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Dar war. AVer wer erfaßte sie tn dieser -ijejirfl 3fl aber der rechte Zeitpunkt verpatzt, dann muh man ihnen durch zehn oder mehr Jahre Siechen-- pflege gewähren, deren Kosten ein rechtzeitiges Heilverfahren mitunter um das Zwanzigfache übersteigen.

Blickt man in diese Zusammenhänge, so wird man finden, daß hier der Abbau die verkehrteste Maßnahme ist. Der rechte Abbau wird am sicher­sten durch die nachdrücklichste Fürsorge getrieben. Es ist unrecht, wenn man hier Ersparnisse zit machen sucht. Besitzt der Staat die Mittel, Zehn­tausende von 2iechtsverbrechern jahrelang hin­ter festen Mauern zu ernähren, dann mutz er erst recht die Mittel haben, schuldlos Gefährdeten in der rechten Weise zu helfen. Ze früher und je freigebiger er ihre Rot ersaht, um so reich­licher werden später die Ersparnisse sein. Dazu kommt, daß viele der Geretteten aus der Klasse der Almosenempfänger in die der Steuerzahler übergehen. Aoch größer aber ist der sittliche und soziale Gewinn, der sich nicht in Ziffern aus- drücken läht. Zn jedem Falle ist gründliche Wohl­fahrtspflege ein wichtiges Stück der Wiederauf­bauarbeit unseres Vaterlandes. Darum weg mit aller unrentablen Sparsamkeit, die in Wirklichkeit keine Ersparnisse ernbringt. Ze intensiver die Hilfe geleistet wird, umso größer wird der Segen sein, dessen Förderung gerade der allerbeste Ab­bau ist und Ersparnisse einträgt, die niemandes gereuen.

Kirche und Schule.

Gietzen, 25. Aug. Der Deutsche Pfar­rertag, in dem alle deutschen evang. Pfarr­vereine zusammengeschlvssen sind, wird vom 22. bis 24. Seplember seine Haupt- und Zahresver- sammlung hier abhalten. Die Tagung wird eröff­net mit einem AbendgvtteÄ>ienft in der Zvhannes- kirche, in dem der Prälat der hessischen evangel. Landeskirche D. Dr. Diehl die Festpredigt hal­ten wttL Zm Mittelpunkt des 1. Haupttages, Dienstag, den 23. September, steht ein Dortrag von Generalsuperintendent Zöllner- Münster überDer Subjektivismus, seine Berech igung und seine Gefahren für den Pfarrer" (Korreferat hier­zu Pfarrer ßic Dach mann- Kassel) und ein 2. Dortrag von Pfr. ßic. S tein weg - Berlin- Dahlem überDen Pfarrer und die Wohlfahrts­pflege". Abends findet in der Turnhalle ein Gemeindeabend statt, bei dem der Bauer sche Ge­sangverein Mitwirken wird, verschiedene Redner (Superintendent Hoppe, P. Reubaue/r, P. Meier und Pfr. Schnitzer toerben überDes Pfarramtes Art, Rot und Erfolg" reden. Der Mittwoch bringt nach einer Morgenandacht ton Pfarrer Fritsch in der Sadtkirche die eigent­liche Abgeordneten- und Mitgliederversammlung im Gesellschaftshaus mit einem sehr zeitgemäßen Dortrag von Professor D. Zänker- Soest und Professor D. Rie berg all-Heidelberg über Die praktische Dorbildung der Geistlichen". Eine Reihe Aebenveranstaltungen reihen sich an. So wird der Hessische Pfarrvevein am Montag nach­mittag 2 äihr im Gemeindesaal der Zvhannes- kirche seine Hauptversammlung abHalte».

Wirtschaft.

* Wenrvegelung der Getreideaus- Die Reichsgetreide stelle hat in den letzten zwei oder drei Tagen keine älnbe­benklixhL-e^tserklärungen für Getreide ausgestellt. Dtzese Matznahme hängt damit zusam­men, Latz eine schärfere Kontrolle über die aus­zuführenden Mengen GetreDe ernsetzen soll, die 'tn Verbindung mit einer mähigen Derwaltungs- gebühr die Flut der Anträge auf Ausstellung von nbedenklichkeitserklärungen eindämmen soll, um die gute deutsche Gerste in gröberen Mengen dem d e u t s ch e n Konsum zuführen zu können.

