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oegen ^}0<p- und yanDerrn^rrats, megen PrebvergehenS und anderer Delikte. Dor allem aber find eine Anzahl kommunistischer Abgeordneter, und zwar alle Mitglieder der bis­herigen Reichstagsfraktion, die der Rerchszentrale der K. P. D. angehört, in das bekannte Ver­fahren gegen die deutsche Tscheka ver­wickelt. Tie Untersuchung in dieser Angelegen­heit, die sich bisher sehr schwierig gestaltete, La die kommunistischen Abgeordneten, gegen die eine Reihe von Verdachtsmomenten besteht, nicht zur Rechenschaft gezogen werden konnten, La sie durch Immunität geschützt waren, wird noch immer von dem beauftragten Lintersuchungsrichter des Staatsgerichtshofes, Vogt, in Berlin geführt. Ter Untersuchungsrichter hat am Dienstagmorgen in aller Frühe

Haftbefehl gegen einzelne Abgeordnete

-wie Hvllein, Remmele, Grylowicz usw. ausgestellt und die Abteilung la des Berliner Polizeipräsidiums ersucht, die Exekutivmah­nahmen durchzuführen. Infolgedessen wurde Hollein morgens in seiner Wohnung ver­haftet und nach Moabit gebracht, wo er so­fort dem Untersuchungsrichter übergeben wurde. Der bisherige Abgeordnete Remmele war ebenso wie andere kommunistische Führer nicht in seiner Wohnung, als die Polizeibeamten ein» trafen. Es wurden Haussuchungen vorge- nommen, bei denen jedoch nichts beschlag­nahmt toorben ist. Wie wir hören, haben die meisten kommunistischen Abgeordneten, die mit dem Eingreifen der Iustizbehötde rechmeten, be­reits am Montagabeitt unmittelbar nach De- kanntwerden der Reichstagsauflösung Berlin oerlassen. Wie wir weiter erfahren, plant die kommunistische Landtagsfraktivn gegen die Strafverfolgung der bisherigen Reichstagsabge- drdneten der K. P. D. in einer scharfen Inter­pellation Prvtest zu erheben und es soll be­tont werden, dah die Regierung offenbar nur ver­suche, auf diese Weise den Wahlfeldzug der kom­munistischen Partei zu verhindern. Es fragt sich fedoch, ob diese Interpellation ihren Zweck noch erreichen wird, da auch der ßanbtag unmittelbar xor der Auflösung steht.

Die Nationalliberale Reichspartei.

Berlin, 22. Oft. (TU..) Die Morgenblätter netten, dah die nationalliberale Rechspartei jMaretz ki) bei Len Reuwahien eigene Kan­didaten aufstellen und mit Len Teutschnallo- ualen em Wahlbündnis eingehen wird.

Dor der Auflösung

< des Preußischen Landtages.

Berlin, 22. Oft. (S.H.) Wie die Tele- graphen-Linion erfährt, hat dec A e l t e st e n r a t des Preußischen Landtages den Antrag auf Auf- lösuna des Landtages angenommen und an das Kabinett weitergeleitet, das nun den nächsten /Entschluß zu fassen hat. Es ist zu erwarten, dah Der Landtag noch einige Tage beisammen bleiben wird, um den Rotetat und vielleicht auch eine Re­form des Wahlgesetzes zu erledigen.

Verschiebung der hessischen Wahlen?

Darmstadt, 21. Ott. (Eigen. Der.) Die Beratungen des Hessischen Landtags sind bis Mittwoch vertagt worden, zweifellos unter dem Eindruck der politischen Ereignisse in Berlin. Es ist damit zu rechnen, daß Reichstags- und Landtagswahlen auf einen Tag ver­wiegt werden. Eine Entschließung des Aeltesten- rates in diesem Sinne ist schon vor einigen Sa* 7 gen gefaßt worden. Die hessischen Landtagswah­len würden dann wohl an dem Termin der r Reichstagswahl, also am 7. Dezember, erfolgen.

Die deutschnationalen Landtagskandidaten.

