Ausgabe 
23.5.1924
 
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zrettag, 23. Mai 1924

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheßen)

r. 12i Zweites Blatt

aus. Aber er hält es für notwendig, voneinem schau" verweisen. Das Vorstehende sollte dazu

dienen, wenigstens einen Degrisf von der Wichtig­keit dieser diplomatischen Aktenstücke zu geben.

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banhoD? tio'nl Geq.Blasen-u.Nierenleid.,seIbsiStein, I ftlöößöüill! itöiui hilft best. Karlssprudel DisKirchen 14

(Rachdruck verboten.)

10. Fortsetzung.

sein könnte, war ihm nicht gekommen.

von

nichts ...

(Fortsetzung folgt.)

dadurch worden

dieses Erschrecken hervoi gerufen hatte, aber Gott­fried Dantiger suhlte, daß seine Tochter durch irgend etwas erschreckt worden wir, und bemühte sich, diesen Eindruck durch sichere Haltung and heiterer Laune zu tilgen. Seine Tochter hatte in zerstörte Züge geblickt, aber sie durste nicht ahnen, datz er in Zell von einem Unwohlsein be­fallen und einen Tag lang darniedergeworfen wor­den war. Er wollte der störenden Zwischenfall selbst verleugnen, als er daran ging, sie durch ein paar lässige Erklärungen unb gemachte Heiter­keit darüber hinwegzutäuschen.

Als sie Lene und Ellh zu sich rief, um den Kaffee zu bereiten, war sie wieder herb und kalt und der Abend endete in leichten Gesprächen tunb blauen Dabakwölkchrn.

Kurz nach Mitternacht sah Ens sich allem. Es roch noch nach vergessenem Wem, nach wel­kenden Astern und erkalteten Zigaretten, und Ag­nes Dantigers Einbildungskraft spielte um das Landhaus am Untersee und zog Vergleiche, dre sie zu gequältem Gelächter reizten ...

Er 'chrtte ungern telegraphiert. Sie dachre sich in seine Lage, wußte, das) er ihr gegenüber nie ein Wort darüber verlieren würde, und emp- fand diese Rücksichtnahme dennoch als Kränkung Sie Hatzte den Vater in diesem Augenblick, und als sie das Dalkov-ftnster ihres Schlafzimmers schloß, durch das der feuchte Hauch und das Brausen des Runser Wass rsturzes zu ihr her.m- drangen, starrte sie in die Dunkelheit, als mutz.e irgendwo in der Ferne das Feuer aufflamm^i, das sie auf das Haus am See herabgewunscht hatte. Ein Weinkrampf, der wie ein jäher Regen­schauer über sie hereinbrach, loste die unerträg­liche Spannung ihres Wesens. Aber als sie er­schöpft in den Kissen lag, dachte sie voll Unruhe an den Vater und sorgte sich um ihn, bis em schwerer Schlaf sie überwältigte. Sie ging wie eine Ertrinkende darin unter.

Am anderen Morgen bot sie Lenz, der am Telephon nach Rachrichten aus Zell und einge- Aangenen Eilausträgen fragte, ruhig guten Tag.

Wen.-Dertr. u- Fabriklnner: Al Wörthslrasre 23, Fernruf 7221.

nicht gewesen.

Als Agnes Dantiger ins Zimmer trat, stand der Baumeister rasch von seinem Stuhl auf. Er hatte im Schatten gesessen, und seine Gestalt, sein Gesicht tauchten erst jetzt ins volle Licht. Ens sah ihn an und erschrak. Ein kalter Hauch strich über sie hin, dumpfe Angst kroch um rhr ^^Es war nur ein flüchtiger Mrgenblick, der so rasch vorüberging, wie die Wahrnehmung, die

der landwirtschaftlichen Dedarfsstofse und der­jenigen der la7Ä>wirtschaftlichen Erzeugnisse her­zu stellen.

2. Die Preise der landwirtschaftlichen De- dorssstoffe der Kaufkraft der landwirtschaftlichen Bevölkerung anzupassen.

3. Die Tarispolitik der Reichs eise nbahn ha! eine wesentlich? Aenderung dahingehend zu er­fahren, dah die Beförderung von Dünger und Futtermitteln, von Kohlen, Saatgut und van lebenden Tieren eine wesentliche Ermähigung er­fährt.

