zaylreicye -Denreter anto4eni>.
net-Frankfurt a. M. hielt einen ansgezeichne e r fachwissenschaftlichen CBvrtrog, woran sich eine Aussprache schloß. Aach Er^digung einer Reihe interner Dereinsfragen tourte zum Dorsitzenden einstimmig Herr Heyl - Offenbach gewählt. Empfehlend wurde auf die demnächst in der Frankfurter Alniberfität abzuhaltenden Vorträge für die Dorbereitung auf die Fachprüfung hinge-' wiesen.
''Personalien. Sn den Ruhestand verseht wurde der Dorstand der Landwirtschaftlichen Schule zu Büdingen, Landwirtschastsrat Alfred Andrae, auf Rachsuchen mit Wirkung vom 1. Oktober 1924 an.
•* Eine erledigte Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer wird für die Dolks- schule zu Rod heim (Kreis Gießen) ausgeschrieben. Dienstwohnung ist vorhanden.
•* T e l eg ramme nach Polen. Die polnische Telegraphenverwaltung hat wiederholt wegen unvorschriftsmähiger Bezeichnung der De» siimmungsanstalten in den nach Polen gerichteten Telegrammen Klage geführt. Six hat u. a. gedroht, Telegramme, bei denen die Angabe des Bestimmungsortes nicht mit der Bezeichnung im „Amtlichen Verzeichnis der für den internationalen Verkehr geöffneten Telegraphenanstalten" übereinstimmt, zukünftig als unbestellbar zu behandeln. Alm den Absendern und der deutschen Verwaltung Alnannehrnlichkiten zu ersparen, sind die deutschen 'Telegraphenanstalten angewiesen worden, die vorschriftsmäßige Bezeichnung der De- stimmurrgsorte in Telegrammen nach Polen entsprechend den internationalen Vorschriften durchzusehen. Den Abserrdern wird dringend empfohlen, in Telegrammen nach Polen zukünftig den Bestimmungsort in der Schreibweise des genannten amtlichen Verzeichnisses anzugeben. Sm Zwei- felsfalle geben die Telegraphenanstalten bereit- nülligst Auskunft.
Landkreis Giefzen.
sk. Reiskirchen, 24. Aug. Gestern nachmittag zwischem 4 und 5 Alhr ging hier ein furchtbares Hagelwetter nieder. Straßen und Felder waren weiß wie miten im Winter, der Hagel lag 10 Zentimeter hoch. Das Wetter war begleitet von einem Gewitter, wie es in diesem Sommer noch nicht da war. Soweit bis jetzt fest- gestellt werden konnte, scheint der Schaden nicht so groß zu sein, wie ihan anfänglich annehmen mußte. Dies mag darin seinen Grund haben, daß das Wetter nicht von Sturm begleitet war. Alte Leute wissen zu berichten, daß die Gemarkung seit dem Sahre 1668 von keinem derartig starken Hagelwetter heimgesucht wurde.
sk. G r ü n b e r g , 25. Aug. Rachdem hier am Samstag nachmittag gegen 3 Alhr ein Gewitter mit starkem Regen niedergegangen war, folgte eine Stunde später ein Hagelwetter, wie man es im Hochsommer seit vielen Sahren nicht erlebt hat. Die Stadt hatte für kurze Zeit ein winterliches Aussehen bekommen. Roch am Abend war in den Gossen und an den Gebäuden der Hagel zu sehen.
Kreis Schotten.
