MickorLckllch an, frab da« aübetoä^rte deutsche g e- nossen, chaf tliche Kreditwesen in seinem bBalen und ^eirralen Aufbau von genossen- sch<.s l.chen Dertanrs.affen, liaifjeifenbint preu- b'scher Zen valg.-nostenichaftsia se ufw auch in der e«gerrttxirt zu pflegen und beizubehal- t e n sei, da ei den Bedürfnissen uno dem Wesen des landwirrschasilichen Betrieb're^t S in ^toearruioxjet Weise Rechnung zu tragen in der Lage sei.
Auch ia Zukunft müßte da« Bestreben dahin gehrn, Mi« ^racher m t Hilfe diese« genossen- schastlichen System« Äap LTten innerhalb der Lcmbwi.ts/^afi heran'^ziehen, sie auf der anderen Seite den kreditdedürftigen Stellen der Landwirtschaft wieder zuzuführen.
Angcsich - der durch die Währungsentwertung einoetrctcncn Kapitalverluste und Äreoitno: fvmme diesen Bestrebungen eine gani besondere Bedeu- tu fl zu. Der Reicks banlpräsifrmt betonte lernet, daß derübermSyigenDecteuerungdeS Reich« bankkredits durch Zwischen- i n stanz en mit allen Mi teln cn'g-'ge'igeftrebt we dm müsse und erwähn e in diesem Zusammen- ha 4 d e btei S ge r tfenen zweckmäßigen Maß- nahmen Durch di.se Ausführungen ist d a wie' e^- pjü verbrriielen Rachrich en über eine ander- weitige Auffassung bei Reichsbanl der Boden entzogen.
Eine Wahlrede Driands.
Paris, 24. gebt. (WTB) Der ehemalige Ministerpräfifr-rnt 2 r i a n d hat tn Earrastonne etne politische Rede gehalten. Die Außenpolitik, so erflärte er, beherrsche gegenwärtig die innere Do'itik Frankreichs. Frcrikr ich (barte aber eine Außenpolitik, die lei-ien 3 iy reffen entspreche, nur betreiben, wenn eS der Welt als da« Land der Revolution und der Freiheit sich z>-tge. Die'es Frankreich hibs die Welt befreit und wenn <4 im Jahre 1914 nicht isoliert gewesen sei, so deshalb, weil es in den Augen aller die Gerechtigkeit und den Fortschritt verkörpert habe, während Deutschland im Gegenteil ( die Reaktion und die Nie)erdrückung verkörperte. Sola^ae er Ministerpräsident gewesen sri, habe er darauf hingearbeitet, die Sinigfert mit den 2ttli- , irrten aufrecht zu erhalten und den Frieden zu .regln. Angesichts der Ungeduld der öffentlichm M Liung habe er die Ministerpräsidentschast nieder! gen müssen, jedoch ein tiefes Gestühl dafür bewahrt, daß Frankreich Rechte und Sicherheit nur buch l itemattonale Lösungen garant ert werden könnten. 3m Jahre 1921, als er Ministerpräsident gewesen fei, habe Frankreich mehr von Drutschland erhalten, als in den folgenden Jahren. Gr b?zw?isle, daß eine befriedigende Lösung als die, die er in Cannes vorgeschlafen habe, für die R^g lung des Reparatlons^roblems gefunden werden könne.
Man beginne einzusehen, daß die mirtäritoe Geste nicht immer al« da« beste Mittel erscheine, um alle Probleme zu losen.
