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Donnerstag, 20. November 1924

474- Jahrgang

Blatt

VNIS vnö Dcriag: vrllhl'sche UniverfitSI-.vllch- und Stcinöruicrci R. Zange in Sietzen. Schristleitung und s-lchästrftklle: Schnlkratzk 7

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-Aach bcn hierüber cingeleiteten Berhandlun- gen ist eS endlich nach fünf Jahren gelungen, alle deutschen politischen Sßartete:, in bei rlchecho- slowalischen Republik zu einem Schritt ae - rneinsamer Abwehr zusammenzuschlicßcn. Auch die große sozialdemokratische Par- tei erklärte sich zu einem solidarischen Vorgehen bereit. Es iru b; b. sch v s.m gegen das Dud- g e t Stellung zu nehmen sowie mit Rücksicht am die bisher praktiziert n unerhörten Drangsalierun­gen Les deutschen Volkes und mit Rücksicht da­rauf, daß die tschechischen Machthaber unter Verleugnung feder Demokratie die Rechte Les deutschen Volkes auf allen Gebieten verkürzten und die Regierung nur durch einen Mißbrauch ihrer Machtstellung inne- haben, vor der Oeffentlichkeit der ganzen zwili- sierten Mett zu demonstrieren, daß das deutsche Volk im Abwehrkampf gegen dicseunwürdigenVerhältntsseeinig . fCi. Die deutschen Abgeordneten aller Parteien lehnen jede Mitarbeit an den Deratungen ab und werden während der.ganzen Zeit der Budget- debatte den Sitzungen sernbleiben

Die Gruppe der Magyaren hat sich den deutschen Parteien vvrbehal.los angeschlofsen.

Sasonow, der Pazifist.

Paris, 19 Rov (WTB.) Sasonow, der russische Austenminister zur Zeit des KrtegS- auLbrucheS. der sich in Versailles aufhalt, ersucht den ..Temps" um Veröffentlichung der B ench - ttgung hinsichtlich der ihm in den Mund ge­legten Arusterungen in den vornOeuvre ver- össentlichten Aufzeichnungen fceiS ehemali­gen französischen Botschafters in Petersburg. Louis. Er erinnere s i ch nur noch 1 c n t

g c An die Unterredung, die er mit D u - st d in Petersburg gehabt habe. Aber diese

Kiderlen-Waechter und der Weltkrieg.

Don General S. von M a s s v w-Dreslau SUum eine Persönlichkeit auS dem Diplomatenkreis bet Wilhelminischen Aera war in bet Beurteil ng seiner Zeit­genossen so umstritten, wie die de-Ztaats- serretärS von Kiderlen-Wächier. Welche Echw^erigkeiteu einer gerechten Wur.f gunfl bieses Staatsmannes entg gen- stehen, erhellt ein Le.gl »ich der un e en Lesern kürz! ch auszugsw.i e vermittel­ten Tirpihdokumente mit dem heute hier wiedergcgebenen Aufsatz Generals von Massow, der dem Staatss.k eäc im Leben nahestand. D.>.

fahrene Sache aus der Welt zu schaffen. Deshalb gibt er sich zu Konzessionen an die französische Eitelkeit her, die immer noch billiger waren ato der Krieg mit ungewissem Ausgang. 2hm kam es darauf an, Zeit zu gewinnen und die uns ein- chnürende Politik der Entente durch eine Ent­spannung zu überwinden. Hierfür waren ihm die Marokko-Verhandlungen Mittel zum Zweck, eben- fo wie er sich bereits während der bosnischen Krisis der vermittelnden Tätigkeit der französi­schen Diplomatie bedient hatte. Seine Verhand­lungen mit dem Botschafter Cambon, sein muftcrgültigcr Entwurf des Casablanca- Vertrages, der den Franzosen zwar Vor­teile gewährte, ihnen aber den Schutz deutscher Interessen vorenthielt, lieferten den 'Beteetes, dah bei einigem guten Willen auch mit den Macht» I Habern an der Seine eine Verständigung möglich war. In jener Zeit erzählte er mir, er sei von einem Iournalisten gefragt worden, ob er fron- kophil sei, und habe kurz erwidert: Ich bin Deutscher und weiter nichts.

