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Oer Volkseinheit bei Bet großen Äbftim­mun g e n gewesen, in denen das Deutschtum sich im seinem Vaterlands bekannt habe. Das erste Ziel jeder Politik im heutigen Deutschland müsse die Idee der Zusammenführung der Parteien sein, um den Gedanken der Volkseinheit in der Zeit der großen Gefahr Ku vecwirfiichen. Wenn einem Volke die Gewalt der Dassen nicht zur Verfügung stände, müsse man den Mut haben, die Konsequenzen daraus zu ziehen wenn dieS auch zunächst unpopulär sei. Der Vertrag von Versailles sei in vielen Beziehungen, z. B. in den Forderungen des letzten Allimatums un­durchführbar, aber er warne davor, zu glauben, daß man eine 2lenderung der Verhält­nisse durch ein Zerreiben des Vertrages er­zielen könne. Wenn er gegen die Rechtmäßigkeit des Vertrages von Versailles protestieren wolle, dann müsse er sich auf Ben Boden des Vertrages stellen.

Dr. Stresemamr wandte sich dann gegen die letzte Rede des bayerischen Ministerpräsidenten v. K n i l l i n g. Es sei unrichtig, daß die deutsche Politik in der Kriegsschuldfrage versagt habe. Wiederholt habe er selbst die Lüge von der deutschen Krirgsschuld zu ückgew.csen, und die ergänzende Arbeit der Regierung und anderer Organismen sei nicht ohne Wirkung geblieben. Der Erfolg der Arbeiten des Auswärtigen Amtes habe sich in der seit 1919 veränderten Ein­stellung vieler Mächte gezeigt.

Wenn man die Dinge geschichtlich betrachte, so werde man zu dem Ergebnis kommen, daß eine starke Umstellung der Welt eingetreten sei. Diese Amstettung habe sich auch in den Verhand­lungen der Sachverständigen gezagt. Der Mini­ster wandte sich dann gegen den Vorwurf, dah er seine Politik auf eine alleinige Verständigung mit Frankreich eingestellt habe. He.ße es den Faden mit England abfchnciden, wenn wir zum ersten Male eine Anleihe von der Dank von England bekämen?

3n der Frage der inneren Politik widerlegte der Minister den Vorwurf, die Re­gierung s i marxistisch eingestellt. Der Streit in der Frage der Urheberschaft der Rentenmark sei müßig, entscheidend sei gewesen, daß man den Etat in Ordnung gebracht habe, wobei man an dem Deamtenabbau nicht habe vcrüber- gehen können. Die Herabsetzung der Gehälter fei nur für den Niedergang bestimmt. Die Quelle der Wertbeständigkeit, nicht mehr auSzugeben als eingenommen werde, müsse unbedingt er­halten bleiben.

Zum Schluß wandte sich der Minister gegen den Vorwurf, daß die Politik der Deutschen Dollspartei rem opportunistisch fei und recwies dabei auf Bismarck, der seine Verbündeten da genommen habe, wo er sie finden konnte Man müsse aus jeder Lage das Beste herc-us' holen. Die Deutsche Volkspcirki habe sich bewußt zur Politik der Verantwortung bekannt und sie fei stolz darauf, an der Wtederaufrichtung mitgewirkt zu haben, auch wenn sie dadurch An- Popularität zu ertragen habe.

Die Wahlen der Ausqewiesenen.

De r l i n, 23. (Äärz. (WTB.) Durch Ver­ordnung vom 17. März hat der ReichSrnini- ster des Innern für die ReichStagSwahl an­geordnet, daß die Stimmberechtigten, die aus dem besetzten Gebiet ausgewiesen oder durch Maßnahmen der Besatzungsmächte verdrängt sind, auf ihren Antrag indieStimmliste ihres gegenwärtigen AufenthaltS- ort.eseinzutragen sind. Erfolgt die Aus­weisung oder Verdrängung erst nach Ablauf bdr Frist zur Auslegung der Stimmliste, so er- HAt der Ausgewiesene oder Verdrängte von dtt Gemeindebehörde seines neuen Aufent­haltsortes auf Antrag einen Stimmschein, der ihn zur Teilnahme an der ReichStagSwahl berechtigt. In Preußen erhalten Ausaewie- sene oder Verdrängte mit Rücksicht auf die Be­stimmungen des preußischen Wahlrechts, das in solchen Fällen nur die Ausstellung eines Stimmscheins kennt, auch für die Reichstags­wahl' in allen Fällen, also auch bei der An­tragstellung vor dem Ablauf der AuSlegungS- frist, einen Stimmschein.

