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Freitag, den 18. Juli vormittags 6 Uhr entschlief sanft unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater und Onkel
Herr Balthaser Wießner
Magazindiener L P.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Familie Heinrich Wießner Familie Friedrich Diehl Familie Heinrich Storck.
Gießen (Aulweg 25), Hagen. oams Die Beerdigung findet Montag, 21. Juli, nachm. 3 Uhr von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt.
Namhafte
Belohnung erhält derjenige, welcher den Täter, der am Sonntag, 13. I. M., zwischen Grohen- und Klein-Linden dem Herrn im Auto mit dem Stock über den Kopf schlug, namhaft macht. Verschwiegenheit wird zugesichert. Meldungen an die Gendarmerie- Kaserne, Gießen, Landgraf-Philipp-
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Das deutsche Akademische Olympia.
Die erste Hochschulmeifterschaft fällt nach Gießen!
(Svnderbericht des „Gieß. Anz.") Marburg, 18. Juli.
Marburg ist Feststadt. Unter einem Wald von Fahnen in allen Farbenzusammenstellungen, die ihnen Reich, Staat, Stadt und studentische Freude an der „Kulör" gegeben haben, verschwinden fast die Fronten der schönen Häuser. Durch die Straßen wogen Menschenmassen. Studierende von allen Hochschulen, an denen Wissen in deutscher Sprache gelehrt wird, Landleute in ihren zu diesem Bilde so prachtvoll passenden farbenfreudigen Gewändern, Schlachtenbummler, Ehrengäste.
Alm 10 Alhr begann die Olympiade Znit einem prächtigen Festzug, der von der Marburger Bürgerschaft mit Blumen überschüttet wurde. Besonders lebhaft begrüßt wurden die Wettkämpfer aus Danzig, Prag Brünn, Innsbruck, Königsberg und den besetzten Gebieten, sowie die Bayern, die zum Teil in Gebirgstracht erschienen, und die zahlreichen Studentinnen. Den Beschluß des schier endlosen Aufmarsches, den zwei Reichswehrkapellen und die städtische Musikkapelle begleiteten, machte die gesamte Marburger Studentenschaft.
An der Alniversität schlossen sich die Teilnehmer an dem F e st a k t an, der inzwischen in der Aula der Philippma stattgefunden hatte. Schwer und wuchtig erklang hier Beethovens Eg- mont-Ouvertüre. Der Rektor Prof. Dr. Schäfer begrüßt die zahlreich erschienenen Gäste im Ra- men der Universität, Herr Oberbürgermeister T r o j e überbringt die Grüße der Stadt Marburg. Daraufhin eröffnet der Vorsitzende des Deutschen Hochschulamies für Leibesübangen Herr Geh. Reg.-Rat Schmid t-Du r g k-Aachen in kurzen markigen Worten das Akademische Olympia. Staatssekretär Dr. Decker spricht im Damen der preußischen Regierung and em Vertreter des badischen Ministeriums entbietet die Grüße des Südens. Rach begrüßenden Worten des Vorsitzenden der Studentenschaft spricht. Herr Prof. Häpke in längeren Ausführungen über^die Entwicklung und Pflege des Sportgedankens.' Der gemeinsame Gesang des Rieder ländischen Dankgebetes krönte seine Worte. Den Schluß der erheberttren Feier bildete das Meistersinger-Vorspiel, das von dem verstärkten Collegium musicum der älnidersität unter Dr. Step Hanis Leitung prachtvoll vorgetragen würbe. Inzwischen war der Festzug der Wettkämpfer an der Universität angekommen, grüßte die versammelte Professorenschaft und zog zum Kämpfrasen, wo die Kämpfer von Herrn Geh. Reg.-Rat von Hülsen im Ramen der Marburger Studentenschaft begrüßt wurden. Das Deutschlandlied brauste über den Platz und bildete einen würdigen Abschluß der ganzen Feier.
Rachmittags begannen die Wettkämpfe, die lediglich in Ausscheidungen für den Mehrkampf bestanden. Bemerkenswert war der Start der beiden deutschen Meister: Renell-Berlin (400 Meter) und Pel her-München (1500 Meter), die ihre Dorläufe sicher gewannen.