Ta rm sta d t, 21. Okt. Die Deutschnationale ^Hessische) Voltspartei hat folgende Wahlvvr- schläge für die Landtagswahlen aufgftte'.b:

1. Provinz Starkenburg: 1. I). Dr. Wil­helm Diehl, Prälat, Landtagsabgeorhneler. 2. Rudolf Kindt, Schriftsteller, Landirgsabge­ordneter. 3. Frau Iulir Heraeus, Housstau, Offenbach. 4. Tr. Georg Be st, OberlanLesge- richtspräsident i. R., Darmstadt 5. Hugo Diersch, Forstmeister, Erbach i. O. 6. Konrad Wild, Arbeiter. Offenbach. 7. Al'-r. Schwenk, .FabrikdikLktor, Auerbach. 8. Frl. Irene Köster' Sekretärin, Darmstadt. 9. Iohann Adam Arras, Landwirt, Langstadt.

2. Provinz Ob er Hessen: 1. Dr. Ferdinand Werner, Landtagsabgeordneter. 2. Georg Vissel, Bürgermeister und Landwirt. Griedel. 3. Dr. Otto Lenz, Studienrat, Gießen. 4. Dr. Eduard Zentgraf, Forstrat, Lauterbach. 5. Heinrich Lind, Mehgermeister, Grebenheim. 6. Frau Frieda Klewitz, Hausfrau, Gießen. 7. Dr. Karl Löffler, prakt. Tierarzt, Orten­berg. 8. Iohannes Ludwig Loh, Lehrer, Leih­gestern. 9. Franz Kissel, Oberbabemeifter und Beigeordneter, Dad-Rauheim.

3. Provinz Rheinhessen: 1. Aug.Böhm, Amtsanwalt, Alzey. 2. Ernst Schönfeld, Landwirt, Wendelsheim. 3. Oskar Ferck, Buch­händler und Stadtverordneter, Mainz. 4. Friedr. Hartmann, kaufm. Angestellter, Worms, ö. Iosef G a st e l l, Fabrikant, Mombach. 6. Wllhelm Raab I., Landwirt, Schwabsburg. 7. Albert Kirnberger, Fabrikant und Stadt­verordneter, Mainz. 8. Frau Rosa Durst, Armsheim. 9. Eduard Lucius, Rechtsanwalt. Mainz.

Die Räumung des Ruhrgebiets.

Berlin, 21. Okt. (WTD.) Am 22. Ok­tober werden nachstehende Gebiete geräumt: Dcchnhof Limburg, das Gebiet von Dort- mund-Hoerde. sowie das Gebiet vonVoh- wrnkel-Remscheid. Wipperfürth und un d er ot h. Der Gebietsstreifen nordöstlich und östttch der Grenze des Brückenkopfes Köln wird ebenfalls am 22. Oktober geräumt. Hinsicht­lich der Flaschenhälse bestehen noch Hfen- bahntechnstche Schwierigkeiten. Man hofft indessen daß die bestehenden Schwierigkeiten sich lösen lassen, da den Regiebeamten auch vollkommene Sicherheit tm unbesetzten Gebiet gewährleistet wer­den kann. Lieber diese Frage wird noch verhan­delt. Iedenfalls muh festgestellt werben, Laß die Räumung der Flaschenhälse spätestens am 16. Rovember, am Sage der Liebergabe der Regie, erfolgen wird. Es ist aber zu hoffen, daß auf dem Verhandlungswege eine frühere Räu­mung dieser Gebiete erreicht werden kann.

Eine Verordnung des Kommandierenden Ge­nerals besagt, dah vom 28. Oktober 24 um Mitter-

na<m <m alle seit dem 11. Ianuar 23 für dte Ausbeutung der Pfänder in den besetzten Gebieten der Ruhr unb dem Brückenkopf Düsseldorf ge­schaffenen alliierten Dienststellen aufgehoben werden. Die deutschen Dienst st eklen wer­den vom gleichen Zeitpunkt an in ihre Funkti onen wieder eingesetzt. Die deutschen Zollämter, Forstverwa l- tung und Ausfuhrämter sollen ihreTätrg- kert vom 21. Oktober 2 Lihr nachts an wieder ausüben. Alle Bergwerke, Kokereien und andere landwirtschaftlichen. indu­striellen, forstlichen und Schiffahrts­unternehmungen. die seit Icrnuar 1923 von den Desahungsstellen ausgeb-: uket wurden, werden an die Eigentümer zurückgegeben.