Der Jeignerprozetz.

Leipzig 22. März. (Wolff.) Zeigner- Prozeß. Die Beweisaufnahme wird mit ter Ver­nehmung des Zeugen Isaak Schmerler fort­gesetzt, der Geschäftsführer der Firma Zacharias Schmerler ist und bekundet, dah in der, Geschäfts­büchern nichts über den Ausgang von Pelzen an Zeigner enthalten ist. Eine Erklärung dafür kann der Zeuge nicht abgeben. DaS Geschäft ist ein en gros- Geschäft, das an Private nicht verkauft. Daß Pelze an gute Freunde verkauft werden, hält der Zeuge für möglich, weih es aber nicht. Der Zeuge Landaärtner Sauer sagt dann aus, daß Möbius, nachdem er seine Stelle als Schmied mcht mehr ausübte, stets über eine gut gefüllte Brieftasche verfügte. Als er ihn deshalb befragte, sagte Möbius,

er habe jetzt eine leichtere Arbeit. Gr ver­mittle Gnadengesuche, da er Deziehungen zu Zeigner habe. Die Frage deS Zeugen, ob daS etwas abwerfe, habe er bejaht.

Auf verschiedene Fragen stellt Zeigner fest, daß seine Parteizugehörigkert auf die Be- giadigungspraxis keinen Einfluß gehabt hake. Auf die Frage des Vorsitzenden an Zeigner, weshalb er die Beziehungen zu Möbius wieder ausgenommen habe, nachdem sie abgebrochen ge­wesen seien, erklärt Angeklagter, wie er aus ver­schiedenen Anzeichen en.nommen b.ibe, sei über die Aktenverbrennung verschiedenes durchge- sickert. Gr hab; im August 1922 Möbius in seiner Währung ausgesucht, ihmGeldgegebenund gesagt, er solle den M un d hgl ten. Gr selbst wellte, um diesen unliebsamen Dingen zu entgehen, Deutschland verlassen und habe zu diesem Zweck bereits Drztehungm zu B r a s i l i e n angeknüpft.

Zu Beginn ter Rachmiltagssihung wird der Fabrikant Gründel- Markranstädt vernom­men. ter zur Revolutionszeit als Vizewachtmelster bei ter Trainersatzabteilung diente. Gr bekundet, Laß der mit der Leitung der juristischen Abtei­lung betraute Schreiber tn dem Vorzimmer des Majors von ten Soldaten allgemein als Ge­freiter Zeigner bezeichnet wurde. Erst durch Lte Zc.tungsbrrichte erfuhr er, daß Zeigner nicht Gefrcitrr war. Ec erkennt in dem Angeklagten uer (Le,reiten Zeigner wieder. Ob Zeigner Ge° fveitcn.rkKeichsn getragen hat, weiß Zeuge nicht. tfeugc ^Lnugerichtsdirektor Horn ergänzt' die