* Eröffnung der Rheinisch-West- KäbischenTabakmesse. Am Samstag wurde in Essen die im Städtischen Saalbau unterge- bvachte 3. Rheinifch^Westfälische Tabakmesse eröff­net. Die Ausstellung ist von etwa 200 Firmen beschickt. Reben den westdeutschen Zigarren- und Zigarettenfabrikanten sind Aussteller aus allen deutschen Gegenden vertreten, u. a. auch eine Wie­ner Firma. Die Ausstellung macht im großen und ganzen einen sehr guten Eindruck.

* Angestellten - Entlassungen bei Rheinmetall. Wie derD. H. D." erfährt, wurde am 21. August bei Rheinmetall 300 An­gestellten und Beamten zum 1. Oktober 1923 soweit sie sechswöchentliche Kündigungsfrist haben gekündigt.

* Die Tschechoslowakei und der Hamburger Hafen. Schon im Februar dieses Zahres begannen zwischen einer Abord­nung des tschechoslowakischen Ministeriums des Aeußern und des Handelsministeriums einerseits und der deutschen Regierung andererseits Dec- hanölungen wegen der mietweisen Lieber- lassung eines Teiles des Hamburger Hafens samt den dazu gehörigen Einrichtungen.

Der Nlie imf Topper.

Roman von Hanns fron Zvbeltih.

51. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.)

Der Winter ging zu End' und mit ihm, früher als man's gedacht, die schönen Tage in Leipzig. Denn schon Anfang Mai 1761 ist der König ins Feld gezogen, diesmal nach Schlesien. Alle seine Regotiativnen wegen des Friedens waren vergeblich gewesen, alle seine Feinde stan­den wider ihn wie im Zahre vorher, Oesterreicher und Russen und Franken und Schweden, mein­ten, die ^lebermacht müsse ihn schließlich dennoch erdrücken. Mit Müh und Rot, unter unsäglicher Anspannung hat er die Armee retabliert, so gut oder so schlecht es ging. Knapp fünfzigtausend Mann könnt' er aufbringen, mit denen er in Schlesien dem besten Oesterreicher, dem Laudon, gegenüberstand und dazu dem Russen Dutturlin, die zusammen über hunderttausend kommandier­ten. Muht' sich drchen und wenden, der König, daß sie ihm nicht über den Hals kamen, und könnt' es doch nicht hindern, datz sie sich vereinigten.

Da lag er denn, Woche auf Woche, in seinem kunstvollen Lager zu Dunzelwitz ihnen hart gegen­über und wartete hinter Gräben und Schrnzen Tag um Tag, datz sie sich an der festen Stellung Den Kopf einrennen sollen. An jeglichem Abend gog er mit den Grenadieren hinaus in die große Redoute rui. den Pfaffenbepz.Sorgt für ein Bündel Stroh!" hieß es zu den Pagen, und der König lag mitten unter seinen SoDaten, die alfe Rächte unter Gewehr standen, auf dem Stroh, den Himmel über sich War eine schwere Zeit, die im Hwigerlager von Bunzelwitz, aber die

.sie Deryanr-rungen wurven aus QRütiti» von Be­stimmungen des Versailler Vertrages eingeleitet, nach denen Deutschland vorpflichtet ist, einen Teil des Hamburger Hafens der Tschechoslowakei für ihren überseeischen Verkehr -,u überlassen. Die Konferenz wurde erst mündlich geführt. Da sich aber gewisse Differenzen ergeben, werden sie nunmehr auf schriftlichem Wege fortgesetzt. Auf Grund der Ergebnisse der münd­lichen Beratungen sandte die tschechoslowakische CRegierung der deutschen eine Rote/ welche die einzelnen Forderungen enthält.

* Erdöl in Obere lsatz. Die Ergebnisse der Bohrungen bei Sundhausen sollen nach fachmännischen Prüfungen und Berechnungen ernstzunehmende Vorkommen im größten Teil des südlichen Oberelsatz erschließen lassen.

