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rlk. 168

Swenes Blatt

Samstag, 19. Jun 1924

Gletzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderyesfen)

I Cm neuer Sieg deutscher roll, zaghaft oder verlogen erscheint, wenig-- I

Technik

toffelstauden, die mit Kupferkalkbrühe bespritzt

Gedankenlosigkeit, andererseits wegen Fehlens ge­eigneter Oelreiniger und Oclabscheider unwieder­bringlich verloren und Millionen von Werten fielen der Vernichtung anheim.

Endlich tritt -u aller Lleberraschung seit krr» 3em ein Apparat auf den Plan, der sich.Alfa-- Separator" nennt und nach dem Grundgedan­ken erbaut wurde, vermittels der Zentrif igalkraft allen Flüssigkeiten, besonders Oelmischungen. das Bestreben zu verleihen, sich je nach der Schwere rasch voneinander zu trennen, genau wie etwaige in ihnen enthaltene feste Stoffe auszuscheiden. Der Vorgang desScheidens" spielt sich dabei tausendmal schneller ab als bei Beobachtung der Schwerkraftwirkung, also des sogenanntenAb­klärens". jedoch noch dazu mit einer Gründ­lichkeit, die bei irgendeiner anderen Handhabung überhaupt unmöglich ist.

Die Lösung dieses Problems durch Anwen­dung der Zentrifugalkraft ist zwar nicht neu, sondern beschäftigte schon seit Jahrhunderten bie Gedanken manches genialen Erfinders, doch blie­ben zumeist alle Versuche in den Anfängen stecken, bis es ini Jahre 1878 dem geistreichen Dr. Gustav de Laval gelang, eine praktisch verwend­bare, kontinuierlich (ununterbrochen) arbeitende Maschine für die Zerlegung von Milch zu erbauen.

Vach dieser Grundidee ift auch der neue Oel- abscheider zusammengesetzt, allerdings mit allerlei gesetzlich geschützten Abweichungen für die oben­genannten Sonderzwecke. Eine wirtschaft­liche Oelgewinnung durch Bergbau ist nach Vorstehendem also wirtlich zur Möglichkeit geworden. Ein neuer Betriebszweig entsteht vor unseren Augen mit­ten in einem Lande, das man als endgültig ausgebeutet und nicht mehr wettbewerbsfähig an­sprach: und es wird in kürzester Frist mit >de.n ungemein vorteilhaften Abbau eines wertvollen Vaturproduktes begonnen werden, wie es uns günstigere Aussichten kaum noch zr bieten ver­mag. ______

geradezu veranlaßt, dem Gifte und seinen Wir­kungen auszuweichen. Hierzu kommt, daß die an sich ortsbeständigen Tiere sich leicht zum Ab­wandern entschließen, wenn ihnen die Nahrung nicht mehr zusagt. Das bedeutet aber, daß die

Der Blitzableiter.

Don Otto AntheS.

Vor dreißig oder fünfunddreißig (Zähren war man in Holstein auf den Gütern so weit, daß man, der im Sommer ständig drohenden Cin- schlagsgefahr zu begegnen, Blitzableiter anlegte. Der Herr von Hassenroth machte gleich ganze Arbeit, indem er einen am Herrenhaus, einen am Viehhaus und einen dritten an der Scheune an bringen lieh. Bald daraus kam auch nut einem sinkenden Frühsommerabend das erste Gewitter herauf. Alsbald versammelten sich, wie üblich, die Knechte und Mägde auf der Diele, um vom Herrn auf ihre Posten gewiesen zu werden. Sn kurzer Zeit waren alle da, nur der alte Carstens fehlte. Man wartete ein Weilchen, Herr von Hassenroth schimpfte ein bihchen Carstens kam nicht. Da zog der Herr den Regenmantel an und ging hinaus, den alten Knecht zu suchen. Die Dunkelheit war hereingebrochen, der Regen klatschte, vom Sturm gejagt, auf das Pflaster des Hofes, und hier und da zuckte auch schon ein Blitz aus der schwarzen Wolkenwand, die über dem strohgedeckten Diehhaus stand. Dori sand der Herr schließlich den braven Carstens. Er hatte sich eine Schiebekarre an die Wand gescho­ben, war hjnaufgetlettert und hielt mit beiden Händen den Blitzableiter umklammert, da wo er aus der Schuhröhre heraus ungedeckt an der Mauer emporstieg.