Aussage dahin, daß Zeigner ihm gelegentlich er­zählte, daß er

einen gewissen Teil feines Gehalt- an die Partei abführen

müsse. Zeuge Fabrikant Weigel-Leipzig war ebenfalls zur fraglichen Zeit bei der Tramersah- Akllung in Dienst, und zwar im Zimmer des Majors als Ordonnanz. Gr wechselte sich mit Zeigner ab. Eine Drillichjacke trug er und auch Zeigner nicht, eine solche zu tragen, war nicht üblich. Daß zeitweilig Zeigner ebenso wie er selbst und Seifert allein im Zimmer war, sei möglich. Der Zeuge Weiner wird dem Zeugen Weigel gegenübergestellt, kann sich aber nicht erinnern, ihn gesehen zu haben. Weiner verneint, daß er Weigel und Zeigner, die besonders im Profil große Aehllichkeit halben, verwechselt haben könne. Weigel verneint die Frage des Vorsitzen­den, ob er sich selbst für den Gefreiten Zeigner ausgegeken habe und daß er mit Weiner über oie Aktenverntchtung gesprochen habe. Auf noch­maliges Vorhalten erklärt Weiner aufs Bestimm­teste, daß er eine ilnterrebung über die Akten­verbrennung mit Zeigner hatte und daß eine Täuschung in «der Person ausgeschlossen sei. Weigel bekundet schließlich, dah er niemals Mten nach Dresden geschafft habe, insbesondere nicht dis Akten des Leutnants Ohlendorf. Frau Redakteur E l e a n, geb. Schottin, die mit der Familie Zeig­ner befreim^-et war, bekundet ebenfalls, dah Zeig­ner freigebig war und gern Andern eine Freude machte, ohne dabei verschwenderisch zu sein. Sie hält es für undenkbar, daß ein so vornehm gesinnter Mann derartige Straftaten begangen habe, wie sie ihm vvrgeworfen würden.

Kleine politische Nachrichten.

Die Landesausschuhsihung der Deutschen demokratischen Partei Hessens setzte neben den bereits vom Landesparteitag nominierten Dpihen- kandtdatm Pfarrer K o r e l l, Prof. Dr.-Ing. Heidebroeck (Darmstadt), La dni.t Eberl e (Wrlsshain) und Frau Schneider-Haggen­müller auf den amtlichen Wahlzettel.

Der Grholu ngSu rlaub der Reichs- beamten ist durch B^sch.uh der Reichsregk- rung für 1924 gegenüber her bisherigen Urlaubs­dauer für die Bramten bis zum 30. Lebensjahr um sieben Tage und für die Barnten vorn 30. bis 40. Lebensjahr um fünf Tage ge­kürzt worden. D n Beamten über 40 Lebens­jahre wird der bisherige Urlaub belassen.

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In der Darifstreitfache zwischen dem Hafen- betriebSverein Hamburg auf der einen Seite und dem Deutschen DerkehrSbund sowie dem Zentral­verband der Maschinisten und Heizer auf der an­deren Sei e fanden am 22. März Derhandulngen vor dem R ich^artel Smi ifter tm Hamburger Kat* hauS statt. Da trotz 13stündigLr Beratung eine sachliche Einigung nicht zu erzielen tixir, unterwar­fen sich die Parteien der Entscheidung eines U n- parteiischen und wählten als solchen den ReichSarbeitSminister. Dieser bestätigte den Schiedsspruch des Schlichters von Hamburg vom 18. März. Die Arbeit ist am 25. März wieder auszunehmen.

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Der kürzlich verhaftete bekannte Pazifist Pro­fessor Dr. Qu idde ist nach Beschluß des Volks­gerichts wieder in Freiheit gefetzt worden, well keine Fluch gefahr vorliegt. Das Verfahren nimmt seinen Fortgang.

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Der im vorigen Sommer wegen angeblicher Sabotage im Ruhrgebirt von den Franzosen ver­haftete, ursprünglich zum Tode und dann zu lebenslänglicher Zwangsarbeit ver- ureilte und fett Monaten im Ge/ängais von St. Martin de RS uniergebracyte Reßchßange- hörige Dreyer, der vor drei Tagen vom Präsi­dent Mill.rand wegen tödliher Erkrankung be­gnadigt worden war, ist gestern im Zivil- krankenhaus in St. Martin de R6 tn Gegenwart seines Vaters, der gekommen war, um ihn in die Heimat zurückzribring.n, gestorben.

DaS sranzösische Parlament been­gte nachts die Beratung der Finanzgesetze. Gegen 11 Ahr kam es zur Einigung über die gemeinsamen Texte. Einige unwesentliche Artikel wurden ausgeschaltet. Die Kammer nahm schließ­lich daS Gesetz mit 3Z0 gegen 172, der Senat mit 143 gegen 12 Stimmen an. Kammer und Senat vertagten sich dann auf Dienstag.

