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Zweites Blatt

Nr. 249

Mittwoch, ?2. Gttover 1924

Gietzener Anzeiger (Ernerri-Anzeiger für Gberhelfen)

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aber dort aus den Bergen des Rif erwarten sie I symbol pemlich, doch man kannte lagen das) Lin

Ruhm und Befreiung. Symbol gegen frevelhaften Missbrauch f*

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Turnen, Sport und Spiel.

Sportwende.

Die jvarme Jahreszeit ist vorbei, und wir sind schon wieder mitten drin in den wetterunbe-- ständigen Wochen, die zum Winter mit seinen kurzen Tagen überleiten. Wenn die Blätter fallen, dann tritt auch im Sportleben alljährlich ein Wen­depunkt ein. Die Turner ziehen sich in ihre Hallen zurück. Das Geräteturnen wird wieder mehr als im Sommer gepflegt. Wetturnen und Muster­riegen werden vorbereitet und eifrig dazu geübt. Aber auch die Leichtathleten sind gezwungen, mehr als ihnen lieb ist, die Halle aufzusuchen. Läufer, Springer und Werfer sorgen dort durch geeignete Hebungen dafür, Daß die Glieder ge­schmeidig und krättig bleiben. Zu diesen Hebun­gen gehört bei ihnen neuerdings auch das Turnen, vielfach in den modernen Formen, wie sie Dr. Bode, Laband, Riels Dukh und andere erdacht haben. Hallenspvrtfeste, ein notgedrungener Er­sah für die sommerlichen Werbeveranstaltungen, geben Gelegenheit, auch im Winter die Kräfte im Wettkampf zu messen und für den Sport zu - werben Auch die Schwimmer müssen ihren LIebungsbetrieb in die Hallen verlegen. Recht schlecht daran sind oft aber alle die Vereine an Orten, wo cs 'ein Winterbad gibt Es ist (in trau- riges Zeichen für die Rückständigkeit leider noch recht zahlreicher Städte, Daß sie nicht einmal ein Schwimmbad haben. Die Ruderer und ebenso die Segler ziehen jetzt ihre Boote in die Bootshäuser, üben im Kasten und lassen die Geselligkeit, die durch das harte Training im Sommer allzusehr zurückgedrängt worden war, wieder mehr zu ihrem Recht kommen Die Plätze der Tennisspieler ver- öden mehr und mehr. Die Größen des Schlagers

c Verlosung de Montag, dv bon 9-11 H (genommen, t? 1 zu ersehen fin! )ber 1924.

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Doch verhält es sich anders mit dem. was sich jetzt unter unseren Augen wiederholl Hal? Verbindet nicht eine innere Linie die Arbeit jener für Frankreich arbeitenden Deutschen, de ich damals auchdeutsche Republikaner" nann­ten, mit den Diensten, die das sogenannt-, Reichsbanner S ch wa r z - R ot - G 0 l d" den PiDpagandarcdnern Frankreichs leistet? Man mühte beide Augen ver chliehen. um die Ver­wandtschaft der Gesinnung hier unD dort nicht u sehen. Dies ganze Treib.n, Das sich heute mit den Farben der Republik deckt, stellt eine Be­wegung dar, wie sie sich die Feinde Deutsch­lands nur wünschen können, und in der Tat bringt ihr Frankreich sein ganzes Wohl­wollen entgegen.

Wie sollte es nicht! Das Versailler Diktat leitet alle gegen Deutschland gerichteter De tim- mungen aus der Kriegsschuld Deutsch­lands ab, welche es als erwiesen hinstellt. Jedem Versuch, die unerträglichen Lasten durch moralische Einwirkung, also friedlich zu milde.n, ist damit der Weg gewieen: Untersuchung und Klärung der Schuldfragei Gerechtigkeit an Stelle der Gewalt!

Jetzt kommen französische Propa­gandisten nach ' Deutschland, können in öffentlichen Räumen auftreten und erklären: Deutschland hat die Schul? f rage ruhenzu lassen I Der preußische Militarismus hat den Krieg verschuldet! And als Schutz­parade umgibt den Franzosen das Reichs­banner Schwa rz-Rot-Gold und der Bei­fall dröhnt. Schwarz-Rot-Gold jubelt dem Fran­zosen zu, der hier in Deutschland vor Deutschen die Schuldlüge wiederholt.

