oofcet abgetan* moroen, als er aus Ser Traars- bank in großen Kisten und Koffern Akten- bün bei zu verfchi eben suchte, selbstver- ständlich nur politische Akten, ober wie die „Voss. Zig/' zu berichten weih. Umzugsgut. Die thüringische Landespolizei ist aber anberer Ansicht und glaubt, baß Herr Loeb die Akten verschwinden
lasten müsse, um gewisse Transaktionen, die bas Licht der Dessen tlichsseit zu scheuen haben, zu verwischen. Es wirb gegen ihn Anklage erhoben werben und bann wirb es sich ja zeigen, ob Herr Loeb so unschuldig ist, wie bie Sozialdemokratie es behauptet.
Deutscher Pfarrertag in Giehen.
Den gestrigen Tag eröffnete eine mit Orgelspiel und dem geistlichen Morgenlieb „Morgenglanz bet Ewigkeit" anhebenbe Morgenanbach t in her Stadtkirche. Aach dem Morgengebet Martin Luthers legte D. Fritsch- Ruppertsburg seiner Ansprache bas Wort aus den Klage- liebern 3eremia „Die Güte des Herrn ist's, bah wir nicht gar aus sinb . . ." Das an bas Gebet sich anschliehenbe Vaterunser wurde gemeinsam laut gesprochen und Zinzenborfs „Die wir uns ällhier beisammen finden" schloß die schlichte, zur Arbeit des neuen Tages ftärtenbc Morgenfeier.
Die zweite Hauptsitzung.
Vormittags i/210 Ußr fand im Gesellschasts- haus die Abgeo r bnetenversamml ung des Verbandes Deutscher Pfarrvereine statt. Zu der Sitzung toaren neben den bevollmächtigten Abgeordneten noch sehr viele andere Pfarrer erschienen, so dah der- Saal des Gesellschafts- Hauses in allen Teilen voll beseht war.
Geschäftliche Verhandlungen.
Der Derbandsvorsihende D. Kockelke - Schwelm sprach zunächst den Amtsbrüdern in Hessen, insbesondere aber den Anrtsbrüdern in Gießen herzlichen Dank aus für bie Vorbereitung und organisatorische Durchführung des Pfarrertages. Weiter dankte er in warmen Worten -den Bürgern Gießens für die in herzlichster Weise gewährte Gastfreundschaft, und der lebhafte Beifall der Versammelten zeigte, bah ihnen mit diesem Dank aus dem Herren gesprochen war.
Dem durch Altersbeschwerden am Erscheinen verhinderten Ehrenvorsitzenden Dekan D. Deih mann- Braunfels und dem in Braunschweig tagenden Gustiiv - Adolf - Verein wurden bie besten Grütze und Wünsche der Tagimg ausgesprochen.
Der Jahresbericht des Schriftführers Pfarrer Kopp- Kuhsdorf war den Verbands- Mitgliedern im „Deutschen Pfarrerblatt" gedruckt übermittelt worden. Der Verband, der im vorigen Jahre durch die Ungunft der Zeitverhältnisse schwere Einbuße gelitten hatte, erfreut sich seht wieder eines kräftigen Wiederaufbaues und einer umfassenden Festigung. 3n den einzelnen Vereinen hat sich fast überall die Zahl der Mitglieder gehoben, die Zahl der Abseitsstehenden nimmt sfthtlich ab. 3n der Besprechung des Berichts wurde u. a. angeregt, ans Anlah des nächstjährigen 400. Jubiläums des Deutsch-evang Pfarrhauses ein Pfarrhaus-Archiv, in dem Material über die Geschichte des Deutsch- evang. Pfarrhauses gesammelt werden soll, zu schaffen und immer mehr auszubauen
Den Kassenbericht erstattete Kirchenrat D". Arper- Eisenach. Der Abschluß (das bonge ttahr in Goldmark umgerechnet) weist.48 058 Mk. ^Einnahmen auf, wovon aber 4337 Mk. für eine äns Jahr 1924/25 gehörige Zahlung abgehen, fto dah auf der Einnahmeseite 13 720 Mk. verbleiben. Die Ausgaben werden mit 8831 Mk. genannt. Hiernach verbleibt ein Vorrat von 4889 Mark, der einschl. des vorgenannten Betrages für 1924/25 den Kassenbestand auf 9226 Mk. an- wachsen läßt. Dem Kassierer wurde unter Anerkennung seiner trefflichen Amtsführung ohne Aussprache einstimmig Entlastung erteilt. Der Verbandsbeitrag bleibt, wie bisher, auf 3 Mk. bemessen.