4. Die unerträgliche Steuerbelastung durch Reich, Staat und '^meinte mutz der Ertrags­fähigkeit des landwirtschaftlich genutzten Bodens, unter Belassung ausreichender Betriebsmittel für die Erhaltung der landwirtschaftlichen Betriebe und die Steigerung ihrer Leistungsfähigkeit, an-

3. Vorsitzenden der Kammer wählte man den Landwirt Geipert in Diebesheim. Aus der Wähl von vier weiteren Vorstandsmitgliedern gmgen hervor: Wenzel, Mögt, Korell, D e t t w e r l e r. Zu Schriftführern für die Haupt­versammlung wurden gewählt: dre Mitglieder Eberle-Wolssheim und Schönborn -Gerns­heim.

Es folgte schlietzlich noch die Wahl einer An­zahl außerordentlicher Mitglieder zur Landwirt- schaftskammer ncuft Art. 8 des Landwirtschafts- kammerge'ehes. Es wurden dann Kommissionen zur Wählprüfung, Rechnungsprüfung, Wirt­schaftspolitik, Handel, Arbeite.wesen, Bodenkultur, Wiiäschaftslehre, Tierzucht, Pferdezucht, Geflügel­zucht, Obstbau, Weinbau, Gemüse- undGartenbau. und Dildungswesen gewählt.

Zum Geschäftsbericht wurde eine Entschlie­ßung angenommen, worin der Reichs- und der Staats regicrung folgende Forderungen der Landwirtschaft unterbreitet teerten:

1. Es sind alle Matznahmen zu ergreifen, um ein angemessenes Verhältnis zwischen den Preisen

schachern (sans marchander") zur Verfügung Finanzvertreter für Presse stellen. Drah!et Ein­willigung. Lenoir ist abwesend. Gesandter wünscht weitere 300 000 Franken für direkte Verteilung, ohne dah jemand außer ihm je die Ramen erfährt."

Mitte 1912 ist der Gesandte Isvolsky der äleberzeugung, datzder Entscheidungspunkt end­lich erreicht" sei. Es handelt sich um die erwartete neue internationale Krise". Er selbst übe bereits

tershain. Allendors a. d Lda., Rcmnenroth, Har­bach und Obbornhofen. Schafräudr zu Del ers- hain. Dienstnachrichten.

Die kantiger.

Roman von Hermann Stegemann.

Als er nach ihr gefragt hatte, war alles ihr abgefallen, was sie bedrückt, gequält und aus dem Gleichgewicht gebracht hatte. Es war tote ein grotzes Vergessen über sie gekommen. Der Abend schloß den Dag. der vor achtundvierzig Stunden vergangen war, was dazwischen lag. war

Sie wartete bis zehn älhr nachts.

Da fuhr sein Automobil mit auflcuchtenden Lichtern über den dunklen Markt. 'Diesmal ging sie ihm nicht entgegen. Sie entlief in ihr Zimmer und fließ den Riegel vor. Das geschah nicht aus äleberlegung, sondern aus elementarem 'An­trieb. Sie hörte, wie er von ter Haushälterin mit eifriger Rede Empfangen tourte, hörte die schweren Schritte des .Hausburschen, ter den Kof­fer hereintrug, aber die Stimme uird den Schritt des Vaters unterschied sie nicht. Sie satz gespannt lauschend, obwohl sie ein Buch vom Tisch ge­griffen hatte und .sich damtt selbst zu betrügen suchte. Endlich klang unter ihr, in ter kleinen Stube, wo sie morgens und spät abends zu sitzen und tten Imbiß zu nehmen pslegten, das Echo seiner Worte. Sie erhaschte ihrer Ramen. Sonst nichts.Die Ens" hatte sie vernommen. Es war wie eine Frage gewesen. Da stand sie auf und ging hinunter.

vor sich ...... . .

auf als nötig, öffnete noch ein paar Briefe, las. ohne den Inhalt in sich aufzunehmen, und begab sich dann in sein Schlafzimmer. Als die schwere Eichentür hinter ihm zufiel und die Kühle des düsteren Raumes an ihm niederrann, atmete er erleichtert auf. Er machte das einzige Fenster auf und lehnte sich an das eiserne, von Rost zerfressene Geländer. Von der Felswand, die hier auf Armeslänge an die Hausmauer herantrat, strömte feuchte Kälte zu ihm herein und strich kühlend über seine heiße Stirn.

