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Montag, den 28. Juli mittags um */»2 Ahr versteigert die Gemeinde Saasen auf dem Hofe des Faselhalters Wilhelm ErbeS einen abgängigen
Vogelsberger Bullen.
Saasen, den 22. Juli 1924.
Bürgermeisterei Saasen.
Der durchberatene Gemeindevoranschlag für 1924 liegt vom 24. d. Mts. ab eine Woche lang auf unserem Amtszimmer während der üblichen Amtsstunden offen, woselbst Einsicht genommen und Einwendungen schriftlich oder zu Protokoll vorgebracht werden können. Es ist die Erhebung einer Umlage vorgesehen, zu der auch die Ausmärker herangezogen werden.
Albach, den 23. Juli 1924.
Hessische Bürgermeisterei Albach.
Kollekten ergaben schöne Beträge.
Kreis Büdingen.
)( Bad Selters, 22. Juli. Die Zahl Besucher unseres Badeortes nimmt
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Kreis Schotten.
• 2aubad), 21. Juli. Zur Linderung der Wohnungsnot beschloß der Gemeindevat die Erbauung eines Bierfarnilien-Wohnhau- s e s. Wit dem Dau soll sofort begonnen werden. — Ein Antrag des Pfarrers Bebel und des Direktors der Realschule um Erbauung einer Badeanstalt toirb in nächster Gerneinderats- sitzuna erledigt.
§ Alrichstei^ 21. Juli. Linser Städtchen, ebenso wie der Äachbarort Feldkrücken, batte am letzten Sonntag ein besonderes Ereignis zu verzeichnen. Es predigte nämlich im Gottesdienst der Pfarrer der deutsch-evangel. Gemeinde von O l m ü tz in Mähren, Pfarrer Müller. Dadurch, daß er in die Predigt, bie über Psalm 42, Bers 2 gehalten wurde, manches von den Röten und Kämpfen feiner Auslandge-
Kunst und Wissenschaft.
Beginn der Bayreuther Festspiele.
Bayreuth, 22. Juli. Das große Interesse für Bayreuth und seine Kunst and Aufgabe hat durch die infolge widriger Verhältnisse erzwungene zehnjährige Unterbrechung der Festspiele nicht gelitten. Daß der Bayreuther Gedanke in feiner Werbe kraft feine Einbuße gehabt hat, zeigt der starke Andrang aus dem Jnlande und auch aus dem Auslande zu den heute beginnenden Festspielen. Die erste Vorstellung begann heute um 4 Ahr. Diese Aufführung der „Meistersinger von Rürnberg" machte in der glänzenden Form und Ausstattung einen hervorragenden Eindruck, der sich in immer wiederholten stürmischen Beifall des ausverkauften Hauses kundgab.
Vermischtes.
Straßenbahn-Zusammenstoß in Berlin.
Berlin, 22. Juli. (WTD.) Ein schwerer Zusammenstoß, zwischen zwei Straßenbahnwagen ereignete sich gestern abend auf der Kreuzung Jnvalidenstraße—Reues Tor. Angeblich infolge Versagens der Bremse eines der Wagen stieß dieser mit voller Gewalt auf einen anderen, so daß die Vorderplattform des ersten Wagens völlig zertrümmert wurde. Don den Insassen der beiden Elektrischen wurden insgesamt 6 Pers onen mehr oder weniger schwer verletzt.
Schreckliche Verheerungen durch eine Wind-
Einen Iodquellenfund aus prähistorischer Zeit machte Zivilingenieur W. Goke im Iodbad Salzbrunn im bayerischen Allgäu. Dort sollte die fast fcerfiegte Iobquelle neu gefaßt werden. Bei den Arbeiten stieß man auf alte, fast vollständig verfallene Stollengänge, während ein Teil des von Iodwasser vollständig umgebenen Grubenholzes durch die Iodsalze konserviert und bestens erhalten war. Göke ging dem Arsprung des Iodwassers weiter nach und stieß bei einer Stoll en länge von 36 Meter auf den Ursprung der Quelle, welche in einer Grotte breit hervortritt. Die von verschiedenen wissenschaftlichen Seilen vorgenommenen Antersuchungen ergaben, daß die Stollbauten aus der Römerzeit, die bisher unbekannte Grotte hingegen, wäche prähistorischen Arsprungs ist, aus der Zeit 1500 vor Christi stammen muß. Somit farm das Iod-- bad «Ällzbrunn als älteste der in der Balneologie bekannten Mineralquellen Europas bezeichnet werden.