Beginn der Räumung Dortmunds.

D o r t m u n d, 22. Okt. (TLl.) Rach den letzten Dispositionen der Linienkommandantur wird der Abtransport der französischen Truppen erst in der Rächt vom Mittwoch zum Donnerstag beendet sein. Die erste Kolonne ist in der Rächt vom Dienstag'auf Mittwoch mit der Eisen­bahn in der Richtung Witten undHerne abgefahren. Der Abtransport hat sich ohne jeden Zwischenfall vollzogen, zumal das Regenwetter jede Ansammlung verhinderte. Heute Mittwoch wird der Abtransport der Truppen zum Teil auf Automobilen fortgesetzt wer­den und in der Rächt zum Donnerstag beendet sein.

Wesel geräumte

Berlin, 22. Oft. (TLl.) Die Belgier haben gestern abend 6,30 Lihr We'el verlassen und sind über die Lippe- und Rheinbrücke nach Büderich abmarschiert. Der Abzug ist ohne jede Störung verlaufen.

Der Wahlkamps in England.

London, 22. Oft. (TLl.) Der Wahlkampf in England nimmt zweifellos an Intensität zu, besonders von den Konservativen werden bedeutende Anstrengungen gemacht, um die Läs­sigkeit und den Mangel an Arbeitslust in den Kreisen der Partei zu bekämpfen. Der Iahrestag der Schlacht bei Trafalgar wurde von der konser­vativen Partei zur Ausgabe folgender Parole benutzt:England erwartet, dah alle Patrioten ihre Schuldigkeit tun werden und ihve Stimme für eine starke fortschrittliche Regierung abgeben werden." Der Eindruck, der sich aus diesen etwas krampfhaften Bemühungen ergibt, ist, dah in den Reihen der konservativen Wählerschaft nicht alles zum besten steht und man grobe An­strengungen machen muh, damit die Partei mit einem entscheidenden Erfolg aus den Wahlen herdorgeht.

Tie Tätigkeit in dem liberalen und s o - z i a l i st i s ch e n Lager steht in einem gewissen Gegensatz hierzu. Dort schont man alles mit Llnterstützung der Wählerschaft durchsetzen zu können, was notwendig ist. Die von LlvydGe- o r g e in den Industriebezirken gehaltenen Wahl­reden lasten erkennen. Last die Liberalen den Wah.'kampt nunmehr gegen zwei Fronten, sowohl gegen die Konservativen als auch gegen die Arbeiterpartei, zu führen beabsichtigen. Lloyd George betonte wiederholt ausdrücklich, daß Las liberale Programm den Mitte lwegzwischen Sozialismus und Konservatismus darstcllk. Die Außenpolitik Macdonalds habe sowohl Selbstbeherrschung als auch Dvrsichi gezeigt. Er fand in Frankreich Gefühle vor, die sich gegen die Absonderungspolitik richteten und die bisherige Politik durchaus verurteilten, da sie nicht im Interesse Frankreichs läge. In vorsichtiger Weise wartete er das französische Wahlergebnis ab und hatte das Glück, nunmehr mit dem klar­blickenden und patriotischen Staatsmann Her - riot zusammenzaarbeiten. In Zusammenarbeit mit Herriot habe er viel dazu beigetragen, die Lage in Europa zu verbessern. Lim so erstaun­licher erscheint es, dah ein so vorsichtiger Poli­tiker wie Macdonald plötzlich einen so schweren Fehler beging wie den Abschluß des Vertrages mit Sowjetruhland.

England und Aegypten.

Zaglul Pascha über das Ergebnis der

Londoner Konferenz.

