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uuv jmifdjcn Der HSrlSeUung m>n Rährstvtten durch bic Blätter und dem Verbrauch zur Ars- bildung der Früchte ein Mißverhältnis besteht, tocefxifi) solche Früchte nicht so süß sind wie blaue, und daß Honig aus solchen Früchten her- gestellt, nur eine kurzbegrenzte Dauer hat. 3m allgemeinen aber ist es eine Egentümlichkeit be­stimmter Bäume. Ausläufer von solchen sollten zur Aachzucht nicht benützt werden. Ob eine Stickstossdüngun^, im Fttihjahr gegeben, von gün­stigem Einfluß ifL müßte versucht werden.

Frage 44: Von meinem B irnbaum, Amanlis Butterbirne, fällt fast die Hälfte aller Fmchte aufgesprungen und faul herunter, eine Erscheinung, die ich seither bei dem großen und reich tragenden Baum noch nicht beobachtete. Wie ist diese Krankheit zu bekämpfen?

Antwort: Die eingesandten Früchte waren stark vom Dirnenschorf, Fusicladium piri, befallen und aufgesprungen. Diese Verletzungen sind die gegebenen Einfallspforten für die Sporen der Fruchtfäule, Monilia fructigena. welche die Früchte vollends verderben läßt. Auslichten und starkes Zurückschneiden des Baumes im Herbst, Verbrennen aller schorfkranken Zweige, die man leicht an der rauhen, aufgesprungenen Rinde erkennt, ferner Spritzen des Baumes mitKupfer- kaltbrühe im nächsten Jahre nach der Blüte, Vergraben der Früchte in tiefe Gruben oder Verbrennen. Beseitigen der etwa hängenbleiben­den faulen Früchte im nächsten Winter, und wenn dies nicht zum gewünschten Erfolge führen sollte, ätmveredeln mit einer widerstandsfähigeren Sorte sind alles, was sich tun läßt.

Wirtschaft.

Die Rentenmark bleibt stabil.

Berlin, 22. August.

Die Deutsche Aentenbank teilt mit: Es mehren sich die Anzeichen, daß Gerüchte über eine angeblich in Aussicht stehende Entwertung der Rentenmark verbreitet werden. Dieselben sind anscheinend aus unlauterem Grunde in Umlauf gesetzt zu dem Zwecke, die Abstoßung bisher zu- rückgehaltener Waren zu ermöglichen. Die Be­völkerung soll veranlaßt werden, ihre Spar­pfennige herauszugeben und sie in Wa­ren anzulegen. Alle derartigen Ausstreuungen sind völlig haltlos und entbehren jeglicher Grundlage. Die Rentenmark ist in ihrem Werte, wie jetzt hinreichend bekannt sein sollte, durch eine goldverzinsliche erststellige Belastung der deut­schen Landwirtschaft und Industrie völlig s i ch e r g e st e l l t. Die Annahme des Sachver- ständigen-Gutachtens hat für die Rentenmark kei­nerlei Wertminderung im Gefolge. Sie wird auch danach noch eine Reihe von Jahren als voll­gültiges Zahlungsmittel im Umlauf bleiben und erst nach und nach durch die neue Währung der Goldnotenbank im vollen Werte abgelöst werden, wobei e i n e R e n - tenmark gleich einer neuen Reichs­mark gilt.

Börse und Geldmarkt.