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Bekanntmachung.
Die Voranschläge der Gemeinde Utphe und Feldgemarkung Feldheim für das Nj. 1924 liegen vom 24. Juli 1924 ab eine Woche auf der Bürgermeisterei zur Einsichtnahme offen. Innerhalb dieser Frist können Einwendungen schriftlich oder zu Protokoll vorgebracht werden. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker beizuttagen haben.
Utphe, den 22. Juli 1924.
Hessische Bürgermeisterei Utphe.
Hamburger Grohftrmen und Behörden konnten u. a. Börse, Freihafengebiet, große Kailagerschuppen erster Weltfirmen, Passagierdampfer „Thu- ringia“ und Personen- und Frachtdampfer „Madeira" unter sachkundiger Führung besichtigt werden. Eine größere Hafenrundfahrt vervollständigte die Eindrücke des Hafenbetriebs, der trotz des starken Handelsrückganges für die besichtigenden Inländer immer noch imposant genug war. An Ozeanriesen verschiedenster Gattungen glitt man vorüber. Während ein Blick in die Docks und Werstanlagen den Fahrtteilnehmern vom hansea- ttschen Geist des Aufbaus Zeugnis gab, sahen sie an anderen Stellen, besonders in Wilhelmshaven, wie mancher alte Schiffsriese deutscher und fremder Herkunft mit Feuerbohrer und Stahlsäge ab- gewrackt wurde. — 3n Cuxhaven hat die teilnehmende Gießener Jugend das erste Salzwasser beim Baden an der Kugelbake geschmeckt und miterlebt, wie die dortige Bürgerschaft sich allabendlich an der ehrwürdigen „Alten Liebe" ein Stelldichein gibt. Den inneren Werftbetrieb haben die Stu- dienreisenden unter sorgfältiger Führung des Ma- rineoberwerftsekretärS Zimmer, eines geborenen Gießeners, in Wilhelmshaven auf der Reichswerft eingehend kennen gelernt. Kesselschmieden, Maschinenbauabteilung, Gießerei und Formereianlagen waren auf den Dau eines kleinen Kreuzers eingestellt, der im Rumpf schon im Gerüst stand. Andere Abteilungen zeigten die Montage eines neuen Vermessungsschiffes. Wenn auch die Krags- flotte zur Zeit ausgelaufen war, so konnte man sich doch an den noch anwesenden Zeugen früheren Glanzes ein Bild von den Kmegsschiffsthpen machen. Eine dreistündige Abendfatznck im Jade- Bufen vermittelte die Bekanntschaft mit den Funktionen der Leuchttürme, Leuchtbojen, Scheinwerfer, Feuerschiffe usw. Der Rückweg führte über Bremen, dem man noch einen Rachmittag widmen konnte, und Hannover der Heimat zu.
Landkreis Gic^rrr.