London. 21. Oft. (TLl.) Zaglul Pascha äußerte sich nach seiner Rückkehr nach Aegypten zu dem Ergebnis der Londoner Ver­handlungen. In den Llnterhcmdlungen mit Macdonald habe man zunächst die Suezfrage besprochen. Den englischen Standpunkt, daß öer Suezkanal eine lebenswichtige Bedeutung für das englische Reich habe, leugnete er nicht, er habe aber darauf hingewiesen, daß die Anwesen­heit ausländischer Truppen unverein­bar sei mit der Unabhängigkeit eines Landes. Er habe ein dahingehendes Angebot gemacht, daß der Kanal, da er besetztes Gebiet durchquere, als internationaler Wasser­weg anzusehen und seine Verteidigung dem Völ­kerbund zu übertragen fei. Die englische Ant­wort war, daß England eine materielle und posi­tive Garantie zur Sicherung feiner Brrkehrs- toege haben müsse, und daß es unmöglich fei, sich in dieser Hinsicht auf ein Stück Pa­pier zu verlaßen. Darauf habe er geantwortet, daß, wenn Verträge in den Häitten der Starken keinen Wert hätten, sie erst recht keinen W e r t in den Händen der Schwachen hätten.

Die Türkei mobilisiert.

M a! l a n d, 22. Ott. (TA.) Mailänder Blät­ter melden aus Triest, daß die Regierung von Angora die Mobilisierung sämtlicher Jahrgänge angeordnet habe. Einige tür­kische Offiziere, die sich in Belgrad aufhielten, wurden telegraphisch zurückberufen. Man rechnet damit, daß sich im Falle eines türkisch-englischen Konslifts in der Irakfrage auch Rußland auf die Seite der Türkei stellen wird.

Die bolschewistische Welt­propaganda.

Berlin, 21. Oft. (Drahtmeldung.) In hie­sigen politischen Kreisen hält man die Tätigkeit deS russischen Botschaf ers Krestinski für höchst bedenklich. Krestinski ist von der Sowjet­regierung beauftragt worden, den indischen Ratio­nalist ensührer Gandhi, der demnächst in Berlin eust rafft, nach Moskau einzuladen. Weber- daupt soll die russische Botschaft mit der Zeit zu emem Zentrum der bolschewistischen

Propaganoaumervenunterdruckten Völkern Asiens gemacht werden. Krestinski , hat sich auf russischen Befehl mit dem in Berlin bestehendenKlub der unterdrückten V ö l k e r, der vor allem aus Aegyptern und Indern besteht, in Verbindung geetzt und be­müht sich, sie für bolschewistische Zwecke zu gewinnen. Es sind aus Indien bolschewistische Inder eigens zu dem Zwecke nach Berlin beordert worden, um hier von Krestinski ihre Weisungen zu empfangen. In diplomatischen Kreisen befürch­tet man von dieser Tätigkeit des russischen Bot­schafters Verwicklungen mit England, weil die bolschewistische Propaganda in Indien sich naturgemäß direkt gegen die englische Vorherrschaft in Indien richten müßte. Man wünscht deutscherseits alles zu vermeiden, was eine Mißstimmung in England Hervorrufen könnte, sieht aber vorläufig noch keine Möglichkeit zu direktem Einschreiten und wird sich daher damit begnügen, dem Botschafter in freundschaftlicher Form nahezulegen, daß er seine propagandistische Tätigkeit von seinenoffiziellen Funktio- nennachMöglichkeittrennen möge.

Aus aller Wett.

Stürmische Kundgebungen für Dr. Eckener.

Reuhork, 21. Oft. (T. LI.) Dr. »Eckener sprach gestern in Reuhorks größtem Kino, demCapitol" vor überfülltem Hause, wo Bilder vom Zeppelin gezeigt wurden. Vor der Rede spielte bie Kapelle das Deutschlandlied. Alle An­wesenden, auch die Amerikaner, standen auf. Die Deutschen fangen darauf die amer ikan ische Rativnalhymne mit. Es war das zum ersten Male, daß die amerikanische Rationalhymne mit dem Deutschlandlied zusammen gespielt wurde. Rach dem Vortrag wurde Dr. Eckener vomPublikumhinausgetragenaufden Broadway, auf dem eine riesige Menschenmenge begeisterte Hochrufe auf Dr. Eckener ausbrachte.

Ein Lastauto vom V-Zug überfahren.

Siegen, 21. Oft. (TLl.) Dienstagmorgen 6.50 Lihr wurde auf dem Landstraßenübergcmg zwischenHofolpe und Kirchhundem an der Strecke SiegenHagen ein Lastkrciftwagen der Firma Grünewald in Kirchhundem von dem I^-Zuge 207 überfahren und z er tr ümmert. Der Wagenführer wurde getötet, ein Be­gleiter wurde lebensgefährlich, zwei wurden leicht verletzt.