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General Rivelles ist an den Fingen einer Lungenentzündung gestorben. Rivelles war als Rachfolger Ioffres von 1918 bis Mai 1917 Oberkommandierender der französischen Armee als der er die große Frühjahvsoffensive 1917 durchfuhrte, die durch den deutschen Rückzug auf die Hindenburglinie ein Schlag ins Wasser wurde.

Die au stra lif che P resse DenirteKt ein­stimmig den Beschluß der britischen Regierung, die Plane für die Errichtung eines Flottenstütz­punktes in S i n a a p o r e aufzugeben. In Sidney werden große Protestversammlungen abgehalten werden. Der australische Verteidigungsrat hat sich mit der Frage der Verteidigung Australiens tm allgemeinen beschäftigt. Aus der von einem der Minister abgegebenen Erklärung geht hervor dah Australien wahrscheinlich selbst sich Schisse von 3000 Tonnen bauen wird, um die Handels­wege zu sichern.

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DaS Zentralexekutivkomitee der Sowjet- Union jwt als Dienstzeit für die Marine und die Staatspolizeitruppe vier Jahre, für die Fliegerspezialtsten drei Iahre und für die übrigen Truppenteile, den Stab und die Militärbehörden zwei Iahre festgesetzt. Der Vizepräsident des revolutionären Kriegsrats begründete die Er­höhung der bisherigen 1 Vorigen Dienstzeit auf zwei Jahre mit militärtechnischen Rücksichten und bestehender Kriegsgefahr.

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DaS durch den Sovjetgesandten Karachan an die chinesische Regierung übersandte Ultimatum hatte eine Antwort über den chtnesisch-rus- fischen Vertragsentwurf bis zum 19. März gefordert. Karachan hat eine neue Rote Übersandt, die besagt, die Verhandlungen seien zu Ende und könnten nur dadurch wieder ausge­nommen werden, dah Ehina die Beziehungen zu Rußland bedingungslos h.'vstelle. Im Hin­blick auf frühere Versuch? Karachans. Ehinc» ein­zuschüchtern, betrachtet die chinesische Regierung die Verhandlungen alS nicht für beendet.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 24. März 1924.

Neue Zulagen in der Unfallversicherung.

Durch die allgemeine Verteuerung der Miete werden ab 1. April neue Zulagen in der Anfallversicherung zwingend notwendig. Die Vollrente des gewerblichen Arbeiters steigt von 57 auf 64 Mark monat­lich und rückt nahe an die Teuerungsziffer heran. Sie wird für den ganzen Monat im Voraus gezahlt. Bel der großen Zahl der Renten mußte das neue Vielfache so gewählt werden, daß die Post die Beträge sofort ohne umständliche Berechnung auSzahlen kann, an­dernfalls kämen die Verletzten erst viel später in den Genuß der neuen Renten. Die Verord­nung des Reichsarbeitsministers vom 21. März berücksichtigt daher nur d ie augenblick­lichen Bedürfnisse. Dem neuen Reichs­tag geht rechtzeitig ein Gesetzentwurf zu, der die Anfallrente wieder besser dem wirklichen Verdienste der Ver­letzten anpaßt, die Abfindungsmöglich- kett erweitert, vor allem die Heilbehandlung, Berufsfürsorge und Anfallverhütung stärker zur Geltung bringt.

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fpd. Zur Warnung! Richt weniger als 42 Personen aus Frankfurt und anderen Orten bestrafte dieser Tage das französische Militärgericht In Wiesbaden mit je 50 Gold­mark, weil sie beim Aeberschreiten der Grenze des besetzten Gebiets nicht lm Besitz vor­schriftsmäßiger Pässe waren, oder zum Teil gar keine befaßen. Zwei Personen, die tm Be­sitz einer größeren Summe französischer Fran­ken waren, wurden mit hohen Geldstrafen be­legt. Auuherdem zog die französische Kon­trollbehörde das französische Geld ein.