Es war ein älntoohlsein gewesen, weiter

Die größte Schwierigkeit sieht er von feiten glieder der LMtdwirtschaftskammer waren an­der Sozial-Radikalen voraus, die einem jeden wesend. Hierauf wurde Oekonomierat Hensel- Kriege, hauptsächlich aus Börsen- und Ge- Dotzelrod einstimmig zum er st en Dor- schäftsgründen, aber ganz besonders einem sitzenden gewäh ft. Oekonomierat Hahn Kriege, ter seinen Ursprung am Balkan nimmt, begrüßte die Reugewählten und führte in einer abgeneigt sind. Diese Partei hat sehr fähige Ansprache aus. daß Landwirtschaftskammer und Köpfe, Caillaux, Herrrot, Painleve, verfügt Regierung zum Wohle des Staates zusammen­über eine beträchtliche Anzahl Abgeordneter und arbeiten möchten: durch gegenseitige Aussprachen

Rach einer Viertelstunde zerflatterte das Ge­spräch, und Agnes zog sich zurück.

Dantiger war überzeugt, daß es ihm geglückt war, seine Schwäche zu verbergen. Der Gedanke, daß seine Absicht zu gut gelungen und datz Ens die (Spuren ter Erschöpfung anders deuten und in ihrem weiblichen Empfinden verletz«

Sie wußte ihm nichts zu sagen, term der Bau­meister hatte seinem Telegramm keine 'Rachrtcht mehr folgen lassen, und die Post enthielt ntchts Dringendes. r . . ,,

Der Tag gehörte ihr. Sie tourte ferner ntcht froh fand auch im Haus, an ter Musik und am Tennisspiel keine Freute, fühlte sich aber in dieser gleichgültigen Stimmung wohl. Gegen Abend l.b e sie auf. doch als ter Vater nicht mit dem Schnell­zug aus dem älnterland eintraf und die Zeiger rückten toich die Erwartung verhaltenem Trotz. Ein Anruf des Bruders, der sie bat, dem Vater sofort miteuteilen, datz.das Syndikat ter Ober­länder Danken beschlossen habe, die Finanzierung der ersten Daustufe ter neuen Dahn zu über­nehmen, lietz sie kalt.

Freust du dich denn nicht für den Dater? rief Lenz. , ..

Ich weiß nicht..antwortete sie abweisend.

Ich habe gehört, datz ihr lustig tratet gestern abend," tönte es zurück.Du hast ja recht, sei lustig, du lebst viel zu viel im Vater, und es ist Zeit, datz du dein Lämpchen für den Auserwählten zurechtmachst. Du kannst ja kein inneres, watees Interesse für unsere älnternehmungen haben, son­dern fühlst dich nur durch den Vater zu ihnen durch'

Wie kommst du darauf, Lenz?" fragte sie betroffen, beinahe gekränkt.

Ich komme gar nicht auf so ausbündig feine Unterschiede," antwortete die Stimme des Dru- ters lachend,es steht wörtlich in Jörgs letz­tem Brief."

Ach, Jörg!" stieß sie geringschätzig hervor; aber das Wort ging ihr nach und verfolgte sie. während sie auf den Vater wartete.

Er ging aufgerichtet und zum ersten Mal selbst posierend in seine Stube, trat fester

Zuerst einige Auszüge aus einem 9 Seiten langen Briefe von 1909 des Russischen Gesandten zu Paris Isvolskh an das Ministerium. Man traut kaum seinen Augen, wenn man hier, fünf Jahre vor dem Ereignis, bereits alle einzelnen Phasen des Verbrechens von 1914 kaltblütig er­wogen und auf ihre Dor- und Rachteile geprüft «M. '

Paris, 16. März 1909.