Großer Erdrutsch bei Christiania.

Christ iania, 22. Oft. (TLl.) In der Rächt vom 20. zum 21. Oft ober fand 6 Meilen von Christiania etn gewaltiger Erdrutsch statt, in einer Ausdehnung von 4 Km. Lange und 400 Meter Breite. Vier Bauernhöfe und ein elektrisches Kraftwerk wurden begraben, Wälder und Felder zerstört. Die wahrscheinliche Llrsache smd wochenlange heftige Re gen fälle.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 22. Oft. 1924.

< Fahrplanänderungen. Wegen starkem Verkehrsrückgang werden ab Donnerstag, 23. Oktober, die O-Züge 47/48 zwischen Frankfurt und Siegen wieder einfach gefahren. O-Zug 47 FrankfurtSiegenKöln und SiegenHagen verkehrt ab Frankfurt (M.) 7,32 vorni., ab Gie­ßen 8,55 vorm., ab Siegen nach Köln 10,52 vorm., ab Siegen nach Hagen ebenfalls 10,52 norm. Der Zug führt Kurswagen über KabelMünster nach Rheine. Der Gegenzug D 48 verkehrt ab Köln 4,54 ncvchm. (W. E.--Z.), ab Siegen bereinigt mit Hagen und Rheiner Abteilung um 8,24 nachm., *ib Gießen 10,05 nachm., an Frankfurt (M.) 11,15 nachm. Vorn gleichen Tage ab ändert sich der1 Fahrplan des l) 74 von Hamburg nach Frank­furt (M_). Er fährt in Gießen ab 9,53 nachm., in Dad-Rauheim ab 10,25 nachm., in Friedberg ab 10,32 nachm., in Frankfurt (M.) an 11,05 nachm. Der- beschleunigte Personenzug 1402 Frankfurt- Limburg über GießenWetzlar fährt ab Wetz­lar durchweg 3 Minuten später. Wetzlar ab 9,45 nachm.

**DerKartenvorverkauf zum Gie­ßener Flugtag am nächsten Sonntag hat be­gonnen. Die Vorverkaufsstellen in unserer Stadt und in der ilmgegenb sind aus dem heutigen Anzeigenteil ersichtlich. Da die Rachfrage nach Karten allenthalben sehr rege ist, versäume man nicht, sich beizeiten die Zutrittsmöglichkeit zum Platz zu sichern. Erwähnt sei noch, daß der Aus­schuß der veranstaltenden Vereine die Absper­rung des Platzes in weitem Umfang und sehr streng vornehmen lassen will.

* Die Einzelpreise im Stadtthea­ter werden im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes bekanntgegeben. Interessenten mögen die Veröffentlichung nicht übersehen.

Auf afrikanischen Iagdpfaden. Unter diesem Titel läuft seit gestern in der H ess i- schen Bilderbühne am Kirchenplatz ein Fllm, der eine warme Empfehlung verdient. Eine Fülle von sehr guten Bildern, die auf einer aus­gedehnten afrikanischen Iagdexpedition des Prin­zen Wilhelm von Schweden aufgenommen wur­den, macht den Besucher mit dem Leben und Trei­ben von Mensch und Tier im schwarzen Erdteil betannt. Dre Darbietungen gehören zu dem inter­essantesten, was man bisher auf diesem Gebiet zu sehen bekam. Der Vortrag eines alten Afrikaners und Weltreisenden, des Oberftleaitnanti a D Vierordt. der als Offizier bei der Schutz­truppe stand und weiter für Hagenbecks befaamte Weltfirma draußen tätig war, gibt zu den Vi'd- vorführungen sehr fesselnde Ergänzungen die jeden Zuhörer im Geiste die Reise mitmachen kaffen. Als Ganzes bewertet muß man sagen, dah mit diesem tfilm und Vortrag Volksbildungsarbeit un beften Sinne des Wortes geleistet wird und a .^Arlauf öes Abends so abwechslungsreich ist, daß man das Ende der Darbietungen auch nach dem Ablauf von sieben Kaipiteln noch als zu früh betrachtet. Eine wertvolle Bereicherung des Programms wird noch durch einen präch­tigen Raturfilm geboten. Wer sich einen wirk­lich genußreichen Abend verschaffen will, sehe sich dieses Filmprogramm an.