* Einziehung der Vanknoten. Der Reichsvat hat sich tarntt einverstanden erklärt, daß die Reichsbanknoten zu zehn und hun­dert Billionen aufgerufen und eingezogen wer­den. Diese Roten mußten seinerzeit so mlg her­gestellt werden, daß ihre technlfche Ausführung mangelhaft war, wodurch den Fälschern ihr Hand­werk erleichtert wurde. Bis zum 20. April teer­ten die Roten bei sämtlichen Reichsbankanstalten eingelöst, nachher noch bis zum 20. April 1925 bei der Reichsbankhauptkasse.

Falsche Rentenmarkscheine. Seit einigen Tagen tauchen falsche Rentenbankscheine zu 10 Rentenmark auf, bei denen das Wasserzeichen sehr schlecht durch einen gemusterten Aufdruck in grauer Farbe nachgeahmt Ist. Hält man die Scheine gegen baß Licht, so fällt der Anterschied gegenüber den echten Scheinen sofort aus. Auch fehlen den Falschschttnen die Fasern, die bei ten echten Scheinen auf der Vorderseite rechts in einem farbigen Stoffauflauf eingebettet sind. Der schwarze Aufdruck Der Scheine ist mangelhaft. Bei einiger Aufmerksamkeit sind die Falschstücke leicht alö solche zu erkennen.

** Der Stand der Stlbermün- zenprägung. In sämtlichen sechs Münz­stätten des Reiches wird, wie dasD. T." hört, gegenwärtig die Herstellung der sogenannten Münzblättchen- (d. h. die Rohformen der Münzen, auf die der Prägestempel kommt) mit Hochdruck bettieben. Die Münzbilder stehen noch nicht fest. Die Entscheidung darüber Dürfte In aller Kürze fallen. Die erste Silbermünzen­emission dürfte tn den nächsten 3 bis 4 Wochen erfolgen. Bekanntlich soll der Geldumlauf in demselben Umfang verringert werden, als Münzen in Arnlauf kommen. Diese Vermin­derung ist bilanzmäßig gedacht, nicht etwa sol­len effektive kleine Goldanleihestücke oder an­deres Geld in Silbermünzen eingetauscht werden.

Doruotizcn.

Tage-kalender für Montag. Männer-Dadeverein: 8V4 Ahr bei Rahnefeld Hauptversammlung. T. D. 1846: 8 Ahr in der Turnhalle Lichtbilder-VvrtvagEine Reise ins Polargebiet". - Lichtspielhaus Bahnhofstraße: »Die Insel der verlorenen Schiffe". Palast- LichtspieleAlles für Geld".

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Wegen KrankheitÄsalles ist die Dühaenleltung genötigt, in der morgigen Dienstag-Abonnementsvorstellung statt des ange­kündigtenGrafen von Luxemburg" bte Kollosche OperetteDrei alte Schachteln" mit Ku r t R i ch- ter als Klaus Kersting zu geben. Denjenigen Abonnenten, die 4td> für diesen Abend Gutscheine nehmen wollen wird Geleginheit gegeben werden, diese lm April in einer Aufführung desVer­schwenders", der nicht ins Abonnement kommen sott, zu verwenden.

Wettervoraussage

Weiterhin milde, südl. bis westl. Winde, vor­wiegend bedeckt, noch Regenfälle.

Kreis Alsfeld.

m. Flensungen, 23. März. Bei der heu­tigen Bürgermei st erwähl wurde der Berg­mann und Metzger Heinrich Erb mit 152 Stimmen gewählt, während sein bürgerlicher Gegenkandidat, der Beigeordnete Bräun in g, nur 83 Stimmen erhielt. Der neugewählte Bür­germeister, welcher bis 1922 dem hiesigen Ge° melrtbecat angehörte, wurde nach Bekanntgabe des Wahlresultats von dem Musikverein durch ein Stündchen geehrt, ebenso der seitherige Bürger­meister Bräuig und der Beigeordnete (Bräu» ning.

nt Mücke, 23. März. In mehreren Orten der Umgegend wurden wieder M i l ch p an t s cher entdeckt und zur Anzeige gebracht. Die ge­ringen Geld- und Freiheitsstrafen, die für solche Vergehen in unserer Gegend seither ausgesprochen wurden, scheinen wenig abschrecknd gewirkt xu haben. In den Orten Nieder-Ohnven Merlau und Flensungen wurden Musikvereine ge­gründet, die dank der guten Leitung und des regen Interesses, das man dieser Dache ent» aegenbringt in kurzer Zeit so gefördert wurden, daß sie bei festlichen Gelegenheiten Mitwirken konnten.

