Einzelbild herunterladen

ngicuen Des -imröTtCljmeiw svn> m c-cr sympr* fache auf die Weckselderpftichtungen zurü<Hufüh- veu, die sie gemeinhin mit der Becker-Stahl-A-G. etngegangen ist.

Börsenkurse.

Berlin

3a Sfllenea t>n>ient

Datrnm | 18. 6.

0,1085

0,230

bto-

38

) Dom Ruazahlungswret.

3»j

0,8375

0,800

1,8 eo,5

0,200 0,680

0,290

0,275

4.«

79

4,40

6,75 2,25

9,75

12,75

Hessen..........

essen...........

chc Werkb. Dollar-Lnl. oll.-Schach-Anwetsug.')

1,is 9

0,500

7,75

9.25

41,25

42,75

51

6,5

10,40

5

9,13

*

12,25 1

2.2

3, i7

6 2,90 2,6

9,18 9

M 6,25 8,63 12,3 6.75 9,75

5,5

Frankfurt a. M. ächluh. flure

20,25 9,75

6 6.80 0,400 7,4 12,e

5% Deutsche ReichSauleihe . 47o Deutsche RetchSanleche . 3*/30/n Deutsche Reichsanleihe Deutsche Reich san leibe .

Deutsche Sparprauucnan leihe 4% Preußische KonsolS . . . 4®/« Hessen...........

4®/o Zolltürien.........

5e/o Tolbmeritaoer......

Berliner HanbelSaesellschafl. Lormnerz« und Privat-Bank. Darmft. und Sladonolbont . Deutsch« Bank.........

Deutsche BeretnSdaok . . . . DiSconto Lommanbit . . . Meiallbank...........

Miitelbeutsche Trebilbank. .

Lcsic.reichtsche Trebitanstalt. Weltbank............

Bochumer Guß........

Buderus............

Caro .......... . .

Deutsch-Luxemburg......

Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpeuer Bergbau......

Haliwerke Aschersleben. . . . Hallwerk Westeregeln Laurahültc Oberbcdurf....... . ..

Puonir Bergba» ....... Äheinltabl.......

Rievcck Ätontan........ Tellus Bergbau........

Hamburg-Amerika Paket. . .

Norddeutscher Lloyd.....1

Cheramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann......

Anglo-Cont -Guano.....

Badische Anilin........

Chemische Mayer Slairta . . Goldschmidt..........

G'- ies ctmer Electron .... Höchster Farbwerke......

Volzvcrloylung........

RükgerSwerke Echeideanftalt.........

Allo- ElektrizitätS-Gesellschast Bergmann...........

Mainkrastwerke........

Schuckert . ......... .

Siemens <t Halske Adlerwerke Kleyer ...... Daimler Motoren. ...... Leyliaenstaedt D egum........... .

Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . Melallgesell chaft Frankfurt. Pet. Union A.-G........

Schuhfabrik Her; Sichel

Schluss

Schluß

Schluh

Kur»

flllr»

Kur,

19. 6.

18.6.

19.6

0,132

0,108

0,132

0,400

0,390

0,030

-

0,285

0,285

0,700

0,685

0,700

0,110

0,110

0,125

0,270

0,260

0,270

0,84*0

4,2

4,2

4,2

78,40

79

78,4

4.7»

4,40

4,50

19

21

20

3,4

3,5

3,5

6

6

6,2

6,9

7

7.13

0,400 7,40

_

7,25

7,4

12,4

1,65

1,4

1,65

0,310

0,380

0,400

0,300

0,36

0,480

- -

42,5

43,5

7,65

7,5

7.8

9,66

8,^5

9,40

42

41,75

42

43,5

45 13

50,25

60,5

6,5

6,5

6,75

10,65

10,5

10,75

4,97

4,90

9.65

8.5C

9

2?

21,8

23

21

38

19,75

32,8

21

34

1,26

20,4

20,40

20,5

4,2

4,1

4,2

8,25

2,3

2,13

2

8,5

9,5

12,85

12,76

12,6

9

9,5

9,75

9,23

8,4

9,13

9,2 >

9,25

9,25

6.20

E»

-

SS

6,25

8,65

6,76

6,8

6,8

9,5

9,65

9,5

6

26,5

27.5

37

37,75

1,30

1,13

1.1

2,2

2,1

2,25

1,6

8,75

8,6

8,5

0,450

12,25

1

1

1

2,1

4,75

2,2

3,75

6,25

6,25

6,5

2,95

2,4

2,6

Devisenmartt BerlinFrankfurt a. M.

l

F

(In Billionen Mark auSjebrüttt. BuenoS-SireS, Bonbon, Neu« York, Japan, Rio be Janeiro kür eine Tinbeit, Wien a:ib Budapest für 100000 Einheiten, alles übrige für 100 Einheiten.)