Hebet die Pfarrhaus-Aothilfe berichtete gleichfalls D. A r p e r - Eisenach. Die Papiermarkziffern des vorigen Jahres haben heute keine besondere Bedeutung mehr. Vom 1. Januar bis 15. August ds. Js. wurden für diesen Zweck 616,92 Goldmark beigesteuert und 614 Goldmark an Bei Hilfen an notleidende Amts- brüdet ausgegeben.
Bei ben Vorstandswahlen wurden dre turnusgemäß ausscheidenden führenden Herren wieder mit ihren Vorstandsämtern betraut, an die Stelle verschiedener ausscheidender Beisitzer wurde neuen Herren das Amt übertragen. Ster wegen hohen Alters auf eigenen Wunsch •auä dem Vorstand ausscheidende D. Pasche- Dieskau (Saalkreis) wurde in dankbarer Anerkennung seiner verdienstvollen Tätigkeit für die Pfarrvereinssache zum Ehrenmitglied des Verbandsvorstandes ernannt. Mit seinen Dankesworten sprach der Gefeierte beste Wünsche für den guten Fortgang der Vereinsfache aus.
Einladungsgemäh wurde bann beschlossen, den nächstjährigen DeutschenPfarrertag in Hamburg abzuhalten.
Der zweite Hauptvortrag.
Aach Erledigung ber geschäftlichen Angelegenheiten sprach Studiendirektor D. Zänker- Soest über das Thema" „DiePraktischeVvr- bilöung der Geistlichen". Der sehr tiefschürfende Vortrag wurde mit gespanntestem Interesse angehörl und sand sehr starken Beifall. Der Redner stellte folgende Leitsätze auf:
1. Die ungenügende Vorbildung der Theologiestudierenden für das praktische Amt erklärt sich:
a) aus ber naturgemäß mehr auf die Wissenschaft als auf die Erfordernisse ber Kirche gerichteten Einstellung der theologischen Fa- tultäten:
b) aus der zu kurz bemessenen Studienzeit,
c) aus dem Fehlen der praftischen Probleme auf feiten bei- Studierenden,
ck) aus der üblichen Art der theologischen Pru- sungen, bie mit geschichtlichen unb Einler- tungswissenschaften zu stark belastet sind und die praftische Theologie zu weit zurücktreten lassen.
2 Fühlbar ist vor allem der Mangel an Vorlesungen über.
a) bie großen kirchlichen, Fragen wie: sozial-' ethische Fragen, Kirche und soziale Frage, kirchliche und gegenkirchliche Gegenwartsbewegungen, Dollsmission, Wohifahitep',lege, moderne Jugendbewegung:
D) religiöse Psychologie unter seelsorger sichern Gesichtspunkt, praktische Pädagogit, Unter* ttchlsmethodtk.
3. Gegenüber radikalen Forderungen ist an der akademischen Bildung der Theologen unbedingt festzuhalten. Grundforderang maß sein eine Studienzeit von 8 Semestern als Mindestmaß.
4 Der seminaristische Betrieb ist nach Möglichkeit auszubaaen, damit die selbsttätige Mitarbeit der Studierenden stärker angeregt wirb
5. Ein wesentlicher Fortschritt wäre von einer dem Physikum vergleichbaren Vorprüfung nach dem 4. Semester zu erwarten, die sich ohne schriftliche Arbeiten auf Einleitungswifsenschaft. philologische Beherrschung des Bibeltextes und einfache Exegese. Kirchengeschichte. Geschichte der Philosophie und die geschichtlichen Stoffe aller Disziplinen überhaupt zu erstrecken hätte and vor der Fakultät abzulegen wäre.
