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auÄgugtben, barmt der dttmm^cttel des AbstimmunsSraumes parteimäßig hergerichtet werden kann.

* Vaftwirtetagung. Heute beginnt hier ber 41. Der bandS tag des Rhein-Main» Sa st Wirteverbandes tmb zugleich damit feiert der Gcrsi Wirteverein für (Stellen und Um* yegenb sein 40jähr. ÖabUäum. Diele Qkifltoirte aus ben drei Provinzen deS Hessenlandes und den angrenzenden preußischen Gebietsteilen werden aus diesem Anlaß hier erwartet. Heute abend findet eine Begrüßungsfeier, morgen, Mittwoch, der Delegiertentag im Gesellschaftsbaus statt. Da­ran wird sich eine Besichtigung der Stadt und des MuseumS anschliehen Die Feier des fahrigen HubilaumS des Gießener Dereins ist für Mitt- -wochabend In Aussicht genommen.

** Her Verein ehem. 116er in Gie­ßen hielt dieser Tage im Postkeller seine dies- iLhrige Hauptgeneralversammlung ab, die sehr gut besucht war. Die Pflege der alten Kamerad­schaft, Unterstützung der hilfsbedürftigen Mit­glieder und deren Hinterbliebenen, frei von allen politischen und religiösen Bestrebungen, sind die Richtlinien, welche der Verein in aller Ueber- licserung befolgt. Dem Verein war es möglich, im jubgetoufenen Geschäftsjahre seine Mitglieder* zächl um 106 auf weit über 600 Mitglieder zu erhöhen.

Bornotizen.

TageSkalender für Diensta g: Stadttheater: 7 Uhr »Hunggesellendämmerung . Sozialdemokratische Partei: 8V4 Uhr Wähler- Versammlung im Restaurant »Philosophenwald". - Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: «Der Absturz". Palast-Lichtspiele: «Louise de Lavalliere". Rundfunkhaus, Löberstraße 12: 81/2 Uhr Brahms- Abend.

Reichs Wirtschaf ts m inifl er a. D. Dr. Decker spricht am Sonntag vormittag in Der Turnhalle am OswaldSgarten in einer öffent­lichen hlerversammlung der Deutschen Bvlks- Partei. (Siehe Anzeige.)

Kreis Schotten.

Schotten. 20. April. 3n der jüngsten Versammlung der Bürgermeister des Kreises, die unter dem Vorsitz von Geheimrat Bveckmann hier stallfand, wurde u. a. mit- geteilt, daß nach der Statistik von dem Schlacht­vieh des Kreises Schotten 30,3 Prozent Kühr und 11,3 Prozent Rinder alS tuberkulös befunden wurden, während die Kälber durchweg gesund waren. Das ist-ein höchst ungünstiges Er­gebnis. Zur Bekämpfung des Uebels sind nach den erteilten sachverständigen Ratschlägen nötig: Tummelplätze, HungviehweiLen, Aus nerzunz t ar.* Icr Tiere im vorgeschrittenen Zustand, Verbesse­rung der Stallungen: sonst nimmt die Tuber­kulose weiter zu und die Schäden der Landwirte find' gewaltig.

ch Gedern. 20 April. Der Gemeinde* rat beschloi- die Aufnahme eines Kredits von 40 000 Mk., um den Siedlern den Ankauf des von der Fürstlichen Verwaltung zur Abgabe -kommenden Geländes (ca. 150 Morgen) zu er« ,möglichen. In einer Sitzung mit dem Kreis' bauamt Schotten kam eine Einigung über die Straßen- und Baupläne der neuen Brühl st raße zustande, die eine schöne Ge- samtwirkung verspricht.

A> Dom Vogelsberg, 21. April. Weiße Ostern hatten die Orte des höheren Vogels* berges, denn am Donnerstag und Samstag herrschte leichter Schneefall, der an den Ost er* tagen Feld und Wald mit einem weißen Schleier deckte. 3m Oberwald liegt noch aller Schnee vom Winter her. Die AuSsaat von Hafer und Gerste konnte noch nicht beendet werden.

KreiÄ Friedberg.

