Ausgabe 
21.2.1924
 
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geschSf te verhtnoerr. ^mBanranmn« ilnaer ist die Verhaftung cmgedrvht toorten, fall- er 6<rS Dezirisamtsgebäude betreten mürbe.

Neue Uebergriffe Degouttes.

Düsseldorf, 20. Febr. (DLB.) Durch eine Entscheidung deS General Degoutte wird mttgeteilt, daß bei Beamten die 2üif- Hebung der Ausweisung grundsätzlich nicht auch die Aufhebung der AmtSentfeyung bedeute. Wenn ein ausgewiesener und seines Amtes enthobener Beamter ein neues Amt oder eine neue Anstellung im besetzten Ge­biet erstrebe, müsse er, falls die BesatzungSbe- hörd« nicht sofort die Erlaubnis erteile, neu ernannt und die Ernennung dem Komman­dierenden General zur Prüfung vorgelegt wer­den. Der Beamte dürfe sein Amt auch nicht eher antreten, bevor die auSdrücklicheEr- klärung des Generals vvrliege, daß kein Widerspruch seitens der Besatzungsbehörde er­hoben werde.

Belgische Revisionsurteile.

Aachen, 21.>r. (WB.) Dor dem belgi­schen Kriegsgericht fand die Revtiionsverhandlung gegen die vier Deutschen statt, die am 29. Dezember 1923 wegen angeblicher Eisenbahnsabotage ver­urteilt worden waren . Das Kriegsgericht sprach heute den Angeklagten Schwager frei, der in erster Instanz zu erneut Jahr Gefängnis verur­teilt worden war, beftä t iflte aber daS Urteil erster Instanz gegen die drei anderen Angeklag­ten, daS gegen Fronden auf Freispruch, ge­gen Utenflelauf lebenslängliche Zuchthaus­strafe und gegen Reuhaus auf 15 Jahre Zuchthaus gelautet hatte.

tPoincarS baut vor.

Pa ri S, 20. Fehr. (WTV.) In einer offenbar offiziösen Erklärung sucht die HavaSagentur über die gestern vormittag zwischen Ministerpräsident Poincar 6 und dm französischen Dele­gierten stattgefundenen Verhandlungen Mittei­lungen zu Derbreiten, die den Optimismus einiger Worgenblätter bekämpfen sollen. In der halb­amtlichen Erklärung heißt eS: Die französische Hegierung hoffe, daß die Sachverständigen zu ein­mütigen und dem französischen Standpunkt gün­stigen Konklusionen gelangen würden Aber an offizieller Stelle weigere man sich, daS Urteil auf Indiskretionen zu stützen über das evtl. Ergebnis der Arbeiten der Sachverständigen, da diese noch nicht mit der Ausarbeitung iljrer end­gültigen Vorschläge begonnen hätten. Diese Kon- tlusionen hätten übrigens nur rein konsul­tativen Eharakter, da es der Reparations- koimnission Vorbehalten sei, allein Entscheidungen zu treffen, wie beispielsweise über das Morato­rium. WaS das Problem der Besetzung des Ruhrgebietes anbelange, so seien hierfür allein die interessierten Regierun- aen von Frankreich und Velgien zuständig, die m letzter Linie hierüber Entscheidungen zu treffen hätten.

Reichsbankpräsident Dr S cha cht hat Paris verlassen und wird voraussichtlich in der nächsten Woche nach Paris zurückkehren. nachdem er in der Zwischenzeit im Einverständnis mit dem Sachver- ständigenlomitce die nötigen Vorbereitungen zur Gründung der von ihm in Aussicht genommenen Soldkreditbank getroffen Hal.