Die erste Hochschulmeisterschaft fiel nach Gießen, und zwar im Florettfechten, in dem prachtvolle Leistungen gezeigt wurden. Ergebnis: a) für Vollstudenten: 1. Sieger: Thomas, Gießen (Hochschulmeister 192 3), 2. Sieger-: Stroh, Frankfurt, 3. Sieger: Grobbe, Berlin: b) für Altakademiker' 1. Sieger: Pvause, Leipzig, 2. Sieger: Krause, Hannover. Den Schluß des Freitags bildete der Hockeywettkampf um die Hochschulmeifterschaft.
Hannover schlägt Heidelberg nach Verlängerung 4:2. Bei Ablauf der regulären Spielzeit ist das Ergebnis 1:1. 800 Zuschauer — keine Großstadt bringt diese Zahl bei einem Hockey- spiel aufl! — umsäumten den Platz und bekamen ein selten schönes, hochinteressantes Spiel ,3'u sehen, das letzten Endes Hannover dank seiner größeren Ausdauer verdient gewann. Die hervorragenden Leistungen der beiden Mannschaften wurden vom Publckum wiederholt laut bejubelt.
Die Vorspiele und Ausscheidungen sind soweit gediehen, daß am Sonnabend die ersten Entscheidungen fallen.
Vermischtes.
Dergifttmgs-Erkranktmgen.
Berlin, 18. Juli. 3n der Lungenheilstätte in Görbersdvrf in Schlesien erkrankten nach dem Genuß einer Erdbeerspeise zahlreiche Patienten, das Pflegepersonal und die Aerzte, insgesamt 238 Personen, an Vergiftungserscheinungen. Während sich die Mehrzahl der Kranken bereits auf dem Wege der Besserung be-
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findet, ist der VDerar$t der Anstalt an bert Folgen der Vergiftung geftorben. x
Königsb erg i. Pr., 18. Juli. (WTD.) Infolge Einatmens von Dinitroben- zoldünsten erkrankten heute nachmittag bei der Entlaugung von Geschossen in der Gesellschaft für Heeresgut in Rothenstein eine große Zahl Arbeiter. Eine Arbeiterin und sechs Arbeiter mußten dem Krankenhause zugeführt werden. Vier Personen sind bereits gestorben.
Amerikanische Hilfe für deutsche Kinder.
Berlin, 18. Juli. (Wolff.) Die Zentrale des Relief Commitee, der deutschamercka- nischen Organisation in den Vereinigten Staaten, durch deren Hände ein großer Teil der deutschen Kinders'peisungsaktrvn vor der Gründung des Allen-Commitees gegangen ist, sandte soeben 10000 Kisten Dvsenm ilch ab, das sind 480 000 Büchsen, zur Verteilung in Deutschland.
Schwerer Sturm auf und vor der Schelde.
Amsterdam, 18. Juli. (WB.) Ein heftiger Sturm hat auf der Schelde großes Unheil angerichtet. Heute früh kehrten elf Fischerboote aus Aememuiden und aus Vlls- singen zurück, die v o l l W a s s e r gelaufen waren. Die Besatzungen berichten, daß die Fischerboote heute früh halb 8 Ähr von einer heftigen Sturm- boe überrascht wurden und daß vier Fischerboote untergegangen sind. 15 Personen fanden dabei den Tod. Das Torpedoboot „Z 4“ hat radiotelegraphischen Befehl erhalten, zu Hilfe zu eilen. Es wird vermutet, daß noch weitere Boote, die bisher nicht zurückgekehrt stnd, untergegangen sind. Auch aus anderen Küstenorten werden zahlreiche Strandungen gemeldet. Der belgische Schlepper „Lille", der auf dem Wege von Antwerpen nach Düsseldorf war, ist gesunken.
(Berid)tsfaaL
Zweimal zum Tode verurteilt.
