Ausgabe 
23.5.1924
 
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Wirtschaft.

Kreditnot und Geschäftsaufsicht.

Die Verhältnisse im deutschen Wirtschafts­leben werden täglich bedrohlicher. Die allgemeine Kreditnot, insbesondere die Geldschwierig­ketten in der Großindustrie äußern sich in einer Riesenwelle von Vetriebseinschränkungen, Zah­lungsunfähigkeiten und Zusammenbrüchen. Die letzte Woche hat rm Reichsgebiet 34 neue Konkurse gebracht. Von Dankfirmen sind wieder 8 insolvent geworden. 28 Firmen haben die Geschäftsaufsicht beantragt, darunter des Stahlwerk Becker, eins der größten Stahlwerke von Europa, das am Riederrhein seinen Sih hat. Bei der Rheinmetall QL G. sollen sich ähnliche Dinge Dor bereit en, wie die bei Becker Stahlwerk eingetretenen. Hier tote dort, wie überall wird die Hauptschuld an der traurigen Lage der Kreditpolitik der Reichs bank zugeschoben.Gegen Schacht", heißt die Losung. Sie ist so töricht, wie es früher die leidenschaftliche 'Anhimmelung des neuen Mannes war. Töricht ist auch das Feldgeschrei, dah die wirtschaftliche Rotlage demnächst einen allgemeinen Zahlungsaufschub notwendig mache. Schon das Auftauchen solcher Gerüchte allein genügt, die Geldgeber von der Hergabe von Darlehen auf etwas längere Zeit abzuschrecken. Dir Reichsbank hat sich mit einigen prompten Widerrufen begnügt. Alle genannten Gerüchte, so wird von der Pressestelle Dr. Schachts aus er­klärt, seien in Reich der Fabel zu verweisen, insbesondere das Gefasel von einem allgemeinen Moratorium. Die Reichsbank, die die wirtschaft­liche Entwicklung sorgfältig verfolge, sei nicht der Ansicht, daß irgendeine Rotwendigkeit zur Aen- sderung ihrer Kreditpolitik vorliege. Auher- ordentliche Beratungen darüber fänden in den leitenden Finanz kreisen zur Zeit nicht statt. Die Schwierigkeiten von Decker Stahl hätten mit der Kreditpolitik der Reichsbank gar nichts zu tun und seien ausschließlich auf die mangelnde Vor­aussicht der Leitung des Unternehmens zurückzu- führen. Das war etwas kurz und unwirsch. Besser wäre gründliche Rachprüfung der Lage auf beiden Seiten. Hitze und Leidenschaft sind auf feiten der Gegner der jetzigen Reichsbankpolitik verdächtig. Die Kopflosigkeit darf nicht dahin drängen, daß die neunmonatige Arbeit der Währungsreform und des Budgetaufbaus über Rächt zertrüm­mert wird. Verantwortungsgefühl l hat man der Reichsbank zugerufen. Mit Recht. Aber Verant­wortungsgefühl! auch für die, die jetzt zu einem Angriff gegen Schacht rüsten. Andererseits muß man bedenken: Der größte Schaden, der aus der Kreditnot erwächst, ist die Unmöglichkeit, Rohstoffe einzukaufen. Bisher haben noch die von früher vorhandenen Rohstoffvorräte ausgereicht, um die Fortsetzung der Produktion eine Zeitlang zu be­treiben. Das dauert, solange es eben geht. Der Augenblick ist bei vielen Firmen der Großindustrie nicht mehr fern, wo die Vorräte vollständig auf­gebraucht sind. Reue Vorräte können dann nicht eingekauft werden, denn Bankkredite sind infolge der ans Unglaubliche grenzenden Zinsforderungen der Danken nicht zu beschaffen. Manche großen Kreditinstitute leugnen auch gar nicht, daß es sich für sie bei dieser Zmspolittk um Ausnutzung einer Konjunktur handelt. Sie scheinen dabei zu Übersehen, welche Verantwortlichkeit ihnen aus dieser Handlungsweise für das gesamte deutsche Wirtschaftsleben erwächst. Die Folgen sind unab­sehbar, wenn nicht Wandel geschaffen wird. Eine Lockerung der Geldnot kann nur eintreten, wenn endlich ausländische Kredite ins Inland fliehen. Das Geld, das kürzlich durch Verkauf bis­her zurückgehaltener Waren auf den Markt ge­langte und anscheinend meist zur Gffektenspeku- lation verwendet worden tft, war nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Es ist nicht dorthin ge­gangen, wo es dringend nötig wäre, nämlich in die Industriebetriebe, sondern an die Börse. Die ausländischen Kredite müssen, wenn sie zu fliehen beginnen, in solcher Höhe kom­men, dah sowohl die Staatsschulden (Repara­tionen) getilgt werden können, als auch die deutsche Geschäftswelt an dem Zustrom von mobilen Mit­teln ^ausgiebig beteiligt wird. Ein Wort noch über die G eschä f tsau f s i cht, die, ursprüng­lich Aiur als vorübergehende Kriegsmaßnahme gedacht, zu unerwarteter Blüte gekommen ist: Sie darf nicht dazu dienen, Ware zurückzu­halten, weil man immer noch hofft, später wieder große Preise zu erzielen. Das verwischt die Be­griffe eines ehrbaren Kaufmanns. Also auch hier ist Verantwortlichkeitsgefühl und sorgfältigste Buchprüfung am Platze.