Die Ursachen t des Frankensturzes. f Paris, 20. Febr. (WTB.) Im Rahmen ttner vom Quotidien veranstalteten ßn» putzte über den Sturz des französischen Fran­ken äußert sich der Professor der Rativnalüko- nomtc Gaston Iöze tote folgt:Die unge­heure Baisse des französischen Franken er­scheint mir als das Ergebnis des allgemei­nen Mißtrauens des Auslandes und auch eitler Franzosen, lieber alt befürchtet man, daß Me' französische Politik demn ächst zu einer be­trächtlichen Inflation führen werde und daß man auf diese Weise in eine Ftnanzkata- strophc hineingeraten müsse, ähnlich wie Deutschland. Was die Finanzverwaltung an­belange. so gestatte die ll n k l a r h e i t und die Heimlichtuerei, mit der sie sich umgebe, keine Rachprüfung der optimistischen offiziel­len Begutachtung. Der Zweifel sei für Frankreich nicht günstig, ebenso wie eine na­tionalistische Politik, gekennzeichnet durch die Anleihen für die Verstärkung der Rüstungen der kleinen Mächte und durch die Besetzung des Ruhrgebietes ufto.

Die Jiotueroronungen.

3er lin, 20. Febr. IWolff.) Die drei Re- greruMäDarteien, die Deutsche Volkspar­tei, das Zentrum und die Demokraten machten sich in den heutigen Fraktionsberatungen den Standpunkt der Regierung in der Behand­lung der Rowerordnungen zu eigen und werden keine AbänderungS- oder Auf- Hebungsanträge einbringen Man glaubt in diesen Kreisen auch nicht, bah eventuelle Ab­änderungsanträge anderer Parteien eine Mehr- beit des Reichstages finden würden. Man erwarte daher, daß ein offener Konflikt mit der Reichs- rsgierung vermieden wird. Die sozial­demokratische Reich«tagSsraklion beriet die von den Fachausschüssen Dor gelegten Abände­rungS- und Aufhebungsanträge zu den Roton:- ordnungen. Die Anträge sollen noch heute im Reichstage eingebracht werden.

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Der Reichsminister de« Innern hat die Lan­desregierungen auf gefordert, die Gemeinden an- zuweisen, mit der Vorbereitung der Wählerlisten für die Reichstagswah­len sofort zu beginnen und die Arbeiten so zu beschleunigen, dah die Listen bis zum 23. März auflegungsfähig sind, da immerhin mit der Mög­lichkeit zu rechnen ist, daß die Rcuwahlen noch vor Ablauf der Legislaturperiode stattfinden.

Sozialistische Anträge im Reichstag.

Berlin, 21 Febr. (Prw.-Tel.) Der .Vor­wärts" veröffentlicht bic Interpellation und die Anträge, die bte sozialdemokratisch: Reichstags­fraktion gestern un Reichstag eingebracht hat. In der Interpellation wtrd die Reichsregierung il a. gefragt, ob sie bereit sei, in Hebe reinst im- muna mit der Politik des englischen Arbeits- minisierS das Washingtoner Abkommen über den Achtstundentag sofort zu öati- sizieren, ferner, was die Reichsregwrmig zu tun gedenke, um zu verhindern, dah durch anhaltenden Lohnabbau und übermäßig verlängerte Ar­beitszeit erneut die außenpolitisch gefahr­volle Auffassung entsteht, als wäre in nächster Zeit eine Schmutzkcnxfurrenz d>n Deutschland auf dem Weltmarkt zu enrarten. Die ei-igebrachten Anträge betreffen Abänderungen der Verordnung über die Arbeitszeit, die Verordnung über Ab­änderung der Strafprozeß ordnung, die Frage der Beamtenbesoldung, die Per­sonalabbauverordnung. die brüte Steuernotverordnung ufir. SchHeßltch ist noch folgender Antrag zur Abänderung des Straf­gesetzbuches eing^bracht worden: Landesver­rat im Sinne des § 92 Absatz 2 Rr. 1 begeht nicht, wer gesetzwidrige Zu stände be­kannt m a ch t, um ihre Abstellung durch deutsche Behörden herbeizuführen.

Die Krisis der deutschen Landwirtschaft.

