(Sin Roman aus t>em 21. Jahrhundert von HanS $>om ( n i f.
78. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Die Luft füllte sich mit Rebeln, die sich da tmd dort zu schwerem dunklen Gewölk zusammen- halllen. Aber die Dunstwolken fielen nicht in Tropfen zur Erde, sondern wurden von den Windstöstea bald nach oben, bald nach unten gerissen. Kurz aus tret end« Windstlle lieh, auch sie manchmal stillstehen, dast sich die bizarren Formen wie duntle Felswärrde vom Himmel ab hoben.
Die Kälte nahm immer mehr zu. Der Wind wehte mit immer stärkerer Kraft. Dann war es plötzlich, als bräche das ganze Himmelsgewölbe zusammen. Erde und Himmel verschwanden in einem rasenden Schneesturm, der sein unermessliches Reh weithin über ferne Deute warf. Rur hin und wieder vermochte das Auge durch das dichte Treiben der weihen Flocken dünne Ketten geduckter Gestalten zu erblicken, die sich mühsam durch das Chaos vorwärts kämpften. Die Räder der Fahrzeuge schnitten bis an die Achsen in den Boden ein, der sich mit dem Schnee zu einem eisigen Kot vermischte
Peitschenhiebe und Rufe! Flüche in allen Zungen Asiens schallten durch die Lust. Dazwischen das ängstliche Schnauben der Pferde und das Gebrüll der Kamele.
Immer häufiger brachen Tiere und Menschen erschöpft zusammen. Was auf dem Wege liegen blieb, wurde rücksichtslos zur Seite gestoben. Die Hilferufe verhallten ungehört im Geheul des
erarrmefl dazwischen Dte anspvrnenven 2Cufe der Offiziere.
Vorwärts! . . . Vorwärts! . . . Jenseits der Berge tninten die warmen Fluren Turkestans... Vorwärts! . . . Henseitö der Berge ist Sommer.
Aber die Gebirge waren unsichtbar. Hinter den wirbelnden Schnee stocken verborgen. Die Ebene, durch die sie marschierten, von den immer mächtiger niedergehmden Schncemassen bald mit einem dichten Leichentuch bedeckt.
Gegen Mittag lieh die Gewalt des Sturmes nach. Für Augenblicke brach die Sonne durch das dunkle Gewölk. Es wurde Rast gemacht und gegessen.
-Ueberermattet warfen die Truppen sich auf das weihe Schneelager. Die aus dem rauhen Rorden des Larrdes stammenden Mannschaften erholten sich verhältnismähig schnell. Die süd- chinesischen Regimenter in ihrer leichten Ausrüstung wurden ungleich stärker mitgenommen. Ihre erstarrten Finger vermochten kaum die Mahlzeit zum Munde zu führen.
Auf einem felsigen Pwmont)rtum hielt der Stab des Toghon-Khan. Er selbst hatte sich in ein schnell aufgeschlaqenes Zelt zurückgezogen. Die Osfiziere standen fröstelnd auf dem schneefreien Gestein. Der Fatalismus ter Orientalen kam gegen dieses unerhörte Raturcreignis nicht auf.
Scheu, mit leiser Stimme flüsterten sie sich ihre Betrachtungen und Boobachtungen zu. Zwei Generale aus dem engsten Gefolge des Regenten sahen unter einer mächtigen Eiche, den Blick auf die tief unten liegende Dtrahe gerichtet.
Es waren Batu-Khan und älgetai-Khan, die treuesten Anhänger des verstorbenen Kaisers. Schon zu Lebzeiten des Schitsu waren sie Rivalen
des Toghon gewesen. Sie neideten ihm das besondere Vertrauen des Kaisers. Sie neideten ihm den Ruhm des grohen Feldherm, der jeden anibenm Ruhm überstrahlte.