Aber nicht genug damit. Der Franzose soll den Triumph haben, auch in Potsdam zu spachen. Es mach! gar keinen ilnteif j>ieD, ob man Republikaner oder Monarchist ist. man braucht nur schlechthin Deutscher zu sein, so m ß man fühlen, was dies bedeutet Man kann als innerlich Deutscher nur ein De hättnis zu Potsdam haben, hier ist für Deutsche nur Ehr­furcht vor-der großen Tradition mög­lich. Hier lebte der Geist, der in einer Zeit des tiefen Zerfalls deutscher Macht einen neuen Mittelpunkt deutschen We.dens schuf Hier wur­den die Grundlagen der neueren deutscher Ge­schichte gelegt. Ohne den Geist von Pots­dam kein großes Preußen, keine deutsche Führung, kein Deutsches Reich. Was für den Engländer die Westminster- abtei, für den Franzosen das Panthron ist, das und noch mehr ist für den Deutschen Potsdam.

Schwarz-Rot-Gold führte den Fvanzosen nach Potsdam. Schwarz-Rot-Gold umgab ihn als Schuhgarde. Schwarz-Rot-Gold jubelte ihm zu.

Wir wollen nicht den Franzosen schelten. Er dient seinem Lande. Aber was sind das für Deutsche? ilnD wohin sind wir gek'mmcn, daß ein solcher Mißbrauch der Farben des Reiches möglich ist? Das Reich fordert Achtung vor seiner Flagge. Wir sind sie ihm schuldig, das ist feine Frage. Des Reiches Hoheitszeichen mag be­schaffen sein wie es will, ihm gebührt unsere Achtung und mehr: unser Leben, wenn es gilt. Aber wenn das Reich eine F.agge hat, so muß es sie rein halten. Achtung vor den Farben des Reiches I Das gitt auch für die, welche das Reich regieren. Hier sind die Retchs- farben geschändet.

Das sogenannte Reichsbanner soll die Re­publik schützen. Es ist nicht möglich, der Republik schwerer Abbruch zxa tun, als es hier ge­schehen. Auch die Republik kann und will ein Staat sein. Staat ist Macht nach innen und außen. Aber es ist schlimm für einen Staat, dessen offizielle Stützen den Anspruch der Macht nach außen verneinen.

Dor der Dula Djomauria Niffia,

Von E. v. Tlngern-Sternberg.

Dula Djemauria Riffia ist der offizielle Rame für daS halb sagenhafte Gebirge des Rif, das sich, nur durch die etwa 30 Kilom.ter breite Meer­enge von der andalusischen Küste getrennt, wild und unzugänglich an der Rordtüste Afrikas erhebt. Ettoa 300 Klm. lang, bei einer durchschnittlichen Tiefe von 50 Kilometer, ist d-teses Gebirgsmassw, dieses Land der Kabylen, im Saure der Iah - Hunderte und Jahrtausende niemals unter fremde Botmäßigkeit geraten; selbst die alten Römer, die die Alpenwelt beherrschten und Albanien be­zwangen, drangen nicht in das Risgebiet ein, sondern ließen es unbehelligt rechts liegen, wenn sie auf der historischen Heerstraße, die zwischen dem Atlas und den Ausläufern des Rifs dahin- führt, an den Ozean oder nach den reichen Ko­lonien in Jberien zogen. Auch die Sultane von Fez und Marakesch. di? durch Iah.Hunderte unumschränkte Herren über Leben und Tod ihrer Untertanen in Marokko waten, waren im besten Falle im Rif nur Herrscher auf geistigem Gebiet und mußten es sich oft gefallen lassen, daß ihnen die Kabylen des Beled et Siba den Tribut verweigerten. In Wirklichkeit gehör! das Rifgebiet auch nur geographisch zu Ma­rokko, seine Bewohner unterscheiden sich in Sprache und Gewohnheiten beträchtlich von den Mauren. Sie sind Derber und halten sich selbst für die Rachk ommen der Vandalen; ihre Haut­farbe ist weiß, wenn auch durch den Sonnen­brand und das Leben im Freien stark gebräunt.