*

Weiterer Rückgang

der Grosthandelsindexziffer.

Die auf den Stichtag, den 2 0. Mai berech­nete Groh Handelsindexziffer des Sta- tistffchen Reichsamts ergibt gegenüber dem Stande bom 13. Mai (123,8) einen Rückgang^ auf 122,2 oder um 1,3 Proz. Von den Hauptgruppen ranken im gleichen Zeitraum Lebensmittel von 108,5 auf 106,3 oder um 2 Proz., davon die Gruppe Getreide und Kartoffeln von 91,7 auf 69,7 oder um 2,2 Proz.,- Industriestvffe von 152,4 auf 152,0 oder 0,3 Proz., davon unverändert nur die Gruppen Textilroh- unb Halbstvffe mit 211,4 sowie Kohle und Eisen mit 145,2. Die Inlandwaren gingen von 112,8 auf 111,7 oder um 1 Prvz. zurück, Einfuhrwaren von 178,9 auf 175,0 oder um 2,2 Proz.

* Die Schwierigkeit der Ruhrind u- strie Die Thhssenwerke in Mülheim (Ruhr) geben durch Anschlag bekannt, dah sie in­folge Kohlen-, Koks- und Gasmangels vom 26. Mai ab einzelne Betriebe zum Teil ganz still- legen müssen und in anderen nur beschränkt Weiter­arbeiten können. Die Belegschaft der Thhffenwerke betragt rund 8000 Mann. Rach einer Berliner Dlattermeldung aus Elberfeld ist gestern die Finna Kupfer-undMeffingwerkeA-G deren Aktien an der Berliner Börse notiert wer­den. auf ihren Antra gunter Geschäftsaufficht ge­stellt worden. Als Begründung wird angegeben daß ausstehende Forderungen in Höhe von 2iA Millionen Goldmark wegen der herrschenden Geld^ knapvheit nicht einzutreiben seien.

* Zur Wirtschaftskrise in Ober­schlesien. Einer Meldung desOberfchl. Kur." aus Königshütte zufolge werden die grvhen 3n= dusiricunternehmungen der Gesellschaft Gie- sches Erben inSchoppinitz nach uich nach still­gelegt. Auf der Recke-Hütte wurden in der Salz- säurefabrik zwei Kammern kaltgestellt,- die Blei- Hütte wurde zu Anfang der Woche wegen Dleierz- mangels ausgeblasen. Durch Plakatanschlag wird jetzt bekanntgegeben, daß zehn Zinköfen kaltgestellt werden sollen, wodurch 200 Arbeiter brotlos wer-

Danknvten,

Revart.

Frrrfn, 22. Mai

12,37

24

3,2

21,75

6,13

Tendenz: Publikum

0,0C9 0,420 0,204 0,642 0,95

0,175

14

2,75

18,75

14,6

10,13

10,87

1

2

4,8

7,65 0,540

9 13,75 1,75 0,375 0,400

48

48 50 68

9

14 7,25 14,6

22,75

5,3

0,87 2

7,25

4,7

voll voll voll voll voll voll

50 voll voll voll voll voll voll voll voll

1,5

22,37

5,18

8,0 11,13

94

41.5

13,26 1,1

2 5,65 7.13 3,6 2,6

11

16,75

8,8

20

14,6 1,?5

10,87

11,5

11,25

7,13 12,5

13,7

8,13 1)

4,7

34,8

44,5

8,13

11,5

33

45

1,4

2,6

13,25 1,2 2,2

5,55

7 9,45 2,87

13,6

6.5

15

26,75

26

37,5

1,6

22

5,25

2,78

19,25

14,7

10,5 10,65 11,37

12,6

19.5 14,25

10 11,25 11,25 7.13

12,75 12,6 8,15 11,5

4,5

0,069

0,200

0,825

0,201

) Dom Rückzahlungswert.