Mit der Unterzeichnung des Londoner Pak­tes trat an der Börse eine Aenderung der Tendenz ein. Wenn man aber geglaubt hatte, daß nunmehr eine Hausse ein setzen würde, so hatte man sich sehr getauscht. Einmal hatte die Börse. bereits schon in der Woche vorher Ein­käufe getätigt und zum anderen loste die ganze Art des Abkommens keine reine Befriedigung aus. Verstimmend wirkte die Fortdauer der Ruhrbesehung. Alle Milderungen dieser militärischen Besetzung können eine Schädigung des Wiederaufbaues nicht hindern. Indessen, man verkannte an der Börse nicht, daß das Londoner Abkommen auch manche Vorteile zu bieten hatte. Das Ende der wirtschaftlichen fremden Ein- 5" Mischung in die westliche Industrie gab zu den Hoffnungen Anlaß, daß es dieser nunmehr ge- » Lingen würde, sich freier zu entwickeln. Auch ge- - währte das Abkommen eine gewisse Atempause, so daß die Spekulation nicht Anstand nahm, wei­tere Gindeckungen vorzunehmen, zumal auch das Ausland und das Publikum größere Käufe tätig­ten. Besonderes Interesse wandte man derKal i- industrie zu, die vor einem günstigen Kredit­abkommen in Amerika stand, und deren Absatz­verhältnisse sich auch sonst sehr gehoben hatten. Eine besondere Frage war die der einheimi­schen Anleihen. Hier tauchten Gerüchte über Gerüchte auf, und je nach ihrem Wortlaut gab es eine Hausse oder eine Baisse. Runmehr hat sich in den letzten Tagen der Kurs der Anleihen steti­ger nach oben entwickelt. Man führt dies auf den Antrag des Zentrums zurück, der eine Zins- zahlun g von V2 Prozent für die Reichsanleihen fordert. Man geht von der Voraussetzung aus, daß ein derartiger Verzinsungssah einen Kurs von mindestens 5 Prozent bedingt. Da die Anleihe aber bis jetzt nur V2 bis 3/4 Prozent steht, glaubt man, einen Gewinn von 4 Prozent etwa erwarten zu können. War die Stimmung für Reichsanleihen dementsprechend fest, so geriet das Kursniveau an den übrigen Märkten zum Ende der Woche ins Schwanken. Die bevorstehende Abstimmung im Reichstag, die wirtschaftliche Unruhe, die eine Reichstagsauflösung mit sich bringen würde, die schwierige Stellung Herriots und die Auseinan­dersetzungen innerhalb des englischen Kabinetts be­wegten die Spekulation zur Zurückhaltung und teilweise zu Realisationen. Das Gesetz über die Industrie-Obligationen, das eine Last der Indu­strie in der Höhe von 20 Prozent der Gesamtlasten, also einer Milliarde, vorsieht, und die Montan- Industrie beispielsweise mit 60 Millionen Gold­mark jährlich für Zinsen und Amortisationen für Obligationen belastet, erregt Bedenken. Ob die Anleihe zustande kommt, weih man, trotz aller Zuversicht, in Amerika auch noch nicht, und so dürfte die Besserung der Kurse an der Börse, die ja in der Tat trotz allem stark unterwertet sind, nur langsam vor sich gehen.

Die Lage der Kali-J»tduftrie.

In der Hauptversammlung der Kaliwerke Reu-Staßfurt Friedrichshall äußerte sich die Verwaltung über die Läge der Kalr- industrie dahin, daß diese sich in letzter Zeit etwas gebessert habe, während die Absatz- Verhältnisse für chemische Produkte nur als teil­weise gebessert bezeichnet werden tonnten. Der Konzern bestreite den Betrieb aus laufenden Einnahmen und habe Bankkredite nur vorüber­gehend in kaum nennenswertem Umfange in An­spruch genommen. Die Verhandlungen zwischen der deutschen und der elsässischen Kali­industrie seien auf das Vorgehen Amerikas bei seinen Bestellungen zurückzuführen, so dah die nunmehr getroffene Dereistbarrmg für die

deutschen Werve Via vsS ADsatzeS und °/io oes Abiahes für die elsässischen Betriebe vorsehe. We­gen des übrigen Weltumsahes werden Anfang nächstens Monates im neutralen Ausland Ver­handlungen ftattfirtben.

*fpd. Wiedereinführung der Frank­furter Abendbörse. Eine sehr stark be­suche Versammlung des Fran! für er Dank-und Börsenvereins sprach sich mit > weidri.tel- mehrheit für die Wiedereinführung de A end» börse aus. Ein erh.blicher Teil der beeideten Makler verhielt sich ablehnend. Es ist al,v mit der baldigen Wiedereinführung der Aoen^-- börse zu rechnen.

* Stinnes trennt sich von bt r Al­pinen - Montan - Gesellschaft. Die Firma Hugo Stinnes hat das in ihrem Besitz be­findliche Mehrheits - Aktienpaket der Alpinen- Montan-Gescllschast, lautRhein.-Wests. Ztg.", an den österreichischen Finanzmann Gasti- gl i 0 n i abgegeben.