Der Ducht von Alhucemas gegenüber, in Adjir, hat Abd el Krim ben Kitabi fein Feldlager aufgeschlagen, dort hat er den Freistaat des Rif ausgerufen, Lei er nun schon fast vier Jahre in meist siegreichen Kämpfen gegen die Spanier verteidigt. In einer einfachen, ßeltartigen Hütte, vor der eine den Spaniern ab­genommene Kanone aufgestellt ist, tagt Der Kriegs­rat der Rifkabylen in Permanenz. An ihrer Spitze steht als fast unumschränkter Herrscher, als Haupt des Clans der Kitabi, Abd el Krim. Er ist ein angehender Fünfziger mit ruhigen, würdevollen Bewegungen und mit fast freund­lichen, klugen Augen, die durchdringend unter dem grünen Turban, den er als Hadsch, als Mekka­pilger trägt, hervorblicken. Wir alle Rifkabylen ist er ein geborener Krieger und ein unübertroffener Schütze und Reiter. Die nächsten Berater des Kabylenfürsten sind fein Bruder Muley Muhammed, ferner sein greiser Onkel Abd es Satan, auch ein Mekkapilger, der das fanatisch muhammedanrsche Element im R'skriege vertritt, Abd' et Krim brn Zian und Ci Mohammed Azarkane. Alle fünf sind Mit­glieder des mächtigen Clans der Kitabi, so daß es eigen nich diese prinzliche Familie ist, die den Kampf gegen Spanien und für die Un» abhängigkcit ihres Landes aufgenommen hat. Sie wird allerdings von verwandten C4c»nS, wie z. B. von dem benachbarten von Beni älriaghel und einigen anderen mehr, tatkräftig unterstützt. Waffen und Geld liefern ihnen englische und französische Firmen, die zum Schaden Sparriens einen blühenden Schmuggel mit den Rifkabylen betreiben.

Der Gefahrenbereich beginnt heute bei Tetuan. Vorgeschobene Posten, die mit Proviant und namentlich mit Wasser zu versehen den Spaniern viel Mühe und Blut kosten, rücken in die Berge. Die Heeresleitung versucht jetzt ihnen durch Aero- plane Konserven und Säcke mit Eis zu kommen zu lassen, die aus der Höhe herabgeworfen wer­den, aber die Flugzeuge werden häufig abge­schossen, auch ist das Fliegen in der wilde r Drrg- landschast oft eine älnmvglichkeit. Teuai ist der Endpunkt der Dahn und der Sih des Oberkom­mandos Über die dort konzentrierte spanische Feldarmee von etwa 120 000 Mann, die aber keine Dewegungsfreiheit hat und sich nicht in geschlossenen Kolonnen in die wilden Schluchten der Risbevge wagen darf, da sie. kaum daß sie einen Engpaß betritt, von den Höhen mit Gra­naten und V!aschinengewehrseuer niedergemäht wird. Auf den engen, unwegsamen Maultierpfa­den, die über die Pässe führen, lauert hinter jedem Felsblock ein Feind; so müssen denn die spanischen Truppen Wunder an Tapferkeit und Llmsicht vollbringen, um an der Ostfront einen Erfolg zu erzielen.

Tetuan ist eine alte Piratenstadt, die schon manchen Sturm auszuhalten hatte. 1860 wurde sie zum Teil zerstört. Heute sieh! se mit ihren weißen, hellrosa und hcllb.auen Häusern, mit den flachen Dächern, auf denen die vermumm­ten Gestalten der Frauen hin und her huschen, mit engen und winkligen Gassen wie ein ver­steinertes Märchen aus Tausend und einer Rächt aus. Lieber den versteckten (Sorten und über den Patios mit den marmornen Springbrunnen und den Rasenflächen vagen h>ch in freu heißen Him­mel Dattelpalmen. Die Sonnenstrahlen brennen wie Feuer. Tetuan ist keine richtige Derberstadt. Den Hauptteil der Devölkerring bilden die Mau­ren b. b Die mit spanischem Blut gemischten Araber die sich heute kaum mehr durch kriege­rischen (Siter auszeichnen, deren Sympathien a er voll auf feiten der kämpfenden Bruder im Rif liegen die sie auf Schleichwegen mit Rachri ch'en und 'Waren versehen. Wenn Die schmetternden Fanfaren De8 spanischen Militärs zum Marsche rufen, so blicken Die Männer finster zu Boden Und murmeln unverständliche Flüche, und wenn dann von Scheschuan her dumpfer Kano^i- donner grollt, fo wird auf einen Sieg von Aed el Krim gebaut. Richt etwa, daß die Mauren die Spanier Haffen, denen sie viel verdanken;

Schwarzrotgold.

Eine Betrachtung von August W i n n l g.