Frankfurter Dorfe,

0,071 0,425

0,830 0,091

0,220

4,2 76/30

4,5

26,76

4,6

7,65

8,65 0.535 8,75 13,5

1,9 0,360 0,400

0,425

0,200

0,859

0,102

4,2 76.6 X 27,25

8,8

9

1,8

0,425

52 10,8 15,13

48

51

57,13

9

14,5

7,2 15,13 26,13 25,13

59

76.Ä

4,65

49,65

55,75

V.

6,65

14,1

25,65

25,26

37

4,2 76,30

4,9

45,5

26,75

4,65

7,67

8,87

8/3

0,5

Märkte.

Berliner Produktenbörse.

Berlin, 22. Mai. (Wolff.) Am Prvdukten- markt gestaltete sich das Geschäft etwas reger. Doggen fand Absatz bei Inlandsmühlen zu ver­einzelt etwas erhöhten Preisen. Rvggenmehl wird

Schwerer Noten .........

Sösische Noten .......

che Noten ..........

Schwedische Noten .......

Holländische Noten.........

Deutsch-Oesterreich, i 100 Kronen Amerikanische Noten.......

Englische Noten........ .

Italienische Noten.........

Belgische Noten.....

Ungarische Noten.........

Tschechoslowakisch« Noten.....

Norwegische Noten........

Rumänische Noten.........

Spanische Noten..........

gab sich.rneHr Interesse kund. Die Preissteige­rung in Amerika trug zur Unterstützung bei. Eerste wurde zu Futter- und Röstzwecken mehr beachtet, für Hafer zeigte sich bessere Rachfrage des Konsums sowie einiger Begehr nach Sachsen. Die Preise konnten sich daher gut behaupten; Mais hatte für nahe Ware schwache Haltung. Für Roggenkleie erhielt sich gute Rachfrage. Es wurden notiert für je 1000 Kilo: Weizen märt. 154 bis 157 (ruhig), mitteldeutschen 153 bis 157, Otoggen, märt. 128 bis 132 (stetig), Braugerste 158 bis 168 (ruhig), Futtergerste 145 bis 155 (ruhig), Hafer, märt. 127 bis 134 (ruhig), Raps 285 bis 290 (matt), Leinsaat 390 (matt); für je 100 Kilo: Weizenmehl 21,25 bis 24,25 (still), Rvggenmehl 18,57 bis 20.75 (still), Weizenklele 9,60 (fest), Rvggenkleie 9,20 bis 9.30 (matt), Bik- toriaerbsen 20 bis 22, Kleine Erbsen 15 bis 16, Futtererbsen 13 bis 14, Peluschken 11 bis 12, Wicken 11,50 bis 13, Lupinen blau 11 bis 11,50, Seradella 13,50 bis 14,50, neu 11 bis 13, Raps­tuchen 9,90, Leinkuchen 21.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 22. Mai. Es notierten je 100 Kg. Weizen, Wetterau 16,25 bts 16,50, Roggen 14,25 bis 14,50, Sommergerste für Brar- zwecke 46,75 bis 17,25, Hafer, in land. 14,50 bis 15, Weizenmehl, südd. Spezial 0 25,50 bis 27 75 Roggemnehl 21,50 bis 22,50, Weizen- unb Roggenkleie 9 bis 9,75 Mk.

Frankfurter Schlachtviehmarki.

fpd. Frankfurt a. M., 22. Mai. Auf­trieb: 3 Färsen und Kühe, 903 Kalber, 71 Schafe und 441 Schweine. Es wurden bezahlt für einen Zentner Lebendgewicht: Kälber, feinster Qual 5065, mittlerer Qual. 4449, geringerer Qual 3643, geringe Saugkälber 3035; Schafe- 40 bis 43; Schweine: unter 80 Kilo 4550, von 80 bis 100 Kilo 5054, über 100 Kilo 5052 Der Markt wurde bei ruhigem Handel geräumt' Des Himmelfahrtsfestes wegen wird der Vieh- markt vom 29. Mai auf Freitag, den 30. Mai verlegt.

