägyptische Re­gierung ist heute vormittag erfolgt Glrtchzeing wurde eine Protestnote überreicht, die sich gegen die Zurückziehung der ägyp­tischen Truppen aus dem Sudan- gebiet und g'gen die Forderung in der Frage des Schuhes derausländischen Inter­essen in Aegypten wendet Di? e Forderungen werden als ungerechtfertigt be.eichnet. Da diese Forderungen nicht angenommen wurden, erhielten die b.itischen Truppen D fehl, das Zollgebäude in Alexandria zu b e f e tz e n.

Der S tz der ägyptischen Ver chwörung in Berl n? Paris, 25. Rod. (TA.) Laut einer Mel­dung derChrcago Tribüne" aus Kairo soll die mit der Anicrsuchung des Attentats auf Sir Lee Stack beauftragte Kommission zu drr Ueberzeu- gung gelangt fein, dah es sich um eine Ver­schwörung handelt, deren Fäden nach Berlin laufen, und zwar soll sie von ägyptischen Studenten ausgegangen sein, die auf der Berliner Universität ihrem Studium obliegen. Falls sich dieses Gerücht bewahrheiten sollte, durste die Stellung des ägyptischen Ka­binetts erheblich verstärkt werden, da jeder Ver­dacht der Teilnahme der Ge'innungssreunde Zag­lul Paschas an dem Attentat fallen ge­lassen werden mühte.

Aegypten protestiert beim Völkerbund.

London, 25. Rov. (WTB. Funkspruch.)

Die ägypstiche Kammer beschloß, gegen das englische Vorgehen Protest an den Völkerbund zu richten. In Kreisen des Völkerbundes wird es für wahrscheinlich gehalten, daß kein Mit­glied Völkerbun. s ats im Völkerbund eine Intervention in der ägyptischen Angelegenheit beantragen werde, da die ägyptische Frage als eine innere Angelegenheit Englands angesehen werde, die nicht unter die Befugnisse des Völkerbundes falle. In anderen Kreisen des Dölkerbuirdes erregt jedoch die ablehende Steb- lung der englischen Preffe zu dieser Mögllchkeit starkes Befremden. Sollte sich auch die englische Regierung dieser Stellungnabme anschließen, so würde man das als einen schweren Schlag für yen Völlerbund brtrachten. Die ultimativen Maß­nahmen der englischen Regierung, die in keiner Weise mit der ägypttfchen Unabhängigkeit in 1