DaS Problem de« FrankenkurseS fet eng oerbunte« mit der auswärtigen Lage. Als er die Ministerpräsidentschast ntcbaxje(egt habe, habe ber Dollar aus 17 gestanden und jedesmal wenn Verhandlungen mit den Alliierten eingeleitet tbor- ben seien sei der Franken gestiegen und dadurch sei die Lebensteuerung vermindert worden. 3n ber Stunde, in ber bte französische Regierung ben Beweis abgegeben habe, daß sie bereit sei auf ber Basis bet Arbeiten der Sachverständigen zu verhandeln, fei die Spannung auf dem Wechselmarkte niedergehalten worden. Wenn die Verhandlungen wieder ausgenommen wür- m werde auch daS Vertrauen wieder- ren. Man müsse eine Atmosphäre ber Sicherheit schaffen. Deutschland müsse fühlen, daß die Wiedervereinigung ber Länder Europas ifm den wirklichen F leben aufzwinge. Wenn nach den Kammerwahlen Frankr.ich mit seinen tiefen republikanischen und pazifistischen Absichten wieder In die Erscheinung treten werde, bann würden die alliierten Länder F ankreich nicht mehr unter dem falschen Schein eine- Niederdrückers erblicken. Ein Krieg sei nicht mehr möglich. Frank- rekb wolle ihn nicht mehr. Drland verlangt« Einigkeit gegenüber dem nationalen Dlvck, eine Art republikanischen Burgfriedens der auf dem Gebiet der Politik das sein müsse.' waS der Burgfrieden während des Krieges gewesen sei. ”
•
ehemalige Ministerpräsident Painlevä Earte, heute, wo eine internationale Lösung des Reparativn-problemS am Horizont aufsteige, hoste er, daß die französische Regierung, ohne etwas von ihren berechtigten F^wderungen auf- zugeben. diese günstige Gelegenheit ergreifen werde Werde btefe Gelegenheit verpaßt, dann sehe er nur eine Zukunft voller Unordnung und Dunkelheit. Schließlich trat Painlevv für den Dölke bund ein. der ber Menschheit einen gewiß mit Hindernissen versehenen Weg zum Frieden eröffnen werde.
Die Psalzsrage.
Pari«. 23. Febr. (Wol f.) HavaS veröffentlicht folgende of,rziö«e No.e: Man bestätigt tn offUiJIen Kreisen die Sr.lärur g Dr. E t r e s e- ma n n S. daß die f.anzöfische Regierung dem deutschen Do.schasier ohne A n t w o r d e l h e Note übe' die Pfal frag? zutückgegeben ha e. Die Ta.sachr ist in Pa.iS g h ün eyahen toonen. um au oennciben. bah man i >c einen unangeiehmen Eharakter brilcg Ta.fächltch ist auf veilch e.e .e andere Noten, bte den gleiten Geg.mstand bebau- beiten, vorher gean (trottet worden. Eine neue Antwort hät.e nur die Forts.tz ng einer ergebnislosen Kontroverse he.i-.isüb.en lön- nen. Diese Ave sei der deutschen Regierung in ber höflichsten Form und oh-:e die A -sicht, die deutsche Regierung zu beleidigen, zurückgegeben worden.
Poincars habe nur zum Ausdruck bringen wollen, daß, da er alle wünschenswerten Er- laiterung2n gegeben habe, rend er der Ansicht sei, daß ct ihr nicht« mehr hinzuzufügen habe.
Der .TempS" kündigt an. bah die französische Regierung ein Gelbbuch über die stan;ö>tsch- belgischen Verhandlungen in der Pfalifrage veröffentlichen wird. Das halbamtliche Blatt stellt dieses Dokument gewissermaßen als eine E r wider ung^auf die von der deutschen Regierung beabsichtigten Deröf entlichungen hm. Da die Veröffentlichung der Dokument erst von dem Zeitpunkt an erfolgt an dem die Schwenkung der französischen Politik vollzogen war, also nach ber Untersuchung des englischen Generalkonsuls Clive, kann das Gelbbuch, wenn es tatsächlich nur die von dem .TempS" angefüg en Dokumente enthält, als kein vollwertiges Beweisstück betrachtet werden.
Kleine politische Nachrichten.
Aus Anvidn'ing des M'N ä-b s-blshaße-s wurden in dem S'reik bet D rlinerMühlenarbei er 11 Betriebsräte ber einzelne i Mühlenbet lebe durch die P fe ft genommen. Das Wchr- kreiskommando lei e*e gegen die Festgenommenen ein Strafverfahren wegen Auffvroerung zum Streik in lebenswichtigen Betrieben ein.
e
Oberleutnant Roßbach hat Aufenthaltsbewilligung für das Land Salzburg gegen die Verpflichtung erhalten, keine gegen den Bestand der Republik Oesterreich gerich.ete Tätigkeit auszuüben.
