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T-*n, aver wem, er wreverhergestellt lex, jo weroe Deutschland die Kraft und die Pläne bereit haben.

Alles, was Deutschland wolle, sei Kredit, und es werde ihn auch erhalten. (

Das Parlamentsmitglied der Arbeiter­partei Mosley sagte, Lloyd Georges Poli­tik laufe anscheinend darauf hinaus, Deutschland in dem Zustand der Entkräftigung zu er­halten.

Die kommende Goldnolenbank.

Wie aus Berlin gedrahtet wird, nehmen die Verhandlungen zwischen der RerchSbank unddem ausländischen Konsortium, das sich an der kommenden Goldnotenbank beteiligt, einen günsti­gen Fortgang. Der Sitz der Goldnoten-

dank soll tn Berlin, der Präsident em Deutscher sein. Wenn die Besprechungen zu einem günstigen Abschluß geführt haben, soll in Berlin eine Dankierkvnferenz statt­finden. i

Botschafter v. Hoesch bei Herriot.

P a r i s, 20. Juni. (WTB.) Der deutsche Botschafter v. Hoesch ist heute vormittag von Ministerpräsident He r r i o t empfangen wor­den. Im Verlaufe der Unterredung wurde eine Anzahl von Fragen besprochen, die im Zusammenhang mit der politischen Lage stehen. Anter anderem wurde auch das Problem der Micumverträge eingehend erörtert.

Die Lage im besetzten Gebiet.

Drohender Ruin Düsseldorfs durch die Besatzung.

Die Stadtverwaltung Düsseldorfs hat ein Schreiben an den General Douchy gerichtet, in dem es Heißt:

Die Lage der Stadt Düsseldorf in kultureller und wirtschaftlicher Beziehung ist

durch die außerordentlich große Garnison, die Wahl die größte der besetzten Gebiete und vielleicht der Welt sein dürfte und jeden­falls m keinem Verhältnis zu der Größe der Hrlfsquellen der Stadt steht, eine überaus be­drängte, kaum noch erträgliche geworden.

Zur Anterbringung der Truppen sind, außer den Kasernen der früheren deutschen Garnison] einschließlich des Bezirkskommandos, des Pro­viantamtes. des Lazaretts. eine Anzahl staatlicher und kommunaler Gebäude, wie die Zollämter, fcie Eisenbahnbetriebsämter, das Landgerichts­gebäude am Königsplatz, ein Teil des Amtsge­richt sgebaudes. das Schloß Hägerhof, die kom­munale Poltzeischule, das Polizeiverwaltungsge­bäude in der Mühlenstraße, das Karlshaus, der Kunstpalast, der größte Teil der Tonhalle, die Konzertsäle des Zoologischen Gartens und ein Seil des Schlachthoses beschlagnahmt worden. Auch find für die Anterbringung der Truppen 19 Schulgebäude mit 304 Klassenräumen, 13 Turn­hallen und sonstigen Aebenräumen beschlagnahmt worden, wodurch

8947 Schüler am Besuch ihrer zuständigen Schulen verhindert

sind. Ihr Anterricht mußte in anderen Schulen erfolgen. An Privatgebäuden sind außer dem ganzen Stahlhof. einem großen Teil des Loewe- Hauses und des Mannesinannhauses, 14 Fabriken und gewerbliche Anlagen vollständig und 12 teil­weise beschlagnahmt worden, ferner 102 Ställe, Schuppen und Garagen.

Zur Anter bring ung von Geiierä- l e n, höheren Offizieren und Bureaus sind wei­terhin 40 ganze Privathäuser in An­spruch genommen, ferner 1660 Quartiere für ver­heiratete Offiziere und Anteroffiziere der Garni­son und 3600 Quartiere für ledige Angehörige der Desahungstruppen.

