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Freitag. 21. März 192|

Elegener Anzeiger (General -AnzelgersürGverhessen)

solange nicht pari.ä.ische Schichtungsstellen unter richterlichem Vorsitz zucestanden wären. Die Wartestandszcit ist auf das Pensionsdienstalter anzu rechn en. Scharf wandte sich der befere nt gegen die beabsichtigte älrlaubkürzung. Niemals ist Urlaub nötiger gewesen als jetzt. Tüchtige Leistungen sind nur möglich wenn an der Ge­sundheit des Deamten nicht gefrevelt wird.

Kt 69 Zweiter Blatt

Wirtschaft.

Die Kohlenprodttktio» in Hessen.

Die monatliche Statistik der Kohlenprv- duktion des Dolksstaates Hessen weist für den Monat Februar 1924 folgende Zahlen nach: An Braunkohlen wurden gefördert 39 043 Tonnen; verkauft wurden davon 13 179 Torr- nen; der größte Teil der Rohkohle wurde wei-> ter verarbeitet oder war zur weiteren Verar­beitung bestimmt. Aus den verarbeiteten Roh­kohlen wurden neben Schwelereiprodukten er­zeugt: 110 Tonnen Braunkohlenbriketts, 654 Tonnen Raßprcßstoine.

Unter Berücksichtigung der aus Vormona­ten übernommenen Bestände, sowie des Ab­satzes und Selbstverbrauchs verblieben am Monatsschluß absatzfähig:

16 668 Tonnen Rohkohlen, 322 Tonnen Raßpreßstcine, zusammen 16 990 Tonnen Braunkohlen uno Draunkohlenprodukte im Gesamtwert von 111956 Goldmark.

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* Ermäßigung der Börsen st euer fürdieHamburgerPsundanleihe. Aas Grund des § 108, Absatz 1 der Reichsabgabe- ordnung hat der Reichssinanzmllrister die Börsen- Umsatzsteuer für Anschaf,'ungsgeschai te in Ham­burger Psund-Sie.ling-Aalexhe für 1923 auf die für wertbeständige Schuld- und Rentenvealchrei' Bungen des Reiches und der Länder geltende

beginnt.

Die nächste Konseguenz tiefes reinen Ar- beitnehme csta ndpunkles ist, daß. auch die Be­amten, von diesem Standpunkte aus gesehen, für «sich das Letzte, die ultima rat io der -d-ewerj!- jchaften, nämlich das Streikrecht, in Anspruch nehmen. Wir wissen, daß große Decke der Be­amtenschaft, ich darf hier sogar verw-ei e x auf den Deutschen Deamtanbunid, in ih e x Statute-.x als üußersts Mittel ten Dvarntanstreik versehen. Der Beamten st reit bedeutet aber nicht xneh. u.ib n.cht weniger als die Regation des Staatsgeda.xk-.ns, Mirtb deshalb darf und kann in u.xferen Reihen von der Berechtigung des Beamtenstreikes n c die Rede sein. Der Beamte erschien dem Bolle gegenüber in vollem Umsange, lassen Sie mich tagen, als Inkarnation des Staa-tsgedaniens. Mit ibem Sinken der Staatsautorität in den letzten fahren w.xr somit auch eine Erschütterung der Stellung des Teamtan natu .motw.ndig Verbund n Leider hat der Staat s-licht alles getax, um die Autorität her B.amtenschaft und damit indirekt «eine eigene zu untergraben. Der Staat kann seine eigen».> Autorität nur starken, wenn er die seiner Vertreter, xxärnlich der B.amten, heot und diese Hebung der Beamte-. Schaft ist heute, da im ftbigen die Privilegie-n dieses Sia,des wegge- fallen sind, nur möglich, durch Desierung d.r wirtschaftlichen und rechtlichen Stellung der Be­amtenschaft. (D-.aoo.) Es ist ein-e Realttat, gegen die nicht anzukämpiex ist, daß die Ausübung des Dienstes, insbesondere die begeisterte Hxnn.b: an den Dienst kaum möglich ist bei dauernder Rot lund bei rechtlicher Bedrohung. Die hohe Idea­lität der Gesimxung Hilst darüber nicht hinweg. Ganz besonders stark muß diese Aende.ung sein bei cer geistig arbeitenden, also bei der heheren Schicht. Wirklich fruchtbriagen e geistige ^atxg- keit kann nur ausgeführt werden auf der -Sr-ino» läge einer wirtschaftlich gesicherlexx Extste-xz. und auch hier darf ich feststellen, daß i ns l>e, ordere gerate diejenigen höheren Beamt, nstände, Oie ote geistige Befruchtung unseres Volkes sich angelegen Reffen fein müssen, die instesontere das Wattigste, die Jugend, zu betreuen haben, daß gerade unsere Lehrerschaft und Geistlichkeit mch: viellnht noch als alle ankeren dieser materiellen Sicherung ihrer Existenz bedürfen, um ihre x schweren, aber idealen Aufgaten nach jeder Richtung gerecht werden zu können. Meine Damen un> Herren! Gerade in Zeiten der Rot des Vaterlandes ist nichts notwendiger, als der geistige Ausbau. Wir dürfen nicht einen Kulturab'-au, fontern toir muffen einen Kultuvausl-wa haben. Der 215 rau ober insbesondere der Lehrerschaft bedeutet letzten