5% Deutsche ReichSan leibe . 4/o Deutsche Reichsanleihe . J'/Z/o Deutsche Reichsanleihe 3®A Deutsche ReichSanleihe . Deutsche Sparprämienanleihe 4% Preußische KousolS . . . 4% Hessen...........

peffen..........

3% Hessen...........

Deutsche Wertb. Dollar-Ank. dto-Toll.-Schay. Anweisung.') 4% Zolltürken 5% Goldmexikaner......

Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Pnvat-Bank. Darmss. und Narionalbank . Deutsche Bank.........

Deutsche DereinSbank .... Disconto Commandit .... Metallbank...........

Mitteldeutsche Credttbcmk. . Ocsttrrnchtsche Credttanstalt. Westbank............

Bochumer GuH........

BuderuS............

Caro..............

Deutsch-Luxemburg......

Gelsenkirchener Bergwerke . . Larven er Bergbau......

Kaliwerke Aschersleben....

Kaliwerk Westeregeln Laurahütte...........

Oberbedarf......

Phonir Bergbau ...... Rbeinstahl...........

Riebeck Montan .......

TelluS Bergbau........

Hamburg-Amerika Paket, . J Norddeutscher Llovd.....|

Cheramische Werke Albin .. I Zementwerk Heidelberg . . . I Philipp Holzmann......|

Snglo-Cont.-Guanv Badische Anilin........

Chemische Mahrx Alavirr. . . Goldschmidt..........

Griesheimer Electron ....

Höchster Farbwerke......

Holzverkohlung........

RütgcrSwerke Scheideanstalt

Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann...........

Matnkraftwerke........

Schlickert............

Siemens L HalSke......

Sdlerwerke Kleher......

Daimler Motoren.......

Hehligenstaedt.........

Meguin.............

Frankfurter Armaturen ...

Konservenfabrik Braun . . .

Schuhfabrik Herz Sichel..............

Zellstoff Waldhof Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel ...

Geld

74,51 23,84 71,42

111,97 187,60

5,89 4,19

18,35 18,75 19,95

4,61 12,57 88,75

2,04 68.40

Brief

74,89 23,96 71,78

112,53

168,40

6,91

4,21

18,45

' 18,85 20,05

4,63

12,63 69,05

2,06

68,70

auf dem Wirtschaftsmarkt zu Haven. Soweit sich durch umfangreiche Rach fragen und Beobachtungen fest stellen ließ, stammten im weitaus größtenUm­fange die Kaufaufträge, die heute Vorlagen, aus dem Agslande, namentlich aus der Schweiz. Da­neben war auch der Stinnes-Konzern etwas als Käufer auf dem Markte. Während der Abwick­lung dieser Kaufaufträge konnte sich zwar eine Befestigung des gesamten Marktes durchsetzen, doch das zu den erhöhten Rotierungen zahlreich daß man selbst in Börsenkreisen noch nicht den Zeitpunkt für gekommen hält, um sich allzu sehr nach oben zu engagieren. Immerhin kann man von einer leichten Befestigung des Marktes sprechen, ausgedrückt in Kursgewinne von 13 Bill. Proz. auf dem Montanmarkt und von solchen von 1/41/2 Dill. Proz. auf dem chem. Markt, während sich sonst die Papiere mehr oder weniger auf dem gestrigen Stande hielten. 3m freien Verkehr herrschte eine sehr große Geschäftsstille, nur in Becker-Werten fanden einige Rückkäufe statt. 'Becker-Stahl 33/d, Becker-Kohle 53/4, Api 37/8. Krügers hall 4Vs, Ufa 5^, Growag 0,210, Kunst­seide 50, Mainzer Gas 1012.

Berliner Börse.