□ Laubach, 23. Aug. Rachdem im vorigen Sahre der Friedrich-Rlagnus-Dau, der östliche Flügel des gräflichen Schlosses, im STonern neuhergerichtet worden war, ist nunmehr auch der Friedrich-Ern st- Dau, der West- flügel, im Snnern wiederhergestellt. Arn 8. September wird Georg Friedrich Graf zu Solms-Laubach mit Svhanna Prinzessin zu Solms-Hohensolms-Lich, der jüngsten Tochter des am 26. Suli 1920 verstorbenen Fürsten Karl, Hochzeit halten. Am 18. September wird der feierliche Einzug des neu- vermählten Paares stattfinden. Der Gemeinderat der Stadt Ärubach hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, sich an den Empfangsfeierlichkeiten zu beteiligen. — Sm Ott ober d. Ss. wird Geh. Sanitätsrat Dr. Vogel, der seit 1886, vorn allgemeinen Vertrauen getragen, hier wirkt, seine ärztliche Tätigkeit au (geben und nach Stuttgart ziehen. An seine Stelle wird Dr. Philippi (gebürtig aus Obbornhofen), bisher in Rlünzenberg als prakt. Arzt tätig, treten. Der neue Arzt beabsichtigt, im hiesigen Sohamr-Friedrich--Stift auch eine chirurgische Tätigkeit zu eröffnen. Hierfür sind im dortigen Krankenhaus (an der Schotten er Straße) 15 Betten bereitgestellt worden. — Der hiesige Gemeinderat beschäftigt sich zur Zeit eifrig mit der Errichtung eines Volksbades. Eiirige erklären sich für eine Ausschachtung des Obersees. Andere befürchten hier Wassermangel und ziehen eine Anlage an der Wetter oder Schellenbach vor. — Zu Anfang der kommenden Woche soll ein Sage n d f e st auf dem Ramsberg stattfinden. Realschule und die Stadtschulen werden sich daran beteiligen. Voraussetzung ist natürlich ein Umschwung der bisherigen regnerischen Witterung.
Kreis Büdingen.
+ Büdingen, 25. Aug. Die Vorderer- -hingen zu dem am 7. September dahier ftatt» finiienben Ländesfest des Evangel i schen Bundes schreiten rüftig vorwärts und finden in ten Gemeinden unseres Dekanats lebhafte Unterstützung: bie Anmeldungen aus den verschiedenen Gemeinden sind bereits so zahlreich eingegangen, daß die beantragten Extrazüge wohl gesichert sind. Das Fest wird eingeleitet durch einen De- grußungsabend, an dem der bekannte Heimatforscher Lehrer Heusvhn aus Lorbach einen Vortrag über die Reformation in Büdingen bauen wird. Sm Festgottesdienst am Sonntag wird der verdienstvolle Bundcspsarrer Eckel aus ßam- perl heim predigen. Am Rachmittag findet dann nach einem Festzug eine große Volksversammlung stall, bi der verschiedene Redner über die „Erang. Kirche und die deutsche Zukunft" sprechen werden. Der Abend bringt in mehreren Sälen Festabende, der Montagmorgen die Abgeordneten- und Mitgliederversammlung, in der neben den geschäftlichen Tangen der Vorsitzende torechen wird über „®er Evang. Bund ein Volksbund aller Evangelischen". Sn fast allen Dekanats» gemeinten, etwa 22, finden am Sonntag vormittag ebenfalls Festgottesdienste statt, in denen bekannte äuswärtige Bundespfarrer predigen werden.
)( Ortenberg, 25. Aug. Der Ende Oktober ftattfintente Kalte Markt wird bereits eifrig tenbereitet. Sn diesem Sahr wird zum erstenmal seit 10 Sohren auch wieder eine Verlosung statt- linden: etwa 250 Gewinne Winken den glücklichen Gewinnern, als erster Preis wurde, wie üblich, rin Fohlen bestimmt.
Starkenburg und Rheinhessen.
* Darmstadt, 24. Aug. Der Verband hessischer Zimmermeister beschloß, den Verbandssitz von Darmstadt nach Mainz zu verlegen. Die Geschäftsführung hat die Mainzer Sn-
übernommen. — Der Geschaftsführende Ausschuß der Deutschen Dolkspartei, Landes verband Hessen, ist für Sonntag, den 31. August, zu einer Tagung nach Darmstadt einberufen Worten. — Eine GvangelifcheWelt- anschauungswoche soll in Darmstadt in den Tagen vom 15. bis 19. September veranstaltet werden. Am Abend jedes dieser Tage wird ein Vortrag über die Eigenart der evangelischen Chrrstus- religion im Unterschied von ter außerchristlichen Religiosität dargeboten werten.
Hessen-Nassau.
S a ch s e n b e r g, 20. Aug. Von einem Bienenschwarm überfallen wurden die Gänse des Müllers Mann in ter Al. Duhmühle. 15 Stück wurden totgestochen und waren nachher termasteil mit Stacheln bedeckt, daß man sie zum menschlichen Genuß nicht mehr gebrauchen konnte, sondern begraben mußte. Die restlichen zwei Gänse sind durch Stiche erblindet. Dieser Fall kann manchem Smter, ter die Versicherung seiner Dienen gegen Schaden in den Wind schlägt, zur Warnung dienen.