Du rch die neuerdingser folgte De - schlagnahmeder sogenanntenSchupo- k a s e r n e, in der annähernd 150 Familien unter­gebracht waren, ist es endlich notwendig gewor­den, zur Unterbringung dieser Familien sechs weitere Schulen in Anspruch zu neh­men. Die Kinder, die bisher in diesen Schulen ihren Unterricht erhielten, können anderweitig zu­nächst nicht unterrichtet werden und entbehren da­her jeden Schulunterrichts.

Es liegt auf der Hand, daß der durch diese Requisitionen für die Stadt Düsseldorf geschaffene Zustand auf die Dauer ganz unhaltbar ge­worden ist.

. Ich brauche Ihnen, Herr General, wohl nicht ?u schildern, welche nachteilige Folgen für die Er­ziehung der Jugend durch die vorerwähnte In- I

anspruchnähme von Schulgebäuden entstehen. Ebenso wird Ihnen, Herr General, ohne weiteres klar fein welche außerordentlichen Rachteile dem industriellen und wirtschaftlichen Leben der Stadt durch die zahlreichen Beschlagnahmen von Fabrik­gebäuden und anderen öffentlichen Gebäuden ent­stehen. Ich erinnere nur daran, daß

durch die Beschlagnahme des Kunstpalastes die Durchführung der für diesen Sommer geplan­ten großen Kunstausstellung unmöglich

sein wird und daß die für das wissenschaftliche Leben der Stadt Düsseldorf so wichtige Muster- schau voraussichtlich nicht wird ab­gehalten werden können. Gerade dir wohlhabendsten meiner Mitbürger sehen sich durchs die unerträglich gewordenen Einquartierungs­lasten veranlaßt, ihren Wohnsitz von Düsseldorf zu verlegen, wodurch dec Stadt erhebliche Ein­nahmen verloren gehen.

Neue Kriegsgerichtsurteile.

Einer Meldung derDeutschen Allgemeinen Ztg." zufolge wurde von dem französischen Kriegs­gericht in Landau der Student Ludwig aus Mannheim wegen angeblicher Spio­nage und Geheimbündelri zu einem Jahr Ge­fängnis verurteilt und die Studenten H e r rg o t und Serffling zu je zwei Jahren Gefängnis und 500 Mk. Geldstrafe verurteilt. Ludwig hatte im März in einem Paddelboot die beiden anderen Studenten, die keine Pässe hatten, von dem pfäl­zischen Afer in das unbesetzte Gebiet hinübergeseht. Aus dieser Tatsache konstruierte das Kriegsgericht Spionage und Geheimbündelei.

Dem gleichen Blatte zufolge sind auch in Düs­se l d o r f vorn französischen Kriegsgericht zwölf junge Leute zu Gefängnis und zu hohen Geld­strafen verurteilt worden, weil sie nach der Anllage im besetzten Gebiet verbotenen IugendbergOrgani­sationen angehört hätten.

Der Raubbau im Pfalzer Wald.

Kaiserslautern, 21. Juni. (WTB.) Die Klagen der holzverarbeitenden Industrie der Pfalz über den Raubbau der Franzosen in den beschlagnahmten pfälzischen Staatswaldungen ver­stärken sich in der letzten Zeit noch, seitdem die französische Forftregie zu Geheimverkäu­fen großer Holzbestände auf dem Stamm über­gegangen sei. Die von der französischen Fvrstregie bisher gefällte Holzmenge entspricht etwa dem Stand des ganzen pfälzischen Forstamtes. Ver­träge, die von ihr mit zum Teil noch unbe­kannten Firmen abgeschlossen worden sind, laufen bis 1927.

Wenn Frankreich in Ausführung des Sach­verständigengutachtens eines Tages die Waldun­gen zurückgibt, so ist das Pfand durch die voll­endete Tatsache des völligen Raubbaues erheb­lich entwertet.

Aufgabe und Bedeutung der Presse.

Von der Tagung der deutschen Zeituugsverleger.

