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fir. 222 5n?dte$ Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)Samstag, 20. September (924

Gietzen und Wieseck.

Mit starke. Enffchlutzkraft falben die verant» 6>0TtIi<fan Clionc Dietzens - Stadtverwaltung und Stadtverrndneten--Versammlung vor eini­gen Tagen gelegentlich der Erwerbung der Aktien­mehrheit der Llnion-Drauerei erneut bewiesen, datz sie trotz der Schwierigkeiten dieser Zett rceit- blickend alles tun wollen, was eine gedeihliche Aufwartsent tritt tu ng unserer Stadt erwarten lätzt. Die Erwerbung bedeutet nicht etnxi, datz die Stadt jetzt in die Drauindustrie hinerngestiegen ist, sondern man hat es hier mit einem treff­lichen Stück vorausstt-auender städtischer Grund- und Bodenpolitik zu tun, denn durch diesen Kauf hat sich die Stadt das ausschlaggebende De- (ihrecht am Haardthof-Gelände ge­sichert. Damit sind für unsere Stadterweiterung nach Westen hin sei es in Form von Woh- nunaSbauten, oder Ansiedlung von Industviebe- trieben Entwicklungsmöglichketten von auher- ordentlicher Bedeutung geschaffen worden. Eine derart auf grohe Gesichtspunkte einge­stellte Politik der Stadt nach besten Kräften zu uyterstjchen, ist Dienst am Allgemeinwohl, bem wir gern unsere Förderung leihen wollen.

3m Rahmen einer solchen grvtzzügigen Er- pansionspolttik unserer Stadt liegt als nächstes Ziel eine weitere Möglichkeit, auf deren Verwirk­lichung man jetzt in erhöhtem Matze das Augen­merk lenken sollte. Wir meinen die Herstel­lung der StrahendahnVerbindung mit Wieseck. Diese Angelege.rfart hat die Die­tz euer und die Wiesecker Oeffentlichkeit, sowie die Parlamente beider Gemeinden schon vor dem Kriege sehr eingeheick» beschäftigt. Lieber die Zweckmätz^kett dieser Verbindung bestand bereits damals in den wertesten Devölkerungskreisen hüben urib drüben Einigkeit. Datz es seinerzeit nicht zur Verwirklichung des Vorhabens kam, ist einmal auf .tiefgreifende Linstrnrmigkerten cn der Frage der Linienführung zurückzuführen, zu denen eine merkwürdige Schwenkung in der An­sicht des früheren Oberbürgermeisters den An­latz gab, und zum andern wurde das Projekt dann durch den Ausbruch des Krieges zunichte gemacht. Mit dieser kurzen rückschauenden De- antwvrtung der Frage, warum man damals nicht zum Ziele tarn, wollen wir das Vergangene! abtun und zum Heule übergehen.

