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21.2.1924
 
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Donnerstag, 2 . »jcbrnar 1924

Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhessen)

des Vortrag» der ausgezeichnetste Vermittler. T>er weiche warme Klang seine» Anschlags, der btü- bciiiK itm. der aus den Lyrismen wundersame inelodische Gebilde bctvoriaubcrt. vereinig', sich mit einem männlich edlen Ehavaktedsierungsver- mögen zu letzter Feinheit und Kühnheit deS ÄlaoicdpicU. So wandeln (ich die Werke m dieser Art der Ausdeutung, die alle Farbendrechungen des Klavierklanges nut einer auf ganz inner­lichen Gebörvodtcllunzen beruhenden Pedal- technik verbindet, bald zu riesigen, fveskenhaften Improplationen. bald zu Miniaturen von nadel- schader DUdtrasl, bald zu äuherst subtil auS- gearbeiteten Sllzzen technischer ^litgvrnarbeit.

Präludium und Fuge. t'> Jut er­gab einen bedeutsamen Xi halt. Die reizvoll ge­bogenen melodischen Linien dieser Thematik, der klare übersichtliche Aufbau der Fuge, die sich zu dämonischen Wirkungen steigert, müllen eben- folebr alle Sinne in Bann schlagen und von der hohen Sendung des Meisters überzeugen tote die geniale Mühelosigkeit, mit der Kogler die Barra- tionenfonn in den Variationen über ein Thema von Sdvard Grieg. op. »S Hand- habt. Hier ist bk Verschmelzung llaviertechnilcher Probleme mit der restlosen Erschöpfung^ deS thematischen Materials zu einheitlichster Jt>nn der Gestaltung gelangt; unaushödich sprudelt die Quelle der Edindung in der berudenben 2Bdt dieses die Farben fo schad gegeneinander ab- kcyenden Klavierstiles Dkfe Dariatron«i allein schon würden den Damen ihres Schöpfers über die Gegenwart hinaustragen Kögler führt nicht umsonst fernen Stammbaum auf Vach und ^chu- mann zurück; er ist sich seiner Ahnherren aber

auch m,t Stolz bewusst Mit atemversehender Eharaklerrsierung stellte Kögler die vier gegm- fänlichen Gebilde der 3ntermezzl nebendn- onder Welches dieser von wundersamer Harmonik überschütteten Stüde, in denen ein wahrer Segen melodischer Slnsälle in ein unerhört seines Ge- to-:tx' 'onlrapunktischer Arbeit eingebettet ist, möchte mau g-gcn die anderen ausspielen! Zu tönenden Gedichten gestaltete der Künstler den Klaviedatz seiner Lieder Eine magische Glut strahlte aus ihnen, überirdische Verüärthdt breitete sich träumend darüber.

0 M e Fengler-Winter. welche seit fahren mit Daarmut and Unedchrvctenheir um dis. Anerkennung der lyrischen Begabung "es Korn- ponisten kämpfi. hat sich ganz in die G<-iüdlstoelt jtoglcr» dnzukben veduch;. Ihr gleichrnähig au«- g&auler. toerm auch nicht sehr starker Sopran, der in der Höhe durch warmen Glan; überrascht, ihre hohe technische Schulung werden den grvhen 3ntonarionefXtot'' igtf<itcn. den wci gespann.L'. tn innedichster E eiger-ang sich enu>cddyrirqenbcn Bögen der Melodik dieser Lieder, die an bie At­mung manchmal unerhörte Forderungen stellen, im aUgcrncinen gerech' Di« melancholisch ^erhaltene Stimmung der Slormlieder, die aufstürmende GcwaU des Sturmes, die jauchzende Lust des erwachenden Sommer ages vermittelten mir wie­derum :i fe Einblicke tn die Psyche Köglers DaS ge- ttxütge Sre&cnbo des Liedevzyüus .Don Liebe und Tod «Warte Sorge», die in jähem Wechsel sich überstürzenden Gdühle dieses leidenschaft­lichen heihen Frauenherzens, in der Glut un­mittelbaren musikalischen Wacher lebens zu lodern - der Flamme entfacht, übten m der hier rxxi starten

Bolschewismus und Anarchismus.