Die politischen Eindrücke hier sind alles xmterre als rosig: Man beobachtet die Funken eines Weltbrantes in der Haltung Serbiens, die von österreichischen Militärs und Imperia­listen als unerträglich betrachtet wird. Man ftrfyt bereits die österreichisch-ungarische Armee tn Belgrad einrüden mit ter Folge eines Gue­rillakrieges in dem serbischen Berg lande, einem Aufstande in Bosnien-Herzegowina und der Erhebung Böhmens. Als weitere Konsequenz die Mobilmachung der russischen Armee, die Abschiebung einiger Armeekorps nach ter öster­reichischen Grenze, um unseren Protesten den g^ührenden Rachdruck zu verleihen, Deutsche land, das diese Maßregeln durch gleiche Mobi­lisierung an fernen beiden Grenzen zu Ost und West beantwortet, Frankreich schützt seine Ostgrenze, während England seine Panzerflotte nach ter Ostsee schickt.

Die Französische Regierung ist sich ihrer uns gegenüber eingegangenen Verpflichtungen voll bewußt und wird, in demselben Augenblicke, in dem die Russische Rationalehre in Serbien gegen Oesterreich verpfändet ist. ihre Aufgabe erfüllen tote aber wird sich die Bevölkerung Frankreichs verhalten? Wird sie mit Genug­tuung den Frieden durch Serbien kompromit­tiert sehen und als dessen Folge den Krieg mit Deutschland? . . .

ihn dieses Resultat terBevölkerung Frank­reichs" mundgerecht zu machen, ist eines unbedingt notwendig: Die systematische, machtvoll organi­sierte Beeinflussung ter öffentlichen Meinung durch deren Hauptorgan, die Zeitungen. Isvolsky trägt uns das Ziel und die notwendigen Mittel mit dem Krtegsmute des Zivilisten fröhlichen Her­zens vor:

Es hantelt sich darum, die Zeitungen, welche ter kriegsfreudigen (belliqueuse") Po­litik Pvincares feindlich gesinnt sitri», zu neu­tralisieren, indem wir ihr Stillschweigen bezah­len und den Krieg vvrbereiten."

Davidov, Abteilungschef im russischen Finanz­ministerium, reist hn Auftrag Sasvnovs am 29. «Oktober 1912 nach Paris und drahtet sofort nach Ankunft nach Petersburg:

Resume meiner Besprechung mit Poincarö und dem (russischen) Gesandten toeiteren Kredit 300 000 Franken für rasche Presseintervention, sobald solche nottoenbig. Dies ist vernünftig, und ich akzeptierte ad referenöum Ew. Exzellenz. Pvincare wird morgen mit Lenoir (ter fran­zösische Vertrauensmann ter Russen) die Orga­nisation dieses Dienstes fertigstellen."

Davidov.

Am 30. Rvvember 1912 telegraphierte Raf- salovitch der ständige Vertreter des russischen Fi- nanzministe-iums in Paris, nach Petersburg:

(Russischer) Gesandter hier sehr pessimi­stisch, beurteilt allgemeine Lage sehr düster, befürchtet Möglichkeit Besetzung serbischer Hauptstadt infolge Weigerung Llnterschrift zu Vertrag, ter Vernichtung politischer Unab­hängigkeit Königreichs bedeute. Kaiser!. Ge­sandter ist ter Ansicht, Kreditsaldo ohne zu

Archives politiques

Als Folge ter Zuschrift Ew. Exzellenz vom 8./21.Iuli iRr. 348) habe ich nicht versäumt, Ihren Vorschlag und den Bericht Ihrer Unter­redung nach Einholung der Ansicht des Mini­sterpräsidenten im Kabinetts rat unter dem Vor­sitze Seiner Majestät zur Kenntnis zu geben. Es gereicht mir zur hohen Freute, Ihnen mit- teilen zu können, datz nach einigen wvhlbegreif- lichen Zögerungen (quelques h?sitations bien cornprehensibles), Seiner Majestät das Ver­langen des Präsidenten der Republik in Sachen ter von uns ter Presse zur Verfügung zu stellenden Summen genehmigt wurde. Herr Staatsrat Davidov wird zu diesem Zwecke so­fort nach Paris mit weitestgehenden Instruktio­nen abreisen. Sasonov.