Berlin, 20. Febr. Der Reichsausschuß für Landwirtschaft der Deutschen Dollspartei hat nach eingehender Aussprache über die deutsche Wirt­schaftslage, insbesondere die Agrarkrise, eine Ent­schließung gefaßt, in der als wirtschaftspolitische Forderungen aufgefießt werden: eine Steuer­politik, die im Gegensatz zu der bisherigen den Landwirt auf der Scholle erhält and die Erzeu­gung nicht gefährdet, Rückkehr za den früheren be­währten Grundsätzen der Dezentralisation; die LetstungZfähigkerl der Lcmdwtrtschaft und da­mit die Sicherung der DvlkSeenährung sei nur bet ausreichenden Preisen gewährleistet. Zur schleunigen Abhilfe der K r e d i t n o t müsse der der Laiätzvirtschaft zustehende Rentenbankkredit so- fDtt und in voller Höhe flüssig gemacht und zu er­träglichen Bedingungen berei gestellt werden. Die gegenwärtige Haltung der Reichsbankleitung hm- sichtlich der Zinsbedingungen für die2anb- wirtschaft sei zu verweilen. Schließlich sei eine Gestaltung der Eisenbahntarife für land­wirtschaftliche Erzeugnisse und Dedarssstofse tm Sinne einer gveßzügigen und die Rahrungsnnttel- erzeugung fördernden Regelung zu betreiben.

Die Gütertarife der Reichsbahn.

Berlin. 20. Febr. (Wolff.) Der ständige Ausschuß des Reichseisenbahnrats nahm zu den Rachrichten über eine Internatwnalisierung der deutschen Eisenbahnen folgenden Antrag ein­stimmig an: Der Ausschuß erblickt in der Inter­nationalisierung der Reichsbahnen ihrer prak­tischen Auswirkung nach eine Gefährdung der Tarif Hoheit deS Reiches und damit eine Schwächung der Reichsbahnen als dem Rück­grat der deutschen Volkswirtschaft, er spricht die Erwartung aus, daß die ReichSregierung die Gefahr der Auslieferung der Dahn an fremden Einfluß mit allem Ra chdru ck abwehren wird. Die Versammlung beriet dann die Notwendigkeit und die Möglichkeit einer

Ermäßigung der Gütertarife

aut Grund der Vortage der Reichsbahn ein­gehend. SS wurde ein Antrag angenommen, der eine Ermäßigung aller Tarife der Rormalklasfe, in Klassen gestaffelt, um 20 bis 10 Prvz befür­wortet Die Ermahigunq vom 20. Zanuar von 8 Proz ist in diesen Zahlen bereits enthalten. Für den Kohlentarif wurde eine Ermäßigung auf 25 Proz. und einige besondere tarifliche Erleich­terungen gewünscht. Zum Wiederaufbau de« Wirtschaftslebens sollen weitere Ausnahmetarife und RotstandS tarife emgeführi bzw. vorhandene weiter auSgebildet werden, namentlich für Dünge­mittel im Wasserumschlag und für die Seehäfen. Die Gütereinteilung soll überprüft werden auch unter dem Gesichtspunkt der ileberfübruna bestimmter Güter in höhere Tarifllasien Es soll der Verwaltung überlaufen bleiben, zu prüfen, ob und inwieweit der Antrag finanziell durchgeführi werden kann.

Die bayerische LaudtagskrisiS.

nchen. 21. Febr. Heute finden rmLand­tag interfraktionelle Besprechungen über die Auf­lösung des Landtages flott Es handelt sich hier- bei um dre Frage, ob die Landtagsauflösung m i t sofortiger Wirkung, oder zu einem spä­teren Termin ^schlossen werden soll. Es wird erwogen, die Auflösung zum 5. April auszu- sprechen und als Wahltermin den 6. Aprtl m Aussicht zu nehmen.

Kleine politische Nachrichten.