Stuttgart. 20. Juni. (Wolff.) Dir hier stattfindende Hauptversammlung des Vereins Deutscher Zeitungsverleger nahm heute mittag im Weißen Saale des neuen Schlos­ses mit einem der Bedeutung der Presse würdigen B?giühungsakt ihren Anfang. Anwesend waren sämtliche württembergischon Minister sowie sämt­liche Spitzen der staatlichen und städtischen Be­hörden und General Reinhardt. Anter den 'zahl­reichen Reden fand die des württembergischen Staatspräsidenten Da.zille besonderen Beifall.

Rach einem herzlichen Willkommen grüß wies er daraus hin, daß Württemberg immer eine Heimat bürgerlicher Freiheit gewesen sei, die unentbehrlich sei für eine hochstehende Presse, und führte dann weiter aus:Ansere Zeit ist von zwei Ideen beherrscht, die soziale als Grundlage des Staates und das sogenannte Selb st be st immungs recht der Völker als Ausdruck ihres Strebens nach Freiheit und älnab» hängigkeit. Diese Ideen haben während des Welt­krieges das deutsche Volk in zwei Lager ge­spalten und damit den .Untergang eines mäch­tigen Reiches herbeigeführt. Rur Ideen können den Zwiespalt beseitigen. Jede Partei begünstigt die soziale Idee. Was fehlt, ist die Ge­meinsamkeit eines außenpolitischen Ideals. Hier hat die Presse eine Mission zu erfüllen, deren Bedeutung nicht hoch genug eingeschäht werden kann. Die deutschen Stämme werden wie Parias behandelt und Eu° .ropa versagt ihnen das Recht auf nationalen Zusammenschluß. Das europäische Problem be­steht darin, einen neuen entsetzlichen Krieg wegen dieser Frage zu verhindern.

Das Selbstbestimmungsrecht der Völker wird die Lösung bringen. Der Zweck der Martyriums des deutschen Volkes ist offenbar, es zum Bannerträger dieser Idee zu machen. Dies entspricht der Gerechtig­keit unb der Objektivität des deutschen Geistes und ist deshalb die Basis, auf der sich das ganze deutsche Volk wieder zusammenfinden kann. Ich bitte die deutschen Zeitungsverleger um ihre Mit­wirkung tn diesem ideellen Kampfe: denn der D D. Z. dient ja nicht nur wirtschaftlichen Interessen er hat auch eine hohe geistige und sittliche Aus­gabe, und der Verleger als Träger des Charak­ters der Zeitung ift mit seinen Mitarbeitern stärkste

Kraft in der Entwicklung der öffentlichen Meinung. Möge es den Verlegern gelingen, zir vielen Ehren­titeln, auf die sie Anspruch haben, dereinst den stolzesten hinzufügen zu dürfen, die deutsche Volksgemeinschaft wieder berge­st e l l t und das deutsche Voll reif zu einer großen weltgeschichtlichen Aufgabe gemacht zu haben.

Die Not der Landwirtschaft.

LautDeutscher Tageszeitung" hat der Reichslandbund unter Hinweis auf die große Rot der Landwirtschaft an den Reichskanzler das Ersuchen gerichtet, mit größter Beschleuni­gung gesetzgeberische Maßnahmen herbeizuführen, um die kommenpen. Steuertermine der Landwirtschäft in die Zeit bis nach der Hackfruchternte zu verschie­ben.

Aus Hessen.

Für die am Montag, nachmittags 3 Ahr, beginnende L a n d t a g s s i tz u n g ist die Ta­gesordnung geändert worden. Erster Punkt ist die 7. ErgänzungzurDesoldungder Staatsbeamten. Dann wird mit der Spezialdebatte des Voranschlags begonnen, die eine Reihe von Sitzungstagen voraussichtlich beanspruchen wird, so daß die weiteren Punkte der Tagesordnung erst später erledigt werden.