Riemand wird behaupten wollen, bäh' die Strahenbahnverbindung unserer Stadt mit Wie- ffeck mittlerweile überflüssig oder gar unerwünscht geworden wäre. Rach unserer Meinung ist das Bedürfnis für diese Verbindung auch heute noch -auf beiden Seiten in vollem, vielleicht sogar noch In verstärkterem Matze vorhanden. Dietzen kann von dieser Derkehrserweiterung und -erleichte- rung mancherlei wirffchaftliche Vorteile ein heim­sen, während die Wiesecker Einwohnerschaft sich eine schnelle und rrach jeder Richtung hin ange­nehme Verbindung zur Stadt und nun Staats- bahnhof sichern kann. Auch das Stratzenbahn-Lln- ternehmen selbst würde u. E. dabei nicht schlecht abschneiden, denn der Verkehr zwischen den beiden Gemeinden ist ständig so rege, datz die Rentier- lichkeit der Linie Wohl von vornherein als ge­geben angesehen werden kann. Datz die Wagen, die von der Haltestelle Wiesecker Weg aus ins Stadlinnere fahren, jetzt meist mir schwach, manch­mal auch gar nicht beseht sind, beweist nichts gegen unsere Ansicht, wenn man sich vor Augen hall, datz die Wiesecker Einwohner, die rrach Gietzen wollen, bis zur Haltestelle Wiesecker Wea bereits den gröhten Teitz des Weges au Futz zurückgelegt haben und es ihnen auf die Be­wältigung der kleineren Strecke durch Fustinarsch dann auch nicht mehr ankorrrmt. Ganz anders dürfte sich die Frequenz der Elektrischen aber ge­stalten, wemr man schon von Wieseck aus fahren kann. Natürlich ist die Frage der Finanzierung eines solchen Erweiterungsbaues heutzutage noch mehr als früher von überragender Bedeutung. Man würde sich selbstverständlich auf die spar­samste Ausführung beschränken müssen. Ausschlag­gebend wäre hier, datz man nicht wieder das sog. Feldbahn"°Prvjekt poussiert, sondern sich -mit ganz nüchternem, praktischen Sinn auf die Krcisstrahen-Linienführung einst eilt, die die kürzeste und mithin auch die billigste Strecke nach Wiesett wäre: auch bei der Linienführung in Wieseck selbst mützte darauf gesehen werden, datz sich heute mehr denn je in der Beschränkung der Meister zeigt. 3m übrigen darf nicht über­sehen werden, datz es sich hierbei um eine wer­bende Anlage handeln würde, für die sich auch in dem ärmer gewordenen Vaterland wohl noch Geldgeber finden dürften. Die Herstellung dieser Verbindung steht ja auch nicht schon heute auf der Tagesordnung, sondern die Baureife dürfte wohl roch einige Zeit auf sicfawarten lassen, und bis dahin hoffen wir doch alle wieder unter etwas günstigeren Verhältnissen zu leben, die sich dann natürlich auch bei der Regelung der Finanz­frage bemerkbar machen würden. Jetzt wird es ....... im.....mm 11 iiii saggn^

Seltsame Flitterwochen

Von Arnold Fredericks

Erstes Kapitel.

Der schwere, kotbespritzte Tourenwigen war bon Washington aus eine Stunde lang stracks nordwärts g.rast und bog in verlangsamter Fahrt in den Torweg ein, der von der Landstrahe zum Gut abzweigte.

Ein stattlicher Mann, mit scharfem Blick. Erle in jeder Bewegung, entstieg dem Wagen und ging die paar Stufen zur Veranda hinauf.

Wohnt hier Richard Duvall?" fragte er kurz die alte Farbige, die läckelnd erschien.

Gewitz, mein Herr. Wünschen Sie ihn zu sprechen? ' r . . . ,

3a, bitte, es eilt. Sagt ihm es sei m sehr wichtiger Angelegenheit. 3d> heiße Hodzman.

Ditte, nehmen Sie Platz ich will Sie an­melden," antwortete die Dienerin, ihn mit rüfa lern, ablehnendem Blick mes end.

Der Besucher sah ihr lauernd nach wre sie ins Haus verschwand, dann wart er sich unge­duldig in einen Korbstuhl und steckte sich eine Zigarre an.

Zwei lappig:. junge Schäferh mdchon such en seine Ausmerksamtcit vergebens auf sich zu len'e ': er musterte mit kurzem Blick de gofr. w. fa'llche Veranda mit ihren bequemen Kvrb'effelu und dem^Tisch aus Weiden, den ein Stoa toter ®era= nien schmückte: auf den weichen grünen Vor­hängen spielten die letzten Strahlen der unter- gehenden Sonne.

.Reizender alter Wohnsitz," sagte er vor sich

zunächst nur darauf ankommen, datz man an die Aufgabe überhaupt wieder herang-cht.