m. Olt «t lau. 23. März. Bei der letzten 181> e r ft e t g e r u n g wurden auch frier zicm-

Perife erAelt^Nan bezahlte für 4 Meter Buchenscheit 60-65 Mk.. für 4 Meter Buchen­

knüppel 50 55 Mk. und für 4 Meter Fichten- und Kicsernknüppel 4044 Mk. Holz Händler aus Grcßen-Llnden, Gießen und Rechtenbach cvaren anwesend, was aus die Stimmung der hiesigen Steigerer ungünstig einoirfte. Sie dursten aber nach den besiehenden Bestimmungen vom- bielen nicht ausgeschlossen werden. Man machte hier die Ersahrung, daß die ersten Angebote gleichsam als Richtpreise sür die folgenden dienten, bei größerer Zurückhaltung im Anjang also jeden­falls billigere Prei e erzielt worüen wären.

Kreis Schotten.

*) Laubach, 23. März. Vorgestern abend fand auf dem Rathause eine Versammlung der Elternschaft der hiesigen Realschule und des Realprogymnasiums statt, bk zur Frage bes Schulabbaues Stellung nahm. Den Vorsitz führte Forstrat Andrä: als Fach­leute waren Prof. Dr. R o e s ch e n unb Prof. Dr. Wetzell gelaben. Prof. Dr. R»eschen hatte auf besonderen Wunsch das Resevat übernommen. Er führte aus, daß an der Schul e, wo das kost­barste Gut des Volkes, die 3ugenb, gepflegt würde, am wenigsten ein Abbau ftattfinben dürfe. Am wenigsten aber könne In L a u.h. a ch, das schon sein Gymnasium verloren hätte, ab- gcbaut werden. Eine dementsvrechende Resolu­tion wurde gefaßt. Im Anschluß daran fand die Gründung einerVereinigung der Elternschaft der Realschule" statt. Als Vorstandsmitglieder wurden gewählt: Postmeister Hennige, Bür­germeister Böhm, Fabrikant K. Michel, als BertvauenSleute Prof. Dr. R o e s che n unb Forst- rat Andr 6. Verschiedene Wünsche wurden ge­äußert, so der dringende Wunsch, daß d t e Lehrbücher dieselben wie in Gießen feien, um den leichteren Anschluß beim ilebergang von hier nach Gießen zu finden. Prof. Dr. Roes­ch en erfiärte, dah man sich in allen Fragen vertrauensvoll an die hiesige Direktion und das Lehrerkollegium, sowie an die obere Schulbehörde wenden könne. Er sei überzeugt, daß frier alle Wünsche nach bester Möglichkeit berücksichtigt würden.

Hessen-Nassau.

fpd. Frankfurt a. M., 23. März. Wir be­richteten dieser Tage von einem Schwind ler, der auf deckungslose Schecks dec Leipziger V o l ks ba n k den Pförtner eines hiesigen Gast- Bses vergeblich um eine große Summe zu be- mideln suchte. Dem Burschen ist es aber trotz es Mißerfolges gelungen, einige gelungene Tricks auszuführen. Auf eine Zeitungsanzeige hin kaufte er von einem Manne ein Motorrad unb zahlte statt der geforderten 200 Mark sogar 250 Mark, aber mit einem Scheck auf die Leipziger Dolksbank, auf drfsen Rückseite sich die gleichfalls «le Deckung einer Frankfurter Dank befand.