Anter den Kammerdrucksachen sind die Ausschußberichte über den StaatSvvr- a n s ch l a g usw. Eine Regierungsvorlage ver­langt eine Erhöhung der Dienstauf- wandSentschädigung für die Be­amten der Kriminal - und Spezial­pol i z e i im Staatsvoranschlag um 24 000 Mk. Ferner werden für einen Verwaltungsdirektor am Hess. Landestheater 1200 Mk. als Aufwandsentschädigung gefordert. Ein Anttag des Zentrums fordert zinslose Stundung von Landes- und Reichs steuern im besetzten Gebiet. Eine Regierungsvor­lage zur Aenderung des Gesetzes.über die DrandversicherungSanstaltfürGe- b L u d e bezweckt eine hinreichende Sicherste!- lung zur Anschaffung von Baumaterialien und die Förderung des Wohnungsbaues

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 21. Juni 1924.

Das Fahrrad.

Eine neue, sehr verbreitete Mode bat feit Wochen und Monaten auch in unserer Stadt ihren Einzug gehalten. Es ist die Mode des Rad f äh­rens. Groh und Klein, Jung und Alt. Dick und Dünn haben sich dieser Mode verschrieben, sie können auf einmal nicht mehr laufen, sie müssen radeln. Selbst die Knirpse müssen da­bei sein. Wenn sie nicht selbständig auf dem Stahlroß hocken können, so müssen sie wie beimBrautautomobil" des Motorrads im Beiwagen mit durch die Gegend ziehen, wie wir es z. B. gestern abend in der Rordanlage sehen konnten. Vielen Leuten ist es ein Rätsel, wie ein sorgsamer Hausvater und eine sparsame Haus­mutter bei dem knapper bemessenen Einkommen es fertig bringen, auf einen Schlag für die ganze Familie Räder anzuschaffen. Die Lösung des Rätsels ist aber gar nicht schwer. Wir hotten z. B. dieser Tage, daß man ein Fahrrad schon bet 5 oder 10 Mk. Anzahlung kaufen könne, ja in einem benachbarten Orte sollen die Maschinen sogar ohne jede Anzahlung zu haben sein. Diese günstige Kaufmöglichkeit wird auf die Rotlage der Fahrradindustrie zurückgeführt, die bei den heutigen Kreditverhältnissen der Industrie nicht auf ihren Lagerbeständen sitzen bleiben könne und sich um jeden Preis, auch mit Hilfe des Ab­zahlungssystems, Absatz und laufende Einnahmen schaffen müsse. Wenn das richtig ist, dann braucht man sich natürlich nicht mehr darüber zu wun­dern, daß jeder Stift neben den unentbehrlichen Schirnrnyschuhen und Zigaretten auch die Fahr- radmode mitmacht, und daß neben diesen Herrchen und den vielen, vielen Dackfischchen auch die noch ganz Grünen bis unter das schulpflichtige Alter herab auf ihrem Stahlrößlein.durch die Straßen fahren, nein, meist jagen, als oh sie vor dem Teufel Reißaus nehmen müßten. Daß hierbei gar manchmal auch ein armseliger Ritter auf Schusters Rappen ins Gedränge kommt, kümmert die jugendlichen stolzen Ritter vom Stahlroß frei­lich herzlich wenig: warum geht auch dieser Fuß­latscher nicht weg, die Straße gehört eben so meinen sie dem Fahrrad. Ganz so dentt ja auch mancher Motorradkutscher, von denen einer uns dieser Tage schrieb, daß in unserer Stadt picht etwa der Motorradfahrer auch wenn er haste was kannste durch die Straßen jagt den Fußgänger, sondern umgekehrt der Fußgänger den Motorradler gefährde, weil der Fußgänger ja auf dem Fahrdamm gehe, z. B. im engen Seltersweg, wo er aber gar nichts zu suchen habe. Daß so ein Fahrrad besonders von den jugendlichen Besitzern ganz gründlich ausgenuht wird, ist natürlich selbstt>erständlich, es ist so eine ArtMädchen für alles" geworden. Man fährt in die Schule, ins Geschäft, zum Bäcker, zum Metz­ger und wer weiß wo noch überall hin. Man fährt aber auch poussieren. Wer mit of­fenen Augen herumgeht, kann tagtäglich beobach­ten, daß es für viele heute nicht mehr heißt«man steigt nach", sondernman fährt nach". Anddann und wann" spinnen sich die Fäden jetzt viel schnel­ler an, weil man eben auf dem Fahrrad rascher aus der Sicht derer (z. B. des gestrengen S>errn Papa oder der Frau Mama) kommen kann, die beim Anbandeln natürlich meist unbequem und höchst überflüssig sind. Dafür haben aber manche Leute wieder gar keinVerstehste". Z. D. sagte unS ein mit kommunalen Sorgen belasteterGemeindevat. man müsse den Luxusfahrradbesitz im allgemei­nen, den Poussierradbesitz aber im besonderen ganz kräftig besteuern, da iäme Geld in den Beutel der Gemeinde, die heute ja wirllich gar nicht mehr wisse, woher sie es eigentlich nehmen solle: und hier tue es ja nicht weh, denn Wer sich ein Rah zum Luxus halten könne, der müsse auch berappen. Ebenso denkt auch ein Richter, der vermutlich schon manchmal ein ernstes Wort mit Fahrrad- und Motvrradsündern zu reden hatte. Beide haben von ihrem Standpunkt aus nicht so ganz Anrecht, na­mentlich wenn man an die Missetaten derjenigen Radler dentt, die da meinen, die Straßen der Stadt seien Rennbahnen. Aber wir wollen nicht scharf machen". Wir wollen allen Radlern und Radlerinnen ihr Vergnügen gönnen, wenn sie nur eine Bedingung stets und überall erfüllen: Rücksicht nehmen auf die Fußgänger, die noch immer so schlecht bei Kasse oder auch so altmodisch sind, daß sie sich dem Zuge der neuen Mode nicht anschließen.