Die Deamtengehälter sollen für den Monat März nicht, wie im letzten Monat, in zwei Hälften, sondern in zwei Dritteln zu Beginn deS Monats mit einem Drittel am 17. März ge­zahlt werden. Die gesamte Abschlagszahlung von zwei Dritteln soll, den Wünschen der Beamten­schaft entsprechend, mit Rücksicht auf die zum Mo- natSerslen zu begleichenden größeren Ausgaben reit« am 29. Februar geleistet werden.

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Die Biologische Reichsanstalt für Land-undFor st wirtschaft in Berlin ver­anstaltete anläßlich ihres 25jährigen Bestehens einen Festakt. Die Festrede hielt der Letter, Geh. RegierungSrat Appel. Alsdann überbrachte der Reichsminister für Landwirtschaft und Ernährung, G r a f K a n i tz, die Glückwünsche der ReichSregie- rung eine Spende von 10 000 Mark an. tun geine Spende von 10000 Mk. an.

Der Rechtsbeistand der deutschen Schiffahrts­gesellschaften, il cr. der Hamburg-Amerika-Lmie und teä Norddeutschen Lloyd, hat vor dem zu­ständigen Bundesgeruht der Vereinigten Staaten ungefähr 300 Millionen Dollar als Entschädi­gung für die int Krieg von den Der- eim gten Staaten beschlagnahmten deut schon Passagier- und Fracht­dampfer verlangt.' Der Norddeutsche Lloyd verlangt allein 98 Millionen Dollar für feine Schiffe, die in amerikanischen Häfen interniert und bei der Kriegserklärung durch die Derernigtea Staaten bescAagnahmt wurden. Der RechtSbei- stand behauptet, daß Schiffe als Privateigentum gegen die Beschlagnahme auf Grund der Kriegs­gesetze gesichert seien.

Der britische Dockarbeiter streik ist beendet.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 21. Februar 1924.

Der Pfalz- und Rheiutaq in Gießen.

Zehn Jahre Krieg hat die Pfalz bis jetzt erduDet, und daS Ende des Schreckens ist noch nicht abzusehen. Der Friede von Dersailles ist, wie der Bischof von Speyer, Dr. Lud­wig Sebastian, kürzlich in einer Ansprache an die katholischen Dekane der Pfalz sagte, für die Pfalz fein Friede. Unendlich schlimmer ate die vier Zähre Weltkrieg mit seinen fortgesetzten Fliegerangriffen auf die friedliche Bevölkerung tft für die Pfälzer dieser sogenannte Friede. Heber 21 000 von Haus und Hof vertriebene Pfälzer, zahlreiche Tote und Derwan- de t e sind die Opfer dieserfriedlichen" Desehuiig, unter deren Schutz und mit deren Hilfe das Sepa- ratistengefindel seine Gewaltherrschaft in der Pfalz aufrichten konnte. Raab und Plünderungen, Set- ror°2llte aller Art waren dieSegnungen" der separatistischenRegierung". Bis aufs Blut ge­quält wurde von dem Separatisten-Gesindel die pfälzische Bevölkerung, die schon seit Beginn der Besetzung durch die Franzosen an Drangsalierun­gen und Einquartierungslasten ein gerüttelt volles Maß zu tragen hat. Die Separatisten waren die Geißeln, mit denen der französische Prvvinz- Megierte, General de Metz, die Pfälzer züch­tigte, um sie für Frankreichs Pläne gefügig zu machen. Aber trotz aller Leiden wankte die Treue derPfälzer zum Leich keinen Augenblick.