Landesverband des Hessischen Einzelhandels.
Eigener Bericht unserer Darmstädler Redaktion.
D a r m st a d t, 24. Aug. Auf der Haiupl- Versammlung des Landesverbandes des Hessischen Einzelhandels, die heute hier stattfand, hielten Vertreter der Regierung, der Handelslammern und anderer Korporationen Begrüßung San sprachen. Reichstagsabgeordneter Deythien hie t einen Vortrag über die „Beziehungen zwischen Einzelhandel und Parlament". Die Vorstands- Wahlen ergaben die Wiederwahl des ersten Vorsitzenden Wilhelm K a l b f u h - Darmstadt: zum zweiten Vorsitzenden wurde Kaufmann H o r n - Gießen gewählt. Die Verhandlungen gipfel en in der Annahme der nachstehenden Gntschlietzunzen:
Das Lieber Hand nehmen des Wanderlagergewerbes, des Hausier- und Straßenhandels gibt zu ernsten Befürchtungen Anlaß, daß das Publikum mit Waren miiterwertigster Art ütettchtoemmt wird. Der Einzelhandel erwartet von ter Regierung, daß auf 'ihn als volkswirtschaftlich wichtigen Warenverteiler und Steuerzahler Rück icht genommen wird, zumal bei dem Wandergewerbe die Steuerkontrolle auf große Schwierigkeiten stoßt. Das Snteresse des Publikums erhäscht aber bei ter heutigen Geldknappheit eine Versorgung mit guten und billigen Waren, nicht eine Ale.e schtoem- mung mit minderwer igen, daher teuren A tikeln.
Eine weitere Entschließung wendet sich gegen die augenblickliche Steuerbelastung des Einzelhandels, die untragbar ist, da sie weit über die Leistungsfähigkeit tes Standes hmausgeht. Unter voller Würdigung der finanziellen Schwierigkeiten und des Steuerbedarfs von Reich Staat und Gemeinte muß jedoch bei der kommenden Steuerreform unter Berücksichtigung der besonderen Verhältnisse des Einzelhandels eine gerechtere Verteilung der Steuerlasten angestrebt werden. Sn ganz besonderem Maße trifft dies auf die Almsah steuer zu, die in ihrer jetzigen Form außerortentlich preisverteuernd wirkt. Der Gedanke einer Kleinhandels steuer (Umsatzsteuer ter letzten Hand) ist als undurchführbar a b° zulehnen.
Die letzte Entschließung fordert Abbau der Ausnahmegesetze gegen den Handel, insbesondere ter Preistreibereiverordnung und ter Verordnung über die Preisprüfungsstellen, da die Versorgung der Bevölkerung mit Gegenständen des täglichen Bedarfs in vollem Maße gesichert sei.
Sm Anschluß an die Tagung fand die Eröffnung einer Handelsausstellung in Gegenwart des Provinzialdirettors Kranzbühler und anderer Vertreter staatlicher Behörden statt. Das Unternehmen/ das einen größeren Umfang hat, gibt ein gutes Bild von der Leistungsfähigkeit des hessischen Einzelhandels.
9. Verbandstag des Hessischen Schuhmachermeister-Verbandes. EigenerDer ichtunsererDarmstädter Redaktion.
Darmstadt, 24 Aug Der 9. Derbands- tag des Hessischen Schuhmachermeisterverbantes wurde heute vormittag in Gegenwart vor Vertretern des Kreisamts, der Handwerkskammer, der Handwerker-Zentralgn vs'e schuft svw.e za 1° reicher Meister aus allen Teilen Hessens a gehallen. Den Vorsitz führ e Schuhmachermeister Wilhelm Weber- Darmstadt, der den Geschäf s- bericht erstattete, der genehnift tourt e, auch ter Kassenbericht tourte gutgeheißen und Cem Haushaltsplan nach ten Vorschlägen zugestimmt. Die Wahlen zu ten Dorstandsämtern ha ten nachstehendes Ergebnis: Rothe erster Vorsitzender, S. Loh zwei er VvrsitzeiDer, Bischoff Kassierer, Fritz Schriftfüh er. Sämtliche Dorsta ds- mitglieter haben ihren Wohnsitz in Darmstadt. Als Beisitzer aus dem besetzten Gebiet wurde Gehres-Mainz gewählt. Der bisherige Vorsitzende Wilhelm Weber wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Die Ver ammlung beschloß, die Wohlsahrtskasse tes Verbandes, deren Bestand in Frage gestellt war, w.i.er zu führen.