Bon Geheimrat Dr Fischbach

Au» dem Buche .Allgemein« S-a-ats- Icfyre* der Sammlung Golchen (Walter L Gruber & So. Berlin W \ 25 Ml) entnehmen wir folgenden Abschnitt, der unsere Leser sicher Interdikten wird

Der Bolschewismus ist aulgMpng«n von %er bereu» oorhandenen Lehre de» Marrismu» oom Staat unb der Ausgabe des Proleta- durch gewaltsamen Umftun der bestehenden OdNning eine neu« Siaaislorm zu schaffen, dte Kuf deut Häicgcbmlea und aus dr Gewerkschaft»- form beruht Selbe Formen sind sowohl im MinfchasU»chen tote im polnischen Leden zur An- oenbung gebrach: Vie Gewerkschaft der Acbdter hat ober hier, nicht wie bei uns. ben* Cbatufirr dner freien Berufsorganisation, fern- bem den dnrt staatlichen 3®ang Sei n rieb» tung. der jeder Arbeiter angeboren muh Die höchste aewerkfchailiche- Organisation Ist der Zen- ztalrat der Gewerkschaften, an dessen Spitze wieder Has au« elf Pedonen bestehende FenlraUomilee seh« Dt« Gewerkschaflen selbst gliedern sich in örtlicher Bttiehung tn Gouvernements- (Pro- ftatital-) und KvdSgewerkfchaftssowjet« und in Sllchet Hinsicht lnach Industrieverbünden I In toal- und Fabrikkomitees. Die Wahlen zu en Aülen und Komitees edolgen nur von Stufe zu Stufe; ein Arbeiter kann alfo zunächst xur zu den imtcdten Stufen gewählt werben Dic gante Organ llam?n beruht auf strenger Unter* Sftmung, was bie höhere Gewerkt chatt-stufe be- ftehlt. muh »on ber unteren strikte ausgeführ. Derben. Der udprüngliche witifchaftliche Häte- jebanfe. ber btc Mitwirkung de» einzelnen Im Dirlschaflltchen GesamtmechanismuS ermöglichen sollte, ist so gut wie gar nicht verwirklicht.

In der ^olitifchen Verwaltung legen bie Verhüllmsk ähnlich An der Spitze ßehl der Hat bei Bolkllommiisare. der vom all» russischen Zentvalerekunvkomitee (AE K i gebildet wird Stn Teil d r obersten Gcwe.kfchaltslührer ftnb zugleich Minister d?» Hals Da» allruflllchc Z.E.K. wirb vom allrussischen Rütekongreh ge- DÜHlt. der die Zusammen u> ung der Staatsgewalt dadlelli, und dem da» 3 8 $t ebenso verantwort- 04) ist wie diesem der Hal der Volkskommissare Der allrussische Hätefongreh lent sich aisammen aus Vertretern der Stadtsowjets unb der Gvuvernemenk»rälekvngresk. Der ganze Aus­hau der Verwaltung beruht also auf dem Häle- stzstem In allen Städten, tu allen Landgemein- k». Kreisen. Bezirken, Gouvernements führen Äälevrgantlationen die Bcrmallung, aber nlchi etwa tn Form Weitoorgeschrittener Selbstveiwal- axng. fondern tn strenger Unterordnung unter die Tädit höheren Haie Da.4 Heglmcnt ist dadurch pkl a b I d [ u 11 ft l f d> c r als tn den westeurv- oülfchen Staaten Der scheinbare Borteil, bah bei her Tilbung dieser Hälcorganll-itIonen da« Bolk m Weilern Umfang beteiligt wird, wird mehr als nu-geglichm durch dm schon erwähnten Umstand, bah es bem Arbeiter unb Bauern kaum je gelingt, als Vertreter über bie untedten OrganlfallDnen* dtnauszukommen. bah das Wahlsystem ein eng­herziges ist, und bah eine allmächtige Staats- »oltzei (dir Tscheka) für eine äuhedt strenge Sewerkschaftsdif-ivlin und Ueberwachung des «tn»einen sorgt