* Enorme Steigerung der russi­schen Zuckerernte. Die Zuckerproduktion Rußlands ist von 12 Millionen Pud im Vorjahre auf 21 Millionen Pud in dieser Saison gestiegen. Trotzdem macht sich, wie in den ersten Herbst- mvnaten 1923/24, auch in diesem Jahr auf dem Markt ein Zucke rma n g e l bemerkbar, so dah biefem Jahre im Ausland bereits 3 Millionen Pud eingekauft worden sind (i. V. 1 Million Pud). Hiervon sind allein für Odessa 1,5 Millionen Pud bestimmt. Man rechnet für das nächste Jahr mit einer weiteren Steigerung der Produktion auf 28 Millionen Pud, dürfte aber trotzdem noch erhebliche Mengen ein führ en muffen.

* Detriebseinschränkungen in der tschechoslowakischen Eisenindustrie. Da der Export der tschechoslowakischen Eisen­industrie vollständig ins Stocken geraten ist (an­geblich wegen der deutschen Konkurrenz), so wer­den die großen Eisenwerke der Republik Anfang September ihre Betriebe erheblich einschränken.

3n Simonen Prozent

Damm:

') Vom Rückzahlungswert.

Börsenkurse.

(Ohne Gewähr.-

Frankfurt aM.j Bersin

EP/o Deutsche RctchSanlrth« . <*/ Deutsche Reschsan leihe . 81/»0/» Deutsche Retchsanleshe y/6 Deutsche Reichsanlethe . Deutsche Sparprämienaaleihe <°lo Preußische KousolS . . . 4% Helsen ..........

3/,°/c Hessen........ .

y/o Hessen...........

Deutsche Wertb. Dollar-Aul. dto. Doll-Schatz-Amretlng.') 4»/» Zolltürken.........

6% Goldmexikaner .....

Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Prtvat-Bank Darmst. und NalioualbcuU . Deutsche Bank.........

Deutsche Vereinsbank .... DiSconto Commandit .... Metallbank...........

Mitteldeutsche Credttbank. . Ocfterreichische Kreditanstalt. Westbank............

Bochumer Guß ....... BuderuS............

Caro

Deutsch-Luxemburg.....

Gelsenkirchener Bergwerke. . Öner Bergbau......

ierfe AscherSleben....

Kaliwerk Westeregeln .... Lourahütte........

Oberbedarf . . .. PYonir Bergbau ....... Rheimtabl...........

Riebeck Montan........ Tellus Bergbau........

Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloyd.....

Cheramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann......

Anglo-Cont-Guano Badische Anilin........

Cbemuche Mäher Alapdr . . Goldschmidt....... . .

Griesieimer Electron . . .. Höchster Farbwerke ..... Holzverkohlung Rütgcrswerke ........ Scheideanstalt.........

All«. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann...........

Mainkraftwerke ........ Schuckert............

Siemens k $a(6le......

Adlerwerke Kieper ...... Daimler Motoren. ..... Hspligenstaedt ........ Meguiu.........

Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . Metallgesell'chaft Frankfurt. Pet. Union A.-G. ...... Schuhiabrik Hcrz Sichel..............

Bettftoff Anldhof ....... Zuckerfabrik Franketltyal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . .

Schlutz- fiure

| Schluß, 1 fiurs

Schluß-

Schlutz Sure

21. S.

2 8.

.1.6.

22. 8.

0,720

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1,05

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0,450

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1,1

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k.2

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86,4

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10.5

10,50

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40,25

45

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44,8

32

31

30,50

20,5

6,50

6,40

8,50

6

9 6

9,40

9,75

9,5

11,125

11,25

11,13

11,13

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13,12

13,50

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2,1

2

2

2

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0,420

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0,4

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0,45

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50

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51

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12,5

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13,90

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54,50

64,50

66

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7,60

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12,75

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38

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39

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6,80

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3

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16,50

16,50

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7

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17,75

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17,13

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9,40

9,60

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15,76

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15,25

8,25

8,80

35,6

56,25

36,5

37

46

46

2,40

2,3

2,6

2,5

2,90

2,95

2,75

3

2,95

2,90

13,65

13

18

13,4

0,65

0,6

1,13

1,13

1,25

1,4

12,6

12,5

2

2

2

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3,25

2,9

4,65

4,65

5

4,75

10,25

1C,25

10,13

10,3

4,05

4

3,35

8,55

3,65

3,6

Frankfurter Börse. *

(Eigener Drahtbericht desGießener Anzeiger.")