Sn einem Vortrag von Schuhmachermeister Weber über „Kalkulationssystem und Geschäftsunkosten" legte der Redner dar, daß nicht mehr allein die Gestehungskosten bei der Preisberechnung zugrunde gelegt werden mühten, sondern auch der Arbeitslohn zu berücksichtigen fei. Rach dem Lohnsystem beträgt der Verdienst an einem Paar Herrenstiefel 3,42 Mk., statt 3,90 Mk. in ter Vorkriegszeit, also 48 Pf. weniger. Sm Anschluß an diese Darlegungen sand eine längere Aussprache stall, in ter namentlich die Frage ter Geschäftsunkosten erörtert wurde. Zum Ort tes nächstjährigen Verbandstages tourte Mainz gewählt.
Sm Anschluß an ten Verbandstag fand im Städtischen Saalbau die Eröffnung einer Fachausstellung für das Schuhmachergewerbe statt durch den Handwerkskammer - Sireltor Schüttler in Gegenwart von Vertretern des Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft und der städtischen Behörden. Das Schuhmacher-Gewerbe ist auf ter Ausstellung mit höchst anerkennenswerten Leistungen vertreten.
Kleine Strafkammer.
Gießen, 28. August 1924.
Das Töchterchen der Elisabeth Hebbel in Bad» Rauheirn verkehrte im Sommer 1923 mit ter gleichaltrigen Sahnchen Gr. Diese wurde von ihrem Vater im Geschäft mehrfach dazu angestellt, Geldscheine zu zählen. Die Ehefrau H., die dies erfuhr.
Terror 'X*r. \Dun- j nung
veranlaßte daraufhin öle kleine Gr., sich öfters von dem Geld des Vaters äu nehmen und ihr, ter H, zu bringen. Das Geld wurde von ter H. wieder dadurch unter die Leute gebracht, daß sie mit ihren Ämtern und ter kleinen Gr. Kinos, Kondttoreien und Kirchweihen besuchte. So fuhr man eines Tages in ter Droschke nach Steinheim zur Kirchweih für 7 Millionen, nachdem die Gr. zuvor 40 Millionen überbracht hatte. Sn einer Konditorei sol/n einmal 17 Portionen Eis verzehrt worden i\in. Als die kleine Gr. nicht mehr zum Geldzählen zugezvgen wurde, ihr Vater vermutete Gelddiebstähle, legte Frau H ter kleinen Gr. nahe, ob sie sich nicht einen Schlüssel zur Kasse ihres Vaters verschaffen und auf diese Weise auch weiterhin Geld bringen könne. Der Gr. gelang dies auch. Aus Grund dieses Tatbestandes hatte ter Einzelrichter in Dad-Rauheim die Ehefrau H. wegen Diebstahls zu 6 Monaten G e- fängnis verurteilt. Shre Berufung wurde von ter Strafkammer verworfen. Die Angeklagte leugnete zwar nach wie vor. Sie wurde jedoch durch das erdrückende Beweis material als überführt angesehen, und wegen Ansttftung zum Diebstahl zur erstinstanzlichen Strafe verurteilt. Mit Rücksicht auf die niedrige Gesinnung, die aus ter Handlungsweise der Angeklagten spricht, erschien diese Strafe angemesien, obgleich die Angeklagte bis jetzt noch nicht vorbestraft war.
Der Weißbinder Karl R. von Pohlgons hatte Ente vorigen Sahres an zwei junge Leute Zigaretten geliefert. Zur Abzahlung ihrer Schuld brachten sie ihm eines Abends 2 Zenter Briketts ins Haus, die sie auf dem Bahnhof Pohl-Gons gestohlen hatten. Vom Einzelrichter in Butzbach war R. wegen Hehlerei zu 2 Monaten G e f ä n g - n i s verurteilt worden. Die Strafkammer hob das Airteil auf und sprach ihn frei. Rach ihrer Auffassung brauchte R. unter den damaligen Verhältnissen nicht mit einem Diebstahl zu rechnen.