*
Der Zentralverband der 3 n v a l i d e n Deutschlands gib auf einer Reichskon'ereirz der Heb ry'ugung Ausdruck, dah die mühsam errun- gen-m Fürsorgeeiirrichtungen und Leistungen des Reich'« unbedingt weiter besteben bleiben und aufqebout tixrben muß ei. 3n einer zw?iten Gnt- sch ißu-g nahm die Konferenz gegen Den Renten- abbau Stellung. *
Der Direktor des 3nternationalen Arbeitsamts, Albert Thomas, erdärte. dah die englische Regierung für den 21. März eine internationale Konferenz über den Achtstundentag einberufen werde. Das 3nternationale Arbeitsamt werde keine Mühe scheuen, am in diesem Sinne mitzuwirken. .
3n Suchum (Transkaukasien), wo Trotzki sich gegenwärtig aufhnlt, sollen drei mit Revolvern und Handgranaten bewaffnete Personen versucht haben, in die Villa Trotzkis etirzuöringen. Bei ihrer V rhaftung hätten s.e Feuer gegeben, feien aber selbst erschas.en toDröen.
Aus Stabt und Land.
Gießen, den 25. Februar 1924.
Der Pfalz- und Rhrintaq in Wichen.
Der Pfalz besonders und den Ländern am Rhein insgesamt galt, stärker noch als an ben übrigm Tagen des gemeinsamen Llloes, am gestrigen Pfalz- und Rhein, a g in Gießen das treuergebene (Jeden ten unserer Einwohnerschaft. Die werktätige Bruder- und Schwesternliebe hatte sich bereits am Vortage. Samstag, bei der Spendensammlung, die von Schü- lern und Schülerinneü tn allen Ö.abtteUen vorgenommen wurde, rege be ätigt und kam am Pfalz- und Rhein age selbst zur welkeren AuSwi u g. Den sich bar stärksten Ausdruck fand das Dewuhc- drt der innigsten Volks- und Schicksalsre-nei.r- chaft aber in d?r Treu- undProtestkund- g e b u n g, zu dw sich am Sonntag vormittag viele Hunderte von Mitbürgern und Mitbüroe innen Im Sladttheater zusammenfanden. Zal,lrciche muß.en an dm Pforten des Theaters wieder um* kehren, da die Eintrittskarten zu der Veranstaltung schon lange vor d ren Beginn vergriffen waren und auS sicherhri Spoli etlichen Gründen ein Mehr von Besuchern, als Plätze vorfrnnden, nicht z g lrssen we ben formte. Der Dauersche Gesangverein leitete die Kundgebung mit
dem Gesang von H. K ö g l e rs prächstgem Deul- sche-r Wa^ls.r^ch ein. wooaf eia von ÄaJ Juhnke, Mi gli d des S.a^r.heiter«, gesprochener Vorspruch ben Gedanken Der Do-Lge.nein- Ryaft .ein Voll, ein Gott, ein Vater» Ia:ib. ben Treus^war wollen wir hlle.i" — dn- drucksvoll beiTDkbob. Der Red e. de« Tage«. 6nifr.cn ar Dr König ein von den Franzosen i A ®vfä g ns g toc. feier a Sst e Sr ß ue^er Heirnal tx.r.ri derer Mann ti'ie^ bann i i ei ret 8 hang.leg en Red. nach daß fett Dielen Hahr- panierten immer nur F aniretch den F ie e i mit feinem östlich.m Nachbarn gearrchn tn? ftäntij auf den Raab u o u schm Landes h.ngarbeiret hrt bis auf den h.u igen Tag. Wenn wir im« nichr selbst aufg ben wollen, mal en wir der franzö'i- schen Gier nach dem Rhein en gegentreien. Der Rhein ist dem Deu fchen. WaS dem 3nber der Ga ged, bau Ae itz^ter der Nll, den Römer ber Tiber, dem Jude i de. Euvh a : ein heiliger Strom. Hier ist ri ,t W lichland fonb.rn nur Deutschland 3m Kam. f .• um dm Rhein geht cs um unser Leben und um unsere Ehre, es ist ein Kampf, in dem wir bereit lein ntuifen, eines Tages auch das L--tz e und Höchste auf ubieten. damit Deutschland un> der Rh.ia wie er frri werden. wenn unsere Gegner nichi anders zur Der* rrunft kommen. Der Schwur der in den Pfingst- tag-n 1923 in der schleSwig chen Grenzstadt Flens- bu g von Deu schm auS allen Teilen des Da er- lanöes g sprochm wurde, er sei auch unser aller Schwur:
Wir bekennen die Qual deutscher Zerrissenheit.