* D i e russische Mihernte. Rach Be­richten aus HÄsingfors bereiten die schlechten Ernteaussichten in Rußland den Sowjets Besorg­nisse. Rach den Schätzungen, die Kamenew im Zum gab, sollte Rußland» in die Lage kommen, in diesem Zahre das Doppelte an Getreide aus- führen zu können als im Vorjahre, möglicher­weise im Monat' 400 Millionen Pud. Stalin verminderte diese Menge später auf die Hälfte, während andere Sachverständige von 150 Millio­nen Pud sprachen. Sinowjew glaubt aber nun, man werde auf höchstens 20 Mlllionen Pud kommen. Ein solcher Rückgang der für Rußland wichtigsten Ausfuhr wird eine Vergrößerung des Fehlbetrages im Staatshaushalt zur Folge ha­ben, und wenn infolgedessen die Roten­presse wieder in Tätigkeit treten muh, wird dadurch der Tscherwoneh gefähr­det werden. Es machen sich bedenkliche Zeichen von älnzufriedenheit der Massen bemerkbar und die Tscheka geht wieder besonders scharf vor. Zn Moskau haben sich Stimmen erhoben, die sich für die Beendigung des proletarischen Diktates einsetzen und eine Aussöhnung mit den sozialisti­schen Parteien befürworten.

Buntes Allerlei.

Die A-Doot-Flotte der ANoholschmuggler.

Werden die Alkvholschmuggler jetzt zur Be­nutzung der äl-Doote übergehen, um den so streng verpönten und doch so innig begehrtenguten Tropfen" nach den Vereinigten Staaten einzufüh­ren? Mit dieser Frage beschäftigen sich jetzt die Reuyorker Blätter, und sie berufen sich auf das sachverständige Llrteil des Kapitäns Paul König, der feine berühmte Fahrt mit dem äl-Doot Deutschland" während des Krieges durchgeführt hat urrd jetzt in Amerika weilt. König ist der An­sicht, daß das, was dieDeutschland" während des Krieges ohne große Schwierigkeiten vollbrachte, auch den Schmugglern gelingen kann, so datz sie einenasse Ladung" unbemerkt unter der bewachen­den Flotte hindurch in den Hafen von Reuyork bringen können. Man spricht davon, datz die Schmuggler im geheimen eine große il-Boot-Flotte gebaut haben, deren sie sich für ihr lichtscheues Handwerk bedienen werden. Aber auch die Heber* wachungsbehörden behaupten, daß sie auf ihrer Hut sind, und dem Doot-Angriff zu begegnen wisien werden. Die Regierung hat eine Extra- summe von 1 Million Dollar bewilligt, um den Kampf gegen die Schmuggler besser führen zu kön­nen, und es wird eine neue Flotte gegen sie mobil gemacht. Diesetrockene Flotte", Äe nur den Überwachungsdienst ausübt, besteht aus 20 Tor­pedoboot-Zerstörern, 2 Minensuchern und aus mehr als 300 kleineren, zum Teil sehr schnellen Schiffen. Alle diecke Fahrzeuge sind mit Ma­schinengewehren uno Kanonen ausgerüstet.Wir werden die Alkvholflotte vernichten, bevor der Sommer vorbei ist," erklärte der Admiral dieser trockenen Flotte.Mögen die Schmuggler Flug­zeuge urrd H-Boote verwenden, sie werden uns be­reit sinden, ihnen das Handwerk zu legen."

Die größte Fensterscheibe.

Das größte Stück Glas, das je als Scheibe verfertigt worden ist, befindet sich natürlich auf der Britischen Reichsausstellung in Wembley, wo man die Superlativsucht der Amerikaner über­trumpfen will. Die riesige Fensterscheibe, die 14 zu 24 Fuh mißt, wurde in einem eftra an- gefertigten Eisenbahnwagen von Borkshire nach London gebracht. Die Strecke muhte mit Vorsicht ausgewählt werden, um zu niedrige Drücken zu vermeiden, unter denen die Scheibe nicht hindurch konnte. Die Fläche dieses gewaltigen Glasstückes beträgt 336 Quabratfuß, und die Ausladung in Wembley war ein sehr schwieriger Akt, bei dem besondere Apparate in Anwendung gebracht wer­den mutzten. Man hat aber alle Schwierigkeiten glücklich überwunden, und die größte Fensterscheibe der Welt kann jetzt von den Besuchern genügend bewundert weiden.