Endes immer nur Äulturabbau. Das kann und ters nicht fein. Wir, die wir heute leben und die wir diesen furchtbarsten aller Kriege erlebt haben, wir werden vielleicht nicht so stark mehr mütoirfen können an dem Wiederaufbau unseres Vaterlandes. 2lber unsere Jugend ist es, auf die wir alle unsere Zukunftshof, xungea stützen, und daß diese Jugend erzogen wird in dem Geiste des Wiete.au sbaues des Vaterlandes, da­zu sind in erster Linie diejenigen Berufsstände, die ich eben erwähnte, ausersehen. Diese For- terung, die Forderung, baß die, Kultur nicht ab-, sondern aufgebaut wird, ist einfach die Frage der Zukunft unseres Vaterlandes. Ein anderes kommt noch zu dieser Frage, die wirtschaftliche Festigung. Ich glaube, niemand wird bestreiten formen, daß heute bis in die höchsten Spitzen der höheren Beamtenschaft kaum irgend jemand in der Lage ist, seinen Söh.en eine Erziehung ange­deihen zu lassen, die sie befähigen, dereinst den Beruf des Vaters zu ergreifen. Riemand, der die Beamtenschaft kennt, wird zu leugnen versuchen, daß die Tradition für die Beamtenschaft ein Lebenselement ist. (Sehr richig.) De.-,-er Ge- can fengang muß uns dazu bringen, auch hier die Forderung aufzustellen, daß die wirtschaftlichen Lebensbedingungen für die höhere Beamtenschaft nicht nur das reine Essen und Trinken und den Rotbedarf des täglichen Lebens erfüllen, sondern daß sie darüber hinaus in die Lage verseht wer- ben, die Txudition in ihren Reihen fortzup.lanzen. die für das Staatsganze von ganz ungeheurer Wichtigkeit ist. Ich sagte schon, daß die Privi­legien der Beamte.öschaft auf der gangen Lime Gut das schärfste bedroht erscheinen. Zch sprach vom Abbau, von der Kürzung der Pensionen, von der Kürzung ter Wartegelrer usw. Daraus ergibt sich ganz klar, daß der Beamte genötigt ist, nicht nur im eigenen, sondern im Staats» interesse, für diese Dorr-echte zu kämpfen und sxch zu diesem Kampfe zusarnrnenzaschlie..-.ix. Die be­sondere Stel'ung der höheren D.amt-.n rea/ fertigt nach dieser Richtung eine tesontere Organisation, eine besondere Organisation, die nicht etwa im Kampfe steh »x «soll gegen eie üb.nge Beamten­schaft, die sich aber angelegen feix lassen muß, ine Vertretung ihrer besonderen Zn.eressen, b.e Hereinbrechen über unseren Berufsstand und d:e allgemein umfassen den Schatz der qualifiziert,.n Geistesarbeit, ohne den ein Aufstieg unseres Vol­kes nicht möglich ist. Hoffen wir, daß unser Bundestag, den wir heute beginnen, in ma.cht» voller und ei.cheitlicher Äuntgebunj diesen Ge- b-anfen herausilingen lasse, getragen vom Gerste der Versehxlichkeit, getragen aber auch vom Geiste der Verantwo.tung gegenüber Volk und S.aat. Wir wollen, raß Volk w.rd Staat dem Bram en geben, was des Deamten ist. Aber auch wir w.-llen lern Staate mit allen a i.c.xm Kräften geben, was des Sandes ist, tenx wir wrssen, daß Staat und Team e :f;a,t miteinander l'.b.n und sterb.m, stehen und fallen. Wir höheren Be­amten insbesondere w.ss-.n: war ein unx h ngiges, angesehenes, geistig l-och stehendes, iteal ge in:x es, höheres Doamtentum kann Bürgschaft le.-t dafür, daß herein ft wieder h.ckt und licht wird die Zu­kunft uxeseres geliebten Daterlandes. (Stürmischer,