Am 19. Rvvember folgt ein Bericht tes Ge­heimrats Raffalovitchs mit 14 Schecks im Gesamt­beträge von 410 000 Franken und zwar an: Le Radical (2. Rate) = 120 000 Fr., La Lanterne = 35 000 Fr., Le Figaro = 25 000 Fr., Le Temps = 50 000 Fr., La Libre Parole = 80 000 Fr., L'Aurore (2. Rate) = 45 000 Fr., Le Gaulois = 25 000 Fr.. La Liberte = 30 000 Fr.

RichtS ist jetzt mehr dem Zufall überlassen, ter Erfolg ist sicher. Rur ein einziger Wider­stand ist zu befürchten: Rach ter französischen Verfassung kann ter Krieg nur im Einvernehmen von Deputiertenkammer, Senat und Etekutiv? er­klärt werden. Durch einen flagranten Verfassungs­bruch wird auch dies verhindert. Isvolsky und

Neue russische Geheimdokumente über die Kriegsschuld.

Don Konsul Dr. Charles L. Hartmann.

dpk Der 'beute in Rußland herrschende Sowjet hat fernen Grund, die Geheimnisse ter früheren Regierung zu ver-bergen und öffnete ter Allge- memheit die unerschöpflichen Archive ter verachte- denen Ministerien zu Moskau und Petrograd Es ist die erste Regierung, die derart mit ten t®c= i flogenheiten der Geheimdiplomatte gebrochen hat unb das Ergebnis, namentlich inbezug auf die Vorgeschichte tes Krieges und die Frage der Schuld, ist von ungeahnter Tragwerte. Don der gründlichen, ein für allemal gefestigten Aufklä- rung dieser Frage hängt die friedliche Zusammen­arbeit ter Rationen, die Zukunft unseres Erd­teiles ab. i

Die jetzt an das Tageslicht kommenden, bisher gänzlich unbekannten Dokumente beweisen ohne jede Möglichkeit ter Einrede, wie von einer kleinen aber sehr rührigen Clique in Frankreich und Rußland diescheußliche Käuflichkeit" ter fran­zösischen Presse (so nennt sie ter Außenminister Sasanow), benutzt tourte um in vorbedachter, langjähriger Kleinarbeit den Weltkrieg zu ent-

Zeitungen. könnte viel erreicht werten.

Herr Poincarß glaubt mit mir, datz für Der neugewählte 1. Präsident der Landwirt- diesen Zweck ein sehr großes Opfer unsererseits fchaftskammer, Oekonomierat Herr se l- Dotzel- nottoenbig ist. Ich wage kaum, den Betrag an- rod, hielt hierauf eine Ansprache, in der er zugeben: 3 000 000 Franken, wovon 250 000 Fr. u. a. ausführte: Ich danke Ihnen für das be- a klein für ten Radical, Organ des Senators trief en e Vertrauen und nehme die Wahl an. Ich Perchot. will nicht näher auf unsere traurige Lage ein=

Wenn wir in Betracht ziehen, dah die tür- gehen, Gewerbe unb Industrie werten geschützt, die Landwirtschaft ist vogelfrei' das ist ter heu-

anderen wirksameren Druckmittel Gebrauch zu machen". Zu welchem Zwecke? Er erklärt dies in seinem Berichte an ten Außenminister über seine ilnterrebung mit Pvincare vom 21. Juli i 1913 (Ar. 348): HaUptvevsaMMMNg

Don dieser ^nt^redung gewann ich die LaNdwirtschaftsKaiNMer.

Heb Erzeugung, datz Herr Poincars m jeber r ,, .