MenschI Carstens. Alter Esel! Was machst du denn da?" schrie Herr von Hassenroth.So­fort lässest du das Dings los und kommst her­unter!"

Ick wüll mi wvll lvahren," entgegnete Car­stens.Ru hev mi den Dlitz^rbleiter, nu gah ick da nich von af.

Bon Ingenieur Konstantin Redzich Frankfurt a. M.

In der Erkenntnis, daß unserem Vaterlande insbesondere auch dainit geholfen werden kann, wenn seine erreichbaren Bodenschätze in vernunft­voller Weise abgebaut und wirtschaftlich ver­wertet werden, befaßt man sich neuerdings mit einer Oelgewinnung durch bergmän­nischen Betrieb, indem dabei von der Vor­aussetzung ausgegangen wird, daß im Gegen- atz zu der bei Tiefbohrungen nur 10 v. H. be­tragenden Förderung, die Gewinnung des Gutes auf weitere 45 v. H. gesteigert werden kann. Tie restierenden 45 v. H. des Oelvorrats blieben aber bisher leider infolge Adhäsion (Anziehung) und Kapillarwirkung (Aufsaagen) im Sande der Lagerstätte zurück, wurden demnach einem Ab­bau auch durch eingetretene Verdickung ent­zogen.

.Um nun diese bisher als verloren betrach­teten Mengen gleichfalls der Allgemeinheit auf nicht allzu kostspielige Weise zugänglich zu machen, bediente man sich eines hochgespannten, hydraulischen Wasserstrahls, der auf + 80 Grad Celsius erwärmt wird und den ölhaltigen Sand von seinen Beimengen befreit: mit anderen Wor­ten: auch die verhärteten Oeltröpfchen von den Sandkörnchen loslöst und sich mit ihnen zu einer Emulsion verbindet. Turch 2t&tlären gewann man sodann das reine Oel, indem dieses sich allmählich weil leichter als Wasser auf dessen «Ober­fläche niederschlug.

Run suchte man schon längst allerorten nach einer geeigneten Vorrichtung, derartige Oel- mtschungen, aucy verschmutztes Oel, zum Zwecke der Wiederverwendung zu reinigen, Ungeheire Mengen gingen im Lause der Zeiten teils aus

liebe Einfalt der Leute vor solch einer Heinen I Handvoll Leben dem Märchen vom Glück nachzu­sinnen beginnt... O ja, das ist etwas.

Die Schwalben sind wie die jungen Mädchen: aus Beschwingtheit und Sonne hat sie der liebe Gott gemacht und aus leisen Liedern. Sie waschen sich wohl im Regenbogenschühlein, in das der Glanz des Himmels träufelt

5.

Solch ein liebes Dingel hat spärliche Feinde. Der Baumfalk, der auch im Fluge jagt, kann es erbeuten. Aber der Falk hat keinen Teil am Menschen zu dem sich die Schwalbe halt. Sonst noch: Katzen, Ratten, Wiesel, QKari>er... Run ja, wenn! Es besteht keine große Ge­fahr. Aber der Mensch in Spanien! Der weiß ein Sprichwort: Wer eine Schwulbr tötet, tätet seine Mutter, Und dennoch: er fängt reisemüde Schwalben zu Tausenden. Frißt sie.

Der Mensch!

Die Volkstümlichkeit der Schwalbe ist groß. Sie wäre wohl größer, wenn für die Leute, denen die Röckchen und Höschen noch nicht über die Knie herabgewachsen sind wenn für diese Leute die Raturkunde nicht aus der Zahl der- Zehen, der Eier uiti> so bestünde. Wie Wurscht ist das!