* Die Annahme von Eil- und Fracht-Stückgut, sowie Eil- und Frachtgut- Wagenladungen nach Ko l.n-Gereon ist wegen Streik der Transportarbeiter bis auf weiteres verboten. Don der Sperre ausgenommen sind Lebensmittel und Desahungsgut.

Bornotizen.

Tageskalender für Mittwoch Stadtheater, Z1/2 Uhr:Rord sche Heerfahrt". Männergesangverein Liedertafel, 8/2 Lihr im

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-üeremsioEal: Außeroroentt. Generawenarnmruna. Deutschnativnale Volkspartei, 81/4 Lihr: Mit­gliederversammlung im Gewerbehaus. Licht­spielhaus, Bahnhofstraße: Au.gerechnet Wollen« traher". Hessische Dilderbühne:2luf afrika­nischen Iagdpfaden".

Männerturnverein. Samstag abent im Hotel Kohler Mitgliederversammlung. (Siehe Anzeige.)

Turnverein von 1 8 46. Rächsten Samstagabend Generalversammlung. (Siehe Aw zeige.)

Wettervoraussage.

Rach zeitweiliger Bewölkung wieder auf Ha- renb, Winde wechselnd, später aus westlicher Rich­tung, etwas milder, vorübergehend Regenfal.'e.

Landkreis Gießen.

i Ettingshausen, 20. Okt. Gestern rourbt in dem Kirchspiel Ettingshausen-Hatte n- r 0 d das E rntedankfest gefeiert Wie alljähr­lich. beteiligten sich die Gemeinden auch diesmal sehr rege an den Gottesdiensten. Trotzdem auch in unserer Gegend der Ausfall der «Ernte sehr zu wünschen übrig läßt, zeigt doch das Ergebnis der Festkollekte, die über 100 Mark betrug, bafr die fremde Rot auch bei der eigenen Knapp­heit mcht vergessen wird. Zum Verwalter her hiesigen zweiten Schulstelle wurde Schulder- walter Iung aus Heuchelheftn, der seither in Wreseck war, ernannt.

*) Münster b. Lich, 22. Oft. Rachdeminun das neue Rangiergeleise in dem hiesigen Steinbruch in Betrieb genommen ist, werden dre Züge der Buhbach-Licher Eisenbahn pünktlicher fahren und die Anschluhzuge stets erreichen.

Kreis Friedberg.

2T Butzbach, 20. Oft. Der hiesige Turn»- und Sportverein, im Iahre 1846 auf einem von Dr. Fr. L. Weidig und seinen Schülern wvhl- irorbereiteten Boden als kleines Pflänzchen ge­pflanzt, von hervorragenden Tumerführern wie Moritz Kuhl und Prof. Wämser eifrig gefördert, steht unter vorzüglicher Leitung heute mit an der Spitze des Gaues Heften. Was dem angesehenen, in der gesamten Bürgerschaft stark verankertem Verein noch fehtt, ist ein eigenes Heim. Lind das soll nun geschaffen werden. Auf den Opfersinn seiner Mitglieder und der gesamten Bürgerschaft vertrauend, form er sich trotz der schweren Zeit hoffnungssreudig an diese Aufgabe heranwagen. Gin Gelände von 4 Morgen, günstig an der Griedeler Straße gelegen, ist bereits erworben. Bald soll auch mit dem Bau der Turnhalle und der Schaffung neuzeitlicher Sportanlagen begonnen werden.