Berlin, 22. Mai. (Wolff.) Bei Beginn des heutigen Verkehrs lagen wiederum Käufe angeblich der rheinischen Industrie besonders für Montanwerte vor. Demgegenüber machte sich aber Realisativnsneigung der hiesigen Spekulation bemerkbar, so daß die ersten Kurse vorwiegend kleine Abschwächungen aufwiesen. Einen erheb­licheren Rückblick erfuhren nur Bochumer, näm­lich um 2 Dill. Pvoz. Verstimmend wirkten die wenig ermutigenden Rachrichten über die heimische Wirtschaftslage, die Ülnklarheit der innerpoli­tischen Verhältnisse, die weitere Verschleppung des Bergarbeiterausstandes und die Besorgnis bezüglich der endgültigen Regelung der Mai- engagements des Metallhandels. Infolgedessen zeigte sich nach Befriedigung der ersten Kauf­aufträge ein sich vermehrendes äleberw.egen des Angebots, wodurch eine weitere Abbröckelung dcs Kursstandes bewirkt wurde, doch blieben die Um­sätze und Rückgänge bei der allgemein herrschen­den Lustlosigkeit gering. Eleltr. Hochbahnaklien, die mit einer Aufbesserung von 2Vz Dill. Prvz. eingesetzt hatten, gaben von diesem Gewinn gleich­falls einen Teil wieder her. Am Devisenmärkte blieben die Kurse im wesentlichen unverändert. Das bemerkenswerteste Ereignis war die Erhö­hung der Zuteilung für Reuyork auf 3 Prozent.

Devisenmarkt BerlinFrankfurt a. M.

(In Billionen Mark auSgedrssckt. Buenos-AtreS. London, Neu» York, Japan, Rio de Janeiro für eine Einheit, Wien und Budapest für 100000 Einheiten, alle« übrige für 100 Einheiten.)

Lelegrap h t sche Auszahlung.

_______________(Ohne Gewähr.)_______

Den. Aus So snvwice wird berichtet, dav auf der Grube Halina die Arbeit eingestellt wird; auch hier werden 200 Arbeiter brotlos. Auf der Grube Paris wiich in der Woche nur noch an zwei Tagen gearbeitet.

* Stillegung eines Kaliwerkes. Wie verlautet, werden die Allaltwerke Ronnen- burg QL G. ihr Kaliwerk Thidehall auf einige Zeit stillegen. Die Belegschaft ist zum größten Teil ent­lassen worden.

*Siemens" Elektrische Betriebe A.-G. Berlin. Die v. G.-D. erledigte einstim­mig die Tagesordnung. Der Geschäftsverlust der Gesellschaft für 1922/23 ist mit rund 262 Bill. Mark gebucht. Die Gesellschaft hat Geschäftsauf­sicht beantragt, um einen Zwangsvergleich mit den Obligationären zu erreichen. Die begonnenen Reorganisationsverhandlungcn haben bisher kein Ergebnis gezeitigt. Die Aktionäre werden mit einer starken Herabsetzung des Rorninalwertes ihrer Aktien auf Grund der Eoldbilanzverrrdnunz zu rechnen haben, und auch die Gläubiger werden Entgegenkommen zeigen müssen. Die Geschäfts- aufsicht ist dis zum 28. Februar 1925 verlängert worden.

* Deutsche Wald- und Holzindu­strie A.-G. München. Die G.-D. genehmigte sämtliche Dorschläge der Verwaltung einstimmig. Rur in bezug auf die Kapitalserhöhung wurde eine Aenderung getroffen. Es wurde beschlossen, das Kapital um 50 auf 305 Mill. Papiermark zu erhöhen. Es handelt sich hierbei um eine bloße Formsache; da nämlich infolge der einschlägigen Bestimmungen das Bezugsrecht bei Kapitalser­höhungen, die noch in Papiermark erfolgen, nicht ausgeschlossen werden darf, so wird das Bezugs­recht den Aktionären zu einem Preise von vier Dill. Mk. die Aktie angeboten. Der Zweck der Kapitalserhöhung ist jedoch ein Austausch der Aktien zur Erwerbung der Schlesischen Holzhan­dels- A.-G. in Breslau im Verhältnis von 5:1.