Lelearavdtfch« Auszahlung.

18. Juni

19. Juni

fRepart.

18. ill.

eunt liebe Weid

Dotierung Brief

Amtlich- «eld

lotter 111 'Brief

Brfs.-Antw Lbrillianta. Kopenhagen Stockholm . ^elfingforS. onbon. . . Jfeutjor! . . Paris Schweiz . - Spanien . . Dien in De ft abgeü Srag . . . . iubapeft . . ?uen.°Sire» 3u (pariert Japan . . . rio be Jan 3e(jrab . . Lissabon . .

156,86 19,45 58,41 70,67

110,72

T 22,34 73,91 66,06

6.69

V

11,72

166,84 19,55 56,69 71,03 '!K

S 4,21

22,46 74,29 68,34

6,91 12,43 I 11,78

166,81 19,65 66,46 70,62

110,/2 10,46 1 56,88

6,90 12,37 H w 11.72

15/,,9 19,75 58,74 70,93 111,28

10,62 Ä

22J85 74,29

«,14

5,92 12,43 l 11.78

voll voll voll voll voll voll voll voll von voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll Doll voll voll voll

voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll

Banknoten.

rernn. 19. Juni

«esd I Briet

Report. °/n

Amerikanische Note« ..... Belgische Noten........

Dänische Noten........

Englische Noten........

Fran-öfische Noten......

Hollänbische Noten......

Italienische Noten......

Norwegische Noten......

Deursch.Oesterr,äiao Kronen Rumänische Noten......

Schwebisch« Noten......

Schwerer Noten.......

Spanische Noten.......

Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten.......

4,19 19,575

70,52 18,05 22,69 156,51

13,09 56,31

6,89 1,79

110,72 73,85 66,66 12,32

4,34

4,21 19,675

70,88 18,15 22,81

167,29 18,19 56,59

6,01

1.81

111,28 74,21 66,91 12,38

4,38

S voll voll M voll SS voll voll voll voll voll voll

Frankfurter Mrse.

Frankfurt a. M., 19. 3uni. Tendenz: Fest. Die gestern an der Nachbörse in Erschei­nung getretene stürmische Nachfrage nach deut­schen Anleihen aller Art machte heute Heitere Fortschritte, und die Teilnahme an dieser Spe­kulation war so allgemein, daß man ruhig von dem heutigen Dörsentag sagen kann: er stand vollkommen unter dem Einfluß des Anleihege­schäftes. Wie gestern, so wurden auch heute, trotz verschiedener warnender Stimmen, die die Spekulation in deutschen Anleihen für vollkommen verfehlt halten, weil . die finanzielle Lage des Reiches es niemals gestatten werde, eine Auf­wertung dieser Anleihen vorzunehmen, Kriegs­anleihen besonders bevorzugt. Diese sprangen an­fänglich in raschem Tempo bis auf 0,150. Auch Schuhgebietsanleihen und preußische Konsvls fan­den viel Interesse; daneben aber auch die anderen Staats- und Kommunalpapiere. Alle anderen Marktgebiete dagegen traten etwas in den Hin­tergrund, doch blieben sie fest, allerdings bei fast stillem Geschäft. Auch im weiteren Verlauf sind es einzig und allein die Anlelhewerte, die das gesamte Interesse in Anspruch nehmen. Aller­dings fanden jetzt auch zahlreiche Gewinnsiche­rungen statt, so daß vorläufig keine neuen Ge­winne erzielt werden konnten. Auf dem Industrie- marft fanden weitere Käufe für das Ausland und für private Rechnung statt, denen allerdings Abgaben seitens der Industrie gegenüberstehen. Die Nachfrage konnte glatt befriedigt werden, ohne daß nennenswerte Kursveränderungen vorgenom- men wurden. Auch im freien Verkehr steht die Tendenz unverändert fest. Api 23/8, Decker-Stahl 272, Decker-Kohle 45/8, Benz 27s. Krügershall 27g. Petroleum 91/4. Rastatter Waggon 27t. Ufa 37/s bis 4.