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Gietzener Wochenmarktpreise

am 21. Juni. (Händlerpreise.)

Es kosteten das Pfund: Butter 140, Matte 30, Käse 60, Wirsing 60, gelbe Rüben 25, Spinat 40, Spargel 120, Erbsen 50, Mischgemüse 25, To­maten 100, Zwiebeln 20, Rhabarber 20, Kar­toffeln, neue 25, Kirschen 50, Stachelbeeren 40, Erdbeeren 120, Honig ßO; der Zentner alte Kar­toffeln 380 bis 500; das Stück: Eier 13, Blumen­kohl 150, Salat 10, Salatgutten 100 bis 120, Ober-Kohlrabi 30, Rettich 20 Pf.

Der Anglücksfall auf der Mar­burger Straße, wo am Donnerstag voriger Woche eine Radfahrerin bei einer Karambolage mit einem Däckerwagen so schwer verletzt wurde, daß sie am nächsten Sage verstarb, fand gestern vor dem hiesigen Jugendgericht ein gerichtliches Rachspiel. Angeklagt war der noch jugendliche Lenker des .Fuhrwerks. Das Gericht konnte nicht zu der Feststellung gelangen, daß der junge Mann die Beobachtung besonderer Vorsicht schuldhaft unterlassen habe, es verneinte irgendwelches straf­bare Verhalten und erkannte daher auf Frei­sprechung von Strafe und Kosten. Räheres roird am Montag im ausführlichen Gerichtsbericht zu lesen sein.

** Die Gewitter, die gestern abend und im Laufe der Rächt hier eine Gastrvllq gaben, brachten den Fluren einen sehr er­quickenden Regen mit, der sich bis heute vor­mittag allerdings zu einer Att Dauerregen auszuwachsen schien. Damit sind nun aller­dings die Landwirte und Gärtner nicht gerade einverstanden. Von Schäden des gesttigen Wetters ist uns aus unserer Gegend nichts be­kannt geworden. Dagegen haben die Gewitter in der Amgegenü von Marburg sehr übel ge­haust. Bei Riederwalgern und Frvnlxmsen z. D. stehen die Felder weithin unter Wasser, so daß hier allerlei Schaden zu beklagen ist.