Aus der Chronik derersten Begegnungen".

Das ist auch ein Buch, das noch geschrieben werden mühte: die Chronik der ersten Degeg- nungen, die dann zu einer Heirat führten. Es

übermächtigen Feinde wagten nicht den Angrisi, entzweiten sich schliehlich und trennten sich wieder, wobei Dutturlins Rachhut noch so heftige Schläge besah, daß er schleunigst bis Hinterpommern zu­rückwich.

Was half's? War ein schlechtes Zahr, das Zahr 1761, das sechste des Krieges. Keine große Bataille, kein Sieg. Za, zuletzt fiel noch das feste Schweidnitz, der Schlüssel Riederschtesieirs. und in Pommern nach heldenhaftem Widerstand das treue Kolbevg. Immer kleiner und enger wird der Kreis, auf den der König angetoiefen ist, will er sich weiter zur Gegenwehr rüsten.

.Uni) auch der Verrat lauert

Am 19. Rvvember spät abends, im Quartier zu Woiselwih bei Strahlen, der König arbeitete noch, da hört der Page im Vorzimmer einen Diskurs zwischen der Schildwache vor der Tür unb einer fremden, hastigen Stimme. Gr öffnet und fragt: der Leibjäger Kappel aus Schönbrunn war's, müsse Majestät unbedingt heut noch spre­chen. Unbedingt, die Affäre wär' gar zu wichtig. Es ginge um Leben und Sterben, um Ehre und Reputation, sagt er. Hochverrat! sagt er. So eindringlich und voll Erregung spricht er, daß der Page es wagt, wider alle Ordres, Seine Majestät zu stören. Der Herr sind sehr freröroffen, meint wohl, es sei wieder eine Lappalie, bestehlt dann, doch, den Mann vorzu. lassen. älnd da fällt der in die Knie, hat einen Brief, rn Abschrift, den der Baron Warkotsch auf Schönbrunn an den österreichischen General Wallis gerichtet. Liest der König, der den Warkotsch noch selbigen Rach- mittags in Gnaden empfangen:Es ist nirgends ein Pikett, auch keine Hauptwache, ist ein Haupt- quartier nicht so PompöS, wie bei Zhnen. Furch-

gäbe ein Sammelwerk an, zu dem fast federt Mensch etwas hübsches beitragen könnte. Auch folgende Geschichte, die aus Lmwvn berichtet totrb, müßte darin ausgenommen werden. Ein junges und hübsches sportbegeistertes Dämchen macht den Hydepark durch ihre ersten Autofahrversuche un­sicher, ein Ehrgeiz, der schließlich mit einem recht innigen Dekanntwerden zwischen dem Auto und einem der vielen schönen Bäume des Hydeparkes endete, wobei sich das Auto umwerfen lieh und seine hübsche geschickte Lenkerin unter sich begrub. Der Retter, der sofort zur Stelle war, und einer der von derCieae auf den ersten Blick" Be­gnadeten war, nutzte das Vorrecht, das er durch seine Samariterdienste bet der nur leicht verletzten kühnen Autlerin hatte aus und hielt gleich am nächsten Tage um ihre Hand an. älnd die in ihrem Selbstvertrauen auf die eigene Sicherheit Wohl etwas erschütterte Hand versagte sich ihm nicht. Der Schluß dieser Geschichte ist eine öffentliche Anzeige, die mit den unheilverkündenden Worten beginnt:Anläßlich eines Autounfalles," um fröh­lich fortzufahrenhaben sich Herr T und Fräu­lein B kennen gelernt und geben hiermit ihre Ver­lobung betanmt".

Ein Hund der Gold findet.

Ein Knabe spielte mit einem Hunde in der Rähe von Hill End, einer alten Goldgräberstadt im Wellington-Bezirk tn Rsusüdwales, etwa 250 Kilometer nordwestlich von Sidney. Vor mehr als einem halben Zahrhundert waren hier reiche Goldfelder entdeckt worden, und ein bewegtes Leben hatte sich damals in dieser- Gegend ent­faltet. Run ist das Städtchen verödet. Aber der Hund, mit dem der Knabe spielte, hat ihm zu neuem Ruhm verholfen. Der Hund kratzte nämlich aus der Erde etwas Goldstaub hervor, und die? sofort angestellten Nachforschungen ergaben, daß hier eine Goldader gefunden war, die 3 Unzen Gold auf die Tonne gibt. Es wurde sofort mit der Ausbeutung begonnen, und zahlreiche Abenteaer haben sich eingefunden, um nach weiteren Gold­schätzen zu suchen.