Beziehung mit uns eitrig geht und den Zeit- I Darmstadt, 22. Mai. (Erzener Bericht.)

punkt endlich für gekommen hält, die hundert- Heute, Donnerstag, um 12^2 älhr, eröffnete

jährigen Ziele unserer traditionellen Politik Oekonomierat Hahn- Heßloch die n e u g e - (ä r&riifer les aspirations feculaireS) zu ver- I wählte Landwirtschaftskammer mit wirklichen und damit das europäische Gleich- einer Begrüßung ter Mitglieder, ter Vertreter gewicht durch die Rückkehr ter entrissenen Pro- der Regierung und tes Ehrenmitgliebes, des vinzen Elsatz-Lvthringen wieterherzustellen. Geh. Hofrats Prof. Dr. Wagner. 42 Mit­

gepatzt werten.

5. Gegen die m ter Landwirtschaft bestehende große Kreditnot muß Abhilfe geschafft werden durch Gewährung von Darlehen in größerem älm- fange und in ausreichender Weise zu einem Zins­fuß, der es der Landwirtschaft möglich macht, das Geld in dxr Landwirtschaft nutzbar anzu- wenten. Die Voraussetzung hierzu ist ferner, daß ter Kredit nicht ein kurzfristiger, sondern ein langfristiger ist. Die Landwirtschaft seht ihre Erzeugnisse in ter Regel im Jahre nur einmal um, während untere Berufe und Gewerbszweige wiederholt die Betriebsmittel in ter Wirtschaft umzusehen in ter Lage sind. Aus diesen Grünten mutz ter Kredit für die Landwirtschaft ein lang­fristiger und ter Zinssatz ein niedriger sein. 'Die Landwirtschaft betrachtet es als eine älngerechtig- keit, daß, obwohl sie die Hauptsicherheit für die Rentenbank übernommen hat, sie mit Renten- banllrediten in so geringem Umfange versorgt wird. Sie vertritt weiterhin die Auffassurg, datz die Zinsspannung in Höh: von 7 Proz., welche die Deichsbank für die Weitergabe ter Kredite in Anspruch nimmt, viel zu hoch ist. Unter ten heutigen wirtschaftlichen Verhältnissen sollten kische Regierung fünf Millionen für Deein- I öie Landwirtschaft ist vogelfrei; das ist ter heu- I nach Möglichkeit alle Ztorschenftellen ausgeschalle ftussung der französischen Presse aufwand, selbst tigen Staatskunst letzte Weisheit. Ich rechne in werden. Es konnten deshalb dre Kredite der einen ter allerersten Schriftsteller kaufte, wenn allererster Linie auf Ihre Mithilfe und Anter- Rentenbank direkt an tee

wir ferner erwägen, wie unbeteutend ein solcher stühung, inerter stütze ich mich auf die bewährte nvssenschaftskasse ausgegeben weroen, so baß mi - Detraz gegenüber dem damit näherzukommen- Kraft unserer Beamten, an deren Spitze be- destens. die ^rnsspanire bon 7 tee tjeiiw ten weltverändernden Ziele ist, so werten Sie sonders auf die Mitarbeit unseres verdien- tee Rerch^ani für sich tn Anspruch nimmt, er­es vielleicht übernehmen, diesen Vorschlag zur ten geschäftsführenden Direktors, auch erwarte spart tobten könne. .

ungesäumten Bewilligung dem Ministerrate zu ich im Interesse unseres Berufsstandes eine rege 6. Der vielfach Eseittgen die landwirtfchaft unterbreiten. ilnterftüßung und Mitarbeit unserer Ausschüsse ließe Prtemktlvn außerordentlich hemmenden und