Sehr bemerkenswert ist ferner der Beschluß des Bundestags, daß gleichzeitige Mit­gliedschaft im Aeichsbunde und in einer anderen Spitzenorganlsation unzulässig ist. Bestehende Bin- duixg.n sind in angemessener Frist zu lösen. Dieser Beschluß bezieht sich naturrich nicht auf die Arbeitsgemeinschaften usw. in den einzelnen Ländern und Städten: er wendet sich vielmehr gegen die Tendenz des Deutschen Beamtenbundes, dem Reichsbund die Stellung als Spitze xorgani- sa ton der höheren Beamtenschaft Deutschlands stri.liz zu machen. In einem besonderen Referat wurden die wirtschaftlichen Selbsthil.eeinrich unge.x des Reichsbundes (üln.erstützuigskasse. Kranken- zuschußt ffe, S:ertek.cße, Rechsoaadbank). sow.e der deutsche Beamtenwirtschastsbund behandelt.

Sr.

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Dermnchres.

Ausbau des Tempelhosrr Feldes zu einem internationalen Zentralslughafön.

B e r l i n, 20. März Der Magistrat hat der Tiru.xg einer st ä d t i s ch e n Flughasenge- fellschaft auf dem Tempeltzv.ee 8-ld zuge- stimmt. Die Stadt Berlin gibt der Gesellschaft ein Kapital von 500 000 Goldmart. Die F ug- ha,engeiel.schall wir) mit den Luft.e bhrsges.ll- schaste.a. welche die Hae.xanlage benutzen beson- t-ece PachNneraäge adschließen. Mit der Dxldung dieser Ges.l.scha.t ist der 2Iu3bia des promtori» schen Fiugp-atzes cu lemTe m pes h oser sei d zu einem internationalen Zentral- slug Hafen sichergeste.lt. Die Arbeiten sollen sr bald wie möglich in 2lngrifi genommen wsroen. Üntci anderen soll eine besondere Fantstatio.a errichtet werden, die eine Reichweite von 800 bis 1000 Kilometer erhaben soll. Des weiteren wird der Bau eines Leucht.euers tn Angriff ge- iTcmmcn. Auch der Dau einer großen Zu,acht- straße von Berlin zum F.ugplatz sock in Kürze erfolgen.

Der Famillenschmuck des Fürsten Fürstenborg geraubt.

D o n a u e s ch x n g e n, 20. März (Welfs.) Bei einem Einbruch in bte-f ürstlichen S a in m- l u n g e n ist der dort au,bewahrte Familie n» schmuck, der einen hohen antife x u x) Goldwert hat, vollständig ausgeraubt Word n. 2.13 mutmaßliche Täter sind bisher zwei Personen verhaftet worden.

Weitere Abnahme der deutschen Sterbliche keitszisser.