* Liqui da tion der Henschel und Essener Steinkohlen G. m. b. H., Han­nover. Wie derHannoversche Kurier" erfährt, ist die Gesellschaft Henschel u. Essener Sleinköh.en G. m. b. H. in Liquidation getreten, nachdem die Essener Steinkohlenbergwerks-A.-G. die mit Hen­schel u. Sohn in Kassel im Jahre 1923 abge­schlossene Interessengemeinschaft gekündigt hat. Wie bekannt, kündigte die Dergbau°A.°G. Loth­ringen den Vertrag mit Henschel u. Sohn aus wirtschaftlichen Gründen bereits im letzten Herbst, lieber die weitere Gestaltung der Beziehungen zwischen Lothringen und dem Essener Steinkoh^n- werke ist noch nichts Räheres bekannt. Beide Ge­sellschaften haben .große gemeinsame Interessen an verschiedenen Unternehmungen. Der Gehres- Löthringein-Kvnzern tft außerdem durch einen Staatsaktionsbesitz an den Essener Steinkohlen­werken beteiligt.

'DomfranzösischenAußenhandel. Rach der durch Havas veröffentlichten amtlichen Auhenhandelsstatistik der Zollverwaltung beläuft sich in den ersten 4 Monaten 1924 die französische Einfuhr auf 18 075 003 Tonnen im Werte von 13 516 474 000 Franks d. h. 1 872 954 Tonnen bzw. 4 011 466 000 Franks meh r als im entsprechende Zeitraum des Borjahres. Die Ausfuhr betrug in den ersten 4 Monaten 1924 9 079 104 Tonnen im Werte von 14 990 848 000 Franks mit Erhö­hung um 1 361 056 Tonnen bzw. 5 997 178 000 Franks gegenüber dem gleichen Zeitraum 1923.

*

Börsenkurse.

Frankfurt a. M., 22. Mai. Fester. Während das einheimische dem Markt immer noch fern bleibt, teils aus Mangel an flüssigen Mitteln, teils aus Pessi­mismus in der Beurteilung der wirtschaftlichen und finanziellen Lage, scheint das Ausland sich weniger beeinflussen zu lassen, bzw. größeres Vertrauen in die Gestaltung auf der Börse und

21. Mai

22. Mai

Revart. %

21.,22.

Amtliche Notierung

Amtlich: Notieru ti

Geld

Briet

Geld

Brief

Amss-'RoN.

157,60

138,40

157,60

158,40

2 2

Brss.-Nntw.

19,55

19,65

20,15

20,25

voll voll

C6rlfrtanla.

58,85

69,15

58,75

59,05

voll voll

Koptnhcigru

71,42

71,78

71,42

71,78

"0 10

Stockholm.

111,97

112,63

111,97

112,53

10 SO

HrlsingforS.

10,62

10,68

10,57

10,63

voll voll

Italien. ..

18,90

18,445

18,75

18,85

voll voll

London.. .

JO.333

18,355

18,445

2 2

Neuyork . .

4,19

4,2!

4,19

4,21

2 3

Pari- , .. .

22,94

23,08

23,84

23,96

voll voll

Schweiz >

74,51

74,99

68,75

74,51

68,45

74,89

2 2

Spanien . .

68,45

68,75

voll voll

Wien in D-« Oe ft. abgeit

5,98

6,02

5,93

5,97

Prag....

12,53

12,64

12,56

12,64

25 voll

Budapest. . Buew-Aire»

4 58

1,^75

1^5

Ä

E

voll

Bulgarien . Japan .. . Rio öe Jaa. Belgrad - .

3,065 1,685

3,085

1,695

1&5

voll voll

0,450 5,23

ff

0,445 6,23

°K

voll voll

Lissabon . -

12,56

12,64

12,58

12,64

vollivoll

5n Billionen Prozent

Frankfurt a. M.

Berlin

Schluß, fiure

Schluh. Kur«

Schluß. Kur»

Schluh. ssur»

Datum:

21. S.

22.5.

21.5.

22. 5.

Büchernsch.