£\ Bad-Rau heim, 21. April. Von der Eröffnung der FrühjahrLsaisvn kann infolge des ungünstigen Wetters noch keine Rede sein. Es sind bis jetzt nur sehr wenig Kurgäste eingettosfen.

Starkeuvurg und Uhetnheffen.

Da rmstadt, 20. April. Der Milch- preiS ist vom 22. Aprll ab von 40 Pfg. daS Liter Vollmilch auf 34 Pfg. herabgesetzt worden.

rm. Worms, 20. April. Großes Aufsehen erregt die Verhaftung deS Pfarrers Pabst von der Lutherkirche durch die Franzosen. Bis Hel war übet die Ursache der Festnahme nichts zu ermitteln.

Hessen-Nassau.

Marburg, 20. April. Für daS Rech­nungsjahr 1924 beträgt die Hundesteuer in der Stadt Marburg für den ersten Hund 24 Mk., für den zweiten Hund 56 Mk., für den dritten Hund 104 Mk.. für den vierten und jeden wetteren Hund 142 Mk. 3n diesen Steuerbeträgen ist die Kreishundesteuer enthalten.

Amtsgericht.

Gießen, 15. April. Ein Güterbodenarbei'er aus Fellingshausen, der auf dem Bahn­hof in Gießen beschäftigt war, entwendete kurz vor Weihnachten aus einer bereits in einen Eisenbahnwagen verladenen Kiste mehrere Kist­chen Zigarren, nachdem er vorher den Verschluß durch Losreißen der Bretter geöffnet hatte. Ein Kistchen übergab er einem anderen Güterbodrn- arbeiter aus Hausen, der gerate dazukam. als Schweigegell». Der Dieb wurde unter An­nahme mildernder Umstände zu der Mindeststrafe von drei Monaten Gefängnis verur- teilt, während der Hehler mit einem M 0- n a t bestraft wurde.

Ein früherer Goldschmied ist deS Diebstahls von Kohlen aus einem Eisenbahnwagen auf dem hiesigen Bahnhof angeklagt. Er stand auf dem Wagen und hatte, wie er angibt, schon etwa 25 Pfund in seinen Sack gefüllt, als et von einem Polizeiwachtmeister angehallen und veranlaßt wurde, die Kohlen wieder in den Wagen zu entleeren. Da es sich um eine Verhältnis mäßig geringe Menge Kohlen von unbedeutendem Wert handelt, der Angeklagte auch unwiderlegt behaup­tete, in Rot gehandelt zu haben kam ein Rückfall­diebstahl, wie die Anllage annahm, nicht in Frage, sondern ein sogen. R 0 t d i e b st a h l, ober eine Verbrauchsmittel-Entwendung. Eine Bestrafung konnte dieserhalb jedoch nicht erfolgen, weil der hierzu erforderliche Strafantrag nicht ge­stellt war. Der Angeklagte wurde daher ledig­lich wegen unbefugten Betretens des Dahn- geländcs zum Zweck des SteH.enS mit Rücksicht auf sein: Vorstrafen zu brei Tagen Hast verurteilt.

Die Privatklage eines Schneidermeisters von Wieseck gegen die Frau eines Dahnschafsners von da, die beschuldigt war, die Ehefrau des I Ersteren durch Ueberschütten mit kochen* dem Wasser verletzt zu haben, enbete mit einem Verg leich Bride Teile tragen ihre An­walts- und die Hälfte der Gerichtskosten.

Wegen Beleidigung wurde die Ehefrau eines Arbeiters von hier zu einer Geldstrafe von 3 0 Gold mark verurteilt.

Eine weitere Privatklage eines Bäckermeisters von hier gegen eine Witwe wegen Beleidigung wurde aurutfgenommen.

Aus Dem Amtsverkündigungsblatt.

* Das AmtsverkündigungSblatt Rr. 28 vom 15. April enthält: Verordnung über die Prämien für Rotstandsarbeiter. Gesetz zur Abänderung des Gesetzes über den Urkunden­stempel. Verordnung über die vorläufige Unter­bringung Ausgewiescner. Reichstagswahl 1924. Rein gung der Schulräume. Uebrrsiedelung schul­pflichtiger Kinder in andere Gemeinden. Vieh- markt in Lich. Grundabtretung für die Gewerk­schaft Gttßener Draunsteinbergwerke in der Ge­markung Großen-Linden. Einsendung der Kir- chenrechnungen. Zurückziehung der Zulassung eines Azetylenentwicklers Feldbereinigungen Harbach, Lumda und Holzheim. Dienstnachrichten.