Die Gesundheits Verhältnisse der deutschen Eroßstäöte wa en nach dem Bericht der Klinischen Wochensch ist" im Zanuarl924 günstiger als im gleichen Monat des VorjahreZ. Die Geburtenzahl, die schon in Vorjahr niedrig gern3 stand, ist allerdings noch w.itor gesunken, nämlich von 23 981 auf 24 332; aber die Gesamt- sterblichbeit nahm noch beträch.lichrr ab und f;el von 24 112 auf 20 832. Währen) sie noch 1923 15 1 pro 1000 betrug, belief sie sich im Canuar 1924 nur noch> auf 13 p:o 1000. Die Abnahme wird hauptsächlich hervorgerufen durch die geringe Säuglingsste. blichck.it (2651 gegen 3ZC8), du ch d.e Abnahme der Sterblichkeit an Lungenentzündung und Büfluenza (1946 gegen 3901) und an Tuberku­lose (2552 gegen 3038). Die 2lbnahme ist also hauptsächlich dem Fehlen der Grippe im Januar zuzv sch reiben.

Riefenpreise für Blumen.

larrgaarhalterrder Beifall.)

Dir geschäftliche Tagung des Plenums, an der über 203 stimmberechtigte Vertreter texl- nahmcm, begann am Vormittag des 10. Marz unter dem Vorsitz von Dr. Scholz. Wir grellen einige wichtige Punkte der sehr umfangreichen Tagesordnung heraus. Bezüglich des groß- ang legten Referates des Geschäftsführers des R. H. B verdient Erwähnung die Feststellung der nationalen Einstellung des Reichsbundes und der Hinweis, daß die höhrren Doamten Banner­träger fein wollen im Kampf um eine bessere Zukuixst unseres Vaterlandes. Dieser Red xer sowie der Referent für Besoldangsfragen. Oberpostrat Dr. Tapf er charaktensie.'ten sodan x die Ziele und Wege des Reichsbundes in der Frage der Ge- Währung ausr.ichender Besolda.xgm. Wenn auch die höhere Beamtenschaft durchaus nicht ver- kexmt, daß fie in ganz anderer Weise an den Staat sich gekettet fühlm nxuß, als um lediglich k>as unmittelbare Arbeitnehmeroerhältois zum Ausdruck zu bring'n, so maß diese doch immer tri der mit Entschied mH eit darauf hinweifen, daß auch sie mit allen Mitteln auf die Wahrung ihrer EristenzbLdingungen hin? uwirken gezwuncen ist. Fix erster Ltnie wird ein geistiger Kampf zur Errcrchung dieses Zieles geführt werd.m muffen. Im Hi xblick auf die ganz unzulänglichen Ge­hälter der Gegenwart betonte Dr. Tapfer, das) die Opferwilligleit der Beamtex ihre Gr-me finde an der Opferfähigkeit, und daß die älxterbezah- lung der Beamten auch die Existexzfähigkeit der freien Berufe bedrohe. Der Berichterstatter für Wirtschaftspoli ifche F agen. Geh. Reg.-Rat Sjö- berg hob hervor, steuerliche Gerechtigkeit habe für gleichmäßige Belastung aller Bevölke- rungskrcise zu sorgen; besonders seien die Kreise heraixzu-tchen. die sich ihrer Steuerpflicht bisher gaixz oder teilweise entzogen haben. In diesem Zusammenhang wurden die Worte des Präsi- deixten der Rentenbank erwähnt, daß es uner­träglich sei, allein die Beamtenschaft mit einer Sondersteuee bis zu 63 Prozen: ihres Gehaltes zu belasten. Zur Besoldung wu.de folgende Ent- schli ßung gefaßt: Der Bundestag des Reichs­bundes fordert, daß endli h wieder die schm im Frieden kaum ausreichende Besoldung der Be­amtenschaft auf eine dem Einkommen der beruf­lich und wirtschaftlich gleichzustelstnden Dolks- fcßichten entsprechende H'Zhs: gebracht und davex räch' nur für die unteren Besoldungsgruppen cre auskömmliche Besotdu,g un er allexx älmstänben gesichert, sondern auch die Kostet der Dor- und Ausbildung sowie die mit dem Amt verbundene Verantwortung voll berücksichtigt werdexx. Für .se im Interesse des Staates und der Erhaltu xg eines gesunden Te.ufsbvamtentulns unbedingt er­forderliche Besoldung find die nötigen Mittel emrch di: gleichmäßige Delastu xg alle; Volkstex'.e durch ei xe gerechte Steueroolitik aufzubringem Senatsvrasident Dr. Spiegelthal sprach über Rech'.sseagen, besonders Boanxteixabbau. Er hob hervor, daß die Pension einen zurückgehaltenen Teil des Gehaltes darftellt. der glso rechtlich richt gekürzt werden darf. Die Pe xsionskürzung s i eine Vergewaltigung der Beamten, wie denn überhaupt der Aöbxu cl.t Akt der Willkür fei.