Frankfurt a. M., 22. Aug. Das Börsen­geschäft trug auch heute die Mertmale einer gro­ßen älnsicherheit und die Verstimmung der Börse kam am Aktienmarkt in neuen Kursrückgängen zum Ausdruck. Bei Eröffnung der Börse lag wder ein umfangreiches Angebot vor, das aber zumeist glatte Aufnahme fand. Es tritt immer mehr zu Tage, daß ein großer Teil der Speku­lation auf einen günstigeren Verlauf der Kon­ferenz spekulierte und nunmehr im Hinblick da­rauf die damals getätigten Engagements jetzt zu realisieren bestrebt bleibt. Das Ge'chäft war am Aktienmärkte anfangs etwas vernachläsügt und erst nach Beginn des offiziellen Verkehrs zeigte sich Deckungsbedürfnis, wodurch ein Teil der Kurse leichte Besserungen erzielte Das Hauptgeschäft konzentrierte sich wiederum auf den Anleihe­markt, der außerordentlich rege älmsatze aufzu­weisen hatte. Die Führung hatte wieder Kriegs­anleihe. Besondere Rachfrage bestand für preu­ßische Konsuls. Am Montan markt, der nicht Änheitlich lag, waren die Erholungen überwiegend. Der Dankaktienmarkt hielt sich zumeist auf gestrigem Stand. Am Geldmarkt ist die Lage als weiter gebessert zu bezeichnen. Das Angebot macht sich stärker bemerkbar. Mvnats- geld 1 bis li/4 Prozent Tagesgeld bei 1/4 pro Mille stark angeboten. Im Devisenverkehr war die Stimmung etwas freundlicher. Die Mark stand wieder auf ihrem Höchststand von 4,166 Billionen. Auch das englische Pfund war leicht befestigt bei 4,51 bis 4,51V? Dollar. Auch der Pariser Frank zeigte eine Besserung, und zwar in Pfundparität bei 82,50 bis 82,60 und In

Dvllarparität bei 18,25 bis 18,30. Der freie Ver­kehr war ohne Interesse: Api 4, Becker-Stahl 2, Benz 3V-, Drown Boveri 1,2, Ufa 77/s. Petro­leum 18,5. Im weiteren Verlauf blieb die Hal­tung freundlich und die Kurse konnten weiter leichte Besserungen erzielen. Das Geschäft war aber ruhig und anregungslos.

Berliner Börse.

(Eigener Drahtbericht des »Gießener Anzeiger.") Berlin, 22. Aug. Die innerpolitische Krisis hat sich seit gestern weiter zugespiht. Die Haltung der Fraktion der Deutschnationalen läßt, wie die Börse meint, nunmehr auf eine unbedingte Ab­lehnung der Dawesgesetze schließen. Man hat aber schließlich doch noch die Hoffnung, daß ein Kompromiß zustande kommen wird. Diese politische älnsicherheit, die sich bis Ende nächster Woche hinziehen wird, wirkt lähmend auf die Unterneh­mungslust der Börse. Ein anderes bedenkliches Zeichen sind die Rüstungen der amerikani­schen, vor allem aber der englischen In­dustrie zum Konkurrenzkämpfe gegen De utschland. Die englische Industrie gibt sich auch nach den neuesten Rachrichten aus London alle Mühe, die Ingangsetzung der Anleihe zu verhindern oder aber mindestens zu beeinträch­tigen. Das Publikum wird durch die Haltung der Spekulation stutzig gemacht und hat sich zu keinen Käufen entschließen können. Auch von dem Auslande liegen heute, soweit zu übersehen ist, an den verschiedenen Märkten nur geringe Kauf­orders vor. Die Abgabe war im allgemeinen ziemlich gering. Am Anleihemarkt war die Hal­tung schwankend. Der Geldmarkt blieb unver­ändert. Die Devisennotierungen hielten sich in den Grenzen des borangeggngenen Tages.

Devisenmarkt BerlinFrankfurt a. M.

(Qn Billionen Wart auSgedrSckt. BuenoS-AireS, London, Neu« hort, Japan, Rio de Janeiro für eine Einheit, Wien und Budapest für 100000 Einheiten, alles übrige für 100 Einheiten.)