Eine elektrische Bahn von Kairo nach Suez.

Alm Kairo mit Suez zu verbinden, soll eine elektrische Eisenbahn quer durch die Wüste gebaut werden. Die Linie, die von Heliopolis ausgeht, wirb Passagiere und Güter über den alten Landweg bringen, der benutzt wurde, bevor der Suezkanal eröffnet war. Die Verbindung zwischen Kair) und Suez wird dadurch um vier Stunden abgekürzt und beträgt nur noch zwei Stunden. Der Bau wird von der elektrischen Eisenbahn-Gesellschaft in Heliopolis ausgeführt, die eine belgische Gründung ist.

Das Erdinnere als Motor.

Zrnmer wieder taucht der Plan auf, die ungeheuren Wärmemengen des Erdinneren zur Erzeugung von Kraft zu verwenden, und erst kürzlich wieder wurde 6er Plan erörtert, ob es nicht durch sehr tiefe Bohrungen möglich sei, im Grdinnern bis zu den Schichten mit sehr hohen Temperaturen vorzudringen und die Hitze auf die Oberfläche zu leiten. Aber während diese Ideen noch ferne Zukunftsmusik sind, gibt es manche Orte auf der Erde in denen man das unterirdische Feuer ohne besondere Bohrungen verwenden kann. Auf Zsland z. B., auf Neusee­land und im Bellostvne-Park in den Bereinigten Staaten steigen Dämpfe und heiße Quellen in großen Massen aus dem ©rbbtnern empor, und eine Verwertung dieser Kräfte würde sich durchaus lohnen, während man bei Vulkanen natürlich mit den plötzlichen Ausbrüchen rechnen muß. An diesen Stellen aber sind Ausbrüche und Erd­beben unbekannt und daher Fabrikanlagen mög­lich. Ein interessanter Versuch, die Hitze des Grdinnern als Motor zu verwenden ist in Gar­be re I Io, etwa 60 Kilometer südwestlich von Florenz, gemacht worden. Dort gibt es ein Ge­biet von mehr als 3 Quadratkilometer, auf dem seit unvordenklichen Zeiten heiße Quellen unb Dampf massen auffteigen. Der Ort war unter den Dauern verrufen, und man vermied die Stelle, an der man im Mittelalter den Eingang tn die Holle vermutete. Aber vor etwa 12 Zähren über­wand 'ein englischer Edelmann alle abergläubi­schen Vorstellungen und schritt zur AuSnrtznmg dieser brachliegenden Kräfte. Es war ein Prinz Conti, der hier einen elektrischen Generator an­fegte, der durch den Dampf einer dieser Quellen getrieben wurde. Der Versuch glückte so gut, datz weitere Maschinen hinzugefügt wurden, und heute werden zahlreiche Fabriken bet Garde cello von diesen natürlichen motorischen Kräften gespeist, und der überschüssige elektrische Strom dient zur Befeuchtung fron Florenz, Siena und anderen Städten.

Was andere Leute verdienen.

Den Steuerveranlagungen nach hatten im Zahre 1922 vier amerikanische Bürger ein Sin- koimnen fron je fünf Millionen Dollar und 63 Steuerzahler ein solches fron einer Million und darüber.

teil»lau der ^ranrptrter Suwttlb

Opernhaus. Dienstag, 26. Augost: DH Züdrn. Mittwoch, 27.: Ariadne auf Raxos. Do» nerstag, 28.: Frühling. Hierauf: Das kluge Fell» eisen. Freitag, 29.: Cavalleria rusücana. Hierauf: Der Bajazzo. Samstag, 30.: Aida. Sonntag, 31.: Tannhäuser.