Freiburg i. Dr., 18. Juli. (WB.) Das hiesige Große Schöffengericht verurteilte heute den Dvppelmörder Hundertpfund zweimal zum Tode. Hundertpfund hat bekanntlich im Herbst vorigen Jahres das Ehepaar Klöpner in Saig bei Titrsee ermordet und sich deren Anwesen angeeignet, wo er längere Zeit mit seiner Braut wohnte. Als die Sache ruchbar wurde, flüchtete Hundertpfund und konnte erst nach längerer Zeit in der Fremdenlegion entdeckt werden, von wo er von den Franzosen ausgeliefert wurde.
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinden.
Gießen. Sonntag, 20. Juli. 5. Sonntag n. Trin. Stadtkirche. 8: Zugleich Christen!, f. d. Reukonsirm. a. d. Markusgern. Pft. Becker. 97,: Pft. Mahr. — Iohanneskirche. 8: Zugl. Christenl. f. d. Reu- konf. aus der Lukasgem. Pft. Bechtolsheimer. 97,; Pft. Ausfeld. — Kirchberg. 10; 11: Christenlehre für d. konfirm, weibliche Jugend. 1'/,: Lollar. — Wieseck. 87,: Christenlehre (weibliche Abteilung). 9‘/2; 11 Kinderkirche.
Katholische Gemeinden.
Gießen. Samstag, 19. Juli. 4*/a und 7 Beichte. Sonntag, d. 20. Juli. 67, Deichte, 7 Meße, Kom. d. Jungft. u. Hausangestellt., 8 Kom., 9 Hochamt m. Pr., 11 Meße m. Pr., 27, Sakramental. Bruderschaftsand., 41/, Versammlung der Jungftauen und Hausangestellt., 8 Aloisiusandacht. - Grünberg Sonntag 97i Messe m. Pred.
Verantwortlich für Politik und Feuilleton: I. V.: Heinz Gorrenz.
6te Entwicklung Ser VeiveSüvungen in Deutschland in den letzten 50 Jahren, zeigte wie trotz des verlorenen Krieges diese Bestrebungen immer stärker hervorgetreten sind, gab eine Statistik der großen Turn- und Sportverbände, schilderte die Gesetzgebung in verschiedenen Ländern, besonders in den bisherigen Ferndstaaten, und verglich damit die Ansätze dazu in Deutschland. Gr zeigte die Schwierigkeit einer Rerchsorgani- sation auf diesem Gebiet in Deutschland in be- »ug auf die Gliedstaaten und betonte die trotzdem allmählich erreichten Fortschritte. Mehrfach konnte man im Vortragenden den geübten Verwaltungsmann und Politiker ernennen. Der Vortrag fesselte durch Reichhaltigkeit der Gesichts- yuntte und löste mehrfach starken Beifall aus. Am Schluß folgte eine Reihe von Projektionsbildern einerseits aus dem Gebiete der griechischen Gymnastik, andererseits über die hochentwickelten Sportanlagen besonders in Amerika und England, an die sich manche Anlagen in Deutschland würdig anreihen. Die Rotwendigkeit, Sportplätze auch für den Betrieb der Llniversitäten, zu schaffen, ist dadurch völlig klargestellt. (Singe- rahmt wurde dieser umfassende Vortrag durch eine Ansprache des Rektors der Universität, sowie die Siegerverkündigung unb ein Schlußwort des Vorsitzenden des Akademischen Ausschusses für Leibesübungen. Seine Magnifizenz Prof. Dr. L a q u e r begrüßte mit markigen Worten die Erschienenen und wies besonders daraus ym, vaß die Llniversität im Einoerständins mit dem Landesamt für das Dildungswesen Vermerke über die Beteiligung an Leibesübungen tn die Abgangszeugnisse eingeführt hat. Gehermrat S o mm er.vom Engeren Ausschuß für Leibesübungen entwickelte #um Schluß die weiteren Pläne zum Ausbau des akademischen Turnplatzes unter dem Schützenhaus, und legte einen Aufruf dazu vor. Gr betonte einerseits das Zusammen- Zwirken der Dozenten und Studenten im Ausschuß, andererseits die Beziehung der studentischen Leibesübungen zu dem gesamten Turn- unb Sportwesen.