In dieselbe Linie der Entspannung fällt seine im Auftrag des Reichskanzlers 19C9 erfolgte Aus­arbeitung einer Denkschrift über die Möglichkeit einerd e u t s ch - e n g l i s ch e n D e r st a n d i - qung vielleicht die schwerste Aufgabe, der er sich unterzog, weil sie zu Gegensätzen im eige» | nen Lager führen muhte. Bekanntlich näherte sich Herr v. Bethmann der Holstemschen An­nahme, dah der russisch-englische Ge­gen s a & eine konstante Gröhe le.', und dah England, durch Ruhland enttäuscht, sich schlteh- lich un s^n'chliehen müsse. Kiderlen schloß sich dieser These nicht an, glaubte aber die zwilchen England und uns liegenden Gegensätze (Handel, Flotte Kolonialpolitik) durch entgegenlommende Verhandlungen mildern zu können. Leider wurde er nicht mit der Durchführung der Ver­handlungen betraut. Der Kanzler traute sich mehr diplomatisches Können zu, als ihm gege­ben war, andere Ressorts beteiligten sich, der alte Gegensatz Marine Auswärtiges Amt trat in Erscheinung (wie auch aus den hier wiedergegebenen T i r v i h -Dokumenten Herren ping). England erkannte dieses und brach zunächst die Verhandlungen ab. 3m März 1912 schrieb der

Der deutsche Abwehrkampf in Böhmen, gusammrnschluh aller oppositionellen Parteien im Tschechischen Landtag.

Kanzler in seinem Abschiedsgesuch Euer Maic- iät Marine wirb sich aus das Helden-''-..t,gltc chlagcn, aber nach den Mitteilungen, die mir der S'aatssekretär der Marine wiederholt gemacht hat. kann auf ihren Sieg über die engUdHttn- »ösische Flotte nicht gerechnet werden. Em vmves Iahr vor seinem Tode schrieb Kiderlen '..kau glaubt immer, dah ich mich über dte etim in England getäuscht habe 2L?ci nein. Denn ick mich populär machen wollte, würde ich >um Kriege treiben---, aber ich habe diesen

Ehrgeiz nicht.

Während auf dem Balkan, ..dem Glacis dcl zukünftigen Weltkriege-- - wie Kiderlen ihn be­zeichnete. das Vorspiel des großen DramaS un Gange war. schloß Alfred v. Kiderlen-Waechter am 30. Dezember 1912 in feiner Heimatstadt Stuttgart die Augen.

DaS Hauptwerk feine- Leben-, den euro­päischen Krieg a b z u w e n d en .konnte er nicht vollenden Deutschland- Tragik! Ob eS »br, bei den Widerständen, die er im In- und Aus land zu überwinden hatte, schließlich gelungen Ware ist schwer zu entscheiden. Die Wahrschein­lichkeit spricht dafür. AlS sicher können wir c.- hinnehmen, daß der in Serajewo in- Rollen ge- tommcnc Stein durch ihn aufgehalten worden wäre und daß er es in jedem '""e emeS uns auf gezwungenen und daher unvermeidlichen Krie­ges verstanden haben würde, fein Vaterland vor einem schimpflichen Frieden zu bewahren. Quem deus perdcre vult......

Der Fall Malvy.

Paris. 20. Rov. (WTD. Fmlspruch) Der ehemalige Minister bcS cstrnern M a l vy be­stätigte einem Redakteur desMatm , bat er bie Revision seine- Prozesses b "treibe. Die Anklage gegen ihn fei von Elemenceau er­hoben worden, feinem politischen Gegner. E- handle sich darum, zu wissen, ob fie bcuunbet sei. Der Senat habe sie durch seine Abstimmung ver- neint. Malvy, ber Freund Eaillaur. mar Minister verschiedener Ressorts in den rabimlen Kal- netten MoniS. Eaillaur. Doumergue Wäß- renb des Krieges hatte er das Innenportefeuille unter Dwiani, Driand und Ribot. bis> «auf Drängen der Royalisten wegen AnverständnisteS mit dem Feinde und Erregung millta.ilcher Re­volten Ende Rovember 1917 von dem als Staats- acr ch'.shof fungierenden Senat zur Verban­nung verurteilt wurde. Der vor einigen Tagen gefällte Spruch des Senats amnestierte be­kanntlich ihn und Caillaux.