Büchertisch^

DieGesellschaft der Freunde des neuert Rußland" gibt unter dem TitelDas neue» Rußland" eine Monatsschrift für Kultur- und Wirtschaftsfragen heraus. Das soeben erschienene Doppelheft Nr.3/4 enthält Beiträge von A. Gu- nats charski, Reichskunsttvart Dr. Erwin Redslob, O. Kamenewa, Prof. N öe-1 maschko, Dr. G. Da gotzki, Prof. Dr. W. Westphal u. a. m. Preis für das vorliegends Doppelheft Rr. 3/4 1 Mk. Geschäftsstelle Berlin- Pankow, Kafralierstraße 10.

Zn dem RomanDer Sohn der Ha» gar" gibt Paul Keller in meisterhafter Weife eine ®barafterifiif fron all den vielen Gestalten, mit denen er uns in dem Roman bekanntmacht. Heitere und ernste Bilder ziehen an uns vorüber und immer weih Keller sie echt und wirksam zu skizzieren. Ein literarisch wertvolles, echt deut­sches Werk: ein Duch das für alle Zetten ge­schrieben ist, denn all das, was uns hier erzählt wird, kann in jede Zett hineingeslellt werden, immer wird man seinen Verfasser verstehen, immer mit ihm fühlen, mit ihm lachen Dirnen. DormU können wir auch heute das Werk, im Dergstadb Verlag, Breslau, erschienen, nur wieder warm empfehlen.

Die glühende Gasse" nennt der jedem Romanleser bekannte Paul Rosenhayn seinen neuen Roman erschienen im Verlag Ernst Keils Rachfolg. (Aug. Scherl), Geipzig, und bringt damit ein billiges und spannendes Buch zur Reisezett.

Zum 100. Geburtstage Kun« Fischers gab die Llniversitätsbuchhandlung Carl Winter in Heidelberg in Gestalt einer klei­nen Gedenkschrift eine Auswahl aus der großen Menge der Urteile der berufensten Fachgenosfen und Schriftsteller aus dem Zeitraum von 1852 bis 1924 über Kuno Fischers monumentales Wett! Geschichte der neueren Philosophie" heraus, bafl von dem oben genannten Verlag jetzt wieder voll­ständig durch ergänzende Nachträge, auf der Höh« der Forschung gehalten, verlegt wird.

Schatten des dunklen OstenS" betitelt sich ein neueres Werk von Dr. Antont Ferdinand Ossendowski, das im 3ntematTonaIen Theater-, Konzert- und Derlags-G. m. b. H., Wien XIII, Penzingerstr. 9, erschienen ist. Wie der Tttel des Werkes bereits andeutet, will der Ver­fasser die Charakterzüge des russischen Volles, die Schattenseiten seiner Gebensverhältnisse und fei­ner Psychologie skizzieren. Dank seiner eingehenden Kenntnis von Gand und Geuten, Sitten und Mo­ral Rußlands bringt der Verfasser ein lesenswer­tes Stück Sittengeschichte des russischen Volles.

Geschäftliches.

Kletterfahrt einer Zugmaschine.

Der Königsstuhl, das Ziel vieler LlutomvbS» Bergprüfungsfahrten, sah in den fetzten Sagen zum ersten Male eine Zugmaschine, die mit einer Anhängelast von 100 Zentnern die 430 Meter über die Stadt liege»rde Höhe in einer lunmter* brochenen Fahrt erklettert hat. Trotz des schlechten Wetters waren viele Neugierige mit Znteresse der Fahrt gefolgt. Sie wurde veranstaltet von den Motoren-Werken Mannheim A-G. vrrm. Benz, Abteilung stationärer Mot)renbau, mit- ihremMvdorpferd", der ersten Zugmaschine mit Diesel-Antrieb (1518 PS.) und 100 Zentnern Anhängelast. Die Fahrt, die einwandfrei gelang, muß als besondere Leistung angesprvchen werden, da Steigungsverhältnisse von 16 bis 18 Prozent zu überwinden und durch den anhaltenden Regen der letzten Tage die Sttaßen zum Tell sehr auf» geweicht waren.

Große Ersparnis an Seife sowie Seifenpulver bedeutet es wenn man beim Waschen einen Zusatz von Henko (Henkels Wasch- und Bleich-Soda) nimmt Die stark schmutz lösenden« Eigenschaften dieses altbewährten Mittels unter­stützen die Wirkung des seifenhalttgen Wasch» mittels ganz erheblich und "ergeben so eine txd sparsamere Verwendung. Auch als Eincveich- mittel ist die völlig unschädliche Henko von un­übertroffener Wirkung.