f Trais-Horloff, 21. Juli. Bei herrlichem Wetter fand gestern unser diesjähriges Iugendfest statt. >Da durch eine Haussammlung sämtliche Unkosten gedeckt waren und die Vereine, wie Turner, Krieger, Sänger, Radfahrer im voraus ihre Mitwirkung zugesagt hatten, durfte mit einem schönen Verlauf gerechnet werden. Am 2 Ahr begann die Aufstellung des Festzuges; sämtliche Vereine wurden einzeln mit Musik abgeholt und zuletzt die Schulkinder, denen sich der Gemeinderat und der Schulvorstand anschlossen, zum Aufstellungsplatz gebracht. Am 3 Ahr bewegte sich dann der F e st z u g durch die Straßen des Dorfes zum Festplatz in „Hahns Garten". Hier wurde das Fest eröffnet mit dem Lied „Och hab mich ergeben". Lehrer Roth hielt dann die Festrede, die mit dem Deutschlandlied ausklang. Hieran schlossen sich Darbietungen der Schüler, des Turnvereins und des Gesangvereins. Eine große Zuschauermenge, auch viele Auswärttge, wohnte dem bunten Treiben bei. Gegen 8 Ahr abends wurde das Fest abgebrochen. Pfarrer Weber dankte in seinem Schlußwort allen, die zum schönen Gelingen des Festes beige- ttagen hatten und lud zur Fortsetzung der Feier auf den Montag ein. Spiele und Preis- verteilung nahmen dann am Montag von 3 Ahr ab ihren Fortgang. Alles in allem war das Iugendfest eine Veranstaltung, deren alljährliche Wiederkehr von allen gewünscht wird..
* Q u e cf b o r n, 21. Juli. Die hiesige Schule hatte heute zu ihrem diesjährigen Iugendfest eingeladen. Fast die ganje Bewohnerschaft unseres Dorfes und außerdem noch eine große Zahl Gäste aus der Rachbarschast hatten sich zu der Feier eingefunden, der beste Beweis dafür, daß das Iugendfest von Jahr zu Jahr immer mehr Freunde gewinnt. Die Darbietungen der Kleinen: Turnübungen, Reigentänze, Staffellauf, Spiele und Gesänge erfreuten besonders dadurch, daß man ihnen ohne weiteres ansah, daß sie nicht eingeübt waren, sondern durchweg aus dem Stegreif gegeben wurden. So tarn die frische gesunde Fröhlichkeit der Kleinen zum klaren Ausdruck und riß auch die Aelteren mit sich. Der Gesangverein half die Feier mit passenden Liedern bereichern. Lehrer M ich el-Etttngshausen umritz mit kurzen Worten den Sinn unserer Iugend- feiern.
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der Häuser abdeckte und durch die Luft wirbeln ließ. Ein Karussell, das im Dorfe stand, wurde auf ein entfernt liegendes Bauernhaus geschleudert, das mit einem furchtbaren Krach zusammenbrach. Viel Vieh ist erschlagen worden. Menschenleben find glücklicherweise nicht zu beklagen.
Opfer des Meeres.
Berlin, 22. Juli. (Wolff.) Rach einer der „B. Z." aus Rordwenhhausen zugegangenen Meldung ist der oldenburgische Dampfer .Schill" mit 13 Mann Besatzung im Atlantischen Ozean untergegangen.
Woher stammt die Bezeichnung „Radio"?
Das heute so viel gebrauchte Wort ist nach einer Antersuchung von Hausdorff zum ersten Male 1904 angewendet worden, und zwar ohne jeden Bezug zur Wellentelegvaphie, in einer chemischen Patentschrift. 1911 wurde das Wort als Schutzmarke für eine englische Firma, die gleichfalls nichts mit drahtloser Technik zu tun hatte, eingetragen. Im Jahre 1915 wurden unter dieser Bezeichnung elektrische Batterien und Apparate in den Handel gebracht, und wieder ein halbes Jahr später erschien sie als Schutzmarke für die verschiedensten Handelsartikel, z, B. für einen Golfball, ein Grammophon, für Automobilbereifung, Fahrräder und Zigaretten. Am diese Zeit wurde auch ein Schiff auf das Wort „Radio" getauft, dieses Schiff führte eine drahtlose Station über' Haupt nicht an Bord. Als Sammelbezeichnung für alle die die Technik der elektrischen Wellen betreffenden Fragen hat sich das Wort nach Haus« dorff erst in den allerletzten Jahren eingebürgert
Verantwortlich für Politik und Feuilleton' I. D.: Heinz Gvrrenz.
Gegen die Kriegsschuldlüge.