Wir bekamen unser aller schicka.haste Verbund nheib
Wir bekennen uns zum Reich in sei c Not, Dem Vorhof eines einigen Deutschland.
Wir glauben an die schaffenden Kräfte des Die stacker ist als Partei und Klasse.
Wir (glauben an die schaffenden Kräfte deS deu schm Herzens,
Des deutschen Willens, des deutschen Geistes. Wir glauben an das h ilige Recht auf Freiheit Unb Einheit Deutschlands.
Wir schwören, bte Trägheit unserer Herzen zu brechen.
Wir schwören, ben Brüdern zu opfern, was wir haben
ilnb was wir find.
Wir schwören, für daS heilige Recht zu streiten.
Stürmische Zustimmung ber Verdamm ung bekundete, daß sie sich eins fühlte mit dem treu- deutschen Gedanlengange des Redners. Nachdem der Bauersch? Gesaiigoerein noch Amolds .Bleib deutsch, bu herrlich Land am Rhein!" zu Gehör gebincht, wurde einstimmig die nachstehende Entschließung angenommen:
»Dem zähen Bestreben ber Franzosen, durch bezahlte Verräter und räube.ische Horden Pfalz und Rh in dem staatlichen Zu- sammenha.ig tri? dem Deutschen Reich zu entreiß :n, stellt die Bev ölkerun g der besetzten Gebiete unbesiegbare, einmütige, heldenhafte Abwehr entge]at
3n vorderster KampfeSreihe steht die deutsche Pfalz, il ifägliche Drangsal und Bedrückung hat sie schm erduldet. Aber noch leiden Tausende von Brüdern und Schwestern unter den Folgen ber einstweilen ge» banr ten, grausam n unb unm^nschi. en Separatistenherrschaft, be ei Schändlichkeit von französischer Hei-rschsucht verdeckt und durch kriegsgerichtliche Rachejustiz auf b.e im 3.cnerftcn aufg-wühlte Beoölkerung abgewälzt werden soll.
Wir rufen alle Volksgenossen recht« deS Rheins *um flammenden Protest gegen bi 1e Schändung der heiligsten Menschenrrchse wie ber Freiheit unb Selbstbestimmung eines echt beutschen Dolksstammes auf! Wir senden den Treum überm Rhein wärmsten Dru - devgruß mi dr Der i^-erung umwandrlboen Zusamrne g hö i dit gefüyls und höchster Opserb.reit cha t b.s zum Letzten! Hand weg vom deutlchen Rhein, von der deutschen Pfalz! Pfalz, Rhein und Reich auf ewig ungeteilt!“
Mit dem Gesänge des Deutschlandliedes fand die denkwürdige Kundgebung ihren Aaschluh.
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3m Stadttheater sprach vor der Nachmittags» und ber Ab ndvvrstellu ig Freya Sturm- fei« einen von Hofrat Hermann Olein- g oct ter verfaßten Vorspruch, ber in warmen Worten ber mutlaen Pfalz gedachte, beren Not auch unsere Not ist, unb allen Hörern in ernst mahnenden Worten die Pflicht ganz Deutsch» lands gegen die Pfalz cinfdjärfte: Liebe um Liebe, Treue um Treue!
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Gießener Wochenmarktpreise
am 23. Februar 1924.
Es kosteten: Butter daS Pfund 1,20 bl« 1,70, Matte 0.17. Käie 0.62 bl« 0.65. Eier bas Stück
0,15. 'JDtrTtng das Pfund 0.35. Weißkraut 0,20 biS 0,25, Rotkrau: 0,35, gelbe Rüben 0,25. rite Rüben 025, Bua nenkopl das Stack 1,50 bi« 2,50 il.7ter-Koh.rabi das P:und 0.08. Grürckchl 0,35 Rosenkohl IchO. Tomarm 1.50 biS 2,50, Znxefrelr 0.25, Laach dos Stück 0,15 bis 0,35, Meerrettich uoi Psuird 1, Rfrabacb^r 0.50 bis 1, 2:psel 0,15 bi« 0,J0, junge Hayn»m 1 Mark das Pfund.