Berliner Dorfe.

Berlin. 19. Juni. Die Sensation des Ta­ges a.r der Börse bildete bei starkem Zulauf drl Spekulation die fortsetzende Aufwärtsbewegung des Kurses der Kriegsanleihe: da die Begründung freier anscheinend rein spekulativen Bewegung mit Aufwertungshofsnungen allein nicht stich­haltig erschien, wurde unter anderem auch daraus verwiesen, daß die Reichsanleihe-Alttengesellschaft in grobem Umfange gestern und heute Käufer gewesen fet. Es wurden hieran allerhand Kom­binationen geknüpft, die in seriösen Börsenkreisen als in jeder Beziehung unzutreffend angesehen werden. Jedenfalls war der Umsatz sehr bedeu­tend. und die Bewegung nafjm zeitweise das In­teresse vollkommen gefangen. Vorbörslich setzte der Kurs mit 115 ein und ging dann Inguschen Sprüngen über 150 und wurde amtlich anfangs mit 135 und weiterhin zwischen 135 und 140 no­tiert. Auf anderen Gebieten des Rentenmarktes war keine grobe Rückwirkung hiervon erkennbar. Die Kurse bröckelten namentlich für die alten An­leihen der Länder teilweise wieder erheblich ab. Was den sonstigen Börsenverlauf anbetrifft, war er uninteressant wie an den Vortagen, da eüw Veränderung in der auf allen Märkten herrschen­den Geschäftsstille nicht eingetreten ist. Der Kurs­stand wurde gut gehalten. Einige Montan- und Industriewerte fliegen um 1 bis 2 Billionen Pro­zent. Die Lage am Geldmarkt hat sich weiten flüssig gestaltet. Der Devisenmarkt blieb un­verändert.

Märkte.

Berliner Produktenbörse.

Berlin, 19. Juni. (Wolff.) Die Forde­rungen für Auslandsgetreide sind wegen der an­haltenden amerikanischen Aufwürisbewegung der Preise weiter gestiegen und werden auch am Welt­märkte bezahlt, während in Deutschland die we­nigen Umsätze in fremder Ware von der zweiten Hand merklich unter Auslandsparität abgegeben werden muhten. Es wurden heute notiert für je 1000 Kilo: Weizen märk. 143 bis 147, mittete. 144 bis 146, mecklenburg. 138, Roggen märk. 120 bis 130 (matt), pomm. 118 bis 123 (matt), Mecklenburg. 118 (matt), westpreuh. 113 bis 116 (matt), Braugerste 144 bis 150 (matt), Futter- gerste 132 bis 138 (matt), Hafer märk. 120 bis 130 (matt), Raps 230 (matt); für je 100 Kilo: Weizenmehl 20,75 bis 23,50 (matt), Roggenmehl 18 bis 20,75 (matt), Weizenkleie 8,50 (matt), Roggenkleie 8,70 (matt), Diktoriaerbsen 19 bis 20, kleine Erbsen 14 bis 15, Futtererbsen 12 bis 13, Peluschken 10,50 bis 11, Ackerbohnen 13 bis 14, Wicken 11 bis 12, Lupinen blau 9 bis 10, gelb 13 bis 14, Rapskuchen 8,60, Leinkuchen 16,50 biS 17, Trockenschnitzel 6,20.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 19. Juni. Es wurden notiert für je 100 Kilo: Wetterauer Wetzen 16,75 bis 17, Roggen 15,25 bis 15,5, Braugerste 16,50 bis 17, Hafer, inländ., 15,25 bis 16, Weizen­mehl, südd. Spezial 0, 27,25 bis 28,75, Rvggen- mehl 22,75 bis 23,50, Weizen- und Roggenkleie 8,25 bis 8,75.

®ertd)tsiaai»

Altona, 19. Juni. (Prid.-Tel.) Das hie­sige Schwurgericht verurteilte den Arbeiter Ru­dolf Hirz aus Itzehoe, der am 18. Januar bei einem Erinnerungsfeste des Feldar- tillerieregimentsRr. 3 eine Bombe in den Festzug schleuderte, wodurch 12 Zivilisten und zwei Reichswehrsoldaten verletzt worden wa­ren, zu vier Jahren Zuchthaus.