Sieben Angeklagte aus Altenhausen und Schwarz (Kr. Alsfeld) saßen auf ter Anklagebank wegen Körperverletzungen und Beleidigungen, die sie am zweiten Weihnachtsfeiertag vorigen Sahres in Altenhausen gegenseitig begangen hatten. Die Angeklagten gehörten zwei feindlichen Dorfparteien an, die an jenem Abend in zwei verschiedenen Wirtschaften ihre Tanzmusik hatten. Sn vorgerückter Stunde suchten Vertreter ter einen Partei die Wirtschaft ter Gegner auf. Es kam zu Schlägereien und und Beschimpfungen, die z. T. recht nachdrücklicher Art waren. Dier- glas, Aschenbecher und Lattenstücke spielten dabei keine unerhebliche Rolle. Der erstinstanzliche Einzelrichter in Lauterbach hatte auf Geldstrafen von 50 bis 300 Mk. erkannt. Die Strafkammer bestätigte im wesentlichen das erstinstanzliche Airteil.
Dom Fliegerlager auf der Wasserkuppe.
(Von dem Spezialberichterstatter tes „Gieß. Anz.) Wasserkuppe, 20. Aug.
Heute ist das Wetter eine Spur besser, gegen Mittag machen verschiedene Flugzeuge Miene zu starten, aber erst im Lause tes Rachmittags finden wirklich Flüge statt. „Margarete" ter akad. Fliegergruppe Darmstadt ist wohl die Maschine, die am meisten startet. Aleberhaupt sind die Darmstädter sehr eifrig. Schate, daß ihre Mittel allem Anschein nach sehr beschränkt sind. Der afatem. Fliegergruppe Darmstadt gehört auch ter einzige Gießener an, Rolf Weinl ig. ter ein Flugzeug angemeltet hat. Leider tourte es nicht fertig, so daß es dieses Sahr nicht am Wettbewerb teilnehmen kann.
Rach ter Meldeliste ist es ein Eindecker, mit dem Sitz unter ter Fläche, einer Spannweite von 12 Meter und einer Länge von 5 Meter. Die Tragflächen haben 14,4 Quadratmeter Flächeninhalt. Weinlig baut sein Flugzeug vollständig allein. Es wäre ihm zu wünschen, daß sich in Gießen Gönner fänden, die ihn mit Rat und Tat unterstützten, damit unsere Stadt wenigstens im nächsten Sahr unter ten startenden Flugzeugen vertreten wäre.
Wenn man tage- und wochenlang hier im Fliegerlager Gelegenheit hat zu sehen, wie unsere Fliegerjugend sich abmüht, wenn man sieht, wieviel Sdealisrnus in ter Segelflugbewegung steckt, dann kann man nur wünschen, daß möglichst Wei e Kreise unseres Volkes von diesem Stealismus ergriffen werten, der einmal ein wirksamer Schutz gegen die Rote unserer an Stealen so armen Zeit darstellt, andererseits aber auch eine hohe Wirtschaf.liche Bedeutung hat, dadurch, daß durch die intensive Arbeit an dem Bau von bra.ichbaren Segelflugzeugen unsere Flugzeugindustrie Li den Stand gesetzt wird, trotz ter Fesseln des Versailler Vertrags Ersah ungen zu sammeln, die eines Tages in der Schaffung von Leicht- oder Kleinflugzeugen für ten Verkehr durch die Lust ihren Riederschlag finden werden. Der erste Anlauf hierzu stellt die Zulassung und Beteiligung von Segelflugzeugen mit Leich motor zum diesjährigen Rhän-Se'elflug-Wellbewerb ter. Heute sind zum ersten Male solche Motorflugzeuge gestartet. Flüge von 5 uick> 3 Minuten erzielte „Habicht" mit Hentzen als Führer. Die Maschine hat einen S. & H.-Mo vr. Außerdem startete der Eindecker ter „Bäumer" G. m. b. H. Hamburg (Führer Blume) mit einem Douglas- motor von etwa 8 P. S. zu einem Fluge von 20 Minuten Dauer und erreicht eine Höhe von 243 Meter über dem Startplatz.
Sieht man die Liste ter angemelteten Motorflugzeuge durch so fällt einem auf, wie verhältnismäßig wenig deutsche Motoren dabei Verwendung gefunden haben. Von 17 angegebenen Herstellerfirmen sind 11 englische und nur 6 teu - sche Firmen. Hier dürfte sich für die deutsche Mvtvrenindustrie noch ein dankbares Feld bieten zur Entwicklung eines leistungsfähigen Kleinmotors für Flugzeuge. Die d esjährigen in der Rhön zu sammelnden Erfahrungen werden Wohl wesentlich dazu beitragen, daß dieses Ziel erreicht wird. Dr. H. M.