Dah bei di dem udprütrglich so viel gepdefe- nen System auch der kommunistische Gedanke Schiffbruch gdlitcn bat. zeigt sich In dem neuer- Vings stark hervorgclretenen Bestreben, dem un- aufdaltfamen wirtschaftlichen Hkbcrqang deS Landes durch Wiederbelebung kapiialistifcher Ein­richtungen (Förderung der privaten Initiative tn der Industrie, Schaffung von Böden, Sinhall zu gebieten

Die Bertreter des AnarchlSmu« leugnen die Gristenzberechtlgung des Staate» überhaupt. Der staatlich? Zwang ist nach lvnen die Wurzel alles Uebels; jed? Hegkrung ist eine Tyrannei. Da» Wohl der Gesamtheit soll nur dadurch am ehesten gefördert loerben können, wenn jeder einzelne da» Gelamtwobl Im Ange bat. Die vorn Staat garantierte Gtgerituntsordnung wird al» ungerecht und bi» Gesamtwohl schädigend verworfen Uebcr die geschichtliche Gntwidlung dieser Ansichten ist folge.rbe» zu sagen: Der ur- fprünglidx Dedechter dieser Theorie, der eng- Mche Geistliche W. Godwin sein gdstlicher Deruf ist bezdchnend für fdne Idee vom Glüd- seligkeitsstaat war der Meinung, dah eine neue menschliche Ordnung ohne den Staat srch im Lause der Zeit von selbst auf fneblkbem Wege durch- gzen werbe. 3m Gegensatz zu dieser Aufsaffung t der zeitlich spätere Blar Stirn er (Pfeud. r 3ob Sa (har Sjrnibt) in seinem 1845 er» schienen en Werk 5kr Einzige und sein Eigen­tum" al» Ausgabe de» einzelnen nicht die

Förderung des Gefamtwohls. fondern de« eigenen Interdles blngeiidlt Cürocr verwidt ebrdall» den Staat und die staatliche ®igcn umlcrbaung. an feine Stelle <oU em .Berein der Egoisten" treten, der em völlig trete« Zu» sammerrwirken der Merdchen gestattet.

Beiden vorbeichrte- e en uto.ischen Welt­anschauungen fehlt sowohl die wissenlchaftliche Grundlage wie da» Augenmah für die konkreten Be hälrnl fe jedes menschlichen Zusammenlebens. Veldes findet dagegen bei Proudhon, bem Vater be» willcrdchaftlichen Anarchismus, fdne Verüdsich Igung Al« Au gang»punkt seiner Be­trachtungen stdlt Proudhon da» ideal« Prinzip auf. bah bk Gerechtigkeit ber TAaststad für all« menschlichen Verhüt miste kin mülle. Auf diesem Fundament baut er bann, unter Ver­werfung des StaatAbjnf«. wk überhaupt aller Vehordchung von Men dxm durch Menschen, ei f gesellschaftliche Organisation auf. bei der nicht ein' höchste Gewalt, loibern nu- d 'r rigUche Wille b.T tin-fd ten do ni .ier Dt vertr g l ) ge­bildeten. frden Dere nigungen (f&k. >. - über­

nehmen die Durchführung aller derjenigen Auf­gaben, wie sie bisher der Staat eriüllt hat; di de Föderationen können wieder In einem Zentral- rerbdnb zusammengdchiollen werden, der aber nicht den Sbaraftrr des Staate» haben bad.