Guben, 20. Juni. (Prw.-Tel.) Das hiesige Schwurgericht verurteilte den 24 Jahre alten, aus Berlin stammenden Schlosser Munzinger wegen Raubmords z u m T 0 d e. Munzinger hatte mit Atoei Spießgesellen vor einem Jahre eineReise in die Umgebung von Guben unternommen, um in den dortigen Dörfern Einbrüche zu verüben. Mun­zinger ermordete hierbei einen seiner Komplizen und raubte ihm seinen Anteil an dem Diebesgut.

Gießener Strafkammer.

* Gießen, 17. Juni. Der früher hier wohn­hafte Dn^R, jetzt in Döblau, war vom hiesigen Schöffengericht wegen Beleidigung des Mietemi-- gungsamtes zu einer Geldstrafe von fünf Mark verurteilt worden; er hatte in Beziehung auf die Zuweisung einer Wohnung geäußert, dies sei Schiebung. Seine Berufung gegen dieses Urteil mußte feute verworfen werden, da er trotz ordnu ngsmäßiger Ladung nicht erschienen war.

Wegen LXebstähls hatte das Schöffengericht Büdingen den Arbeiter Adam Sp. von Eckarts- Ahausen zu einer Woche Gefängnis verurteilt. Es hielt für festgestellt, daß er dem Landwirt Hch. R. daselbst eine zweireihige silberne Uhrkette im Werte von 15 Mark aus dessen Wohnung ge­stohlen habe. Auf seine Berufung b ob die Straf­kammer das Urteil auf. Die Kette hatte sich später in der Reichertschen Wohnung unter einer Decke vorgefunden, und die Kammer hielt es ent­gegen der Auffassung des Schöffengerichts für un­möglich oder doch nicht nachgewiesen, daß sie von dem Angeklagten oder einem seiner Bekannten^ tvieder dorthin gelegt worden sei.

Der Rentner Heinrich Th. aus Essen hatte einen Strafbefehl erhalten, weil er während seines Kuraufenthaltes in Bad-Nauheim ohne behörd­liche Genehmigung Zahlungsmittel und Forde­rungen aus ausländischer Währung gegen Reichs­mark erworben hatte. Auf seinen Einspruch ver­urteilte ihn das Schöffengericht zu 500 Mark Geldstrafe, im Strafbefehl waren 200 Mk. er­kannt. Gegen die Höhe der Strafe legte er Be­rufung ein, doch konnte heute von der Straf­kammer ein Urteil nicht gefällt werden, da noch toeitere Ermittelungen erforderlich sind in der Richtung, in welchem Umfang der Angeklagte De­visen erworben hat.

Georg W. und sein Sohn Ludwig von Stein­furth haben von dem Schöffengericht erhebliche Gefängnisstrafen erhalten, weil sie für überführt erachtet wurden, einem benachbarten Landwirt Anfang November v. Is. aus seinem eingefrie- frgten Garten durch Eindrücken eines Stückes Zaun etwa 44 Kraukköpfe, 4 Rotkrautköpfe, 10 Wirsingköpfe gestohlen $u haben. Ihre Berufung hatte den Erfolg, daß sie mangels ausreichenden Beweises freigefprvchen wurden.

Schöffengericht.

Gießen, 18. Juni. Im März vorigen Jah­res öffnete ein früher hier, jetzt in Schlesiens wohnender Mechaniker mittelst falschen Schlüs­sels die Geschäftsräume einer hiesigen Firma und entwendete daraus 108 Pfund Rinderfett, die er in den Hof eines gegenüberliegenden Hau­ses unterstellte. Als er in der gleichen Nacht mit seiner Frau seine Beute abhoben wollte, wurde er von zwei Schutzleuten angehallen. Da er sich über seine Persönlichkeit genügend ausweisen konnte und auch nichts Verdächtiges bei sich führte, ließen ihn die Schutzleute zunächlst gehen. Sie waren jedoch mißtrauische geworden, suchten in dem Hof nach und fanden dort noch einen .Teil des gestohlenen FetteS, während sie den Rest des­selben bei .einer gleich darnach stattsintentenl Haussuchung in der Wohnung des Mechanikers, der sich inzwischen entfernt hatte und erst einige Wochen später festgenommen werden konnte, er­mittelten. Der Angeklagte gibt seine Tat unum­wunden zu und sucht nur seine Fva-l, die von,der ganzen Sache nichts gewußt habe, zu entlasten. Diese verwickelt sich fortwährend in Widersprüche und lehnt jede Beteiligung an dem Diebstahl selbst ab. Obwohl eine Reihe von Verdachtsgründen für ihre Mittäterschaft spricht, ist ein ausreichender Beweis hierfür nicht zu erbringen, so daß sie lediglich wegen Begünstigung verurteilt wer­den kann. Unter Mrnahme mildernder Umstände erhält der Angeklagte wegen schweren Diebstahls fünf Monate Gefängnis, während feine Frau zu vier Wochen Gefängnis verur­teilt wird.