Telegraphische Auszahlung.

(Ohne Gewähr.)

21. Aug.

?L Aug.

Repart.

Amtlich« Notierung

AmtlicheJioHern 11

Geld

Briet

(Seid

Briet

91.

22.

182,44

163,26

162,79

161,61

doll

voll

Brss.-Anlw

20,85

20,95

20,95

21,05

voll

voll

Chrtftiania.

57,8'.

68,15

57,83

68,15

voll

voll

Kopenhagen

67,73

66,07

67,98

60,32

voll

voll

Stockholm . HelsingforS- Atollen. . . London. . .

111,22

111,76

111,22

111,78

voll

voll

10,47 18,40

10,53

18,60

10,48 18,80

10,54

18,70

voll voll

voll voll

18,80

:8 90

18,875

18,§65

voll

voll

Neuhork . .

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4,21

4,19

4,21

voll

voll

Paris. . . .

22,59

22,71

22,79

12,91

voll

voll

Schwel, . .

78,75

79,15

78,75

79,16

voll

voll

Spanten . . Wien in D-»

55,56

bb,84

65,66

65,84

voll

voll

Oest. abgest

6,915

5,935

5,926

5,945

voll

voll

Prag . . .

12,67

12,63

12,80

12,66

voll

voll

Budapest. .

5,47

5,49

5,49

e,-,i

voll

voll

Buen--Aires

1,40

Ml

1,405

1,415

voll

voll

Bulgarien

3,04

3,06

3,045

3,095

voll

voll

Fapan . . .

1,71 0,40

1,72

1,71

1.72

voll

voll

ssiio de Jan

0.42

0,405

0,416

voll

voll

Belgrad . .

5,19

8,21

5,19

5,21

voll

voll

Lissabon . .

11,97

12,03

11,97

12,03

voll

voll

Banknoten.

(Ohne Gewähr.)

Bersin. 22. Ang.

Keld

I Dries

Repart.

°/o

Amerikanische Noten .....

4,14

4,21

voll

Belgische Noten ........

Dänische Noten........

20,85

67,89

20,95

68 17

voll hprf

Englische Noten........

18>6

18'96

voll

Französtsche Noten ......

22,79

22.. l

Holländische Noten......

162,67

leg ig

Ftnlienische Noten ......

18,85

1875

voll

Norwegische Noten......

67,81

58,09

voll

Deutsch-Oesterr-, ä 100 Kronen

6,92

5.94

voll

Rumänische Noten......

1,90

1,92

voll

Schwedische Noten......

Schweizer Noten .......

111,12

78 55

111,68

voll voll

Spanische Noten.......

55>6

66174

voll

Tschechoslowakische Noten ..

12i5<.

12,65

voll

Ungarische Noten......

5,44

6,46

voll

Märkte. ,

Frankfurter Getreidebörse.

(Eigener Drahtbericht des .Gießener Anzeiger".)

Frankfurt a. M., 22. August. Am heu­tigen Produktenmarkt wurden notiert: Weizen. Wetterauer 22 bis 22,50, Roggen, inländischer 18 bis 18,50, Sommergerste für Drauzwecke 22 bis 23, Hafer, inländ. 19,50 bis 20, Mais (gelb) 17,75 bis 18, Weizenmehl, inländ. Spezial 0 33 bis 34, Roggenmehl 26,50 bis 26,75, Weizen- unbz Roggenkleie 11,25 bis 11,75 Mk. Tendenz unverändert.

Berliner Produktenbörse.

Berlin, 22. Aug. Am Produktenmarkt zog Roggen wider Erwarten um 12 Mk. an auf höhere polnische Preise. Weizen still. La Plata- Mais lebhaft, teilweise auf englische Käufe im Weltmarkt. Es wurden notiert für je 1000 Kilo: Weizen, märk. 203 bis 209, Roggen, märt. 149 bis 156, Gerste, märk. 205 bis 216, neue 182 bis 187, Hafer, märk. 159 bis 168, Raps 310 bis 320, Öelnfaat 425 bis 430; für je 100 Kilo: Weizenmehl 28 bis 30,50, Roggenmehl 22 bis 24,75. Weizenkleie 11,80 vis 12, Roggenkleie 10,90, Diktoriaerbsen 27 bis 32, kleine Erbsen 18 bis 20, Futtererbsen 14 bis 16, Peluschken 13 bis 15, Ackerbohnen 15 bis 17, Wicken 14,50 bis 16, Lupinen, blau 9 bis 10,50, gelb 16 bis 18, Raps­kuchen 12.50 bis 12,70, Leinkuchen 23 bis 24, Trockenschnitzel 11, Dvrfmelasfe 8. Kart>ffel- flocken 23. /

Zürnen, Sport und Spiel. Sommerturnspiele, ein Grundpfeiler für die Ertüchtigung unserer Jugend.