Dieses Snstem wdst, wie man ob ie wei'e^s sieht, starke Anklänge an ba» von den Bolsche­wisten dngefübrte Hütesystem aus Trotz des al» Schlagwort weitverbreiteten Proudhonschen Ausspruch» .Eigentum ist Diebstahl" dal Prvud- hon dem einzelnen die Dedüaungsmacht über dl« von ihm erzeugten oder erhandeiten Güter tn weitem Almlange gewährleistet willen wol en; die mit bem obigen AuSlpruch verbundene Ichade Ädtlf dchtet sich nicht gegen da» private Eigen­tum al» solche», sondern nur gegen die herr­schende unb von ihm als ungerecht empfunbenc Verteilung be» Eigentums

Sin Hinübedvielen des anarchistdch-kvmmu- nistischen Gedanken» auf da» religiöse Debkt und damit den Voduch einer idealen Lösung fin­den wir bd Leo Tolstoi; Tolstoi will das Heich Gottes auf (Srden dadurch wieder aufdchten, bah er nur die Lehre Christs al» den alleinigen Mahstab für da» menschliche Verhalten gelten lüht.

Deutsche Not im Osten.

Tic^Bfrqrronltiflitnfl desMemellandes.

Dor wenigen Tagen jahrl« sich der Tag. an dem da» treudeutsche Memelland durch über­raschenden Handstreich von den Litauern an sich gerissen wurde. Seit dieser Zeit ist das Memel- land mit mehr ober weniger AutonorniS ein Ve- standteil be» litauischen Staates geworben Wider ftanbtdl des litauischen Staates geworden Wider alles Hecht und entgegen dem klaren Wortlaut de» Fricbensvertnages hat Litauen die Gewalt in der fruchtbaren Memelniederung an sich gebracht. Zwar bat man mit Versprechungen nicht ge­spart. bah man den Bewohnern des Landes Autonomie, also Seldstvenvaltung. getvahren wolle. Man hat den Memellünbeen einen eige­nen Landtag zugesagt. Aber auf bie Wahlen zu diesem Landtag wartet die Bevölkerung noch heute Einstweilen werden die Hegierungsgeschäfte von einem mit diktatorischer Gewalt ausgestat­teten Landesdirektorium gefühlt. Dieses Direktorium herrscht mit unumschränkter Gewalt. Die freie Meinungsäuheruna ist fo gut wie au »geschaltet. Ein bezeichnende» Licht auf die Pläne der Kownoer Machthaber totdt nun eine Aeuherung des litauischen Ministerpräsidenten Galvanauskas, die er einem Pressever­treter gegenüber getan hat. Dieser Herr er­klärte Nipp und klar, dah an Wahlen weder zu den Derneindevertretunaen. noch zum all­gemeinen Landtag In absehbarer Zeit zu denken sei Wörtlich führte dieser sarnofe Hegierungs-

chef au»:

.Auf meiner Pariser Heise gewann ich den Sindrud. dah eS nicht angebracht ist. sich mit den Dorbereitungen zu den Wahlen zu be­dien. Den Aeuherungen einiger Wilallcder des Dölkerbundss habe ich entnehmen können, bah

man da» Bestehen etneÄ Landes rate« und eine» Landtag» in einem Gebiet von 150 000 Ein­wohnern sür einen komplizierten Apparat hüll. Darum empfehle es sich mit den Wahlen zu den gesetzgebenden Körperschaften fich nicht zu beeilen, bis daS Leben (!) sie selber fordert.

Al» Bertrder der Landbevölkerung sieht die (Regierung vor der Landlagswahl nur das Memeler Landesdirektodum an. Aach voll­

zogener Landwgswahl wird das Memelgebirt lech» Abgeordnete tn den Kownoer Sejm ent­senden."