Gin jetzt in der Rahe von Kassel arbeitender S ch l 0 s s e r ist angeklagt, während seines Aufent­haltes einer hiesigen Frau, bei der er wohnte,

aus dem verschlossenen Dertkkö mittels falschäf Schlüssels ein Hemd gestohlen zu haben. Er gibt die Wegnahme zu, behauptet jedoch, er habe fr» Absicht gehabt, es nach Benutzung durch seins Frau wieder zurückzugeben. Da die Gigentümerrn des Hemdes heute selbst angab, daß sie überzeugt sei. der Angellagte habe sich das Hemd nicht an- eignen. sondern wieder zurückgeben wollen, könnt» eine Verurteilung nicht erfolgen, es mußte Diel' mehr Freisprechung erfolgen.

Turnen, Sport und Spiet

S. E. 1900 zum zweitenmal Staffelfiegei inRund um Niedershausen".

Am Sonntag kam der Staffellauf um den von dem Sp.-V. Niedershausen ausgesetzten, recht ge­schmackvoll und gediegen ausgestatteten Wander­preis zum Austrag. Der Gießener S. C. v. 1900 als Verteidiger konnte,'wie im Vorjahre, bei ständiger .Führung über die ganze Strecke (400, 150, 150, 400, 120, 1000, 300, 200 Meter) mit nahezu 200 Meter Vorsprung ^wr Turnge- meirtee Leun und S. C. 1920 Frankfurt a. M. die Staffel gewinnen. Im Anschluß hieran veran­staltete der dortige Sportverein anläßlich der Ein­weihung seines Waldsportplatzes leichtathletische Wettkämpfe. In den ausgeschriebenen Konkur­renzen es tarnen nur Laufwettbewerbe in Be­tracht schob der S. C. v. 1900 den Vogel ab. Die Clubler wurden Erster in der 4xl00-Meter- Stasfel offen vor S. C. 1920 Frankfurt a. M, in der Schweden staffel, dem schönsten Rennen des Tages, vor Tgd. Leun und Wellburg, in 400 Meter durch R. Fischer, der bei reichlich schlech­ten Bahnverhältnissen 57 Sek. benötigte, im 100* Meter-Lauf für Jugendliche, in dem Schwab seine Butzbacher und Fraickfurter Gegner glatt ab fertigte. In noch üferlegenerem Stil gewann Rohrbach die 1000-Meter-Iugend. An zwritei Stelle Plazierten sich die Ochmpische Staffel, Wallenfels in 100 Meter offen und die 4xl00-Meter-Iugendsiaffel. Dtitte Plätze belegte in der 4xl00-Meter-Staffel die II. Mannschaft des Gießener, Minke in 1000 offen und zur allge­meinen Ueberraschung Fischer im 100-Me:er. Lauf, der von Dender- Leun ganz knapp vor den beiden ebenfalls zusammenliegenden Giehenerr gewonnen wurde. Allerdings muß man in De tracht ziehen, daß Fischer seit Wochen zum erster. Male wieder am Start war und zwei 400°Meter- Laufe, einen 200-Meter- und Dor- und Zwischen- lauf für die 100 Meter hinter sich hatte

Büchertisch.

Zur Erinnerung an den Deut­schen Tag in Halle hat der Verlag der Leipziger Illustrierten Zeitung (I. I. Weber rn Leipzig) ein interessantes Gedenkblatt herausge­bracht. das alle bedeutsamen Szenen der Ein­weihung des Moltkedenkmals in guten Photo­graphien und Zeichnungen wiedergibt und für alle Teilnehmer der nationalen Feier von größ­tem dauernden Interesse sein wird.