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halten will, wäscht sich nur mit de

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überall erhlRUch.

Kreuz-Dron- August Noll, P. J. IUBbs, Drog. Georg Wallenfels, Drog. 0. WinterholL 4146c

ten Sie sich vor nichts. Sie machen das größte Glück. Zum besten wäre es Montags in der Rächt. Denn ich kann nicht gut davor sein, daß nicht etwa der Bogel Dienstags in der Nacht ausfliegt. Adfeu."

Fragt der König:Woher hat Er den Wisch?" Uni> der Mann meldet in fliegender Hast: wie er, Kappel, hält' den Brief bestellen sollen, sei aber ein treuer Untertan, wittert Unrat, öffnet den Brief, kommt damit in seiner Seelenangst zum Pfarrer Gerlach. Der schließt den Brief wieder, befiehl t, ihn, wie's der Davon Waröotsch ange- ordnet, an den Kuvat Schmidt zu bringen, so den Zwischenttäger gemacht hat: er aber, Kappel, soll sogleich zu Majestät

Saubere Affäre," sagt der König. Sieht den Pagen an der Türpfofte stehen.Allons, zieh Er meinen Schimmel aus dem Stall, ohne Aussehen, und rett Er, was der Gaul Prästiert, nach Strehlen. Zch schreib', In&cm Er sattelt, die Ordre, daß der andere Vogel ausgehoben wird."

So ist der Page durch Rächt umb Rebel ge­jagt, auf dem Leibroh FriÄ>richs, in der Bruft- tasche des Herrn DesM. Hat gebarst: .Fällt der Gaul, so fällt er. Mordio! Es gibt mehr. Der König soll wisien, wie der Zabeltitz reiten kann/

Zn Strehlen lagen die Zastrowschen Dragoner, und waren schnell alarmiert Aber doch nicht schnell genug. Denn als sie nach Schönbrunn ka­men, ist der Vogel Warkotsch schon ausgeflvgen gewesen hat Lunte gerochen davon ins österreichische Qager. Als odaß ihi der König nur nachher, in Breslau auf dem Salzring, in effigie hat an den Galgen schlagen lassen tonnen, wobei er lachend gemeint:Das Pvrttät wird vermutlich ebensowenig laugen, als bas Original selber."

Hat sonsten im Winter 1761 wenig Neigung zum Lachen gehabt, der König Friedrich Das war auch für ihn nicht solch Quartier, wie im schonen, sauberen Leipzig. Muhte im Breslauer Schlosse hausen, das noch halb zerschossen von der letzten Belagerung, zwischen Schutt und Trüm­mern. Das wär' wohl das wenigste gewesen. Aber er hatte, wie er einmal sagte, das Reihen im Kopf, zusammengesetzt aus österreichischen, gal­lischen, russischen und schwedischen Schmerzen. Mtt dem geschickten Musikus verglich er sich selber, den man fragte, ob er auch auf einer Geige mit nur drei Saiten spielen könnte. Er spielte, so gut es ging, älnb nun mit zweien. Er spielte, doch schon weniger gut Da zerriß man ihm die letzten beiden Satten und verlangte, daß er wei­ter spielen sollte

Die eine der beiden letzten Satten zerriß ihm jetzt wirklich Der einzige Freund in En-^and, der Minister Pitt, wich vom Staatsruder. Die Hilfsgelder vom treulosen England blieben aus, die dem König bisher so gute Dienste geleistet. War doch nur ein übler Notbehelf, daß die Müiize nun noch schlechteres Geld schlug, faule, polnische .Timpfe'. Aber der nerdus rerum muhte geschafft werden. Unb das war immerhin ein Trost in der Not: tn Wien und Paris sah's mtt dem Staatsschatz noch weit schlimmer aus, denn bei ihm.

War auch so schlimm genug

Zehn Tage vor Weihnachten gab es eine, Menge Schreiben zu expedieren: nach Sachsen an den Prinzen Heinrich, nach Magdeburg an den Gouverneur, nach Pommern an den General Goltz. Die Feldjäger wurden abgefertigt

(Rortfehuna folgt)

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