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Wasserkuppe, 21. Aug.
Heute hat „Breslau 7 0" Pech. Auf dem Schulhang stehend, zum Start bereits angemeldet, überschlägt sie sich durch einen plötzlichen Windstoß. Obere Tragfläche und Seitensteuer zerbrechen dabei, so daß die Maschine zum allseitigen Bedauern rar läufig und vielleicht endgültig ausscheiden muß.
Alnter den Schlachtenbummlern, die im Flug- gelänte besonders auffallen, ist Prinz Heinrich von Preußen wohl der markanteste. Er wird während des ganzen Wettbewerbs hier oben bleiben. Don seiner Anteilnahme an den Ergebnissen des Wettbewerbs zeugt ja der von ihm gestiftete Ehrenpreis. — „Habicht" mit Hen hen startet auch heute wieder, erreicht etwa 70 Meter Hohe,
muß aber nach 5 Minuten 50 Sek. infolge 'Bruchs eines OelleitungSrohrs landen. „Margarete" startet heute als erstes Flugzeug am Westhang ter Wasserkuppe und bleibt 10 Minuten 40 Sek in ter Luft. Der Westhang ist das Gelände, von wo bisher in früheren Satiren die längsten Fluge erfolgten. Sn diesem Sahre konnte tert infolge Oer andauernd ungünstigen Windverhältnisse noch niemand starten. Dr. H. M.
Wafferküppe, 22. Aug
Eigentlich ist ja die Sachlage auf dem Gebiete des Segelflugwesens mehr denn je umstritten. Reiner Segelflug, Segelsiug mit Hilfsmotor, Leichtflugzeug — das sind die Schlagworte, die netenei nunter und gegeneinander gebraucht werten. Hier wird zum Teil die Auffassung vertreten, daß durch Verwendung von Hilfsmotoren die ganze Segelflugsache auf ein falsches Geleise käme.
Andererseits wird wieder streng untersch e- ten zwischen Segelflugzeug mit Hilfsmotor u.iö Kleinflugzeug. — Darüber wird gelegentlich noch einiges zu sagen fein. 5jcute'*toar entschieden schon etwas mehr Betrieb als sonst.
Das Ereignis des Tages bildeten unstreitig zwei Flüge Aldets, des alten Kampffliegers. Er flog zweimal mit seiner Motormaschine je etwa 15 bis 20 Minuten und erreichte Datei Höhen bis 300 Meter über dem Startplatz. An sich sind das ja keine betonteren Leistunge i. Aber die Art, wie er flog, hielt sämtliche Zuschauer in atemloser Spannung. Sn den engen Kurven fürchtete man jeden Augenblick, ibn kippen ^a sehen, so schräg legte er seine Maschine, und weh- rend er in tem einen Augenblick fast über die Kopfe des Publikums hinschoß, kletterte er im nächsten Augenblick steil in die Höh?. Außerdem fanden einige kleine Sprünge neu angekommener Flugzeuge statt, und die unermüdlich? „Margarete" (T. H. Darmstadt) machte ihre vbligr'e Fahrt über das Tal. Diel bemerkt tourte die Ankunft Mertens' von Fulda. Mit seinem Motorflugzeug legte er ten Weg durch die Luft zurück. Er landete allerdings nicht gaiz glücklich in einer Fichtenschrnrung.
Wir rechnen ater für die nächsten Tage mit größeren Flügen, da in den letzten Tagei n.xti bekannte Flieger mit ihren Maschinen anlamcn. Voraussetzung ist allerdings eine anhaltende Besserung tes Wetters, das heule nachmittag durchaus befriedigend war. Dr. H. M
Turnen, Sport und Spiel.
Jugend-Rndern.