Neue Musik-Zeitung, Illustrierti Halbmonatsschrift mit Musikbeilagen (Verlag Carl Grüninger Nachf. Emst Klett, Stuttgart). Heft 25. Dem ausgezeichneten und wertvollen er­sten Heft der wiedererstandenen .Neuen Musik» Zeitung" schließen sich die melieren Hefte würdig an aus deren reichem Inhalt besonders hervor­gehoben seien zwei geistvolle Abhandlungen Gmll PetschnigsDer Eros des-rsllerS" (Heft 2) und Der neue Opernthp" (Heft 4), fre neue Wege werfende Abhandlung Dr. Karl Dlessingers über Die Grundlagen des StilS in der Musik (Heft 2/3). fesselnde Ausführungen Walter Möllers über Muslkeöhandschriften (mtt zahlreichen Fak­similes, H. 4) dann einige fre Theorielehrer und Pädagogen besonders interessierende Artikel, so Prof. L. RiemannsHören wir die Töne, wi^ sie Hingen?" (H. 3). Don den in den nächsten.Mo­naten vorgesehenen vier Sonderheften (darunter ein Dach- und Druckner-Heft) ist das erste, dem diesjährigen Tonkünstlersest des Allgem. Deutschen Musikvereins in Frankfurt a. M. gewidmete als Hest 5 mit vielseitigem Bildmaterial erschienen. ES bietet neben einer se!hr feinen Studie Hans sTeßmers über Richard Strauß (zur Feier seines 60. Geburtstages) u. a. aufschlußreiche Aufsätze über das historische und das moderne Musikleben Frankfurts, daneben noch eine Fülle anregender Beiträge und Berichte.

Warum gerade

PBCO?

Weil diese Zahnpasta die Zähne nicht nur reinigt, sondern eie auch vor Schaden bewahrt und bis ins ' Alter gesund und widerstandsfähig erhält.

Die Bantigee.

Roman von Hermann Stegemann 32 Fortsetzung. (Nachdruck verboten)

Der Tunnel war vollendet, die Drücken ge­baut, die fleinen Stationen fertig, und der Dahn- Hof von Wolfenziel flieg aus den Gerüsten. Der Daumeister trieb und eiferte. ES war eine Un­ruhe in ihm, fre er nie gekannt hatte. Pvmetta, der seit dem Durchschlag des Tunnels 608 Erbe Lorenz Dantigers angetreten hatte, zügelte diese Angeduld nur, indem er mehr versprach, als er zu halten willens war.

Ich will ihn nicht aufregen, sagte er zu Ens, und sie wußte nicht, ob sie ihm wegen dieser' Rücksicht zürnen oder danken sollte. Sie litt da­runter, daß der Vater Dinge verlangte, die un­möglich waren, und fühlte doch fein Dlut in den Adern und den Lleberschuß der Herrschgewalt, die sie von ihm geerbt hatte.

Da ließ Gebhard Roll Ihr sagen, daß er fte zu sprechen wünsche. Als sie verwundert und mißtrauisch seinem Wunsch entsprach, eröffnete er ihr, daß er und seine Freunde gewillt seien, den Anteil Dantigers an dem Unternehmen zu übernehmen. Gr wisse, daß Bantlger die Last nicht mehr tragen könne und sie seien bereit, ihm und Ens soviel auf den Tisch zu legen, daß sie wohl sufrietem sein könnten.

Ens wies ihn an den Vater, aber er ging, indem er sie bat, sein Angebot nicht in den Wind zu schlagen und ihren Einfluß auf den Baumeister gellend zu machen.

»Du allein kannst es zu Ende bringen, dir

gibt er vielleicht zu, waS er uns niemals zu­geben würde."

And was ist das?', fragte sie blaß und drohend.

Daß er sich übernommen hat und die Dahn besser ungebaut gelassen hätte," erwiderte Roll und blickte an Ihr vorbei.

Da lachte sie, wie der Vater gelacht hatte.

Der Gedanke allein ist schwerer als alles, was ihr tragen könnt," entgegnete sie,von euch war keiner fähig zu denken, was er wagt. Ich will ihn fragen, was er dazu sagt."

Ens, bedenk, er ist nicht mehr der Alte," versetzte Roll mit geheucheltem Gefühl.

Warum fürchtet ihr ihn denn?" fragte sie wild.

Du bist eine Danttger und schlimmer als er, antwortete er giftig und ließ sie allein.

Sie verschwieg dem Vater das Angebot, aber als der Baumeister ihr eines Abends, aus dem Halbschlummer' aufschreckend, von neuen Plänen sprach, überlief eS sie kalt. Sie fühlte, daß er den Maßstab verlor, und das erschreckte sie tief, ilnb sie tat, was sie nie getan hatte, sie unter­brach seine ausschweifende Rede, fiel ihm um den Hals und überschüttete ihn mit Liebkosungen, um ihn abzulenken.