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•* Von ber Kammer für Handelssachen in ©icbcn. An 11. Februar würbe -<r Kaufmann Dr. ßubnig Ferlsch in Fraick- rurt a._ QH. auf fein Nach-uch n von bem Amte -ines Handelsnchlers bei ber Kammer für Han- aelssachm in Gießen cntbu.iben. 2 n seloen Tage mürbe b.r Direktor Weber tn Hirzenhain zum Hanbelsrichter bei bid:r Kammer für bk Zeit bk >um 31. Dezember 1^24 err.an.it.
” Der Winter zeig: diesmal etne Hartnäckigkeit die vielen Leuten in Stabt unb Land red>t wenig angenehm ist. Nachdem er uns schon um die Weihnachts age herum mit starken Schnee- massen überschüt.et hatte, denen er im Laufe de? x3anuar« und der Wochen diese« Monat« gelegentlich weitere folgen ließ, hat er nun seil Astern erneut starke Schneefälle gebracht, die Stadt und Land wieder völlig in ein weiße« Kleid enthüllen. Die Frühllng«hosfnungen vielet Mitbürger find dadurch wieder mal, genau wie dir Außentemperatur, auf den Gefrierpunkt gesunken
RDV. Vorsicht bei der Benutzung der Reaiesahrpläne. Die fianchsisch-vel. gische Eisenbahn egte Hal für das Rhein- und Ruh g b et Fah P a te herausgegeben, die jedoch wie am lich f gestellt wurde, viele Ungenauig« feiten und Fehler aufweisen. Sin unbebir g: sicheres Mi.tck, sich über den Perfonenziigfaheplan de Regie juime rich en, gibt cd vorläufig nicht: auch ist nn Verkehr ml; der Regte mit starten Verspätungen zu rechnen.
*• Die Zahlu n g der Mllltär- versorgungSgebührnlsse für März erfolgt Lurch di. Postanstcllten am 2?.‘5ebruar.
* Oeffentllcher3mpftermin ist auf nächsten Mittwoch nachmittag 3 Uhr anbetaami worden. Näheres im An^epentell.
Zum Eisenbahn-Zrachtenver- kehr zwischen dem besetzten unb bem unbesetzt en Gebiet wirb amtlich nrü- gctcilt: Nach ben Abmachungen zwischen der Deutschen Reichsbahn und der Rcgiebahn hat letztere auf den UebergangSstationen. die für baj unbesetzte Gratet bestimmten Senbungen be-. Deutschen Reichsbahn mit deutschem Aachtbries zu übergeben. Der Versender l.n befehlen Geilet hat somit jeder für bas unbesetzte Geilet bestimmten Senbung außer bem Regiefrachtbrief auch einen deutschen Frachtbrief bel.ugeben. Dies wird von ben Verlehrstreibenden In sehr vielen Fällen versäumt. Hierburch treten auf dm Ucbcraing*» bahnhöfen Stockungen In ber Welterbesörfrcruig ber Güter ein, ble um so fchädlichcr wirken, als diese Bahnhöfe erklärlicherweise für ben von ihnen jetzt zu bewältlgenben Verkehr Weber baulich noch betrieblich eingerichtet sein können. Um zu verhüten, baß bie bett. Sendungen auf den Ucber- gangJJftatloncn angehalten und bis zum Einganx be« vom Versenfrer nachzufordernden deutscher Fmchlbriefe« kostenpflichtig gelagert oder ausgestellt werden, ist den VcrkehrStreibenden dringend zu empfehlen, jeder bei der Regiebahn amu- liefernden Sendung, die auf ble deutsche Reichs- bahn übciJugehen hat, außer dem Realefracht- brtef auch einen deutschen Frachlbries betiugeben.