** Das sechste Abonnements- kvnzert der Reichswehrkapelle am gestrigen Abend auf der Liebigshöhe fand — infolge der Angunst der Witterung in den Saal verlegt — als Streichvrchesterkonzert statt, und zeigte aufs neue, daß unsere Militärkapelle auch als Stteichorchester Gutes zu leisten vermag. (Aus der vielseitigen Borttags- folge sei besonders das sehr gute Flötensolo des Herrn Meyer, Fantasie aus der Oper „Faust", das Trompetenspiel des Herrn Lotz, „Gedenke mein in ftohen Stunden", und das wirkungsvolle Lhlophonsolo des Herrn M v - s er, „Zigeunerspiele", anerkennend hervorgehoben. Das zahlreich erschienene Publikum spendete sämtlichen Darbietungen reichen Beifall, den die Kapelle mit manchen Zugaben quittierte.
Landkreis Gieren.
£ Wieseck, 19. Juli. Der Wunsch des Bürgermeisters, zu der gestrigen (unb in der Folge zu allen) Gemeinderatssitzungen pünktlich zu erscheinen, hatte nicht den erwarteten Erfolg: es war % Stunde über die festgesetzte ■Seit, bis die Versammlung beschlußfähig war. Als Folge hiervon (und wohl auch infolge der längeren Tagesordnung) war es Mitternacht, bis die Beratungen ihr Ende erreichen. Als erster Punkt flano die Schulgeldfrage für die die Fortbildungsschule Gießen besuchenden Wiesecker Schulpflichtigen zur Beratung. In seiner letzten Sitzung hatte, wie seinerzeit an dieser Stelle berichtet, der Gemeinderat es abgelehnt, die Kosten des Gießener Schulbesuchs zu decken; diese Kosten soltten von den Eltern zuruckverlangt werden. Das Kreisschulamt teilte mit, daß es sich hier um eine Bestimmung des Landesbildungsamts handelte, die die Zustimmung des Sonderausschusses des Landtags gefunden, also Gesetzeskraft erlangt habe. Aus diesem Grunde sei der ablehnende Beschluß nicht aufrechtzuerhalten. Die Beschlußfassung hierüber wurde vertagt. Die Gemeinderatsmitglieder Bremer unb H. Kümmel wurden beauftragt, in Gemeinschaft mit dem Bürgermeister und dem Rektor Dr. Rein eine Eingabe an das Landesbildungsamt (über das Kreisschulamt) auszuarbeiten und gleichzeittg der nächsten Sitzung einen Plan vvrzulegen, nach dem eine Llmstellung der ganzen Angelegenheit vorzunehmen ist. — Die Amlagesätze für das ge - werbli che Anlage- und Betriebskapital für Rj. 1924 sollen dieselben wie in 1914 sein. Sie betrugen damals pro 100 Mark Steuerwert 87s Pf- 2luch hierzu konnte der Gemeinderat seine Zustimmung nicht geben, der Punkt wurde ebenfalls vertagt, da die Veranlagung noch
Mcht feststehe, und der Gemetnderat keine ©teuer beschließen forme, von der er nicht wisse, wie sie sich auswirke. — Die Gemeinnützrge Baugenossenschaft ersuchte um ein Darlehen von 8500 Mark, um ihre Verbindlichkeiten abzulösen. Bei den weitestgehenden an- gebotenen Sicherungen wurde dem Gesuch zugestimmt. — Der Gemeinderat stimmte ferner den Verpflichtungen zu, die der Gemeiirde durch die Inanspruchnahme eines Kredits aus Landesmitteln für Wohnungsbauten erwachsen sind. Reuerdings stehen abermals Beträge aus Landesmitteln zur Verfügung, die in Höhe von 1000 bis 1500 Mark pro Wohnung ausgeworfen werden. Dem gestellten diesbezüglichen Antrag wurde die Genehmigung erteilt. — Zwischen ben Häusern der Witwen P. und K. liegt eine projektierte Straße, die aber infolge des dahinterliegenden sumpfigen Geländes aus dem Bebauungsplan ausgeschieben würbe. Entgegen seiner schriftlich eingegangenen Verpflichtung, keine Behinderung der beiden Rachbargrundstücke zu verursachen, hat der derzeitige Besitzer des früheren Strahengeländes, K. PH. Sch., Veränderungen