Die Farben allein tun'S nicht. Die wirknngs- vollsten Töne geben noch kein Symbol. Es kommt immer auf Den Geist an Als Di? Deutsche Repu­blik die alten Durfchenschastlerfarbea erwählte, glaubte sie einen guten Griff zu tun. Sie erinnerte daran, daß einst Die begeisterte Deutsche Jugend unter SchwarzrotgolD für das einige Groß Deutsch­land gekämpft hatte. Ganz gewiß hatten diese Farben eine Tradition und wahrlich keine schlechte. Als enger dynastischer E gennuh den Weg zu nationaler Größe versperrt , empörte sich der heiße Wille der geistigen I -gond der zu deutscher Einheit, F eiheit und Größe strebte De setzte das Vaterland über die Landesväter und setzte Den Dutzenden von Landes, arben das schwarzrotgoldene Darrner entgegen Da w rden diese Farben ein Symbol, ein Symbal D s deut­schen Schmerzes und *d s Deutzen Stolzes, der deutschen Lieb' und des deutsche! Hasses, aber immer ein Symbol des Willens zu na­tionaler Gröhe Es war Schwarzrot­goldener, Der das LieD Der Deutschen dichtete Deutschland, Deutschland über alles!

Der Wechsel von Schwarzwe hrot zu Schwarz- rotgold hätte einen guten geschichtlichen Sinn haben können. Gr hätte gerechtfertigt wer­den können durch die Tat. Roch haftete diesen! Farben Der große deutsche Gedanke an. Die Fürsten, an denen seine Verwirklichu-'g einst, wenigstens äußerlich, gescheit:rt war. waren ent­thront und machtlos im Exil Jetzt war zu seiner Verwirllichung, Die von der Stimmung d.s Volkes gefordert ward, nichts weiter notig als das Herz zur Tat. Aber das hatte die Republik nicht Sie Ditte ein schwaches Herz, und sie wagte es nicht, das E.tei zu schmie­den, solange es heiß war. Sie wartete und horchte nach Paris, und sie unterließ aus Schwachheit, sich wenigstens diesen einen ge­schichtlichen Sinn zu geben.

Doch schon vorher war ein Schatten aus Schwarzrotgold gefallen. Daran trugen Die. welche diese Farben wählten, gewiß k tne Schuld, und sie wußten es vielleicht nicht einmal. Aber es ist doch eine Tatsache, daß Di e Deutschen De­serteure in der Schweiz und in Holland, d e Greiling und Stilgebauer und die spä­teren F ihrer Der rheinischen Separatisten. Die, während Die deutsche Ration auf Tod und Leben rang, für französische F anken gebens Deutschland sudelten, dies, Schwarzvotgold als Iihre Farbe in Anspruch nahmen und viele ihrer Verräterschriften in Schwarirot­gold erscheinen ließen. Das ist für dies F^rben-

1 I pflegen der Ruhe oder ziehen nach den südlicheren ge- | Gegenden, um den Ball übers Retz zu jagen. 3n anderen Ländern hat man längst große Hallen, in denen auch im Winter Tennis gespielt werden kann. Deutschland ist hierin noch weit zurück; die wenig vorhandenen für diesen Zweck geeigneten Räume genügen längst nicht Dem Bedürfnis. Besser haben es die Fechter. Die Boxer und Die Schlverathleten. Ob in der Halle oder im Freien ist für ihre Sportzweige ziemlich gleichgülttg. ja fast möchte man sagen, daß ihnen Der Winter mehr Anhänger bringt als die warme Jahreszeit.

Zu Abd el Krim in das Feldlager pilgern die Heldensänger und Märchenerz al­ler. Dort fingen sie ihre guttuoal rhtzttnn scheu Weisen und begleiten sie mit der Kameidja und dem Tar. einer Art von baskischem Tamburin. Die Fürsten des Clans sitzen in ihren Zelten mit untevgeschlagenen Deinen auf kostbaren Teppiche ' und lauschen andächtig und träumend den Liedern, den neubet ghrrnala. die ihnen von den Helfen- taten vergangener Zetten, von der Herrlichkeit der Kalifenhnnschaft der Onrojaden in Granada. Sevilla und Cordova berichten, oder den ncqlabat, das sind bachttchr Liebeslieder Ernst und würde­voll. in einen schneeweißen Durnus gehüllt kommt Dann Der Märchenerzähler, ähnlich wie Die alten Darden, In das Kriegs lager. Ka e nzen betonend, erzählt er Begebnisse von Kalifen und Djins. Die rauhen Zuhörer scheinen gar nicht an seinen Worten zu zweifeln, sondern sie erleben das Mär­chen mit ihm.