Die Abrüstungskonferenz

Initiative des Präsidenten Coolidgc.

London. 20. Rov. (ZU.) Rach einer TM- ! düng des ,Daily Expreß" ou8 Reuyork erklärt man in maßgebenden Washingtoner Äretfen bah ber Beschluß Großbritannien- die Aus spräche über bas Genfer Protokoll auszu - schieben, den Präsidenten Eoolidge ohne (Zweifel dazu veranlassen wirb, eine neue Abrüstungskonferenz zur Beschränkung der Rüstungen zu Wasser und zur Luft etnzu° berufen. Im Verlause ber Konferenz wurden die -wrächre über bie Abänderung internationaler Ge- ,eye unb bie Statuten des Staaten-Gerichtshofe- verhandeln. Genauere Einzelheiten sinb noch nicht bekannt doch wird angenommen, daß Präsident Eoolidge auf ber Tagesordnung einer Ab­rüstungskonferenz bie Fragen, die ausschließlich Europa betreffen, streichen wird: sie werden bann wahrscheinlich Gegenstand einer spateren Kon­ferenz werden.

i Dor dem Ende der Militär- Kontrolle.

»ietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Gberhesien

3n ber heutigen Sitzung bes Abgeordneten­hauses erklärte bei ber Budgetberatung

auch die Slowakische Dollspartei, daß sie sich an bcn Beratungen nicht beteiligen werbe Dr. K e r m e nby - E kes erklärte na- mens ber Christlich'ozialen Lindespartci. der un­garischen kleinen Landwirte und Kleingewerbe- tieibenben und weiter namens der Autoch.honen Partei unb Abgeordneter Kurtak in tu 1^« Sprache namens des l a r )> a t&o - r u ff 11 4> en autonomen landwirtschaftlichen Verbandes, an der Budgetdebatte nicht teilzunehmen.

Die Redner der Regierungsparteien beschäs- tigten sich sämtlich mi» dem ExoduS der opposito- nälen Parteien, webei sie erklärten, daß die Kundgebungen der deutschen Paketen nur be­wiesen. baß ber Widerstand der Deutschen nicht ein Widerstand gegen bie Koalition. Indern ein offener .Kampf gegen dcn 6 t a a t fei. Sie Beschwerden der deutschen Abgeordneten, baß ibiT Anträge glatt abgelehnt würdern wür­den burch bie bei der Annahme des ®JcM über die Kriegsanleihen, über die Dozialveisich-- tung. die Daubcwegung usw. angenommenen Ab- änderungsant äge widerlegt. Dr. Dorer (tsche­chischer Sozialdemokrat) sagte, Pas s i vit a t i m parlamentarischen Leben fei W einem so hochstehend e n Volksstamm wie es der putsche sei, absolut ausgeschlossen, da sie ben jk bensinteressen der Deutschen in der Repullik widerspreche

Professor Dr. Ernst IäckhS zweibändiges Wwl K i bc i le n- TD ac d) t c r , ter © t aa t . mann unb HI cnf »" ^I,ch- Ter.og Stuttgart 1305) ist einem Ma in gerech g warb n der zu Deutschlands Größten bc; Vorkriegszeit gehörte unb mit manchen unter ihien daZ Ge­schick teilte, erst nach dem Tode voll gewürdigt zu werden. Der viel umftdt:enc und oft miß­verstandene Staatsmann Harb vor V l'cb.mg seines Werkes inmitten harter polit i cher Kam > c AIS Mensch hatte er sich, seiner schwäbischen Eigenart nach, nur den wenigen offenbart, die ihn menschlich zu nehmen verstanden.

Es ist eine glückliche Fügug. daß daZ Gi- scheinen deS Werkes in eine Zeil fallt, in der gebieterisch et ne endliche K ärung der Krregs sckuldsrage gefordert wird.