vorgenommen, durch welche nun bei starken Rieberschlägen das Wasser in die beiden Hofreiten geleitet wird. Die zwH Anlieger beantragten Entwässerung durch Kanalisation. Der Antrag muhte abgelehnt und die Gesuchsteller auf den Rechtsweg verwiesen werden. — Ebenso mußte das Gesuch der Karl D. Wwe. um Zuweis ung von Gelände abgelehnt werden, um keinen Fall zu schaffen, der sofort starke Rachahmung finden würbe. Doch soll versucht werden, auf andere Weise eine beide Teile zufriedenstellende Regelung zu treffen. — Der Verlauf verschiedener Wohnungsbeschlagnahmungen wurde klargelegt, einigen Gesuchen um Zuweisungen von Wohnungen konnte bei aller Anerkennung der Rotlage nicht sofort entsprochen werden. — Die Anschaffung von drei weiteren Fahnen in den Reichsfarben schwarzrotgold wurde beschlossen. — Rach Erledigung einiger interner Angelegenheiten in nicht öffentlicher Sitzung brachte der Bürgermeister die Lage auf dem Wvhnungsbaumarkt in unserer Gemeinde zur Sprache. Rach längerer, anregender Aussprache ging die allgemeine Meinung dahin, daß es nicht mehr angängig ist, sich in der Erstellung neuer Wohnungen immer nur auf die Gemeinde zu verlassen, sondern es soll alles mögliche, insbesondere durch die Beschaffung billigen Daugeldes, versucht werden, um Private zum Bauen anzuregen und die Durchführung derartiger Bauten zu ermöglichen Weitere Schritte sollen in der nächsten Zett in dieser brennenden Angelegenheit unternommen werden.
Kreis Büdingen.
* Mittelgründau 18. Juli. Bei dem Gewitter am Mittwochabend schlug der Dlih in die mit Heu gefüllte Scheune des Landwtrts Wilhelm Jeckel. Di eScheune mit der ganzen Heuernte und einigen landwirtschaftlichen Geräten wurde ein Raub der Flammen. Der Fe ier= wchr gelang es, den Brand auf feinen Herd zu beschränken.
Hessen-Nassau.
spd. Frankfurt a. M, 18. Juli. Die beteiligten Körperschaften haben nach längeren Verhandlungen beschlossen, den Stallpreis für die Milch von 22 auf 26 Pfennig hinaufza- setzen. Der Großhändler fordert nun einen Großhandelspreis von 31 und der Kleinhändler einen Verkaufspreis von 38 Pf. Gegen diese Preise, namentlich die Kleinverkaufspreise, schreitet jetzt die Staatsanwaltschaft gemeinsam mit der Wucherpvlizei ein und bringt jeden Händler, der im Kleinverkauf mehr als 33 Pf. nimmt, zur Anzeige. Die Folge ist, daß wahrscheinlich die Milchzufuhr nach Frankfurt außerordentlich eingeschränkt wird, so daß man mit einem regelrechten Milchkrieg zu rechnen hat. ihn die Versorgung Frankfurts mit Milch sicherzustellen. hat die Frankfurter Milchversorgungsgesellschaft bereits älnterhandlungen mit däni- nischen Lieferanten zwecks Lieferung von dänischer Milch eingeleitet, deren Preis sich billiger als die heimische stehen soll. Man hofft, daß die Verhandlungen schon am Samstag zum Abschluß gelangen werden. — Mit großem Erfolg arbeiten augenblicklich in den v-Zügen und auf dem Hauptbahnhofe die v- Zug die be. 3n den letzten Tagen find wieder zahlreiche Fälle von abgefeimten Spitzbübereien in den Zügen feftgeflellt worden. Die Diebe entkamen leider in allen Fällen. Auch im hiesigen Bahnhof werden fast täglich die Reisenden in der raffiniertest en Weise bestohlen. Heute früh wurde einem Reisenden die Brieftasche aus der inneren Westenlaschegestohlen. In den meisten Fällen tragen die Reisenden selbst die Schuld, denn ihre Sorglosigkeit und Unaufmerlfamteit spottet durchweg aller Beschreibung. n
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