In Qllalaga, in Cadiz und in den anderen Hafenstädten Spaniens, werden Die Transporte gesammelt, Die a l s Verstärkungen nach Marokko herübergeschickt werden. Alle die jungen Burschen mit Blumen im Kn-pfloch, dir, begleitet von ihren Müttern, Schwestern uiD Dräuten, singend durch die Straßen ziehen, müssen jetzt hinaus in den schrecklichen Kr.eg mit den Kabylen. an dem Spanien vcrb ut.t und von Dem es nicht frei zu kommen vermag Es ist das Jahrhunderte alte Schicksal Spaniens, mit Den Mauren kämpfen zu müssen. Die gelb-rten Fah­nen wehen. Der flotte Königsmarsch ertönt, und das Volk ruft: Viva! Cs liegt eine gewisse furcht­bare Romantik in diesem Rifkriege Es ist, als wäre es ein mitte la lterlicher Kampf, der jetzt freilich mit modernen Kr.egswafsen und nicht mit den krummen SarazenensäbAn zwi­schen Christentum und Islam ausge- fochten wird. In Spanien ist Die religiöse Bedeutung des Kampfes sehr lcbmdig. und man empfindet einen tiefen Schmerz Darüber, Daß es gerade die befreundeten christlichen Rationen, Frankreich und England, sind, deren Kauf­leute wegen 30 Silberlinge den Feind der Christen und Kämpfer Deä Islam mit furchtbaren Mord­waffen versehen. Ohne ihre Hilfe könnte Abd el Krim auf die Dauer keinen Krieg führen. Es ist vorläufig keine Aussicht, daß dem Blutver­gießen Einhalt geboten werden wird, und nie­mand vermag zu erraten, welche Entscheidung das Schicksal bergen mag. Während Europa von Menschenrechten und Frieden träumt, liefert es nach China und Afrika Kriegswaßen, schürt in Syrien und Arabien. Es ist bekannt, daß Abd el Krim mit einem Lächeln Der ileberlegenfjeit pon den Verhältnissen in Europa spricht und daß seine Sheaks nicht einmal Interesse für europäische Kultur zeigen. Sie, denen Himmel und Erde gleiche Wirklichkeiten sind, Lächeln aus ihrer ruhe­vollen Höhe auf unsere Zivilisation, auf Die wir so stolz sind, hinab.

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Wer aber glauben sollte, daß die sportliche Betätigung im Freien nun ihr Ende gefunden: hätte, der wird schnell eines Besseren belehrt, wenn er Sonntags die Spielplätze aufsucht oder einen Spaziergang duich Den Wald, eine Reife ins Gebirge m icht Faßbali und Handball, Rugby und Hockey treten jetzt ihre Herrschaft an. Den Dallspielern gehört Der Winter. In Tausende von Mannschaften eingeteilt wird in verschiedenen Klassen in Rundenspielen sestgestellt, welche Mannschaft Die beste ist. Jede strebt danach, sich möglichst weit durchzukämpfen bis zum Endziel eines jeden Vereins, den Meister zu stellen.

Nur starker Schneefall oder Tauwetter kön­nen die Dallspieler davon abhalten, ihrem Sport zu huldigen. Draußen im Wald aber tummeln sich die Läufer. In ihrem bunten Dreß streifen sie einzeln oder in fleinen Trupps kilometerweit durch den Wald, stärken Herz und Glieder und pumpen die Lungen voll mit köstlicher Luft. Gar mancher des Wegs kommende Spaz e ganger mag wohl verwundert diesem Treiben zuschauen, macht viel­leicht auch einr- spöttische Bemerkung. Wei aber selbst erst c'.nmal in ruhigem Tempolauf, un- beengt durch Kleidung und sonstige Hindernisse, durch Feld und Wald, bergauf bergab gelaufen ist, Der läßt kaum jemals wieder von diesexn Spott IlnD dann der eigentliche Wintersport! In unaufhaltsamem Aufschwung bogr fien, zieht er in seinen verschieDenen Arten immer ireitere Kreise in seinen Bann. Wo im Sommer der Kiel der Ruderboote das Wasser schn tt und die blendend weiße Leinwand Der Segel sachten sich im Wind blähte, da gleitet im Winter der Schlittschuh oder Der Segelschlitten über die spiege glatte Flache, in den Bergen zieht Der Schneeschuh seine Spuren, und Die Jauchzer und Warnrufe Der Rodlei ertönen. In immer wachsenDec Zahl sieht man hier unter den Spotttreibenden auch das weibliche Geschlecht. Daß die Jugend bei sol<E fröhlichem Treiben nicht fehlt, bedarf wohl kaum der Erwähnung So stehl der W nler mit seinen Epottzweig.n Lenea des Sommers in nichts nach. Wollte nur erst jeder erkennen, daß die Zeit, wo man glaubte, es sei am be ten Hutter Dem Ofen zu hocken, vorbei ist. Richt im Zimmer, fonDern in Der frischen klaren Schaeeiuft findet man Abhärtung und Gesundheit. Die Kall : b nnt, wer sich tüchtig regt und bewegt