6. Die theologische Prüfung hätte die Kenntnisse in der eigentlichen Theologie, Exegese. Systematik, Dogmengeschichte, Psychologie und die allgemeine theologische Utteilsfähigteit festzustellen.
7. In der zweiten theologischen Prüfung müßten die genannten Gebiete bis auf biblische Theologie und Systematik zurücktreten, im den eigentlich praftischen Fragen der Seelsorge. Predigt, Pädagogik und Katechetik, Liturgik, Inneren Mission Raum zu geben.
8. Die Kinderpsychologie, praftische Pädagogik und Unterrichtsmethodik ist in ganz anderem Maße als bisher zu betreiben unb die praktischen Unterrichtsübungen ausz igeftalten.
9. Ausgabe der Kirche ist vor allem die Fühlungnahme mit den Theologiestudierenden, womöglich schon vor Beginn des Studiums, durch kirchlich-führende Persönlichkeiten (etwa guf Freizeiten). . .
10. Zur stärkeren Vorbereitung auf die innerlichste Seite des Amtes ist eine Förderung der Seelsorge ber Studierenden (aller Fakultäten) und der täglichen gemeinsamen Andacht für sie durch dazu za berasende Persönlichkeiten anza- streben.
11. In ber Zeit zwischen der ersten Prüfung und der festen Anstellung des Kandidaten hat die Kirche auf religiös-sittliche Beaufsichtigung und Pflege der Kandidaten viel größeres Gewicht zu legen als bisher.
12. Aotwendig ist für jeden Kandidaten sowohl der einjährige Besuch eines Predigersoml- nars als auch das einjährige Lehrvikariat.
13. Grundsatz für die Predigerseminare muß fein: Ausrüstung der Kandidaten für das praktische Amt auf wissenschaftlicher* Grundlage. Damit ist der reinen Wissenschaft eine gewisse Beschränkung auferlegt. Aas die Ausfüllung der eben bezeichneten Lücken des Universitätsstudiums ist besonders Bedacht zu nehmen.
14. Bei der Auswahl des Lehrvikariats ist auf Begabung und Aeigung der Kandidaten Rücksicht zu nehmen und die Einführing in die großstädtischen Ausgaben zu bedenken.
15. Das gänzliche Fehlen der praktischen Einführung in das Vollsschuswesen seit Aufhören des Lehrer seminattursus ist sehr zu bebauem. Einen Ersatz mag der Religionsunterricht an
höheren Schulen durch Kandidaten bieten, wo er zu erreichen ist.
16. Zur Fortbildung der Hilssprebiger mb jüngeren Pfarrer ist die wissenschaftliche unb praktische Vertiefung und Verlebendig ing der Pfarrer-, Synodal- und Kandidatenkonferenzen! zu betreiben, womöglich zum Zweck ihrer und der jungen Theologen Pflege ein Theologe des Konsistoriums zu berufen. Von wissenschaftlichen Zwangsarbeiten ist abzusehen.
Geh. Kirchenrat Prof. D. Dr. Krüger- Gießen übermittelte die Leitsätze, die der als Korreferent bestellte, aber durch Krankheit am Er- I scheinen verhinderte Prof. D. Aiebergall- l Marburg auf gestellt hatte. Sie lauten:
1. Die Hauptsache ist die Anbahnung des Derkehis mit Gott, ein Herz voll Taft und Reinheit (Abstinenz). Dafür Eann keine Studienanstalt, sondern nur der Heilige Geist in Lebensführungen und freigewählter Gemeinschaft sorgen.
2. Aur in der freien Lust ber Universität gedeiht das protestantische geistige Erbgut: Sachlichkeit, eigne ileberzeugung, Weite, Sinn für bie Welt unb Kultur. Ihre Gefahren sind geringer als die ber erbau sich-klerikalen Dressur auf dem Seminar. Auch theologische Jünglinge müssen gewagt werden.