Weiß man denn nicht davon: eine Schwalbe jubelt sich hinan ans Herz Gottes? Richts oavvn, daß sie den Metallglanz für ihr Kleid von der blauen Glocke des Himmels streift? Und daß ihr die Sonne selbst die kleinen Blink­feuer auf das Gefieder legt? Allen Dichter­herzen auch wenn sie von akutem Dichter­wahnsinn frei sind läßt sie eine Freude er­blühen. Es ist em weiter Weg von dem:Wenn die Schwalben wiederkommen, übers Iaahr, übers Iaaahr" bis zu dem schönen Heimweh­liedAus der Jugendzeit, aus der Jugendzeit, klingt em Lied mir immerdar" ...

So groß ist ihre Volkstümlichkeit

tens solange diese Politik das eigene Interesse Englands voll und ganz vertritt.

Für England heißt es heute nicht mehr owohl wachsen als vielmehr bestehen. Ais- wanderang ist möglich, aber kaum m genügen­dem Maße, um der Devölkerungsvermehrang vollständig entgegenzuarbeiten. Die ganze äußere Politik Englands wird und muß aif die Dauer der Uebervölkerung Rechnung tragen.

Dasselbe gilt von anderen übervölkerten Ge­bieten, Italien zum Beispiel, das im Mittelmeer Ausdehnungsmöglichkeit fachen muß. Inmitten der drei übervölkerten Gebiete England, Deutschland und Italien lagert das sich mehr und mehr entvölkernde Frankreich. Auf die Dauer wird es wie ein Vakuum aaf die Umgebung toirien. v

In Ostasien befindet sich I a p a n in ähnlicher Lage wie England. Die Welle der Entrüstung, die Japan durcheilte, als der Japaner von der Einwanderung in die Vereinigten Staaten ab­geschnitten wurde, entsprang tiefstem Volksemp­finden. Da hatte man mit den Alliierten am Derhandlungstisch in Versailles gesessen zu Ge­richt über denHunnen" und jetzt läßt man den Hunnen" hinein nach Amerika? Den Japaner nicht? Der Deutsche steht sogar an erster Stelle? Rach Rorden, nach Sibirien hin können sich die Japaner nicht ausdehnen. Dort vernichtet sie das Klima. Rach China hm auch nicht, denn die benachbarten Teile Chinas sind übervölkert. Rach Süden hin lagern die im amerikanischen Besitze befindlichen Philippinen schützend zwi­schen Australien und Japan. Klimatisch sind Australien und Kalifornien für den Japaner wie geschaffen, aber die auswärtige Polittk der Be­sitzer lehnt die Einwanderung ab.

Vielleicht werden wir während der nächsten Jahrzehnte, ausgesprochener noch als während der vergangenen, die Bevölkerungspolitik, wenn nicht eingestandenermaßen, dann latent, im Vor­dergrund der auswärtigen Politik wirken sehen.

Eins fit sicher, daß das Schlagwort von einer demokratischen Welt jetzt bereits unter dem Druck verschiedenster Probleme und nicht zuletzt des Devölkerungsproblems kläglich Schiffbruch ge­litten hat. Tie Grundtriebe setzen sich durch, vor allem in den Staaten, die mit dem Schlagwort der Demokratie für kurze Zeit die Welt gegen Deutschland vereinigt hatten.

Die amerikanischen Maßnahmen haben m ganz Asien ungeheuren Eindruck gemacht. Mitte Mai dieses Jahves hielt der amerikanische Ge­sandte in Peking, vermutlich im Auftrage seiner Regierung, eine viel besprochene Rede, in der er den Ostasiaten die Beweggründe klar machen sollte, die Amerika zur scharfen Ableh­nung gewisser Einwandererelemente trie­ben. Die Rede lief darauf hinaus, daß: keineswegs die ausgeschlossenen Rassen als min­derwertig, aber als nicht assimilationswillig und -fähig bezeichnet werden, Amerika infolge der Regerfrage und nicht assimilierbarer südeuro­päischer Elemente in Gefahr sei, ein in Gedanken, Wollen und Können widerspruchsvolles völkisches Gebilde zu werden, die Rordeuropäer die wären, die das Volk der Vereinigten Staaten in seinem Grundcharakter bestärkten.