Dieser unverbrüchlichen Treue unserer leiden­den Brütet und Schwestern in der Pfalz und am Rhein wollen wir am nächsten St irn tag in E ie hen in einer K u nbge bu n g gebenden, die unseren QJoiHgcnokn unter den feindlichen. Bajonetten beweisen soll, daß auch die Gieße- ner Einwohnerschaft sich mit ihnen ein« fühlt in den Tagen des Leide«, wie in der Zeit de« Glückes. Zu dieser Kundgebung, die am Sonnug vormittag ll1. t Uhr bei freiem Eintritt im eiabttbcutct stattsinden soll, laben die viert nichtsozialistischen Parteien unterer Stabt im Anzeigenteil unseres heutigen Blatte« ein: die! beiden Linksparteien, die zur Beteiligungj an diesem Protest gegen btt s«ndtlche Willkür! gleichfalls aufgeforbert werden waren, haben be-j bäuerlicher weise ihre Mitwirkung abge­lehnt. Trotzdem darf man wohl die Hoff­nung hegen, daß die Geschlossenheit der Einwohnerschaft bei dieser überpartel-, lichen Treukundgebung für unsere ge peinigten Brüder und Schwestern, zu denen auch besonders hunderttausende von Ar bei- ' ter n gehören, nicht not leiben wird Die An spräche de« Tages wird her Studienrat Dr. Fried­rich König halten, der von den Franzosen aus seiner elsässischen Heimat verrieben wurde. Als guter Kenner der Verhältnisse. sich unter der französischen Gewattberrschnft in unseren Weltmarken berausgebildet haben, wird der Red ner feinen Zuhörern Wertvolle« sagen können.

Da« Gedenken an Pfalz und Rhein soll aber auch durch die Tat Der opferfreudigen Rächst enliebe bekundet werden. Zu diesem Zwecke wird von morgen. Freitag, ab bis ctnfd)! Sonntag von den Schülern und Schüle­rinnen sämtlicher Schulen eine Geld - sammlung in allen Stadtteilen vor­genommen, deren Ertrag zur Linderung der furchtbaren Rot in den bedrückten Gebieten be­stimmt ist; insbesondere sollen davon bte Hinter­bliebenen der von den Franzosen und den Sepa­ratisten getöteten deutschen Volksgenossen und die Famllien der in den Sefa nqntf fei schmachtenden Brüder bedacht werden. Alle Mitbürger mögen nach QHafXMbc ihrer wirtschaftlichen Kraft zu diesem Opferwerk beisteuern: auch die kleinste Gabe ist willkommen. Man denke daran, bah auch daS größte Geldopser klein ist gegenüber dem ge- wattigen Mäh von Leiden und Gefahren, Die unsere Brüder und Schwestern im besetzten Ge­biet, besonder« auch in unserem Rheinhessen, bedrücken.

Der Verteidigung der Menschenwürde und des deutschen Selbstbestimmungsrechts, bet Be­kundung unsere« unlöslichen Derbundenfeins mir Rhein und Pfalz und dem Protest gegen die brutale Gewalt rachsüchtiger Feinde wollen wir am Sonntag, frei von jeder Parteipoli­tik, mit Entschiedenheit und in 6i n igfeit weithin bemerkbar Ausdruck geben.

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Die Reichs-TeuerungSziffer.

Die Reichsinde/ziffer für die Lebens­haltungskosten (Ernährung, Wohnung Heizung, Beleuchtung und Bekleidung) be­läuft sich nach den Feststellungen de« Statisti­schen ReichScnntS für den 18. Februar auf das l,04billionenfache der Vorkriegszeit. Di« Steigerung gegenüber der Vorwoche (l,03billionenfachc) betragt demnach 1 Prvz.

Gießener Wochenmarktpreise

(Händlerpreife) am 19. Februar 1924.

Es kosteten: Butter 1,20 ht« 1,70 Mk Käse 0,60 biS 0.65 das Pfund, Gier 0,12 bis 0,15 daS Stück, Wirsing 0,30 Weißkraut 0.20. Rotkraut 0,35, gelbe Rüben 0,20. rote Rüben K.25 das Pfb. Bluinonkohl 2.00 bis 3.00 daS Stück Llnter-Kohl- rabi 0,08, Grünkohl 0,30, Meerrettich 1,00 Sellerie 0,60 bis 1,00, Aepfel 0^0 bis 0,25 All. das Pfd.