Bundestag des Reichsbundes der höheren Beamten.

Im Mittelpunkt der Veranstaltungen des am S und 10. März ixx Erfurt stattgefundenen Bundestages stand die öffentliche Tagux^, au, 'der der 'Dorfwende des Reichsbmxdes, R-.ichs° Minister a. D. Dr. Scholz, über »D l e Sie l - lang der höheren Beamten zu Staat und Volk" u. a. folgendes ausführte:

Die Aufgabe des 'Beamten, insbesonr^re Oie Aufgabe der höheren Deamterxschaft ist, Mittler 5u sein zwischen Staat und Volk. Sehen wir, meine verehrten Damen und Herren, in dieser Auffassung den Kern des Deamtenpro^ems, so verlohnt es sich wohl, die Stellung des Beamten, insbesondere des höheren Beamten zu Staat und Volk näher zu beleuchten. D,e Entwicklung ber letzten 10 Jahre hat ein ganz wesentliches Charakteristikum: Das ist die schwere Schaüigung, ia, man kann säst sagen, die Vernichtung des ,gewerblick-en und geistigen MiNelst-endes, des- ienigeri Standes, der nmnor eine der stärksten Stützen der Staatsautvrität gewesen ist, des- äenigen Standes, zu dem sich auch die Beamten- sckeaft aller Grade, insbesondere auch die höhere Beamtenschaft zählt, und mit Stolz zählt. Auch die Stellung des Beamten, insbesondere des höhe­ren Beamten, und zivar nicht nur in ferner Gigen- frfjaft als Glied des Mittelstandes, hat sich in her gekennzeichneten EntwicklungsperwLe gründ- sät.lich verändert. In früherer Zeit war der Beamte Diener des Färste-.x. ihn persönlich ver- pslichaet. auf ihn persönlich vereidigt, und da der Fürst nach dem schönen Worte Friedrichs lc3 Großen der erste Diexxer des Staates war und Jein sollte, so war in dieser Destehu xg der Be­amte. und zwar jeder Beamte direkt oder inOirett Dertreter des Fürsten. Drxrin Lag eine starke Gewähr für die Objektivität und die ilnbeei.x» flutbarfeit des Beamtentums. Der Fürst stand über den Parteien und somit, wie auch seine Dertreterschaft, waren die Beamten mehr oder weniger tem Streit der Parteien entrückt., Run- mehr durch die Revolution und die Weimarer Verfassung ist an die Stelle des Fürsten das Volk getreten. Das Volk, das nach außen in die Erscheinung tritt in der Schichtung nach Partei- oder nach Jxckeressengruppen. Theoretisch ist zwar in der Weimarer Dersasfu'.rg das Be° 'rufsbeamtentum gesichert, praktisch aber mußte die eben geschäderte Entwicklung dahin führen, daß die Gefahr der Beeinflussung durch Partei- ober Wirtfchastsgruppen sich sehr stark und immer mehr auswuchs. r