Za einer kraftvollen Kundgebung gegen die Lüge von der alleinigen Kriegsschuld Deutschlands und gegen den auf dieser Lüge aufgebaatem Schandvertrag von Versailles hatte sich, einer Einladung des Hochschulrings deutscher Art an unserer Landesuniversität folgend, gestern abend eine zahlreiche Menschenmenge in der Turnhalle am Oswaldsgarten zusammengefunden. Der Redner des Abends, Prof. Dr. Plahhvff - Frankfurt a. M„ verstand es, den Rachweis von der steten Friedensliebe Deutschlands seit Bismarcks Zeiten bis zu Bethmann-Hollwegs Kanzlerschaft unter Wilhelm II. in überzeugender Weise zu führen. Sie Dokumente der geöffneten deutschen, österreichischen und russischen Archive gestatten jedermann die Rachprüfung der Frage, wo die Schuldigen an dem großen Kriege zu suchen sind; jedenfalls sind sie nicht bei uns, sondern ganz wo anders zu suchen. Bezeichnenderweise haben ja auch die Siegerstaaten sich bis heute noch gehütet, ihre Archive zu öffnen! Daß Deutschland unter Kaiser Wilhelm II. eine ausgesprochene Friedenspolitik trieb, haben selbst die großen feindlichen Blätter anerkannt, die den Kaiser einst als Friedenskaiser feierten und ihr erst in dec Zeit der Kriegshetze als einen neuen Attila bezeichneten. Aber fein ehrlicher Mensch kann der Politik Wilhelms II. vorwerfen, daß sie auf den Krieg abzielte. Schuld am Kriege sind der russische Panslawismus und die französische Revanchelust, die beide bewußt auf den Krieg hinarbeiteten, als bei uns noch kein Mensch an diese Möglichkeit dachte. Als Hauptträger dieser Kriegspolitik nannte der Redner zwei Ramen: Poincars und Iswolsky. Aber auch den alten österreichischen Kaiserstaat treffe ein erheblicher Teil der Schuld am Kriege. Durch unser Bündnis mit Oesterreich-Angarn sind wir in den Krieg hineingerissen worden, obwohl die deutsche Polttik den Frieden wollte. Dafür sind wir aber nicht der Welt verantwortlich, sondern nur dem eigenen deutschen Dolle hat die frühere Politik Rede und Antwort zu stehen. Wir müssen mit aller Kraft danach streben, wieder zu unserem Recht und zu unserer Ehre zu kommen, welche die Feindstaaten durch das erpreßte Schuldgestäirdnis in schwerster Weise verletzt haben. Wir muffen die schleunige und volle Beseitigung dieses erzwungenen Eingeständnisses einer Schuld fordern, die gar nicht zu unseren Saften besteht. Für jeden Deutschen muh es Ehrensache sein, nach seinen Kräften dafür zu sorgen, daß überall die Wahrheit über die wirkliche Schuld am Kriege durchdringt. Rach der mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Rede wurde die irachstehenk^ Entschließung einstimmig angenommen:
„Die aus Anlaß der fünfjährigen Wiederkehr der Anterzeichnung des Versailler Dittates versammelten deutschen Männer und Frauen aller Schichten und Parteien wünschen Frieden, einen Fineden der Gerechtigkeit. Die Versprechungen des Wilson-Programms sind nicht gehalten worden. Am 5. Jahrestage des Versailler Diktates ist Deutschland, ist Europa, ist die ganze Welt im Zustand völliger Anordnung. Deutschland hat ehrlich abgerüstet: die anderen Völker sind diesem Beispiel nicht gefolgt. Trotz des kraftvollen Widerspruches der Bewohner im Rorden, Osten und Westen wurden dem Deutschen Reiche wertvolle Gebietsteile genommen. Mit der Lüge der Kolonialschuld wurde es seiner überseeischen Besitzungen beraubt. Mit der Lüge von der deutschen Schuld am Kriege und der deutschen Schuld im Kriege wird es heute noch in der ganzen Welt verleumdet.