Was der Gesandte, Dr. Schurmann, vor­brachte, war an sich richtig, sachgemäß. Die Deut­schen, denen er besonderes Lob spendete, konnten mit seinen Ausführungen vor allem zufrieden sein, nur die Frage mußte sich der Deutsche vorlegen: Weshalb denn unter diesen Umständen jahrelang die Verhetzung und Verleumdung des deutschen Wesens in der ganzen Welt? Weshalb vorher, auch in Ostasien, die bewußte Lüge?

Die Chinesen stehen den' amerikanischen Maß­nahmen, die sich ja vor allem gegen Japan richten, gleichgültiger gegenüber. Einerseits sind die Chi­nesen infolge der wenig klugen japanischen Po­litik gegen Japan, andererseits haben die Chi­nesen Ausdehnungsmöglichkeiten in den dünn be­völkerten Gebieten des Riesenreiches: Madschurei, Innere Mongolei und in Den westlichen Provin­zen. Dann auch haben die Amerikaner in mehr als einer Hinsicht China mit äußerstem Takt be­handelt, nie Konzessionen, Riederlassungen ver­langt und in der Kriegsentschädigungsfrage den Chinesen eher als andere Mächte weitgehendes Entgegenkommen gezeigt.

Die Japaner werden aber mit solchen Reden nicht zu überzeugen fein. Sie benötigen Aus­wanderungsgebiete. Das östliche Inseli-eich ist überfüllt ebenso wie das westliche, und die Türen sind allerorten zu, während sie dem Deutschen all­mählich allerorten wieder aufgetan werden.

Haus und Hof.

Die Sammelarbeit geht in der Weise vor sich, daß Käfer und große Larven einzeln abge­sucht werden. Eier und kleine Larven werden mit den Blättern und Triebest, an denen sie sitzen, entfernt. Die gesammelten Schädlinge werden durch Zerstampfen, Ersäufen, Verbren­nen oder durch Gifte vernichtet. Das Absammeln muh anfangs jeden Tag vorgenommen und bann in gewissen Abständen wiederholt werden, da auS den im Boden ruhenden Puppen immer wieder neue Käfer ausschlüpfen. Ist der Befall nicht zu stark und wird die Arbeit gewissenhaft aus­geführt, so kann es sehr wohl gelingen, der, Koloradokäfer schon auf diese einfache Weise ganz zu beseitigen.

Sind neben den Käfern auch schon junge ßarßen vorhanden, so muh zugleich das Kar­toffellaub mit insekttziden Mitteln behandelt wer­den. Ist endlich der Befall bereits soweit ge­diehen, daß sich neben fressenden Käsern und Larven auch Puppen und ruhende Käfer im Erdboden finden, dann ist radikale Vernichtung der tauben und gründliche Desinfektion des Erdbodens unvermeidlich. Auch diese Bekämp-- fungsarbeiten können und sollen durch metho­disches Absammeln wirksam unterstützt werden.

2. Das Spritzen mit Bleiarsenat.

In den Vereinigten Staaten bevorzugt man als Spritzmittel Bleiarsenat, das gewöhnlich einer 2proz. Kupferkalkbrühe (Dordeauxbrühe) zu­gemischt wird. Die Beimischung von Kupferkalk hat sich jedoch nach den neuerdings in Frankreich gemachten Erfahrungen als sehr unzweckmähig erwiesen. Während Blätter, die mit Bleiarsenat allein bespritzt sind, von den Tieren unbedenk­lich genommen werden, beeinflußt ein Belag von Kupferkalk die Frehlust der Käfer und Larven so ungünstig, daß diese von den bespritzten Pflanzen­teilen ablassen und art solchen Stellen weiter- fressen, die von der Kupferkalk-Dleiarsenatbrühe nicht getroffen sind. Auf diese Weise wird natür­lich der Zweck der Behandlung nicht erreicht: es werden vielmehr die Käfer und Larven

Der Regenbogen.