Karl Wübbenhorst, Oldenburg.

Wer kennt sie nicht unsere schönen Spiele des Sommers Schleaderball, Schlagball, Faust­ball, Korbball usw. Wir stehen mitten drin. Aber nicht lange mehr, da wehen wieder bie rauhen Winde über den grünen Rasen, all' die stolze Herrlichkeit des Sommers ist dahin, und es gilt zum Wintertarnen und Winterspiel zu rüsten.

Da ist es angebracht, unseren Sommerspielen ein kurzes, aber am so eindringlicheres Wort zu widmen. Mit welcher Begeisterung und welch hoher Freude werden sie ausgetragen. Wer ein­mal einem richtigen waschechten Treffen zweier spielfreudiger Mannschaften zugesehen hat, dem hat dabei das Herz im Serbe gelacht ob der ungebundenen Iugendlust und der vielseitigen Reize, die sich dem Beschauer offenbaren, und am liebsten hätte auch er mitgetollt, mitgespielt in fröhlicher Hatz. Ja, wer sie sieht, beim Schleu­dern, Saugten und Schlagen, dem wird es auch ohne weiteres klar, welchen Wert unsere Sommer­

spiele für die körperliche und getfttge GrNtchtt» gung unserer Jugend haben. Denn so einfach und anmutsvoll sich die Spiele dem Auge des Laien auch zeigen mögen, welch große Fülle von Mut, Gewandtheit, Kraft und Geiftesklugheit erfordern sie doch von den Spielern. Gewaltige Armkraft hat der Schleuderballspieler ebenso notig, wie er mit dem Verstand ständig bemüht ist, jeden klern- sten Spiclvorteil sich zunutze zu machen. Haar­scharf fliegen die Bälle beim Faustball über dre Leine und zurück, auch hier arbeiten Berechnung des Geistes und spieltechnisches Können Hand in Hand. Mit welcher Vorsicht, aber auch mit welchem Mut läuft der Läufer beim Schlagball­spiel ins Feld, von der geschickten Hand des Schlagers, vorn sicheren Fang und Abwurf hängt alles ab. Denn es ist nicht nur Spiel, was sich dem Auge zeigt, nein, auch der Kampfescharakter ist in beh Spielen ausgeprägt, er bringt erst den frischen, forschen Zug ins Spiel.

Welchen unendlichen Wert die Sommerspiele für die Beteiligten hierdurch erhalten, kann sich auch der Unbefangene vorstellen und erkennen, daß sie ein hochwichtiger Faktor in unserem deut­schen Turner leben sind. Mehr noch als das, sie sind einer der wertvollsten Grundpfeiler für die geistige wie körperliche Ertüchtigung unserer Turnjugend.

Darum sollen wir diese Spie^ weiter hegen und pflegen, unsere Jugend dafür begeistern, stetig bei ihr hierfür werben mit vollster Kraft, wann und wo es nur immer angängig ist.

Aber nicht nur unsere Jungen sollen spielen. Das hieße den Zweck verkennen. So mancher von den älteren Turnern und reiferen Frauen wird Lust und Liebe zu den Spielen empfinden. Auch für sie gibt es noch Spielgelegenheit genug. Auch sie werden die wohltätige Wirkung, die das Spiel in gesunder, frischer Luft auf Rerven und Körper ausübt, schätzen lernen.

Wir müssen daher mit aller Kraft bemüht sein, die Turnspiele des Sommers ständig weiter auszubauen, damit sie weitesten Kreisen zu­gänglich gemacht werden können. So viele stehen noch abseits, sie sehen wohl von weitem die Spielplähe und die Turnspiele, gehen jedoch rnter- essenlos vorüber. Sie sollten einmal näher kom­men und sehen, wie fröhlich und frisch das Spiel unsere Turnjugend macht, dann würden auch sie warm werden und vielleicht nein, ganz bestimmt^würden auch diese vielen Richt' tumer und Richtspieler sich bekehren lassen und fröhlich mittun.