Der Verlag der Dürrschen Buchhandlung in Leipzig hat sich den Dank aller Iugendbildner, Lehrer wie Eltern dadurch verdient, daß er die ausgezeichneten Schriften des Pädagogen P. G. Münch in handlicher und billiger Form herausgebracht hat. Die Bücher sind wie kaum andere ähnlicher Art geeignet, Eltern und Schule zusammenzuführen zu dem einen großen gemein­samen Werk der Erziehung unserer Jugend und damit unseres Volkes.Hausrecht in der neuen Schule hat nicht mehr der miesepetrige llirter- richtshandwerker," sagt Münch in einem Vor­wort,sondern nur der weitschauende, fvahge- stirnmte Lehrkünstler." Darin unterscheidet sich nun die neue nicht von der alten. Erziehungs­arbeit hat derUnterrichtshandwert.r" nie ge­leistet, auch nicht in der alten Schule. Er hat seinen Zöglingen bestenfalls Kenntnisse übermit­telt, aber sie nicht gebildet, lind das wird in derneuen Schule" auch nicht anders sein. Wie in jedem andern Berus wird es neben den wahren Pädagogen, neben den Lehrern aus innerem Drang, eben neben denLehrkünstl-em" Handwer­ker geben, die es niemals über ein Schema hin­ausbringen und in deren Köpfen Methoden wie die Münchs vielleicht mehr Schaden anfttften, ate befruchtend wirken. Aber wünschen möchten wir jedem unserer Kinder, dah es einmal in der Oede seines Schuldaseins auf einen Mann stößt, der sich so ganz in die Kinderseele hineinversenkt hat, der seine Aufgabe als Erzieher aufsaht und nicht alsLehrer" schlechthin, lieber ^ie Ar­beitsschule spricht Münch in seinem Büch­lein:Die Kunst, Kinder zu unterrichten", eine ausgezeichnete Einführung in seine Methode, die andere Bändchen (Mit Jungvolk aller Lander, aus Sylt; Freude ist alles; Erlebnisse mit Eltern und Lustige Leutchen) durch eine reiche Beispielsammlung auö dem großen Erfahrungsschatz des Verfassers in unterhaltsamer, aber sehr eindringlicher Weise illustrieren. Jeder, dem die Erziehungssrage am Herzen liegt, wird aus ihnen reiche Qlraxgmra schöpfen.

Kann man nach Deutschland reifen? Diese Frage beantwortet die Reichs­zentrale für Deutsche Verkehrswerbung, Berlin in einer Schrift, die darstellt,wie der Fremde in Deutschland reist und was er wissen muh". Eisenbahnverkehr, Gepäck- und Pahrevision, Pah- und Sichtvermerk, Geldverkehr, Warenverkehr, Steuern, Verpflegung und Unterkunft, Angaben über die wichtigsten Bäder und die Haupt- sehenswürdigkeiten Deutschlands ist in dem mit hübschen Bildern ausgestatteten Schriftchen ent­halten.

Kirchliche Nachrichten.

Ifr. ReNgionsgemeinöe. Gottesd.i. d. Synagoge (Süd-Anl.). Samstag, den 24. Mai. Vorabd. 7.45 morg. 8.30, abds. 8.30 u. 9.10.

Oft. Religionsgesellschaft. Sabbatfeier, 24.Mai. Freitag abb. 7.40, Samstag Dorrn. 8.00, nachm. 4.00, Sabbatausgang 9.10. Wochengottesdienst: Mor­gens 6.15. abds. 7.15.

(3n einem Teil der Auflage wiederholt.;

Englands Politik.

London, 22. Mai. (WD.) Der diploma* tische Berichterstatter der liberalenWestminster Gazette" schreibt: Angesichts der Taktik der Deutschnationalen sei es wesentlich, dah Deutsch­land seine Aufrichttgkeit -offen beweise. Die bri­tische Regierung sei bereit, ihre Karten auf den Tisch zu legen, und sie wünsche, wenn die Zeit gekommen sei, die Frage der französischen Sicherheit und der interalliierten Schulden zu prüfen. Aber es müsse eine Ver­einbarung über die Reparationen vvrangehen. Der erste Schritt sei, den Dawesplan in Wirksamkeit zu setzen. Dies werde jedoch einige Monate in Anspruch nehmen. Wenn der Boden vorbereitet sei, werde Macdvnald vielleicht feine internationale Konferenz verschlagen, zu der auch Deutschland, die Bereinig­te nStaaten und Ruhland eingeladen wer­den würden, um die ausstehenden Fragen ein­schließlich der interalliierten Schulden und der Festsetzung der deutschen Gesamt ver­pflicht ungen zu regeln.

Rückkehr von AnSgewiesenen.

Höchst a. M., 22. Mai. (WB.) Wie wir erfahren, hat der hiesige Kreisöelegierte Major Schnedecker in einem Gesuch an die inter­alliierte Rheinlandkommiss von die Aufhebung des Ausweisungsbefehls für 131 Personen beantragt, deren Genehmigung sicher erfolgen wird.

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