Kiderlen betrachtet rci Krieg alÄ bte Sorte sehimg der Pol tik in dem Sinne daß bnde in engstem Zusammenhang stehen. Er ist sich m lener ganz-n amtlichen Tätiget der ung hea- | .en Berantwortung bewußt, t ie auf tuicm etaa S i mann lastet, dessen Pt Mik krin anderes Resul at erzielt als Lösung cingetretcrer Verwich'lungen durch das Schwert. Er verlangt vielmch. daß die politische Füh ung eincs Staates fo emge e it ist. dah sic ihn gegen K r iegc sicherst e 111. Sen Krieg um seiner selbst willen ve urteilt er | auf das schärtste. nicht etwa WM er pazi t trete i | Anwandlu gm zugänglich rt. fanteri w t e ale Staatsmann .auch die Gefahren über acht, die ein siegreicher Krieg für den Sieger in fick bir93n bet Schule des Fürsten ^smaick er° flogen, rechnet er wie jener nut der historischen Tatsache de- sranzösi s ch -dcul schen Gc- qe n sa tzc S , dcS Kampfeum bei fK?em. u ib mit den sich hieraus entwickelnden s ei n b liche n Koalitionen, die den iuropaischen Frieden gefährden. Sorgfältig bcobad) et er die froiv3o- fischen Werbungen m 61. et er i bu i g u^nb

ipätcr in London. Er urteilt hierüber skepti­scher als sein Freund Herrv. H ölst ein ber fid) auf Dervchn mim verlaßt, bie sich fch teßlich als falsch herausstellten und die Herr v. K derlen au liquidieren hatte. Der Dreibund allem ge­nügt ihm nicht für DeufchlaUd- Sicherheit. Es ist daher sein stetes Bemühen, ihn nach 2M seines großen Lehrmeisters den sich verändernden Zeitverhältnissen ent prechend durch neue Korn-

bische Krisis des Iahres 1908/09: Aehren- tRal Überraschte uns durch die Einverleibung Bosniens und der Herzegowina in die oster- reichifch'ungarische Monarch c: in Belgrad gingen bie Wogen ber panslawistischen Bewegung hoch. Es trat also bas ein, was Kiderlen befürchtete: die Gefahr ber Verwicklung in Balkan-Aben­teuer. Das berechtigte Verlangen eines Bundes-- genossen, über wichtige politische Aktionen vor­her orientiert zu werben, war nicht er­füllt worden. Unter diesen ihnftanben war es "ein Glück, baß Kiderlen zur Vertretung des erkrankten Staatssekretärs in Derlin saß. So -konnte er in Wien bremsen und in Petersburg zu verstehen geben, baß wir die Regelung der Auseinandersetzung in die Hand nehmen wurden. Zum Gmck war Rußland damals durch den Krieg in Ostafien geschwächt. Als die Verhand­lungen mit Rußland nicht den gewünschten schnel- len Verlauf nahmen, schiebt Kiderlen Herrn »

Wolsky durch das bdannte Telegramm vom 21 März 1909 bie Verantwortung zu und droht, den Dingen freien Lauf zu lasten, wenn nicht bie von uns vorgefchlagene Lösung angenommen würde Dieter Streich wirkte, wir setzten unteren QSiKcn durch unb ber Friede blieb noch einmal erhalten Einige Wochen darauf sagte nur Kider- len" Ich war mir bewußt, alles auf eine Karte zu sehen konnte es aber wagen, weil ich wußte, Laß Ruhlanb zum Kriege nicht geruftet war. 3n diesem Falle sehen wir also bcn auf Er­haltung b:s Friedens bedachten Staatsmann naye an die Grenze ber ultima ratio Herangehen, weil hier ein anderer Ausweg nicht mehr blieb und weil er cs verantworten zu können glaubte Obigen Worten fügte er hinzu: Als Pourtol^s | mir drahtete, dah Iswolsky sich füge, war ich froh unb machte mir einen vergnügten Abend. Er wollte also den Krieg nicht, obwohl es ihm damals in günstiger politischer unb militärischer Cage ein leichtes getreten wäre, nach bekannten Mustern unserer Gegner, die Dinge dorthin ab- zudrehen Der Serben wegen wollte er sich nicht auf einen europäischen Krieg cinlasten.