Dad-Rauheimer Tennisturnier.

Das allgemeine Tennisturnier dieser Saison findet vom 27. bis 31. August statt. Es liegen bereits zahlreiche Anmeldungen bekannter Spieler vor.

Olympische Wettkämpfe in Fulda.

Am 31. August veranstaltet der Fuldaer SP.--V. Borussia ein großes leichtathletisches Mee­ting, offen für ganz Deutschland, an dem sich namhafte Vereine, hauptsächlich aus Mittel-, West- und Süddeutschland, beteiligen werden. Schon jetzt vor Ablauf des Meldeschlusses liegen zahlreiche Zusagen großer Vereine aus Duisburg, Frankfurt (Main), Kassel, Gießen, Mann­heim, Karlsruhe, Siegen usw. vor, mit zum Teil Deutschen Meistern und Landesmeistern am Start. Der Leichtathletik-Lehrgang im Berliner Stadion vom 1. bis 13. September bietet vor allem Iugendleitern eine gute Gelegenheit, sich eine Fülle prattischer und theoretischer Kenntnisse an­zueignen. Für die Durchführung des älebungs- programms stehen die besten Kräfte der Deutschen Hochschule für Leibesübungen zur Verfügung. Der Lehrgang erstreckt sich u. a. auf Leichtathletik in der Theorie und Praxis, Sport- hhgiene, Hallentraiiring, Ergänzungssport, Hilfe bei älnglücksfäNen, Organisationsfragen, Vereins­verwaltung, Werbetätigkeit.

Der Motorsport-Großkampftag, mit dessen Veranstaltung die im Frühjahr ge­gründete Mvtvrsport-TafelrundeDer- lin zum ersten Mal an die Oeffeittlichkeit tritt, verspricht in jeder Beziehung auch hochgespannte Erwartungen zu erfüllen. Die Flugzeug-Verfol­gung wird von Krafträdern und Kraftwagen durchgeführt. Der Start der Flugzeuge und Fcchr- zeuge ist auf der Trabrennbahn Martendorf. Das Ziel wird den Bewerbern vorher nicht bekannt- gegeben, doch ist Vorsorge getroffen, dah das Flugzeug den Verfolgern stets sichtbar bleibt bzw. seinen Weg durch irgend ein Hilfsmittel kenntlich macht. Rach der Landung des Flug­zeugs haben die Bewerber möglichst nahe heran- zufÄren, sich ihr Eintreffen von der Flugzeug- besahung befcheinigen zu lassen und bann sofort zur Trabrennbahn zurückzufahren. Die Verfol­gung wird im Rahmen des tourenmähigen Auto- mvkülverkehrs abgehalten.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde«.

Gießen. Sonntag, 24. August. 10. Sonntag mTrin. Stadttirche. 8: Zugleich Christenl. f. d. Reukonfirm. aus der Matthäusgern. Pfr. Mahr.9V,: Pfr. Becker. 11: Kinderkirche f. d. Markusgem. Pfr. Becker. Iohanneskirche. 8: Zugleich Christenl.f. die Reu- konf. aus d. Iohannesgern. Pfr. Ausfeld. 91/,: Or­dination und Einführung des Pfarrass. Schultheis. 11: Kinderkirche f.d.Lukasgern. Pfr. Bechtolsheimer. 8: Bibelbespr. im Zohannessaal, Pfr. Adolph. Kirchberg. 10; 11: Christenl. f. d. kons. weiblich« Jugend. Mainzlar: ll/2. Wieseck. ll/2: Pfr. Römheld, Gießen.

Katholische Gemeinde«.

Gießen. Samstag, 2X August. 41/, u. 7 Beichte. Sonntag, d. 24. Aug. 11. Sonntag n. Pfingsten. 61/, Deichte, 7 Messe, 8 Kom., 9 Hochamt m. Pr., 11 Messe m. Pr., 2*/3 Andacht.

Verantwortlich für Politik und Feuilleton: I. V.: Heinz Gorrenz.

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