Zerschießenden Rest von 50 Mark sollte der Verkäufer dann an eine bestimmte Adresse nach Stegen schicken. Im Hotel borgte sich der Schwindler nun von dem Kellner auf das er­schwindelte Motorrad 100 Gold mark, mit denen er dann unter Zurücklassung des Motorrades verschwand. In einem Restaurant der Großen Eschenheimer Gasse bestellte der Schwtnbler sodann ein Gedeck für vier Personen. Er erfiärte, schnell noch einmal eine Besorgung erledigen zu müssen, borgte sich aber zuvor von dem Oberkellner 100 Goldmark unb gab als Sicherheit einen dicken Briefumschlag hin. Dann verschwand er auf (Nimmerwiedersehen. Im Briefumschlag aber fand man später Schuhknöpfe. Der abgefeimte Bursch« konnte noch nicht ergriffen werden. Seit einiger Zeit treibt tn verschiedenen Städten Deutschlands ein Devisenschwlndler fein Spiel. Der Mann gibt sich alsBeauftragter des RelchSwlrt- schaftsministertums aus und geht tn der Weist vor, daß er sich von der Polizei oder der Finanzbehörde auf Grund eines gefälschten Schreibens deS Ministeriums Beamte zu seiner Anterstühung geben läßt und mit diesen bann zusammen in Danken Devisen beschlagnahmt, obe* von den Danken eine Sicherheit für zu erwartend, Eeldstrasen abverlangt. Wo er bis jetzt auf­trat, nannte er sich Kommtffar (Raub, Thorn über Thericht. Die Bernichtung der landwirtschaftlichen Halle stellt sich alr eine überaus schwere Schädigung des Landwirt­schaftlichen Vereins und der zahlreichen wirt­schaftlichen Aufgaben dar, denen das Gebäude diente. Allerdir^s war die Halle versichert, auch die meisten der dort aufgestapelten Waren. Glück­licherweise ist der Drandschaden an den Möbeln geringer, als ursprünglich ange­nommen wurde. Es handelt sich, den neueren Feststellungen zufolge, um die Habe von etwa acht ausgewiesenen Elsaß-Lothringer-n, dann aber um bte Möbel von runb 40 Leuten, ble wegen WohnungSmangel Ihre Sachen dort unterbrtnger mußten; In den meisten Fällen finb baß jung- verheiratete Paare. Das Eigentum der Ausge- wiefenen war durch den Staat versichert, bad der anderen Personen nur mehr oder minder hoch. Da die Stallungen erhallen geblieben sind, erleiden die Märkte keine Anterbrech- u n g. Wie wir hören, wird wahrscheinlich an her gleichen Stelle wieder em Hallen bau errichtet An der Rotbrücke kenterte heute nach» mittag ein mit zwei jungen Leuten besetztes Doot und schlug um. Die Leute stürzten indenMain unb ertranken, ehe ihnen Hllfe gebracht wer­ben konnte.

Kassel, 23. März. (Priv.-Tel) Der Flieger Llnnekogel stürzte gestern Nachmittag bei seinem ersten Alleinflug, den er nach sechsjäfniger Anterbrechung unternahm, bei Kassel aus ge­ringer Höhe ab. Er war sofort tot. L. ist vor dem Kriege besonders durch seine Grsolge lm Höhenflug bekannt geworben. Zwei Welthöhen- rekorde entriß ec seinerzeit den Franzosen.

Sptetplan der Frankfurter Theater'.

Opernhaus. Dienstaa 25. März: Der Widerspenstigen Zähmung.. Mittwoch, 26.: Zum Gedächtnis ßubtolg van (Beethovens. Fidelio Donnerstag, 27.: Tannhäuser. Freitag, 28. Mona Lisa. Samstag, 29j Hoffmanns Erzählungen. Sonntag. 30.: Die Sfirften Howansky. Schau­spielhaus. Dienstag, 25. März: Hamlet in Krähwinkel. Mittwoch, 26.: Die GegenZndi^ten Donnerstag, 27.: Romeo und Sulla. Freitag, 28.: Götz von Berlic'Mgen. Samstag, 29.: Dle Geaen- kanbidaten. Sonntag, 30.. nachm. 3 Ahr: Frisch auf mem Volk! Abends Z«/2 Ahr: (Bafantafena.

Mißfarb. Zähne

kMellendas schönste Antlitz, übler Mundgeruch wirkt ab« InÄh-rÜH?» x f0Lotl<n vollkommen unlchädl. Weise beseitigt d. d. bewährte Zahnpaste Chlvro-dont.