Das beiht also auf gut deutsch: Die Wahlen

^m memellünbischen Landtag werben auf un

rung mag sehen wie sie sich ml! dieser Diktatur abfindet Da» läuft letzten Ende» au! eine gdetz- lofe Herdchafi unter der Mthachrurg des be.JilKA Selbstl estimmungsrechtes bet deutsche-. Bevöne- nmg hinaus. Den Schaden haben wiederum d e D « u l f ch « n. Gegen d,«s« unerhörte Dergetoalri- guna muh schärfster P rötest erhoben werben.

Trutfdje und polnisch« Justiz (*in Vergleich.

Die bereit» gemeldet, wurde am 25. Januar der Shefr dakteur der Dnitschen Hu ^'.bia" in Polen S:arf?. w«gc, (BcleÜNgun; d Graudenzer 3iarollen die ver.lts be a eige.u.ichen 4XdalIer be» tnfdml i rten Art:k l», bem verantwrr:- lichen Hcbaficur Dendllch. eine ncunmrnatlgo Ge ängnUftraf: eingetragen hat c in zw^tter Ver­handlung abermal» zu 6 Monat m Defüngni« Perurteilt Da» crstc Mal waren ihm .mil- tembc Umftänbc" zugebilligt worben, well er noch nicht vorbsstrasi war.

Eine Woche vorher stand der veraniworlllche <ntchl zugleich auch der Shctrcbaticuri de« Ber­liner Poleichlartes. be« .Dziennik BedinsN", Ko.zc-rvwski. vor dnem beullchen Gericht wegen Beleibt gung de» La ad rat es in Fraustodi. Da« deutsche Gcdchi perurtellle den Angeklagten zu einer Geldstrak von 60 Hen en mark'

Angelichts des pol ischen Iustlzterrors gegen die beut leben Hebakteure in -Heu polen erscheint es angebracht, erneut aus bie &crauMorbembc Sprache ber PoknbtüUer in Deutschlanb. bes obenerwähnten Blatte» unb besonder» des Allen- ftemer polnischen Animierblättchens, der .Gazeta Ollz-ynsla", hinzuweifen.

Aus Stadt und Land.

Gleben, den 21. Februar 1924.

Die Vermögenssteuer.

Bvm Heichsfinanzminlstedum wird uns mit- geteilt:

Die erste Hate der BermögenSsteuer ist am 29 Februar 1924 fällig Mit Hüdfichi darauf. baf> wichtige BewertungSsragen für die Derantagung zur Vermögen »st euer auf den 31. Dezember 1923 in der erst jetzt verabfchkdden dritten Steucinorperorbnung geregelt Unb. kön­nen Bermögensstcueierklärungen frühestens in ber xtoeiten Mäizhälfte abgegeben werden. Sine ent- fprcchenbe Hinausschiebung des edlen Zahlungs­termins (29. 2 1924) ist bei ber Finanzlage deS Deiches völlig ausgefchlosten. Daneben beiniht sich die Einzahlung der erften Dermögenssteuerrate am 29. 2 nach Artikel 2 §5. Abs 2 derzwsil « n SieuernotveiOrdnung. C» haben hiermrch zu ent­richten l. Erwerbvgekllschatt.'N, für die be Steuer- Jude oder Verkaufswerte thivr Ant ile. Schald- velfchierbungen ober Genublcherns bl» 29 Februar ermitlelt worden find, die Hälfte des Dernrogens- sieuerbeirages. der fich bd Zugrundelegung der Summen b?r Kurswerte ergibt. Der Sleuerturt- zettel wird fpätestens am 25. Februar edcheineni 2 Andere Erwerb-gesellfchasten haben das Sechs­fache des zweiten Seil bet rage» der Drotvedor- gungsabgabe zu entrichten. 3. Bd allen übrigen Steuerpflichtigen beträgt bk 'Bennbgen»fteuerrate da» Dreifache des zweiten Teilbetrages der Brot- pcdoiflungeabgabe. In den Fällen, in denen da» Drei- bzw. Sechsfache deS zweiten Teilbetrages ber Drotvedorgungsabgabe wesentlich über die Hallte ber nach dem Vermögen bemessenen mut­maßlichen Vermögenssteuer hjnauSgeht, könrren die Steuerpflichtigen ihr Bcrmögcn nach dem Stande vom 31. 12 1923 gemäh Art 2 § 3 der zweiten Steuernotverorbnung fchä Yen und die Hälfte der baicnn entfallenden Bei mögen »ft euer bis zum 29 Februar zahlen. Dabei haben fie beim Fi­nanzamt unter Darlegung der Grundlage der Be­rechnung Stundung des etwaigen Unter- fchredSbelrages zwischen dem von ihnen etngc- zahlkn Betrage und bem Drei- bzw. Sechsfachen ber zweiten VrotvedorgungSrate zu beantragen Bel ber Schätzung des 'Bcnnögen» find die For­derungen unb Schulden, bk auf AdchSrnark lauten unb bie bis zum 31. 12. 1923 nicht aufgewerteL find, auch bann mit bem Poprennarbrrnnbdrag in Evlbmark umzurechnen, wenn nach der biitteu SteuernotverorbnungAufwertung in Frage kommt.