3. Die theologischen Fakultäten haben sich für das Ganze ihrer Aufgaben weniger am ihrer philosophischen Schwester, als an der Kirche zu orientieren. Freilich dient man einem Zweck am besten, wenn man ihn im einzelnen in der Ar bett aus dem Auge läßt.
4. Erkennen braucht instinktiveres Vermögen nicht zu schwächen: es soll und kann es klären, ergänzen und ersetzen. „Avsse" wird im unbewußten zum „Posse"
5. Besser als historisch-philologische Lizentiaten-Züchterei oder erbauliche Zurichtung ist die Erfüllung der eigentlich theologischen Aufgaben: wissenschaftliche Erfassung des normalen und realen religiösen Lebens.
6. Die religionpsychologische Methode gibt die Mittel an die Hand, sachlich durch alles, was „circa !acra" ist, in Jacra“ vorzudrmgen.
7. tast die ganze Aufgabe des Amtes in dem Satz befaßt: Der Pfarrer ber Kirchengemeinde verkündet den Gliedern das Evangelium — so kann jene Methode nach allen Setten hin zur Erfüllung dieser Ausgabe beitragen
8. Mehr als durch erbauliche Rede wird die Persönlichkeit durch die streng sachliche Arbeit am Objekt, den religiösen Urkunden. Tatsachen und Problemen sittlich und religiös geförbert.
9 Der Sinn für die Kirche soll durch geschichtliche und kirchengLschichMche Erkenntnis vertieft ober angebahnt werden.
10 Der Sinn für die Menschen und für die örtlich unb zeitlich bedingte Gemeinde ist das Ziel (nicht der Zweck) ber religionswissenschaftlichen, exegetischen kirchen- unb kulturgeschichtlichen Erkenntnisarbeit.
11 Fehlt es bei jung und alt oft an persönlichem Verständnis des Evangeliums, so hat alle geschichtliche unb systematische Arbeit dieses „unum necessarium" anzubahnen.
12. Auf evangelischem Boden leitet ber Geist in alle Wahrheit weniger in angeblich feststehenden Bekenntnissen, als durch das Hin unb Her und das Für und Wider ber Theologie. Dabei müssen die „rabies thrologorum" und der Wechsel der Lehrmeinungen als Tribut ■ der absoluten Wahrheit an bie Beschränktheit der Menschen unb Zeiten in Kauf genommen werden.
Anschließend an die Verlesung dieser Sätze sprach Geheimrat Pros. D. Dr. Krüger noch in eingehender Weise zu dem Thema, ferner sprachen Prof. Dr. Karl Ludwig Schmidt, Pros. Dr. Hans Schmidt, Lic. Dell, sämtlich von hier, Lic. Geng nagel-Friedberg, Pfarrer Schrimpf- Dieburg, Pfarrer Dr. Schäfer - Remscheid unb andere.
Aach Erledigung einiger kleiner Angelegenheiten wurde die Tagung geschlossen.
Kunst und Wissenschaft.
©ine Darmstädter Kunstausstellung.
S a r m ft a b t, 24. Sept. (Eigen. Bericht.) Die „Darmstädter Gruppe", die aus nachstehenden hessischen Künstlern besteht: Ulrich, Hallerstede, W. Hofterberth, Alexander Posch, M. W. Richter (Darmstadt), Gottfr. Richter und A. Teller, veranstaltet im Oktober und Aovember in der „Kun st und Keramik" eine Kollektivausstellung.
Nationalerziehung im Fichteschen Sinne.
Es besteht die Gefahr, daß die nationale Bewegung in Agitation und Parteipolitik verrinnt. Aus diesem Grunde will die Fichte- Gesellschaft alljährlich die Vertreter des geistigen Deutschlands, die sich im Willen zu einer Aationalerziehung im Fichteschen Sinne einig sind, ohne Ansehung ber Partei, zusammenladen, um die Grundlagen unseres volklichen und staatlichen Lebens zu klären. Die erste Tagung finbet vom 2. bis 5. Oktober in Hamburg statt. Sie wird sich mit der Frage des Verhältnisses von Staat und Volkstum und mit der Frage der
'tcationalerztehung beschäftigen. Die geschichtliche Grundlage wird ber bekannte Lutherbiografch Prof. Scheel, Kiel (früher in Tübingen), durch seinen Vortrag „Vom spätmittelalterlichen zum modernen Staat" geben. Der Wiener Universi- tätsprofessor Othmar Spann wird das gesellschaftswissenschaftliche Problem behandeln in seinem Vottrag „Der Staat als Geschöpf und Schöpfer des Volkstums". Den Vorttägen werden Aussprachen folgen.