Ganz besonders groß ist d:e Gefahr bie,er Beeinflussung naturgemäß bei bec höheren Be­amtenschaft. An sich natürlich ist d'.e,e parteiliche Beeinflussung unvereinbar mit Le.n Begriff des Derufsbeamtentums. wie wir es verstehen. Trotz der versuchten Sicherungen der Versaflüng aber besteht die schwere Gefahr, daß auf diese Wei e die Grundfesten des Derussbeamtentums an-ge- taftet werden, wie wir es in der Entwicklung der ^letzten Gahre in steigendem Maße bemerken muß­ten. Ist so die äußere Stelluiig des Beamten verändert, so mußte folgerichtig auch die innere Einstellung des Beamten zum Staate eine andere werden.

Die Sonderstellung des Beamten ist seit der Revolution beseitigt. Die Privilegien der De- anitenfdjaft erscheinen unberechtigt. Wir sehen, daß aus dieser ©ebantmreifc heraus seit der Revolution lauernd Sturm gelaufen wird gegen diese für unberech.igt gefxil-e-.xn Privilegien. Wir eben die Gefahr für die lebenslängliche An- tellung des Beamtem, bei dem Abbau der Pen- ionen, der Wartegelder' und Hinterb.iebenenfür- orge. Hiermit ist naturgemäß verbu.rden eine Aenderung der berufsmäßigex Einstellung auch Les Beamten zum Staat. Darüber müffax wir uu8 völlig im klaren fein. Hier ist der Moment, wo der einseitige Arbeitnehmerstandpunkt auch in der Beamtenschaft zum Durchbruch zu kommen

Seltene Züchtungen von D'umen werben oft mit so hohen Preisen bezahlt, daß sich die lang­jährige Mühe des Züchtens wohl ve.lohnt. So wurde für Samen einer neuen scharlachroten QUnnie vor kurzem die Summe von 933 Psd. Sierl. gezahlt 3 x Ceylon, wo die Emchoneea in großem älmsang zur Herstellung des Chmins gezüchtet werden, zahlt man süe 43 Gramm ton Samen einer neuen besonders guten Art 200 Psd. Stelling und mehr. Erne neue schöne Relkenart Habet stets ihren Käu'er. dee sich den Erwerb etwas kosten laßt. Der sranzosisch: Züchter, der dxe neue Relle ..F.aneee" herieorbrachte, ver­kaufte sie einem Liebhaber in Chieago für die Summe von 15 000 Dollar. Dieser Preis kann aber mxh nicht als zu hoch erscheinen, wenn man bedenkt, daß der Züchee 12 Jahre brauchte, um ii: Blume zu s.-lcher Bolirommeahest zu bringen. Dievollkommene Relle', der ihr Züchter Thomas Galdin diesen stolzen Ram-en gab, wurde von dem Dckmensreun) T W. Lavson für ben bis dahxn u oerhörste:: Pr.i; von 6003 Psd. ©teil erworben. Erne andere neue Relkenart ..F amingo" beachte kürzlich aui der Ausstellu xg der Londoner Votum- schen Gesellschaft 2300 Psd. Steel. Acht Mve geduldig« Arbeit cva en nötig, u n die Gladiole zu erzielen, die den RumenGlory of Roordwijk" | führt und eine der^ schönsten und groß en Gladi- clcn ist Der Züchter verkaufte zwei Pünd der neuen Zwiebeln für 1863 Psd. Steel. Reue Kur- tcsselzüchtungen. die gegen Krankbeiten immun si id un> grüße (Si-traT- l.e em, werden ebensarls mit großen Summen bezahlt.

Lu'tamnibusse für Rom.