Die Lösung der Stratzenbahnfrage zum Vor­teil beider Gemeinden kann das Kapitel Gietzen- Wieseck aber nicht erledigen. Die Zeitverhältnisse, die sich wirtschaftlich und finanziell gegen früher grundstürzend geändert haben, deuten auf die unausweichliche 3nanariffnafanc und Bewältigung einer noch gröheren Ausgabe beider Gemeinden hin, nämlich auf die Eingemeindung W i e- secks nach Dietzen. Der Zwang zur ratio­nellsten Wirtschaft auf allen Gebieten der öffent­lichen Verwaltung wird hier in absehbarer Zeit die Eingemeindung zum kategorischen Imperativ machen. Datz Gietzen dem nachbarlichen Wieseck viel zu bieten hat, wird man dort wohl wissen, und datz Wieseck auch gerade keine arme Kirchen­maus ist, sondern einen ganz respektablen Wald« und Feldbesih sein eigen nennt, ist hier zur Ge- 'nüge bekannt. Geben und Nehmen würden also, soweit wir heute bet einer Liebersicht der Der- hältlttsfe in groben Zügen erkennen können, beiden Teilen die Schliehung einer kommunalen Der- nunstehe erträglich machen können. Zu unter­suchen wäre nur noch, wie hoch die Anleihe- ober sonstige Belastung hüben und drüben ist. Datz Gietzen auch nach dieser Richtung hin keine schlechte Partie sein wird, wissen wir. Wie diese Verhältnisse in Wiesett beschaffen sind, wird für die Oeffentlichkeit wohl kein Geheimnis bleiben. 3m übrigen haben beide Gemeinden heute schon ein unmittelbares Gemeinsanws darin, datz Wie­seck an unsere Siebener Wasserleitung an ge­schlossen ist, und ferner ist ja die wirffchaftliche Struktur auf vielen anderen Gebieten der beiden Gemeinwesen jetzt auch schon so ineinander ver­flochten, dab man die Grenzlinien nicht mehr er­kennen tarnt.

Der Fragenkomplex, den wir für heute nur in seinen grundlegenden Gesichtspunkten anfchneiden, wirft natürlich noch eine Menge Einzelfragen auf, die nicht von heute auf morgen zu lösen sein werden, sondern der sorgsamsten Erwägung auf allen Setten bedürfen. Nicht nur die kom­munalen Verwaltungen und Körperschaften, son­dern auch die kommunalpolitischen Vereine, wie der Dürgerverein und der Verkehrsverein, und ebenso die Kreise der Wirtschaft werden dazu sicher noch mancherlei zu sagen haben. Mögen viel­leicht auch in Einzelhetten die Ansichten und Wünscheauseinandergehen^ den Grundgedan­ken wird man sich hier tote dort aber immer vor Augen halten müssen, dab es sich hierbei um eine Angelegenheit handelt, die für die Zukunft beider Gemeinden von autzerordentlicher Bedeu­tung, ja vielleicht sogar eine Lebensfrage ist. Möge man überall die Zeichen der Zeit beizeiten und recht verstehen!

Grotze Strafkammer.

Gietzen, 16. Sept. Anfang 1919 hatte ein Wachtmeister eines in Ridba liegenden Artillerie- Regiments bei einem Einwohner Niddas eine Kiste mit tierärztlichen Arzneien zur einstweiligen Auf­bewahrung untergestelll. Als im Lauf der 3ahre die Kiste nicht abgeholt worden war, öffnete der Sohn des Hauses Karl Quito. Sch. ohne Wissen seiner Ellern dte Kiste. Er fand darin die Arz­neien, die als Heeresgut sofort kenntlich waren. Einige Schachteln dieser Arzneien gelangten in die Hände des Delerinärrats O. und dessen Soh­nes, Tierarzt O. in B. Der letztere kaufte sie einem Händler Georg L. aus Nidda ab. An dem Vertrieb dieser Militär-Arzneien waren ferner be­teiligt gewesen der Händler Georg L. aus Nidda, dessen Sohn Albrecht L., sowie der Händler Karl K. aus Effolderbach. Der letztere, sowie die beiden L. waren in erster Instanz wegen Hehlerei be­reits rechtskräftig zu Geldstrafen verurteilt wor­den. Gegen Sch., der die Arzneien aus der Kiste an den jüngeren L. abgegeben hatte, war vom Schöffengericht wegen Diebstahls auf 40 Mk. Geld­strafe erkannt worden. Sch. hatte Berufung ein­gelegt. Die beiden O. waren in erster Instanz wegen Hehlerei freigesprochen worden. Die Slaatsanwallschaft hatte bezüglich üjrer Beru­fung verfolgt. Das Berufungsgericht verneinte zwar auch bei den beiden O. den Tatbestand der Hehlerei, verurteilte sie jedoch wegen eines Ver­gehens gegen das Opiumqesetz vom 30. 12. 1920 zu Geldstrafe von je 30 Mk-, da die beiden, entN gegen den Bestimmungen jenes Gesetzes, opium- hallige Arzneien von Leuten angekauft hatten, die zum Verkauf keine behördliche Erlaubnis hatten. Sch 's Strafe blieb bestehen. Das Berufungsgericht verurteilte jedoch statt wegen Diebstahls wegen Llnterschlagung. . ,