Das Drängen ter Sugenb in der Rachkriegszeit nach sportlicher Betätigung hat den Rudersport nicht unvorbereitet gefunden. Der erzieherische Wert, der gerate tem Rudern als einer Mannschaftsübung innetoohnt, toar schon lange vor tem Kriege erkannt worden. Sugenteuterei tourte jedoch zunächst lediglich in der Form des Schüberruterns an den höheren Lehranstalten gepflegt. Heute bestehen wohl in allen Städten, wo Gelegenheit zum Rudern ist, Schüler-Ruder» vereine. Während die Anfänge des Schüler- rudems verhältnismäßig weit zurückreichen, ist das Sugendrudem in der Form der Su- gentebteitungen von Herren-Ruderverein en oder selbständiger Sugend-Rudervereine erst in ten letzten zehn Sahren in Alebung gekommen. Sn diesen Verbindungen hat sich die Sugend zwischen 14 und 18 Satiren zusammen gefunden, die schulentlassen noch keine Oluf nähme in ten Herren- Ruderve reinen erhalten konnte. Den Verbindungen eigenartig ist, daß stets unter ter Aufsicht von sachverständigen Erwachsenen gerudert wird und daß in ten Abteilungen dem Vertreter des Herrenvereins maßgebender Einfluß auf die Leitung gesichert bleibt.
Trotz getrennten Aufbaues bedienen sich die beiden Arten der Sugenbrutertetoegung zur Erreichung ihrer Ziele der gleichen Mittel. Sm Rahmen tes Vereins, der Abteilung usw. wird den Sugendlichen möglichste Selbständigkeit in ihrem hanteln zugestanden. Die Erziehung in ter Sugenteuberei geschieht nicht so sehr terch ten Leiter der Sugenteibteilung, als durch die Sugendlichen untereinander. So untersteht in einer Vierer- oder Achter-Mannschaft, aber auch im Doppelzweier ter Sugendliche auf ter Fahrt dein Kommando eines seiner Kameraden, bei ter Fahrteinteilung tem Mehrheits- toiCIen ter Mannschaft. Sahraus, jahrein muß er sich an diese Tatsachen gewöhnen. Wenn er draußen auf tem Wasser im flinken Boot seine Freizeit verleben darf, dann kommt ihm gar nicht zum Bewußtsein, wie er durch diese Alnterorbnung erziehlich beeinflußt wird, wie er allmählich daran gewohnt wird, seine Eigensucht zurückzustellen, tote diese allmähliche Einordnung ihm die Freundschaft und Kameradschaft der anderen einträgt, uni> toie er mit ihnen allmählich zu einer Gemeinschaft verbunden wird, die als eine Art Keimzelle des Gedankens der Staats- und Völls- gemeinschaft ihre Früchte trägt.
Daß Wettrennen bei den Sugendlichen nicht dieselbe Rolle spielen toie in den Herren- vereinen, liegt in per Ratur ter Sache. Trotzdem haben sich Sugenteegatten sowie Sugendwett- kämpfe als Teile einer Ruderregatta Heimatrecht erworben. Wer sich in der Sugendpflege in ten Leibesübungen einmal betätigt hat, weih, daß die Sugend zwischen 14 und 18 Sahren den Wettkampf genau so will, wie die ältere. Durch ein- gehettde Alntersuchungen namhafter Sportärzte ist fest gestellt wovden, daß bei genügender Aufsicht unb bei Beobachtung gewisser Richtlinien gesundheitliche Schädigungen durch die Vorbereitung und die Teilnahme an Wettfahrten nicht zu befürchten sind. Großer Wert wird, so wie bei ter Frauen, auf Stilrudern gelegt. Sugendlichen Sie bei einer Prüfung hierin keine einwandfreie Rudertechnik zeigen, bleibt die Teilnahme ar einem Wettkampf versagt.
Planvolle Körpererziehung.
Die Zahl ter Lehr- und Kulturfilme wird demnächst um einen weiteren bereichert. Ministerialrat Professor Dr. Ottendorf, der Leiter ter Preußischen Hochschule für Leibesübungen, und der durch seine sportpsychologischen Arbeiten und Vorträge bekannte Dozent Dr. R. W. Schulte haben sich zusammcngetan, um diesen Film zu schaffen. Der Film gibt ein Bild von der planvollen Körpererziehung, wie sie von unseren Hochschulen für Leibesübungen betrieben werden. Die Studenten und Studentinnen ter Preußischen Hochschule sind die Darsteller Der Film zeigt im Bild das Ziel ter Hochschule, durch harte Erziehungsarbeit eine kraftvolle Formbeherrschung und Formenschönhcit, durch sportliche Disziplin Wandern, Rudern usw. Lebenslust und Siegfreute zu erwecken.