ss. Friedberg, 20. Oft. Schon zu den For­derungen des Turnvater Iahns gehörte es, neben der körperlichen Ausbildung der Tumer auch die geistige Ausbildung nicht zu vemachläftigen. und zu diesem Zwecke wurden die sogenannten Tieabende eingerichtet, welche die Pflege der Ge­selligkeit außerhalb der Turnstunden im Auge haben. (Tie ist ein niederdeutsches Wort und be-- deutete ursprünglich den mit Bäumen bepflanzten. Teil des Turnplatzes.) Diesem Grundsätze folgend, veranstaltete die hiesige Tumgemeinde am Sams­tag in dem neuerbauten Raume einen derartigen 1 Abend, bei welchem der Kreisjugendwart Prof. , Dender von Frankfurt einen Vortrag über die ' Iugendbewegung in der Deutschen Turnerschaft hielt. Am folgenden Sonntag versammelten sich dann zahlreiche Gruppen von Turnvereinen, u <1. crus Gießen, Arheilgen, Langsdorf, Wetzlar,- : delheim, Darmstadt usw. auf den Ockstädkw Wie- ' fen und es entfaltete sich hier ein buntes und ver­gnügtes Fahrtenleben", bei welchen die auf einer Iugendwanderung erforderlichen Vorrichtungen, wie Abkochen usw. praktisch erprobt wurden. Gc- sangliche Vorträge zur Laute, Freilichtaufführun­gen, turnerische Spiele und Hebungen boten em buntes Bild und lockten eine zahlreiche Zuschauer« menge auf den grünen Rasen.

Kreis Schotten.

Ober-Schmitten, 21. Oft. Auf bet Suche nach dem Bellers Heimer Mör­der unternahmen jetzt die Gendarmeriestationen Eichels dorf, Ridda und Hungen, verstärkt durch einige Iäger, gemeinsam eine Streife durch bie Waldungen der Harb, die ergebnislos verlief. Sollte sich der Verdacht verstören, daß die ausgedehnten Wälder im Winkel der Bahn­linien HungenRidda und SchottenRidda dem Mörder Llnterschlupf gewährten, so könnte nur ein starkes Polizeiaufgebot, unterstützt durch gute Poli­zeihunde eine wirksame Durchsuchung ermöglichen. In den jungen Fichtenbeständen, die man nur auf dem Bauche frieebenb durchaueren kann, könnten abgerichtete Hunde rasche und zuverlässige Arbeit leisten. Die Strecke R i dda-S chotten ist seit gestern abenb wieder frei. Lim 9.30 Lihr konnte der Aberrdzug nach Schotten wieder passieren.

Eichelsdvrf, 20. Oft. Auch in biefem Iahre wurde der Erntedankfeftgottes- dienst von einem Festspiel der Konfir­manden umrahmt, das der Feier eine ganz besondere Weihe gab. Angesichts des mit Fett­früchten, Gartengewächsen und Obst überladenen Gabenaltars, den späte Herbstblumen wirkungs­voll belebten, brachten die Kinder mit finnig gewählten Dibelworten einzeln ihre Gaben dar, um sie am Altar niederzulegen. Frische Kinder­gesänge unrspielten den Herbstsegen und ver­einigten sich mit Wort, Gemftnoegffang und Orgelton zu einer großen Symphonie des Dankes.

Kreis Lauterbach.

fpd. Lauterbach, 21. Oft. Der Sentorchef des Freiherrlich Riedeselschen Hauses zu Esten­bach, Dr. jur. Ludwig Riedesel Freiherr zu Eisenbach, ist im Alter von 77 Iahren ver­storben. Der Verschiedene war erbliches Mit- glied des früheren Preußischen Herrenhauses und der Ersten Kammer des Grobherzogtums Heften ,

Kreis Büdingen.

)( Ortenberg, 20. Oft. Die letzten Vorbe­reitungen zu dem am nächsten Montag beginnen­den Kalten Markt sind im vollen Gange. Rach allen Anzeichen scheint der Markt in diesem Iahr ganz besonders gut zu werden und seinen Vorkriegsstand zu erreichen. Die Rachfrage nach Ställen. Scheunen und sonstigen Llnterkunftsräu- men für Pferde usw. ist so groß, daß schon jetzt mit dem Auftrieb von mindestens 400 bis 500 Pferden und Fohlen gerechnet wird, auch der Rindviehmarkt am Dienstag verspricht ebenfalls sehr gut zu werden. Für den Kram- und Schau- budenmarft, der von Montag bis Dienstag dauert, liegen eine große Anzahl Anmeldungen vor, die Geschäftsleute und Gastwirte bereiten sich vor, allen Anforderungen der Marktbesucher ge­recht zu werden. Die Marktlvtterie, die wegen der Zeitverhältnisse 10 Iahre nicht ausgespielt werden