Der Mahlbursche Heinrich Krug von Liedenhausen war vom Schöffengericht Gietzen we­gen Vornahme unzüchtiger Handlungen, begangen mit Gewalt an einer Frauensperson, zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden. Er hatte eine 26jährige Frau, die auf dem Felde ar­

beitete, unsittlich belästigt. Das Verfahren in der Verufungsinstanz bestätigte die erstinstanzlichen Feststellungen. Die Berufung des Angeklagten wurde deshalb kostenpflichtig verworfen.

Kirche und Schule.

z Friedberg, 18. Sept. In dein gestrigen Bericht über die Dekanatskonferenz mutz das sinnentstellende WortErnennungen" in der drittletzten Zeile durchHemmungen" erseht werden.

Wirtschaft.

Börse und Geldmarkt.

Das Geschäft an den deutschen Aktien­märkten liegt völlig darnieder Die Llrsachen dieser Stagnation sind leicht erkennbar. Vor allem fehlt der Börse wie dem breiteren Publikum noch jeder Matzstab für die Bewertung der meisten Industriepapiere Die bisher veröffentlichten Goldbilanzen beweisen nur, datz selbst die Ver­waltungen in der Bewertung des Gesellschafts­vermögens sich noch sehr unsicher fühlen und deshalb schon die meisten Vermögenswerte eher zu niedrig als zu hoch einschähen. Solange eine tn ihren Wirkungen durchaus Wirtschafts- und pro- duktivnsfeindliche Steuergesetzgebung besteht, kann man von den Unternehmungen nur äußerste Vor­sicht in der Bewertung ihres Vermögens er­warten. Diese Takffk ist natürlich auf der anderen Seite für die Gesamtwirffchaft insofern schädlich, als sie die produktiven Kräfte in einem un­günstigen Lichte erscheinen läßt, und so die Kredtt- verhandlunaen mit dem Auslande autzerordentllch erschwert. Für die Börse spielt die Frage der Zusammenlegung des Aktienkapi­tals naturgemätz eine ganz besondere Rolle. Auch auf diesem Gebiete..wird, soweit man bis­her sehen kann, mit einer übertriebenen Aengst- lichkeit vorgegangen. Die bisher bekannt gewor­denen Zusammenlegungen brachten den Akttv- nären zum weitaus größten Teile bittere Ent­täuschungen. Die Verwaltungen sagen sich, datz jetzt der Moment gekommen sei, wo man mit allen unerfreulichen Inflationserscheinungen auf­räumen müsse. Sie glauben für die Zukunft eine leichtere Dividenden- und Finanzierungspolittk treiben zu können, wenn sie das Atttenkapital so stark als möglich replizieren. Man hofft wohl auch, datz man dann eher in der Lage lein werde, bei entsprechenden Geldmarktverhältnissen neue Betriebsmittel im Wege der Kapitalserhöhung beschaffen zu können. So richtig derartige Er­wägungen vom Standpunkte einzelner Unter­nehmungen aus sein mögen, so ungünstig ist dir Wirkung eines derartigen Vorgehens auf die Stimmung derjenigen Kreise, auf deren Anlage­freudigkeit man letzten Endes angewiesen ist, wenn man wieder einmal junge Aktien am freien Markte unterbringen will. Vorläufig herrscht jedenfalls an der Börse, wie autzerhalb hinsichtlich der Aktienzusammenlegungen ein Gefühl der Llnsicher- hett und Sorge die natürlich auch die Llnterneh- mungslust stark beeinflutzt. Selbst der Berliner Dörsenvorstand hat dieser unklaren Situation in­sofern Rechnung getragen, als er die Wieder­einführung eines offiziellen Börsenverkehrs am Samstag bis zur völligen Klärung dieser An­gelegenheit vertagte.