H Hebet bie Braunkohle sprach Professor Dr. Harrassowlh am vorigen Donneis- tag in der Grof)en Aula der UniDerlUäl zugunsten der Stadentenhilse. Der Redner zeigte, wie die Draunkohlcnfelder au« Pflanzen daduich entstehen, daß der Guftfauerftoff afriehaftcn wirb und somit keine Verwitterung ein treten kann. Tic« ist der Fall, wenn der Boden sich senkt, da« Grundwassei steigt und die Bäume irr Wasser absterben. Die Hauptbraunöohlcngebiet, Deutschland« sind da« westelblfche Gebiet be Halle und Leipzig, dann da« Lausitzer Gebiet zuletzt die Kölner Ducht. Alle anbei en Gebiete, w auch bas befsische, finb von weit geringerer Bedeutung. Wichtig ist eine rationelle Verwendung der Kohle. Zum Brennen ist sie wegen ihres hohen Wassergehaltes weniger geeignet als bte Steinkohle. Doch wird aiH ihr daS Brikett durch Zerkleinern unb Pirisen hergestellt. Ferner verwendet mein Braunkohle zur Gaserzeugung Teer und Oek werden auS ihr gewonnen: die Paraffinkerze und viele« andere ftnb ein Produkt der Braunkohle Der Vorgang, durch den die Kohle in ihre einzelnen Vestandtclle zerlegt wird, heißt Ver'cdwelung. Al« Asche bei der Verschwelung bleibt Me durch den Grudeherd auch dem Laien bekannte Drude zurück Der Vortrag war beglef et von zahlreichen Lichtbildern und drei Films, die den Zuhörern den Abbau der B"aun'orlc un‘er Sagt, den Tagebau unb bte Vrikettfaßrikalion zeigten Leider beeinträchtigte ein Defekt des Filmavparatcs etwas die harmonische Wirkung des Abend«.
Sin Roman au« dem 21. Jahrhundert von Han« Dominik.
30. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
.Du behältst da«? Du gibst es nicht zurück?"
.N.in!“
.Ah i* Mo ein Andenken an btc Herzallerliebste. Mil Gräfi tneu hast bu eS vor?"
.Fal ch gcroten, Georg. Die schöne Tivesani hat gi» tz aufreoe Ziele, al« einen Iournall ten zu pciraten. Z ele . . die fk bn nK*u»3n Augen zu einer sehr gefährlichen Person . .
.Oho. . . wies)?“
.3ch bin überzeugt, s« ist eine Abenteuerin, bte S.uanendien'ie für die gelbe Seite leistet."
.Hast bu Beweise bofür?"
.3a — bo« heißt erst mal starken Verdacht. Den strikten Dewet« hoffe ich tn btcfcm Büchelchen zu finden. S« geriet mir in die Hände, als ich Die To res am au« ber schmelzenden Lawine ber- non>g. Sie trug e« in einem Ledertäfchchcn per- wählt unter ihrem Sweater. Al« ich sie au« dem Eisichlamm riß, blieb e« mir In den Händen."
Wellington Fax ösfnckc da« lleine Buch
„Unter diesen harnllosen Natizen hier ist nichts 3nkrcffan:e«. 3ch hatte es ihr vielleich: längst zuruckgegebeu. Aber da fand ich hier noch bkicn . . .“
Sr blätterte weiter unb hielt 3Ten6ranbt bk Seite hin. Sie war vollkommvi weih. Nur am Äanb, wo )fieabar öle Nä>sc gewirkt hatte, traten einz I e Buchitafrn h rvor. Die äußersten stärke., bk buiccuei nur schwach
6 — r — a — n — b — t entzifferte Gearg 3fenbranbt nicht ohne Mühe.
.Unb bu meinst?"
Er sah W Ilington Fox fragend an.
.... Dah vor dem .brandt" noch ,3sen" stehen muß!“
.Al o .3fcnbianbt“ . . . mnn N.mne?"
__ -Richllg, m.in Freund! 3ch wette, daß das Wort v.l.ständig 3senbranÖl heißt.“
.Und was weiter?"
.Daß hier zwe.stl.os noch eilige für dich sehr hitcrclfantc Notizen stehen, öle ich leider nicht lesen kann. Der Teufel mag wissen, mit welcher sympalh.llfchen Tinte das geschrieben Ist."
Georg 3-e ibranöt hielt das aufgeschlagene Buch zwischen ben Händen.
»Mag e« geschrieben fem, toomit cs wlll Auf Dynotherrn reagiert cs Das Öynothcrm- M - Schm lztrollcr Oer Lawine hat diese wenigen Buchstaben sichtbar gemacht . Seh.n wir Welter ..."
Er wandte sich nach dem LaboratorrumSlifch unb fuhr mit dem Dnch über den do.st stehenden und immer noch Öampsenden EiSolack, bl« bte beiden Seiten völ ig durchs.uchtel waren Dann kehrte er wieder zu Wellington Fox zurück
Gespannt waren vier Augen aas da« Daplcr gerichtet. Buchstabe aus Buchstabe trat hrrvor. Triumphi.renb schlug 5or in bie Hände.