Um die besonderen Verkehesschwierigkeiten zu beseitigen, die sich für dis zur G.»> tndt ce- wnrdene Rom ergeben. Hit der Deneralsek.etär !«.- italien.schon Verk'. h.sg-esellfchaft 2ck. Biraghi eine i Plm r.usgearbei «t, rer einen Verkehr mit Lustt'mnibussen vorsieht. Es sollen kbine Luft­schiffe Der-Wen u.x-g finden, die nicht zu h.ch fahren ui b sich a-n Ra uten h ilten, die durch über den Hßusern ausgespannte Drähte l»ezeichnet sind. D.e fladjen Dächer, vie fast alle römisch n Häuser besitzen, werben als geeignete Landungsplätze dienex. und sollen durch Liftanlagen le tuem er- reicht werden. Der Vater dieser neuartige x Idee h'lt sie für technisch und finanziell durchaus burchsührbar und flaubt, kaß die immer z.uxeh- me : -e i Verck.hrsschwbrgleiten Roms allein auf diesem W'ge befriedigend gelöst werden können. Rom Hit sich in letz er Zeit beratend ausgedehnt, und das Bedürfnis nach raschen Fah.g.-legen- heiten von den Vorstädten nach den Mittelpunkt i>cr Stadt macht sich immer empfindlicher bemerk­bar. Infolge bet Uixsicherheit des Erdbodens, aus dem die ewige Stadt steht, und wegen der k itischen Verhilf..iss« in den Fundamenten vieler alter Häuser ist bie Anlage einer Untrrg.und- b hi Mxmöglich Die engen und wink.iz> n ©aalan aenüaen andererseits auf die Dauer immer we­niger Dem wachsenden Verkehr. Dazu tornm. n rx»4. 5ic tcfmxberen Boden Verhältnisse der Hügel- stabt die die Anlage von Straßen erschweren, und so bleibt die einzige Zuflucht zu euer besse­ren Erschliefuing Roms der Weg in d e Lust, ter mit d esem Flugomnibus-DiLxst eingeschlagen werden soll.

Steuersätze ermäßigt.

* Auflösung der Reichsstelle für Wertpapiere. Durch Verordnung te3 Reichs­präsidenten vom 13. März 1924 toiro die Reichs- stelle für Wertpapiere am 31. März ds. Is. cm,gelöst. Die Wertpapier-entschädigung und die Durchführung der Art. 260 u.xd 293 Anlage 10 des Frie.e svertrages geh.n auf das Reicheenb schär/.gungsamt für Kriegsjchäden, Abteilung für Wertpapiere, Berlin SW., Ovanie.istr-aße 91/95, über, wich, end die Ausgaben das Referats |üi bas dmtsche Vermögen im Ausland und der GutfchriitL.d-Avteilumg dem R.ächZ-Ausglrichs- amt, Wilh-elmstraße 94/95, übertragnen werden.

* Handels-und Gewerbebank Gie­ßen. Am Mittwoch abend fand im Hotel Schütz eine stark besuchte außerordentliche Ge­neralversammlung der Handels- und Gewerbebank e. G. m. b. H., Gießen ftatt, die über die Reubildung von Goldgeschäftsan^ teilen und Verrechnung ter alten Anteile zu be> schließen hatte. Als Siellrertreter des Aufsichts- ratsvoesi'.enden eröffnete Obervealleh.er Hag­genmüller die Versammlu.xg mit dem Hin­weis auf die verheerenden Folg-en der Inflation, 1-42 heute in er.iec starken Kapitalnot zum Aus­druck kommen, und betonte die Rotwendigkeit, Iven Reuaufbau der Dank unverzüglich in die OBegc zu leiten. Soi<mn erläuterte Direktor Arnold in eingehenden Darlegungen die Dor- fcfiligc der Verwaltung. Rach angeregter Debatte wurde einstimmig beschlossexi, den neuen Ge­schäftsanteil auf 50 Rentenmark sesb zusetzen unb 40 Anteile zuMlassen. sowie die Haftsumme des einzelner auf das gesetzliche Mindestmaß, also auf ebenfalls 50 Ren ten- mark zu beschränken, ferner nach Inkrafttreten ber vom alten Reichstag nicht mehr erledigten Gesetzesvorlagen die Renümmark durch die G v l d- rn a r k zu ersetzen. Die alten Geschäftsanteile wer­den. um sie buchmäßig festzuhalten, mit einer Rentenmark verrechnet, nachdem mehrere Lln'eile eines Mitglieds zu einem zusammengelegt find. Ein Zwang zur Einzahlung des neuen Gold-- gefchäftsanteils, für den jur Erleichterung zwei jäh.liche Ratenzahlungen von je 25 Mark zuge­lassen sind, soll auf nichtzahlungsfähige alte Mit­glieder nicht ausgeübt tcericn. S.e könnten also auch mit 1 Mark Mitglied der Dank bleiben, ohne ihr Stimmrecht zu verlieren.- Zum Schluß ter Versammlung forderte der Vorsitze-nde noch­mals die Mitglieder auf. der Dank durch mög- lichst starte Einzahlungen auf Geschäftsanteck auch weiterhin ihr Vertrauen zu beweisen.