Die Börsenspekulation wendet sich nun wieder dem inländischen An leihe ma rkte zu. Hier winken bei den täglich auftretenden erheb­lichen Kursschwankungen .immer noch geaxffe Gewinnchancen, zumal auch ein Teil der Dank- kundschaft sich an diesem Spiel beteiligt Ge­legentliche Rückschläge wirken nur vorübergehend versttrnmend. Es ist erstaunlich, mit welcher Zähig­keit die Hauffepartei an ihrer Tendenz festhält, und wie sie auch Vorgänge von geringster Be­deutung zu Argumenten für «ihre Auffassung der Aufwertungsfr.age gestaltet. Die Phantasie der Börse ist auf diesem Gebiete geradezu unerschöpflich. Es ist anzunehmen, datz die Schwankungen am inländischen Anl-ihemarkte in den nächsten Tagen an Heftigkeit eher noch zunehmen werden, da der Zusammentritt des Aufwertungs-Ausschusses zunächst der Enfftehung von Dörsengerüchten wieder sehr förderlich fein dürfte. Trotzdem kann man doch den autzerhalb der Börse stehenden Kreisen nach wie vor nur größte Vorsicht anempfehlen, da eine starke Wahrscheinlichkeit dafür besteht, datz nunmehr auch der Aufwertungs--Ausschutz eine erhebliche Portton Wasser in den Wein der Opttmisten gietzt. Die Derufsspekulatton an der Börse kann einer solchen plötzlichen Wendung im Verlaufe weniger Minuten Rechnung tragen und sich zurück­ziehen. Das Privatpublikum schwebt dabei aber sehr leicht in der Gefahr, die 3etfa zu zahlen.

*

* Die Golddiskontbank hat gestern, entsprechrmd einem Vorschläge des Vorsitzenden,

Reichsbankp räfibent Schacht, beschlossen, den Diskontsatz von 10 Prvz. auf 8 Prvz. her- abzusehen.

* Verlängerung der G inreichu n gS> frist für Gvldbilangen. Auf dem Der- ordnungSwege wird mrnmebr die Frist zur Ein­reichung der Goldbilanzen der Aktiengesellschaften, Kommanditgesellschaften usw., die bereits schon um arckerthalb Monat verlängert worden war, um weitere zwei Monate, nämlich bis zum 30. November d. IS. verlängert.

* Franks urter Genossen s chas t S - bank, Frankfurt. Die autzeiordentliche Ge­neralversammlung der Gesellschaft genehmigte die Gvldmarkeröffnungsbilanz und die mit dec Hom­burger Dollsbank abgeschlossenen Verträge zur Errichtung einer Geschäs -stelle in Hom' u g. Unter der Liquidation der Homburger Vollsbank wird gleichzeitig*eine Geschäftsstelle in Dad Homburg eingerichtet. Nach den Ergebnissen der abgclau- fenen neun Monate des Geschäftsjahres sei mit Wahrscheinlichkeit damit zu rechnen, datz für die Mitglieder au her einer angemessenen Dividende eine AuswertungSquote wird ausgeschüttet werden können.

* Höchster Fa rbwerke, Meister, Lu­cius & Brüning 21.-®., Höchst. Die nun­mehr auSgewiesene Iahresschlutzrechnung über­weist den Gesamtgewinn von 581 762 Billionen Mark zur Amortisation, auf Staats- und Kom­munalsteuern und auf Wohlfahrtsfrnds. Die Ge­sellschaft hofft, datz die Beruhigung der politischen Verhältnisse auch eine wirtschaftliche Besserung bringen werde. Don der Goldbilanz ist nichts gesagt.