** Ein .Schwindler festgenom- wen, Kestern wurde hier ein junger Mann

Teftgerwrnmen, der in letzter Zeit tn pfepga; Stadt verschiedene Betrügereien mit Bildern ausgeführt hat. Er gab an, er sei, von bei* Frau Prof. Dr. Retzlaff oder Tetzlaff geschickt worden, oder die Bilder seien von der Ehefrau bzw. der Tochter bestellt, es handele sich unf eine Wohltätigkeitsveranstaltung. Geschädigt« wollen bei der Kriminalpolizei vorsprechen.

** 3 n den Palast- Li chtspie 1 en fand gestern die hiesige Erstaufführung deS zweiten Teiles des Ribelungenfilms »Kriem­hilds Rache" statt, der dem ersten Teile an Größe, Wirkung und Aufmachung gleichkommt. Volle Anettennung muß man diesem Monomen» talwerk deutscher Filmkunst schenken, bei dem man mit mutiger Hand an daS älteste deutsche Helden« epos griff, an das Lied der deutschen Treue, bet deutschen Liebe, des deutschen Hasses. 5>te Ge­stalt Siegfrieds muhte die Gestalt eines Hagens finden, die Gestalt Hagens die einer Kriemhild- Sieue und Verrat, Schuld und Sühne im Kreis­lauf der ewigen unwiderstehlichen SchicksalSmackt. Die Massenszenen geben schöne und künstlerisch abgerundete Bilder, ohne inS Aebersensativnell« zu verfallen. Die Bauten, Kostüme, Geräte und Waffen Witten durch ihre hohe Stilechtheit. Da­zwischen stehen die Personen, die durch die Wucht ihres Schicksals auf uns wirken. Gin Meisterwett unserer deutschen Filmkunst, daS deutschen Geist verherrlicht und in unsere deutsche Sagenwelt tief eindringt. Der Gesamteindruck deS Films gehl ohne Zweifel dahin, daß hier etwas geschaffen worden ist, dem man seine Achtrup nicht ver­sagen darf. Der Film wird auch in unserer Stadt sicherlich große Dsachtung finden.

** Konzert zum Besten er bl in- deterKrieger. Zu dieser Veranstaltung hatte die Untergruppe Gießen des Bundes erblindeter Krieger auf Mittwoch abend auf die LiedigShöhe eingeladen. Die Kapelle des 1. Ball. 3nf.-CRgtd. Rr. 15 unter der persönlichen Leitung ihres Ober­musikmeisters ß ö b er und der Gesangverein Heiterkeit" unter der Leitung seines ©irigenteit1 Schüttler hatten sich in anerkennenswetter Weise uneigennützig in den Dienst der guten Sache gestellt. Beide bereiteten mit ihren aus­gezeichneten Darbietungen dem Publikum und den aus den verschiedensten Gegenden Oberhessens und aus den Kreisen Wetzlar und Marburg gekom­menen blinden Kriegern einige sehr genußreiche Stunden, die man ihnen mit lebhaftem BeifAl dankte. Rach einer kurzen Ansprache deS Vor­sitzenden der Untergruppe Gießen des Bundes, Kriegsblinder Georg Beith- Lang°Gons, schll- derte der Vorsitzende der Frankfurter Ortsgruppe, Kriegsblinder Rapp, dem Publikum in kurzen Zügen die gegenwärtige Rotlage der Kttegs- blinden, die sich aber an diesem Konzertabend auch einmal mit den anderen Gästen erfreuen wollten. Auf Anregung einiger städtischer Be­amten nahmen die Schwestern des Wohl­fahrtsamtes unter den Oäfteh eine Geldsamm­lung vor, bei der gern noch manches Scherflein für diese bedauernswertesten Opfer des Krieges gespendet wurde. Der Besuch der Ver­anstaltung wurde leider den berechtigterweise hochgespannten Erwartungen der veranstaltenden Kriegsblinden nicht gerecht. Zwar war der Gar­ten leidlich besetzt aber der Saal, den man auch gern gefüllt gesehen hätte, war völlig leer. Da­für hatte sich aber eine sehr große Schar von Zaungästen emgefunben, die sich wohl an den instrumentalen und gesanglichen Darbietungen er­freuten, aber bedauerlicherweise nicht soviel Hoch­herzigkeit aufbrachten, das Konzert gegen Ein­trittsgeld zu besuchen und damit die Rot unserer äimften Brüdern lindem zu helfen. Es ist be­schämend für unsere Stadt, daß Mitbürger auch bei solchen Gelegenheitennassauern" gehen, ebenso bellagenswert ist, daß zahlreiche Ein­wohner überhaupt ferngeblieben waren. Ma«. Ecytn die zornige Stimmung oerftepen, die nrcht nur in den Kreisen der Kriegsbeschädigten, son­dern in den Kreisen der ehemaligen Feldsoldaten und der warmherzig fühlenden Bürger überhaupt besteht. Hier wäre für die breitesten Bürger- schichten eine gute Gelegenheit gewesen, durch die T a t zu beweisen, daß ihnen das Mitempfinden mit diesen Kriegsopfern mehr ist als em billiges Lippenbekenntnis. Hoffentlich nehmen die Krerse, die der Veranstaltung fern geblieben sind ober nassauerten", bei irgendeiner passenden Gelegen­heit Veranlassung, das Arrrecht wieder gutzu- machen, das sie am Mittwoch, abend tn unent­schuldbarer Weise an den Kriegsblinden begangen haben.