Du bist an den Anrechten gekommen," spottete er, aber ihr verzweifeltes Manöver gelang. Er verlor den Faden und kam nicht mehr auf neue Pläne zu sprechen. Am Tage daraus ordnete er wieder klar und besttmmt nut alter Meisterschaft fre weitverzweigten Geschäfte und gebot den Be­amten, die seine Weisungen empfingen, mtt der herrischen Gröhe, die sie zu stummen Dienern seines Willens machte.

®r empfing sie sitzend und von Papieren und Briefschaften umgeben, oder am Kamin In seinem hohen Lehnstuhl ruhend. Sie gewöhnten sich rasch daran, blickten mit scheuem Respekt auf die breit­schulterige Gestalt und den wie aus Stein ge­hauenen Schädel, üfer dem das Haar nur noch wenige Fäden spann, und gaben seine Befehle mit einem Eifer' weiter, der ihnen überall Ge­horsam sicherte.

Da entschloß sich Ens, dem Vater Rolls An­gebot mitzuteilen, um den Bemühungen Rolls zur (Beteiligung Gottfried Dantigers ein Ende zu machen. Sie spürte das Walten und Wühlen feindlicher Kräfte und konnte dem Vater den Schritt Rolls nicht mehr verhehlen, denn der Daumeister war argwöhnisch geworden, als er plötzlich hart vor den letzten großen Zahlungen abermals auf Widerslaite der Dankkreise streß und feine Fabriken von Streitlust bedroht sah.

Sv, daher weht der Wind," sagte er.Ich hab's mir gedacht. Ich kenne den Roll und die Sippe derer, die lieber ernten als säen uite pflügen. Aber sie sind zu spät aufgeftanten, um den Tag aufgehen zu sehen. Ihte jetzt frag ich dich, vb du rnithalten willst, denn jetzt gilt's den letzten Sturm. Jetzt geht's um den Namen, Ens, und um all das, was ich geschaffen."

Diese Ditte bewegte AgneS Dantiger tief und erschreckte und enttäuschte sie zugleich. Sie lttt für den Vater, der seinen Stolz von sich warf und beute um das bat, was er vor drei Monaten verschmäht hatte.

Der Baumeister blickte sie forschend an, und Wr, wo es sich um Geschäfte und den Zusammen- poall männlicher und weiblicher Abfassungen

handelt, erriet er, ohne Irre zu gehen, waS GnS von ihm dachte.

Er hob sich mühsam aus dem Sessel und 6teil sich tote ein Daum, obwohl ihn fre tauben Knie nicht recht tragen wollten. Es war ihm, als müßte er stehen, wenn er so zu ihr sprach

EnS, ich weih, was dich wurmt. Es ist einer zu dir gekommen und verlangt etwas von dir, was du ihm aus freien Stücken angetragen hast. Damals hat er es schroff zurückgewiesen. Heute trägt er seinen Stolz in einem Schnupftuch Aber zum ersten sag' ich dir, damals ging's um meine persönliche «Hache und um den Kampf mit den Danken, die mich nehmen und halten mußten, tote ich toat. Heute geht's nicht gegen das namen­lose Kapital, sondern gegen die, die mich von meinem Arbeitsfeld treffen wollen, um sich darauf gütlich zu tun, und da nehm' ich jeden Zoll, den deinen zuerst, denn das ist unsere gemeinsame Sach' und unser Lebern Ich ftess' meinen eigenen Stolz, weil ich einen größeren nähren muh, und das ist ter Stolz der Dantiger, an dem alle teil­haben, die Toten und die Lebendigen alle biS auf einen nein, daß ich's recht sag', in diesem Fall nehm' ich auch den in Norwegen nicht aus, ter sich ausschweigt, weil er sonst an mich selbst schreiben müßte. Urte zum zweiten sag ich dir, ich komme nicht, um dich zu bitten, Tochter, sondern ich streck die Hand und sage, ich brauch' die Hilfe. Du legst sie hrn-ttn und ich habe das Gefühl, daß ich vorn ©emein- famen nehme. Ich hab' euch alle nicht gegen daS Licht gehalten, um euch ins Innere und euch durch und durch zu schauen. Ich handle aus mir selbst heraus, und du bist eine Dantiger wie ich."

(Fortsetzung fof^L)