Wegen hochverrä terischer Handlangen verhaftet wurde der Hilf«- arbeiter Friedrich Kari Büttner vor hier. Büttner bat sich an dem separatlltischar Terra» in Planrg bei Kreuznach bet 'iliqt. Gr wird durch Anzeigen aus dem besetzten Deb«t beschuldigt, dort den separat i st tschen Rädelsführer gespielt zu haben, was er jedoch bestreitet. Rach seiner Qbt- gäbe will er nur Posten gestanden haben. Der Verhaftote wurde dem hiesigen Ihtterfudbung«- gefängni« zugesührt

Gefälschte Eisenbahn-Geld­scheine. In der letzten Zeit sind auf Papier­mark lautende Geldscheine der deutsche» Reichsbahn überFünfzig Billionen Mark" im Verkehr aufgetaucht. Diese Schein« sind gefälscht. Vom ReichSverkehrsmint- sterium sind bisher keine Geldscheine über emeu höheren Betrag als zwanzig Billtonei» ausgegeben worden.

Die 5>ürera»«fletlnng tmrb, vtzrt- sachern Wunsch und Anregungen verschiedenster

®an.

Ein Roman auS Dem 21. Iahrhunberi von Han« Dominik.

27. Fvrischung. (Rachdruck verboten.)

Wir. . ein ingrimmiger Humor sprach du« seinen Worten. .... Ich sage wir. . . mich einbegriffen . . obgleich fein Satan mich jemals im Leben als black man tariert hat. . . bis auf jenen englischen Lord . . Wir kämpfen um die Gleichbroechtigung mit anderen Rassen. Sie kämpfen um Macht und Land.

ilnfer Kamps hat ein ideale« Ziel, ist eins interne Angelegen beit der Vereinig« Staaten. Ihr Streit wird die Wrißen der ganzen Wstt unter einer Fahne vereinigen, denn e» geht um bte nxthe Eristenz. Der Untergang des eirro- r>älschen Abeiidlivrdes würde das Ende der weißen Kultur überhaupt bedeuten. Sehen Sie sich vor. Schrauben Sie Ihre Hoffnungen nicht allzu hxh, daß nicht ... ein uneriiartet starker Frost den Blütentraum aus viele Menschenalter vernichtet."

Welnn Fang wollte sprechen, aber O?hn Satten ließ sich nicht unterbrochen

..Die meihc Intelligenz wird fen diesem Kamps na», unerhört:, ungeahnte Leistungen vollbrin­gen und . . . vielleicht dir Oberhand behalten.

Ihre Prophezeiung wird einmal cfntreten, aber wann . . .Tr

Der Ehinese war ausgestanden. Geschmeidig lächelnd trat er an Dewry heran

,6k müssen gestehen, daß cm Kamps zwischen China and den Westländern etne gute Unter» flützung Ihres Streites um die Gleichberechtigung

der schwarzen amerikanischen 'Bürger ist. Unser Zusammengehen bringt beiden Vorteil. .

Er streckte Dewcy die Hand hin, die dieser ergrisf.

Abgemacht 1"

Wann?"

Rach der Wahl um den Gouverncurp)sten von Louisiana. Wird I)fua Borden, der schwarze Kandidat, gewählt und mch-t bestätigt, beginnt der Kamps

.Ich bekam heute ein Telegramm aus Peking. Gr will den genauen Termrn wissen. Bei 3bnen und bei un« muß der Schlag gleichzeitig sollen."

Den Tag anzugeben, ist unmögluh."

Der Tag der Wahl ist bestimmt und wird nicht versckwben?"

Ich wüßte feinen Grund . . .

.Sind Sic des unverbrüchlichen Schweigen« aller Milwissenden sicher, Mr. Dewey?"

Unbedingt! . . Warum fragen Stt?"

.Man hat mich auf einen Berichterstatter Der Shikagv-Preh aafmerffam gemocht SS hat den Aufchein, als sei er . . . Zufall oder . . . Verrat ... der OrganifatiDn aus die Spur ge» kommen'

.So muh alle« geschehen, tra« geeignet ist ... Unheil zu verhüten. 6k haben . . . wohl Mittet und Wege dazu . . IKelan Fang . . ."