Bücherlich

Reue Äant*ßUeratat.

Zum Kantjubrläum hat die ohnehin schon kaum übersehbare Kant-Literatur einen gewaltigen Zuwachs erfahren. Don den uns vorliegenden Werken verdient das Buch unseres Gießener Philosophen Professor August Messer, aus dessen Feder auch unser Festartikel zu Kants 200. Geburtstag stammt, in erster Linie genannt zu werden. »Immanuel Kants Leben und Philosophie" (bei Strecker & Schröder in Stuttgart) ist ein neuer Beweis für die her­vorragende, aber leider gerade auf diesem Ge­biet so seltene Begabung Messers, schwierige philosophische Probleme klar und faßlich, aber ohne die üblen Setten der meisten Popularisie- rungsversuche, einem Publikum näherzubringen, das im allgemeinen der philosophischen Wissen­schaft fremd gegenübersteht oder durchs den ge­lehrten Apparat der meisten philosophischen Werke abgefchreckt wird, ein Verhältnis zur Philo­sophie zu suchen. Schon der hier vor einigen Wochen anaezeigte »Fichte' des Verfassers ver­einigte auf das glücklichste wissenschaftliche Gründ­lichkeit mit einer fesselnden, leicht faßlichen Form der Darstellung. DaS neue Kant-Buch zeigt diese Vorzüge in erhöhtem Maße. Wurde bei Fichte der Ausgangspunkt von der Religion her ge­nommen, so geht der Verfasser bei Kant vom Sittlichen aus, um von hier aus daS Verständnis des Gesamtsystems zu erschlieften. Rach einer kurzen Skizzierung des Lebenslaufs deS Philo- fophen legt der Verfasser Kants Philosophie des Sittlichen dar, die in dem kategorischen Impera­tiv ihren höchsten Ausdruck findet. Wettere Sta- pitel geben Kants Drkenntnislehre, seine Phllo* sophie des Zweckmäßigen einschliehttch der Gc» schichtsphilosophie unb seine Religionsphiloso­phie. 3n einem Schlußartikel wird Kants Per­sönlichkeit, seine geschichtliche Wirkung und Be­deutung für die Gegenwart überzeugend ge­schildert. Messers Buch ist ein neuer, und soweit wir sehen, der gangbarste Weg zu dem Lebens­werk des Königsberger Philosophen. Lin an­deres Werk: Karl August Meißinger, Kant und die deutsche Aufgabe (bei Englert & Schlosser in Frankfurt) stellt, wie eS der Titel schon andeutet, noch ausgesprochener wie Messer, die Rot unserer Tage, den auge.rblicklichenZu­stand geistiger Anarchie" in,Beziehung zu Kant. Aus Üyr heraus zur Gewinnung einer einheit­lichen deutschen Lebensform zu gelangen, dazu soll Kant Helsen. »Gin Aufruf zu Kant an jeden deutschen Märschen" will dies Buch (ein,der es innerlich mit der Jugend halten wlll und den Ehr­geiz hat, mit dabei zu fein, wo an einem neuen Deutschland gebaut wird."' Die Einteilung des Stoffes ähnelt dem vorgenannten, ohne daß dem Verfasser in der Darstellung der Kanlschen Philo­sophie die gleiche Klarhett eigen ist, die das Messersche Buch auszeichnet, was wohl m der allzubewußten Zwecksehung der Schrift fernen Grund hat. Interessant und wertvoll sind da­gegen die 5 um Schluß aus der Lehre Kants, abstra­hiertenAnwendungen", bic allerdings im all­gemeinen über Anregungen nicht hinausgehen. Ein Buch für das deutsch Haus will das K a n t - buch Max Hochdorfs (Deutsches Derlagshaus Dong & Co., Berlin) fern. Es gibt in seinem ersten Teil eine recht klare und geschickt grup­pierte Darstellung der Kantschen Philosophie, wo­bei besonderer Wert darauf gelegt wurde, die Drücke zu den Problemen der Gegenwart zu schlagen. Ihm folgt ein interessantes Lebensbild des Phllosophen aus der Feder eines Zeit­genossen und dann als besondere Bereicherung der Kant-Literatur eine mit viel Geschick getroffene Auswahl aus den Werken Kants. Das mit zahlreichen Portätwiedergaben, einem Album­blatt und Handschriftenproben ausgeslattete Buch wird gewiß seinem Zweck gerecht werden. Den großen Menschen Kant uns Gegenwart- menschLN näher zu bringen, dient Paul Lan­daus: Immanuel Kants Leben in Darstellungen feiner Zeitgenossen aus der bekannten Sammlung .Lebensbilder aus