Auch sie waren unter denen gewesen, die Schitsu an sein Sterbelager rief. Rur unwillig txuten sie es ertragen, dast. der Ring und die höchste Rlacht in die Hande des Togtzon kamen. Dann aber hatten sie sich den groben Gedanken des Kaisers unterworfen, deren Vollstrecker Tcghon tixir.
Ihre Blicke ruhten auf dem Tal. Berschwun- den war jede Spur von Grün. Weist war das Land bis zum fernen Horizont. Wie Maul- wurfshaufen die hingeworfenen Gestalten der Soldaten. Rur hin und wieder schwelende Lagerfeuer, wo es den Truppen gelungen war, das nrühsam zusammengesuchte Gestrüpp zu entzünden. Duster sahen die Generale aus das unheildrohende Bild. Das stärkste Heer, das das Himmlische Reich jemals unter Waffen gehabt hatte . . . das wie ein Sturnnvetter über den Westen hinbrausen sollte, um den alten Traum des Ostens zu verwirklichen . . . Würde es der grosten Aufgabe gerecht werden tonnen, wenn ihm hier ein unerwartetes ... ein unerklärliches Unwetter Ne Schwingen lähmte?
Ihr abergläubischer Sinn sah in diesem Wetter ein böses Vorzeichen für den ganzen Feldzug. Ugetai brach das Schweigen.
„Was ist's mit dem Toghon? Als Ne ersten Flocken fielen, wurde fein Gesicht bleicher als der Schnee. So sah ich ihn nie in den dreistig Zähren unserer gemeinsamen Kämpfe."
Es dauerte, bis Baku Ne Antwort fand: „Auch ich erschrak, als ich Ne Miene Tog-
YonS sah Wie konnte er wissen, datz an» fenear ersten noch harmlosen Flocken, die wir alle für ein hrrzes, neckisches Spiel der Ratur hielten, dies vernichtende Unwetter entstehen würde?"
„Ich weist eS nicht. Aber ich mutzte sofort des Schneefalles am Tage des Einzuges geben f en . . .**
„An jenem Tage betrog Toghon Ne Erde. Gr entriß ihr ein Opfer, das ihr gehörte. Di» Erde hat ihn damals gewarnt. Heute nimmt ftr ihre Rache."
Ugetai sah ihn einen Augenblick überlegend an.
„Ich beuge mich vor der höheren WeiShett deines grauen Hauptes."
„ Furcht ist in Toghon! Gr scheut LaS Antlitz der zürnenden Ratur. Wer hätte sonst jemals den Toghon im Felde im Zelt gesehen7*
Er, der Toghon, ruhte im schnell errichtete« Zelte auf einem niederen Lager. Die Obigen, weit geöffnet, starrten zu der braunen Seinen- decke. Die Lippen waren fest zus<unmengeprestt, als hielte em Siegel ihr Geheimnis verschlossen. Auf seiner Stirn perlten Schweisttrvpfen.
Abgefallen waren Miene und Haltung deS Siegers. Geschlagen . . . gefangen . . . vernicht schien der Mann zu sein, der noch vor tpcnigeit Stunden in stolzem Sprung über den Gnmz- graben setzte.
Ein schwerer Atemzug hob Ne Brust deS Liegenden. Seine Hand warf den Teppich zurück, der ihn bedeckte. Mühsam richtete er sich auf. Und dann begann er zu wandern. In dem engen Geviert des Zeltes schritt er rast los bin und her. Er fühlte sich der Stimme beraubt Ttur Ne Lippen murmelten ungehörte Befehle.
(Fortsetzung folgt.)
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WliMlW Samstag, 26. April, abends 8'/. Uhr im Felsenkeller spricht Kandidat Herr Langula aus zranksurt am Main
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Samstag, 26. April, abds. 8 x/4 Uhr, sprechen in der Turnhalle am Oswaldsgarten Reichstagsabgeordneter Pfarrer Koren und
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Deutsche demokratische Partei.