Turnen, Sport und Spiel.
Der Rad-Club Germania.
ßielt am Sonntag sein diesjähriges internes Dereinsrennen, mit dem Ziel und Start an der Germania ab, das unter sehr großer Beteiligung einen glänzenden Verlauf nahm.
Bei den Rennen wurden folgende Sieger fest- gestellt: --
1. Klubmeisterschaft. 1. Hch. Faber, 2. H. Röhrig, 3. A. Höh, die sich nach drei Dor- und einem Zwischenlauf für den Endlauf Anrecht erwarben.
2. Vereinsfahren über 20 Kilometer: 1. O. Rödiger in 36 Min. 42 Sek. mit 200 Meter Vorsprung, 2. H. Röhrig, 3. H. Faber, 4. H. Ruhl, 5. F. Rödiger, 6. H. Preitz, 7. K. Rödiger, 8. F. Rinn, 9. W. Voneiss. — Sen io ren I: 1. K. Sehrt in 41 Min. -Senioren II: 1. W.Becker 2. L. Rohde, 3. Ehr. Pfundt.
3. Vorgabefahren über 6000 Meter. 1. H. Röhrig (10 Sek.), 2. A. Höh (15 S.), 3. O. Rödiger (0), 4. H. Faber (10 ©.), 5. F. Rödiger (25 ©.). Dieses Fahren wurde von 15 Mitgliedern bestritten unb waren Vorgaben bis 90 Sekunden zu holen.
4. Jugendfahren bis 16 Jahren: 1. E. Hauck, 2. E. Biedenkopf, 3. W. Heines.
5. Jugendfahren über 16 Jahre: 1. H Preitz, 2. W. Aaumann, 3. W. Kuhl.
6. Damenfahren : 1. B. Kuhn, 2. E. Rödiger, 3. A. Pfundt, 4. L. Baum.
Am Aachmittag fand ein Rasenradballspiel statt, an dem in kameradschaftlicher Weise die Mitglieder des Krofdorfer Radfahrervereins teilnah- men. Außerdem fanden noch mehrere Radspiele statt, die alle zur Erheiterung der vielen Gäste beitrugen. Eine kleine Siegesfeier fand dann in der Germania statt, die allen Teilnehmern noch lange in angenehmer Erinnerung bleiben wird.
Hindenburg der Schöpfer des deutschen Militär» Schneeschuhlaufes.
Es ist in Deutschland recht wenig bekannt, baß einer der Hauptförderer des Schneeschuhlaufes im allgemeinen unb der Schöpfer des Militär-Schneeschuhlaufes in Deutschland im besonderen Generalfeldmarschall von Hindenburg ist. Hindenburg war 1903 Chef des Kriegs- ministerrums. Aus die Vorstellung des um bu Eiüführung des Schneeschuhs in Deutschland hoch verdienten Rostockers Max Schneider, der durch A a n s e n die ersten Schneeschuhe a us Aor- wegen erhielt und ihre Verwendung m Deutschland propagierte, verfügte Hindenburg, daß zunächst bei dem Goslarer InfaiTterienegtment, den späteren Goslarer Jägern, Hebungen im Schneeschuh lausen vorgenommen werden sollten. Ball) darauf ging die glerche Anweisung an alle deutschen Äigerbatalllone, die im Gebirge garm= fvnietten.