veutstvcr rvrgangenhett" des Verlage» »Wt- ming & WiSkott A.-G in Berlin. Drei Schüler und Freunde des Philosophen, der Pädagog» R. D Iachmann. der Kirchenrat BorowSki und der Königsberger Diakonus WasianSki schildern uns mit großer Gegenständlichkeit die Persönlich* kett und das Leben Kant». Wir gewinnen auS den Driesen deS ersteren, aus den biographischen Skizzen der anderen ein vortreffliches Bild deS Menschen Kant, das zum Verständnis seiner Werke naturgemäß von eminente: Bedeutung ist. In gleicher Richtung läuft ein dichterischer Versuch August Schr ickerS. den der Präsident der Kant-Gesellschaft, der bekannte Hallenser Philosoph Hans Vaichinger zur rechten Zeit wieder ans Tageslicht gezogen hat. (Verlag Schlüter & Düring, Leipzig-Plagwitz.)Wie Kant beinahe geheiratet hätte', er­zählt der Verfasser, ein Freund deS Fürll°ReichS- kanzlers Hohrnlohe au8 dessen Straßburger Zell auf Grund genauer archivalischer Studien mit viel Delikatesse. Kants Leben, sein Hauswesen, seine Gewohnheiten und Arbeitsweise, seine Um gebung, sein Freundeskreis tritt in der geistvollen Darstellung Schrickers plasttsch vor unser: Augen Das Büchlein bringt uns Kant näher, da cs uns in dem großen Philosophen den lieben»' werten Menschen zeigt, dec stetig bemüht ist, fett Leben nach den von ihm aufgeft eilten sittlichen Postulaten zu gestalten.

Briefkasten der Redaktion.

(Rcchtsgu lachten sind ohne Verbindlichkeit d« Schriftleitung.)

Ä. G. D. W i r können Ihnen die Frage, ob ein elektrischer oder ein Rohölmotor für Sie vor- tetlhaster ist, nicht beantworten. Lassen Sie sich doch von sachverständiger Sette beraten; z. B. von einem ElektrizitätS- ober Maschinenbau- fachmann.

H. Sch. in T. Die Krankenkasse ist zur Lei­stung von Zahnersatz, auch wenn sie durch Unfall nötig wird, nicht verpflichtet, in der Regel wird die Krankenkasse aber wohl einen Zuschuß zur Beschaffung der Zähne leisten. In Ihrem Falle liegt eine körperliche Beschädigung bei Ausübung des Berufes vor, und dafür muh die Berufö-Gc- nossenschast eintreten.

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Aus den Waldungen der Gemeinde Reiskirchen soll im Wege schriftlichen An­gebots nachverzeichnetes Holz vergeben werden:

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7 5a= 3,55

32 5b = 11,83

Das Holz ist mit Rinde gemessen, jedoch enttindet und lagert im Forstort Walders- berg, ungefähr 20 Minuten von der Bahn­station Reiskirchen entfernt Vorherige Be­sichtigung erwünscht, spätere (Einwendungen werden nicht berücksichtigt Angebote sind in Goldmark, getrennt nach Sortiment und Klaffen, mit der AufschriftHolzsubmission" bis spätestens Donnerstag, den 24. d. Wts-, nachmittags 1 llhr, bei unter- zeichneter Bürgermeisterei etnzureichen, wo- selbst auch die Derkaufsbedingungen ein- gesehen werden können.

Zuschlagsftist 5 Tage.

Reiskirchen, den 18. April 1924.

Bürgermeisterei Reiskirchen. 3116D Schomber.

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