Am Tage von Versailles gedenkt das deutsche Volk mit Trauer und Teilnahme der qualvollen Leiden der deutschen Brüder und Schwestern in den abgetrennten und besetzten Gebieten. Es steht bewundernd vor der Widerstandskraft aller Stamme in Ost und West, in Rord und Süd, die troß allerBedrückungen ihrDeutschtum heldenmüttg behaupten. Es verspricht, sie im Kampf um ihr Volkstum nie im Stich zir- lassen. Es gelobt, die Volksgenosten an Rhein und Ruhr mit allen Kräften zu unterstützen in ihrem zähen Widerstande gegen alle Bestrebungen, ihre Heimat vom Dater- lande loszureihen oder wie das Saargebiet zu neutralisieren.
Das deutsche Voll wird sich nach wie vor mit seiner ganzen Kraft wehren gegen alle Versuche, das Reich zu zerschlagen, die deutsche Wirtschaft zu zerstören und die deutsche Volkskraft vernichtend zu treffen. Es wird sich nach wie vor mit aller Entschiedenheit gegen die Verleumdung des deutschen Ramens in der Welt wenden.
Die deutsche Reichsregierung hat durch Oeff- nung ihrer Archive der Wahrheit die Bahn geöffnet. Der derzeitige Reichsauhenminister hat die amtliche Aufrvllung der Kriegsschuldfrage zuge» fagt. Wir werden uns einmütig hinter jede Rerchs- regierung stellet!, die m vollem Bewußtsein ihrer Verantwortung und in Aebereinstimmung mit dem ganzen Deutschen Volk in amtlich-diplomatischen Verhandlungen erklärt, daß die Schuldanllage den geschichtlichen Tatsachen widerspricht, und daß das Schuldbekenntnis vom deutschen Volk in wehrloser Stunde unter Protest erzwungen worden ist.
Wir verlangen endlich Recht und Gerechtigkeit und einen wahren dauerhaften Frieden. Wir fordern Wiederherstellung unserer Freiheit und unserer Ehre, wir fordern Ansehen unb Gleichberechtigung in der Welt."
Der gemeinsame Gesang des Deutschlandliedes beschloß den eindrucksvollen Abend.
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täglich zu; gestern wurde mit über 80 Bädern die Höchstzahl der bis jetzt an einem Tage abgegebenen Bäder erreicht. Wie wir hören, hat die in Siegen abgehaltene Gewerkenversammlung der Gewerkschaft Selters einsttmmig weitere Mittel zum Ausbau des Badesbewilligt. Insbesondere sollen die Pläne zur Errichtung eines Badehotels eifrig gefördert werden, auch schweben mit einem Königsberger Konzern Verhandlungen, die dem Ausbau des Bades dienen sollen.
)( Aus dem Riddertal, 22. Juli. Das fruchtbare Wetter dieses Sommers, das immer wieder zur rechten Zeit die nötigen Riederschläge brachte, hat einen schönen Stand der Felder und Gärten gezeitigt. Schon liegt über den Kornfeldern ein Silberstreifen, die Ernte wird in nächster Woche wohl allgemein beginnen. Es wird aus früher schon geschilderten Arsachen nur eine Mittelemte geben, soweit die Winterfrucht in Betracht kommt, die Ernte der Sommer- frucht scheint dagegen besser auszufallen. Was die Obsternte angeht, so kann kein allgemein gültiges Arteil abgegeben werden, strichweise und an einzelnen Bäumen gibt es eine volle bzw. gute Mittelernte, während an anderen Stellen und Bäumen wieder feinerlei Behang zu sehen ist. Die beste Ernte bringen Birnen, dagegen läßt der Ertrag des Steinobstes vielfach sehr zu wünschen übrig.
Starkenburg und Rheinhessen.
Mainz, 22. Juli. (Wolff.) Im Bahnhof Mainz-Süd sind gestern zwei Personen verhaftet worden, die in Koffern f alsche 2 - und 5-Billionen-Markscheine mit sich führten; ein hiesiger Schuhmachermeister, dem sie das Falschgeld bringen wollten, wurde ebenfalls verhaftet.