Es ist dabei mtereffant, zu erfahren, daß die ersten Aorweger Schneeschuhe, 25 Paar, 1891 von Schneider durch QlanfcnS Vermittlung nach Deutschland tarnen. Es folgte eine zweite Sendung von 50 Paaren, dann konnte aber Aorwegen nicht mehr liefern. Aun beschäftigte man such in Deutschland selbst mit der Herstellung. Eine große Holz- biegerei bei Berlin fabrizierte 1892 zunächst einmal 1000 Paar, von denen eine Anzahl nach Oesterreich, Ungarn, der Schweiz, Rußland, 3ta- lien, Frankreich unb in die Türkei gingen. Damals also begann die eigentliche Schneelauf- Epvche in Deutschland. Die Anregung baz i hatte Aansen gegeben, ber vor seiner ©rönlanbfabrt 1890 im Harz war unb dort die Wahrnehmung machte, daß sich dieses Gebiet besonders für ben Schneelauf eignete. Der Harz ist denn auch das erste deutsche Schneelaufgebiet geworden. Bald folgten Bayern, der Schwarzwald, das Erz- und Riefengebirge, Thüringen, das Sauerland und die Eifel.
Das Jahnhaus in Freyburg.
zj Jahns Wohnhaus in Freyburg a. d, 11 n ft r u t, too der Turnvater seinen Lebensabend verbrachte, ist, seiner Bestimmung gemäß, als Turnerheim und Jugendherberge eingerichtet und zur Benutzung dem Verkehr übergeben worden. 6 Federbetten, 78 Militärbetten mit Strohsack und Decken und Strohlager für 100 Mann dienen der Beherbergung für Jugendwanderer. Rächst den Turnern der D. T. findet die gesamte, unter einem älteren unb verantwortlichen Führer wandernde Jugend beiderlei Geschlechts vom Vollsschüler bis zum Hochschüler, ferner dis schulentlassene Jugend Aufnahme. Hierfür gelten die Bestimmungen des Deutschen Jugendher- bergs-Derbandes. &.
Eine Löns-Gedächtnis-SLiftung.
Zum 10. Todestage von Hermann Löns wurde von den Freunden des Dichters eine Löns-Ge- dächtnis-Stiftung gegründet, eine Dererninung von Freunden der Kunst von Hermann Löns, die das Andenken an den Dichter durch weiteste Verbreitung seiner Schriften und Förderung junger Dichter, die bei voller Wahrung ihrer Eigenart, Hervorragendes im Geiste von Hermann Löns zu schafft versprechen, lebendig erhalten will. Diese Ziele sollen erreicht werden durch Veranstaltung einwandfteier Ausgaben der Düchm: von Hermann Löns und von wettdollen Arbeiten jüngerer Dichter in vorbildlicher Ausstattung, die nur den MitgliÄ>ern ber Stiftung zu sehr niedrigen Preisen zugänglich gemacht werden. Der Jahres- bertiag ist auf nur 2 MI. festgesetzt. Anmeldungen nimmt die Geschäftsstelle in Hannover, Schillerstraße 30, entgegen. Obwohl für 1924 kein Beitrag erhoben wird, gibt die Stiftung schon m diesem Jahre zwei Bücher des Dichters heraus, die von ersten Künstlern illustriert sind: em entzückendes Märchenbuch und einen prächtigen Jagdband. Eine eigene Zeitschrift, die die Stiftung herausgibt, toirh den TOitgliebern kostenlos geliefert. ,
Die Wissenschaft von den Herbstfarben.