* Phönix 21.=®. für Bergbau und Hüttenbetrieb. Entgegen umlaufenden Ge­rüchten über Zusammenlegung des Aktienkapitals im Verhältnis von 3:2 erfährt dieKölnische Zeitung" von einer Seite, die gut unterrichtet j sein will, datz mit einer Zusammenlegung von i 2:1 zu rechnen fein wird.

18.

i9. 9.

19.9.

18. 9.

Datum:

Börsenkurse.

sOhne Gewahr.)

F/o Deutsche 9tetd)6anle16e . 4e/o Deutsche RctchSanletye . 8'/,°/g Deutsche Ncichc-anleth« 3% Deutsche RetchSauletde . Deutsche Sparpräuuenanlethe <% Preußische Kausal» ... 4°/, Hessen W. >/»/ Hesse«......... .

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Deutsche Wertd. Dollar-Anl. dto. Doll-Schatz-Anwelsag.-)

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Berliner Handelsgesellschaft- Commerz» und Pnval-Bank Darmst. und Naltonaldauk . Deutsche Bank.........

Deutsche VercinSbank .... Disconto Commandtt .... Metallbank...........

Mitteldeutsche Crcditdank . . Oesterreichische Creditcmstalt. Weltbank............

Bochumer Satz ....... BuderuS «...

Caro..........

Deutsch-Luxemburg......

Gelsenkirchener Bergwerk« . . Harveuer Bergbau......

Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln Laorahütte...........

Oberbedarf..... .....

Bhontr Bergbau ...... Roeinstahl.......

Riebeck Montan........

Tellus Bergbau

Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd.....

Cberamische Werke Albi« . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann......

Anglo-Eont-Guano .... Badische Anilin........

Cdcmiiche Mayer Slaptn . . Goldschmidt........ .

Gries! eimer Electron .... Höchster Farbwerke Holzverkohlung........

ÜiütgerSwerke ........ Scheideanstalt Allg- Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann...........

Mamkraftwerk« . ......

Schlickert Siemens 4 HalLke ..... Adlerwerre Kleyer ..... Daimler Motoren. ..... Heyligenstaedt ........ Meguin - ...... .

Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . Metallgelell chaft Frankfurt . Del. Union A.-G........

Schuhfabrik Herz . . . . . . Sichel Zellstoff Voldhof.......

Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Wagbänsel

Timonen Prozent

Frankfurt a. M.

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jfan; . ich frage mich, ob ich ihn dazu brimge, zu kommen!" Ä ,

Kurz vor der Ankunft des Kraftwttgens tauchte Grace Duvall, in ih.-em bLauen Leinen- Ncid ein reizender Anblick, im Hintergründe des Parkes auf. In der Hand hiell sie eine Garten­schere unb aus der aufgerafften Schürze schaute eine Fülle von Rosen hervov

Sie tarn die lange Fliederallee heran, die zum Hause führte und rief: .Dick, Dick! Die Zuckererbsen sind nahe am Blühen."

Richard Duvalls Kopf erschien hinter einem Beet das er liebevoll rundum mit jungen Ge­ranien aufpslanzte. Er glich ehrr einem Land- pasivr, als dem Leiter eures internationalen Dr° tektivbureaus.

Wirklich?" antwortete er lachend.Jetzt soll­ten wir nur noch einige Tage schön und warm haben." Er nahm Setzholz und Liechen auf und ging auf die Scheune zu.

Grace, in den Tagen des Goaren Este, der verschwundenen Million und der WieLerbeschaf- fung der geh.imnisvvllen Elfenbein-Tabaksdose noch Grace Ellicvtt, legte ihren Arm in den ihres Mannes, und zu zweien schleuderten sie glücklich lächelnd über den weihen grünen Rasen. Die Flitterwochen schienen unvergänglich

Dieser liebliche alte Canbjüj im 'üblichen Maryland war jafyrelarg einer von Duvalls Träu- m;n gewesen; nach seiner 23erfairatung mit Grace in Paris entdeckte er, datz auch sie dafür schwärmte. So verwirklichten sie denn kurz nach ihrer Rückkehr nach Amerika chren Wunsch