.Da steht es; .3c.ibru.ibtr . . . unb nun? — Was sonst noch?'
Wellington Fox hatte da« Buch ergriffen und la« bie Worte lang a n heru-itcr. Als er gseodet, leite er es vor ichlig auf Öen Tisch unb nxjnbte sich zu 3fenbra>ü>t. her ft-unm mitael.sni hatte.
Eioen Mgmbllck schauten sic sich wortlos on.
»D.r FunÖ hat sich gelohnt, Georg! Ueber bte Abstcht ber Ore iburger Räuber b steht nun fern Zwe fel mehr. Ds qtig um dein Leben . . . Deine Femde habm b.tr? Bedeutung besser erkannt eil« deine europäischen Freunde."
.Du hast recht, For. Der Fund war gut Eine Waritmg für bie Zukunft.“
Sr nahm bo« Buch unb schloß e« in seinen Tresor.
„Na . . . siehst bu, Georg, ich haste doch eine s-lstcklich' Hand, al« ich öl? starten Prisen auf ben Sh-w? au«flreute. A idwnf^l's wären bte inhalt- schweren Buchstabe i kaum sich bar geworben."
„ES Ist noch einmal gut gegan ex alter F)L. Trotzdem muh Ich dich warnen. Mit dem Dtzn>- tberm ist nicht au spaßen. 3* sind ungeheuere S ergtemengen. bi.' bu da auf dem kleinen Raum elr-.-« Va^tienfklX« entse sell bo t S« konnte dir fehc leicht gehen wie dem Zauberichrliig, ber die Grister, die er rief, nicht mehr lo« wurde. Was war damals mit dir los? . . . 3rgenö etwas anderes? Fo,. mein Zunge, ich gluide fast, daß dein Herz auch eine Do.i« D^notherm ab bekommen hat."
.Mnb Uxrm e« wirklich so wäre, bann würde ich schließlich doch auch nur berühmten Beispielen folgen."
Georg 3Tenbranöt bllcktc ben Sprecher fro genb an.
.Za! Dich meine Ich, Georg . . . Gerade büch S lste c« nur die Erinnerung an Maria Ortwin s-in, bte dir j ne andere Mara, unsere ju A? Rei et.fähr ui. so t uer macht?"
3fcrbia.ibt kämpft« kurze Zeit mu einer leichten Verwirrung.
.Da vcriachst vergeblich, nach alter Fuchsenweise deine Spur zu verwischen. Aber . . das wirb brr nicht gelingen.
Da es nicht bte Gräfin Torcfani ist, so muß e« logifcherweise bie kleine Darvii fein, bte cs bir derart angetan hat . Ommcrbwt . . . Stand« Cbartnn ist bir großen Dank schuldig . .
.... Unb ba Mr Garvln nrmanb etwas schuldig zu fein wüTischt, so hat er mir eine Ver- tragsurkuntc )uqe.‘«i lassen, die bi« auf meine Unterschrift fertig war . . .**
.Hab bte enthalt?"
.Wenn Ich iie unterichrieb, war ich bet alleinige Be itzer ber Ehllago-Prcß."
.Oho. . .!“
.OJa! Francis Garvtn läßt sich nicht lumpen . . . Aber Wll.ington Fo, auch nicht!"
„Unb?"
.3ch Habs Ihm feinen Vertrag fern säuberlich ofr*e Unterichrist zurück r'chi lt . . . mt! dem An- b hnreben, mit brr Shilago-Preh andere Leute glücklich zu machen."
.Gut gemacht. Fvt? Deine Bezechungen zu Francis Sarvei werden damit nlch: abgebroch» fein . . . tapere ich . bu lachst? . . 34
rr-erde bie nxitTt Entwicklung mit 3nher«lse ver- fvl-en . . Willst bu mich jetzt auf einem g[Uy bcglriken?"
.Gern, Georg! Aber erst muß ich mich bet bir um.l tben. Der Regen Ist durch and durch gegangen. 3ch Huts meine Nässe über unfe-c 5 v rnnente h er fast vergessen. Hetzt macht fk sich doppllt fühlbar."
iTvrtfctzung folgt.)