5)Qa gleiche Ziel verfolgte Kiderlen Während der Marokkokrisis 1909. Er gibt offen zu. daß cs ihm nur darauf angekommen fei, eine ver-

m. 214 Erster

Erscheint iuglich, außer 5o*n- unb Feiertags.

Beilagen:

GießenerFaM'l.enblLtter Heimat im Bild.

Wenats«Bejnc$preis: 2®olbmarh u. 20 Gold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernfpr e ch-Anschlüsse: Schristleitung 112, Da- [ag unbBeschästsstelle 51. Anschrift für Drahtnach­richten: »nzeiaerSießen.

poflscheckionts: arenffnrt a. M. 11688.

Prag. 19. Rov. (WTD.) Der Fährcr ber deuNchen Lanbwirte in ber Tschechoslowatei, Krzcpck. gab b;m Berweter Wolffburcaus Er­

klärungen über die neue Konzentration sämtlicher deutschen Parlamenispaitc en ab: Zum ersten Male seit dem Bestehen bes tschechoslowakischen Pailamcnts schließ_n (ich sämtliche deutschen Par­teien zu einem einheitlichen Vorgehen zusammen. Aus den ersten rersassungsmäß gen Wahlen Waren sechs deutsche pol tische Punkten betret gegangen. (Segle ch b.im Eintrckt in das neue Parlament ergaben sich große Schwierig- fe.tcn, sämtliche deutschen Partien zu einigen. Die Hauptschwierigkeit lag in dem Gegensatz zw schen den deutschen b ü r g c r t i che n un) d-ät­sche n sozialdcinokratischcn Gruppen.

Rach vielen Bemühungen gelang es. wenig'lens bie deutschen bürge lichen Parteien zum deut­schen parlamentarischen Vcrbaiid zu' sammenzuschl .cßen. Die Sozi alb m Iratei gingen ihre eigenen Wege. Ader auch * c deutsche parla­mentarische Der band der bürgerlichen Parle en wurde gesprengt, we l der rechte F ürel un.cr Führmng der Deutschnational-n Partei einer irr edentistischcn Politik zineigte, als Zu- sammenschluß blieb die Deuts che Arbeits­gemeinschaft übrig, die aus denn B.md ber Landwirte den deutschen Christlichsozialen, den Deutschdcmrkraten und der nachträglich entstan­denen Deuts eben Gewerbepariei bestand.

Das in ber letzten Zelt von ber tschechischen Koali­tionsregierung äußerst rück ichtrloS geübte Vor­gehen gegen bie Gesamtheit bes deutschen Dolles auf allen Gebieten der Wirtschaft, ber Politik unb beS nationalen Lebens hat jedoch da- deut­sche Doll in allen seinen Schichten die Ar- beiterschast nicht ausgenommen in einer Weise aufgebracht, daß sich in der Devöllerung selbst spontan die Forderung erhob, alle politischen Parteien ohne Anterschied mögen sich zu gemein­samer Abwehr einigen.

Paris. 20. Rov. (TU.) Der Reuyor, Herald" meldet, baß bx Untersuchung berintei- aLliicrten MUitärkontrollkommi fion tn Deutsch- lanb nahezu beendet fet Ewgeg n gc» Wisten sensation llen ausländischen Meld.-ngrn h?.t

C. I ün? dx° dcmnächstige ' Abreile ber Kommisston rechtfertig?, nachdem sie U)re VoUmachteil vreher r noch auf den Völkerbund ubrrtvagzn habe.

tafla in Petersburg geoaoi yaoe. -ulhu uiki*. Armseligkeiten, die ihm bie Aufzeichnungen zii- schoben, habe er sicher nicht getan. Schließlich erklärte Sasonow, Zar Rikolaus habe ent­schlossen für den Frieden gearbeitet und fei von feiner Regierung hierbei unterstützt worden Selbst wenn sich ein qcoenteilter Einstuß geltend gmnacht Hütte, hatte er nicht die geringsten Aussichten auf Erfolg gehabt. Der ehemalige ruffifche Außenmini ter beteuert ferner: Unsere ehemaligen Freunde waren ebenso pazifistisch wie wir. ton8 die Möglichkeit eines Druckes Im aggrestiven Sinne von ihrer Seite ausgeschlosten hat.