Es ist auf Erden alles beieinander:

der Liebe Firnenglanz und schwere Wetterkift. Unb Schicksalswolken ballen sich in wilder Hast und reißen sturmgetrieben auseinander.

In deiner Seele reiht der Zwiespalt tiefe Wunden. Du traust nicht mehr der Sonne Licht, zur Hoffnung dir's an Mut gebricht Du fühlst verloren dich und kannst nicht mehr gesunden.

Willst du, daß du zu leicht befunden und gewogen-->

An wetternächt'ger dunkler Wolkenwand da geistert warnend deines Schöpfers Hand... Du Zweifler -glaube! strahlt fein Farbenbogen.

Adolf Semps. *

Was die Schwalbe sang.

Don Max Geißler.

Widewitt widewitt widewü. Erst war's ein Schwalbenfang. Wirbelt aus der Luft herunter. Hängt sich an Schlehenbüsche, an Pfirsich-- und Aprikosenbäume. Erst war's ein Schwalbensang. Dann werden Blüten dvaus.

2.

Willdumit? Willdumit? Willdunit? Roch fünft die Sommerluft davon. Wie aus Blitz- röhren spritzt das blanke Sonnenjauchzen ausden Schwalbenherzen. Wirbelt hernieder in die Wei­den. Wirbelt in den Linden. Erst war si ein Schwalbensang. Dann ward's ein goldnes Blau.

Die den Herbst und Frühling bringt...

3.

Dann muh sie wandern gehen. Es wird darb in der alten Heimat. Rebel brauen, wenn sie nicht mehr das Dorf entlangflitzt. Schwalben find die Wimpel an den Sonnenmasten des Sommers.

Landwirtschaft,

Mittel und Maßnahmen zur Bekämpfung des Koloradokäfers.

Die Gefahr, die durch den Koloradokäfer unserem Kartoffelbau droht, ist so ernst, dah sie in ihrer Bedeutung kaum überschätzt wer­den kann. Es liegt in unser aller Interesse, jeder Einschleppung dieses Schädlings beizeiten mit den schärfsten Mitteln entgegenzutreten. Ernste Mahn­worte nach dieser Richtung und wertvolle Winke für den Kampf gegen dieses Hebet veröffentlicht Dr. Ernst Vogt von der Biolog. Reichsanstalt für Land- und Forstwirtschaft in der jüngsten Rümmer derIllustr. Landwirtsch. Ztg.". Dem Aufsatz entnehmen wir die folgenden wichttgen Stellen:

Die Tatsache, dah der Koloradokäfer sich in dem kurzen Zeitraum von zwei Jahren über i/t der Gesamtfläche Frankreichs auszubreiten ver­mochte, gibt besonders in unseren westlichen Landesteilen zu den ernstesten Besorgnissen An- lah. Es ist zu erwarten, dah in absehbarer Zeit dieser gefürchtete Schädling in breiter Front unsere Westgrenze überschreitet, und es wird der größten Anstrengungen bedürfen, sich seiner zu erwehren. Die Erfahrungen früherer Jahre haben gelehrt, daß die ungeheuren Schäden, die dieses Insekt überall, wo es sich anzusiedeln ver­mag, verursacht, nur durch sofortige radi­kale Vernichtung jedes eingeschleppten Käfers vermieden werden können. Hat der Kolo­radokäfer erst Zeit und Gelegenheit gefunden, sich über größere Flächen auszubreiten, so ist seine Ausrottung der sehr hohen Kosten wegen nicht mehr durchführbar.