'Die A.-G. Sächsische Werke. Der sächsische Landtag hat bekanntlich in feiner Sitzung vom 17. Cvxicuar 1924 der Umgestaltung des staat­lichen Elektrizitäts- und DraunllEh.rnun'.ermeh- mens und des staatlichen Stemkohb.-n!w.rkss in <me QI.-®, unter der FirmaA.-G. Sächische Werke" zugestimmt. Rach Erledigung der not­wendige''. Vo.arl»eit2n für die ileberfüb unn die­se e sta.:llich -n älntcrnehm nge x n de neu Qll-G. ko.a.te L:,e|er Tage leix-n ton titulerenve General­versammlung abgehatom werde.n. An die Spitze I fier C-esellsckxlft wurden als Vorsitze:xLer Fr. Wöhrle und Äaufmar.trt A. Hille in Dresden b'.'vu ei Deren Sllllvertreter sind Direkwr Roberi Alberts. Direktor ®eorg Da u b er s chm i dH Oberregierungsvat Dr. Erich F ö r st e r . Direk­tor Heinrich Hartung. Regierungsbaurat 2ll- fred Rachel. Direktor Georg Riedel. Di- rekeor Paul W e i d n e r u.rd Direktor Hanno Zenner. QIn ter Spitze des Aufsichlsrats steht als Dorsitzender Finatzminister Dr. P. Rein­hold, dem als stellvertretende Dor-sitzende Mi- nistenaldirektor Dr. 3vg. S. Hust und Ober- berghauptmann Dr. Ing. H. Fischer zur Sexte stehen. Ferner gehören dem Qluslichtsrat hervor- vc-gende Vertreter vcm Industrie und Handel und l>:s cesanxten Wirtschaftsle'.e.xs an. Zur Durch- süh ung des gei-Lr.:ten Qlusl-aues soll eine An- leb' von 50 Mill tonen Galdrnxrk aufgenommen werden, die durch erstsbellige Hypotheken an dem Kohlenvorkommen und Grund'.«esitz der Gesell- sc'iaft gesich.'rt fein wird. Ais erste Ausgabe wird ein Te lbetrag von 10 Millionen Goldmark in Stücken von 50. 100, 233, 503 und 1033 Gold- mar k in den nächäen Lagen aufgelegt werden, die vom 1. April 1924 ab mit 10 Prozr.nt ver­zinslich sind. , , ,

Oberschlesische Eisenba hnbe«» darfs-A.-G. G lei Witz. Aus dem Geschäfts­bericht ter Gesellschaft, deren o. G.-V. am 29. Marz stattsindet, entnehmen wir folgendes: »Die Ruh.bese'mng [rat auch auf unser Unternehmen ih en Einfluß ausgeübt. Die überstürzt ange- ordnete Zollfreihrit für ausländisches Eisen hatte zur Folge, laß gerade das östliche Absatzgebiet mit ausländischen Er,'eugnissen überschüt et wurde. Die jetzige älel-ergangsieit wird desto ch'r über­wunden werden, je schneller die letzten Reste der Zwangswirtschaft beseitigt toorrem. Durch freie Vereinbarung ist es gelu xg.-n, die Vorkriegsar­beitszeit wieder einzuführen. Vo.uussehang für eine gedeihliche Produktion ist ab-'r, daß auch der unumgäixgliche Abbau der Frachtentarise. ganz