Weder Grace noch ihr Gatte waren ge­sonnen, sich das Glück ihrer Flitterwochen Lurch seinen Beruf stören zu lassen. Die Ereigniffe,

die mit der Wiederauffindung von M de ®rif- sacs Tabaksdose verknüpft waren, hatten ihre Gemüter zu lebhaft beeinflutzt; es schien Grace während der fürchterlichen Tage in Paris und Brüssel unmittelbar nach ihrer Verheiratung, als seien sie nur zu diesem Ziele gelangt, um für immer voneinander getrennt zu werden; die schreck­lichen Begebenheiten jener Stunden in Len matt- erleuchteten Steinkammern in Brüssel hatten ihnen beiden zum Bewutzffein gebracht, wie teuer sie einander waren und wie leicht ihr Glück zer­rinnen konnte.

Deshalb hatte Grace ihren Mann soweit ge­bracht, wenigstens für einige Zeit auf die Aus­übung feines Berufs den Kamvf gegen das ^Zerbrechen, die Verfolgung gefährlicher Hochstap­ler und derlei zu Verzichter und das Landgut zu erwerben, das früher Verwandten feiner Mut­ter gehört hatte. Dann hatten sie sich als Guts­besitzer hier niedergelassen.

Richards Geschäft wurde unter der Leitung seines fäfagften Mitarbeiters weiter geführt; er selbst kümmerte sich jedoch nur wenig oder gar nicht darum. Er war froh zum ersten Male seit ;eun Jahren auszuruhen, und widmete sich lediglich seinen Frühkartoffeln, Preishunden, Iagdpferden u.rb Geranien Lieber all dem stand ifan jedoch Las friedliche Geniehen seiner Flitter­wochen und Las Streben, Grace zur glücklichsten unter den Sterblichen zu machen.

Für sie ihrerseits war ihr jetziges Geben hie Erfüllung all ihrer Sehnsucht Sie verab­scheute das einförmige gesellschaftliche Geben mit feinen Verpflichtungen, dagegen war sie von lei­denschaftlicher Liebe zur Natur erfüllt; so fand sie in den mannigfaltigen ihr zu fallenden Pflich­

ten bei der Verwaltung des ausgedehnten Gutes eine viel reichere Befriedigung, als das Stadt­leben sie ihr hätte bieten können.

Tas beträchtliche Vermögen, das ihr 2Hann durch seine Geschicklichkeit in Paris zu Lern ihrigen hinzu erworben hatte, war in gutrentierenben, sicheren Papieren angelegt, und sie hatte die größte Freude daran, wenigstens einen Dril ihres Einkommens zur fortwährenden Verschönerung Les neuen Heims zu verwenden.

Richard hatte sich entschieden geweigert, Las Geld irgendwie auszugeben es war eine Art Stolz für ihn, datz ihm seine eigenen Ersparnisse ermöglicht hatten, das Gut zu erwerben. Schlug jedoch Grace vor, am Hause anzubauen, es mit einer geräumigen Bibliothek oder Werkstatt zu versehet, oder bestand sie daraus, die Stvahe in der 2kähe des Hauses asphaltiert zu haben, so muhte er eben doch nachgeden. So machten sie zusammen Pläne, wie sie später vergröbern

wollten.

Das Gut war einige zweihurrdert Morgen grotz und das alte, massive, von Eichen und Silberpappeln umfiaribene Haus war vor Lern Vermögensrückgang d;r früheren Besitzer wirklich sehenswert gewe'en, barm aber dem Verfall preis- gegeben. Das war geht wieder anders geworden. Grace verbrachte täglich einige Stunden bannt, in den Wirrwarr des durcheinandergewachlenen Myrthen- und Ephrugerankes. der Tuchsbäilme und Hecken, des Shringerl-Tickichts und cec .Mie- derbüsche und in Die von Linkraut durchwucherten Rasen Ordnung zu bringen. Der alte Orfel 21. e Turner, ein Erbstück aus der guten alten Zeit, half ihr dabei redlich. nr

war eine schwere, aber dankbare Arbeit