Die Fälle, in benen das Drei- bzw. Sechsfache der fittdten DrotvedorgungSrate die Hälfte der BermögenSsteuer beträchtlich übersteigt, werden übrigen» nicht sehr Zahlreich sdn. DaS ergibt sich schon daraus, bah daS Vermögen zur Zwangs- anleihe. auf der die Drotvedorgungsabgabe auf­gebaut ist, rcge(mähifl niedrig zu bewerten war. und bemgemäh die ZwangSanlerbe. worauf auch daS überaus ge Inge Auskommen an Zwangs- anleihe zurüd.zuiühren ist. So beträgt z. D. bd einem Grundstüd mit einem WehrveitragSwert 100 000 Mark daS Dreifache der .zweiten

(Biebener Konzertverein.

Hermann Kögler.

Eine^ ber stärksten musikalischen Erlebnisse »eines Lebens, eine beglüdenbe Bestätigung meine» festen Glaubens an die auhervrbentliche Dd>eutu' i de» Meister» nicht nur für die Gegen­wart. sondern wohl viel mehr noch für bk 'Zu­kunft und für die Weiterentwicklung unserer deut­schen Musik brachte mir der Äompolitian&ibenb Hermann Kögler» Dar Cthos. die gewal­tigen inneren Spannungen feiner Werke reden dne geradezu elernenure Sprache; heilige seelische Sdchütterungm, glühende Bcfaintnifk eines groben, von Sturm und Schmerz durchwühlten Herzen» offenbart die Klangtod! des blinden Künstlers. Die Gntwicklung Kögler» hat etwa von op. 20 an eine mächtige Aufwansbewegung Seinem höchst eigenwilligen Stil genommen unb c Dolle, düng einer in den Tiefen feiner reichen Pedönlichkeit begründeten Fvrmwandlung all­mählich gefunden. Der Weg zur absoluten Musik, den Kögler von Anfang an beschritten hatte, bat ihn beute bereit» mitten in das Zen­trum dieser musikalischen AuedruckSmögllch- tetten geführt: Eine verbdhungsvolle Pedpek- tive! 3m Beidch de» Absoluten, hier unb mö­gen b» sonst wird sich di: Blüte ber deutschen Musik neu entfalten. Unter den lebenden deutschen Äomvoniften edcheint Hermann Kögler als einer ber würdigsten, ba» Erbe von Beethoven und Dradm» aus Heger» Händen ,u empfangen.