Ich schlage vor, diese Subsidien wie früher in den Provinzen, ferner hoffe ich auf tee Unter* schädigenden von mangelndem \terflartoiiiS fur auf Monatsraten zu verteilen, um ter Willig- stühung der hessischen Regierung: ich erwarte von landwirtschaftliche Verhältnisse Scugew.en Recht- teit ter Zeitungen in jedem Augenblicke sicher ihr, daß sie sich bewußt wird, welch wichtigetz Wrechung ter Wuchergerichte und ortentlichen zu fein. Ich halte es ferner für vorteilhaft, Faktor die Landwirtschaft im Staate ist. Jeden- Gerichte in ter Bestrafung tron ßantenirten für diesmal nicht Lenoir sondern Laffon zu be- falls wird es mein Bestreben sein, in gutem Em- kleine Vergehen ist entgegenzuwirkem nutzen. Laffon, ten Sie ja Wohl in St. Peters- vernehmen für die Belange ter Landwirtschaft 7 5he UtMcn ter_uiLcr CRegel bürg zu beurteilen Gelegenheit hatten, scheint mit ter Regierung zusammen zu arbeiten, besonders aber in d^sem Jahre in großem ^Im« mir^ außerordentlich gewandt. Gr hat auf ten Durch die politischen Verhältnisse haben sich fange auf tretenten Hefcerf et tixmmungen - "bieten Matin", dessen Finanzdirektor er war, sowie freie Organisationen auch in ter Landwirt- Gebieten SeHenS fo ^a _un Caufe ter Rtoda. die großen Tageszeitungen einen sehr bedeuten- schäft gebildet. Die bedeutendste Orga- tenigesamte'n Ried einsch retzlich ter Main-Reckar- ten Einfluß Isvolsky. nisation ist ter Hessische Bauernbund. Ich werte Bahnlinie, ferner m dem Gelantedreieck ter

Dieser Vorschlag wurde von dem Außen- mich bestreben, stets mit ihm für die hesft- Rhemnieterung die ©emmben Jackenhemy Do Minister im Einverstwidnis mit dem Ministerpräsi- sche Landwirtschaft einzutreten. Ich hoffe ater tenheim Laubenheim sind durch entsprechende tenten Kokvvtsev in einem Kabinettsrate unter auch auf gute ^sammenarteit mit ten übrigen möglichst sofort zu ^^Ne^R^tznahmen zu Vorsitz tes Zaren besprochen und das verlangte Organisationen. Daß wir m der heutigen Rotlage beheben. Hiermit wurdengroße , Flacten nutz- G^ltepfer um damit die öffentliche Meinung in auch in ter Landwirtschaftskammer sparen muffen, baren Lantes gewonnen oder in ihrer Ertvaas- Frankreich im Sinne tes Krieges zu bcernflussen, ist für mich ein Gebot ter Stunde. Wir Haben von fahlgkeit sichevgestellt. bewilligt. ter alten Kammer feine Schweizerschuld zu über- .-----------

Nr. 2155 Strengstens geheim nehmen, die Schuld welche sein^zeit soviel tzM AmtsVerkÜttdigNNgsblatt.

Chancellene du Minist^re ©taub auftowtelte, ist ateetragen. Webner , Das Amtsverkündigungsblatt

- - I Qn n Nir/i 11Vrfwi FfÄ fYTTTrmeT* n f1) n l t Olr 34 vom 20. Mai enthält: Tagung des Pro-

Landw-iilschaftskammer, des Geh. Rats Walter, , . '. onvr^rrynpfo für ten

und sprach dem Oekonomierat Hahn ten Dank ^öraltags. ^Äss»n-^?nist)adt Wahl * s KflstSÄ«

s»»ääässs Sss~sx»s Wahl durch ZuwsWid-r'p.mch ^h°k> d.vch | i> SM.. OtonnStx Har.

Stimmzettel iibgcßimmc. Oekonomierat Hahn tourte mit 31 Stimmen Mehrheit gewählt. Zum

Poincars kommen überein (Dokument Rr. 1623 vom 15. Dezember), daßim Augenblicke ter Ent­scheidung diese von den drei kräftigen Persönlich­keiten, die an ter Spitze ter Regierung stehen, Pvincare, Millerand, Delcasse, mit Ausschaltung aller verfassungsmäßigen Formen, getroffen wird.'

Es ist unmöglich, in dem beschränkten Raume eines Zeitungsartikels diesen jetzt zur Verösfent- ... ____ _______ lichung kommenden Dokumenten gerecht zu wer-

feinen persönlichen Einfluß auf denTemps", den. Ich muß daher teil Leser auf das in einigen Matin",Petit Parisien" und svnsttge Zeitungen Tagen erscheinende Iunihest terDeutschen Rund-