Ende der österreichischen Krise. | Die Christlichsozialcn und die Grotz- deutschen bilden daö Aabinett. Wien, 20 Rov. (TU.) Die politi'ch? Krise ist mit dem heutigen Tage als erledigt zu be- trächten. An Stell? bc» bisherge-i «^N^utichen I Vizekanzlers, de.' <mc Wterc wayi abg> [ehrt hatte wird entweder der Abg^ Olessin S Salzburg ober der Abg^Dr. 22a ber mit dem Posten des Vizekanzlers betraut wer.en ^_r bisherige Hanbclsminister Dr. o <t> ursf w rd au<h im kommenden Kabinett b.etben.

Wahl der r.eurn R gierung erf>lgt an Doi ner-- tag Tas neue Kabinett wird ftlgeitee Zusammen­setzung haben:

Dundeskanzler Dr. R a m e k,

Handelsminister Dr. S ch Ü r f s,

Vizekanzler entweder der Grohdeutsche Dr.

Waber, oder Elessin,

Minister für soziale Sürforge Dr. Refch,

Finanzminister Dr. A h r e r,

Kriegsminister Daugoin,

Landwirt chaftsminister Buchinger, Anterrichtöminiiter Dr. Schneider.

Der neue Bundesla zler Dr. Ramck hüte auch Besprechungen mit den sozialen Parteien u^er bie Grundzüge eines Programms, baj er Heu e, rath der Wahl im Ralionalrat entwickeln werbe. An bas Programm der neum Regierung wird I sich eine längere Debatte anschl eßen.

binationen zu ergänzen.

Ki^crlcns unmittelbarer Einfluß auf un erc ausw.irt ge Politik tritt währen) seines Aufent­haltes in Bukarest (19001910) und feinrr in diese Zeit fallenden Berufungen nach Berlin und Konstantinopel mehr und mehr her­vor <2.'ine Enttendung dorthin gat velen als Verbannung", indessen celing cs ihm traft feiner starten Persönlichkeit, sie .511 dem auszubauen, was sie wurde: zum Sprungbrett für ren teilenden Posten des auswärtiaen Dienstes,eo- pald große unb schwere Auf 1'den zu löten lind, schreibt Professor Iäckh. .wird immer Kirc len als Vertreter, alsspiritus rector beru c:i unb befragt, von Bülow wie von Tetbmonn für die Vertretung tc3 Barons M a r f ch a l l r 1 Konst'.ntmopel vor und in der tiirk.sch-n Re 0 Tution. für die Vertretung der St^ts ekretar Baron Schön amgestchts yeriu lisch n Krte «elahr unb bet ctfKn t_8 unb tut bk

SÄicnÄÄ 18S3pCi; Z^iws anUW^ib^b9Tun<ä' nick' gefmtmen. Ärlt ibn nicht im Wege ae,landen

L. « L'L 3u Men «U nstcker Kreise Frankreich ^aren tels aus der rumänifchenI rre d enta I

rifd'cm Boden. Dioicnigen bei uns die d.n Bei tr''tt Rumäniens fluni Dreibund befu'w'r eten, unM»än bk WHSngiKit bin-z bt# ton bcn Tattan-Bttangcn. 3n TSc n bat c man cs gern gesehen, und auf dem B.ck ai ter bie Ontercften tcr Doppclmorerchte se 'zulegem Kiderlen erkannte die b'-enn liegende Gesa u b wich einer Erw.itei^ g tes^W ^ns m t Ra mänicn aus, um uns d.e cyr i^it zu bewahren. .Den oster.eichi chen eatdltten im Orient wostlen wir nicht spielen ei. Er fürchtet dauernd, baß uns Wien mit terc Balkanpolitik eines Tages vor e n t it a.com 1. ft<4(t ^esbalb der lotonte Gegentah zur 0 r?r- rcich^ch-ungarischen G l^dtschuf. in Bu^r^dir Presti^-Polrtik irrrbt und Krdetlcns Zaruckh l tuna mißtrauisch beargwöhnt.

^Als er das Land verließ, war mit feiner Hilfe das erste Gewitter am südöstlichen Horizont verwunden, das als Vorbote ernster Gifchutte- tungen des We.: angesehen . werden

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