Für eine erfolgreiche Bekämpfung kommen in der Hauptsache folgende Maßnahmen in Be­tracht:

1. Absammeln der Schädlinge in allen Entwick­lungsstadien.

2. Spritzen der Kartoffelstauden mit Dlei- arsenat.

3. Vernichten des Pflanzenbestandes und Des­infizieren des Erdbodens.

i 1. Das Absmmneln der Käfer und Larven.

Uebervölkerimg und Auswärtige Politik.

Von Dr. F. Otte,

Professor an der Reichsuniversität Peking, China.

In diesen Tagen, wo der Kongreß in Wa­shington endgültig sich für die Ausschließung der Japaner entschieden hat, wird die Aufmerk­samkeit der Völker wieder einmal auf das Be- völkerungspvoblem gelenkt. Treten wir damit doch an die Fingen heran, die über die Grundbe­dingungen staatlichen und völkischen Seins oder Richtseins, staatlichen und völkischen Wachstums, Beharrens oder Absterbens entscheiden.

Dis zum Weltkrieg sprach man nicht gern von diesen Dingen. Seitdem das Versailler Dik­tat die vor 1914 immerhin noch verhältnismäßig friedliche Welt in ein Arsenal umgewandelt hat und eine Welt, in der der sogenannte demokra­tische Gedanke siegen sollte, mit dem Gift tiefsten Mißtrauens gegen jeden anderen erfüllte, also seit 1919 treten die Völker überall schroffer, rück­sichtsloser gegeneinander auf.

Dieses schroffe Auftreten äußert sich praktisch in der Erschwerung des Verkehrs. Pässe sind überall eingefiihrt. Reisen von Land zu Land müssen legitimiert werden. Jeder einzelne wird beschnüffelt, ob er die dem anderen Teile genehme Gesinnungbesitzt: wenn nicht, so wird ihm die Tür vor der Rase zugeschlagen. Dies ist schon bei einfachen Reisen der Fall. Zwischen solchen Riesengebieten wie Rußland einerseits und dem Rest der Welt andererseits, zwischen Australien, Indien, Kanada einerseits und den Besiegten andererseits herrscht kaum noch irgendwelcher Verkehr.

Im Inneren der meisten europäischen Staa­ten ist die Wanderung künstlich erschwert durch die zwar nicht de jure aber de facto eingetretene Konfiskation bebauten Grundbesitzes, die starke Begünstigung mobilen Kapitals, durch Steuer- Maßnahmen oder gar feindliche Besetzung.

Am schärfsten aber tritt das zunehmende Miß­trauen der Völker untereinander zutage, wenn es sich um Zuwanderung handelt. Da.gibt es Riesen­gebiete wie Australien, die am liebsten niemanden hereinließen, obgleich sie an Unterbevölkerung leiden, die selbst stammverwandten Rassen wie den Deutschen zur Zeit den Zutritt verwehren.

Im großen und ganzen sind solche Staaten, die Einwanderer aufnehmen können, in einer sehr viel günstigeren Lage als übervölkerte Gebilde, vorausgesetzt, daß sie politisch kraftvoll und durch innere Organisation, nationales Bewußtsein der Bevölkerung und geographische ßage geschützt sind. Für Rußland oder die Vereinigten Staaten trifft dies zu, für Australien nicht, da die Bevölkerungs­zahl dort allzu gering ist. Den eben beschriebenen Staaten stehen andere gegenüber, die übervölkert sind und für ihre Bevölkerung einen Ausweg suchen müssen.

Zum Typus der allgemein übervölkerten Ge­biete gehören in Europa Belgien, Deutschland und Italien. In Asien. Japan, Annam, Teile von China und Teile Indiens.

Zusammenhäufungen von Menschenmassen in modernen Großstädten ohne allgemeine lieber- völkerung sind typisch für die Vereinigten Staa­ten von Rordamerika: Reuhork, Chicago. Solche Massenanhäufungen sind nur möglich bei einer Höchstleistung im Verkehrswesen. Die Großstädte Chinas bleiben in der Bevölkerungszahl durch­weg in der Rahe von einer Million.