* Wvrms, 21. Juli. Die letzten Anwetter haben, wie sich jetzt erst genau übersehen läßt, einen größeren Schaden angerichtet, als man vorher angenommen hatte. Rach vorliegenden Meldungen aus den Gemarkungen Mettenheim, Alsheim und G i m*b sh eim ist der Schaden, der allein an den großen Obstanlagen in der dortigen Gegend angerichtet wurde, überaus groß. Durch den Gewitterregen unb den in der. letzten Tagen herrschenden Sturm sind viele Obstbäume, insbesondere Zwetschen und Pfirsiche, außerordentlich stark beschädigt worden, und in großen Mengen liegt das abgeschlagene und abgewehte Obst am Erdboden. Man rechnet nur noch mit dem dritten Teil einer überaus reichen Ernte. — Ein Brudermord wird aus dem nahen Offstein gemeldet. Der 38 Jahre alte Landwirt Decker kam abends von der Musik nach Hause unb1 geriet mit seiner Frau in einen heftigen Streit. Sein älterer, zwei- undvierzig Jahre alter Bruder mischte sich in den Streit ein, um ihn zu schlichten. Darauf entstand eine scharfe Auseinandersetzung zwischen den beiden Brüdern, in deren Verlauf der jüngere zu feinem Jagdgewehr griff und seinen Bruder erschoß. Der Täter wurde verhaftet. — Von einem tragischen Schicksal wurde der 20 Jahre alte Bäcker Fritz Drühan ereilt. Der junge Mann wollte vorgestern abend sein im hiesigen Winterhafen vor Anker liegendes Paddelboot herbeiholen und sprang zu diesem Zweck kopfvor in das Wasser. Dabei kam er zu tief und stieß m i t dem Kopf in den Schlamm, in dem er stecken blieb. Da er nadt Verlauf einiger Minuten nicht zum Vorschein kam, machte man sich an seine Bergung. Er war aber schon imSchlamm erstickt.
Hessen-Nassau.
fpd. grantfurta. M., 22. Juli. Ein fol - genschweres Bauunglück trug sich heute nachmittag bet den Erweiterungsbauten der Eisenbahnbrücke zwischen dein Hauptbahnhof und dem Bahnhof West zu. Die mit den Bauten betraute Firma Michael Lavis Söhne -Offenbach läßt augenblicklich Über die Brücke vier neue 17 Meter lange Eisenträger legen. Zwei Träger lagen bereits auf den Jochen und sollten durch Aussteifungen befestigt werden. Beim langsamen Herniederlassen des einen Trägers gaben plötzlich die Sprießen oder auch ein Tau — die Ansichten darüber gehen noch auseinander — nach und neigten sich zur Seite. Die Träger stürzten in die Tiefe. Während sich von den zehn auf Trägern stehenden Arbeitern sieben durch Abspringen retten konnten, geriet der 24jährige unverheiratete Monteur Karl Hufgard aus Feldkirch zwischen die beiden Träger und wurde zu Tode gequetscht. Zwei andere Arbeiter, die aus Offenbach stammen, wurden leicht verletzt. Einer muhte dem Kvankenhause zugeführt werden. Die sofort alarmierte Feuerwehr holte den Toten zwischen den Trümmern hervor und leistete auch sonst die ersten Rettungsarbeiten. Die Anfallstelle wurde polizeilich abgesperrt. Der Eisenbahnverkehr wird durch das Anglück nicht behindert, da die eingestürzten Träger die Lasten von neuen Gleisanlagen auf der erweiterten Drücke tragen sollten. — Der Rechtskonsulent Heinrich Bester wurde Sonntag abend, als er seinen Hausflur in der Elbestvaße betreten wollte, von einem bisher nicht ermittelten Täter überfallen und mit einem scharfen Gegenstand niedergeschlag en. Vermutlich liegt ein Racheakt vor.
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