Wieder beginnt das große Färbenspiel des Herbstes, vom yerteften lichtesten Gelb und hellsten Dcinrot bis zum tiefften Purpur ftnb alle Fär
bungen im Herbstlaub vertreten, und ehe bie Blätter sich vom Baume lösen unb müde zur Erde herniederflattern, glüht die Aatur noch einmal in ben feurigsten Farben auf, deren sie überhaupt fähig ist. Die Pracht dieser Farben hat aber nicht nur die Maler beschäftigt, ist von den Dichtern gefeiert worden, auch bie Wissen - schäft hat manu,igfache Untersuchungen angestellt, wie diese in den September tagen überraschende Herbstfärbung des Laubes zu erklären ist. Der Farbstoff, dessen Vorhandensein ta? herbstliche Rotwerden der Blätter hervorruft, ist das Anthooyan oder Blumenblau, eine Form der Stärk^uckerverbiiudung, die in den Zellen der Blätter und in der Epidermis erscheint. Eine besondere Bedeutung bei der Rvtfärbung der Blätter hat der Wechsel ber niederen Aachttemperaturen unb des kräftigen Lichts während des Tages. Gaston Bennier bot bei verschiedenen Pflanzenatten das Rot nett en ber Blätter hervorgernsen, indem er sic während des Tages einem ttäftigen Licht und während der Rächt der Wirkung niedriger Tempera uren aussetzte. Tie Rolle, die jeder dieser beiden Faktoren, Temperatur und Licht, bei ber Erzeugung des Blumenblau spielt, hat ein anderer Forscher untersucht; er ließ Licht und niedrige Temperatur getrennt auf eine Wallerpflanze, Hydrocharis, eintoitfen und erkannte, daß beide Faktoren Veränderungen in demselben Sinne hervvrbringen, daß das starke Licht ebenso das Rotwerden begünstigt, selbst trenn die Temperatur gleichblei bk. wie das Einwitten der niedrigen Temperatur ohne Lichteinfluß. Andere Forscher
haben gezeigt, daß das gleiche Phänomen unter beliebigen Licht- unb Wärmebedingungen cm tritt, trenn man die Pflanzen durch zuckerhaltige Lösungen tultitriert. Domber hat festgestellt, daß die Erzeugung des roten Pigments in allen Fällen von einer Vermehrung der Kohlenwaf- ser st offver Hindun gen begleitet ist. In den roten Blättern sinb bie Mengen von Zucker und Stärkezucker bettächtlich größer als in den grünen Blättern derselben Pflanzen. Man müßte danach bie Bildung des Blumenbau als die Folgeerscheinung einer Vermehrung der zuckerhaltigen Verbindungen ansehen. Es ist seltsam, daß eine nützliche Substanz wie ber Stärkezucker sich in den Blättern vermehrt, die rot werden unb zu sterben bestimmt sind, während es im Haushalt der Aatur richtiger erscheinen würde, wenn diese Produkte sich im Stamm ober in ber Wurzel sammeln würden, die den Winter über leben. Cs zeigt sich aber bei allen Blättern, die im Herbst ab fallen, daß sie, anstatt ihres Gehaltes beraubt zu werden, bevor sie sich von ben Pflanzen trennen, von diesen mit allen Arten von Aährstoffen versorgt werden, und so sind nach ben Analysen von Combos auch bie Kohlenwasserstoff Verbindungen in fallenden Blättern viel bedeutender als in den grünen.
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Der chinesische Soldat,
Wie es scheirtt, stehen sich diesmal im chinesischen Bürgerkrieg ziemlich große Heere gegenüber. Da sind sicherlich Zehntausende zu Soldaten gepreßt worden, die lieber zu Hause
geblieben wären, um in den Reisfeldern, in bei Hauswirtschaft ober in ihrem Handwerk zu hantieren. Denn der gewöhnliche Mann in China hat meistens einen Abscheu vor dem Soldaten- handwerk, unb ber Soldat war auch in China nie besonders angesehen. Daß ber Chinese durchaus nicht gern Soldat wird, geht auch aus so manchen chinesischen Soldatenliedern hervor. Diese Lieder bringen nichts von Sieg unb Kampf, von Schlachten unb gefallenen Soldaten, sondern es sind meist Lieder mit einem recht schwermütigen und elegischen Inhalt. So heißt es zum Beispiel in einem chinesischen Soldatenlied:
Als wir zogen aus, Standen schon bie Saaten. Kommen wir nach Haus, Sind die schlecht geraten. Wir hatten eine lange Reise Unb hatten schmale Speise. O, was hat ich Ungebühren Seit man führen Mich das Schwert ließ Statt des Pflugs.
Em anderes Lied beginnt mit den Worten: O, wie ist der Berg so hoch, O, wie ist das Tal so breit. Und immer, immer noch Zieh ich so weit, Zieh' hinaus in Kampf und Streit Und sätze lieber in der Heimat doch.