1900-Gießen spielt in Göttingen unentschieden.

Allen Voraussagen zum Trotz konnte 1920 am Sonntag mit einem Punkt beladen die Heim­reise an treten. Die Gaul igamannschaft war dies­mal bei Der Spielvereinigung ©bttimge 1 zu Gast. An Kräfteaufwand und Energie ein Spiel ohne­gleichen. S-chvn nach etwa 10 Minuten führt 1900 2:0 und kann diesen Vorsprung bis etwa 25 Minuten vor Schluß halten. Da kam das Verhängnis. Ein weiter Schuh entgleitet dem Gießener Hüter, Der 3 Minuten später einen Strafstoß aus 30 Meter Entfernung beim Fausten verfehlt. Ein hartes Geschick für den im ganzen Spielverlauf h.rv01 ragenden Torwatt, zwei be­stimmt haltbare Bälle pa'sieren zu [affen Auf und ab wogte Der Kanrpf. Göttingen, durch die recht zahlreichen Zuschauer angefruert, hat jetzt etwas mehr vom Spiel, jedoch schei ern alle wohl­gemeinten Qlngriffe an Der vräch igen Gieße er Verteidigung Gießen k'mrnt zwi chrndurch immer wieter durch seine ich eilen Qlufe ifhirmer in ten Göttinger Strafiaum, aber U D rei er und unge­naues Zuspiel s wir das vorzügliche Können des Göttinger Torhüters verhindern jeDen weiteren Erfolg. Erst Der Schlußpfiff Des nicht besonDers befähigten Schiedsrichters machte Dem überaus harten Ringen ein Ende 1900s Gauligamannschast ist jetzt zwei Sonntage spielfrei und kann somit am 9. Rovernber frisch ausgeruht auf eignem Platze den ^Kurh slen" Kassel entgegen treten.

19003 2. Mannschaft spielte mittags auf eig­nem Platze gegen 04-Gießen 2. Mannschaft u"d unterlag 1:0. Der Schichsrichter pfiff irrtümlich Das Spiel zu früh an; 1900 noch nicht komplett, muß sich gleich zu Beginn Das einige und sieg- bringende Tor gefallen lassen und b.achte es noch nicht einmal ser'ig, einen gegebenen Elfme'erball zum Ausgleich zu verwandeln Dir 3. des Sport­klubs gewann gegen Spielveeinigung 3. 3:2 [Halbteit 3:0). Die 1. Jugendmannschaft 1900*8 war bei Der gleichen 04's zu Gast und konnte nach herrlichem Spiel 2 1 siegen. Rur zahlreiche VerteiDigung schützte Den Gastgeber vor einer Hz Heien Rieder läge Es war eine Lust, dem pracht­vollen ideenreichen ' Zrttaminen>Piel des 1930- Rachwuches zuzusehen. Diese Mannschaft Dürfte in ihrer jetzigen Form die spielstärkste des Lahn- kreises sein.

Weidig-Ttaffek.

Tv. 1860 Bad--Rauheim in 45,6 Sek. Sieger!

2< Butzbach. 20. Oft. Mit Dem gestrigett Abturnen des hiesigw Turn- und Sport­vereins war die Austragung des Weidig- Schildes verbunden. Der kunstvolle WanDer- preis, der zur Erinnerung an Den hessischen Turn« vater F L. Weidig gestiftet worDen ist, amrDe vom Turnverein 1 860 Bad-Rauheim vetteidigt, Der mit zwei Mannschaften an getreten