Seinen Werten war Kögler mit ber un­gemein klaren plastischen Gestaltung feinei Spiels, mit ber unyiiHelbar suggestiv roirfenben Gewalt

BrvtvedcrgungSrote wenigrr als bk Hüllt« bet halben Vermögenest euer, «lbst wen« man txxi bem Wed;be,'iagswer: bei *tv bstüds für die Vermögen »st eue- rbeh 3 ix. ? n^chr Vd bem glühten ei': de» B11 i icbsvermö» gen» ist es äh« ih unb stibst beim orimn Kapltalvermöge.- kann in» Drellache ber \mdtm Brotocdorgung#rate niedriger kxn als die Hüllte der Bermögen»fir.xr Hu: B für bie Zwnnas- anleihe da» Vermög- au« i >3 haM twii be- stanben bie auch am 31 12 12 i»ch ? hanben waren, so ist bie Hälfte brr Bcrmrg«m< teuer mich Imme: höbe, als da» Dvellache Gi«-

vedvigunasrate Da» Tret- bc.n der

»weiten Btotpedriguralratr aSrb bk Hälfte der Bein ögenssteun im cllpe nem-n nur bann über* steigen, wenn boe Gi n w: _v. mögen bei bet ZwangSanteihe bereits mit einem t*crbdltnKmäfhfl heben Grlbmadwe-t angefetzi worbe« ist. Dies kommt insbelondere in Bet roh« für Bermbgee, die sich nn wesentlichen am dnvmg*!« Id heft \4>* lag du» hoch im Ku s stehenden Divibenbenpapk- ren ober au» hochvaiu'.ai Ischen aaslü idischen TSkricr. zusammen e^ten. «16 t wenn bie« aus­ländischen Werte zum *Bet rkt'#rxmi men gehöncn unb banach nich: mit dem vollen e:lich'agkurs^ lonbitm mit einem etwa» nichtigeren Durch- schnlnskurs arnufetzen waren In der Mdnudl ter Fälle wirb bterra4> das 5Yri- bzw SechSstuhe ber zweiten Drotvedorgung-rav hinter der Hälfte der Bermöfltn»fi euer zurüdbleiben Deshalb must nach einet ausbrüdiichen Bestimmung in ber britten Stcuctnotnerorhnana ber Differenz- betrag bd ber Hb^ibc brr DermögenssteuEN- etCänmg nachgezahlt werben

Der durchfchnikkliche Ja hres- arbeit»verdienst land - unb fvrstwirt- scha f 111 che r Ai beiter ist vom Dbertvr- sicher u: g»amt Darmstadt für Mc Londgem.lnben be» Äreile» Giesten mit Wirkung vom 15 Februar ab w,e folgt festgesetzt worden il sür Veillch-rok« tiber 21 Jahre männlich 720 BIT., weiblich 510 7M : b) für Dedicher>e non 16 bi» 21 xXihrcn: männlid 600 Mk. w iblich 420 Ml: c) für Ver­sicherte unter 16 Jahren: männlich 390 BTT., weiblich 300 MI Die früheren Sätze sind bamlt auhci Kraft getreten

LDA Wichtig für Lungenkranke Die für lungenkranke Männer bestimmte Ernst- Ludwig-Heilstätte bei Sanbbad» i. O die sdt ffnbe Ottobci v. 3« geschlollen ist. wird vor­aussichtlich Anfang kommcnben Monat» wieder eröffnet. Die Eleonoren Heilstätte bei Win:cdästen für (unflcnhantc Frauen ist ständig in Bet Heb. Tie Göttmannsche Heilstätte in Hcid>cl»bdm 1. O., bie ekxnfallS nur leibliche Kranke adfnimmt, ist am 18 bs Mts wieder crö fnef .norö-m An­träge von invalidenversick> rten lui^enkrankm Männern unb Frauen auf Durchführung diwr Heilstättenkur sind bind* Bcrmhilun.i ber zu- ftänbiflen Krankickaffe bei der Lar.^'-"rfiche- lungeanflalt Helfen tn Darmstadl zu stellen.

Hauptversammlung der Hess, evang. Dekanats» erziehungsvereine.

L Offenbach. 19. Februar 1924.