Den unglücklichsten Typus stellen Länder dar, in denen sowohl allgemeine Uebervölkerimg wie auch Zusammenhäufung in Großstädten zusam- mentreffen. Dieser Typus ist am reinsten im eigentlichen England in Erscheinung getreten, außerdem vielleicht in geringerem Maße in Teil­gebieten Deutschlands, wie dem Ruhrgebiet oder Sachsen.

Es ist offensichtlich, daß eme so ausge­sprochene Doppelform der Uebervölkerung, wie sie uns in England entgegentritt, auf die äußere Politik von ausschlaggebender Bedeutung ist. Ganz gleichgültig, welche Partei in England an der Regierung ist, jede Regierung muß sich die Frage vorlegen:Wie kann die nötige Rah- rungsmenge für die Bevölkerung befchafft wer­den? Wie können die Zufuhrstrahen nach London ofsengehalten werden? Zwangsläufig ergeben sich deshalb für die äußere Politik Englands Richt­linien, die eingehalten werden müssen. Vorliebe oder Abneigung für oder gegen dieses oder jenes Land dgrf bei einer solchen Lage feine Rolle mehr spielen. Macht man sich mit diesen Tatsachen einmal voll und ganz vertraut,

Vor den Rebeln verkriecht sich, was gläserne Flügel hat: beim Glas läuft an wie die Fenster­scheiben. Und wie die Augen und Herzen der Menschen. Unter Blättern hat die Schwalbe nichts zu suchen. Und wenn die Rebel teigen, tanzen die Mücken den Grotzmütterchentanz ein Viertelstündchen am Tage. Und die Fliegen ilebrn sich m die Stalldeckrn. Was nicht fliegt, surrt, taumelt über dem Erdenstaub, das kann die Schwalbe nicht fangen.

Sie badet auch im Fluge wie die flachen Steine, die die Buben über die Wasser schatterm 0^' Hnd sie ist die Wächterin am Tore des Tages. Der frühe Rotschwanz, der vom Dach­first nach der Sonne guckt, schläft länger. In den weihen Rächten steht er zwar um drei Uhr auf. Aber die Schwalbenmännchen sind einen Dorf­rundflug zeitiger da Oder wenigstens um so­viel, wie die Uhren brauchen zum Schlag ubers Herz der Rächt.

Die paar Stunden Finsternis verbringt der Schwalbenmann neben dem Ehebette wenn Eier oder Kinder darin sind. Eine Schwalben­ehe ist Fürsorge, Deingedenken, Treue An ihr wird die Dichtung wahr: nicht weiter soll Liebe von der Liebe gehen, als der Schlag der Rach- tigall zu hören ist. Oder zu Horen ist, was ifa Schwalbe sang. , , ,, , .. <

Sie lebt ihr Dasein voller Innigkeit. Und wo sie siedelt, werden Winkel zu Idyllen. Wenn Staub darjn hängt und Spinnengewebe - was tut's? Das Menschenherz fangt davor an zu malen, hält eine kleine Himmelfahrt davor. Es gibt nicht viele solcher Verklarungen!

Wie diese kleinste Hütte so hingemauert ist in Behaglichkeit und Stille! Und wie die Herren der Menschen davor von einem Dlucksblihlicht übersprüht werden, das auch noch ihre Augen Heller macht. Die Augen, die über dem Herum- fluden im Alltag glanzlos werden. Und wie die

Wie früher in Deutschland, so wurde auch Gefahr der Weiterverbreitung des Schädlings in Frankreich aufs neue die Erfahrung gemacht, durch unzweckmäßige Spritzmittel geradezu ge- daß das Absammeln der Käfer und Larven fordert wird. Versuche an freistehenben Kar- niemals unterlassen werden sollte. 1 -., . .