Bornotizen.

r-LTages-Kalender für Samstag. Gießener Goethe-Woche: 4 Ahr: Eröffnung der DuchauSstellungGoethe-Buch" im Saale Ar­beitgeberverbandes (früher Hotel Grobherzog). an­schließend Führung. Schule für höheres Kla­vier und Theorie der Musik (M. Körner) Konzert im Saale der Schule. Lichtspielhaus, Bahnhof­straße:Ehegeschichten". Astoria-Lichtspiele: Die Raubzüge der Totenkopfflieger". Palast­lichtspiele: Der 2. Ribelungenfilm:Kriemhrldef Dache". RundsunkhauS heute für Private re* serviert.

Tageskalender für Sonntag. Gießener Goethe-Woche: Morgenfeier um 11 Ahr in der Aniversitätsaula, Prof. Korff:Goethe und wir". Bühnen-Dollsbund: 4 Ahr auf der WaldbühneWieland der Schmied". Deutsche Volkspattei: 4 Ahr im Klub Abschieds feier für Professor D. Schian. Schulefür höheres Kla­vier und Theorie der Musck (M. Körner): Kon- zett im Saale der Schule. Achtspielhäuser: rote am Samstag.

Turn- V er ein von 1 846 Gießen. Morgen, Sonntag, vorm. 8,30 Ahr, findet auf dem Oswaldsgarten ein großes Faustballtoumier um den vom Verein gestifteten Wanderpreis bestehend «in einem silbernen Decher statt.

Wettervoraussage <

Wolkig, zeitweise aufheiternd, noch einzelne Regenfälle, mäßig warm.

Kreis Friedberg.

ßf. Friedberg, 19. Juni. A^s der jüng« sten Stadtvervrdnetensitzung. Die von der Marktkommission vorgeschlagene Markt­ordnung wird angenommen, das Hausieren und Feilbieten von Gemüsen, Obst usw. während der Zeit des Marktes ist verboten. Der Bür­germeister wird ermächtigt, die Geschäfte der Bürgermeisterei vorläufig weiterzufüh» ren, ba der neue Voranschlag noch nicht zur Beratung kommen formte. Der nächste Punkt der TagesordnungTilgung städti­scher Obligationen" unterliegt vorerst kei­ner Beschlußfassung, da sich über diesen Purrft

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