Bbm 18 biS 22 Februar finbet hier Im G»- mdnddaal ber Frr rdenskirche ein Lehrgang über « vang« ltf che Jugendarbeit sttr Leiter tmb Mitarbeiter des Evangellfchar Wohl- fahrtsdknsleS statt

3m nahmen dieser Tagung hielten am Diens­tag nachmittag bk hessischen eoangclt- f chen DekanaiSerziehungSverein« unter der ßeitun-i von Ddan Höschen- freien* feen ihre diesjährige Haupwerfannnlung ab. Schon das Hefemt. ba» Pfarrer Wagner- Darmslabt. d-'r Borfihende bes Lanb sveremS für Innere Mifsron. am Vormittag über .Die or- ganifawrilden Aufgaben ber evangelrldk" B5cW- fahrtsplleg.' in der Gegenwart" flib var ei« wert Volk Sinldtuni zu ber Aach lu'iagianguna. 9 wies auf die Gig ^art. da- Wesen und die Bedeutung ber fpestfifch kirchlichen Wc,hlfahdS- psloge hin, die sich burch ihre K^-lsorganl- 1alU>ncn über rüder gairzes Laab ausbreikd und sich den staail'chcn Stet kn mit ihrem Dknst zur BeTfü-iung stellen wirb Da» Im April 1924 in Kraft tretende Wohlfahrisgdetz wird dk Go- (egenbeit zu dieser Mitarbeit bieten Der etxnfr gelild^n WvlrllahrtSpfkge mit ihrer Sorge für die rnairnigstüttgste Hot und Ihrer reichen Erfah­rung auf dem Gebiet der Fudvrge ttxrö em grobe» Fdd füt ihre Betätigung offen sieben, ilmlafjt sk doch bie Arbeit an den Kleinsten i Krippenwesen- und drn Klemen (Kldnklnder» schulen- bis zu den Alten, denen Ire ihre Herme öffnet Sk nimmt sich der gefährdeten und Der- wahrlosten Jugend an iSr^iehun rsveroi.rc. Hetze timg»häu,er) und forgt für di- heimattosen Waa-

dramatischen Akzenten getragenen Wiedergabe er­schütternde Wirkungen au»

Mit den vier Liedern von Johanne» Brahms vermochre $1 fe Fengler-Winter nicht aar^ von einer auf die inneren Strömungen der Ltzrir en ^stellten Kunit der Oladjfl-' rottung zu über­zeugen. Wir können gerade hier nicht vedchwei- gen bah der Tharakt er, ganz bdonders die' Tragkraft ber Stimme, bte ^-toartungen, die man nach früheren Gindrucken ge» normen hatte dies mal md)t restlos erfüllte. Hermann Kögler aber er brachte ber zwette Teil der DortragSsolge durch die fchlechthsti ge­niale binrdbcnDe a.5beutung der in ihr<m hüt- mischen Iugendmut und ihrer komplizierten Technik höchst anspruchsvollen C»5)ur- Sonate, op 1 und dcs llr-Moll-ScherzoS, op. 4 triumphale Erfolge Er ist sicherlich einer der be­deutendsten. vielldcht der «tzaraktervottste. inner­lichste BvaimiSsvieler unserer ^ egerruxirl

TagS darauf wurde daS Konzert in 2a«» ba ch wiederholt 3n bem stilvollen Kammer- mulMaal bes Schlosse» (amen die gewaltigen inneren Werte der Kunst Hermann Köglers zu noch geftdgertercr Wirkum; Der Unterzeich­nete veduchte rt d.ier knappe? Skzzierang eme von einer aufmerflamen Hörerschaf: dankbar ent­gegen genommene Würdigung des MeisterS Die ganze Verunstaltung warf cm bebeut-cmeä Licht auf die hochherzlZen. grvhzügigen Be trebunqen des Grasen, sein Schloh zu einer Pllegestatte edelster deutscher Mulll zu geftaltcfn ®lüdauf zu solchem Beginnen Dr. H. A.