Der Kraftwagen, der Florence Dewey v?n San Matteo zurück nach der Stadt brachte, mußte schon in Der Märtet Street fernen Lauf öerlang-

famen. An Der Kreuzung mit der Mason Street wurde Da« Gedränge auch auf dem Fahrdamm fo arg, daß der Ehwiffeur biS zur Stxton Street weiterfuhr.

Die ganze Rsgerbevölteruny FriSkos schien auf Den Beinen zu sein. Don alten Seiten ström­ten schwarze Scharen heran mid wälzten sich hx Der Richtung aus Ehtnatown durch die Straßen.

Der Chauffeur versuchte e«. durch die Stoctm Strert feinem Ztete näher zu kommen. D>ch ver­geblich unternahm er es mehrere Mate, nach Hob- Hill abzubiegen. Ss lieh sich nicht mehr durch­führen. Auch aus allen Seitenstraßen quollen fortu-ährcnd neue Massen immer dichter heran, je mehr sich der Wagen Chinatown näherte. An ter Ecke ter. Sacramento Street wurde das Ge­dränge so dicht, daß das Auto eingekeilt stehen- blciben mußte. Auch ter fvae Platz vor ter Max-kthaUe war bereits von Tausenden beseht, und immer neue Tausende drängten nach

Florence hatte di: Vorhänge ihres Wagen« geschloßen.

Durch einen schmalen Spalt bu>bachtete sie bic ungewöhnlich: Szene. Erst neugierig, feem besorgt

Aus ter tosenden teilten Menge drangen zerrissene Rufe an ihr Ohr:

Hängt da« weiße Viehs Schlagt ihn tot. Den Hund! . An den Pfahl mit dem Mädchenschänter!"

Reue« härtere« Gejohl verschlang die ein­zelnen Stimmen. Florence sah mit fteigenDem Entsetzen, tote ein Trupp Schwarzer einen Weihen nach dem Marktplatz zerrte. Die Kleider hingm ihm in Fetzen vom Lech^

Ein riesenhafter Hafenarbeiter schwang et« schwere Eisenstange gegen den Gefangenen Bevor er ihn damit erreichte, warf ihn seloll ein Schlag zurück. Schnell und sicher schob sich eine Kette schwer bewaffneter Schwarz zwischsr den Ge­fangenen und die tobende Menge.

Hetzt erkannte Florence die Bedeutung der Vorgänge da brauhen Mit einem Schrei sank sie in daS Polster zurück und barg das Gesicht in ten Händen.

Sin Lynchmord art einem Weißens . ... Hier mitten in ter Großstadt und in aller Oesfeimlch» fett ... So weit teuren die Dinge gediehe»

Att ter bewaffnete Trupp mit dem Getan gelten Den Marktplatz erreichte, brach Die vtel- laufendköpfiqe schw-aty Menge m ein tnfemaD- sches Geheul aus. Einige stießen mit schweren Stangen taktmähig und triumphierend auf da« Pflaster. Andere knirschten vor Wut mit ten Zähnen. Ihre Hutuntcdaufettn Augen hingen mit Den Blicken hungriger Raubtiere an Dan «Befangenen. Zuweilen zuckte em hetsene« Ge­lächter auf

Vergeblich zerrt ter Gefangene an ten star­ken Armen. Die ihn gepackt hielten. Vor Dem Ein­gang gut Markthalle machte Der Trupp statt

Auf da« Komm andeines Führer« Drängten bk Bewaffneten bte Menge - urud Ein freiet Raum entstand, in dessen Mute sich ein Kande­laber erhob Ein neu;« ÄtmmonbD. und eine Schar stürzte in bte Markthalle und schleppte Kisten und Körbe berauö. bt: sich schnell um tert Mast türmten.

(Fortsetzung fvtgt-tz